1904 / 262 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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„worden ist. Auf diesem Gelände sei von Bremen der früher ge-

native steben, < m h NRegierungsvertreter sagt, es handle ni<ht 1 Wenn der rojette, A8 muß i< do< darauf hinweisen,

han besegt und die Batterie B. des Erlungschanforts er- obert hätten. Sie lägen jeßt aber sehr ungünstig auf dem Glacis direkt vor den Forts verschanzt. Jhre Absicht sei, cine Stellung zu gewinnen, die ihnen ermöglichte, die Schiffe aus dem Hafen zu vertreiben. Es wird. weiter be- richtet, die Japaner seien in die Chinesenstadt eingedrungen, wo sie si eiligst verschanzt hätten. Sie sollen 11/4 km von der eigentlichen Stadt eingegraben liegen, doch bedarf diese Nachricht no< der Bestätigung. Ein Berichterstatter erfährt, der A habe zwar General Stössel völlig freie Hand ge- lassen, do<h könne Stössel die Mitteilung darüber nicht über- sandt werden. / E

Dem „Standard“ wird aus Tokio telegraphiert: Am 3. d. M. versammelten sih die ältesten Staatsmänner, die Kabinettsminister und andere hervorragende Bürger der Stadt mit einer Volksmenge von etwa 50000 Köpfen im Parke »ybya. Nach begeisterten Kundgebungen für den Mikado, das Heer und die Flotte wurde eine Resolution angenommen, daß jeder in seinem Berufe nah besten Kräften tätig sein solle, um die Mittèl zum Kriege zu beschaffen, damit das nationale Ziel, wie lange Zeit dazu auch beansprucht werde, er- reicht werde.

Afrika.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ haben die Schiffe der baltischen Flotte hevte Tanger verlassen und sind in Begleitung von zwei Kohlenschiffen und einem Hospital: {if in der Nichtung nah dem Atlantischen Ozean in See

gegangen.

Parlamentarische Nachrichten. (Bericht von Wolffs Telegraphishem Bureau.)

Der Schlußbericht über die gestrige Sißung des Hauses der Nba Tan ctén befindet sih in der Ersten Beilage.

Jn seiner heutigen (98.) Sißung, welcher der Minister des O Rehare A Hammerstein beiwohnte, ehrte das Haus der Nba eordneten zunächst das Andenken des verstorbenen Abgeordneten Gorke (Zentr.), Vertreters des ZBahlbegirto Kosel-Leobshüß im Regierungsbezirk Oppeln, in er üblichen Weise. Î i

E teilte L Präsident von Kröcher mit, daß heute abend um 71/, Uhr die von Seiner Majestät dem Kaiser und König zur Verfügung gestellten Lichtbilder der Marienburg im Sigungssaale für die Mitglieder des Hauses ausgestellt werden

sollen.

ierauf wurde in zweiter Beratung der von den Abgg. Dr. Nt (freifonf) und Genossen vorgeschlagene Geseß- entwurf, betreffend Abänderung des Geseyes über das hristlihe Volks\hulwesen in der Provinz Hannover (Beendigung der Schulpflicht), ohne Debatte angenommen.

Es folgte die erste Beratung des Gesehentwurfs über die Aenderung der Landesgrenze gegen die freie ea Bremen bei Bremerhaven und bei

isherhude, Kreis Achim.

Nach der Vorlage foll zur Erweiterung der Hafenanlagen bon Bremerhaven von den Gemeinden Lehe und Imsum ein Areal von 597 ha an den Staat Bremen abgetreten werden; dafür oll Preußen voa Bremen cin Gebiet von 595 ha von tem an der

îmme in den Gemarkungen Borzfeld-Oberneuland gelegenen und an die preußishe Gemeinde Fisherhude, Kreis Achim, angrenzenden

Gebiete erhalten :

Geheimer Oberregierungsrat Kisker weist darauf hin, daß zur Erweiterung und Vervollkommnung der Hafen- und Verkehrsanstaiten in Bremerhaven zuleßt dur den Staatsvertrag von 1892 Bremen , eine Fläche von 114 ha von dem preußischen Staatsgebiet zugelegt

afene Kaiferhafen weiter ausgebaut und eine Kammerschleuse [r Schiffe ee bin ungen hergestellt worden. Jnzwiscken habe sich ein Bedürfnis na< weiterer Ausdehnung ter Hafenanlagen t ogestellt da die zur Aufuahme der großen, tiefgebenden iffe gehafenen Nußungöflähen si<h als unzureiwend er- wiesen hbâtten und s vielfa<h ein Mangel an Liegepläßen bemerkbar gemaht habe. Diese Anlazen, fuhr der Redner foit, lassen" f< ‘nur dur< Juanspru<hnahme preußischen Gebiets ermöglihen. Der Wuns Bremens, die Anlagen auf eigenem Gebiet auszuführen und untér feiner Hoheit zu behalten, muß als begründet anerkannt werden Die preußische Regierung habe aber dur<h diese Rücksicht si< nit abhalten lassen, der Sache mit fkühlem Blut und [kritishem Bli> näher zu treten. Der vorliegende Vertrag sei tas Ergebnis einer mehrjährigen Ver- handlung. Er babe wiederholt umgearbeitet werden müssen. Die Regierung babe sih auf den grundsäßlihen Standpunkt gestellt, daß von einem Entgegenkommen gegen Bremen nur unter der autdrü>lihen orausseßzung die Nede sein könne, daß die preußisden Gemeinden, die Grundeigentümer, davon keinen Schaden erleiden. Bremen sei in bezug auf die Abtretung des Geländes nit anders behandelt worden als andere deutsche Unternehmer. Es hantle si) hier kcineswegs um uferlose Projekte, sondern nur-darum, für die Entwickelung“ des Hafens in der nächsten

+ Sorge w tragen. dererseits. müsse zugestanden

A - daß Bremen folosso 1 b lasiet sei. G Rg pes ie 8 fl vor

ün e E Ba E sei gelungen, sle

es gefragt worden, und es ; enu gewinnen. Rätselhaft sci nur der Widerstand der Gemeinde Geestemünde, die an diesem Vertrage eigertlih gar nicht beteiligt sei. Preußen habe für Geestemünde au im Etat sehr erhebliche Dpfer

, Auch der Previnziallandtag bon Hannover habe dem Ver- ebr gestimmt. Nach alletem sei zu offen, daß der Landtag dem wohlerwogenen rtrage seine Zustimmung geben werde.

Abg von Pappenheim (konf): Jch beantrage namens meiner Freunde, den Staatsver:rag mit Bremen einer Kommission von 14 Mitgliedern zur Vorberatung zu überwcisen. Dort werden

cdenken, die ih gegen den Vertrag habe, ihre

5 hoffentlih man © Eg y x Erledigung fiaden- Die Begründung, die für den E

j igt nah meiner Ansiht durchaus nicht, ire: ie: die Interessen der preußischen Gemeinden ‘r dem Staate Bremen gewahrt sid. És wird erst zu be-

gegenüber dem hie Interessen - prsu ischer Untertanen niht benah- Lilat D Daß es eine Pflicht Preußens ist, au für die Sntere en Bremens als einer großen S einzutreten, er- fenne ih durchaus an. In N S a gegenbee Une

e Umständen freundnachbarliche er 1 staat unter allen diefe Ii Léffillen: - bne SaR IatE Des

ih gelingen, , : und es wirb Poffe! Minen Untertanen zu benadhteiligen. Ie i er-

Ï Tre gwungen sind, Unse insofern ‘eine s{<wierige, als wir vor der

/ ings Lage ift E BVertrag entweder ju genehmigen oder. abzulehnen.

uferlose x ü ten 50 Zahre vorgesorgt werden soll, während n Heber fue Me t elossenen Staatsverträgen ter eitraum kürzer be- messen war. Durch die Vertiefung der Untetweser hat zweifellos eine Dersdiebung in den Veikchröverbältnissen stattgefunden, oder sie steht

noch bevor. Diese Vertiefung bis v 1 hat zur Folge gehabt, daß

transozeanishe Schiffe ihren Verkehr direkt mit Bremen betreiben.

Wenn die Vertiefung bis zu 8 bis 9 m fortgeseßt wird, so wird natürli< Bremerhaven in seiner Entwi>kelung no< mehr zurü>bleiben als jet. Bremen bebauptet, für seine Gebäude an den betreffenden Stellen keinen Plaß mehr zu haben, es soll aber do< im leßten Monat noch verkauft haben Bremen ist e am besten in der Lage, seine Leistungsfähigkeit zu beurteilen. Die Herren sind viel zu gute Kaufleute, als daß sie unvorsichtig si< zu weit vor- wagen. Wenn der Regierungsvertreter sagt, remen sei foloffal belastet, so handelt es si< do um pyroduktive Schulden für die Amortisation der Vertiefung der Unterweser, für die Errichtung der Hafenaulagen usw., die das Ersiaunen und die Bewunderung der ganzen Welt erregen, und es ist zweifellos, daß diese Anlagen zum Teil schon jeßt, jedenfalls aber später rentieren wecden. Bremen weiß ganz genau für sih selbst zu sorgen, und es hat auh in der Vergangenheit das in der ausgiebigsten Weise getan. Gewiß sind die Gemeinden vorher gefragt worden, und ih habe die größte Achtung vor der bewunderungëwürdigen Geschili@feit, mit der unsere Veiwaltungsorgane die Gemeinden von den kolossalen Vor- teilen überzeugt haben, die sie von diesem Vertrag haben sollen. Wenn ih nicht davon überzeugt worden bin, fo liegt dies vielleicht an mir, uvd hoffentli< gelingt es in der Kommission, mich zu überzeugen. Immerhin muß ih fagen, daß die begleitenden Umstände der Einwirkung auf die Gemeindevertretungen mir zu ernsten Bedenken Anlaß geben. Darüber jeßt schon vor Der Oeffentlichkeit Kritik zu üben, is niht an der Zeit. Tem Regierungsvertreter ift es ein Rätsel, wie Geestemünde , das an diesem Vertrage nicht beteiligt sei, behaupten könne, daß es dur den Vertrag in feiner Eristenz beeinträchtigt werden solle. Für mich und, ih glaube, für viele andere ist das keis Rätsel. Geestemünde ist doch eingeshnürt von Bremerhaven auf der einen und von Lehe auf der anderen Seite, und es ist dur< die Entwi>kelung des Stiffahrts- verkehrs auf der unteren Weser in den leßten Jahren ganz kolossal ges{ädigt worden, da sih der Schiffsverkehr nah Bremen gezogen hat. Ob Bremen in dieser Beziehung seinen eingegangenen Verpflichtungen nachgekommen ist, ist doch sehr fraglih; Geeslemünde hat insbesondere eine {were Schädigung seines Holzmarktes erfahren Der Beschluß des Provinziallandtags kann _niht maßgebend sein. Die Zustimmung erfolgte unter bestimmten Vorausfeßungen, die ni<t erfüllt find. Die Verteilung der Steuerlast gibt zu den größten Bedenken Anlaß. Es is nicht unmöglich, daß die fteuerkräftigen Personen si< im bremishen Gebiet niederlassen werden, während den preußischen Steuerzahlern die stärkere Last zufällt. Wegen aller dieser Bedenken muß die Vorlage in der Kommission eingehend geprüft werden, Und wir behalten uns die Stellungnahme gegenüber diesem Vertrage vor, bis wir in der Kommission die nôtige Aufklärung gefunden haben.

Abg. Meyer- Diepholz (nl): Die Vorlage muß von dem Gesichtspunkt aus geprüft werden, pes der Staat Bremen in feiner Bedeutung für die deutshe Schiffahrt gefördert wird, daß aber au andererseits die Interessen preußisher Landesteile volle Wahrung erfahren. Dies ist der Standpunkt meiner Freunde. Der hannovers<he Provinziallandtag hat si<h eingehend mit der Frage beschäftigt. Cs regnete Petitionen in dieser Angelegenheit, also muß do< etwas Bedeutendes vorliegen, und das ist auch der Fall. Im nationalen Interesse, im Interesse der Schiffahrt und des Handels ist es allerdings wünschenswert, daß in dem abgetretenen Gebiet S enanlogen entstehen, die würdig und ausreichend find. Aber wenn auch die Interessen Bremcns nicht von denen Deutschlands und Preußens zu treanen find, so muß doch andererseits ernslhaft dafür gesorgt werden, daß preußische Landeéteile niht einen Schaden erleiden, und es ist nicht zu verkennen, daß dies der Fall sein kann. Es ist fraglich, ob die Vortcile, die für die abzutretenden preußischen Gebietéteile in Autsiht stehen follen, wirkli< eintreten, und ob namentlih die eine Million Mark, die Lehe für Schulzwe>e von Bremen erhalten soll, ihm wirkliGh zugute fommt. Es herrs<t wieder einmal die Empfindurg, daß der Staat Preußen Bremen gegenüber von sehr großer Zuvorkommenheit ist und die preußischen Interessen hinter die An)prüche Bremens zurücktreten. Ich empfehle die Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern.

Mbe Reinhard (Zentr.): Auch namens meiner Freunde muß ih die dcfinilive Stellungnahme vorbehalten, kann jedo< erklären,

daß wir der B nicht A Gee D bereit, remen alles das zu bewilligen, a L eia e Hafen auszugestalten für die

erforderli ist, um seinen ne cie Entwf>elung der Handvelsflotte. Wir find au< im ea a Herrn von Pappenheim bereit, auf eine kurze Frist für die Vollendunz der auten zu verziblen und dem

Staate Bremen die Frist von 50 Jahren zu genxähren. Es

ist erflärlih, wenn Bremen so viel Gebtet zu erwerbén sucht, daß es auf absebbare Zeit ausreiht. Wir würden au<h geneigt sein, da si<- die Gemeindevertretung von

Lehe damit einverstanden erklärt hat, au<h das erforderlihe Be- bauungegelände, ni<t nur das Gebiet für die Paten abzutreten. Troy alledem haben au< wir {were Bedenken, ob - der Vertrag die Rechte der preußishen Gemeinden, die wir do<h in erster Stelle zu vertreten haben, in genügender Weise wahrt. Die Garantien, die der bannovershe Provinziallandtag gefordert hat, find ni<t in vollem Umfange gegeben. Insbesondere ist uns be- denklich, daß in dem Hafengelände Hilfsbetriebe ohne jede Ein- <ränkung zugelassen“ werden sollen; denn was Hilfsbetriebe nd, darüber kann man zweifelhaft fein, und wir werden eine Etn- shränkung darin erreihen müssen. Es fragt _sih auch, ob nit die von Bremen zu zahlende Million Mark die Stadtvertretung von Lehe zu Schritten verleiten kann, die später bereut werden könnten; denn die Zablung einer Million sür Schulzwe>e ist eine kühne Idee. Die Arbeiter werden na< wie vor in Lehe wohnen, und dieses wird Schul-“ und Armenlasten zu tragen haben, und was wollen dann die 35 000 M jährlicher Zinsen von der einen Million bedeuten? Größtes Gewicht lege ih darauf, daß au< von Geeste- münde große Bedenken gegen die Vorlage geltend- gemacht sind. Man hâtte A die Kreisvertretungen fragen sollen; denn es kommen hier auch die Interessen tes Landkreises Lehe in Frage, der z. B. enorme Wegelasten zu übernehmen haben wird. Wir wünschen dringend, da unsere Bedenken in der Kommission zerstreut werden mögen, und da es gelingen möge, den Geseßentwurf zur Annahme zu bringen. Wir find au der Ansicht, daß es besser ist, eine Kommission von 21 Mit- gliedern dafür zu bilden

(Schluß des Blattes.)

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Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Die Berliner Kanalisationsarbeiter im Verbande der städtishen Arbeiter beschlossen, der „Voss. Ztg.“ zufolge, in einer allgemeinen Versammlung, eine Bittschrift an die \tädtishen Behörden zu rihten, in der sie um Berücksichtigung ihrer Cingabe vom August d. J. ersuchen. Zugleich mit dieser ittshrift werten den Behörden uno folgende Forderungen zur Bewilligung unterbreitet werden : Lieferung von waschecten Dienstanzügen für Kanal- und Bassinarbeiter, Dru>ro| asts Kohlenkarrer und das Maschinenpersonal; An- schaffung wasserdihter Jacketts qus Leder; Bezahlung der Ueberstunden. In Eisenach hzben gestern morgen, wie die „Tagespost“ meldet, sämtlihe Schmiede der Fahrzeugfabrik Eisenach die Arbeit

niedergelegt. Der Grund“ hierzu sei die angebli ungere(tfertigt Entlaffun zweier Arbeiter aus der Scbmlebeebtellng pas Tee. L Zur Ÿ d R in Amerika erfährt A Es B.*, daß der Ausstand der Förderschalenmannshaften in den Kohlen- gruben des Bezirks Springfield (Illinois) beendet ist, und-da die Baumwollfabrikanten von Fall River Massachusetts | und ihre Arbeiter in einer gestern abgehaltenen Pr zu einer Einigung gelangt sind, sodaß der Ausstand in den Fabriken | bald aufhören dürfte,

Theater und Musik.

Neues Königliches Operntheater.

Otto Ernsts fris<e Schulkomödie „Flahsmann als Erzieher “, die an aiderer Stelle in Berlin {on mehrfa< zur Auf- S ist, erlebte am gestrigen Freitag im Neuen König- lihen Operntheater ihre Erstaufführung. Das Stü> fand cine sehr freundlihe Aufnahme. Wiederholt fanden Beifallskundgebungea bei offener Szene statt, ‘und der anwesende Verfasser wurde am Schluß des erften und dritten Aktes vor die Rampe gerufen. Ohne bei den Vorzügen und Es der Otto Ernstshen Kunst länger zu ver- weilen, die ja au< \{on an dieser Stelle des öfteren besprochen ist, darf sich die Kritik bei diesem sehr bekannten Stú> des V rfassers wohl mit der Beurteilung der Darstellung begnügen, die sehr gut war. Die Rolle des Flahsmann lag in den Händen des Herrn Vollmer, der sowohl den. herrs{<sü<htigen, bes{ränkten Heuchler der ersten Akte, als au<h den in sih zusammensinkenden, überführten Betrüger am Schluß des Stü>es mit den glänzenden Mitteln seiner erprobten Kunst überzeugend verkörpert€ Ihm am nächsten stand Herr Pohl. Er spielte den intelligenten, energishen Schulxrat Prell lebens- wahr und mit Humor. errn Christians war der begabte bofliegende Volksschullehrer Flemning, der ideale Mitte: punkt des Stü>es, zu efallen. Auch er führte seine sympathische Auf,abe gut durch, fiel aber bisweilen etwas zu fehr in den {weren Stil der Tragödie. Mehr Schlichtheit in Sprahe und Gebärde würde der Rolle zum Vorteil gereihen. Von den Nebenrollen, die sih sämtli gut dem Ganien anfügten, sind besonders die Herren Keßler und O E Arlt h is R Brocse>e, zu er- wähnen. Fraulein Ärnstädt fand sih mit der Liebhaberin des Schul- stü>es in S Weise ab. G M

Schillertheater O (Wallnertbeater).

Das Scillertheater, das in seiner Eigenschaft als Volketheater die Jagd na neuen Stü>en niht mitzumachen braucht, sih vielleicht aber au in bezug auf Uraufführungen etwas mehr Zurü>haltung auferlegt, als gerade unbedingt notwendi wäre, hat sih nah langer Died) i folhen ents<lossen: Der gute Erfolg wird möglicherweise die wverantwortlihen Leiter dieser Bühne dazu ermutigen, öfter als bisher mit neuen Stücken, die des Versuhs einer- Aufführung wert erscheinen, hervor- zutreten und einen Teil ihrer Aufgabe darin zu erbli>den, avr<h die Schaffenden zu fördern. Diese leßtere ideale Forderung wurde nun freili< mit dem Stü, das gestern zum ersten Male gegeben wurde, nicht erfüllt, denn es handelte sih um die Veberseßung eines moderien englischen Lustspiels „Die Tyrannei der Tränen“ von E. addon Chambers, deuts< von Bertha Pogfon, die au arries „Quality-street“ der deutshen Bühne zuführte; aber

Pause wieder zu einer

man darf dem Sthillertheater dafür dankbar sein, uns die Bekanntschaft mit einem unterhaltsamen und auch literaris< durhaus ni<t wertlosen auéländishen Werke vermittelt zu

haben, das die Bezeichnung als Lustspiel mit einiger Berechtigung führt. In der Geschichte menschliher oder, richtiger ge- ságt, männliher Schwäche nimmt das Kapitel Frauentränen einen breiten Naum - ein. Nicht allerdings die Trâänen, die den Niederschlag edler Herzenöregungen bilden nit die Tränen, die Perlen bedeuten, sind gemeint, sondern vie Tränen, die dem CEigensinn, der Laune entspringen, bei der geringsten Veranlassung zu Gebote stehen, ja sogar willkürlich) erzeugt werden können und eine der gefährlihsten Wzffen herrs- süchtiger Frauen sind, weil es so viele Männer gibt, die eine Frau nit * weinen schen können. Diese Tränen sind es, denen die Hauptrolle in Haddon Chambers' Lustspiel eingeräumt ist, sie haben den darin geschilderten Schriftsteller Parbury, der einst ein flotter, lebens[ustiger Bursche war, völlig unterjoht, ihn seinen Ae entfremdet und zum Stubenho>ter gemacht. Einer nur, der Jahre lang auf Reisen war und nun zurü>kehrt, George Gunning, betritt ahnungslos den ehelichen Kriegsschauplaß; er ist ein kluger, etwas cynis< veranlagter Raifonneur, der die Lage sofort durhsSaut und sih glei< daran maht, mit Stichelreden die kfämpfenden Pateien zur Gntscheidunzós{laht zu drängen. In diesen Kampf wird er aber selbst wider seinen Willen bineingezogen, weil er so unvorsihtig war, sih in die Sekretärin seines Freundes zu ver- lieben, die gewissermaßen das Streitobjekt bildet, weil die eifer- süchtige ne Fran sie aus dem Hause jagen will, während ihr Mann si< auf Gunnings Veranlassung ‘dem widerscßt und zum ersten Male ihren Tränen troßt. Schließlich versöhnen sih die Ehe- atten unter beiderseitigen Besserungsbeteuerungen und Gunning, der hefeind, verlobt sih mit der Sekretärin. Ein ganz vortrefflicher Dialog, der im ganzen auch von der Uebersetzerin gut wiedergegeben ist, verleibt der einfachen, eiwas dünnen Handlung die Würze. Gespielt wurde von den Damen Bro> und Wasa, von den Herren Klein-Rhoden, Hübener und Ziegel unter der bewährten Regie Woldemar Nunges ausgezeichnet. A die kübshe und gediegene Ausstattung des Zimmers, in dem sich alle vier Akte abspieleo, verdient Anerkennung.

Im Königlichen Opernhause geht mor en, Sonnta „Manon“, Oper von Massenet, mit Fräulein Farrar it der Titelrolle in Szene. Den Chevalier des Grieux singt Herr Naval, den Grafen Herr Bachmann, den Leêcaut Herr Hoffmann. In den übrigen größeren Rollen sind die Herren Lieban, Krasa, die Damen Dietrich, rh Volt beschäftigt. Der Kapellmeister von Strauß dirigiert. Am

ontog wird an Stelle der angekündigten Aufführung der „Meister- singer von Nürnberg“ _«Figa108 Hochzeit*, in den Pauptroles mit den Damen Plaichinger, Herzog, Rothaufer, Lieban-Globig, Volt, den Herren Hoffmann, Knüpfer, Nebe, Lieban, Krasa, Philipp beseßt, gegeben. Musikalischer Leiter der Oper is Dr. Mu>. Die Rü>knahme der für die ,Meistersinger“ e Billette erfolgt morgen, Sonntag, an der Vormittagskasse, am ontag an der Vor- mittags- und Abendkasse, und zwar an dieser bis zum Beginn der Vorstellung. Später eingereihte Billette können ni<t mehr an- E D Ut Thoat s b m Deu en eater wird morgen abend sowie am - tag und Mittwoh „Dagland“, am Freitag sowie auh E am näâhsten Sonntag, Nachmittags, das Drama „Kettenglieder“ E Gu let E R Sonnabend und Sonntag Don arlos" gegeben. Die Aufführungen von „Do B i iántlid Thon um 7 Ube g n Carlos* beginnen

Im Berliner Theater wird morgen „Im bunten Ro>*, am

ienstag „Alt-Hetdel-

Montag und ‘Donnerêtag „Zapfenstreih“, am D Am Mittwoch findet die Erstaufführung von eSol-

baten Eau l

aten“, auspiel in vier Akten von Leo Walter Stein und Ludwi

Heller statt, Wiederholungen des Schauspi 3 s

abend und nächsten Somilag N E M Le S Der Spielplan des Lessingtheaters bringt Wieder-

holungen von „Florian Geyer“ außer morgen abend no am Me und Donnerstag nächster Woche. „Traumulus wird am Montag, Mittwc< und Freitag gegeben, Am

„Die Siebzehn-

Sonnabend geht Max Dreyers neues aufpiel jährigen* zum ersten Male in Szene Eg, am nächstfolgenden Sonntagabend wiederholt. Als Nachmittagsvorstellung w rd morgen „Rosenmontag“, am nächstfolgenden Sonntag: „Rose Bernd“ gegeben, Im Schillertheater O. (Walluertheater) wird morgen “e mittag das Lustspiel „Tie—Kinder der Exzellenz“, M ae Behantlung* von Dreyer geaen s Dae tt- grubers Bauernkomödie * eipid Die Tyrannei der Tränen“

woh und Freitag das f rs wiederholt. Am Donnerstag gehen

ür S P Gbambers wied „Wallenstcins Lager a „Die Se wel<e Vorstellung am Sonnabend wiederholt

iccolomini* in ¡ wiet ; n Sonntag ist Nachmittags „König Lear“, Abends "Die Gobhstadi f angeseßt. Auf dem Spielplan des Schiller - {heaters N (Friedrih Wilhelmst. Theater) erscheint morgen na<mittag „König Lear“, Aberds das Lustspiel „Krieg im rieden“, das am Dienstag wiederholt wird. Am Montag onnerstag, Sonnabend und nächsten Sonntagnachmittag finden Auf-