1904 / 274 p. 16 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

n einer unter dem Vorsiß des Wirklichen Geheimen Rats, A von Bergmann ab kaTiegen Sizung des Verbandes für erste Hilfe (Sanitätswachen, Unfallstationen und Rettungs- sellshaft) wurde für die Neugestaltung und T des gefamten Berliner Krankenbeförderungêwesens eine besondere Abteilung für

Krankentransport eingerichtet, zu deren Vocsißenden der Direktor -

Max Schlesinger gewählt worden is. Nachdem no< in le e ai E Mühericen gewerblihen Krankentransportunter- nehmer si< der neuen Organisation “unterstellt haben, wird der Krankentransport Berlins und seiner Nachbarorte sih nun- mehr einheitlich - gestalten. Eine Vogenge Verbesserung, wie sie fonst -firgends besteht, wird dadur< geschaffen werden, daß in Zukunft die Krankenwagen und Begleitmannschaften in den eigenen Anstalten der einzelnen Depots na< jedem Transport, ohne Rücksicht auf die Natur der Krankheit, einer gründlichen Desinfektion unterzogen werden, sodaß die jeßt no< vorhandene Möglichkeit einer Uebertragung von Krankheitserregern als beseitigt gelten darf.

Um die Liebe zur heimatlihen Scholle zu we>en, hat der Bürgermeister Schulz in Fischhausen (Ostpreußen) einen nah- abmenêwerten Verfu gemaht, über den er selbst in der „Deutschen Städtezeitung“ folgendes berichtet: J habe in diesem Frühjahr an 34 hiesige Volkéshulkinder 20 Mädchen und 14 Knaben e ein Gartenstülkhen von etwa 35 qm zur Selbstbewirt- shaftung ausgetan. Der Ader liegt unmittelbar an der Stadt, also ni<ht nur den Kleinen bequem, fondern au< unter den Augen des Publikums. Und zwar habe ih den 10 bis 14 Jahre alten Kindern \òwohl das Land, als auch die Ausfaat, je na< Wunsch Kartoffeln (9 Zentner), Gemüse und Blumen, Fostenfrei überlassen. Sie dürfen mit diefen ihren Aerstü>kchen während des Wirtschafts- jahres ganz nah Belieben schalten und walten ; was sie ernten, ist ihr unberkürztes Eigentum. Nur müssen sie alles ohne Ausnahme, vom Vermessen und Einteilen des Planes bis zur Ernte, felbst ver- rihten. Erwad)sene Personen, insbesondere Eltern und Ge- \{wister, dürfen zwar Nat erteilen, aber mit feinem Finger helfen. Daß die Kinder si gegenseitig Hilfe leisten und au< fonstige Altersgenossen hinzuziehen, ist dagegen nicht nur gestattet, sondern so- gat erwünscht, Denjenigen, die ihre Sale am besten machen, hatte < zum Herbste eine kleine Prämie zugesagt. Es ist mir \{ließli< {wer gefallen, die besten herauszufinden, da \i< fast alle Kinder große Mühe gegeben hatten. Es war eine wahre Freude, zu beob a<hten, mit wel<hem Eifer die Kleinen während des ganzen Sommers gruben, pflanzten, gossen, jäteten, und {ließli ernteten. Das veranlaßt mich, den diesjährigen Éleinen Versuch bei uns womöglich zu einer dauernden, re<t vielen Kindern. zugute kommenden Einrichtung zu machen und au die Oeffentlichkeit für diese Satte zu interessieren. Der Land- wirts<aftsminister hat mir bereits für das nächste Jahr eine Staats- beibilfe von 100 Æ überwiesen. J< würde es sogar eines Versuchs für wert halten, sämtlihe Schulkinder, insbesondere Volks\hüler, die ein gewisses Alter, etwa 8 Jahre, erreicht haben, zuzuziehen, gleihvtel

ob arm oder nicht arm, und zwar, soweit irgend mögli, allerorts. Auch die wohlhabenden Eltern würden mit geringen Aus- nabmen sicherli<h damit einverstanden sein. Die einzelnen -

At>erstü>kden müßten, na< dem Lose verteilt, ganz durcheinander liegen, vielleiht nur die der Mädchen und Knaben getrennt. Aufseher und eventuell au< Oberaufseber, aus der Mitte der Kinder En, hätten ih gegen eine fleine, von allen aufzubringende aturalvergütung der Ueberwachung der Anpflanzungen mit besonderer Sorgfalt zu widmen. Es könnte sogar, wenigstens « Lame, ein aus den ältesten Kindern zu wählendes riht* bestellt werden, das über etwaige Ordnungssirafen (Ent- ziehung von Früchten usw.) zu beschließen haben würde. Was hier nur kürz sfizziert ist, warum es am besten so und nicht anders sein kTônne, werden die Kinder bald einschen, eiue Erkenntnis, die im späteren Leben ihnen und der Allgemeinheit nur beilsam sein dürfte. Vor allem aber halte ih außerordentli<h viel davon, und das war der Beweggrund für meinen Verfuch, daß die Kinder {on in den frühesten Jahren Gelegenheit haben, an der Hand der großen Lehrmeisterin Natur das Selbstwirtschaften, inébesondere den Wert und die E eigener praktisher Arbeit s>äßen- und dadurch Landwirtschaft und Gartenbau kennen und lieben zu lernen. Ferner wid dadur) den Kindern das Streben rach einer eigenen Scholle eingepflanzt, und das Miteinanderarbeiten weist sie von selbst hin auf den Schuß fremden Fleißes und Eigentums. Jung gewohnt, alt getan. Es ist eine alte Erfahrung, daß, wer erst einmal den Reiz des Eigenbetriebes von Land- und Gartenwirtschaft mit all seinen Freuden und Ent- täushungen re<t genessen hat, si ihm faum jemals mehr völlig entziehen kann.

Danzig, 21. November. (W. T. B.) In der vergangenen Nacht brah in den Nordischen Elektrizitäts- und Stahl- werken auf dem Holm Feuer aus. Die dadur herbeigeführte Betriebsstörung im Walzwerk wird voraussfihtli<h drei Wochen dauern. Der Betrieb des Stahlwerks ist ungeft ört. Arbeiter- entlassungen werden nit erfolgen.

Greifswald, 19. November. E T. B.) Gestern früh ftrandete auf tem Puttgerdenriff der in London beheimatete “Dampfer , lintshire“, mit S{hwefel von Memel nach West- harilcpool bestimmt. Da der Bergungsdampfer „Rügen“ an der hinterpommerschen Küste beschäftigt war, ist der in Gjedser \tationierte Ba mes tmarkel6dorf ist eb CLG! Ung abgegangen. E c ermarke orf- etvensalls ein ampser ge- strandet, dessen Name uoch unbekannt ist. f 4

(W. T. B.) Der „Frank- den 20. d. M. gemeldet: Gegen 104 Uhr exvlodierte in der nahe bei Weißkirchen ge- legenen Bronzefabrik T LPllower u. E ein Kessel. L wer und einer tôtli<h verleßt. Die Explosion ist auf die Entzündung giftiger Gase wrüzufübren

x

Cöln, 19. November. (W. T. B.) Heute naGmiltag fl t am Heumarkt ein Neubau ein, der [ünf Arbeiter e iee Trümmérn begrub. Der Feuerwehr gelang es, die Ver-

shütteten, die teils schwere, teils leichte Verleßungen erlitten hatten," aus ihrer Lage zu befreien. i :

New York, 20. Ncvember. (W. T. B.) Der Dampfer „Sicilian Prince“, mit 612 Passagieren von Neapel, Palermo und Marseille an Bord; ist eine Meile östlich der Rettungsstation Long Beach in der Nähe der Feuerinsel gestrandet. Ein Schleppdampfer is dort eingetroffen, um

n, bei Hochwasser das Schiff abzushleppen. Der e befindet fich in günstiger Lage. Die OE ist ruhig. Eestern morgen brah in einem dreistö>igen

tagerbhausfe in Brooklyn Feuer aus, das sih vier anderen Dea teitteilte Die Insassen der leßteren haben sih E scheinlih alle gerettet; in dem ersteren fand die Feuerwehr zwölf Leichen. Der Tod war dur Ersti>ung eingetreten. Die Häuser waren meist von italienischen Arbeitern bewohnt.

zu ver-

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Wetterbericht vom20. November 1904, 8 Uhr Vormittags,

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Wetterbericht vom 21. November 1904, 8 Uhr Vormittags.

Ein Maximum von über 774 mm liegt über dem Balkan, ein Minimum von unter 727 mm über Lappland. In Deutschland ist das Wetter trübe und ruhig; an der Küste wehen stellenweise starke Winde, im Norden mild, im Süden kalt. Fortdauer wahrscheinlich.

Deutsche Seewarte.

Mitteilungen des Aöronautishen Observatoriums des Königlichen Meteorologis<en Instituts,

j veröffentli<t vom Berliner Wetterbureau. Drachenaufstieg vom 20. November 1904, 84 bis 95 Uhr Vormittags:

; a / , Seehöhe . . .| 40m | 500 m | 1000 m|2000 m [2500m | 3120 m Temperatur O 6,7 4,2 00 —20 25 9 Rel. Fchtgk. (0/0) | 91 91 97 100 23 De Wind-Richtung . | S8W W- |--W W W W Geshw.mps D 12 16 18 etwa 25

immel fast ganz bede>t; Wolken beim Aufstieg zwischen 1300 und 500, beim Abstieg zwischen 2100 und 450 m Döbe; über der Wolkende>e Temperaturzunahme von 6,5 bis 1,7 0, y

ESE = S E ÉE = 9e s . m, E s Name der S2 e B E: L Name der ES Wind- Es Beobachtungs- E i 9 Wetter E O ZCE Beobachtungs-| 2 #E| S ation [288 Wind- S S der leßten fiation Bis Wind- der [eßten SS Z| flârke S S"| 24 Stunden stärke 24 Stunden 0E S 2H mm o Borkum . . | 760,4 SW 3bede>t 8,11 1 |Naqts Niederschl. SW 2hbede>t Nachts Niederl. Keitum 798,3 |NW 6b\bedekt 7,91 \Vorm. Niederschl. 56, 5 meist bewölkt Hamburg . . | 760,7 |WSW 4/bede>t 5,8 [Nachm. Nieders{[. 50 Swinemünde | 759,8 |WSW 4 Regen 64| 1 | Regenschauer 57,3 0 Vorm. NRügenwalder- 5 münde . 758,5 |SW 4wolkig 6,6) 3 |Nachm. Niederschl. münde . , | 7562 |SW bede>t D; Neufahrwasser} 758,1 |SW 3|wolikig __6,9)_1 Nachm. Niederschl. | Neufahrwafser| 756,2 |SW 4|wolktg 4, Memel . 754,8 (WSW?7 halbbed.| 6,6| 7 |Nahm.Nieders<l. | Memel 53,9 6|w 5, Aachen . . | 764,6 SSW 4bede>t | 6,0| 0 | meist bewölkt ¿4762/3 2 Bi Hannover . . | 762,7 |WSW2 bede>t 6,8 1 [Nachts Niederschl. | Hannover . 4 |WSW2 4; Berlia . ._. | 762,2 /WSW2 bede>t 6,8 1 |Vorm. Nieders{l, | Berlin. 59,3 3\wolfig 5 Chemniy . . | 76,5|S 2hbede>t 2,6| 0 | meiit bewölkt e 762,9 3\Regen 2 Breslau . . | 764,0 |SW 2 heiter 4,1] 0 | metst bewöltt 761,0 W 9 4, Bromberg . | 761,0 SW_ d[bede>t | 6,8| 0 | meist bewöikl 758,8 |[SW 2 4, Mey . . . | 767,8 |[SW 2\Nebel —3,2| 0 |Vorm. Niederschl. Ae Odi 2 D; Frankfurt, M. | 766,4 |/(SW 3\|bede>t 1,66| 0 | meist bewölft Frankfurt, M. | 763,1 3/bede>t Karlsruhe, B. | 767,1 (SW 2\wolken!.|—1,2| 0 [vorwiegend heiter Karlsruhe, B. | 763,1 München ._.| 767,2 |SO 2heiter | —4,6| 0 vorwiegend heiter d A/-763/0. S (Wüilhelmshayv.) e ilbelmshayv. Stornoway . _754,5 [NNW 6 Schnee | —0,6| | meist bewölkt Stornoway . | 757,3 |Windst. ; ts Kiel i Malin Head | 761,4 |WNW 7 wolkig 3,3| Chelt Nieders{l. | Malin 756,3 |WSW 3 bede>t Reg Wustrow i. M.) E E Wustrow i. Valentia , 761,0 /SW 3\wolkig 9,0| Nachm. Niederschl. | Valentia . 761,0 3 é N (Königsbg., Pr.) Scilly . 766,3 [N 3\wolkig 10,0} \anhalt. Niedershl. | Scilly .. 763,8 (Cassel) Cassel Aberdeen . 756,4 |WSW 3 heiter 0,0] Aberdeen . . | 755,9 |WNW 3|bede>t E i L (Magdeburg) S Shields 759,9 |[SW 2|wolkig 3,3| | meist bewölkt Shields 756,6 |SW 2 (GrünbergSchL) Holyhead . . | 759,0 [W 2\halbbed.| 3,3| meist bewölkt 759,0 |[W halb bed. ats (Mülhaus., Els.) Mülhaus., Els. Isle d'Aix . | 765,5 |O 3/heiter 0,5|_0 vorwiegend heiter | Isle d'Aix . 764,0 S 3\bede>t (Friedrichshaf.) edrichshaf. St. Mathieu | 766,1 |W 2\bede>t 10,4| 0 | meist bewölft St. Mathieu | 763,7 /NW 3 beroölft _—___| |GBamberg) Grisnes„._. |__— S L Me beroBITE Grisnez 7629 S 2wolkig bewölft Paris . . . |/763,8 |S 2\bede>t 4,0| 1 _— bede>t Vlissingen 761,7 |W 2halbbed.| 6,1 0 B Helder . 761,9 |[WN2LB8 3 wolkig. 90! 4: —- 3 : ate Bodoe . . [727,5 |NW 7lbededt O D Christiansund | 745,9 |WNW 6\bede>i 1,8| 14 udenes . . | 749,9 |[W 5\wolfig '47| Skagen . .| 7514 |NW Gegen | 5,0| 2 ? —; -Vestervig . . | 754,0 |/W s8shalbbed.| 5,a| 2 A Kopenhagen . | 756,0 |WSW 5 |bede>t 59 3 S Karlstad . 747,9 |W 4|hetter 2,20 ) Stoctholm 746,8 |SW 4wolkenl.| 2,0| 0 48,7 2 2 Wisby . . _.|-749,7 /NW 2wolkig 000 iW 6\[wolkig Hernösand . | 739,1 W 4wolkenl.| 0,0 0 49,2 |Wiudst. \bede>t | —14| 0 Haparanda | 728,1 /W 2\wolkznl.| —5,0| 0 e 743,1 3 Iiga . 755,6 [WSW3 wolkenl.| 3,6) 1 | > [761,3 SSW 1 Z Wilna . . . | 756,1 |SW Ubbede>t D Wilna . . 757,3 |SW [1 Pinsk 762,1 |SW [bede | 258| 1 27607 1 Petersburg . | 740,5 |WSW 2 bede>t Dg -_ |_747,7 Wien . | 768,1 [Windit. [Nebel LI 0 2A 1 Prag . | 7666 SW 2heiter 220 7620 W 8 Rom 769,4 N __3[wolkenl.| 1,6| 0 E 3 Florenz 769,5 |SO 2|wolkenl.| 2,6| 0 S 1 Cagliari ¿ . | 769,5 |NW 4wblkenl.| 7,3 0 E 3 Cherbourg” . | 765,9 NW 3bede>t | 10,0 2 1 Clermont 769,3 |It 1\wolfent.| —5,8| 0 | L Biarriy 766,7 |S 2|bede>t 12,2| 0 E Nizza 767,9 D 1\wolfenl.| 6,3 0 _— Krakau . . . | 763,0 |W 1ibeded>t 0,21 04/5 Se Lemberg . . | 763,2 |[SSW 1 [Dunst 0,0| 0 Hermanstadt | 769,1 |D Le Triest . . . | 764,1 Windft. |bede>t 10,4| 0 E Brindisi. | 766,0 SSO 3woltig | 6,8| 0 E Livorno 763,1 |SW 6\wolkig 146 0 E Belgrad .… | 770,3 |SO lhheiter | —1,6| 0 S Helsingfors . | 746,3 |W 2halbbed.| —2,2| 0 S Kuopio . . . | 742,3 |SW 1 bede>t —1,0| 4 O A2 Zürich . ._. 7688S L1Nebel |—3,5| 0 L Gen | 768,9|S 1\wolkent.| —2,0| 0 6 Lugano . , . | 768,2 NW 1|wolkenl. 0,0} 0 P RUOano E Ta Säntis. . .| 5649 |SW- _6\wolkenl.| —1,2| E E R En E Warschau . . | 762,4 [SW 2 |bede>t 9,1 f E Portland’ Bill| 766,0 |NW 2\wolfkig 8,3] E 62,9 t

gtarima von über 767 iber Südwest- und Südoft- Me ein Minimum von Ee M Di Sue dem D i RNegg" Deutschland ist das Wetter ruhig, trübe und mild, vielfach

tgen gefallen. Mildes, etwas aufklarendes Wetter wahrscheinlich.

: Deutsche Seewarte.

Mitteilungen des Aöronautishen Observatorium, des Köntglichen Meteorologishen Instituts, veröffentlicht vom Berliner Wetterbureau.

Dracenaufstieg vom 21, November 1904, 83—11 Uhr Vormittags:

Station 40 m

Temperatur (0) Vi 4,6

Nel. F<htgk. (0 Wintooli e

x Ges: <w.mps

Stratocumuluswolken ¡unahme von 7,6 bis

| 600 1a | 1000 m/2000m 12500 319028 j 35 | 08 |—36|—64|— Be 83 82 70 75 92 E WSW |WNW|WNW |WNW|WNW |WN

4 42 16 19541 11 bis 2600 m Höhe, darüber Teimperatur- 4,3 0, E

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