1904 / 264 p. 9 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

D 9 S E E LLIEERS

“bon “Sha. Julius von Klever.

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

Literatur.

Der Treppenwiy der Weltgeschichte. Geschichtliche e Entstellungen und Erfindungen, gesammelt von W. L. ertslet. Sechste Auflage, bearbeitet von H. F. Helmolt. Verlag von Haude u. Speèner, Berlin. (4 4) Der Verfasser dieses viel- gelesenen, interessanten Buches war von Hause aus kein Historiker. Seine umfassende Belesenheit, die ihn au zu einem geshäßten Mit- arbeiter an Büchmanns „gefthgelten Worten" machte, seine Sprach- kenntnis und sein kritisher Sinn befähigten ihn wohl, die historische Ueberlieferung der Kulturvölker kritish auf ihre Wahrheit zu prüfen. So entstand, von dem Sammeleifer Hertslets gefördert, diese um- fangreihe Schrift, in der das Anekdotenhafte in der Geschichte auf seinen wahren Gehalt geprüft und zerlegt wird; niht nur die Legenden des Altertums, die der antike Geschichtsschreiber seine Historien aufnahm und der Dichter poetis< verwertete, sondern auh die Ueber- lieferungen der neuen und neuesten Geschichte, die ein historisches Begebnis au< gern mit einem besonders akzentuierten Schluß- effelt, den einzelnen Helden mit besonders <harakteristis<hen Aeuße- rungen zu zeidnen pflegt; wobei es si<h dann auch hier zeigt, daß die neuere Dichtung, genau wie die alte, als die erfolgreihste Ver- breiterin einer irrtümlihen Auffassung von geschichtlichen Begebenheiten und historishen Persönlichkeiten zu gelten hat. Daß die Geschichts- überlieferung in einzelnen Fällen den Tatsachea nicht entspricht, pflegt schon heute im Unteriiht wo es sih um die Unterklasse handelt, meist re<t überflüssigerweise den Schülern nahegelegt zu werden, z, B. bei der Heldensage der Griehen und Nöômer; in der en Geschichte dann z, B. gelegentli<h der Besprehung der Jungfrau von Orleans und der Befreiung der Schweiz (Wilhelm Tell). Der Verfasser zeigt nun, raf es um viele andere angebliche Geschichtsbegebenheiten nicht besser bestellt ist; dabei mag dahingestellt bleiben, ob sein kritisher Eifer in Einzelfällen niht zu weit geht. Jedenfalls aber ist das Buch interessant und lesenswert. Die vorliegende 6. Auflage hat der Historiker H. F. Helmolt bearbeitet. : :

Hübners Geographisch-statistishe Tabeilen aller Länder der Erde. 53. Ausgale für das Jahr 1904, herausgegeben von Professor Dr. Fr. von Juraschek. Verlag von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. Preis der Buchausgabe 1,50 4, der Wandtafel- ausgabe 0,60 A Das Werkchen macht dem großen ublikum die wichtigsten statistishen Zahlen in klarer, übersichtliher und fnapper Form #ugängig. Ein reiches Material wird auf dem gecingen Naume diefer Tabellen geboten. Man findet darin die notwendigsten Angaben über

evölkerung, Verfassung, Finanzen, Heerwesen, Flôtte, Handel,

erkeh18weten usw. In der neuen Ausgabe is der wa senden Bedeutung, die den folonialpolitishen Fragen zukommt, entsprechend der Behandlung. des überseeishen Landbesipes der beiden großen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien, ein erweiterter Raum zugewiefen, wodur die Darstellung dieser wichtigen Gebiete an Ausführlihkeit wie Uebersichtlichkeit wesentlih gewonnen hat. Zur Beleuchtung des auswärtigen Handels des Deutschen Reichs ist eine Uebersicht der wichtigsten Bezugs- und Absaßländer, sowie der Menge und des Wertes der wichtigsten Ausfuhrwaren des Deutschen Reichs im Jahre 1903 eingefügt. Der Tabelle über die Nationalitäten in Euroya entnehmen wir, daß 127 788 000 Germanen (= 832,1 9/6 der Gesamtbevölkerung Europas) 120 611 000

laven (= 80,3%) und 108120000 Romanen (=- 27,2 9/0) gegenüberstehen. Die drei Hauptrassen halten si< dem- nah ziemli<h die Wage. Von den einzelnen Nationen sind die e mit den MNuthenen 82,9 Millionen (20,6 9/ der G-samtbevölkferung) am fil vertreten; fast A EA an Stärke ns die Deutschen mit den Holländern und Vlämen, sie zählen 77,1 Millionen (19,4 9/0). arauf folgen die Franzosen mit den Wallonen 41,3 Millionen (10,4 0/9) und die Engländer mit 40,3 Millionen (10,1 %/). An fünfter Stelle kommen 337 Millionen p 0/0) Italiener, an sehster 23,9 Milltonen (5,9 9/6) Spanier und

ortugiesen, an siebenter 17 Millionen (4,3 9/5) Polen. Es gibt erner 10,4 Millionen (2,6 9/0) Skandinavier, 9,6 Millionen G 9/0) Dako-Rumänen, 8,9 Millionen (2,3 9/90) Magyaren, 8,2 Millionen 2,1%) Ishehen. Von den kleineren Völkecn find no< 8 Millionen

roaten und Secben, 6,3 Millionen finnishe Völker, 6,1 Millionen Türken und Tataren, 4,4 Millionen Griechen, 4 Millionen Bulgaren und 4 Milltonen Littauer und Letten zu nennen. Nicht wenigstens |prachli< assimilierte Zsraeliten (in Rußland und dea Balkanländern) gibt es 5,7 Millionen. Bemerkenswert ist, daß in Europa (auf den drei süd- lichen Halbinseln, in Ungarn und Rußland) no<h 795 000 nicht sprach- lid assimilierte Zigeuner leben, und daß 5000 Neger ih n diesem Erdteil niedergelassen haben. Die ver- schiedenen Konfessionen sind m uenpa, E D

. ins = e reten: 178,6 Millionen Bewohner ( is@-tatholisch, 98 Million

sind rômis<h-, griehis<- oder armeni (24,6 9/0) A Es 1634 Millionen (26 9/9). orientalis<e Christen

(Griechis{-Orthodore und griehis-ortentalishe Sekten), 8,9 Millionen (2,2 dio) Israeliten: 8,3 Millionen (2,1 9/60) Mohammedaner, 0,7 Millionen Andere und Konfessionslose. Von Interesse ist auch das Wachstum der großen Städte: Im Jahre 1880 waren in Europa 287 Städte mit ebr als 40 000, îm ganzen mit 39 772 954 Ein- wohnern; 20 Jahre später, im Jahre 1900, ist die Zahl dieser Städte auf 468, ihre Gesamteinwohnerzahl auf 67 422 886 angewachsen.

Von dem im Verlage von Karl Heymann in Berlin er- s{einenden Taschenkalender für Verwaltungsbeamte, heraus- egeben von Dr S Mt ilie, Geheimem Regierungsrat und Pro- Lor, und Dr. E. Petersilie, liegt der Jahrgang 1905 vor. Der Kalender hat sih als vorzüglihes und zuverlässiges Nachschlage- und Handbuch bei den Behörden und den einzelnen Beamten so ein- gebürgert und seine Vorzüge sind an dieser Stelle wiederholt hervor- ehoben, daß cs nur eines kurzen Hinweises auf sein Neuerscheinen Beda: Dem noah dem Stand vom 15. Oktober d. J. redigierten Kalender ist wie in den Vorjahren als besondere Beilage ein Notiz-

buch beigegeben; er kostet 3 6 has Mön der im Verlage der I. G. Cottashen Buchhandlung in Stuttgart und Berlin erscheinenden Jubiläumsausgabe sämt- liher Werke Goethes liegt der 19. Band vor, der den ersten Teil von Wilhelm Meisters Wanderjahren enthält, zu denen Wilhelm Creizenah Einleitung und Anmerkungen verfaßt hat. E Von der von demselben Verlage veranstalteten Säkular- ausgabe von Schillers sämtlihen Werken ist der zehnte Band, den zweiten Teil der Uebersezungen- enthaltend, ershienen. Er {t mit Einleitung und Anmerkungen von Albert Köster versehen.

eder Band kostet 4 1,20.

Kurie An egen neu ershienener Schristen, deren Besprehung vorbehalten bleibt.

üstrin. y Ferdi d Runkel. Titelgemälde Cüstrin. Roman von Ferdinan 7 fn A ee

Alfred S

all. ; ; Wellington bei Talavera. Von Karl Bleibtreu. 2

Berlin W. 57. Richard E>kstein Nachf. (H. Krüger).

Cromwell bei Marston Moor. Von Karl Bleibtreu. 1 A Berlin W. 57. Richard E>kstein Nachf. (H. e He

Mozarts leßte Lebensjahre. Eine Künstlertragödie in drei Bildern. Mit einleitendem Vorwort und einem Nachwort vou L. Mirow. 1,50 A Leipzig, Richard Wöpke. /

Berlin, Dienstag, den $8. November

1904.

(E E E

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungsmaßregeln.

Stand der Tierseuchen in Oesterreich am 31. Oktober 1904. (Nach den_vom K. K. österreihishen Ministerium des Innern veröffentlihten Ausweisen.)

Maul- Roß Schwei und Milz- | Lungen- Rausch- | -Notlauf | Schweine- / d | Poken | Räude est | Bläschen- Länder Klauen- | brand seude u der - Tollrout Zahl der verseuhten Orte : 7 ; j | : Niederösterreih .. 7 5 H 9 | S4 | Det P ea 3 Saliburg S —M= S = s E s E etermati 5 4 I g | | Klienten _— i 5% E E c Ar A S E 1 S E E Küstenland : 2 E S 9 2 S T p aa e S Se j —_— An E 92 | E i S E | E F S _— 2 Á | 2 2 mene A S | F 1 | j c Mähren 44 8 E 1 2 3 E È 2 t Ms E | -- S t —_ | 3 | E Sz 2 Alten A 1 A Fes Bukowina - |— 3 S “in | é “:] 2 s = S Dalmatien . S S A Stand der Tierseuchen in Ungarn am 26. Oktober 1904. (Nach den wöchentlihen Ausweisen. des Königlich ungarischen Ad>erbauministeriums.) Roß- Maul- | s ; Rotlau e Wut Siriite eret Blattern Bc Näude der f S@{weine- wurm seuche | ausflag Schweine | leuhe Zahl det verseuhten Orte. ...... 19 41 34 258 33 | 7 110 | 443 1109. Der Ausbru< der Maul- und Klauenseuche unter | Wasserleitung. Für den besten Entwurf ift ei eis von 10 Ueberstände-Schweinen ist dem Kaiserlihen Gesundheitsamt gemeldet | ausgeseßt. S s E n O RE

vom Viehhofe zu Breslau am 6. November 1904.

Verdingungen im Auslande.

Italien.

14. November 1904, 11 Uhr. Generaldirektion der Arsenale in Spezzia und Neapel: Lieferung von eisernen Nägeln und Bolzen. Anschlag 40000 Fr. Sicherheitsleistung 4000 Fr. Endgültiger Zuschlag am 6. Dezember, Mittags.

31. Dezember 1905. Einrethung eines Entwurfs zum Bau einer

Portugal (Insel Timor).

Neuverpachtung der Petroleumquellen in Pualaca, Tal Mota Motingue, bei Lahubar (Insel Timor): Für die Zeit von 6 Monaten werden Angebote von dem portugiesishen Marine- und Kolonten- ministerium in Lissabon nah den dort einzusehénden Bestimmungen S Die portugiesishe Regierung behält si< eine Besteuerung des ausgeführten Rohpetroleums und der Destillations- produkte vor, deren Betrag niemals unter 157 Reis für die Tonne sein darf. Das Königliche Dekret vom 20. September d. F. (Diarió do Governo Nr. 214 vom 24. September d. I.) liegt beim „Reichs- anzeiger“ zur Einsicht aus.

Handel und Getverbe.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammeng

estellten „Nachrichten für Handel und Industrie “.)

Kohlenversorgung Berlins ünd seiner Vororte in den Monaten Januar bis September 1904.

A. Zufuhr an den Bahnhöfen und Häfen in Berlin |[B. Zufuhr (abzüglich des Versands8) ————————————fanden Bahnhöfen und H äfen Tue a. Empfang E 4 halb des Weichbildes von Berlin®) mit der auf dem b. Versand | Verbleiben Eisenbahn Wasserwege Zusammen G isenbahn Wass Ane Zusammen t t f t | b t t 6 Steinkohlen, Koks und | Briketts x i dle, 7 165 333 818 340 983 12 857 328 126 | / See S|W | L e | M | 08 | 620 | 8019 Lee | 895 7292 20 509 c Oberschlesische A 500 200 180 629 680829 | * 104 729 576 100 189 405 156 358 L 263 Niedersclesishe . . | 224 204 8 745 232949 | 99227 223 722 88 928 8 453 97 381 Zufammen . . . | 806166 570 179 | 1376345 | 127 26: ; Braunkohlen und ( | 127 858 1248 487 371 276 262 011 633 287 P Böhmis<h 933 mise 7) 5 800 15 135 14 15 121 5 Preußische | Briketts | 800 894 606 | 801500 | 1993 | 799507 | 260107 | 197 260 304 u. sächsische] Kohlen . 3147 1578 4725 65 4 660 9 477 1249 10 726 Zusammen . . .| 813 376 7984 | 8213600 | 82072 819 288 275 521 3925 279 446 *) Adlershof-Alt-Glienike, Charlottenburg-G., Köpeni>, Grunewald, Halensee, Lichtenberg - Friedrihsfelde, Nieders<öneweibe

Fohaunisthal, Pankow-Schönhausen, Reini>kendorf (Dorf), Rirdorf, Treptow, Wilmersdorf-Friedenau. -

Großbritanniens Ein- und Ausfuhr von Seidenwarèn eat der ersten neun Monate des Jahres 1904.

Die Ein- und Ausfuhr Großbritanniens in Seidenwaren erreichte während der ersten neun Monate des Jahres 1904, verglichen mit dem gleihen Zeitraum der Vorjahre, nachstehende Werte :

1902 1903 1904 S Ei Ss s N

Seidenstoffe (Broadstoffe). 4242970 5530812 Bänder aus Seide und Satin 2011477 2103184 2296557 Andere Bänder 5 430 2 289 * 1498 Sonstige Seidenwaren . 40822422 83611504 2144792

Zusammen . 10257 361 9959947 9973 659

Ausfuhr:

Stoffe aus Seide und Satin 8357131 411683 388 0 Tücher, Schärpen, Schals. 96 600 101 001 106 Se Bânder aller Art. . 23 183 17 483 28 665 H S L 58 180 63 649 72 654 Andere Waren aus reiner Seide 153 979 166 463 9206 931 Halbseidene Stoffe . : 343 835 311 003 350 869

Zusammen 1032908 1071282 1153183

Wiederausfuhr B S E Waren: C a ÆIO GL3 Bänder aus Seide und Satin 281 886 296 S5 F R Andere S R 5663 - 5004 5 165 Sonstige Se ee 132950 142992 189727 men 836 112 790148 946249.

(Nah Bulletin des Soies oft des Soierioes.) .

Rummelsburg, Schönholz, Spandau, Spindlersfeld, Tegel, Tempelhof,

Stahlproduktion der Verein igten Staat i im Jahre 1903 unter besonderer Berüdiibtigunrs pee Flammherdstahlproduktion. /

Nach einer vor kurzem von der Americ . . T S S a A, e ittuna Lai sich die Gesatt: erd tahl-Ingots und -Gußstü> in den Vereinigten Staaten von A ik E 5 837 789 Tons à 1016 kg gegenüber 5 687 72 Tos fa m gehenden Jahre. Die Erzeugung des J d s t e s 150 060 Tons zugenommen und i di A Gaie C E in der Unton errei<t worden ist Jim t ih ae RON T wo 2230292 Tons Flammherdstaßl hergeben dre 1898, Mehrproduktion 3 607 497 A A per er E

Die Fabrikation dieser Stahlart w i ¿ l urde im Ja 1903 „*- a S in folgenden 17 Staaten ed l Massabuserts, G mee cut, Rhode Island, New York, New Jersey, Pennsylvania, S aware, Maryland, Tennessee, Alabama, Ohio, Indiana, Îllin iéconsin, Missouri, Colorado und California. Zm Zahre 1 verteilte fih die Produktion auf 98 Werke und 16 Staaten. Die A West-Virginia und Kentu>y verfügen zwar über Flamm- beteiligt Während im Jahre 1902 4 496 533 Tons Flammherdstahl du den basishen Prozeß und 1191 196 Tons es he us roe ewonnen wurden, stellte fi< im Jahre 1 d jen mittels des es basishen Verfahrens auf 4741 913 Tons un e

s 1 095 876 Tons. faziren Des tahl hat mithin eine Abnahme

urem r S ge von basisbem Stahl ift dagegen

um 245 380 Tons E \ d basish

Die für die Fabrikation von sauren un en Flammherd-

abl-Ingots und -Gußstü>ken vornehmli< in Betracht laiweiten

E agten der Union waren an der Produktion folgendermaßen be- gt:

fen, haben si jedo< im Fahre 1903 an der Produktion nicht i