1904 / 278 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

mbgliden alkoholfreien Getränken ift riesig gestiegen, Es sollten auf allen Eisenbabnsiationen reine, gute Weine zu billigen Preisen feil gehalten werden, dann würde der Konsum zunehmen, und der bauer könnte wieder ein frohes Gesiht machen. Ich hoffe, daß aus der Kommission etwas herauskommt, _ was dem darnieder- liegenden Weinbau und Weinhandel zum Segen gereiht. Namentlich der kleinere und mittlere Landwirt, der sih mit Weinbau beschäftigt, ist in einer ganz verzweifelten Lage. Sorgen wir dafür, daß er wieder nn. : 3 : aufe eallenbor n (Zentr.) erklärt, daß seine politischen liefen sih dem Antrage auf Kommissionsberatung sehr gern an-

ließen. 5 i; ieselbe Erklärung geben namens ihrer Parteien ab die Abgg. Or. D ibius nl.), Dr. Heisig (Zentr.) und Fun> (fr. Volksp.), der in bezug auf die niedrigen Preise der Weine dem Abg. Engelsmann entgegenhält, daß do s die Interessen des konsumierenden Mittel- standes in Frage kommen.

Darauf wird der Antrag Engelsmann einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen.

“Es folgen Kommissionsberichte über Petitionen und zwar zunächst 18 mündliche Berichte der Budgetkommission über Petitionen von Eisenbahnbeamten.

Berichterstatter ist der Abg. Pallaske.

Eine Reihe von Petitionen von Lokomotivführern um Anrech- nung der von ehemaligen Beamten der Cöln-Mindener Eisenbahn vor der Anstellung im Staatsdienste zurü>gelegten Hilfsbeamtendienstzeit bei der Pensionierung wird dur< Uebergang zur Tagesordnung er- ledigt; eine Petition um Anrechnung der Nebenbezüge auf die Pension der ehemaligen Beamten der Cöln-Mindener Eisenbahn wird, entgegen dem Antrage der Kommission auf Uebergang zur Tagesordnung, nach: einem Antrage des Abg. Grafen von Spee (Zentr.) der Regierung als D O

e Petition der L i

tadt Mainz ‘in die Servisklasse A und baldige Er-

Pee ouns dee bnungögeldushüse oder E von Teuerungs-

zulagen an die Beamten in Mainz soll nah dem Antrage der Kom-

mission der Regierung als Material überwiesen werden. Nach kurzer

Befürwortung des Petitums dur, die Abgg. Wallenborn (Zeatr.)

und Oeser (fr. Volksp.) beschließt das Haus nah dem Kommissions- antrage.

(Sqluß des Blattes.)

Nr. 47 der „Veröffentli<hungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts* vom 23. November 1904 hat folgenden Inhalt: Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. Zeitweilige Maßregeln gegen Pest. Desgl. ees Cholera. Mitteilungen aus Dr aden, 1903. Ge Pet usw. (Deutsches Reich.) Typhutbekämpfung, (Preußen.) Fleischbe]austatistik. Geistes: kranke Ausländer. Krankheitserreger. Impfung ausländischer Arbeiter. (Reg.-Bez. Dea Beschau notges<lachteter Tiere. (Sadsen.) Aerzteordnung. Mitgliederwahl zum Landesmedizinal- Follegium. —- Pharmazeutische Kreisvereine 2c. (Baden.) Vieh- beförderungen auf Eisenbahnen. (Niederlande.) Rindertuberkulose. E (Spanien.) Ausländische Austern. Gang der Tierseuhen im Deutschen Reiche, 15. November. Desgl. in Norwegen, 3. Viertel- jahc.— Desgl. in Rumänien, 2. Vierteljahr. Rinderpest in Aegypten. Afrikanishes Küstenfieber in Britisch - Südafrika. Zeitweilige Maßregeln gegen Lierseuchen. S Reich, Uruguay.) Geschenkliste. Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. O in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher S Desgleichen in deutshen Stadt- und Landbezirken.

terung.

Statistik. und Volkswirtschaft. .

Die Regelung der Arbeitszeit in den Tarifverträgen. Das Kaiserlihe Statistishe. Amt, das im Maiheft des „Neichs- arbeitsblattes“ eine Darstellung der Tariflöhne auf Grund der von ibm eingeleiteten Sammlung der im Reih vorhandenen Tarifvereinbarungen Odd Arbeitgebern und Arbeitern gegeben *), hat nunmehr im No- vemberhest dieser Zeitschrift auf Grund des gleihen Matertals auch eine eingehende Darstellung der Arbeitszeiten in den einzelnen Gewerben veröffentliht. Die Untersuhung erstre>t sich, wié die- über die Arbeitslöhne, - nur auf die Gewerbe, für die ine größere Anzahl von Larifen vorliegt. Die eigentlichen Großindustrien siad im Deutschen Reiche von der Tarifs bewegung no< wenig berührt, es sind zunähst die mehr handwerklihen Gewerbe, in denen eine tariflihe Regelüng von Arbeitslohn und Arbeitszeit stattgefunden hat. Die Frage, wie weit die in jedem Berufe tätigen Donn dur die Tarisfestsezungen bes troffen werden und wie viele von ihnen außerhalb derselben stehen, welche Bedeutung die Abmachungen in den Tarifen also fürdie einzelnen Industriekreise sowie für die Gesamtindustrie und ihre Arbeiterschaft desigen, läßt sich zur Zeit zahlenmäßig nicht beantworten. Es dürfen daher allgemeine Schlüsse auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Sndustrie aus den rgebnissen, zu denen die Abmachungen in den Tarifvereinbarungen geführt haben, nur mit großer Vorsiht gezogen ‘werden. Troßdem wird {ih sagen Aen daß der Untersuhung des Kaiserlichen Statistishen Amis mit Rücksicht darauf, daß es si um die Arbeitszeit nit einzelner Personen, fondern großer Kreise der Arbeiterbevölkerung handelt, eine über den Einzelfall weit hinaus- gehende Bedeutung zukommt. : Die Zahl der für die Bearbeitung aubgewählten Tarife belief < auf 734. Hiervon enthielten 137. keine Bestimmungen über die Me citözeit, fodaß also rund 600 für die Untersuchung verwertet werden , konnten. In den behandelten Tarifen ist als die dur- snittliche Arbeitszeit überwiegend der Zehnstundentag festgeseßt. Gr galt für 381 von 600 Tarifen oder für 63,8 0/9. In den übrigen Tarifen waren zum Teil kürzere, nur in einer Minderzahl längere tägliche Arbeits zeiten festgeseßt. 68 Tarife oder 11,4 9/9 der Gesamtzahl enthielten den 94 stündigen, 81 oder 13,5% den 9stündigen Arbeitstag. Eine 8Lstündige Arbeitszeit war in 9 Tarifen, eine 8slündige in 1 Tarif vereinbart. Mehr als 10 Stunden regelmäßiger täglicher Arbeitszeit fanden si in 53 Tarifen, und zwar galt eine 10x stündige in 33 oder 5,9 9/0, eine 104 stündige in 1 Tarif und eine 11 t dige in 19 Tarifen oder 3,2 9/0. Das Gefamtergebnis geht dahin, daß is 544. Tarifen oder 91,1 %/0 aller Tarife eine tägliche Arbeitszeit von 10 Stunden oder wentger Und in 53 Tarifen oder 8,9%, eine folche von mehr als 10 Stunden vereinbart war. Í Will man die Tarife unter dem Gesichtspunkt der Arbeitszeit ruppieren, so scheiden sie si leiht in drei Gruppen, eine Gruppe, in der der Zehnstundenkag allein herrshend ist, eine zweite, in der ee die obere Grenze der vortommenden täglichen Arbeitsdauer, und eine dritte, in der er die untere Grenze der täglichen Arbeitsdauer dar- stellt. Zu der Gruppe -mit fast aus\<ließli< 10stündiger Arbeitszeit gehört vor allem das Baugewerbe, wo in 191 Tarifen oder 76 9/6 derjenigen, die Vereinbarungen über die Arbeits» dauer enthalten, der Zehnstundentag festgesevt ist. u ihr gehören ferner die Dahde>er, Steinseßer, Brauer und Töpfer.

Die zweite Gruppe, in der der Zehnstundentag die obere Grenze der täglichen Arbeitêdauer darstellt, umfaßt in erster Unie die Steinmeßen, die nur in 4 Fällen einen 10- bezw. 101 stündigen, dagegen in 18 Fällen einen Arbeitstag von weniger als 10 Stunden büben, ferner die Stu>ateure, bei denen 4 Tarifen der ersteren

Nr. 123 des „Reihs- und Staatsanzeigers*® vom

E S. 27. Mai E I:

Wein--

Beamten der Eisenbahndirektion in Mainz un

: Nee sind Unternehmer,

Art 17 der anderen gegenüberstehen, weiter die Klempner und die Glaser. Zwei Gewerbe, die Maler und die Holzarbeiter, zeigen anscheinend glei<falls die Neigung, vom Zehnstundentag zu einer kürzerèn Arbeitszeit überzugehen.

Zu der dritten Gruppe, in der der Zehnstundentag die

untere Grenze der täglihen Arbeitszeit bildet, gehören nur zwei

Gewerbe, die Schneider und die Schuhmacher. Sie sind die einzigen, bet denen eine mehr als zehnstündige Arbeitszeit noch verhältnismäßig häufiger vorkommt und nicht, wie bri den übrigén Gewerben, zu den Naben gehört. Von den 26 Schneidertarifen mit vereinbarten Arbeitszeiten hatten 6 eine 11 stündige und 1 eine 103 stündige, von den 19 Shuhmathertarifen ebenfalls 5 eine 11 tündige Arbeitszeit. In Verhältnisziffern ausgedrü>t, sind dies für jedes der beiden Gewerbe 26 9/0. :

Für die Ueberzeitarbeit läßt sh an allgemein sagen, daß in den Tarifen die Tendenz dahin zu gehen |heint, fie nah Möglich- keit zu beseitigen oder wenigslens einzushränken. Allerdings zeigen fich auch hier Abstufungen, und zwar scheinen gerade in den Gewerben mit längerer Arbeitszeit Ueberstunden häufiger zu sein als in denen mit ausgesprochener kurzer Arbeitszeit. Während beispieléweise im Bau- ewerbe fast sämtlihe Tarife die Bestimmung enthalten, daß Ueber- tiven nur in dringendsten Fällen stattfinden sollen, ist dies bei den Schneidern und Schuhmachern nur in einer relativ geringen Zahl von Tarifen der Fall, Ï

Die Anordnung der Pausen ist in den einzelnen Gewerben sehr verschieden und. von der täglichen Arbeitsdauer abhängig. * Bei 10stündiger Arbeitsdauer betragen die Pausen in der Regel insgesamt

Stunden, wovon + Stunde auf die Frühstü>s-, 1 Stunde auf die Mittags- und { Stunde auf die Vesperpause ent» fällt. Doch au< hier kommen vielfache Abweichungen vor. Allen Gewerben gemeinsam ist nur die {4 stündige Frühstü>s- pause. - Die Mittagspause \{<wankt zwishen 4 und 2 Stunden, das Normale ist 1 Stunde. Eine halbstündige Mittagspause gehört zu den Ausnahmen und kommt nur in den Gewerben vor, die, wie die Baugewerbe, ‘vom Tageslicht abhängig sind und bei denen fich im Winter die täglihe Arbeitsdauer auf 6 und 7 Stunden. verkürzt. Häufiger ist au in einzelnen Gewerben (3. B. im Braugewerbe) die 12 stündige Mittagspause, jedo< erfolgt ihre Festseßung meist auf Kosten der Vesperpause. Eine zweistündige Mittagspause konunt nur selten vor, eigentli<h nur bei den Steinseßern, deren s{<were Arbeit längere Ruhepausen bedingt. Die Vesperpause ist niht allgemein üblih. Sie kommt einmal wie bereits erwähnt im Winter durhweg in Fortfall bei den Gewerben, die mit kurzem Tageslicht ihre Arbeitszeit verkürzen. Sie is glei<hfalls nur ausnahmswei}e üblich in den Gewerben, die, wie die Steinmeßen, Stu>ateure usw., an und für fich eine kur;e Arbeitszeit haben. agegen findet sie si<h und zwar wiederum wegen der {weren Arbeit bei den Stein- lesen und scheint, soweit die lü>tenhaften_ Festsezungen Schlüsse zu- lassen, au< bei den -Schuhmächern und Schneidern übli<h zu sein. Bei den Schuhmachern ist fie jedo< nur viertelstündig.

Zur Arbeiterbewegung.

Am Mittwochabend fand, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, eine außerordentli stark besuchte Versammlung der Berliner Da<- deer (Zentralverband) stait, um zum Ablauf des Tarifvertraas Stellung zu nehmen. Der Vertrag, der außer Berlin no< für 54 Vororte Gültigkeit hat, läuft am 1. April 1905 ab und enthält die Bestimmung, n bei seiner Erneuerung spätestens drei Monate vor Ablauf eine Vereinbarung getroffen sein muß; falls diese aus irgend einem Grunde nicht zustande kommt, tritt das Einigungsamt des Berliner Gewerbegeri<ts in Tätigkeit. Die Versammelten be- {lossen einstimmig, den Tarif zu kündigen, und beauftragten die Tarif- kommission, \o {nell wie mögli Verhandlungen anzubahnen und der nächsten Versammlung Bericht zu: erstatten.

Sämiliche Lohnsti>kmaschinenbesißer des Vogtlandes beschlossen, wie der „Köln. Ztg.“ aus Plauen telegraphiert wird, zur Abwendung der Krisis in der Stikereiindustrie und zur Aufbesserung der Stidklöhne, die Lohnsti>er in einer kräftigen Organisation zu- sammenzufassen und den Fabrikanten unter anderem folgende Forderungen zu unterbreiten: Erzielung und Erhaltung von Sticklöhnen, die mindestens

“eine mäßige Rentabilität: der Lohnsti>kereibetriebe gestatten; Abzüge für

mangelhaft ausgeführte Waren dürfen niht mehr gemacht werden. Der Fabrikant hat sih vielmehr bei mangelhafter Ware S ob er sie annimmt oder E innerhalb der S wiederkehrenden gel äftsftillen Zeit ist eine planvbolle und einheitlihe Einschränkung der

etriebe, namentli<h dur< Verkürzung der Arbeitszeit, herbeizuführen. Eine außerordentliche Generalversammlung foll einen festen Lohntarif be- schließen -und den Fabrikanten vorlegen. Besonders bemerkenswert ist das Vorgehen der Lohnstikmaschinenbesißer deswegen, weil hier Arbeitgeber gegen Arbeitgeber kämpfen, denn auch die Lohnsti>k- die selbst Arbeiter (Sti>er) be- schäftigen. iese leßteren werden übrigens, wodurch die Lage no< verwi>elter wird, ebenfalls in eine Lohn éveaung eintreten.

In Wien ist, na< einer Meldung des „W. T. B.", der Aus- stand der Kohlenarbeiter (vgl. Nr. 277 d. Bl.) bei den Engroë- firmen beendet, nachdem der überwiegende Teil threr Forderungen be- willigt worden ist; die Verhandlungen mit der Nordbahn beginnen heute. Die Ausständigen begingen gestern im Laufe des Tages mehrfa<h Ausschreitungen, besonders am Nordbahnhof, und er- zwangen auf dem Abladeplaß einer Firma die Arbeitseinstellung.

In Brest beschlossen gestecn, wie „W. T. B.* meldet, 2000 ausständige Arsenalarbeiter, die Nachmittags eine Ver- sammlung abhielten, mit großer Mehrheit, die Arbeit morgen wieder aufzunehmen. (Val. Nr. 277 d. Bl.) :

Die seit einiger Zeit in Argentinien herrshende Ausstands- bewegung nahm, einem Telegramm des „W. T. B." qus Buenos

ri]

Aires dufolge, gestern einen größeren Umfang an. Im Aus- stande sind dort jet die Droschkenkutsher, Zimmer- leute, Gerber, Gießereiarbeiter und mehrere andere

Kategorien gelernter Arbeiter, ferner ein Teil der Straßenbahn- bediensteten sowie die Angestellten der Zentralmarkt- halle und der ages äuser. Nah Meltungen aus R ofario ist es dort zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizei und den Ausständigen gekommen, bei dem ein Polizist. verwundet und auf 1 eiten der Ausständigen zwei Personen getötet und se<s verwundet wurden.

Schulwesen.

Einen obligatorischen Spielnahmittag an den deutshen Schulen für die männlihe wie weibliche Jugend zu erreihen, ist das eifrige Bemühen des Zeniralaus\{hufses zur Förde- rung der Volks- und Jugendspiele. Jm Laufe einer Reihe von Jahren sind dur<h die Spitelkurfe, die der Auss{<uß in vielen Städten hat “abhalten lassen, allmählih 10 000 Lehrer und Lehrerinnen ausgebildet worden, sodaß es an kundigen Leitern von allerhand Greiluft) ielen eins{<ließli< des Schlittschuhlaufens kaum mehr fehlen dürfte. Bei “der freundlichen Förderung, die au von seiten der Ministerien, zumal in Preußen und Bayern, und von seiten der Stadtverwaltungen, z. B. in Görliz und Dresden, den Jugendspielen zuteil geworden ist, hat Ry nun der Zentral- aus\{<uß P ene Jeine ünsche, die in den Leit äßen des Studien- direktors, Professors Raydt und des Professors Dr. Kohlraush be- stimmte Gestalt angenommen haben allen Unterrichtsministerien, den obersten 105 Schulbehörden und 864 Magistraten größerèr und mittlerer Städte mit der Bitte zu übersenden, daß die darin ausgesprochenen

orderungen allmählih zur Geltung gebraht werden möchten. Der kurze Wortlaut der Leitsäße ist folgender: „1) Die Jugend- ee sind in gesundheitliher und erziehlicher Hin

ert. 2). Die Schule muß die Jugendsptele in ihre Pflege, ne Unt E e deg LOndert gruiniiteciums vom 21: Of neter Weise r es preu en tober 1882). 3) A jede ben ‘und Mädchenscule

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< | 1e von warmer künstlêrisher Empfindung waren alle

(bezw. Spiele

abteilung) ist ein Spielnahmittag mit allgemein verbindlicher Beteilk- gung einzurichten. Dauerude Befrciung darf nur auf ärztliche Bescheints gung geschéhen.4) JederSchule muß ein geeigneterSpielplaß zur Verfügun g stehen. Für die Spielgeräte sorgt die Schule. 5) Cine Sptelaufsicht dur

Lehrer ist notwendig. Die Aufsichtsstunden sind als Pflichtstunden anzurehnen oder besonders zu vergüten. 6) Der Spielnachmittag kann gelegentli< zu Turnmärshen, Baden und Schwtmmen, Schlittshuh- laufen und dergleihen verwendet werden. Unter dieser Vorausseßung ist der Spielnahhmittag durch das ganze Jahr dur<zuführen. 7) Die noch entgegenstehenden Schwierigkeiten müssen überwunden werden, um die für das Vaterland notwendige kräftige Generation heranzubilden.

Verkehrsanftalteu.

Laut Telegramm aus Hannover hat die erste eng- lishe Post über Vlissingen vom 24. d. M. den Anschluß in Essen (Ruhr) und Hannover nicht erreiht und wird mit Sonderzug ab Hannover um 5 Uhr weiterbefördert.

München, 24. November. (W. T. B.) Infolge der Ein- stellung des Betriebs auf der Brenner- Bahn verkehren vorläufig die von München nah dem Brenner gehenden S<nell- züge nur bis Innsbru> und kehren dort um.

New York, 24. November. (W. T. B.) Das Nantu>et- Leucht\<iff ist jeßt, nahdem die Marconi- Apparate von Staats wegen entfernt sind, mit dem deutschen System „Telefunken ausgerüstet. Ps ist an einem -der wichtigsten Punkte des internationalen Schiffsverkehrs die Nugbarmachung der drahtlosen Telegraphie gewährleistet.

Theater und Musik.

Schillertheater O. (Wallnertheater).

Mit der Wiederaufnahme von „Wallensteins Tod“ in ten Spielplan ist das Schillertheater nunmehr in der Lage, seinem Publikum Sgillers Wallenstein-Trilogie im Zusammenhang vorzuführen. Die geslrige Aufführung des Schlußstüks der gewaltigen Tragödie reihte sih thren erst vor kurzem zur Darstellung gebrabten beiden erften Teilen würdig an. Den Charakter des Wallenstein führte Hexr Pategg- in der Weise, wie er ihn in den „Picco- lomini*“ bereits angelegt hatte, folgeri<tig dur$; er brachte auh die edle- Scillecshe Diktion, ohne in hobles, deklama- toris<es Pathos zu verfallen, voll zu ihrem Rechte.- Auh der Max des Herrn Paeschke ließ wiederum die großen Fortschritte erkennen, die der strebsame Künstler an dieser Stätte im Laufe* mehrerer Jahre ges macht lat. es Feldhammer (Gräfin Terzkly), Fräulein Blaha (Thekla), die Herren Dapper (Buttler) und Thurner (Isolani) ragten ebenfalls dur gute Leistungen aus dem im ganzen vortrefflichen Zus sammenspiel hervor. An Anerkennung fehlte es allen Beteiligten nicht.

Theater des Westens.

Die gestrige Neuaufführung der seinerzeit {on an gleicher Stätte mit Erfolg gegebenen Operette , Wiener Blut“ war wiederum von eindringlister Wirkung. Zu Melodien von Johann Strauß haben Leon und Stein einen annehmbaren Text verfaßt und das Gänze ift musikalis<h von Adolf Müller geschi>t für die Bühne bearbeitet. Die gestrige, von Julius Grevenberg gut in Szene geseßte und besonders von dem Kapellmeister Max Roth temperamentvoll geleitete Aufführung war von frishem Leben erfüllt. Unter den Darstellern bot Lina Doninger in der Rolle der munteren Probiermamsell Pepi Pleininger eine ganz besonders anmutige und fesjelnde Leistung, Von der an- gekündigten Indisposition des Fräuleins Mary Hagen merkte man zum Glü> nichts; in Spiel und Gesang brachte sie die Partie der Gräfin zu voller Wirkung. Den Grafen sang an Stelle des ver- hinderten Herrn Siegfried Adler Herr Redwi re<t annehmbar, und in den komischen Rollen taten fich Herr Wellhof (Karussellbesiger) und Herr Ziegler (Premierminister) besonders hervor. Der stürmische Beifall des Publikums veranlaßte die Wiederholung einiger der wirksamsten Stellen des Werks. -

é Konzerte. :

Von den Konzerten der vergangenen Woche ist no< eins na<h- trägli<h zu erwähnen, und zwar ein Klavierabend, den Fródéric Lamond am Sonnabend im Saal Bechstein veranstaltet hatte. Der junge Künstler lieferte wiederum den Beweis, daß er den esten seines Faches beizuzählen“ ist, weniger freilih den nur auf te<nishe Glanzleistungen B Virtuosen als den Klavierkünstlern, die den musikalis@en Gehalt tes Vorgetragenen zu seinem Rechte kommen zu S bestrebt sind. Sein Programm wies ledigli Werke von Chopin und Liszt auf, deren Wiedergabe zeigte, daß er sie niht nur mit dem Verstand, sondern mit der Seele erfaßt hatte. Das empfanden au< die Zuhörer, die es an lebhaftem Beifall nicht fehlen liefen.

Ein anderer Pianist, Hugh del Carril, gab am Montag mit dem Philharmonischen Orchester ein Konzert im Beethoven- Saal. Mit großer Geläufigkeit und Kraft des Anschlags ausgestattet, führte der junge “Künstler die. drei angekündigten Klaoierkonzerte ges- wandt durch; es fiel sogar verschiedene Male eine perlende Leichtigkeit des Spiels und Glanz des Tones auf; aber die klare Gliederung der Gedanken und die Stärke der Empfindung hielten fh bei ihm nicht auf- gleicher Höhe mit der tehnishen Fertigkeit. Das trat am stärksten in dem sehr s{wierigen D-Moll-Konzert von Brahms hervor, das in dieser Wiedergabe, welhe Gefühle und Gedanken nur an der Ober- fläche streift, fast wirkungslos verlief. Besser gelang Tf ifowsfys B-Moll. Konzert, das dur die {wungvolle und glanzreiche Instru- mentalbegleitung einen hinreißenden Eindru> hinterließ. Das Liszt- konzert, das „den Abend abs{loß, fand au dur den Konzertgeber eine verhältnismäßig teniperamentvolle Wiedergabe. Nina Falier o- Dalcroze, die hon im vergangenen Winter mit Erfolg aufgetreten ist, gab glei<falls am Montag einen Liederabend im Oberlihtsaal der Philharmonie. Ihr zarter, weiher Sopran und ihre feins füßlige, disfrete Vortragékunst kamen besonders in den [eihten fran- zösischen und italienischen Vedern zur Geltung. Die Sängerin weiß [alkhafte und empfindsame Stimmungen vortrefflih darzuitellen und wird auf diesem Gebiet stets große Wirkungen erzielen; der -silber- helle Klang ihres klaren Ocgans und ihre duftige Ausdru>sweise ift dafür wie geschaffen. Am Klavier begleitete mit großer Gewandt- heit der Gatte der Künstlerin, Saa ues Dalcroze. Ueber eine fklangvolle, „weihe Stimme versügt die Sängerin Annemarie Huber, eine Schülerin von Fräulein Reß, die an demselben Abend in der Singakademie einen Lederabend ver- anstaltet hatte. Für das tiefe musikalishe Verständnis der Konzert- gevertn, die si< gleihfalls dem Lhrfahe zu widmen gedenkt, zeugte {on das A zusammengestellte Programm, in dem das ernste, dramatishe enre, entsprehend dem Charakter ber Stimme, bei weitem vorberrshte. Wenn im Anfang ä eine gewisse Befangenheit si< bemerkbar machte, bot do 8 ‘bald vollständig, und Fräulein “Oi et ihrem s{<önen Material vollen Gebrau made Br um so aus wurde die Stimme und eme r au die Anteilnahme des sehr aale n “und den betden * folgte besonders dem „Husar“ von T pon r

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4: fe; - i L bekannte Brahmöß * Ties sh Er zeigte sich, wie schon I Be ton tetti wieder Lr nicht nur das Formale feiner her, T erescht, fondern seine E en ee E uo Ee ie vermag. Zu den höchsten Höhen der Kunst har er e E nicht emporge/<wungen; dazu fehlt ihm noh der be- ‘Tbe Zauber des Klanges und das hinreißende Temperament,

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