1904 / 277 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

| viel unnüße Arbeit wird getan. Zl “weißen V latt Papier. Der Vorredner weist {on darauf hin, daß in allen - deuts<en Staaten solhe Maßregeln getroffen werden sollen; das würde allerdings viel Segen stiften. Der Generalstab soll zum Sammeln blasen. Ein solcher Generalstab kann fehr viel unnüße Arbeit, die jebt ersplittert ist, verhin dern; aber ein tüchtiger Moltke muß allerdings fn der Spige stehen. Was soll der Generalstab tun ? - Ach,‘ meine lieben Herren, ih könnte ein paar Stunden darüber reden, so unermeßli< groß is die Zahl der Feinde, die über Hunderttausende von tapfern Streitern E (Zwischenrufe im Zentrum.) Meine lieben Brüder von der katholischen Kirche, wir haben verschiedene Regimenter, aber wir {lagen gemeinsam. Wir wollen kein Sammelsurium von Humani- tätsduselei. Du liebes Abgeordnetenhaus hast [neuli< einmal einen großen Tag gehabt, das kann man ja nit immer von dir fagen;

s au hier wieder. Der erste Punkt dieser Aufgabe A Ecbalting des deutshen Familienlebens. Wo es am Versinken ist, toll es in die Höhe gehoben werden, und

o es in Blüte steht, sol es vor dem Versinken bewahrt werden. H fönnte da {warz in <warz malen, aber ih will es nicht tun. Weiter 2) erhalten werden die Liebe des deutshen Mannes zur eigenen Scholle, die heute noh unausspre<li< groß ist: Ein no< größerer Scha, meine lieben Freunde, sind die deutschen Frauen ‘die deutschen N raub die ihres Mannes Stütze in s{<weren

eiten sind. Man darf nicht vergessen, daß es au< no< gute deutsche Mütter gibt. Heute ist es freilich vielfah so, daß ein großer Teil hon nit mehr für die Erzichung seiner Kinder sorgt. Da stand neulich einer meiner lieben Brüder am Sterbebette eines 17 jährigen Jungen, der am Typhas daniederlag und immer sagte: Gott ver- damm’ mi, Gott verdamm? mich, Gott verdamn' mih! So ist es jeßt Mode. So sieht es in manchen Arbeiterkreisen aus. Da haben wir alle die größte Ursache, Abhilfe zu schaffen. Kirche und Schule körnten auf diesen Gebieten gemeinsam wirken und Großes leisten. Jn diesem Zusammenhang ist die Fürsorge für gute Wohs nungen von der allergrößten Wichtigkeit. Tausende von Familien wohnen in ungeheizten Räumen. Wie soll da ein wirkliches Familienleben mögli< fein! Durh den Massenzufluß der Arbeiter von dem Osten nah dem Westen wird der Uebelstand noh vergrößert. Da kommen nun die jungen Leute na< Berlin Und anae großen Städten, wo sie keine Eltern, keine Angehörigen haben und ihr Geld in Schnaps anlegen. Ein wirksames Mittel zur Bekämpsuna ist die Ansiedelung des kleinen Mannes auf dem platten Lande. Erfahrungsgemäß drängen die kleinen Leute gar nit so sehr nah der Stadt, wenn sie auf dem Lande gut untergebracht find. Die Regierung sollte sih beeilen, ein derartiges Gese zu erlassen, es ist die höchste Zeit. Vielfah wird das Familien- [eben {on beim Militär vergiftet Jch spreche gar nit so fehr von den Soldatenmißhandlungen, diese sind ja au< sehr zu beklagen, aber die Mißhandlungen mit der Faust sind nicht die s{limmsten. Es gibt viel s{limmere. So manches junge liebe Blut kommt zu den Soldaten und bringt ein frommes Herz mit. Es gerät aber bald in Versuhung und wird“ verdorben, und wenn es zurüd>- fehrt, dann is es ‘aus. Hier müssen wir den Hebel ansegzen, wir müssen unsere jungen Soldaten mit Liebe erziehen. Denn die Armee is zwar eine Hochschule der Zuht und Ordnung, aber no< nit der Sittlichkeit. Wünschenswert wäre es auch, daß die Frauen rechtzeitig in Hauswirtschaft unterrihtet werden, um ihren Männern den Haushalt führen zu können. Das ist gleich-

zeitig ein Mittel, um die Süäuglingssterblichkeit, die heute ünermeßli< groß ist, zu vermindern. Kurz und gut: sorgen wir dafür, daß der Heiland in den Arbeiterfamilien

wieder aufersteht. Woher stammt denn das Elend in den Arbeiter- kreisen? Hauptsächlich do< daher, daß die Dampfmaschine das Hand- werk zu Grunde gerihtet hat. Was die Tuberkulose betrifft, fo haben wir jeßt für teures Geld eine große Zahl von teuren Palästen in Form von Krankenhäusern gebaut. it demselben Geld hätte man, wenn man rechtzeitig angefangen hätte, au Sorge tragen können für die große Klasse derjenigen armen Tuberkulösen, die heute tein Krankenhaus aufnimmt, die daraus verstoßen nd. Mehr als ein Drittel der Tuberkulösen wird auf die Straße ge|toßen. Auch für die armen Geisteskranken muß mchr geschehen. * Halbe Narren sind aber die Dreiviertekz

wir alle, e Narren \perrt man ein,

narren laufen ‘frei herum (Zuruf). Ja, “bei uns mat man ja au Dummheiten. Für “armen Neur- astheniker hat man no<_ nichts getan. Vor allem wird ès Sache der Kommission Tas re<tzeitig helfen und nicht

zu

rten, bis es zu |pât it. Gs“ ist ein glü>liher und guter Ge- D fe: der dem Antrag zu Grunde liegt, und ih bitte dringend um' seine Annahme. Wenn uns Gott re<te Männer gibt, dann wird aus dieser Sache ein reicher Quell ber Freude und des Segens für das anze Volk. Ich bitte Sie, den Antrag einer Kommission von S1 Mitgliedern zu überweisen, aber mich ni<t hineinzuwählen.

(Schluß des Blattes.)

Die Jubelfeier des 25 jährigen Bestehens des oElektrotechnischen Vereius“‘.

A. F. Wohl keiner aller Vereine der Welt vermag nach der verhältnismäßig kurzen Zeit eines Vierteljahrhunderts fo viele Groß- taten, eine solhe Summe wichtigster Kulturarbeit aufzuweisen, wie der Berliner Elektrotechnis<he Verein. - Es entspricht deshalb nur der all- seitig anerkannten großartigen Wirksamkeit dieses Vereins, daß das Prä- iidium des Reichstages es als nôbile officium erachtet hat, zur Jubel- feier des Vereins den Hauptsibungssaal des Reichstagsgebäudes zur Ver- fügung zu stellen. Dort versammelte sich am Dienstagabend um 6 Uhr eine glänzende Gesellschaft, den Saal und einige Tribünen bis auf den legten Plaß füllend. Auf den Pläßen der Minister und des Bundesrats hatten die zahlreichen Ehrengäste ‘waren die Neichs- und Staatébehörden, ferner munalbehörden, die Universität und mehrere tehnishe Hochschulen,- wissenschaftliche und tehnishe Vereine, Verbände und Korporationen verschiedener Art vertreten. An alle diese Ghrengäste richtete nah Er- öffnung der Versammlung deren Chrenpräsident, Staatsminister von Podbielski Worte der Begrüßung. Ein von ihm vorgeshlagenes Huldigungstelegramm an Seine Majestät den Kaiser als den Freund und Förderer der Technik und im besonderen der Elektrotechnik fand freudige Zustimmung. Es ergriff hierauf das Wort der Chef der Post- und Telearaphenverwaltung, Staatssekretär Kraetke. Er erinnerte daran, . daß fein großer Amtévorgänger Heinrih Stephan es gewesen, der im Dezember 1879 die Fnitiative zur Gründung des

efeierten Vereins ergriffen habe. Gefördert von einem Manne von Bee Genialität wie Werner Siemens, unter dem Zusammenwirken geistiger Kräfte ersten Ranges sei der Verein zu einer Triebkraft der modernen Zivilisation geworden Er habe mähtig dazu beigetragen Können und Wissen Ler Men ]bbeit ju erböben Seine Leistungen und Erfolge würden hof ) ernd einen Sporn Fors Aden und Fortschritten bilden. porn zu weiteren ie Festrede hielt der (oeamartige Botsigegde des Elektro- tehnischen Vereins, Ingenieur Emil Naglo. Sie gipfelte in iter Rüdkbli> auf die historishe Cntwi>kelung der Elektrotechnik und führte den Nachweis, wie der Zeitpunkt der Vereinsgründung kaum geeigneter e gewählt werden können, als in jenem Winter von 1879, wo na rfindung der Dynamomaschine, des Akkumulators und kurz vorher des Telephons, dur den ersten Versu mit einer elektrishen Bahn während der Berliner Gewerbeausstellung im. vorangegangenen Sommer die Bli>e allgemein auf die si hier auftuende gewaltige Perspektive gerichtet waren. Bis dahin ‘war die. Anwendung des eleftrishen Stromes im Vergleich zu heute auf die allèrbe eidenften A tültaisse beschränkt gewesen. Es waren die Errungenschäften und Ausbeuten der berühmten Gaußschen und Webershen Arbeiten aus dem Zahre 1834, die damals allein in Frage kamen, die aber, so eéhr- fürhtig ‘der Vorgänger im Laboratorium der Georgia Augusta zu

die Berliner Kom-

Dos wir sieben

Tünftleris< ausgeführt,

‘der 14 Jahre na _zahlreih emporges. Pleuen deutschen Vereine gleicher Tendenz zusammen-

Plat genommen; es

exenken ist, weil sie den O Ne Telegraphen und 1857 cie das erste überseeische Kabel entstehen ließen, obne den Pfad- finder Werner Siemens sür die Umgestaltung der Welt nicht die beutige erstaunlihe Bedeutung erlangt haben würden. Für den durchdringenden und prophetishen Geist von Siemens zeugt es, daß er zu jener Zeit, bald nah’ Herstellung der ersten Dynamo, es aussprach, es gebe nun für die Anwendung des elektrischen Stromes und für feine Erzeugung keine L lnden Grenzen mehr, es werde sogar die Zeit kommen, in der man Nahrungsmittel auf elektrishem Wege herstellen werde. Herrlich in der Tat sind die gezeitigten Fortschritte; selbst die Erfüllung des leßten prophetishen Wortes- hat si< dur die Ozonisierung des Trinkwassers und dessen \o bewirkte Enikeimung angebahnt. Der Redner gab hierauf no< in gedrängter Kürze cin Bild der Leistungen des jungen Vereins bald nah seiner Entstehung und bis in die jüngste Zeit: ein \tolzes, ohne jeden Kommentar für si ‘redendes Zeugnis von der anregenden, reihen und fruhtbringenden Tätigkeit des Vereins. Aber, so {loß Ingenieur Naglo, es hätte nicht erreiht werden können, was hier an praktis<hen Erfolgen er- rungen worden ist, ohne die intimsten Beziehungen zu allen anderen Gebieten der Wissenschaft und Technik. In dankbarer Anerkennung dessen, was dort geschehen, ist. die Elektrotehnik si< des Wertes dieser Leistungen voll bewußt und hofft, daß die Zukunft Zeuge weiterer Grfolge sein werde. y

An diese Rede {loß si< dur< Herrn Naglo die Proklamierung zweier vom Vorstande ernannter Ehrenmitglieder: Lord Kelvins, des berühmten englischen Physikers, und des königlihen Münzdirektors Herrn Se der seit Anbeginn des Vereins dessen Schaßmeister ge- wesen ift.

Es folgte die Verlesung der Stiftungsurkunde ciner zum dauernden Gedächtnis an die Begründer des Elektrotechnischen Vereins und an deren große Verdienste gestifteten Siemens- Stephan-Gedenkplatte. Diese Platte, in massivem Silber trägt auf einer Seite die Bildnisse der beiden Männer und eine Widmung nebît dem Namen des Empfängers, sowie das Jahr der Verleihung. Sie soll alle 5 Jahre einmal verteilt werden. Die erste Verleihung der Platte erfolgte auf Beschluß des Vorstands an Herrn Wilhelm von - Siemens, den Sohn Werners, auf dessen Person bei Ueberreihung Herr Naglo das Dichterwort als vollkommen erfüllt anwendete: „Was Du ererbt von Deinem Vater hast, erwirb es, um es zu besißen!“ Herr Wilhelm von Siemens dankte, indem er sich zu den Anschauungen seines großen Vaters und zu der ihm am Herzen liegenden Pflicht bekannte, die elektris<he Industrie weiter entwi>eln zu helfen und keinen der zahlreihen, s< öffnenden Wege, um das wirtschaftliche Leben dur< Anwendung von Elektrizität zu fördern, unversuht und unbegangen zu lassen. Es dankten ferner für die er- fahrene Auszeihnung Herr Münzdirektor Conrad und im Namen und Auftrage von Lord Kelvin Herr Alexander Siemens, dieser zugleich au< Grüße und Glüdwünshe der Institution of HElectrical Engineers von London úüberbringend. Nunmehr {lossen fh zahl- reihe Ansprachen der Chrengäste und Vertreter an.

Als. Erster gab der Rektor der Berliner Universität, Geheime Regierungsrat, Professor Dr. Hertwig der Genugtuung Ausdru>, daß die Elektrotehnik sihtli< kulturerhöhend wirke, weil fe gebildeterer Arbeiter bedürfe als andere Betriebe, das Licht der Wissenschaft und die A<htung vor der Wissenschaft im Volk verbreite und weite Volkskreise zu höherer Kulturentwikelung dränge. Der Rektor der Berliner Technishen Hochschule, toe Dr. Miethe \sprah im Namen der hiesigen und der Aachener Ho<hshule Worte des Danks an den gefeierten Verein, weil man seiner Tatkraft die Anregung zur Einführung des Unterrichts in der Elektrote<nik und die Besiegung aller entgegenstehenden Hindernisse zuzuschreiben habe. Die te<hnishen Hochschulen wüßten den ihnen hieraus erwachsenen Gewinn sehr hoh) zu s{häßen, wie au die Errihtung eines Werner Siemens - Standbildes vor der Hochschule - in Charlottenburg bekunde. In ähnlichem Sinne überbrahten Hofrat Professor Arnold für die Technische Hochschule in Karlsruhe, Profesor Dr. Görges für diejenige in Dresden Grüße und Glü>kwünsche. Ein wertvolles Geschenk, das seinen Plat“ bereits ‘in der Jubiläums- Ausstellung. (Artillerteskraße 11) gefunden hat, nämlich einen kostbaren

fonsapparat von Carl Zeil übergab der Geheime Baurat N.

[briht- Dresden namens des Verbandes Deutscher Elektrobemiker,

der Gründung des Berliner Vereins die bis dahin

gefaßt hat. Stadtbaurat Uppenborn, Vorsißender der Vereini- aung der Elektrizitätswerke, sprah in deren Namen oline Eugen Hartmann - Frankfurt a. M. für den dortigen phbysikalis<hen Verein und die dortige elektrote<nishe fowie für mehrere andere süddeutshe wissenschaftlichen Ble aen, Geheimer Negierungsrat; s Or von Borries für den Verein Deutscher Ingenieure, der si an der esunden Entwickelung des neben ihm groß gewordenen Vereins er- Lééiis und die Bundesgenossenschaft mit ihm in gemeinsamer Arbeit bohhalte. Endlich widmete no< der Präsident der Elektrotehnis<hen

achabteilung des Königlich niederländishen Instituts der Ingenieure, -

err Dufour aus Utrecht, besonders herzliche Worte des Dankes- an den Vereinsjubilar. } : j

Der Festversammlung sollte \{ließli<, so eigenartig und un- gewöhnli<h ihr Verlauf im Vergleih zu den sonstigen Fach- sißungen war, au<h ein technischer Bolrag nit fehlen. Als Thema war ein besonders fesselndes und interessantes gewählt, nämli< ein Berit des Geheimen Baurats Lochner, betreffend Erfahrungen über elektrishen Schnellbetrieb auf normalspuriger Bahn. Der mit gespanntester Aufmerksamkeit angehörte Vortrag war eine sehr genaue, keine Seite der Sache unberührt, ja uners{<öpft lass-nde Rechenschastslegung von den Erfolgen. dec bekannten Schnell- fahrtsversuhe auf der E Militärbahn. Der Redner war seinerzeit Vorsißender und Leiter der ad hoc am 10. Oktober 1899 mit einem Fonds von 13 Millioncn Mark organisierten Studien- gesellschaft, deres Versuche, die eine Geschwindigkeit der Fortbewegung bis 206 km erreihten, vor Jahr und Tag die Bewunderung der Welt erregt haben. Kaum weniger allgemeiner Aufmerkfamkeit wird bei seinem Bekanntwerden in den Cinzelheiten der Bericht des Vor- tragenden und die an ihn geknüpste Perspektive begegnen, die ergibt, daß troß der enormen Geschwindigkeit von 56 m in der Sekunde, die erreicht wird und die größte Orkangeschwindigkeit um 14 m üÜbertrifft, die Ausführbarkeit längerer Stre>en für den elektrishen Schnellbetrieb te<nis< durhaus erwiesen und ge- sichert ist. Ob das Interesse der Beschleunigung des Personenverkehrs, z. B. zwischen Berlin und den Hansestädten, "groß genug ist, um die enormen Kosten einer solchen Anlage zu de>en, das ist allerdings zur Zeit no<h fraglich. ; / Der Präsident, Staatsminister von Podbielski {loß nah

diesem Vortrage die Festsizung unter Dankesworten für die über-

| brahten Grüße, Wünsche und Geschenke. Es folgte no< ein Em-

pfang in den Wandelgängen, wo eine Militärkapelle spielte und die

Festversammlung' no< einige Stunden vereint blieb.

Auf das Huldigungstelegramm des Elektrotechnishen Ver- eins an Seine Majestät den Kaiser ist folgendes Antwort- telegramm eingegangen:

„Gr.-Strehliß, den: 23. November, 9 Uhr 26 M.

Ih spreche dem Elektrotehnishen Verein für den freundlichen Gruß anläßlih der Feier feines 25 jährigen Bestehens Meinen wärmsten Vank aus. Dem Verein is es gelungen, die große Mga die er sich bei seiner Begründung gestellt hat, in hohem Maße zu erfüllen und zu der ungeahnten Entwi>elung, - welche die Anwendung der Elektrizität in diesem Zeitraum auf - allen Gebieten des öffentlihen und privaten Lebens erfahren an seinem Teil erheblih beizutragen. gear diese ersprießliche zolle Ih dem Verein Meine volle Anerkennung. Mein leb Interesse wird auh A

Verkehrsaustalten.

Nächste Postverbindungen na<h Swakopmund: 1) für Briefsendungen: englisher Dampfer, ab Southampton am 26. No- vember bis- Kapstadt, von da weiter mit Reichspostdampfer, in Swa- fopmund etwa am 15, Dezember. Lehte Beförderungen am 25. No- vember ab Cöln 61 Nahm., ab Oberhausen 724 Abends, ab Berlin, Sles. Bahnhof, 11,23 Vorm. ; 2) für Briefsendungen und Pakete: Reichépostdampfer „Herzog“, ab Hamburg am 27. November früh, in Swakopmund- etwa am 21. Dezember; Schluß in Hamburg am 26. November, 5. Uhr Na<hm., leßte Beförderungen ab Berlin, Lehrter Bhf., für Briefe am 26. November, 1,20 Nahm., für Pakete am 25. November, 11,12 Abends; 3) für Pakete: Woermanndampfer „Alexandra Woermann“, ab Hamburg am 30. November, 5 Uhr Nahm, in Swakopmund etwa am 26. Dezember; Schluß in Dae am 30. November, 2 Ubr Nachm. ; leßte Beförderung ab Berlin, Lehrter Bhf., am 29. November, 11,18 Abends; 4) für Briefsendungen: Nachversand über Ant- werpen für den Reichêpostdampfer „Herzog“ (vgl. Nr. 2); leßte Ve- förderungen am 30. November ab Berlin, Potsd. Bhf., 12,95 Mittags, ab Cöln 10,42 Abends.

Betriebsergebnisse der Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten von Amerika 1903/04.

Aus der großen Anzahl von Berichten, welche bereits von Cisen- bahnen der Vereinigten Staaten von Amerika über die Betricbs- ergebnisse. des mit dem leßten 30. Juni beendeten Nechnungsjahres erstattet worden sind, ergibt sich, daß gegenüber 1902/03 die Bruito- einnahmen einen beträhtlihen Zuwachs aufzuweisen haben, die Zu- nahme der Nettoeinnahmen jedoch verhältniémäßig weit geringer ist. 32 Bahnen mit einer Gesamtlänge von 83 100 Meilen haiten z. B. folgende Cinnahmen zu verzeichnen:

903/04 1902/03 É s Bruttoeinnahmen . 780 014 298 740 486 794 Betriebsunkosten . . 536 389 042 501 775 656 Nettoeinnahmen . 243 625 256 238 711 138.

j ieraus ist ersihtlih, daß si die leßtjährigen Bruttoeinnahmen im Verglei zu denjenigen des Vorjahres um 39 527 504 Doll. oder 5,34 9/0, die Nettoeinnahmen aber nuc um 4914 118 Doll. oder 2,05 °%/9 erhöhten, weil die Betricbsunkosten um 34 613 386 Doll“ oder 6,89 9% anwudhsen. Die Ursachen einer fol<en Zunahme der Betrietsunkosten bildeten höhere Löhne, höhere Materialpreise sowie Witterungs- unbilden, von welchen namentlich gewisse Landesteile im letzten Winter heimgesu<ht wurden.

Des weiteren ist aus jenen Berichten zu ersehen, daß die weitaus überwiegende Mehrheit der betreffenden Bahnen im lettvergangenen Fisfaljahre eine größere Frahtmenge zu bewältigen hatte als in dem Vorjahre. Indessen fehlt es auch nih<t an Bahnen, deren Gütér- verkehr im leßtvergangenen Jahre abgenommen hat, und man darf hon daraus s\<ließen, daß in diesem Jahre die Tarifsäße ihr Teil zu der Vermehrung der Bruttoeinnahmen beigetragen haben. Nur bei sehr wenigen Bahnen weist die dur<s{<nittli<e Rate für die Tonnenmeile einen Rü>kgang im Vergleih zum Vorjahre auf, während in den meisten Fällen eine Erhöhung dieser Rate zu ver- zeichnen ist. Dieses Resultat liefert neben seiner direkten Bedeutung sür die Rentabilität des Betriebes einen weiteren Beweis dafür, daß die harmonishen Beziehungen, welhe während der leyten Jahre zwischen den Bahnen des Landes, hauptsächlih dur< die Bildung von Interessegemeinschaftsverbänden, hergestellt worden find, anhalten urid weitere gute Früchte getragen haben.

_ Entschieden ungünstig sind aber die Ergebnisse der Statistik bezüglih der Zugladungen. BUM at zur Ermöglichung größerer Zugladungen sind von ‘den Eisenbahnen wüäbrend der letzten Jahre Ünsummen auf Stre>enverkürzung, Gefälleregulierung, Legen s{<werer Schienen, Konstruktion slärkerer Brücken und Beschaffung größerer Waggons und Lokomotiven verwendet worden. Infolge dabon wu<hs dann auch laut den Jahresberichten der Zwischenstaat- lichen Verkehrskommission die durhscnitiliche Zualabung innerhalb von zehn Jahren: von 131 auf mehr als 3000 Tonnen an, bis si< auf einmal für das mit dem 30. Juni 1903 beendete Jahr wider

“fes

at zefe a L t den Elektrotechnischen Verein begleiten, }

Berichte für das leßtvergangene Fiskaljahr. <en wird allerdings E eine, und zwar teilweise re<t be : höhung der dur<s<hnittli<hen Zugladurg gemeldet. Ein auffa| i Beispiel einer folhen Ausnahme liefert die Union Pacific. Diese

in genanntem Jahre auf den Durch-

alles Erwarten eine Abnahme der dur<s<nittlihen latung er-

gab, und dieselbe weichende Tenbeny. beuntet die Vichnatl, bér : nen Er-

Bahn erhöhte ihre Zugladun h von 450,90 Tonnen. n der Hauptsache zeugen jene Berichte von dem Gegenteil. Es dürfte zutreffen, daß viele Bahnen die Grenzen der Zugladung bei ihrer derzeitigen Ausrüstung und Strecke

‘erreiht haben, doch ist damit no< immer nicht erklärt, warum zumeist

eine Abnahme der durhschnittli<hen Zugladung konstatiert wird. Die Erklärung dafür dürfte darin liegen, daß eine ganze Anzahl der größeren Systeme gerade eine Abnahme von sol<er Fracht meldet, auf welche die relativ {<wersten Zugladungen entfallen, wie Kohle, Eisenerz, Eisen, Stahl usw. Jene durhshnittliGe Abnahme dürfte déshalb nur eine temporäre sein. (Nah Bradstreet’s und New Yorker Handels-Zeitung.)

Theater und Musik.

Kleines Theater.

Ein reizvolles Experiment war am Dienstag die Erstaufführung des Puppenspiels Der tapfere Kassian* von Arthur S<hnißgler. Die Handlung, im Kern eine bittere Satire auf die Liebesträgödte, ist in der Form so re<t im Marionettenstil gehalten. e und Uebertreibung des Motivs, naive Ausdru>sweise in - Ver- bindung mit einer tragishen Unterstrômung im Vorgang bilden eine Art die Welt zu sehen, - die gerade in unserer Zeit, mit. threr rü>sichtslosen Härte au< in Kunstdingen, wie etwas Wohltuendes, fast Erlösendes erscheint. Die typische Gestaltung der Motive und Figuren, die daraus f< ergebende humoristishe Stimmung „(weist der Kunst einen neuen Weg, den weiter zu verfolgen si vielleiht verlohnte. Die Handlung ift kurz folgente: Martin und Sop ie hatten einander lieb. Er ist aber im Begriff, sie um einer Tänzerin willen zu verlassen. Da tritt der tapsere Kassian, ein bramarbasterender Landsfkneht auf und bezaubert die wegen Martins Untreue jammernde Sophie auf den ersten Bli, sodaß sie 18 nun ganz ihm zuwendet. In einer Spiel- und Eifersuchtsszene erstiht Kassian dea Martin, und Se wirft #i<, nun ganz befreit, dem Mörder an die Brust. Doch dieser hat von Martin die Rose der Tänzerin erhalten und wird seinerseits nun mit dieser anbinden. Darüber verzweifelt, will fi< S

aus dem Fenster stürzen. Kassian aber springt thr na und rettet sie. Man hört die beiden mit bee Post dannen fahren, während der zu getroffene

Tode s nachdem er no< die Flöte geblasen hat, | bt. I tis vielleiht niht {haden können, wenn Ko Darstellung den 9 -nhafte

z E no< vupp no< mehr abgestreift hätte und die Bewegungen ea ets REET Im ganzen lasien aber bie Deren G roßmann und Frau Eyfoldt ihre AufgaLn Ter aufgeführ: l Es folgte dann dfe seine A s ‘der Ad Der grüne Kakadu?“ desselben Tung und die an ene Darftellung ¿ur Revolution sptel Tore Wirkung. Ha E e lten au gestern nit tre inter] én, Hartau, ert, , i den ber Herren v7 ermann und der Damen Eysoldt, ) S ente “bend erwe>te bei den Zuschauern

v

d ü tschreiten auf der betretenen S L des morgen im Königlihen Opernhause Bahr A weiter (e atte Bieten “zu Nug und B E R t eten1V. Symphonieabends der Königlichen Kapelle der MensWheit und zur éhre des deutschen amen S | fe eine Aenderung erfahren. Zur Aufführung gelangén unter Felix

"Wilhelm, 1 E