1904 / 62 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Naturalbezüge hergegeben werden, wieviel, konnte ih nicht er- fahren, aber es steht fest, daß der französische Sergeant im Durchschnitt erhebli< besser gestellt ist, als der deutsche Unteroffizier. Der deutsche Sergeant steht vermeintli< dadur besser da, daß er nah zwölfjähriger Dienstzeit auf Zivilversorgung zu re<nen hat; aber eine einzige Bestrafung genügt, um ihn dieser Aussicht zu be- rauben. In einem Falle, der {h in meinem Wahlkreise ereignet hat, verlor ein Sergeant nah ¿chnjâhriger Dienslzeit wegen einer Ohrfeige, die er einem Soldaten im Unmut gab, ni<t nur auf längere Zeit e Freiheit, sondern au den Anspruch auf Zivilversorgung. Solche i e dürfen do<h auch „niht außer Augen gelassen werden. Der j Ae Heyl hatte ja einen Antrag auf Aufbesserung der Bezüge A nferoffiziere eingebracht, der [eider abgelehnt worden ist. Der E für 82 000 Unteroffiziere, von denen aber hier 16 000 in Abgang eimen würden, erforderlihe Bedarf würde sih, wenn wir die Auf- pellerung auh nur auf 100 anseßen, auf 6 bis 7 Millionen ereGnen, eine Summe, die mir bei dein Gesamtbedarf des Militär- etats von 514 Millionen = 173% niht zu ho< ersheint. Die Ausgabe wäre au keineswegs unnüß; wir haben viel weniger dringende und viel unnüßzere Ausgaben im Etat, z. B. die „4 Villionen für die Weltausstellung in Sk. Louis. Herr Dröscher wies gestern auf die no< immer nit erfolgte Kündigung der Handelsverträge hin; unsere Reichseinnahmen würden fofort um 100 bis 120 Millionen Mark steigen. Jeder Tag, den die Verträge fortdauern, kostet den betroffenen Berufszweigen und der Reichskasse außerordentli hohe Summen. Solange diese Finanzlage dauert, werden diese Wünsche wohl nicht erfüllt werden können. Aber wir müssen die Sache für die Zukunft im Auge behalten, denn es handelt fi< hier um die Auf- rehterhaltung unserer Wehrkraft. Die bisherigen Verhandlungen über den Militäretat haben ein wentg erfreuliches Bild gezeigt. bedauere, daß die kleinen Fehler und S{wähen, die unserer Armee notwendig anhaften, so erbarmungslos an die Oeffent- lihkeit gezerrt find weil eine derartige Kritik im Auslande nicht den Respekt vor der Tüchtigkeit unserer Armee erhöhen kann. In den geseßgebenden Körperschaften anderer Länder gibt es auch

ozialdemokraten, aber ih glaube nit, daß die französischen

ozialdemokraten eine so rüd>sihtslose Kritik an der dortigen rmee üben. Sie bewilligen alle Forderungen, die zur Landesver- teidigun notwendig sind. Jh bitte Sie, alle Forderungen, die hier gestellt find, zu bewilligen.

(Schluß des Blattes).

Das Haus der Abgeordneten beschloß in der

heutigen (40.) Sißung, welcher der Minister des ern Freiherr von Hammerstein beiwohnte, zunächst auf Antrag der Geschäftsordnungskommission, die - beim Amtsgericht zu Posen beantragte Vernehmung der Abg. Hoffmeyer, von Staudy und von Wenyhel “als E N in der Privatklagesahe des Majors a. D. Ende gegen den Redakteur der „Posener Zeitung“ Hans Scha> wegen Besleidi- gung nicht zu genehmigen, und e dann die zweite Beratung des Staatshaushaltsetats ür das Nechnungsjahr 1904 im Etat des Ministeriums des Jnnern bei dem ersten Titel der dauernden Ausgaben, „Gehalt des Ministers“, fort.

Abg. Fis<be> (fr. Volksp.): Ueber das Wahlre<t will ih aus denselben Gründen, wie die gestrigen Nedner, ni<t sprechen. Ueber unseren Antrag wegen der Sparlotterie werden wir später reden; die în der Presse des na Scerl gegebene Darstellung der Sache ist fals<. Der Wohnungsgeseßentwurf betrifft eine sehr schwierige Frage, deren Lösung man nicht überstürzen darf. Ueber die Gleichbere<tigung der Staatsbürger können wir Liberalen \{höne Leder singen. Solange nicht ein einheitliches MNeichsvereinsgeseßz erlassen ift, das alle bisherigen Beschränkungen aufhebt, müssen wir verlangen, daß wenigstens die sih nah dem preußischen Vereinsgeseßz ergebenden Nechte gleichmäßig allen eingeräumt werden. Daß die Erlaubnis zu Versammlungen wegen ungenügenden Ausmaßes der Säle oder wegen ihrer Feuergefährlihkeit zu versagen set, ilt wohl für uns, aber die- konservativen Versammlungen können rubig in denselben Sälen stattfinden. Der Gemeindevorsteher Wentzel in Girbigsdorf ist wegen seiner freisinnigen Parteistellung bei seiner Neuwahl nicht bestätigt worden. Man hat ihm zum Vorwurf ge- macht, daß er die Interessen des Grunbbesißes niht genügend Abe genommen habe. Diese Pflicht hat er als Gemeindevorsteher aller- dings, aber er hat sie au< vollkommen erfüllt. Fn einer Zeitung ift behauptet worden, die Freisinnigen erhielten ihre Manvake nur mit

ilfe der Sozialdemokratie. Aber keine Partei hat diese so energis< ekfämpft, wie wir. Und solhe Angriffe gegen uns geschehen in der Presse des Grafen Arnim, des legreuhen Gegners des Herrn Wenßel. Der Nedner schildert eingehend das ganze Verfahren, das gegen die Wahl des Herrn Wenyel eingeshlagen worden sei, und bemerkt: Schon jeßt wird darauf hingewirkt, daß die Gemeindeverordneten um Gottes willen ihn niht wiederwählen. Es ist ihnen dur den Amtsvorsteher gesagt worden: wenn sie si einfallen ließen, Wengel noch einmal zu wählen, dann würde die Regierung ihnen einen penfionierten Wachtmeister als Gemeindevorsteher vorseßen, und an diesen Tönnten sie dann fo und so viel hundert Mark Gehalt jährli< zahlen. Gegen ein sol<es Verfahren muß „der Minister einshreiten. Man bat uns briefli< gebeten, dieses himmelschreiende Unrecht hier zur Sprae zu bringen. Auch in dem Kreise Nuppin-Templin ist die Wahl eines Schöffen aus politishen Gründen nicht bestätigt worden. Wenn wir im Kampf gegen die Sozialdemokratie alle zufammenstehen sollen, so wäre es tôriht, wenn die Negierung gegen andere Parteien den Boden des Rechts und der Geretigkeit verließe. Es wäre ganz fals<, wenn wir den Lo>ungen des Herrn von Kardorff folgen wollten; denn dann würde die Sympathie für die Märtyrer der A moralisch ges<wähten Sozialdemokratie [ofort wieder erwahen. Herr von Heydebrand hat uns gestern eine lange Auscinandersezung über Neichsrecht und Landes- re<t gebraht, Dhne Zweifel hatte der Reichstag nah Art. 4 der Reichsverfassung das Recht, die Behandlung der Russen zum Gezen- stand einer Interpellation ¿u machen, denn diese Dinge unterliegen nah der Verfassung der Beaufsichtigung und Gesezgebung des Reichs. Die Interpellation der Sozialdemokraten hielt fih au durchaus in den Grenzen, wel<e die Neichsverfassung für die Kompetenz der Neichverwaltung vorschreibt. Leugnet man daß der Neichs- tag über sol<e Interpellationen zu verhandeln bat o tibes deutet das nit eine Anerkennung der Nechte der einzelstaatlichen Landtage, sondern eine Minderung der Nedte des Reichstags. Die Berechligung für die Staatsminister Preußens, im Reichstage über diese Dinge zu spre<en, wird do niemand leugnen. It dem aber so, dann war es cin Gebot politischer Klugheit, daß die Minister im Meichstage erschieaen und den Feind an der Stelle bekämpften wo er steht. Unzweifelhaft befand si< die Sozialdemokratie in einer M Position, und die Nu eninterpellation war nur eine Diversion, um diese Lag? zu“ vers{hletern. Das entspricht ja überhaupt der Taktik der“ Sozialdemokratie: ein solcher neuer Gegenstand wird in die öffentliche Debatte geworfen, es finden Volkéversammlungen über Volksversammlungen statt, und die Aufmerksamkeit wendet sih aus\{ließli< dem neuen Thema zu. Die Masse glaubt draußen au daran, taß die Minister sich nit in den Reichstag getraufen, weil fie si davor fürchteten, den Sozialdemokraten Rede zu stehen. Die Minister haben um fo mehr ret daran getan; zu erscheinen, denn & haben die sozialdemokratishe Niederlage vollenden helfen. Die Sozialdemokraten befanden" sich im Unrecht und waren auf deim Nückzuge begriffen. Herr von Heyde- brand hat dur seine gestrigen Ausführungen Hindernd und aufhaltend in diese Entwickelung eingegriffen. Fürst Bismar> läßt ih hier nit so ohne weiteres als fassisher Zeuge anrufen ;

dieser machte es in solchen enn wir andererseits täglich in die der Kompetenz aterien einmischen, so wir

der Reichsperwaltung unterstehenden d ein solhes Verlangen, wie das

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Fragen so, wie es ihm d ßt | ¿ Auen e gastfreundli T S i, gerade paßte. | wo die Expedition ; Bord der „Möwe“ nat Herberts- ehen, wie gerade die Konservativen | darauf kehrten Aue SOSSS TaUBE über die wirtsaftliße Zu-

estellte, no< eigentümlicer beleuchtet. Erleben wir es nit re<t häufig, daß das Thema der Getreide- zôlle oder der Handelsverträge auf die Walze genommen und womögli< von demselben Herrn, der es im Reichstage variierte, hier in aller Breite vorgetragen wird? Und wenn Fürst Bismar>k dafür plaidiert hat, daß die einzelstaatli<Gen Vertretungen und Regie- rungen ela aufpassen und der Politik des Kanzlers entgegentreten sollten, so hat er das nit in der Zeit feiner Kanzlerschaft getan während dieser würde er es sich s{ön verbeten haben —, fondern als er 1892 s{mollend im Sachsenwalde faß und seinem Nachfolger nicht genug Steine in den Weg werfen konnte. Ich {ließe mit dem Aus- dru> des Wunsches, daß endlih Ret und Gerechtigkeit nah allen Seiten au im Bereich unseres Polizeiministeriums walten und die Anerkennung der Gleichberehtigung aller Staatsbürger niht länger

auf sid warten lassen möge. : Hierauf nimmt der Minister des Jnnern Freiherr von ammerstein und nach diesem Abg. Freiherr von Zedliß

D Neukir< (freikons.) das Wort. (Schluß des Blattes.)

des Herrn von Heydebrand

Kunst und Wissenschaft.

, ilder aus dem Bismar>karchipel und die e Ls Gazellenhalbinfel“ war ein Vortrag be- nannt, den der z. 3. in der Kolonialabteilung beschäftigte Gerichts- assessor Wolff în der Deutshen Kolonialgesells<haft, Abteilung Berlin: Charlottenburg, hielt. Der Sorge besuchte im vorigen Jahre voa Kaiser Wilhelmsland aus die bisher nur an einigen Küstenstre>en bekannte Insel Neu-Pommern. Sein Ziel war die „Gazellenhalbinsel“, eine dreie>ige Halbinsel, deren Küsten ein hohes Gebirgsland einshließen. Wo dieses si< verflacht, bildet das Meer eine weite, ofene Bucht, die „Blanchebucht“, um- {lossen von einer flahen, mit Urwald dicht bestandenen Ebene, die i< quer über die Gazellenhalbinsel von der West- nah der Ostküste Ps aue und auf beiden Seiten wasserreihe, mit dem Boot befahrbare Flüsse zum Meer sendet. Aus dieser Gbene und außer Verbindung mit dem südlichen Gebirgsland ragt einsam ein erloshener Vulkan, von uns Varzin, von den Eingeborenen Vunakorker genannt, empor. Diese weithin sihtbare Landmarke bildet den charakteristishen Mittelpunkt der Gazellenhalbinsel. Die steilen Hänge des Berges werden von tiefen Schluchten zerklüftet, an seinem Fuße ziehen sih fruchtbare Täler hin, teils mit Urwald, teils mit hohem, shilfartigem Grase bewadhsen. Das Gelände wird überall von zahlreihen , tief in den weihen Aschenboden eingeshnittenen Wasserläufen durhbrochen. Um den Varzin herum liegen die Wohnsitze der verschiedenen Stämme, die no< in den leßten Jahrzehnten miteinander um den Besit der Gazellenhalbinsel gerungen haben. Nördlich und östlich wohnt olfsstamm, den die deutschen Ansiedler kurzweg die „Neupommern“ nennen, womit bezeihnet wird, daß er der erste war, mit dem wir nähere Bekanntschaft gemaht haben. Südwestlih ißt „das kleine Taulilvolk, während si< von Süden her die kriege- rishen, fast no< unbekannten Kaktai, die in geschlossenen, mit hohen Palisadenzäunen umgebenen Dörfern wohnen, gegen den Varzin vorschieben. Europäische Ansiedelungen bestehen z. Z. nur in der Nähe der oben genannten “Meeresbucht, also in Berührung mit dem Volksftamm der Neupommern. Die einzelnen Volksstämme s\tehen #< als Feinde gegenüber, doch haben gemeinsame Sprache und Sitte wenigstens in normalen Zeiten einen geregelten Marktverkehr nah festem Herkommen und an be- stimmter Stelle entstehen lassen. Ebenso besteht zwischen den einzelnen Landschaften eine Waffenbrüderschaft gegen die Taulil- und Kaktaileute. Gemeinschaft besteht auß in dem Dukduk- kultus, der den ¿Stammvater der Eingeborenen in Form eines vogelähnlißen Fetishes verehrt, ebenso in dem über das ganze Land verbreiteten JInjittbunde, dessen Mitglieder sich in den Vollmondnächhten an bestimmten, geheim gehaltenen Stätten zu wilden Orgien vereinigen und verpflichtet sind, sih des Genusses von Schweine«- und Känguruhfleis< zu enthalten. . Von einer solchen Versammlung um WVarzin ist st. Z. der plößliche Ueberfall der olchen "Pflanzung in Taparatava (3. April 1902) und der si< anshließende Aufffand ausgegangen, seit dessen Niederwerfun die Stämme der Neupommern als unterworfen gelten dürfen. Erst seit dieser Zeit war es überhaupt mögli, von Herbertshöhe aus Vor- E in das Innere zu machen, aber weiter als bis zum Varzin war no< kein Europäer vorgedrungen, \o wünschen8wert es erschien, über die Bodenbeschaffenheit der Ebene und ihre Bewohner, die Taulil und Kaktai, genauen Aufs{<luß zu gewinnen. Der Vortragende hat diefe Aufgabe gelöst. Er war, an der Nordküste der Insel entlang fahrend, im August in Herbertshöhe angelangt und fand hier die Gelegen- heit zur Ausführung seines Planes besonders günstig, weil S. M. S. „Möwe" gerade mit Vermessung der Küste der „offenen Bucht“ beschäftigt, im Fall der Not Hilfe leisten konnte. Unr die Bewegungsfreiheit der Cxpedition nit zu verringern, und weil man damit re<nen konnte, unterwegs Lebensmittel zu finden, wurde die Wanderung vom Varzinberg aus am 22. August mit nur viertägigem Proviant an- getreten. Für die beiden Europäer, Gerichtsassessor Wolff und den L Meuneiler der Station Varzin Costantini, wurden ein Zelt, eine ¿Feldmenage und je ein Keldbett mitgenommen. Die Begleitung bestand aus 30 eingeborenen Polizeijungen und 20 Eingeborenen aus Taparataba und Tamainiriggi als Trägern. Schon am Nachmittag des ersten Tages stand man vor dem Hauptort der des Kannibalismus verdächtigen Taulil. Die Bewohner erwiesen sih als friedlih und sehr befriedigt dur den Schuß, den ihr numeris{ s<wahes Volk vom deutshen Gouvernement gegen die gewalttätigen und teil- weise f{<on mit Feuerwoaffen versehenen Stämme der Neupommern erhoffie. Die Taulil besißen eine eigene Sprache, fangen neuerdings aber an, die Sprache der Neupommern zu benußen, deren Muschelgeld sie au übernommen haben. Einige Taulil {lossen si als Träger und Führer dem Zuge an. Der vulkanischen Asche folgte bald intensiv rot gefärbter Lehm mit einer dien Humus- {<i<t, do<h nirgends fand fi< ein menschlihes Wesen in dem pfadlosen, nur mit dem Buschmesser wegsam zu machenden Urwalde. Breite Waldstreifen [cheinen die sprach - und stammesfremden Taulil und Kaktai zu trennen. Am dritten Tage wurde ein mit Palisaden umgürtetes Dorf der Kaktai an- etroffen, wo man nah anfangs drohenden Geberden gastfreundliche Aufnahme fand. Die Kaktai waren im Besitz langstieliger eiserner Beile, ein Beweis, wie das Eisen dur den Zwischenhandel in die entferntesten Winkel des Urwaldes dringt. Auch diese Ein- geborenen erklärten s< im weiteren zur Stellung von Führern bereit und versprachen, die Expedition in 2 bis 3 Zan ans Meer zu bringen. Die beiden Europäer überzeugten si aber bald, daß die Kaktaiführer s niht den gevlanten Weg zum Toriu-Fluß führten, und verließen ih deshalb allein auf Kompa und Buschmesser. Das hatte zur Folge, pes die Eingeborenen si über Nacht heimlih entfernten. Inzwischen war man in das Gebirge gelangt, au gingen die Nahrungsmittel aus, da nirgends wieder mens{li<he Wohnungen angetroffen wurden und die Jagdergebnisse sehr ungenügend waren. Jn i der rößten Not gelang es, zwei Wildshweine zu { chen: Endlich war der Toriu-Fluß erreiht, wo die Expedition L E Ein Trupp, von dem Redner geleitet, sollte auf Flößen oft ini Gepä den Fluß hinabfahren, der andere unter Fg an GUE Dem reiß ees Le tbr E Beide Kolonnen reißenden Fluß zu gefährlich, Jn Entfernung von trafen ‘an der Flußmündung wieder zusammen. ; ; : ühle der fatholis<hen Mifsion, id A acta wurde. Zwei Tage

ein

höhe zurüd.

kunft Neupommerns fagen zu können, daß die Kolonisten gut tun

werden, das Innere der Gazellenhalbinsel, in dem si fru{tbare, gan oder fast unbewohnte Ebenen auêdehnen, zum Plantagenbau ernstli ins Auge zu fassen und ih nit nur auf Unternehmungen dicht an der Küste zu beschränken. Die Gazellenhalbinfel ist wahrscheinlich das beste Stük von Neupommern, do kann vor genauer Untersuchung der ausgedehnten Insel hierüber Bestimmtes nit gesagt werden.

Bei Eduard Swulte wird morgen eine neue Ausstellung er- öffnet, in der die „Künstlervereinigung Luitpold-Gruppe München“ mit hervorragenden Werken vertreten sein wird, und in der ferner zu sehen sein werden Wetke von I. F. Raffaëlli, Paris, Max Fri, Lübben, Leo Klein-Diepold, Berlin, Alfred Loges, Berlin, Ascan Lutteroth, Hamburg, Käte Münzer, Berlin, Hermann Osthoff, Karls- ruhe, Nobert Richter, Charlottenburg, Ernst von Sau>en, Wiesbaden, Victor Scharf, Paris, Edmund Steppes, München, u. A.

Der außerordentlihe Professor Dr. Rothvlet ist, wie „W. T. B.“ meldet, als Nachfolger des Professors von Zittel- zum ordentli<hen Professor der Geologie und Palaeontologie an der Universität München und ¿zum Konservator der geologis<en und palaeontologis<hen Staatssammlungen ernannt worden.

Land- und Forftwirtschaft. Weinernte Italiens 1903.

Nach einer Veröffentlihung des Ministoro di Agricoltura, Industria e Commercio wird die leßtjährige Weinernte Italiens auf 35 100 000 Ul geschäßt; sie bleibt also nicht unwesentlih hinter dem Ertrage der einlese im Jabre 1902 und 1901 zurü>, wo 41 440 000 hl und 44 180 000 h1- Wein gewonnen wurden. Der Anteil der einzelnen Diftrikte an der Weinernte der leßien drei Jahre ist in der nachstehenden Zusammenstellung ersihtli<h gemacht:

Ertrag in 1000 h1

1903 1902 1901

leittiont E s 2 800 5 370 6 130 d E S 1550 1995 2250 Bene V 1920 2 270 3 000 Zig L E 200 370 420 Gla S 3 230 3415 4 940 Marken und Umbrien. 3000 3945 4 500 OSCARA E 3100 4210 4985 Lat 2E 1440 1 600 1 150 Sibi 6430 9 370 7200 Südwesten 5 060 4 100 3 500 Slilllen «R 3 960 3 180 4155 Särdintet 2410 1615 1 950 Summe . . 35100 41 440 44180.

(Gazzetta Ufficiale del Regno d’Italia.)

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Nach längerer Unterbrehung wurde am Mittwoch die Reihe der Konzerte, welche die Königliche Kapelle zum Besten ihres Witwen- und Waisenfonds zu veranstalten vflegt, im siebenten Symphonieabende fortgeseßt. An der Spiße des Programms stand Mendelssohns Musik zum „Sommernachtstraum*, die, mit herr- lichem Klange und größter Vollendung zu Gehör gebracht, den Zuhörern sichtlich großen Genuß bereitete. Hieran reihte sich Shumanns D. Moll- Symphonie Nr. 4 (Op. 120), die wohl selten zu glei< {wungvoller und abgerundeter Wiedergabe gelangt ist wie dieses Mal. Da war eine Klangsönheit in der Ausführung, eine Frische und Lebensfülle, daß man ine helle, ungetrübte Freude daran haben konnte, umsomehr,

Aufführung von „Carmen“

als Herr Weingartner in dankenswerter Weise wischen den einzelnen Säßen, den Vorschriften des Komponisten folgend, keine ausen machte, sondern ein abgeschlossenes Ganzes bot und somit die timmung nit F ließ. Eine glänzende Neuheit brate bas E in Hugo Wolfs Bea be ies einer symphoniscen ichtung, zu der der Komponist aus dem glei(nämigen Trauerspiel Heinrih von Kleists die Anregung empfangen hat. Es ist dies ein ZTonstü> voll intimer Poesie, in dem Lisztshe Ausdru>ksweise vor- herrs{<t, ohne daß dadur die Eigenart des Komponisten beein- trälhtigt würde. Üeberall bli>t vielmehr sein gewaltiger, s<öpfe- rischer Dichtergenius hervor. Freilih fordert das Ganze wegen der vielen Kleinmalerei vom Hörer große Aufmerksamkeit und nicht geringe geistige Anstren ung, aber das spriht jedenfalls nit egen den Wert des Werkes. Bemerkenswert an ihm ist be- onders der flotte Wurf, der übersichtlihe Aufbau, die Frische und Gesundheit, die aus dem Ganzen spricht, von der großen Geschi>klikeit in der Verwendung der orcheftralen Mittel ganz zu s<weigen. Mit dem Vortrag des außerst Ee Werkes boten Herr Weingartner und die Königliche Kapelle eine irtuosenleistung ersten Nanges, und wer mit re<ter Sammlung gelausht hat, wird einen na haltigen Eindru> davongetragen haben. Den Schluß des Programms bildete L mit ungewöhnliher Feinheit ausgeführte Ouvertüre zu «Cgmont“.

Im Königlichen Opernhause wird morgen, Sonntag! „Mignon“ von A. Thomas wiederholt. Die Damen Deitinn, Kauff- mann, dieHerren Jörn, Hoffmann, Herter, Nebe, Krasa sind in den Haupt- rollen b:\{<äftigt. Professor Schlar dirigiert. Am Montag findet eine mit Frau Goetze in der Titelrolle statt. Die Damen Dietrich, Parbs, Lieban-Globig, die Herren Philipp, Bertram, Berger, Wittekopf sind in den Hauptrollen bes<häftigt. Dr. Mu> dirigiert. Im vierten Akte tanzt Fräulein Dell? Erg.

Im Neuen Königlichen Operntheater geht morgen, Sonntag, „Die Fledermaus“ von Johann Strauß in nachstehender Beseßung in Szene : Eisenstein: Herr Philipp; Rosalinde: Fräulein Nally; Frank : L Berger; Alfred: Herr Sommer; Adele: Fräulein Dietrich; Orlofsky: Fräulein Parbs; Blind: Herr Rückauf a. G. ; Frosh: Herr Müller. Musikdirektor Steinmann dirigiert. Im ¿weiten Akt: Tanzdiverdissement, ausgeführt von den Damen Dell'Èca und Kierschner. j ,

Das Deutsche Theater bringt morgen abend die erste Wieder- holung von Hermann Heyermans friesisdem Bild „Ora et labora

und Maurice; Maecterlin>s satirische Legende „Das Wunder des heiligen Antonius“; beide Stúüde ftommen außerdem am Dienstag, Donnerétag und nächstfolgenden Sonngga gen zur Aufführung; am Montag wird „Novella d’Andrea“ gegeben,

und Sonnabend „Rose Bernd“, Freitag E

Die Weber“

Mittwo i: - Als Nachmittagsvorstcllung ist für morgen „K 9 rifolaiibeg Sonntag Hauptmanns Schauspiel , angeseßt. z ; i L E Theater wird „Waterkant" morgen un ee Sin Borlinex Tb ‘am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, Maria Theresia“ am Montag, Mittwoch und Freitag gegeben werden. Morgen nahmittag wird „Göß von Berlichingen“, näh|ten Sonntag- nachmitkag_ „Ein Wintermärchen“ gegeben. i j «Im Shillertheater 0. (Wallnertheater) wird morgen Nach- mittags „Walleusteins Lager“ und „Die Piccolomini" (4. Vorstellung im 11. Schiller - Zyklus), Abends „Die Wildente“ gegeben. Am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag geht ebenfalls «Die Wildente“ } „ain S Mittwoch und Sonnabend 2 Sönig Lear“ in Szene. Für nächsten Sonntag sind NaHmitiags ,Walenkteing Tod“ (9. Vorstellung im I. Sthiller-Cyklus), Abends Die Räuber“ angeseßt. Das Schillert heater N. (Friedrich Wilhel miädtisch:s Theater) bringt morgen abend sowie am Montag, Vienôtag, Donners-