1904 / 65 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

“E E E n

| aufhören muß. Das ist meiner politishen Freunde Anschauung, daß

wir in diesem Augenbli> an diejer Grenze angekommen, ja darüber viel- leiht hon hinübergeschritten sind. Bei allem Entgegenkommen gegen die Stimmungen und Empfindungen der Katholiken ist eine Grenze für das Ent; egenkommen der Regierung gezogen in der von dieser zu fordernden Rücksicht au< auf die Stimmungen und Empfindungen des andern Teils des Volkes. Dieses Entgegenkommen einer be- stimmten Partei gegenüber darf ih nicht jo weit ausdehnen, daß Frtteinsame kulturelle Güter und Besißtümer preisgegeben werden. ah diesen beiden Seiten hin sind wir an die Grenze gekommen, haben wir diese Grenze überschritten. Von diesem Gesichtspunkt aus will i< die Aufhebung des $ 2 des Je uitengeseges besprechen. Ste werden mir do<h gestatten, ohne eu darüber zu ren was überall als einer der größten Triumphe der katholischen Kirche angesehen ‘wird. Auf die Materie des Geseyes selbst und auf die staatsre<tlihen Dinge, über die ih die Zeitungs- reiber streiten, will ih ni<t eingehen. Man kann über die Auf- ebung des $ 2 verschiedener D I aber wie créllären wir Uns die Bewegung in einem weiten Teil unseres Vaterlandes dar- über? Das ist die symptomatishe Bedeutung dieser Tatsache. In der ganzen gegenwärtigen Lage liegt die symptomatische Bedeutung. Ueber die Grenzen des preußischen Staats hinaus, im Reiche sicht man dies als einen Schritt an, der um des konfessionellen Friedens willen be- denklih ist. Ueber a es, was einer Förderung des Ordens Jesu gleich- kommt, erregt man sich in der Bevölkerung. Warum diese Bewegung ? Aus einer Furcht, der Furcht, daß dur die Stellungnahme das ni<ht gefördert wird, was wir - alle wollen der konfessionelle Frieden. Die Stimmung im Volke isi die, daß man niht weiß, wo denn nun einmal Halt fein wird. Diese Stimmung wird niht dur einige evangelishe Pastoren oder dur< den Evange- lischen Bund erzeugt. Auf diese Stimmang hat die Regierung nicht Rücksicht genommen, nit auf Empfindlichkeit, aber auf berechtigte mpfindungen. Und während dies im Reiche vorgeht, erscheint am 23. Sanuar der Erlaß des. Ministers über die Schulverhältnisse. Dieser Erlaß hebt 6 Erlasse aus den 1870er Jahren auf. Jene 6 Erlasse sind von verschiedener Art und Bedeutung, und einige von ihnen hätten längst aufgehoben werden können; denn manche griffen in der damaligen Kamypfeszeit in innere p ie der katho- igten Kirche ein. ie Aufhebung der ersten fünf Erlasse ist bere<tigt gewesen; aber nicht zustimmen kann ih der Aufhebung des Erlasses über die Sa Wenn wir vorurteilsfrei, ruhig und fahli<h prüfen, so werden wir niht damit einverstanden sein können. Der Wört- laut des Erlasses vom 23. Januar zeigt in seinen Verklau- sulierungen s{hon, daß die Unterrihtsverwaltung selbst pädagogische Bedenken hatte. Es sollen z. B. V’reinigungen nicht zugelassen werden, wenn die Gefahr der Störung des konfessionellen Friedens vors Liegt. Bisher ist die Pädagogik der modernen Beit gegen / jede Schülervereinigung N: man sollte die Schüler von jeder Vereinsduselei fernhalten. Für bestimmte Vereine, für kirhlihe Vereine, soll das niht immer gelten, In der Schule gibt es cine große Vereinigung, das ist die Schule die Klasse, für die alle E eingeseßt werden follen. Alle Schülervereini- ungen müssen ein Momeut der Zersprengung hineinbringen; deshalb nd fie vom pädagogishen Standpunkt aus |<le{<thin zu verwerfen. Gs sollen Schülervereine zugelassen werden, wenn sie {ih ein hohes, ideales Ziel s\te>en oder wenn der Neligionslehrer an ihrer Spiye steht. Wer hätte hier unter uns nicht ein warmes Herz für die Bestrebungen, die Schüler vor sittlichen Gefahren zu bewahren? Aber mit diesem Mittel der Schüler- longregationen das zeigen uns Beispiele im Ausland erreichen wir dieses Ziel niht. Der Religionéunterriht ist das richtige Mittel. Wir erzichen unsere Schüler zu Charakteren, wenn der ganze S@ulunterriht von diesem Geiste beseelt ifft._ Für die Marianischen Kongregationen sollen gerate die besten Schüler aus- erlesen werden, sie sollen die Elitetruppe bildea. Die Stimmen von Maria-Laah versichern, daß einer, der der Kongregation nicht angehört, 20 mal mehr Sünden begehe, daß die Kongreganisten reiner und besser seien und reichliher belohnt würden heißt das die Schüler zur N VeIventetr erziehen? Wenn die Kongreganisten

die“ übrigen Schüler überwah-n sollen, wird dann nicht ein Riß in die Schüler hineingebraht? Stellen Sie fich nur auf einem rein katholischen Gymnasium die Zustände

vor, die fih da herausbilden können, dann werden Sie fagen, daß die Unterrichtsverwaltung sih von vornherein sagen mußte, daß das Ein- vernehmen unter den Schülern auf das. \{limmste gestört werden müsse. Und nun denken Sie an unsere paritätishen Schulen. In welche Stellung geraten die evangelischen Minderheiten in sol<en Schulen? Dann gehören die evangelis<hen Schüler zu den \{ledtesten der \{<ledten!

(Schl des Blattes.) i

Statistik und Volkswirtschaft.

Branntweinbrennerei.

d eststellungen des Kaiserlichen Statistischen Amtes find währerd des Boltehgjahies S in den Brennereien des deutschen Branntweinsteuergebiets an mehligen Stoffen verarbeitet woctes 23 671 754 dz (1901/02: 30883076 dz) Kartoffeln, 1059 AER z Z (1901/02: 1 071 308 dz) Roggen, 1 577 986 dz (1901/02: 1 707 88 j _ Gerste, 708 773 dz (1901/02: 639 186 dz) Mais und Dari, 156 41 L (1901/02: 184 314 dz) L C E un 16 252 2: 13 852 dz) andere mehlîige »

T A 1901/02 7 211 322 dz Kartoffeln weniger zu Brennzwe>en verwendet worden. : E Wie der Kartoffelverbrau<h ih auf die einzelnen Steuecrdirektiy- bezirke verteilt, zeigt folgende Uebersicht :

; Kartoffeln Direktivbezirk Mario eln Direktivbezirk i de s D 1 064 477 Bayern L Velten 2103 186 Königreih Sahsen. 1.070 336 Branden urg -. 4391216 Würltemberg . E E ommern . 3297343 Baden . N Lin 4 824 716 Hel A E lesien, . 3569292 « Meklenburg - N Provinz Sachsen. . 1084055 Thüringen . e Sleswig-Holstein . 14394 Oldenburg « - - L edin A E 635 Ä, es ; 938 661 R ss Hesse Kuau ; 88 343 Elsaß-Lothringen 19 144 Rheinland ° 16 979 Ueberhaupt im Be- ohenzollern 551 triebsjahr 1902/03 23 671 754.

Königreich Preußen - 20 496 555

i ür Arbeiterstatiftik im Kaiserlichen Statistischen Amt de E neue Reihe von Veröffentlichungen begonnen, die Unter dem Titel „Beiträge zur Arbeiterstatistik* erscheinen soll. * Sie ist dazu bestimmt, fol<he Arbeiten der Abteilung aufzu- nehmen, die eine monographishe Behandlung erfordern oder für das „Neichs-Arbeitsblatt* wegen ihres Umfanges nit geeignet erscheinen. er vorliegende erste Band behandelt „die Fortschritte der amtli<hen Arbeitsstatistik in den O AeN Staaten (erster Teil)". Er enthält eine Schilderung der Organisation aller arbeitsstatistisden Behörden in den Vereinigten Staaten von Amerika, roßbritannien und Jrland, Frankrei, Belgien, Oesterreich und im figen Reich und eine eingehende -Besprehung ihrer eröffent- ungen. i

Zur Arbeiterbewegung. onn drohen, wie die „Rh.-Westf. Ztg.“ erfährt, die ata R und Anstreicher mit einem Ausstande zum 1. April. Zur Abwehr wurde am Montag dort ein Arbeitgeber- band gegründet. i 8 Außer dem Ausftand der Schneidergehilfen in Budapest (vgl. Nr. 64 d. Bl.) nimmt dort, wie der „Srkf. Ztg.* telegraphiert wird, ein Streik der Schlosser immer größere Ausdehnung an. Die in der Arbeit verbliebenen Gehilfen bewilligten 49/0 ihres Wodchenlohns für die Auéständigen. Die S rege S zwischen den Ausständigen und den Arbeitgebern werden auf dem Wege der öffent- lichen Plakate geführt. (

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Auf dem Gebiete der hygienis<hen Fors<hung steht zur Zeit in allen zivilifierten Ländern die Shul-und Volkshygiene im Vorder- grunde dés allgemeinen Interesses. Viele Hygieniker haben mit Wort und Schrift in diesen Zweigen der Wissenshaft bahnbrehend gewirkt. Aerzte und Schulmänner haben ihnen gemeinsame Arbeit ewidmet, Regierungen und Kommunalverwaltungen sind eifrig bemüht, solche Arbeit zu fördern. Bei aller Anerkennung der Fortschritte, die in der öffentlihen Gesundheitspflege insbesondere dur die Mitwirkung der Kongresse für Hygiene und Demographie bereits erzielt worden sind, kann man si< do< der Tatsache nicht Ap daß zur Pan L einer gesunden Jugend gerade der Schulhygiene noch viel zu tun übrig bleibt, und daß ihr immer neue Aufgaben erwahfen, um den jugendlihen Organismus zu kräftigen fowie dem Umsichgreifen der Nervosität und einer früh- zeitigen Erschöpfung entgegenzutreten. Derartige Gesichtspunkte find maßgebend gewesen für die Gründung s{ulhygienisher Vereine, so des Allgemeinen deutshen Vereins für Schulgesundheitspflege, der französishen Ligue des médecins et des familles pour l’amélioration de l’hygiène S et intellectuelle dans les ¿coles, der s{weizeris<hen Gesellschaft für Schulgesundheits- pflege, der „Allgemeinen paedagogis< Gezels<hap in Antwerpen“, der Vereeniging tot Vereenvoudiging van examens en onder- wijs in Arnheim, der englis<hen Society of medical officers of schools und des Fachl'omitees der Laar Schulärzte und Pro- fessoren der Hygiene in Budapest. Jn der Erkenntnis, daß Aen ciner hygienis<hen Erziehung bereits im jugendlichen Alter methodis vorgegangen werden wu 4 h inébesondere in der Schule dur vollendete AEPeTpee ge stige Üecberanstrengung und Shwächung der Individualität verhindert werden können; in der Erkenntnis, daß die gedeihlihe Entwk>elung eines Volkes in erster Linie dadur<h gesichert wird, daß es die Gesundheit seiner Jugend besonders während der Schulzeit nah jeder Zang hin stärkt, in der Ueberzeugung endli, daß dur< gemeinsame Arbeit aller Nationen die Aufgaben und Bestrebungen der Schulhygiene wesentlich erleichtert und befördert werden, sehen {ih die Unterzeichneten veranlaßt, internationale Kongresse für Shulbygiene ins Leben zu rufen, die alle drei Jahre tagen. Der erste Kon reß wird

vom 4. bis 9. April d. J. unter dem Protektorat Seiner öniglichen Hoheit des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern Dr. med. in Nürnberg stattfinden.

Der Kongreß für Schulhygiene führt folgende Abteilungen: ygiene der Schulgebäude und ihrer Einrichtungen; Hygiene der JInternate; hygienis<e Untersuhungsmethoden; Hygiene des Unter- ri<ts und der Unterrichtsmittel ; bygtenische faleaveifungen der Lehrer und Schülec; körperliche Erziehung der Schuljugend; Krankheiten und Kränklichkeitszustände und ärztlicher Dienst in den Schulen; Hilfs- \hulen für Schwachsinnige, Parallel- und Wiederholungsklassen, Stottererkurse, Blinden- und Taubstummenschulen, Krüppelschulen; ygiene der Schuljugend außerhalb der Schule; Ferienkolonieen * und Vrganisation von Clternabenden; Hygiene des Lehrkörpers.

Verdingungen im Auslande.

E Spanien.

29. März 1904. Junta de Obras del Puerto de Almeria: Elen Fn R eel fAE B aen R ce, An-

ebote auf spanischem empelpapier. erheitsleistung 546 w. $92 Pesetas. Näheres an Ort und Stelle. As H

Belgien.

29. März 1904, Mittags. Gouvernement rovincial in Mons: Lieferung von Steinsclag für die Provin ialbausseon von Gosfselies nah Fleurus und von Gosselies nah Nivelles. 62/965 Fr. Sicherheitsleistung 6500 Fr. :

14. April 1904, 10 Uhr. Diroction du sorvico apécial de la côte, 1 Square Stéphanie in Ostende: Lieferung und Aufstellung von 6 s an der Abflußschleuse in Ostende. 154 834 Fr. Sicherheitslei tung 15 000 Fr. Cahier des charges Nr. 12 und der Plan für 50 Centimes bezw. 7,60 Fr. in Brüssel, Rue des Augustins 15. Eingesriebene Angebote zum 10. April. -

15. April 1904, 10 Uhr. Direction des ponts et chaussées, 22 Rue Basse des Champs in Gent: Geradelegung des Kanals von Gent no< Brügge. 305 274 Fr. Sicherheitsleistung 21 000 Fr. Cahior des charges Nr. 11 und die Pläne für 90 Centimes bezw. 15,10 Fr. in Brüel, Nue des ins 15.

tächstens. Station Gent-Süd: Vergrößerung des Güter- s{huppens Grand-Rabot. 90 920 Fr. Sicherheitsleistung 9000 Fr.

Nächstens. Börse in Brüssel: Lieferung von Sitz- und Rüken- fissen für Gisenbahnwagen. 16 Lose.

Rumänien.

4, 5. und 6. April 1904, 10 Uhr. Zentralkriegéverwaltung in Bukarest: 100A fg (in verschiedenen L aller für das Budgetjahr 1904/5 ür den Betrieb des Y arinearsenals in Galaß nôtigen Materialien. Die Bedingungen {sind auf dem Kricgbministerium (Marinedirektion V) einzusehen. Bes dingung für die Zulassung zur Submission i die eines von dem Handelsgerichte oder der Handelskammer ausgestellten Zeugnisses darüber, „daß der Mitbietende, beziehungsweise derjeni e, in dessen Namen mitgeboten wird, eine Fabrik oder eine Jndustrie- anlage zum Erzeugnis der angebotenen Materialien be

Siam.

15. August 1904. Verwaltung der siamesishen Eisenbahnen in

Bangkok: Lieferung von 48 erfonenw 128 Gülerwa g Personenwagen, 11 Pa>wagen und

Verkehrsanstalteu.

Zur Beseitigung der Rollbewegungen der Stif fe.

Der Direktor des Germanischen Uoyds, Konsul Otto S@li> in Hamburg, ist jeßt bei seinen langjährigen wissenschaftlichen Studien über die Rollbewegungen der Schiffe zu einem interessanten Er-

gebnis gekommen. Er hat, wie in den „Hamb. Beiträgen“ mitgeteilt wird, einen Apparat konstruiert, der die Schlingerbewegungen der Dampfer in einem Maße vermindert, daß sie praktis in den S Fällen ausgehoben erscheinen. Bei der allgemeinen Sau Schli>ks wissenschaftliche und praktische Leistungen i N C cifter in Fachkreisen genießen, darf au seine neue de eten und Beachtung sicher fein. Das reisende Publikum auf das es s on jeßt {nellsten Schiffen aller Nationen wetß kaum n v0 ähnlicem feine Reisebequemlichkeiten zum G Shli 78 verdankt. Die. besonders

Erfindun : 7 ftörenten Bibrationen, die dos Ardelien der Maschinen im Ggifs PEE ‘Konsiruftion des Masenautgleics beleitigt. Diese Grfindung |

öglicht es, Iu den neuesten S{hnelldampfern die großen Maschinen bis zu | 10.000 Pferdekräften ohne Störung für die Reisenden und ohne be- |

denklihe Beanspruhung des Schiffskörpers laufen zu lassen, während

man vorber {on bei kaum halb so starken Maschinen an einer Grenze der technischen Leistungsfähigkeit angelangt zu sein sien. /

Konsul Schli>k wird zuerst am 24. März in London in der Sizung der Institution of Naval Architects, alo vor den bedeutendsten internationalen Sachverständigen, die Ergebnisse feiner Forshungen dur< Vortrag und Experiment bekanntgeben, und im Anschluß daran wird eine ausführliche De en Sbies erfolgen.

Die Vorrichtung, die an Shiffsmodellen {hon erprobt wurde und demnächst Gef abdibeise in ein altes Torpedoboot eingebaut wird, foll also die Shlingerbewegungen der Secdampfer, wenn au< nicht ganz beseitigen, fo do derart verlangsamen und ihre Wiederholun vermeiden, daß sie den E nicht mehr läftig und kaum no bemerkbar sind. Sie besteht in der Hauptsache aus einem Shwun g- rad von mäßigen Dimensionen, das dur einen elektris<en Motor oder dur<h eine Dampfturbine in rashe Umdrehungen verseßt wird. und dessen unter normalen Verbältnissen vertikale Achse in ces tümliher Weise gelagert ist, sodaß sie in der Mittelebene dés Schiffes eine Pendelbewegung ausführen kann. Ein mit dieser Einrichtung versehenes Schiff wird durch die ständigen raschen Schwingungen des Nades gegen die Einwirkung der We faveau EMERE ge- macht, seine rollenden Bewegungen werden aufgehoben. Da die Vor- rihtung {on bei den kleinsten seitlichen Schwankungen des Schiffes ihre Wirkung energis< äußert, so läßt sie die ortpflanzung der Be- wegungen und ihre Steigerung zu stärkerem Schaukeln gar nit erft aufkommen, während die jeßt üblichen Schlingerkiele hauptsächlih erft bei starken Rollbewegungen abs<wächend eingreifen.

Die Erfindung wurde dur eingehende theoretische Untersuhungen hervorragender Mathematiker, besonders dur< Professor Hir en

München, Feu und als ausführbar und selbst bei srehen 4 wirksam erkannt. Die vom Erfinder konstruierten Modelle bestätigen die Ergebnisse der theoretischen Untersuhungen. Techniker von der Bedeutung des Chefkonstrukteurs der britishen Marine Sir William ee As sih für die weitere Entwi>elung der Ange- egenheit.

Die wissenschaftli<en Tatsachen, die bei dieser Gelegenheit über die eigenartige Wirkung der Schwungräder festgestellt wurden, sind

sehr ant Sie bieten zuglei<h eine rÉlärung für das mehrfah beobachtete verschiedene Verhalten von Rad- und Schraubendampfern beim Rollen und bei Aenderungen in der Fahrtrihtung. Zweifellos i es ein interessantes Zukunftsproblem, wie weit die neue Erkenntnis in der Fs des Schiffbaues verwerten läßt. Besonders für die eineren Trajektdampfer wir denken in erster Linie an die Ver-

bindungen zwischen England und dem nächstgelegenen Festland, wo die Schiffe durch die \eitlihen Bewe ungen (> fri wre: zu leiden haben und fortwährend Tausenden ihrer assagiere eine ganz ungere<tfertigte

bneigung gegen weitere Seereisen mit großen Ozeandampfern beis bringen dürfte ein praktischer Versuch erwünscht und dringlih sein.

Düsseldorf, 15. März. (W. T. B.) Die Stadtverordneten-

versammlung beschloß ‘die Erweiterung des Düsseldorfer

R s und hat zu diesem Zwe>e 64 Millionen Mark einstimmig ewilligt. i

Theater und Musik.

Residenztheater. Im Residenztheater ging gestern der französishe Shwank „Der keusche Kasimir* zum 75. Male in Szene. Die Titels rolle gab wiederum Herr Nichard Alexander, der in den leßten

Wiederholungen des Werks seine Tätigkeit unterbrohen hatte, mit

jenem liebenswürdigen Humor, der über alle jene gewagten und unwahrscheinlihen Situationen, die in Stüten dieser Art stets vorkommen, siegreih hinweghilft. Die sonst von

rau NReisenhofer gespielte Francine wurde von Frau von

ldershausen-Kollendt dargestellt; do< wollte es dieser Künstlerin, die bon ihrem Wirken am Bellealliancetheater no< in guter Erinne- rung ftcht, nicht gelingen, ihre Vorgängerin in dieser Aufgabe zu er- reichen. Shre stattlihe Erscheinung und ihr etwas s{<werer Ton weisen sie auf cin anderes Fah als das der „Salondame“ hin. In den anderen Rollen gefielen wiederum die Damen Léon, Sor er,

rep, die Herren Pagay, Seldene>, Martini und Georg. Ber Abend hatte der Einakter „, Die Empfehlung“ eröffn dessen feine Satire hon früher ‘an dieser Stelle gewürdigt worden ift.

Trianontheater.

* Am gestrigen Abend erzielte die Neuaufführung der beiden Stüdte «Das elfte Gebot“ und „Der“ D nen starken, wohl- verdienten Erfolg. Das. erstere, ein dreiaktiges Lustspiel von Ebmond Sóe, in vorzüglihes Deutsch übertragen von Alfred Halm fefselt ungemein dur sein interessantes, eigenartiges Motiv, den geistvollén Dos die ges<i>teSzenenführung und durch feine, ungezwungene Komik. Im ‘ittelpunkt der Handlung steht Nivolet, der glühende Verehrer der s{önen Frau Therese Valantin, der mit einem aus Gefühls- übers<wang und angeborener Ungeshi>lihkeit hervorgehenden Mangel an Verschwiegenheit alle Welt über seine Liebe und ihre erhoffte Er- widerung aufklärt. Er merkt es selbst ni<t, wie er nur von Therese und den Dingen spricht, die sie angehen. So kommt es, daß die Frau, die er dur< sein Vorgehen kompromittiert und fast lächerlih gemacht hat, fi empört und verzweifelt von ihm zurückzieht. „Ihr verwirrtes Herz su<t nah einem Halt, den fie am liebsten bei ihrem sie vernachlässigenden Gatten finden möchte. a ein berühmter Ar itekt, fühlt si) ebenfalls unglü>li<, weil er den Weg zum Herzen feiner Frau, die er liebt und bewundert, nit fand ; er hofft für beide Teile dur. cine Meins Erlôöfung aus diesem unhaltbaren Zustand. Er hatte geglaubt, dur seine Arbeit ihr zu gefallen, und all die kleinen Herzensbedürfnisse etner jungen, s{<önen Frau darüber unbeatet gelassen. So sind die beiden eigentlih gerade für einander geschaffen, und es bedarf nur einer vernünftigen Aufklärung, um fie wieder zu vereinigen. Diesen Dienst besorgt der E des Hauses, ein Re@tsanwalt, dereigentlih die Scheidung einleiten sollte, aber, wie son öfter, so au hier, seinem Spißnamen der „Weichensteller“ E re macht, indem er die Éntagleisten wteder auf die ri<tige Bahn zurü>führt. Die Aufführang war tadellos und mit Geshma> inszeniert und hinterließ den- besten Cindru>. Herr Junkermann gab mit viel Humor die Rolle des Rivolet, dabei geshi>t die Gefahr der Uebertreibung vermeidend. Entzü>end war Fräulein A in der Ausgestaltung der psycologisch fein ezeichneten Therese. r Lebius fand. ausgezeihnet den Ton des im Grunde liebenswürdigen, von banger Sorge um seine Frau erfüllten Gatten. Ein gewa E due ¿leere E ou wae Herx Tre Bd lie, Marie

as Zusammenfspiel, in : a : i Darn ut einfügte, war fein abgetönt, und reiher Beifall pes den Darbietungen. ; unter e n gleider Weise giliaues as Le darau flo L _ übersedt it a Ma S inn Wie der Vorhang aufgeht, ist es Me von Mat S of Dur das Fenster bre<en cin der Dieb, ein de jcater avalier, und fein

den, E beginnen alsbald zusammenzupaden, ieb aus Philosophie, er hat Bein Aber dieser Dicb i E fue alte, wirklihe Kurist-

ildung und Kun}tgeshma>. ; t ill er dem Museum schenken. Briefe läßt gege ehr Cine fbr Geld ; bringen könnten, liegen, weil es

in is, Briefe zu stehlen. Bei der Arbeit wird er vom Haus- 2 überrascht, und jeßt entwi>elt sh eine fköstlihe Szene. Der Bestohlene, wenn au< mit einem Revolver in der Hand, ist von der Situation und der überlegenen Gewandtheit, mit der der Dieb sofort eine Untérhaltung mit ihm beginnt, so überrascht, daß er jeden Widerstand aufgibt; „man sieht die beiden bald in eisrigem Gespräch mit der Zigarette beieinander ften. Der Cindringling entwielt seine

| Theorien, denen zuliebe er zum Diebe geworden ist. Ale Berufe in

der Welt sind, wie er ausführt, nur ein gut verheimlichtes

Stehlen, und der Ehrlichste ist {ließli der, der fh ofen zu diesem