1904 / 274 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Den Kammerherrndienst bei Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin übernimmt vom 21. d. M. ab auf 14 Tage der Zeremonienmeister von Esbe>-Platen.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats für Rech: nungswesen, für das Landheer und die Festungen, für das Seewesen und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen sowie die vereinigten Ausschüsse für Rechnungswesen und: für Handel und Verkehr hielten heute Sißungen.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Großherzoglich sächsishe Staatsminister Dr. Rothe ist von Berlin abgereist.

‘Der dänische Gesandte von He ermann-Lindencrone ist nah Berlin zurückgekehrt und E die Geschäfte der Ge- sandtschaft wieder übernommen.

Dem Regierungsassessor Dr. Knoll in Stade ist die kommissarishe Verwaltung des Landratsamts im Kreise Wipperfürth, Regierungsbezirk Cöln, zunächst in Vertretung des zu einer anderweiten dienstlihen Verwendung heran: gezogenen Landrats, übertragen worden. i:

Die Regierungsrefercndare Freiherr von Din>lage aus otsdam, Roberti-Jessen aus Oppeln, Freiherr von einge aus Hildesheim, Dugen aus Oppeln, Rauten-

trau<h aus Stralsund und von Bredow aus Potsdam haben die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungs- dienst bestanden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Panther“ am 18. November in Kap Haytien eingetroffen und geht am 23. d. M. von dort nah Port au Prince in See.

S. M. S. „Thetis“ ist am 18. November in Wuhu am pangise und S. M. S. „Jltis“ an demselben Tage in

iufiang am Yangtse angekommen.

Der Transport der von den Schiffen des Kreuzer-

es<hwaders abkommandierten Offiziere und Mann- î haften ist mit dem Reichspostdampfer „Sachsen“ am 18. No- vember in Antwerpen eingetroffen und hat am folgenden Tage die Reise nah Hamburg Fortgesezt.

In der Ersten und Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ wird die vom Reichs- eisenbahnamt au estellte tabellarishe Uebersicht der Be- E S fe deutscher Eisenbahnen für den Monat Oktober 1904 veröffentlicht, auf die am reitag v. W. an dieser Stelle auszüglich hingewiesen worden st.

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Kiel, 19. November. Heute um zwei Uhr Nachmittags erfolgte auf der hiesigen Germaniawerft der Stapellauf des Linienschiffes N. Der Reichskanzler Graf von Bülow hielt, dem „W. T. B.“ zufolge, folgende Taufrede:

Eure Majestät, Eure Königliche Hoheit, Meine Herren!

Das Schiff, zu dessen Stapellauf wir versammelt find, foll den Namen unseres Vaterlandes tragen. Was fagt uns dieser Name? Wie wollen wir das Deutsh2 Reih? Wie soll es sein ? :

Sicher ruhend in der Eintracht der Fürsten und Stämme; Kleinen und Großen das Maß ihres Rechts nah Gesez und Ver- fassung verbürgend; hilfrei< den Schwacheu ; O Wohlfahrt und Ordnung im Innern; aller ehrlihen Arbeit freie Bahn; jeder Tüchtigkeit ein herzlihes Willkommen.

So allein kaun im Reiche der Boden bereitet werden für alle Werke des Friedens. Ste zu s{hirmen im Wettbewerb der Völker, dazu halten wir unfere Waffen sharf. Der Sohn eines {wachen Volkes ist, vom heimischen Stamme loëgelöst, ein in den Wind ge- fallenes Blatt. , Wer von uns binauszieht. um -deutshe Kultur und deutsche Arbeit in die Welt zu tragen, soll seines festen Rückhalts in der Heimat ficher sein. :

arum schaffen wir uns unfere Flotte. Für niemanden aber it ‘unsere Scewchr eine Herausforterung. Willig siehen wir in Reih und Glied mit allen Freanden des Friedens, ohne zu vergessen, daß nit wir allein den Gang der Weltaesh:>: bestimmen.

D d Dp E ter Res so wolle4 wir E Ms

n und gedetben seben; dazu helfe uns au< unser jüngstes S s das Gure Majestät jéßt taufen wollen. A E U diff

Seine Majestät der Kaiser taufte hierauf das Schi auf den Namen „Deutschland“. Ps | s

& Vayern. Seine Königliche Hoheit der am Svümabenduacimitten wie

Residenzschlosse den neuen \{weizeri dten d = parède in Merch Antuitlaaut en E Aa

L S Hessen.

: eine Königlihe Hoheit der Großherzog hat si gestern abend in Be mit Jhrer Dutlaut der Pete j o Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich verlobt. Staatsminister Dr. Rothe hat heute, wie „W. T. B.“ meldet die Verlobung in Darmstadt bekannt gemacht. L

Deutsche: Kolonien.

Aus Deutsh-Südwest afrika wird dem“ „W, T. Y.- amtlih gemeldet: An Typhus sind gestorben: Sergeant Rudolf Kiefel, - ge- boren am 10. 4. 1875, früher im S Ene N 3 au 30. Oktober in Grootfontetn; Gefreiter Wilhelm Goller, geboren att 6. 7. 1870, früher im 7. bay:rishen Infanterteregiment, am 16. No- vember in Windhuk; Gefreiter Wilhelm Bruns, geboren am 16. 1. 1882, früher im Füsilierregiment Nr. 37, am 24. Oktober in Epukiro; Reiter Georg Vogt, geboren am 22. 1. 1884, früher im Feldartillerie- regiment Nr. 42, am 18. Novembec in Otjimbinde. e Herz- s{mwäde gestorben ift ferner Reiter Wilhelm E cs am 13. 8. 1882, früher im Kürafsierregiment Nr. 5, am 4. E er q i zombe infolge Hißschlags. An Darmblutung ges orben i Otjinamangom ge Vibß „An L Snfanterie: Reiter August Woithe, geboren am 17. 6. 1882, früher us fa! a G regiment Nr. 155, am 4. November bei Ra Su R fallen ist Gefreiter August Steiner, geboren am 9. L L E im 5. bayerischen Infantecieregiment, am 15. November bei tambaka. Vermtißt würde Reiter Bruno Bru>mann, N S 2 G 1881, früher im Trainbataillon Nr. 3, am 22. Oktober bei korero beim Einzieben der Vichwache.

Prinz-Regent empfing

eW. D: B:““ meldet, ‘im. | des M

Der

/ Oesterrei<-Ungarn,

Zu Beginn der vorgestrigen Sißung des österreihishen Ab- eordnetenhauses wies, wie „W. T. B.“ meldet, der Vizepräsident aiser unter lebhaftem Beifall des Hauses die am Tage zuvor von

dem Abg. Pernerstorfer vorgebrachten Beschimpfungen der Dynastie zurü>, die gewiß mit Recht die Entrüstung aller Ab- geordneten hervorgerufen hätten. Der Vizepräsident spra sein Be- dauern darüber aus, „daß es infolge der lokalen Verhältnisse unmöglih sei, vom E des Präsidenten aus den Ausführungen der Redner genügend zu folgen, um ihnen in allen Fällen entschieden entgegentreten zu können, erteilte dem Abg. Pernerstorfer nah- träglih einen Ordnungsruf und drü>te sein Bedauern gewiß auh< im Namen des ganzen Hauses über die no< nie dagewesene un- qualifizierbare Art aus, wie der Abgeordnete im Hauje gesprochen habe. Der Ministerpräsident von Körber erklärte: obwohl der Präsident den in seiner Abwesenheit gefallenen, niht scharf genug zurüzuweisenden Ausführungen des Abg. Perner- storfer die na< der Geschäftsordnung zulässige Zensur habe angedeihen lassen, könne er do<h nit umhin, * folgendes zu bemerken: Es steht einer Partei, wel<e den fkonftitutio- nellen Einrichtungen alles verdankt, s{<le<t an, den Fundamentalsatz des Parlaments zu verleßen, daß die Krone und die Dynastie nicht in die Erörterung einzubeziehen sind. Wenn das aber noch dazu in so gröblicher, jedes bessere Gefühl empörender Weise geschieht, wie dies am Freitag der Fall war, so kann darin ni<ts anderes erbli>t werden, als daß aud auf dieser Seite auf den Mißbrauch der Verfafsungs- mäßigkeit höheres Géwicht gelegt wird als auf die ungeheuren sitt- lihen und wirtschaftlichen Erfolge, die ein ehrlicher und aus forg- fältiger Uebung entstandener Gebrau der dec Volksvertretung zu- stehenden Rechte allen Schihhten der Bevölkerung sichert. Den Glanz der uralten Dynastie Habsburg wird niemand. verdüstern können, (Lebbafter Beifall.) Dem jeyigen Träger der Krone aber, urserem erhaberen Morarchen, bringt die Gezenwart, bringt die ganze gefittete Welt fo unbegrenzte Verehrung entgegen lebhafter Beifall —, daß jeder Versuch, diese hchre Gestalt zu verdunkeln, von vörnberein dem s{limmsten Schi>ksal, nämlich der Lächerlichkeit verfallen ift. (Lebhafter Beifall.) Wenn i aber troßdem der allgemeinsten Entrüstung über das kläglihe Beginnen vom Freitag Ausdru> gebe, so folge ih der Stimme des Volkes, die mit ihrer ganzen Kraft verlangt, daß cin solcher Frevel an scinen heiligsten Empfindungen von dieser Stelle gebrand- markt werde. Jn der hierauf fortg-\chten Debatte über die Regierungserklärung wandten sh die Abgg. Demel und Erb gegen die Slavisierungsbestrebungen der Regierung. Die Regierung müsse endli einschen, daß man über die Deutschen in Oesterreich ni<t zur Tagesordnung übergehen löônne. Dec Abg. Drerel

bedauerte, daß die Néein - Korrektion in Vorarlberg nicht vorwärts komme. Der Abg. Tambosi erbli>te nur in der Gewährung einer eigenen, möglihst weitgehenden Autonomie

für das Trentino ein Mittel ¿zur Wiederberstellung des Frieders in Tirol. Der Abg. Pernerstorfer bes<hwerte si über den ihm er- teilten Ocdnurgsruf und erklärte, die ‘Sozialdemokraten zögen die Krone so selten wie möglih in die Debatte und hätten bei der De. batte über die Nebernahme der Protektion des katholischen Schulvereins dur den Erzherzog Franz Ferdinand den Standpunkt vertreten, daß auch ein Erzherzog eine politishe Ueberzeugung haben und verteidigen fönne. Sie verlangten aber die Aufbebung des Paragraphen 64 des Strafgeseßbuches, weil der Volksvertretung eine Kritik des Verhaltens auch bei Mitgliedern der Dynattie gestattet werden müsse. Gegen den Monarchen wende sich keine:lei Demonstration der Sozialisten. Ste würden sh aber dur niemand Schre>en einjagen oder abhalten lassen, die Wahrheit zu sagen und alles, was sie für {let hielten, zu bekämpfen, auh bas Regime Körber. Der Minister- präsident vonx Körber erklärte, er glaube, daß das Haus mit ihm diese Erklärung des Abg. Pernerstorfer als eine auftlärende Ergänzung dessen ansehen werde, was diefer am Tage vorher vorgebracht habe. Gegen- über feinen sonstigen Ausführuvgen bleibe jedoch das aufre<t, was ec (der Ministerpräsident) heute gesagt habe. Der Abg. Lindner sprach für die Aufhebung der flavishen Parallelklass-n und die Schließung der italienishen Rechtéfakulität in Innshru>. Der Abg. Graf Sterns, berg erhob gegen den ihm am Freitag erteilten Orduungsruf Ein- spru< mit der Erklärung, er sei stets ein treuer Anhänger der Krone und der Dynastie gewesen. :

Bei der gestern in Prag erfolgten Eröffnung des vom räsidenten der Böhmischen Akademie der Wisse! schaften lavfa gegründeten Kollegiums für czehishe Hoch-

s<hüler hieit der Landsmannminister von Randa eine Rede, in der er ausführte, das czeishe Volk sei auf wissenschaft- lihem Gebiete zwar cin Le doh kein großes Volk, daher sollten die Studenten' fih nicht von den Vorurteilen Unreifer beeinflussen lassen, sondern sich die Sprachèn großer Kulturvölker aneignen, um ihren Horizont zu erweitern. Die Rede wurde mit Beifall aufgenommen.

Aus Budapest wird dem „W. T. B.“ berichtet:

Der Ministerpräfitent Graf Tis za und der Präsident des Abge- ordnetenhauses Perczel sind, cls fie am Sonnabend im Liberalen Klub erschienen, mit lebhaften Ovationen empfangen worden. Zwölf Abge- ordnete haben ihren Austritt aus dem Liberalen Klub angemeldet, darunter Graf Julius Andrassy, Graf Theodor An- drassy, Graf Ludwig Batthyany; v!er Mitglieder der Volks- partei, Graf Johann Zihy, Graf Friedrich Wilcz-ek, Geza Szüllo, Paul Meßleny, baben ihren Austritt aus der Partei angemeldet nit der Motivierung, daß die ablehnende Haltung der klerikalen Volkspartei gegenüber der Revision sie zwinge, aus der Partei auszutreten. i

, Die vereinigte Opposition bes<loß vorgestern naht cin- stimmig, an den König eine im Unterhause einzureihende Adresse zu richten, in der wezen des Verfafsungsbru<s die Entfernung inisterpräsidenten gefordert wird; ebenso wurde ein Manifest an die Nation beschlossen.

„Die ter liberalen Partei angehörenden Mitglieder der Bürgerschaft von Budapest hielten gestern einc sehr zahlreich besuchte Versa:nmlung ab und nahmen eine Refolution an, die die Döóbstruktion, diejede parlamentarische Tätigkeit, ferner die ruhige Arbeit der Bürger sowie den wirtschafilihen Fortschritt hemme, verurteilt und die staatamännuische Aktion des Ministerpräsidenten zur Unterdrückung diefes Mißbraucses billigt. Die Bürger, besagt die

eiolution weiter, geben der Ueberzeugung Auéd1u>, daß der in dieser Nichtung erfolgte erste Schutt des Ministerprcösidenten, wenn er ‘au die Hausordnung außer acht lassen mußte, unabweislih wax und aus zwingenden Staatsärücksichtea ges>chen mußte. Die Bürgerschaft gn ihrem Vertrauen gegenüber der liberalen Partei und derea ührer, dem Grafen Stefan Tisza, und der Ueberzeugung Ausdru, daß er das begonnene s{<were Werk, bei dem ihn vie BVürgerschait mit patriotischer Begeisterung unterstüßen werde, zu einem befriedi- genden Abschluß bringen wecde. Die Annahme erfolgte mit großer Be- geilterung. Der Ministerpräsident GrafTiósza hielt hierauf eine Ansprache, worin er seiner teudz Ausdru> gab, daß die Bürgerschaft der Haupt- stadt sein Vorgehen billige, er sehe, daß auch die Bürger des ganzzn Landes ihm Beifall zollten, daß er mit Veil‘ßung der Formen einen Ausweg zur ruhigen Arbeit gesv%t uad gefunden habe. Von Staats- streich könne keine Rede sein bei einer Aenderung der Geschäftsordnung die von fafitöfen Elcmenteu dazu benußt wurde, um jedes ruhige Arbeiten für das Wohl des Landes zu hemmen, Die Obstruktions-

leute, die den König in die Frage hineinzerren wollten, begi i eine häßliche Illoyalität gegenüber dem König und verléten aues gründlichste die Souveräzetät des" Parlaments. Dié liberale Partei habe thre Pflicht getan. Vom Urteil des Landes werde es nun ab- hängen, ob diese Zat zu einer reineren und erfolgreiheren Zukunft führen werde. Die Nation werde ihren Willen in sol< ge- bieterishec Weise kundtun, daß ih vor ihm jedermann werde beugen müssen. Die Lösung großer Fragen stehe bevor, und es jei äußerst wichtig, daß in diesem Augenbli> eine afktions-

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fähige ungarische Nation dastehe und der, der für die Führung des Landes verantwortlich sei, eine kräftige, aufwärtsstrebende Nation hinter si habe. Der Ministerpräsident kehrte von der Versammlung ¿u Fuß nah seinem Palais zurü>. Dabei bereitete cine große Menge dem Ministerpräsidenten lebhafte Huldigungen, eine kleinere Gruppe aber, die hon während der Versammlung vor dem Gebäude lärmende Kundgebungen veranstaltet hatte, empfing den Ministerpräsidenten mit Abzugsrufen; au< wurden Scneebälle gegen ihn geworfen. Die N trieb die Nuhestörer- mit ter blanken Waffe auseinander. Vierzig Personen wurden verhaftet.

Großbritannien und Frland.

Die Untersuhungskommission hielt vorgestern, wie

¿W. T. B.“ mitteilt, in Hull eine Sißung ab, um das Zeugnis von drei weiteren Zeugen zu hören, die jeßt zum ersten Male seit dem 21. Oktober aus der Nordsee zurü>gekehrt

sind. Die Führer der Fischdampfer „Majestic“ und „Avon“

beschrieben den Schaden, der ihren Fahrzeugen durch die Kanonade der Russen, die 20 Minuten gedauert habe, zugefügt sei. Der E von den beiden Kapitänen sagte aus, daß er mehrere große Fahrzeuge um 81/2 Uhr am Abend des 21. Oktober gesehen habe vor der Ankunft der Kriegsschiffe, die das ( öffnet hätten. Der Nechtsbeistand wies darauf hin, daß dies der einzige Zeuge sei, der erwähne, daß er so früh am Abend große Dampfer geschen habe. Der Steuermann vom Fischdampfer „Kennet“ sagte aus, er habe um 7 Uhr Morgens nah dem nächtlichen Angriff am 21. Oktober einen fremden Dampfer mit 2 Masten und 2 Schornsteinen, alles {warz angemalt, bis auf den einen Schornstein, der eine etwas hellere Farbe gehabt habe, in cinem Abstand von ungefähr 11/2 bis 2 Seemeilen gesehen. Dieser fremde Dampfer habe sich dem „Kennet“ genähert und einen Schuß abgefeuert, der dicht bei seinem Mast vorbeigegangen sei; darauf sei der Dampfer in südwestliher Nichtung fortgedampft. Andere Fischdampfer seien zur Zeit nicht in der Nähe gewesen.

i Frankreich.

In der Deputiertenkammer stand am Scnnabend das Budget des Ministeriums des Jnnern zur Be- ratung. Bei dem Kapitel „Präfekten“ kam der Deputierte Gauthier de Clagny (Nationalist), wie „W. T. B.“ be- richtet, auf die Fraze der Angcbereien im Heere zurü> und

, verlangte, daß Maßregeln gegen diejenigen Beamten ergriffen

würden, die mit den Freimaurerlogen korrespondiert hätten. Der Ministcrpräsident Combes N für die Regierung das Recht in Anspruch, bei den Präfekten, Unterpräfekten und Bürgermeistern und in reaktionären Gemeinden bei ange- sehenen Einwohnern, die das Vertrauen der Republikaner enießen, Auskünfte einzuholen. Die Unterpräfekten hätten lane von angesehenen Einwohnern erteilten Auskünfte zu kontrollieren. Die Beamten, die den Freimaurerlogen Notizen geliefert, hätten cinen Verweis erhalten ; sie sollten nur mit der Regierung korrespondieren. Den einzelnen Ver- waltungszweigen sei anempfohlen worden, nuc Republikaner als Anwärter für den Dienst bei ihnen anzunehmen. Das Kapitel wurde hierauf nah der Regierungsvorlage mit 360 gegen 194 Stimmen angenommen. :

Jn Epernay A gestern der Justizminister Vall6 auf einem daselbst abge altenen Bankett eine Ansprache, în der er über die ministerielle Solidarität sprah und sagte :

Alle Minister ohne Ausnahme hâäiten si zur Mitarbeit an dem Werke der Befreiung im Sinne des Laientums und der fozialen Ent- widelung bereit erflärt. Jeder opfere persönlihe Wünsche diesem gemeinsamen Ziele. Auf ren Vorwurf, daß die Regierung mit den Sozialisten gute Nachbarschaft halte, sci zu erwidern, daß cs thr Recht sei, fi mit allen Dienern der Republif zu verbünden, die ent- e seien, für die Verwirklichung desselben Programms tätig zu sein.

Später ergriff der Handelsminister Trouillot das Wort und führte aus:

ie Einigkeit des Kabinetts zeige ih in dem Vereinsgefeße, dem mas#tvollflen Werke, das die Republik in den 34 Jahren ihre Bestehens geschaffen habe. Er hege die Zuversicht, daß die gegen die Borherrschaft der Geistlichkeit gerihtete Politik zum Siege der radikalen Partei führen werde.

Der Marineminister Pelletan erklärte:

Gr'trete für die Politik des gegenwärtigen Kabinetts ein; dessen Anne seien au<h die der Republik, seine Feinde au Feinde der

Stra E Den aufrichtigen Katholiken solle alle Freiheit gelassen werden. A Die Ausführungen der drei Minister wurden mit leb- haftem Beifalle aufgenommen.

Nuß!and. j Gestern: abend verhandelte, wie dem „W. T. B.“ aus Charkow gemeldet wird, die dortige juristische Gesellschaft in

der Universität über ein Telegramm an den MAEN Znnern wegen der Zemstwoberatungen in St, Peters- burg. Die Si 0 verlief sehr stürmish. Das Publikum lärmte und pfiff, sodaß der Vorsißende die Sizung lob: Die Polizei forderte darauf die Anwesenden auf, den Saal zl verlassen; diese Aufforderung wurde nur teilweise befolgt,

einige Arbeiter stürmien in den Saal; ein kleiner Teil Anwesenden zog dann unter Vorantragen einer roten a ne durch die Straßen, wurde aber von dem Publikum zerstreut.

Türkei.

e 0 Note an die deutsche Botschaft ist, Mee Meldet, in der Angelegenheit des

auf den Missionsdirektor E>ard in Urfa der Major, unte dessen Augen Ecard mißhandelt wurde, abgeseßt und die [uldi en Soldaten ins Gefängnis geseßt worden, um m em Major zusammen vor Gericht gestellt zu werden.

Rumänien.

Laut einer amtlicen

Das Parlament ist zum 28, d. M. einberufen worden Fj

E pervifet Amerika. ies , U. der feierlihen Enthüllung des Standbi Friedrichs des Großen in Waspinyton wurden vorgestet/ wie „W. T. B.“ berichtet, der General bon L ówenfeld und A

e von Sch mettow, der deutsche Botschafter Freihe Spe> von Sternburg“ und der Präsident Roosevt: dur Kavallerie-Eskorten nach der Esplanade vor der e Qule geleitet; zwei Batterien feuerten Salute von 12 =_ und 21 Schuß. Nach einem : Us Satterlee hudigte der Generalmajor Gillespié militärischen Genie Friedrichs des Großen und führte d

Í Militär? ; die Gemahlin des deutshen Botschasters oaptenn L Uni E

dienenden deutschen und amerikanischen Flaggen e d Í

irompeter eine Fanfare bliesen, zu der Statue;

üllun ih, als die Gemahlin des Botschafters an der

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euer um Mitternacht er-

Ucberfalls

Gebet des Bischofs