1904 / 265 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

i di tsählihsten bleigefährlihen Betriebs- act N E S IAIE L nlichen

Geshlehtes waren in den Jahren

1895 1899 1900 1901 1902

I. Trbeiter M P sem Blei

a. fttenarbdte N Raa: E 200 250 176 186 151 F ; tede, Feilen-

y Ses ¿ A x L S Ai 24 o B f . Kl Cr DIODTLEOCE e

i Sée "Metallarbeiter e C O0 AG O O 21

6. Schriftseßer und Buchdru>er . 32 O O 57 66

1] erde D eshäftigt : A abritatbeiter. «S s s Di O 000 202 020 b. Maler, ‘Mistrelcher, Latierer . 347 460 378 339 399

0 Angehörige an becer es un ä er Be- BE N adere e E 07 980 956 240 170, Du vorstehenden Zahlen für das Jahr 1902 sei no< bemerkt, daß von den 327 E Bbiver iftung behandelnden Fabrikarbeitern 243 in den dem Königlichen Statistishen Bureau zugegangenen Mikt- eilungen als in Bletweißfabriken beschäftigt bezeichnet sind; für 7 ift die Art der Fabrik nit angegeben; 7 sind in andersartigen Fabrifen tätig gewesen. Von den unter III. genannten 170 An - gehörigen anderer oder ni<ht näher bezeihneter Berufe waren 89 nur als Arbeiter oder Tagelöhner bezeichnet; 10 waren Töpfer, je 9 Tischler und Böttcher bezw. Maurer, ebenfalls 9 in anderen als den genannten Gewerben E in wel<hen VBlet- vergiftungen glei wie in diesen nit selten beo achtet werden (Glaser, State Färber, Stellmacher u. dergl. m.). Außerdem waren 33 darunter Angehörige verschiedener anderer Berufe; 2 waren Invaliden; für 9 war fein Beruf angegeben. Die Zahl der Verpflegungs8- tage der 1226 in den Heilanstalten im Jahre 1902 an Blei- vergiftung Behandelten betrug zusammen 28 933, d. i. -im Durchschnitt auf 1 Bebandvelten 24,1 Tag! Von den einzelnen Berufsgruppen haben die höchsten Zahlen der Verpflegungstage aufzuweisen „die anderen Metallarbeiter“, die Klempner, Rohrleger, die Schriftseßer, die niedrigsten die Hüttenarbeiter. Ohne weiteres wird man daraus natürli nit auf ein s{<wereres oder leihteces Auftreten der Krank- beit bei den einzelnen Berufsgruppen {ließen können, da ja auh andere Umstänte von Einfluß sind. So wird z. B. die eei ade dauer bei einer Gruppe, die viel Ledige in thren Reihen zählt, größer fein als bei einer sol<hen mit einer verhältnismäßig größeren ahl Verheirateter, die ihre völlige Wiederherstellung in der Häuslichkeit abwarten fönnen. : L ‘Der céshilverte Rückgang der Bleterkrankungen ist gs dem Erlaß und der Durchführung einer Reihe von geseßlichen Bestimmungen zuzuschreiben, wodur< es den Schädlichkeiten zu begegnen gelungen ift, wel<he die Arbeiter in gefährlichen Betrieben bedrohen. Es find hier hervorzuheben: die Bekanntmachungen des Reichskanzlers, betreffend die Einrichtung und den Betrieb der Buch - dru>ereien undSchriftgießereien vom 31. Juli 1897, betreffend die Ein- rihtung und den Bétrieb von Anlagen zur Herstellung elektrischer Akkumulatoren aus Blei oder Bleiverbindungen vom 11. Mai 1898, betreffend die Cinrihtung und den Betrieb der Bleifarben- und Beizuker fabriken vom 8. Juli 1893 (an deren Stelle nunmehr eine neue Bekanntmachung voi 26. Mai 1903 getreten ist). Die Durch- führung dieser Bestimmungen ist, wie sih aus den Jahresberichten der preußischen Regierungs- und Gewerbetäte ergibt, im allgemeinen eine zufriedenstellende. Viele Arbeitgeber sind freiwillig weit über ihre Verpflichtungen hinaus bemüht, unter Aufwendung niht un- erheblicher Geldsummen die Einrichtungen ihrer Betriebe in gesund- heitliher Hinsicht zu bessern und durch Wohlfahrtseinrihtungen aller Art ihre Arbeiter gegen die Bleigefahr zu süßen. Allerdings würden sich na< Ansicht der Gewerbeaufsichtsbeamten noch zahlreiche Fâlle von Bleierkrankung vermeiden lassen, wenn nit manche Arbeiter Häufig die ihnen unbequemen Vorsichtsmaßregeln außer acht ließen. Sn den Bleifarbenfabriken werden mannigfache / Ver- ri<tungen, die früher mit der Hand ausgeführt wurden, auf mecha- nishem Wege felbsttätig bewirkt; auch findet das elcfcrohemische Ver- fahren Anwendung. Im Verfolge der leßterwähnten Bekanntmachung

1903 i nde—V home worden in bezuz auf die allgemeine Einrichtung und In-

altung der Arbeitsräume und die möglichste Vermeidung der Aa gifligen Bleistaubes; gegebenenfalls ist für dessen Ab- führung Sorge getragen. Der Verbrau von Bleiweiß im Maler- und Anstreicergewerbe hat abgenommen, da man vielfa dazu übergegangen ijt, für das Innere der Gebäude E zu verwenden; bei Außcnanstrihen soll si< das Bleiweiß nit entbe ren lassen.

Die Bestimmungen, welche für ein betreffendes Reichsgeseß im Gutwurfe vorliegen, sollen sowohl _füc den Betrieb des Maler- und anstreiherzewerbes mit seinen vielfah wechselnden Arbeits\tätten e aud) für folie gewerbliche Anlagen gelten, in denen Maler- und L streicherarbeiten im Zusammenhange mit einem anderen s [2 betriebe (Werften, Waggonfabriken, Wagenbauanstalten, R B 2E Tischlereien usw.) ausgeführt werden. Von einem L o F A S Verwendung des Bleiweißes E der En Lu L volkswirtschaftli<en und sozia politischen Gründen 2 Eine Gefährdung der Maler dur bleihaltige Stoffe findet A el einem Teile ihrer Arbeiten statt. Neben ter Entwickelung von blei- haltigem Staube liegt die hauptsählihe Gefahr bei der Verarbeiturig von bleihaitigen Farbstoffen ‘darin, daß die Arbeiter aus Unkenntnit der Schädlichkeit dieser Steffe oder aus Naghlässizkeit nicht genügend darauf Bedacht nehmen, vor dem Essen, Trinken, Rauchen oder SIDA \hnupfen ihre Hände und Kleider von Blei zu reinigen. Der Ent- wurf enthält daher Vorschriften zur Verhütung der Ver- giftungsgefahr, die durh unmittelbare Berührung von tro>enen Bleifarben herbeigeführt wird odec mit dem Anreiben tro>tener Blei- farben mit Oel oder Firnis sowie mit dem tro>enen Abstoßen, Ab- bimsen und Abschleifen von leifarbenanstrihen verbunden ist. Für solhe Anlagen, in denen dies durchführbar ist, wird eine ärztliche NVeberwachung des Gesundheitszustandes sowie die Führung eines Kontrollbuches vorgesehen. Einen wesentlichen Punkt bildet die Be- lehrung der Maler und Anstreicher über die ihnen drohende

Bleivergiftungsgefahr, über die Symptome der Bleierkrankung .

nd über ihr Verhalten gegenüber dieser Gefahr durch ein jedem Arbeiter gutz:bândigeaed vom Kaiserlihen Gesundheitsamt auf- Merkblatt. ; : e Se ven Ta mulatorenfabriken werden die Bleivzrgiftungen hauptsähli< nur no< dur< dampfförmiges Blei verursacht; dagegen find infolge der zwe>lmäßigen Betriebgeinrihtungen fol<e dur \taub- förmiges Blei selten. Ein Ersaß der Bleiunterlagen bürgert si in den handwerksmäßtig N A R wegen des der Arbeiter nur langsam ein. S die meisten Bleihüttenverwaltungen es sich aben angelegen sein lassen, ihre Arbeiter nah Möglichkeit gegen die Beer iftung zu \{üßen, so find do< in manchen Betrie en A Gefundheitsverhältnisse so ungünstig, daß die Bekämpfung der Blei- efähr dur reihsgeseßli<he Regelung des Bleihüttenbetriebes in Aus- <t genommen ist. Die Gewerbeaufsihtöbeamten sind dur<h Erlaß des preußishen Ministers für Handel und Gewerbe vom 28. Dezember 1901 angewiesen worden, die erforderlihen Unterlagen dur<h eingehende s u liefern. } N ben Barieb der Zinkhütten ist cine reihsgeseglihe Ver ordnung unter dem 6. Februar 1900 erlassen wotden. Die B {riften endlih, welhe das Reichsgeseß vom 25. Juni 1887, betreffen den Verkehr mit blei- und zinkbaltigen Gegenständen, über die Verwendung von metallishem Blei, von Bleifolie, welche zum Einpa>ken von Nahrungs- und. Genußmitteln dient, sowie von S tegierungen gibt, haben si< im großen und ganzen bewährt. (Stat. orr. )* L

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sind in den Betrieben weitgehende Verbesserungen vor- D

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der belgishen Bergarbeiter (vgl. Nr. 264 d. Bl.) nimmt, wie der „Voss. Ztg.“ aus Brüssel L gblert wird, zu. Ausständig find die Arbeiter der Kohlenwerke von La Louviöre und Sart-Longchamps, ferner die flämis<hen Bergleute von Ste - Marie la Hestre.

In Fall Niver (Massahusetts) bes<lofsen, dem „W. T, B.“ zufolge, gestern die Baumwollfabri kanten, deren Betriebe seit dem im Juli des Jahres infolge einer 121 prozentigen Lohnherab- fegung auêgebrohenen Ausstande von 25 000 Arbeitern geruht haben, die Fabriken für die Arbeiter, welche die Herabseßung jeßt an- nehmen, wieder zu eröffnen. Der Vorschlag der Arbeiter, fie bis zum R des Einigungsverfahrens einstweilen einzustellen, wurde abgelehnt. (Vgl. Nr. 262 d. BL)

Kunst und Wissenschaft.

A. F. In der leßten Versammlung der Deutschen Kolonial- gesells<aft, Abteilung Berlin, erregte es freudiges Aufsehen, daß aus cinem vor dem Ausbruch des Hottentottenaufstandes aus Süd- westafrika abgesandten Brief mitgeteilt werden konnte, daß bei Gibeon ein Steinkohlenflöz erbohrt worden if, das als sehr abbau- würdig erscheint.

In der Sißung am Montag spra der Rechtsanwalt Dr. R 5 ode über die Landungsverbältnisse in Swakopmund, die er gus eigener Anschauung kennt. Der Vortragende hat 5 Jah1e in Swakopmund gewohnt und bedauert die {iesen Urteile, die fort und fort in der: Oeffentlichkeit über das Thema gefällt werden und immer wieder . die oft widerlegte Behauptung wiederholen, es sci do<h eine s<were Beeinträchtigung Deutschlands, daß st. Z. die Walfishbai ni<t von England erworben worden sei, und es set zu bedauern, daß gegenwärtig niht ein ernstes Wort an Gngland gerihtet werde, um die Benußung der Walsischbai für den deutshen Schiffsverkehr mit Südwestafrika zu erreichen. Tatsächlich vermöchte Deutschland mit einer folhen Gewährung nichts anzufangen; selbs wenn die Landungsverhältnisse in dec mebrere Meilen südlich von der Mündung des Swakopflusses gelegenen Walfis<bai günstiger wären, als sie es in Wirklichkeit sind, so würden sie durch die soviel shle<teren Verhältnisse am Lande mehr als reihli<_ aufgewogen werden. Man vergißt so leiht, daß längs der Küste von Südwestafrika und besonders auf der Stre>e von der Mündung des Swakoy bis zur Mündung des die Grenze gegen das Kapland bildenden Oranjeflusses fich ein mehrere hundert Kilometer breiter Dünengürtel binzieht, der am Swakopy, dank der Bewässerung dur den Fluß, nit wüstenartig und absolut vegetationslos ist, wie an der Walfishbai, wo die Be- spannung der Ochsenwagen, die zur Uebernahme der Frachten dorthin entsandt werten müßten, weder fris<es Gras no< süßes Wasser finden würte und Gefahr des Verdurstens {hon auf dem Hinwege beim Kreuzen des gefährlihen Dünengürtels liefe. « Frisches Gras und gutes Wasser ist in Swakopmund dagegen in reichem Maße vorhanden, und es kann gar nit genug als ein Aft weiser Voraussicht gepriesen werden, daß unsere Südwestafrikaner Swakop- mund zur Landungsstelle wählten, nachdem sie sih überzeugt, daß bei allen anderen in Betracht kommenden Häfen, der Ro>-Bai und der Croß Bai im Norden und der Sandwih.Bai im Süden, ja selbst bei der als Hafen so vorzüglichen Lüderiß-Bai, die Verhältnisse des Weitertransports gelandeter Güter ganz ebenso ungünstig liegen wie bei der Walfishbai. Die Erfahrung hat denn auch gelehrt, daß no< vor der Schaffung der von Swakopmund aus- gehenden Cisenbahn die Pun aus dem Innern nah Swakopmund und umgekehrt erheblich billiger geworden sind als die Frachtsäße nah und von irgend einem andern Punkt an der Küste. Selbst im Punkt der Landungsverhältnisse brauht Swakopmund den Vergleich mit der Walfischbai nit zu sheuen. Es mag ja richtig sein, daß auf der offenen MNeede vor Swakopmund die Brandung viel stärker- und für das Landen von Menschen und Gütern hinderlicher ist als bei dem ruhigen Wasser der Bai, ja daß es bei starkem SW.-Wind zuweilen unmögs- lih ist, in Swakopmund zu landen; allein das flache Wasser der Walfischbai nötigt die Seeschiffe dort, 3 Seemeilen vom Ufer vor Anker zu gehen und die Entladung durch viele kleine Leichter zu be- wirken. n Wahrheit sind die Verhältnisse in Swakopmund so s{limm nit, als sie nah vereinzelten, meist aufgebauschten

Nachrichten erscheinen. Daß in den “lebten Monaten, en Wintermonaten für . Südwestafrika, öfters ungünstige Landungéumstände vorlagen, wird niemand wunder nehmen,

der weiß, wie die gleihen Verhältnisse in Bremen und Hamburg im Januar ‘und Februar häufiz unter der Unbill der Witterung letden. Dafür ist die Sce vor Swakopmund in den Monaten November bis März meist glatt wie ein Spiegel und till wie ein Landsee, sodaß mit Sicherheit für die nächste Zeit auf eine Besserung und Beschleunigung der Landungen dort zu re<nen ist. Man darf do< au<h nicht vergessen, daß auf ein so ftarkes Anwachsen des Schiffsverkehrs von Swakopmund bis zum Ausbruh des Herero- auf|tandes ni<t zu rehuen war. Vor sieben Jahren kam nach Swakopmund erst alle drei Monate mal ein Damvfer, vor fünf Jahren noch alle zwei Monate, dann alle Monate. Daß gleichzeitig zwölf Dampfer auf der Reede auf Löschung ihrer Ladung und Truppen- aus\{<iffung warten würden, wie cs jüngjt vorgekommen, dieser Fall war nit vorauszusehen, und es darf nicht überrashen, daß es für einen so bedeutenden Verkehr sowohl an eingeübten und genügend zahlreidhen Landungsmannsc{aften als an Unterkunftsräumen für Waren in Swakopmund fehlt. Nichtsdestoweniger ist das Mögliche geschehen, der Schwierigkeiten in beiden Richtungen Herr zu werden, und es ist in der leßten Zeit {on gelungen, bîs 6000 Tonnen wöchentlih zu landen, sodaß das Ende des Notstands abzusehen ist. Biel Unrichtiges ist au in der Deffentlichteit behauptet worden über die in Swakapmund ausgeführte Molenanlage an der Nordseite der Flußmündung. Man hat ebenso die gewählte Stelle, als die Bau- aus\ührung bemängelt, leyteres mit einem Schein von Recht, weil die Mole bekanntlich Schaden erliliten hat. Was die Stelle anbelangt, so sind zwei erste deutshe Hafenbaumeister, so geneigt font Techniker sind, verschiedener Meinung zu fein, besonders wenn ciner als Begut- achter des anderen aufgerufen ist, vollkommen übereinstimmender Ansicht gewesen, daß die Mole nur an diesem Punkt errichtet werden durfte: Die Besptdigung der Mole aber ist bei Bauten dieser Art nihts weniger “als befremdlih. Gine Mole is niemals ein nah ihrer Fertigstellung abgeshlossenes Bauwerk, sie bedarf fortwährend der Korrektur und Ausbesserung, zumal bèi Umständen, wie die sind, unter denen die Swakopmunds beständig zu leiden hat: starke _Brandung und eine der Küste entlang nordwärts gerihtete Strömung. Jn der Kapstadt sowohl als in Port Elizabeth bessert und ändert man seit 20—24 Jahren an den Molen, uad es werden wohl dort wie in Swakopmund noch weitere Jahre vergehen, ehe der Zustand möglichster Festigkeit der Molen erreicht sein wird. In der Lüderiß-Bai, etwa 30 geographische Meilen südlich, besißt Deutschland ohne Zweifel einen der bestzn und größten aller natürlichen Häfen, als Hafen viel besser als San Paolo di Loanda und der Hafen der Kapstadt, einen Hafen, so groß, daß er die ganze deutsche

und englische Flotte vereint aufzunehmen vermöchte, aber [eider dur ,

die oben dargelegten Verhältnisse der vorgelagerten, hier ganz besonders breiten und wüsten Dünenzone fast wertlos als Landungeplaß, wenigstens zur Zeit. Das sollte aber nicht daran hindern, den an is nah der maritimen Seite ausgezeihneten Hafen als deutsche Kohlen- station einzurichten, wobei die Unzugänglichkeit des Innern ja nicht mitspriht und höchstens der Mangel an Trinkwasser hinderlich it, das ¿ 3. nur dur Destillation aus dem Meeræœasser gewonnen werden kann. Vielleicht, so meint der Vortra ende, wird Lüderiß-Bai (das alte Angra Pequefa) do< no< einmal au als Landungsplah für Sütwestafrika wichtig, wenn eine Eisenbahn von hier nah Keetmanshoop (und von da auf Kimberley) aut wird. Die Ausführbarkeit einer solchen findet allerdings ein s{weres Hindernis an der Dee dls es Dünengürtels, von dem man no< niht genau weiß, ob die Dünen niht Wanderdünen sind. Au dafür würde die Technik wohl Nat wissen, dur ' als Tunnel zu benußende eiserne Rohre oder dur

S webebahn; allein die Kosten würden zunächst N Pniewaßla hoh fein. Südlicher als Lüderitz-Bai hört jede Möglichkeit auf bis zur Mündung des Oranjeflusses. Ob dieser mächtige Strom als Eingangspforte zu verwerten ist, das zu erkunden hat der kühne Lüderiß bekanntli mit dem Leben bezahlt Seitdem ist der Versuch nit wiederholt worden In der si anshließenden Dis- kussion machte Ma Schwabe, gleihfals ein genauer Kenner Südwestafrikas, no< darauf aufmerksam, daß es der die Küste nordwärts begleitende Benguelastrom i}, der viel von den Flüssen im Meer abgelagerten Sand, au<h den Sand des Swakop, mit sid führt, und die Stuld daran trägt, wenn von der Swakopmunder Mole besonders der am weitesten binausragende Molenkopf dur< Versandung geshädigt wird. Hier hilft viellei<t die Anbringung einer leichten, von der Versandung nicht bedrohten Eison- konstrufktion oder die Benuzu"g der jeßigen Mole nur als Fangdamm und die Aufführung einer zweiten, der ersten parallelen Mole an der Nordseite der jeßigen.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Türkei.

Der internationale Gesundheitsrat in Konstantinopel hat für Herkünfte von Smyrna eine ärztliche Untersu<hung an- geordnet. Diese soll in dem ersten türkischen Hafen erfo!gen, in dem ih ein Sanitätsarzt befindet. Derartige für Konstantinopel bestimmte

erkünfte unterliegen einer ferneren ärztlihen Untersuchung bei der ur<fabrt durch die Dardanellen und demnächst bei der Ankunft in Konstantinopel. s Ferner hat der Gesundheitsrat die für Herkünfte von Port aid angeordneten OQuarantänemaßregeln "wieder auf- gehoben, (Vergl. „N. Anz.“ vom 26. v. Di, Ne, 263)

Rumänien.

h Die rumänis<he Regierung hat infolge Wiederauftretens der Pest in Smyrna angeordnet, daß Herkünfte von dort nur im Hafen von Sulina zugelassen werden und daselbst einer aht- undvierzigstündigen Beol ahtung nebst ärztliher Be- sihtigung und Desinfektion unterliegen.

Die Hâfen von Constanya und Mangalia bleiben für derartige Herkünfte ges<lossen. und die Einfuhr von Kon- a Gemüsen und Früchten sowie von Gegenständen, die im

eglement zur internationalen Sanitätskonvention von Venedig untec Kapitel 11 Titel TV verzeichnet sind, ist verboten.

Verkehrsanftalten.

_Wie die „Frankfurter Zeitung“ aus Mailand meldet, ist die Gründung einer neuen Genueser Schiffahrtsgesellshaft unter der Firma „Lloyd italiano“ erfolgt. Das Kapital beträgt 12 Millioxen, das auf 20 Millionen erhöht werden fann.

Theater und Musik.

Deuts{&es Theater.

Die angekündigte Aufführung von Shhillers „Don Carlos" unter Aufrechterhaltung der vollständigen Szenenfolge des Originals ging gestern abend zum ersten Male vonstatten. Daß dur diefe Neuerung die dramatishe Wirkung der Tragödie eine bedeutende Steigerung erfahren hätte, könnte kaum behauptet werden; im Gegenteil wurde die breit ausgesponnene Szene zwischen König Philipp und dem Großinquisitor für die dem Schlusse zustrebende Handlung sicher mehr als eine emmung denn als eine Förderung empfunden. Ein vollständiger „Don Carlos“ konnte natürlih do< niht auf die Bühne gestellt werden, da die Szenen an ih bedeutenden Kürzungen unterzogen werden mußten, um die Ausführung des dramatishen Gedichts wenigstens in fünf Stunden zu ermöglihen. Neue interessante Seiten bot die Darstellung außer der Szenenergänzung kaum. Sie gehörte zu den guten Durchschnittsaufführungen, die befriedigen, aber nicht immer hinreißen; es fehlte dem Ganzen der einheitliche Zug, da über der minutiösen Ausarbeitung der Einzelheiten die orene Linie verloren gegangen war. S<hwache und vortreffliße Momente standen dabet unvermittelt neben einander, und diese Ungleihmäßigkeit fiel uiht nur in der Rollenbesezung, sondern au< häufig genug ' im Spiel des Einzelnen auf. Die E Szenen wirkten fogar etwas nüchtern. Hinstürmende g und jugendliher Ueb.rs{<wang, die in diesem Drama des jungen Schiller alle Geister entflammen müssen, hielten eigentli< erst mit dem Erscheinen Otto Sommerstorfs in der Rolle des Marquis Posa ihren Ein- zug auf die Bühne. Seine große Rede vor König Philipp riß zum ersten Male das Haus ehrli< hin; und er blieb die Hauptstüße des Erfolgs während des ganzen Abends, denn er sprach und spielte die Rolle, die er so oft verkörperte, mit einem Feuer und einem Adel der Diktion wie in seinen besten Stunden. Julius Geisendörfer als Don Carlos rang si< erft allmäßlih zu e<ter Kunst durh. Nach den matten Eingangsfzencn belebte sih sein Spiel zusehends und fteigerte sfih in dem großen Auficitt an der Leiche Posas zu’ echter tragischer Guôße. Der König Philipp wurde in Adolph Kleins Händen eine forgfältig durhdachte Charafkterstudie ; es ging eine erkältende, eherne Ruhe von dieser Gestalt aus, vie auh tie menshlihen Anwandlun en feines Herzens wie unter einem eifigen Hauche erstarren ließ. ie übrigen männlihen Rollen hatten keine bedeutenden Bühnenvertreter gefunden: weder der Héèrzog Alba no< der Graf Lerma oder der Großinquisitor; besser schon hielt sih Emil Lind als Dominikaner. Die Königin in der Darstellung von Stephanie Stauffen entbehrte der Hoheit und Würte; man travte dieser Elisabeth wohl ein gutmütiges Herz, aber niemals Seelengröße zu. Viel bedeutender war Gertrud Arnold als Lan vou Eboli; in der Liebesszene mit dem Infanten erschien zwar ihre Kui:{t noch fleinli< und oberflählid, au< ihr Organ klang hier, vielleiht in dem Streben nah Natürlichkeit, noch unedel; als aber die verlepte Gitelkeit aufs<hrie und die Nachsucht hervorzüngelte, fand die Künstlerin überzeugende Töne, und ihre verzweiflungsvolle Neue und ergreifende Anklage vor der tugend- haften Königin wirkten eht und ergreifend. Die Gesamtaufführung war überaus a inszeniert und spielte sih, mit Ausnahme der einen großen Pause, raf hinter einander ab; die Verwandlungen wurden dabei mit dankenêwerter Stnelligkeit bewerkstelligt. Die An- erkennung der Zuschauer {woll zweimal zu stürmishem Béifallsjubel an: einmal galt „er Otto Sommerstorff, als er die große Rede von der Gedankenfreiheit sprach, und zum andern Male Julius Geisendörfer, als Carlos an der Leiche seines Freundes klagt.

Im Königlichen Opernhause wird mörgen, Donnerstag, als 208. Abonnementsvorstellung „Hänsel und Gretel“ von Humverdin> in Verbindung mit dem Ballett „Coppelia“, Musik von L Delibes gegeben. Die Damen Dietrih, Rothauser, Plaichinger, Neinl,

Parbs, Lindemann und Herr Bachmann sinh in der Oper beschäftig,

die der Kapellmeister von Strauß dirigiert; die Damen Dell'ŒEra, Urbanêka, Kiershner, Altmann, Greiner, die. eee R Zorn, Deleuil, Müller, Wtorzyk sind in dem É fe FFblers. Partien be)häftigt, Dirigent des Ballets i} Peiel“ und Die zu der Aufführung von af : gelöften Billette

e Ope für den heut'gen Ea gn wieder

207 if E s orst Bie Billette ur 207. P ate ben ete de hétreffenden Verkauf 7, Vo un gezablte Den Abonnenten wu det: E Menn Gebrâdt. Die Letnos E, E N ben Dame“ für morgen, Donners- U u Billette (208. Vorstellung) behalten für tage E r an diesem Tage stattfindende Aufführung f on „Häusel und Gretel“ und „Coppelia“ ihre Gültigs

keit, können aber au<h morgen vormittag und Abends an der