1904 / 266 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

su Konferenz abgelehnt. Is es ni<t no< besser, die Dinge

o zu regeln, daß überhaupt kein Streit entsteht? Jch verweise in teser Beziehung auf das Ablommen mitder uns befreundeten Fran- dsishen Republik, das, wie ih glaube, zwis<hen England und Frank- reh Beziehungen von vertraulihstem und herzlihstem Charakter haffen, eine bessere politishe Atmosphäre. erzeugen und die beiden Under in den Stand sehen wird, einen- heilsamen friedlihen Einfluß ‘auf andere Mächte auszuüben. Wir haben ‘etwas davon in der Unter- tüßung gesehen, die wir in den leßten Tagen von der franzöfischen Regierung erhalten haben bebufs Herbeiführung einer freundschaftlichen Auseinanderseßung zwischen England und Rußland.

¿ Frankrei. s Der Chef der Sicherheitspolizei wollte, wie „W. T. B. aus Paris meldet, gestern zur Verhaftung des Depu- tierten Syveton schreiten, fand ihn aber niht zu Hause. Es heißt, zwischen Syveton und dem Rittmeister der Kavallerie è Gail, als Vertreter Andrés, werde ein Pistolenduell aus- gefochten werden. Von Syveton nahestehender Seite wird mitgeteilt, Sypeton werde sih sofort na< dem Duelle dem Gerichte zur Verfügung stellen. Mehreren Blättern zufolge Ut in dem Befinden des Kriegsministers André eine Verschlimmerung eingetreten.

Rußland. a Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Lowitsch i der Kaiser auf seiner O zu Truppenbesichtigungen gestern dort eingetroffen und begeistert empfangen worden. : Auf Antrag des finnländishen Senats genehmigte, „W. T. B.“ zufolge, der Kaiser, daß eine aus je fünf ussishen und finnländischen Juristen Ag EE Kom- mission mit der Ausarbeitung von Vorschlägen betraut werde, wie die Landtagsordnung mit dem Kaiserlichen

Manifest vom Februar 1903 in Einklang zu seßen sei. Die fnmlöndisGen A onailtaliedec habe | der Senat vor- ushlagen.

Amerika.

Wie „W. T. B.“ aus Washington meldet, erhielt der Präsident NRoosevelt aus Anlaß seiner Wiederwahl von em Deutschen Kaiser folgendes Telegramm: „Meine aufrichtigsten Glü>kwünsche! Möge der Himmel Jhnen Segen

verleihen. Quod bonum' felix faustumque sit populo mericano!“ s Wie das genannte Bureau ferner aus Washington be-

richtet, nimmt man jeßt an, daß die zukünftige Mehrheit C ERg HNLANneE 1m Nor gs en ta nten dane genau undert Stimmen betragen werde. A

Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus wird Bryan bald mit Watson, dem Kandidaten der Volkspartei, lonfeieren, um einen Plan zur Reorganisation der demokratishen Partei auf trustfeindliher Grundlage zu entwerfen. ß

s eingegangenen Berichten zeigt es si, daß, abgesehen von den Ruhestörungen bei den Wahlen in Colorado, in Kentu>y 3 Personen und in andern Staaten 7 getötet worden sind. - i /

Um den Sieg Roosevelts zu feiern, zogen in New York und anderen großen Städten große Mengen Vo!ks durch die Straßen und bliesen auf Hörnern. Die meisten Deutsc- Amerikaner haben für No osevelt gesimmt. Die Sozial-- demokraten erhielten in dec Stadt New York 25 000, im Staate New York 50 000, in Chicago 40 000 und in Milwaukee 17 000 Stimmen.

s Asien. f „Standard“ erfährt >us Kurokis Hauptquartier

vom 8. d. M.:. Die Russen unterhalten ein ununterbrochenes Artilleriefeuer, besonders gegen den linken japanischen Flügel; der Erfolg jedo< is sehr gering. Die allgemeine Lage ist unverändert. 45 i „Daily Mail“ meldet aus Tschifu vom 9. d. M.: Den Wlliguern ist es unter großen Verlusten gelungen, eine tellung zu gewinnen, durch die die Eroberung aller Ver- teidigungswerke nördli<h der Tigershwanzhalb- insel gesichert ist. : A .__ „Daily Expreß“ meldet vom 9. d. M. aus Tientsin: Chinesen ermordeten bei Kopargise an der nordchinesischen Eisenbahn einen französischen Missionar. L Das „Neutershe Bureau“ erfährt, daß die Subskription auf die 6 proz. japanische Anleihe von 80 Millionen Yen, die am 7. d. M. geschlossen wurde, eine Zeichnung von nicht weniger als 242 Mill:;onen Yen ergeben hat. j

Nr. 53 des „Eisenbahn - Verordnungsblatt s*“, heraus-J gegeben im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, vom 20: Oktober enthält Erlasse des Ministers det öffentlichen Arbeiten vom-9. Oktober 1904, betr. Bestellung von Sicherheitsleistungen, und vom 17. Oftober 1904, betr. Vorschriflen für den Bau von Privatgüterwagen,

_\ Nr. 54 vom 31. Oktober eine Bekanntmachung des N: ichskanzlers, betr. Aenderungen der Anlage B zur Eisenbahnyerkehrsordnuug, vom 18. Oktober 1904. :

A mge:

Statistik und Volkswirtschaft.

Brände in Preußen 1902.

te Zahl der dem Königlichen Statistischen Bureau von den Driébali Ae usw. vierteljäh1lih eingereichten Brandzählkarted stellte fi< im Jahre 1902 na< der „Stat. Korr.“ auf 60.179. Doppelzählkarten (von mehreren ih zur M. ldung“ verpflidhtet- ühlenden Beamten aufgestellt) waren 336 vorhanden, und zur Bes hreibung beschädigter Gebäude in Gehöften mit mehr als drei ebäuden dienten 454 Nebenzählkarten. Ueber unschädlich ver- laufene Schornsteinbrände spre<hen fi 75 Zählkarten aus, und Dae in den Regierungsbezirken Potsdam 1, Stettin 3, Breslau 1, ppeln 2, Maydeburg 1, Erfurt 1, Wiesbaden 18 und Düssel- us: "ohne nennenéwerten Schaden verliefen 173 Brände. - Die Zahl der beschädigten Besizungen betrug nah Abre<nung der vors ?rwähnten 248 (75 +- 173) Anzeigen 59 141. Unter diesen Bränden von mindestens 1 #& Schaden ert oder solchen Brandfällen, bei ènen ein Mensch verleßt wurde, befanten sih 2389 Fälle, in tenen das Feuer durch Uebertragung (Anfte>ung) aus Nachbargkundstücken entstanden. war. Die stetige Zunahme der Brandfälle bettifft weit weniger die Jmmobiliar- als die Mobiliarbrände, -was möglicher- | inte auf eine genauere und sorgfältigere Berichterstattung zurü>- uUsühren ist.

Die folgende Uebersiht gibt die Zahl der im Jahre 1902 vor-

dor

gekom Brâä der von ihnen bes<ädigten Besißungen, des gelben Ao E Se Beet Sen verlaufenen Brände sowie

2E Uehertragungen in den einzelnen Regierungsbezirken an.

Brände

Regterungsbezirke Brände Besizungen hie Uebertra- : Schaden ßlngen

Königsberg 1721 1784 8 22 Gumbinnen 055 DIT: 3 7 Danzig <2 1108 1149 1 15 Marienwerder 866 910 5 11 Stadt Berlin 12190 12 209 7 1 S 6151 6 247 7 20

rankfurt 1385 1444 4 6 Stettin 1482 Da 10 10 oel A 410 494 2 19 Stralsund . 180 203 1 3 Posent2 1186 1288 35 Bromberg . 886 927 34 Breslau 2476 2507 10 13 Liegnitz . e LADS 1175 11 5 Oppeln O86 1730 i 9 Magdeburg 1598 1 643 7 18 Merseburg 919 983 8 23 rfurt 293 356 L 6 Schleswig . 2937 3 001 9 33 Hannover . 1107 1143 D 2 A desheim 545 631 E 11

üneburg . 573 617 6 7 Glad 2 fra) 376 6 10 Osnabrü>k . i 293 316 2 —— Aurich . P A2o 135 Münster ; 618 640 1 2 Minden 589 614 6 Arnsberg 1644 1710 S 4 Cassel . 835 1283 9 14 Wiesbaden 1016 1067 Zl 6 Koblenz. 391 525 4 1 Düsseldorf 4751 4 815 2% Dn 3 096 3 179 2 52 Trier 623 744 1 2 Aachen . Î 1 060 1141 22 Sigmaringen . 39 41 2 —;

«e, Unterrihts- und Wohltätigkeitsstistungen in F T und ihre Entstehungszeit.

Nach der „Zeitschrift des Königlich bayeris<hen Statistisen Bureaus“ bestanden am 31. Dezember 1901 in Bayern 19 600 öffentliche Stiftungen, deren gesamtes rentierendes Vermögen 545,4 Millionen Mark betrug. Von diesen Stiftungen dienten 9996 oder 51 0/ zu Kultuszwe>en, 6828 oder 34,8 9/0 zu Zwe>en der Wobltätigkeit, 2713 oder 13,9 9% zu Zwe>en des Unterrichts und 63 oder 0,3 9/9 zu gemeind- lihen und sonstigen Zwe>en. Nach dem Vermögensstande treten die Wohltätigkeitéstiftungen an die erste Stelle. Von dem gesamten rentierenden Vermögen am Schluß des Jahres 1901 dienten nämlich 285,1 Millionen Mark oder 52,3 9%/0 zu Zwe>k:n der Wohliätigkeit, 185,2 Millionen Mark oder 34 9/6 zu Kultuszwe>en, 73,4 Millionen Mark oder 13,4 9% zu Zwe>ken des Unterrichts und 1,7 Million Mark oder 0,3 9% zu gemeindlihen und sonstigen Zwecken. Das Durchschnittsvermögen einer Stiftung überhaupt betrug 27 825 4, das einer Wohltätigkeitéstifiuung 41755 Æ(, das einer Kultus- sliftung 18527 M, das einer Unterrichtsstiftung 27014 und das einer sonstigen Stiftung 27 050 & Cine Stiftung überhaupt kam auf 317,6 Einwohner, eine Wohltätigkeitsstistung auf 911,7, eine Kultusstiftung auf 622,8, eine Unterrichts\tiftung auf 2294.6 und eine gemeindliche oder sonstige Stiftung auf 98 812/33 Einwohner. Vom rentierenden Stiftungtvermögen entfielen auf den Kopf der mittleren Bevölkerung 87,614, wevon 45,80 4 auf Wohltätigkeits\tiftungen, 29,75 M auf Kultusstiftungen, 11,79 auf Unterrichtöstiftungen und der Nest mit 0,27 4 auf gèmeindlihe und fonstige Stiftungen zu renen find. : ; :

Béi den Kult usstiftungen kommt weniger der Vergleich mit der Gesamtbevölkerung als ihr Verhältnis zur Gesamtzahl der Religionsaygehörigen in Betracht. Der weitaus überwiegende Teil, näâmlih 8699 (12 mehr “als Ende 1900) oder 870% aller Kultus- stifturgen mit einem Vermögen von 163,6 (+ 2,2) Mill. Mark oder 88,3 9/6 des gesamten Kuktusstiftungsbermögens ist dem katholischen Kultus zugefallen. Von den no<h verbleibenden 1297 Stiftungen sind 1225 (+ 1) oder 12,3 9/6 mit einem Vermögen von 21 (+- 0,1) Mill. Markoder11,3%/gals protestanti \< zu bezeichnen, während die übrigen 72 oder 0,7 9/0 Stiftungen mit 0,7 Millionen Mark oder 0,4 0/6 des Kultusstiftungsvermögens fih auf andere Konfessionen verteilen Der Kopfanteil der Katholiken am Vermögen der katholishzn Kultus- stiftungen bere<net sih auf 37,13 4, während für die protestantische Bevölkerung der Kopfanteil am eins{<lägizen Kultusstiftungsvermögen 11,91 M beträgt. Das Durchshnitisvermögen einer tatholishen Kultuésstiftung belief fi< Ende 1901 auf. 18 804 4, das einer protestantishen auf 17 106 / -

Die Häufigkeit der Stiftungen ist in den ländlichen Bezirken viel größer als in den städtischen; dort kommt schon auf 272, hier erst auf 545 Einwohner durscnittli< eine Stiftung. Dagegen übertrifft die Kapitalkrast der städtischen Stiftungen erheblih die der ländlichen; denn troy der relativ kleineren Zahl der Stiftungen ist in den Stadtgemeinden der Kopfanteil der Bevölkerung am Stiftungs- vermögen nahezu 34 mal so groß wie in den Landgemeindea; er beträgt dort 177,7 4, hier nur 51,3 # Betrachtet man die Stiftungen und das Stiftungsvermögen nah Stiftungszwecken, so entfallen von den Kultusstiftungen nicht weniger als 948% und vom Kultusstiftungévermögen ni<ht weniger als 81% auf die länd- lichen Gemeinden, zu denen übrigens 99% aller Gemeinden des Königreichs zählen und die zum weitaus größeren Teil im Besigze eigener Kirchenstistungen sind. Im Gegensaße hierzu bestehen an Wohltätigkeits- und Unterrichtsstiftungen zwar der Zahl nah mehr auf dem Lande als in den Städten, vom Vermögen dieser Stiftungsarten aber enlfällt der arößere Teil (77,1 bezw. 84,2 9/6) auf

i emeinden.

E H Fahren 1900 und 1901 entstanden 89 bezw. 58 neuè Stistungen mit einem rentierenden Vermögen von 1264 821

bezw. 2 966 365 #, während 1952273 bezw. 2491 323 / älteren Stiftungen zuflossen, Die neuen Vermögensaufwendungen für Stif-

tungen beziffern fih demnach auf 3 217 194 bezw. 9 457 688 M, d. i.

0,52 bezw. 0,88 „G auf ten Kopf der Bevölkerung. Der größte Teil

der Mehrung der Stiftungen und des Stifiungövermögens, nämlich 58 bezw. 38 Stiftungen und 1709764 bezw. 3133101 Vermögen (58,1 bezw. 57,4 9/6 der Vermögensvermehrung) entfällt auf Wotltätigkeittstiftungen; 12 bezw 4 neue Stiftungen und 1 318 418 bezw. 1201229 M neu gestistctes Kapital (41 bezw. 220/% der Ver- mögensvermehrung) sind den Kultuss\tiftungen, 18 bzw 13 neue Stiftungen und 183788 bezw. 886762 #4 (0,7 bezw. 16,59%, der Vermögensvermehrung) den Untercichtsstiftungen und 1 bezw. 3 neue Stiftungen und 5224 bezw. 236 596 M den gemeindlihen und sonstigen Stiftüngen zuzure<nen. Trennt man auch die in den Jahren 19:0 und 1901 neuerrichteten 89 bezw. 98 Stiftungen nah den beiden Gruppen der städtischen und ‘der ländlichen Gemeinden, so entfallen 44 bezw. 32 auf die ersteren und 45 bezw. 26 auf die leßteren Gemeinden, von dem neu gestisteten Kapital dagegen 59,6 bezw. 749 09/0 auf die städtischen und nur 404 bezw. 25,1 0/6 auf die ländlidhen Gemeinden. Sieht man auf den Sktiftungszwe>, dem die Vermögensaufwez.dung in den Jahren 1900 und 1901 zu gute kam, \o zeigt fich auch hier wieder ein wesentliher Unterschied zwishen den beiden Gruppen der Gemeinden, insofern bei den \tädtishen Gemeinden ter weitaus größte Teil der Mehrung den Wohliätizkeits- und Unterrichtestiftungen, bi den ländlihen Gemeinden aber in nahezu gleihem Maße den Kultus-

E R e L

nier den bestehenden Stiftungen befinden 2107 mit 106,7 Millionen Mark Vermögen, deren Ea die Zeit vor |

1500 fâllt; 944 Stiftungen mit 55,9 Millionen .Mark sind zwischen 1500 und 1600, 2616 Stiftungen mit 57,7 Millionen Mark zwischen |

- Mädchen,

1600 und 1709, 3262 Stiftungen mit 60,4 Millionen Mark ¿wischen 1700 und 1800 und 10585 Stiftungen mit 254,6 Millionen Mark im leßten Jahrhundert 1801—1900 errichtet. Es entfallen hierna< 45,6 9/6 der vorhandenen Stiftungen und 51,5 9/9 des Stktistungs- vermögens der Entstehung nah auf die Zeit vor 1801 und von den seitdem ervichteten Stiftungen 27,4% und von ihrem gesamten rentierenden Vermögen 58,6 9% auf die Zeit von 1881 bis 1901. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Stiftungs- kapitalien mebr und mehr Wohltätigkeitszwe>en zugewendet, während die Zunahme bei den Kultusstiftungen gegen früher verhältnismäßig zurü>getreten ist.

Zur Arbeiterbewegung.

Gleich den Berliner Müllkutschern sind, der „Voss. Ztg.“ zufolge, nun auch die Angestellten der Charlottenburger Abfuhr- gesellschaft in den Ausstand eingetreten.

In der Seidenweberei C. A. Delius und Söhne in Bielefeld sind, wie die „Köln. Ztg.“ mitteilt, gestern 345 Arbeiter ausständig geworden.

Land- und Forstwirtschaft. Getreidehandel in Antwerpen. Der Kaiserliche Generalkonsul in Antwerpen berichtet unterm 3. d. M.: Auf dem Antwerpener Getreidemarkt beschränkten fich die Getreidegeshäfte im Oktober d. J. auf die für den Verbrauch in Belgien notwendigen Ankäufe. Die Preise einzelner Weizensorten {ind im Laufe des Monats ein wenig gestiegen. Am Ende des Monats

stellten si< die Preise für Getreide und Mehl ungefähr, wie folgt: Weizen: nordamerikanischer. . fehlt californisher ¿ . Fr. 184 Walla-Walla 7 “187 Kurrachee, weißer . 464 Z roter 30 Kalkutta . 17% SITCAON » 18% lata, je nah Güte « 164—18} u L E « 16—19 russischer . 7 « 17—184 Dâltisbet S A S « 18—18 : inland E « 18—L Roggen: ausländischer L L » 13{—14 inländischer . : « 14{—144 Gerste: zu Futterzwe>en . T AiS T E « 14—174 e er: russischer und nordamerikanifscher . « 171—18 tais: nordamerikanis<her . . S 713 S e 11% dessa und Donau « 135/8— 15 Weizenmehl: E T Die Vorräte wurden Ende Oktober d. F. ungefähr, wte folgt, ges<äßt: Weizen : 400 000 âz Nogagen: 20 000 Gersie: 39000 , E: 10000 , ais: 230000 , Verkehrsanstalten.

Laut Tele ramm aus Dortmund 3 ist die erste englishe Post über Vlissingen am 9. d. M. aus- geblieben. Grund: Sturm.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Gestern fand auf Allerhöchften Befehl die zweite Théûtre Pparó- Vorstellung in dieser Spielzeit statt. Fn der mittleren Seitenloge des ersten Ranges nahmen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, Seine Kaiserlihe und Königliche Hoheit der Kronprinz und, Höchstdessen Braut, Ihre Hoheit die Herzogin Cecilie zu Me>lenburg Plaß. Die Dam?n und Herren des Hofes fanden si< tin der großen Balkonloge ein. Zur Aufführung gelangte unter der Leitung des Kapellmeisters Dr. -Mu> Boieldieus Oper „Die weiße Dame“. Herr Naval, den wegen einer geringfügigen Indisposition

Herr Iörn vertreten sollte, wie bereits auf den Zetteln angekündigt war, otte si< do< in letzter tunde - dazu euts<lossen, die Partie des George Brown zu über-

nehmen und führte sie mit gewohnter Feinheit dur<, obwohl ibm die hohen Töne besonders im Piano offenbar nit ganz P E S wie sonst. Auch die Beseßung der übrigen Partien (Gavyeston :

err Mödlinger, Dickfon : Herr Philipp, Anna: Frau Herzog, Jenny: Fräulein Dietrih, Margarete: Frau Goetze) war die R Tetls Ja Sa l und Lei IEE wohnten der

orstellung zum usse bei und beteiligten si< mehrfa< an dem lebhaften Beifall des Publikums. - x i y

: Berliner Theater.

Bei der gestrigen Erstaufführung des Schauspiels „Soldaten“ von Leo Walter Stein und Ludwig Heller war der zwette von den vier Akten für den Erfolg entscheidend. Dieser Kasernenakt, der sih von der eigentlidhen, re<t spärlich flicßezden Handlung los- löst, unterscheidet \i< von den Vorbildern dieser Richtung, als deren Klassiker man Moser bezeichnen darf, insofern, als er niht den üblichen Humor des Exerzierplaßes, des Felddienstes oder der Instruktionsstunde, der in zahlreihen Spielarten \<on vor- - handen ist, vertritt, sondern zur Abwechselung die Mannschaftsstube in den Freistunden schildert. Es sind zwar dieselben oft verwendeten Typen, die man hier antrifft : der dummdreiste, viers{rötige pommersche Grenadier, dessen Eltern dem Hauptmann einen gewaltigen Näucher- sinken darbringen möchten, der s{hü<terne, von allen gehänselte jüdische Rekrut, der s{weigsame, {läfrige, in jeder Mukßestunde mit vollen Batten kauente Bauernsohn, der „\<noddrige* Berliner, der seine U berlegenheit als Stubenältester dazu benußt, um bei den Kameraden für seinen Sonntagénachmittagsauszug verschiedene Zwangs- anleihen zu machen, alles alte Bekannte, aber sie w-rden hier nicht wie sonst dem barschen Unteroffizier gegenübergestellt, sondern einmal in ihren Beziehungen zu einander gezeigt und ers{heinen dadurch in neuer, niht unwirfsamer B.leuhtung. Diese Kasernenszenen, die fi<h in außerordenli<h getreu der Wirklichkeit nachgebildeter Umgebung abspielten, _erwe>ten starke Heiterkeit und fanden lebhaften Beifall. Die eigentliche Handlung des Stü>es begibt fich in Oifuzterskreisen. Es ist die etwas flüchtig und oberflähli< \fizzierte traurige Geschichte eines Offiziers vom Schlage des L.ssing- sen Tellheim, der, weil er arm ist, cs niht wagt, um ein reihes - das er aufrichtig liebt und von dem er wiedergeliebt wird,

Er geht infolgedéssen zur Schußtruppe über und fällt gegen die Herercs. Schade, daß nur die Nührseligkeit des Vorgangs ohne Vertiefung betont wird! Eine feinere wemge A Stimmung bringt erst der Schluß: ein zwet Tage vor dem verhängni vollen Gefecht geschriebener Brief des Afrikalämpfe:8 wird dem J

Mädchen von. einem älteren Kameraden des Verstorbenen autget nf

zu werben. im Kampfe

der, wie sie, dem Liebesglü> entsagen mußte. A Ur literaris<en d f e

dem Stück das gänzliche Fehlen der A ti mzunörgeln.

z e ut, an unserer A d è Die Deli 0 im ganzen wie im einzelnen ge art, treffliche Pittschau, Mischke, Matthias E E fle Herren ‘Kuhnert, Vertreter E08 Weigert verkörperten in sehr wirk- Shlablete ‘die Mannschaften, und die * weiblichen Rollen waren bet s men Garlfen, Kollendt, Roland u. a. in den besten Härden. Ein besonderes Lob verdient Herr Ernst Welish für seine geshi>te

Regie.