1900 / 214 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E m E E R S I

E E E E C T T B E

E E E L

e E E I L E E S E E TEIE L S E

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 35 | der „Gesez-Sammlung“ enthält unter

Nr. 10230 die Verordnung, betreffend die Zuständigkeit der Verwaltungsgerihte und den Jnstanzenzug für Streitig- keiten, welhe nah reihsgeseßliher Vorschrift im Verwaltungs- streitverfahren zu entscheiden sind, vom 29. August 1900.

Berlin W., den 8. September 1900.

Königliches an

Bath.

Abgerei st:

der Ministerial - Direktor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Ober - Baudirektor Schroeder, mit Urlaub nah Thüringen.

Personal-Veränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnrihe x. Ernennungen, Beförde- rungea und Verseßungen. Im aktiven Heere. Neues Palais, 29. August. v. Podbielski, Gen. Lt. z. D., zulegt. Gen. Major und Kommandeur der 34. Kay. Bria., à la suito des Hus. Regts. von Zieten (Brandenburg.) Nr. 3 gestellt. j

Küstrin, 5. September. Carp, Major und Abtheil. Kom- mandeur im 2. Großherzogl. Hess Feld-Art. Regt. Nr. 61, als aggreatert zum Feld-Art. Regt. Nr. 15, v. Bodungen, Lt. ter Ref. des Magdeburg. Jäger-Bats. Nr. 4, als Lt, und Feldjäger in bas Neitente Felbjäger-Korps, versetzt.

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. Küstrin, 5, September. Hoeppner, Major à la suite des 3. Magdeburg. Funf. Regts. Nr. 66 und Eisenbahn-Linien-Kommissor in Frankfurt a. M., mit Pension und der Uniform des 2 Bats. 7. Thüring. Inf. Regts. Nr. 96 der Abschied bewilligt. Becker. pens. Feldw., bizher in der Schloßgarde-Komp , der Charakter als Lt. verliehen.

In der Gendarmerie. Berlin, 1. September. Langç- hoff, pens. Ober:Wachtm., bisher in der Gend. Brig. tin Elsaß- Lothri»gen, der Charakter als Lt, verliehen.

Fin Sanitäts-Korps. Küstrin, 5. September. Dr. Enge- an d, Assist. Arzt beim Inf. Reat. Nr. 128, scheidet mit dem 4. September d. Js. aus dem Heere aus und wird mit dem 5. Sep- tember d. Js. als Assist. Arzt mit seinem bisherigen Patent bei der Squtiruppe für Deutsh-Osftafrik2 angestellt.

Evangelishe Militär-Geistliche.

10. August. Marmó, Div. Pfarrer von der 37. Div. in Allenstein, auf seinen Antrag zum 30. September d. Js. aus dem Pfarramtsdienste in der Armee entlassen.

25. August. Gelpke, Div. Pfarrer von der 15. Div. in Kobleni, vom 1. September d. Js. ab als Pfarrer zum Kavetten- hause in Karlsruhe verseßt.

Beamte der Militär-Verwaltung.

Durch Allérhöchste Bestallungen. 27. Juli. Allibn, charafteris. Baurath bei der Intend. des I. Armee-Korps, mit Wirkung vom 1.- August 1900 zum Intend. und Baurath ernannt.

23. August. Daunielowski, Geheimer Kriegsrath und vor- tragender Rath im Kriegs-Ministerium, zum Militär-Jutend., Nord- b off, Militär-Intead, Assessor, Vorstand der Intend. der Verkehrs- truppen, Vollbracht, Militär-Intend. Assessor, Vorstand der Intend. der 35 Div., zu Militär-Intend.- Räthen, ernar.nt.

Durch Allerhöchste Patente. 23. August. Schilfartk, Bureau- Vorsteher beim Großen Generalstabe, Stein, Topograph bei der Landeéaufnahme, Hartwig, Festungs - Dber - Bauwart bet der 1. Feftung8-Fasp., Retser, Lazareth, Ober-Insp. beim Garn. Lazareth in Graudenz, der Charakter als Rechnungsrath, Schl iewe, Re- gistrator beim Großen Generalstabe, Ginzel, Regisirator der Landes- aufnahme, der Charakter als Kanzleirath, yerließen.

Ducch Allerhöchsten Abschied. 23 August. Lehmann, Zahlmstr. vom Kaiser Franz Garde-Gren. Regt. Nr. 2, Zeh, Ober- Zablmstr. vom 2. Hanseat. Inf. Regt. Nr. 76, bet ihrem Aus- scheiden aus dem Dienst mit Pension der Charakter als RNRechnungs- rath verliehen. x

Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 19. Juli, Scchlitte, Negierung3-Baumeister, tehnisher Hilfsarbeiter bei der Intend. 1X. Armee-Korps, zum Sarn. Bau-Insp. vom 1. August 1900 ab ernaunt.

13. August. Reinsch, Pahnke, JIhlenfeld, Proviant- amts-Assistenten in Ohlau bezw Diedenhofen und Schleêwig, ¿um 1. Otrober 1900 nah Koblenz bezw. Karlsruhe und Colmar i. E verseßt. | 16. August. Schönermark, Becker, Proviantamtt-Rendanten in Wyen bezw. Berlin, nah Hofgeismar bezw, Lög:n, Krul!e,

roviantamts - Kontroleur in Karlöruhe, unter Ernennung zum roviantamts - Rendanten ab 1. November 1900, uach Berlin, iemann, Proviantamts - Kontroleur in Rastatt, nah Karlêrube, Haehnel, Proviantamts-Assist. in Erfurt, als Proviantamts-Kon- troleur auf Pcobe nach Rastatt, zum 1. Oktober 1900, vers. t.

17. Au gust. Boettcher, Regierungs-Baumeister zu Thorn, zum Garn. Bau-Insy. vom 1. September 1900 ab ernannt. Hoff- mann, Militäranwärter und Zah!mstr. Aspir., zum Kassensekretär beim Kommando des Kadetten-Korps crnannt. :

90. August. Becker, Geheimer Kanzleirath, Geheimer Regi- \trator im Kriecs8-Mivisterium, Kriegs hammer, Rechnungsrath, Geheimer expediecender Sekretär im Kriegf-WMinisterium, auf ihren Antrag mit Pension in den Rubeftand vecseßt. T

21. August. Niekau, Geheimer Sekcetär bet der Gen. Militär- kasse, zum Buchhalter befördert. E

929 August. Lamann, Gerlah, Greiffenberg, Intend. Bureau-Diätarien vou den Intendanturea des II. bezw. V, und V111. Armee-Korps, zu Intend. Sekretären ernannt.

23. August. Wylar d, Garn, Bauinsy. zu Küstcin, als tech- nischer Hilfsarbeiter zur Intend. X1. Armee-Korps zum 1. Oktober 1900 versetzt.

24. August. Siemers, Intend. Rath von der Ko:p?-Intend. des 11. Armce-Korps, desscn Vecseßung zu der Korps-Intenv. des XVII. Armee-Ko: ps zurückgenommen Speitkamp, Oberlehrer beim Kadettenhause in Karlsrule, auf seine: Antrag zum 1, Dktober 1900 aus dem Dienst des Kadetten-Korps entlassen.

25. August. Dantelowski, Militär- Intend... G-heimer Kriegsrath, die Militär-Intendantenstelle des XVI. Armee-Korps übertragen.

27. August. Biernath, Garn. Apotheker ia Posen, zum Korps-Stabzapotheker V. Armee-Korps ernannt.

Durch Verfügung der Feldzeugmeisteret. 31. August. Grams, Titular-Betriebs-Insp. bei dec Vlunitionsfabrik, zum Ersten Revisionstceamten der Gewehrfabrik in Danzig, unter Verleihung des Titels Fabrikenkomrifsarius, mit dem 1. Juli 1900, Maaß, Munitionérevisor bei der Munitionsfabrik, zum Ersten N-ovisions- beamten dieser Fabrik, unter Verleihung des Titels Fabriken- kon:mifsarius, Ewald, Oter-Feuerwerker vom 3. Bat. Fuß-Art. Regts. von Hindersin (Pou m.) Nr. 2, zum Munitionsrevifor bei der Mur itionsfabrik. mit dem 1. September 1900 ernannt. Leipziger, Ober-Büchser mater von der Gewebßrfabrik in Spandau, zur Munitionéfabrik mit dem 1. September 1900 vetfeßt.

Kaiserliche Marine.

Offiziere . Ernennungen, Beförderungen, Ver-

l OAnar,

Präses des Torpedo - Versu(#kommandos und Kommandant S. M. Hafenschiffes „Friedri Caïl“, unter Belassung in der Stellung als Präses des Torpedo-Versuchskomnandos, zum Kom- mandanten S. M. kleinen Kreuzers „Nymphe“. Beer, Kapitän zur See, Kommandant S. M Squlsiffes „Blücher“, zum Kommandanten S M. Hafeoschiffes „Friedrih C11“. Westyhal, Kapitän zur See, Kommandant S. M. Linienschiffes „Württemberg“, zum Kommanpanten S. M. Linienschiffes „Kater Wilhelm der Große“. Holzhauer, Kapitän zur Se vom Reichs- ‘Ytarineamt, zum Kommandanten S. M. Linienschiffes „Württ :m- berg“. v. Heeringen, Kavitän zur See vom Reichs-Marineamt, zum Kommandänten S. M. Linienschiffes „Baden“, Gildemeister, Freg. Kapitän, Kommandant S. M. Küiten-Panzerschiffes „Frithjof“, zur Verfügung des Chefs der Mariaestation der Nordsee. Bachem, Freg. Kapitän, Kommandant S. M. KRKüîten- Parte ries „Aeagir*, statt zum Kommandanten für Probefahrten zur Berfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee. Bredow, Korv. Kayitän, Kommandant für Probefahrten, statt Kommandeur dec 92. Abtheil. 1. Matrosen-Div. in der Steüung als Kommandant für Pro‘efahrten belassen. Wilde, Korv. Kapitän, Kommandant S M. Küsten-Panzerschiffes „Odin“, zum Kommandeur der 2. Abtheil. der 1, Matrosen-Divy. Paschen, Korv. Kapitän, VCorpedo-Direktor der Werft zu Wilhelmshaven, tatt Kommandart S. M. Küsten - Panzerschiffes „Hild:brand“ zuin Kommandanten S. M. Küsten - Pagzexschiffes „Hagen“, unter Verseßung von Wilhelmshaven nach Kiel, Schwarßkovff, Korv. Kapitän, Kommandeur der 1 Abth. der 2 Matrosen-Div., stait zum Kommandanten S. M. Küsten-Panzerschiffes „Aegir“ zum Kom- mandanten S. M. Küsten - Panzerschiffes „Odin Neitke, Korv. Kapitän, Chef der Res. Panzer-Kanonenboots-D'y. und Kommandant S. M. Panzer-Kanonenboots „Skorpion“, unter Versegung vou Danzig nach Kiel, zur Verfüguug des - Chefs der Wêarint- Station der Ostsee. Bruch, Kor». Kapitän, Kommandant S. M. kleinen Kreuzers „Greif" zum Mitglied der Swiffs-Prüfungb- kommission. v, Levegow, Korv. Kopitän, Kommandant S. M. Spaezialschiffes „Loreley“, statt zum Ersten Difizier S. M. Linien» \chiffes „Sachsen“ zum Ersten Offizier S. M. Lintenschiffes „Kaiser Wilbelm der Große“. Lie mann, Korv. Kapitän, Kommandart S. M. kleinen Kreuzers , Pfeil“, zum Erfica Offizier S. M. Linien- schiffes „Sachsen“. Marwede, Kapitänlt. vom Stade für Probe- fahrten, ftatt zum Kommandanten S. Vèê. kleinen Kreuzers „Bliz®* zur Verfügung des Chefs ver Marine-Station der Ostsee. Schäfer (Wilhelm), Kapitäult. von der 2, Marine: Insp, zum Ersten Offizier S. M. Linienschiffes „Baden“. Boedicker, Kapitänlt. vom Stabe S. M. Linienschifffes „Kaiser Friedrich I11.*, als Geshwader-Art. Dffizier zum Stabe des 1. Ge- s{waders, - Franck (Wilhelm), Lt. zur See vom Stave etnes für das Kreuzer - Geschwader bestimmten Depeschenboots (Doppel- rauben - Torpedoboots), zum Stabe S. M. großen Kreuzers Schleusener, Li. zur See vom Siavde S. M großen Kreuzers „Hansa*, zum Stabe “eines für das Kreuzer -G-\chwader bestimmten Depeschenboots (Doppelichrauben- Torpetoboots). Dittri, Marine-Stabsingen. von dec Insp. des Bildungswesens der Marine, zum Admiralstabe der Marine verseßt, zugleich als Referent zum Maiinekabinet. Hoffmann, Marine-Stabêsingen. von der Marine-Station der Nordsee, von dem Kommando zum Admiralstabe der Marine enthoben. Dr. Brüel, Marine-Stazbgarzt vom Stabe S. M. Kanonenboots „Habiht', unter Verseßung von Kiel nach Wilhelmshaven, ur Marine-Station der Nordsee. Dc. Rohde, Marine» Stabsarzt vom Stabe S. M. Speztalschiffes „Möwe", zur Marine-Station der Nordsee, Dr. Bds\e, Marine-Stabsaczt voin Stabe S. M. Spezial- \chiffes „Loreley*, zur Marine-Statioi der Ostsee. Dr. Wenßzel, Marine: Ober- Asfist. Arzt von der Marine-Siation der Nordsee, unter Berseßung ‘von Cuxhaven nach Kiel. ¿um Stabe S. M. Kanonen- boo1s „Habicht. Dr. Gersdorf, Marinc-Dver- Asist, Arzt von der Marine-Station ter Nordsee, zum Stave S. M. Speialschiffes „Möwe“. Dr. Haenlein, Marine-Ober- Assist. Arzt vón der 1. Tor- vedobootsé. Fiottille, zun Stabe S. M. Spezialsiffes „Loreley“.

Neymann, Goehle, Schlubach, v. Knorr, Pfarrius, von Selchow, Hinßmann, Mat1hiessen, Mann, Heinecke, Moraht, Albrecht (Viktor), Gysae, Eckelmann, Werther, Engish, Weißenborn, Gaekßde, Jobst, Klüpfel, von Müller,“ Jacobi, Werth, Dürbig, Freiherr v. Rössing, Ante, Bobsiea, Humann, Freiherr v Oen, OLrIng, Brant, v. Beile, Mattä&éet, Kellermann (Hellmut), Borse, v. Loecwenfeld, Loh- mann, v Blanc, v. Hase, Samuelson, Hau, Fischer (Alfred), Weber, v. Tyszka, v. Goershen, Globig, Stubenrauch, Kretschmar, v, Bötticher, Gärtner, Ste- mann, v. Altrock, Scho, Kleyeustüber (Kurt), Kirchner, Elle, Kuryhalfß, Stegemann, Noecdenbeck, Waidmann, Beß, Sievers, Niemeyer, v. Luck, Kränzlin, Fähnriche zur See, unter Feststellung ihres Dierstalters in vorstehender Reihen- folze, das Zeugniß der Réite zum Sce-Difizier, Kiesel, Fähnrich zur See, ausnahmsrwei}e das Zeugniß ver Reife zum See-Difizier, ertheilt.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 8. September.

Jhre Kaiserlihen und Königlihen Majestäten sind gestern Mittag um 12% Uhr in Stettin eingetroffen. Dem „W. T. B.“ wird über den Empfang und die Festlich- keiten zu Ehren Allerhöchsiderselben berichtet :

Bei der Ankunft Jhrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin fand auf dcm Bahnhofe großer militärischer Empfang statt. Die Ehrenwache stellte das Grenadier- Regiment König Fricdrih Wiihelm IV, (1. Pommersches) Nr. 2, dessen direkte Vorgeschte, einschließlih des komman- dierenden Generals, Generals der Kavallerie von Langenbeck, mit dem Chef des Generalstabes, General der Kavallerie Grafen von Schlieffen und . dem Kriegs - Minister General der Ee von Goßler zugegen waren. Ferner waren erschienen Jhue Königlichen Hoheiten die Prinzen Albreht und Fricdrih Wilhelm von Preußen, Seine Großterzogliche Hoheit der Prinz Maximilian von Baden, der Ober-Präsident der Provinz Pommern Freiherr von Malyahn- Gülß, der Regierungs-Präsident Günther und der Polizei-Prä- sident Schreeter. Seine Majestät der Kaiser begrüßte die Herren, schritt die Front der Ehren-Kompagnie ab undließ hierauf die Kompagnie vorbeimarschieren. Alsdann fuhren Jhre Majestäten der Kaiscr und die Kaiserin unter dem Geläut der Glocken und dem Jubel der Bevölkerung nah dem A die Eskorte * stellte das Kürassier-Negiment Königin. or dem Rathhause hielt, nachdem zwei Schülerinnen der Auguste - Viktoria - Schule Jhren Majestäten Blumensträuße überreicht hatten, der Ober-Bürgermeister, Geheime-Regierungs- rath Haken foigende Ansprache :

„Cure Katserlthen und Köriglhen Majestäten grüßen wir in chifurttävoller Huldigung. Das Kaiserwort ‘von Steitin, das Eure Majestät dew hiesigen Freibezirk zum ehreiden Gedächtniß vor- aeschcieben: „Unsere Zukunft liegt auf ‘dem Woasser!“, wie hald ift 3 vor aller Welt zur flamwenden Wahrheit geworden! Auf

S{huld an de:ts{chem Gut und Blut. Naße bei cinander liegen

Krieg und Frteden. Was aber auch die hunkle Zukaaft bringen

ma, unwandelbar das wollen wir auch heute in ernster

Stunde geloben! in fester Treue und fester Zuversicht

blicken wir auf zu dem Hüter des Reichs, der zielbewoußt mi Seiner

Willenskraft die Schußwehren des Kriezs für uns geshzffen, um

fegnend die Berke des Siedeng zu fördern. Das walte Gott!“

Die Ansprache shloß mit dreimaligen Hurrahrufen, welche

brausenden Widerhall fanden.

Seine Majestät der Kaiser erwiderte, dem „W. T. B.“

zufolge, hierauf:

Mein lieber Herr Ober-Bürzerm:-ister! Jch dank2 Ihnen in

Meinem und derx Kaiserin Namen herzlih für bie freund-

lige Begrüßung und den Empfang, die Jh immer

hiex gefunden habe. Ez ist ja nicht das fre Mal, daß

Wir Stettin besuhen, und bei jeder Wiederkehr hat Me!ne Freude

über den herzlihen Empfang sich gesteigert. Weiß Ich doch, daß Stettin die Wege, die Ih wanvele, als die richtigen er- kannt hat. , Sie haben, Herr Ober: Bücgermeister, unserer Brüder gedacht, die für unseze Interessen nah dem fernen Osten gegangen find. Jch habe die fest: Uederzeugunc, daß es ihnen gelingen wird, dort feste und geordnete Veckältnisse zu s{chaffen, unter denen der deutsche Kaufmann, ter trüben lebt und wirkt, ein für alle Mal vor Unheil bewahrt bleiben und ohne Stôrung und Gefahr Handel treiben kann. Ich hab2 gar keine Besorgniß für- die Zukunft. Denn mit Uns ist Gott, der w'rd Uas durSh-lfen!

Nachdem Seine Majestät geendet hatte, brachen die An- wesenden in erneute Hochrufe aus.

Bei der Ankunft auf dem Schloßhofe erwies cine Ehren- Kompagnie des Grenadier-Regiments König Friedrih Wil- helm TIV. Jhren Majestäten die Honneurs. Ml Schlosse fand hierauf Empfang uno um 11/2 Uhr Frühstüstafel statt.

Um 6 Uhr gab die Provinz im Landeshause ein Fest- mahl, an weichem Jyre Majestäten der Katser und die Kaijerin sowie die in Stzttin auwesenden Fürstlichkeiten und hohen Würdenträger theilnahmen. Auf eine bei der Tafel von dem Voi sigenden des Provinzial-Lancktages, Wirklihen Geheimen Rath von Köller g-haltene Rede erwiderte Seine Majestät dex: Naiser, näh dem „W. T. B.“/ wie folgt:

Fch sprech2 Ihnen Meinen tunigsten Daznk aus und ebenso den Ihrer Majestät der Kaiserin für Jhre warmen und ¡&önen Worte welche Sie im Namen der Provinz Pommern foecben an Uns gerichtet haben. J bin Z:uye gewesen vieler Empfänge, die Meinem seligen Groß- vater und Meinem Vater hier tn Stettin bereitet sind. WoLkk entsinne Fch Mich noh des Abends, wo Jbr von Meinem hochseligen Groß- vater so gern gesehener Vater von ihm angeredct wurde. Auf Schritt und Tritt entst-hen vor Meinem geistigen Auge in Stettin die Bilder der Vergangenheit, die Mih nur mit Freude und Daukbarkeit er- füllen. Ich hege die feste und unveränderlie Zuversicht, daß die Provinz Pommern nah wie vor ia threr Treue an User Haus dur- halten wird. Ich verbinde aber auh damit den Wunsch, daß der Provinz in ihrem Streben und in ihrer Azbeit und in ihrem Vor- wär!sshreiten insbesondere auf dern Gebiet der Lasviithsaft der Segen niht fehlen möze. Geiade cuf biesem Gebiet ist die Provinz mit ihren Bestrebungen und ibren Einrichtungen mustergültig ges worden. Mit den besten Wünscen für das Wohlergehen der Provinz erhebe Qch Mein Glas unv trink? auf das Wohl der Provinz Pommern. Hurrah! Hurrah! Hurrab!

Am Abend nahmen Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiscrin sowie die Fürstlihkeiten und Würdenträger an einer von der Stadt Stettin angebotenen Oder-Festfahrt auf dem Dampfer „Frceya“ theil, welch:m vier Dampfer mit dem Gefolge und geladenen Gästen sowie achtzig Privatdampfer folgten. Die Fahrt ging bei her:lihem Wetter und klarem Mondschein bis unterhalb Goßlow. Die Ufer des Flusses waren mit rothem und grünem bengalischem Feuer sowie mit elektrischem Licht beleuchtet, und allerorten wurde Feuerwerk" ab- gebrannt. Die Stadt Stettin selbst hatte glänzend illuminiert. Gegen 11 Uhr Abends erfolgte die Rückkehr Jhrer Majestäten nach der Oderbrüce, von wo Allerhöchstdieselben unter erneuten

Heute Morgen um 8/4 Uhr begab Sich Seine Majestät der Kaiser an der Spiße der Fahnea und Standarten vom Schlosse aus zu Pferde nah dem Exerzierplaß . bei Kreckow. Um 91/4 Uhr folgte Jhre Majestät die Kaiserin in einem vierspäunigen, von Königin - Kürassieren eskortierten Wagen. Un 10 Uhr begann die Parade dcs 11. Armee-Korps.

Der Ober- Staatsanwalt des Kammergerichts, Geheime Ober-Justizrath Wachler ist vom Urlaub zurückgekehrt und hat seine Dienstgeshäfte wieder übernommen.

Laut Meldung des „W. T. B ist S. M.S. „Schwalbe“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Boerner, gestern von Amoy in See gegangen. i :

S. M. S. „Luhs“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Dähnhardt, ist gestern in Hongkong angekommen und be- absihtigt am 9. September nah Canton in See zu gehen.

S. M. S. „Vineta“, Kommandant: Kapitän zur Sre da Fonseca-Wollheim, is am 6. September in Santa Lucia angekommen und geht heute wieder in See.

Das Kriegs-Ministerium theilt über die Fahrt der Truppen- transportschiffe mit: Der Dampfer „Andalusia“ hat am 6. September Gibraltar passiert.

Bremen.

Die drei Truppertransportdampfer „Krefeld“, „No? land“ und „Valdivia“ haben unter den Hochrufen dcs ahlreihen Publikums gestern Mittag von Bremerhaven die ahrt nach Ost-Asien angetreten.

Oesterreich-Ungarn.

Die heute etshienene „Wiener Zeitung“ veröffentlicht, wie „W. T. B.“ meldet, ein Kaiserlihes Patent vom g‘strigen Tage, dur welchcs das Haus der Abgeordneten

Des Reichsraths aufgelöst wird. Die allgemeinen Neuwahlen sellen sogleih eingeleitet und durchgeführt

3, Septembec, Sitellen-

jeßungen 2c. Neues Palais, - f t Zeye, Kapitän zur See,

beiegungen für den Herbst 1900,

weiter Meeresfahit, von den besten Wünschen des Batetländbes beglcitet, fino unsere Heere hinausgezogen zur Sühnung |{nöder

werden. l

stürmischen Huldigungen der Bevölkerung in das Schioß fuhren. ,

Jn ihrem nichtamtlihen Theil schreibt die „Wicner Ztg.“ : Seit dret Jahren entbehrt der Staatshaushalt der verfafsungt- mäßigen Festseßung und Kontrole, sind die meiiten Vorlagen der Re- nam" tli& das umfassende wirths{zaftlite P: ogramm.

unerledigt ‘geblieben. stockt jede noch so dringlice Reform. Alle Wünsde der Bevölkerung, die sih auf die Hebung des all- gemeinen Wohlstandes und ihrer etgenen Steuerkraft bezechen und deren E-füllung um so mehr geboten i, als die Bedürfnisse des Staats wie der Länder und Gemeinden si fortgesegt steigern, müssen zurückstehen vor der einzigen, dur@aus niht den ganzen Staat berübrenden Fraae der Regelung der Amtssprahe in einzelnen Gebieten des Reichs. Die großen Erfolge der Welt-

dustrie un» des W-lthandels fièlen anderen Reichen zu, und Destere ! in

reich und seinz Völker konnten nur jenen gertngfügigea Antheil er- zielen, welchen der Unternehmungsgeist und ter lobens8we:the Muth Einzelner gewonnen hat, denen noch dazu ganz besonders günstige Umstände ¿u ftatten kommen mußten. Sonst sind aber alle Kräfte lahm gelegt, weil die Geseßgzebung für fi? niht vorsorgend ift und die Verwaltung ties erforverlichen Mittel nicht bereit stellen kann, Die wirth{chGaftliWen Verhältnisse der Baucra, dex Handwerker und Arbeiter leiden untèr diefer unverantwortlihen Vernachläisigung am allermeiften. Das ift kein halibarer Zufland; dabei müssen déx Staat und scine Bewohner ihre Interessen, derea Hintansctßung sie

{{chon bföker sckwer genug empianden, fo gut wie gänzli preis- |

gegeben sehen. Das aufrichtige Bestreben der Regierung und ihr wohl- wollendes Entgegenkommen auf allen Gebteten, um die traurigen Nechältnifse der lezten Zeit in Vergessenheit zu bringen, ist erfolgïos geblieben. Ihre konsequent dargethane politische Unparteilihke.t und nationale Unbefangenheit fowie ihre nachbaltigsten Bemühungen haben ni&t vermoht, die Wiederaufnahme der der Volkspyer- tretung dur das Staatsgrundgeseß zugewiesenen legislativen A'beit zu erreihen. Die Auflösung des Abgeordnetenhauses wurde zuc gebieterishen Nothwendigkeit. Die Regierung legt den Wähler- haften nale, bei den unverzüalih erfolgenden Neuwaktlen ihre wirth- \aftlihen Interessen ents{lossen wahrzunebmen. Ste werden damit die Ecstarêung des Staats fördern und besen Fähtzkeit erhöôben,-dte Beyö!l'erung auf dem Wege allfeltiger Entwicketuag wirlunzsvoll zu unterstüßen. Die Regierung hat mit der Auflösung des Abgeord» netenhauses, das keine positive Arbeit leistete einem Tonsti- tutionelen Grundsaße R-chnung getragen. Ie érnster {ih die Verhältnisse gestaltet haben, desto zwingender wird die F der Wäöhlerschaften, S die Bedeutung thres Botumsz in ckem ugenblickd gegenwärtig zu halten, in weldem eine neu zu wäblende Nolksvertretung die für ihre künftige Wirksamkeit en!cheidende Ge- staltung erbält. Die Wäblershaften werden zu entscheiden haben, ob das uns{chätbare Gut, welhes in dex Kontinuität verfassungsmäßiger Einrictur gen gelegen ist, dadurch um feinen ganzen Werth gebracht werden foll, daß diese immer von neuem jede praktis@e Wirksamkeit versagen. Großbritannien und Jrland.

Der Prinz Heinrich von Preußen hat, wie „W.T.B.“ meldet, Balmoral verlassen und ist nach London abgereist.

Die „Daily News“ erfahren, es sei beschlossen worden, das Parlament in der lezten Woche des September auf- zulösen, vorausgeseßt, daß in der Zwischenzeit entscheidende Nachrichten aus Süd-Afrika eingetroffen seien.

Frankreich.

_Die „Agence Havas“ meldet aus Marseille, das Ministerium der Kolonien habe drei weitere Dampfer für den Transport von Kriegsmaterial, 900 Maulthieren und 300 Treibérn nach China gechartert.

RNyfßland.

_Die neuformiertc Shußtruppe für die osthinesische Eisenbahn, bestehend aus vier Kompagnien, zusammen über 1000 Mann ftarë, ist gestern, wie „W. T. B.“ meldet, von Kiew nah Ost-Asien abgegangen.

Ftalien.

Der Minister-Präsident Saracco hat, wie „W. T. B.“ meldet, dem Herzog der Abruzzen telegraphish die Glück- wünsche der Regierung übermittelt.

Infolge eines Berichts des Ober - Staatsanwalts beim Appellhof in Trani über das unehrerbietige und aufrühre- rishe Verhalten des Bischofs von Andria anläßlih des Begräbnisses des Königs Humbert is} gestern ein Dekret unter- fe OaRt worden, durh welches dem Bischof das Gehalt ge- perrt und dasselbe den Armin zugewiescn wird. : %

Türkei.

Wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel berihtet, wohnten dás diplomatische Korps, die Spezialm1ssionen Ser- biens und Persiens, sowie der russishe Admiral Capitor dem gestrigen Selamlik bri und wurden hierauf von dem Sultan in Audienz empfangen. Der österreichisch ungarische Botschafter Freiherr von Calice darkie namens des diplomatischen Korps dem Sultan für die während des Regierungsjubiläums erwiesene Huld. Bei dem ‘si hieran anschließenden Cercle unterhielt sich der Sultan mit jedem Einzelnen der Anwesenden.

Rumänien.

Gegenüber der gestern wiedergegebenen Meldung der „Agence Bulgare“, daß die Mittheilung der „Agence Roumaine“, der bulgarishe Hondel--Minister Natshowitsh habe er- flärt, daß _die bulgarische Regierung bereit sei, gegen die beschuldigten Mitglieder des macedonishen Comités, ohne das Urtheil der Gerichte abzuwarten, {hon nah dem Eintreffen ‘der Uniersuchungsakten aus Bukarest vorzu- gehen, unrichtig sei, hält die „Agence Roumaine“, wie „W. T. B, berichtet, diese ihre Meldung vollkommen auf- recht und fügt hinzu, sie könne, um die Wah-heit ihrer Meldungen zu bekräftigen, noch darauf hinweisen, daß Nalschowitsch, von dem Wunsche der Versöhnung geleitet, zu dem rumänischen diplomatishen Agenten am 19. August 1. September) d. J. gesagt habe, daß der Minisler-Präsident vanischow, wahrscheinlih infolge seiner geringen Kenntniß a Miles, Aen, e „endgültiges Urtheil“,

ber orte escheid des Unter i "de bruat hebe „Besch tersuhungsrichters“ ge Amerika.

b Den Londoner „Daily News“ wird, wie „W. T. B.“ erichtet, aus Washington vom 6. d. M. gemeldet: Der deutshe Geschäftsträger reibery Speck vóon- Sternburg, welcher an dem Jengunien Tage auf dem Staatsdeparte- Meni einen Besuch abstattete, habe dort die Ansicht ver- reten, daß die Mächte sich dahin einigen sollten, in Peking u bleiben, damit dic Verhandlungen mit China, während Di Mächte diesen Vortheil -noh bcsäßen, „geführt würden. U/e Antworten der Mächte bewiesen, daß die G-fahr einer beseitigt fet unter den Mächten, ‘wenigstens für den Augenbli, ei.

Dem „W. T. B.“ zufolge, meldet das „Reuter'sche Bur:au“

aus Washington vom 6. d. M.: Von dem amerikanischen

! G-häflsträger in Berlin Jason sci eine Mittheilung ein-

getroffen, welche die Halturig, die Deutschland in Bezug au den russishen Vors chlagq einnehme, flar e teR

welhes dem R-ichöratb im legien Winter unterbreitet wurde, j seye. Dieselbe besage, daß Deutschland alle Neibungen

zwischen den Mächten zu vermeiden wünshe, daß es aber der Ansicht sei, die gegenwärtigen Verbaltaisse in Peking seien dcrartige, daß sie die Beibehaltung einer deutschen Streitmacht daselbst nothwendig machten. Die Mittheilung der Anschauung Deu!schlands sei in einer solhen Form erfolgt, daß sie als bündig dahin geherd aufgefaßt werden könne, Deutschlands Absicht sei, seine Truppen nicht zurü- zuziehen. Es sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Haltung Deutschlands in den anderen europäishen Haupt- jtädten einen starken sympathishen Beifall finde.

Wie die „New York Times“ vom gestrigen Tage meldet, bereitet die amerikanische Regierung eine zweite Note an die russishe Regierung vor, welhe am 7. d. M. ab- gesandt werden sollte. Abschriften derselben würden allen Mächten übermittelt werden. Wie man annehme, werde die Note den Vorschlag enthalten, in Peking eine kleine Schußwache zu hinterlassen, anstatt die Hauptstadt gänzlich

zu räumen.

Asien.

Wie „W. T. B.“ meldet, sind der österreichish:ungarische Geschäftsträger von Nosthoru und B ae (s niederländische Gesandte Knobel, leßterer auf cinem nieder- ländischen Kriegsschiff, gestern wohlbehaiten in Schanghai ein- getroffen. Nachdem die öterreihisch-ungarische Gesandtschaft niedergebrannt war, befanden sich Herr und Frau von Nost- horn anfänglih in der französischen Gesandtschaft ; nahdem diese dur eine Minenexplosion am 30. Juni stark beschädigt worden war, hielt sich Frau von Rostyorn bis zur Abreise am 24. August in der deutschen Gesandtschaft auf.

Dem „Standard“ wird aus Tientsin vom 30. v. M. gemeldet: Der Einzug der verbündeten Truppen in die „Verbotene Stadt“ in Peking am 28. August erfolgte durh verschiedene Thore. Die Russen und Franzosen zogen zusammen ein, ebenso die Deutschen und Amerikaner. Die Engländer, wie auch die Japaner, zogen für sich allein ein. Die britische Marine-Brigade sowie die bisherige Schuß- wache der britishen Gesandtschaft haben Peking verlassen.

Der französishe General Frey tel-graphiert über Taku vom 2. September: Das 1. Bataillon des 17. Marine- Infanterie - Regiments is in Begleitung einer Baiterie in Peking eingetroffen. Jn Peking und Umgegend herrscht fortdauernd Ruhe; der Gesundheitszustand der Truppen ist gusgezeichnet.

Ein aus Schanghai am 5. d. M. in Tokio ein- gelaufenes Telegramm melcket, dem „W. T. B.“ zufolge, den Jnhalt eines vom Kaiser von China erlassenen Dekrets, datiert vom 20. August, welhes nah Schanghai aus Schansi telegraphiert wurde. Der Kaiser drückt darin sein Mitgefühl und Bedauern über die. von dem unschuldigen Volfe er- duldeten großen Leiden aus und appellieri an die Loyalität der offiziellen Klassen in diesem kritishen Momente. Er er- klärt, felbst Schuid daran zu tragen und allein für das ein- getretene Unglück verantworilih zu sein, und befiehlt allen Beamten der Zentralregierung, sich sobald wie möglich in dem temporären Hoflager einzufinden, um dort ihren Pflichten nah- zukommen. Liu-Kung-yi und Tschang-t\hi-Tung sollten ihre Bemühungen R die Fremden und den Handel an der Küste und am Flußufer zu beshüßen. Schließlich hoffe der Kaiser, daß sein Volk sich mit ihm darüber freuen werde, daß die Kaiserin-Wittwe sih in gutec Gesundheit- befinde, seitdem sie Peking verlassen habe. :

Der. „Daily Telegraph“ meldet aus Canton vom 5s. d. M, der stellvertretende Vize-König Tak-su habe an diesem Tage ein Kaiserliches Edikt erhalten, ia welhem der Katser sich selvst beshuldige, es verursachzt zu haben, daß die Dinge sich bis zu der jeßigen verzweifelten Krisis entwickelt hätten, und alle Vize-Könige und Gouverneure anweise, den Frieden überall aufrehtzuerhalten, die Aufrührer zu bestrafen und die ige und die christlihen Chinesen vor aller Gefahr zu

ügen.

Ein in Dofkio eingetroffencs Telegramm aus Futschau berichtet, wie „W. T. B.“ meldet, daß Ler Pöbel in Sh 1GiR und Liukei gegen eingeborene Chriîten ernste Ausschreitungen begangen habe. Die Stadtthore der benachbarten ses Distrikte seien geschlossen worden. Der Taotai dieses Bezirks sei infolge seiner Unpopularität entlassen und Ting, der jeßige Taotai von Amoy, an seiner Stelle zum Taotai ernannt worden.

Gestern früh sind sämmtliche in Amoy und in Kulangfu gelandeten fremden Marinesoldaten zurückgezogen worden.

_Wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg berichtet wird, bri-gt der russishe „Regierungsbote“ foigende Meldung: Nach der Einnahme 018 Tschinganpassecs erreihte das Detachement des Generals Derelow Dschalundu, wo ein Rasttag gemaht wurde. Bei dem weiteren Vor- rüden- gegen -Tsitfikar am 830. v. M. eshienen Parlamentäce des General - Gouverneurs von Tsitsikar und baten um Frieden. Der General Orlow s{chickte die Parlamentäre zurück, empfahl der Bevölkerung, die Waffen auszuliefern, und versicherte, daß jeder an seinem Plaße bleiben könne. Die Kavallecie des Generals Orlow und die reitende Batterie gewannen Fühlung mit dem Detachement des Generals Rennenkampf und besserten mit Hilfe von Jn- genicuren die von den Chinesen zerstörte Brücke über den Nonni-Fluß aus, an welhem® das Detachement am 2. d. M. einzutreffen Oa, Ein Télegramm des Ingenieurs Hir shman a1s T schifu vom 4. d. M. meldet: An der Liau-tong-Bucht ist ein regelmäßiger Bahnverkehr bis Jn-kau E worden, und in zehn Tagen wird die Bahnlinie bis Hat-tschen fertig sein. Nach den lezten Nachrichten befindet sich der Jngenieur Werchowski in Sjaojan in Gefangenschaft. Den Chinesen wurde ein Lösegeld angeboten, doch ist wenig Hoffnung auf Rettung vorhanden. Von den Begleitern des Jngenieurs Walenski kehrten neun Mann über Korea zurück; biesclben hatten zwei Mann ihrer Schuht- mannschaft und eine Telegraphistin verloren.

Dás französishe Transportshiff „Drôme“ hat, derm „W. T. B.“ zufolge, gestern in Maskut angelegt und Kohlen ausgeladen, die in dem daselbst kürzlich Frankreich ein- geräumten Kohlendepo t lagern sollen.

Afrika.

Dem „Daily Expreß“ wird aus Lissabon gemeld-t, daß die nah Lourenço Marques entsandten 1000 Mann portugiesischer Truppen ‘den ‘Austrag halten hätten, die

Grenze von Transvaal zu beobachten.

Der Aeidmarschalt Lord Roberts meldet aus Belfast vom 5. d. M.: Die Kolonne des Generals Hamilton, welcher sih die Kavallerie des Obersten Brolehurst angeschlossen hat, passierte am 4. d. M. durch Dulstroom, wokei ihr nur ge- ringer Widerstand geleistet wurde. Sie rückt jeßt auf dem Wege nah Lydenburg vor und steht im Signalverkehr mit Sir Redvers Buller, dessen Geschüße gehört werden und der im Laufe. des Morgens mit der linken Flanke des Feindes engagiert war. Der General Hamilton bemüht sihh, die rehte Flanke des Feindes zu umgehen. Zwei reitende Abtheilungen unter den Obersten Clements und Hart operieren gegenwärtig in den Bezirken von Krügersdorp und Johannesburg. Ein dur 125 Mann canadischer berittener Schüßen an der Eisenbahn zwishen Pan und Wondersfontein hbe- sezter Posten wurde durch eine feindlihe Schaar mit drei Gc- schüßen N Der Feind wurde aber zurückgeschlagen. i Aus Pretoria vom 5. d. M. berichtet das „Neuter’sche Burcau“, es werde gemeldet, de Wet habe sich mit Theron in der Nähe von Johannesburg vereinigt. Sie hätten zu- sammen 1800 Mann und hielten die hohen Hügel im Süden der Stadt besezt. Eine beträchtliche britishe Streitmacht habe Ger Fe Verfolgung aufgemaht. Die Buren hätten keine e.

Einem Telegramm der „Daily Mail“ aus Pi'ieter- marißburg vom gestrigen Tage zufolge sei dort am leßten Mittwoch von Utrecht her lebhaftes Gewehrfeuer gehört worden.

Kunft und Wissenschaft.

_Die Akademie der Wissenschaften in St. Petersbur erhielt, wie ,W. T. B.“ meldet, ein von -dem Führer vet T Polar-Expedit ion Baron Toll aufgegebenes, vou Bord der „Sara, 7. August, datiertes Telegramm, welches von eincim Kohlenshiff nach Archangel mitgenommen worden war. Das Telegramm besagt: „Jh bin am 7. August in der Ingorschen Straße eingetroffen ; Eis ift wenig zu sehen, der Sommer s{emt günstig zu fein. Heute gehe ich in das Karisde Meer ab und Taufe den Diksonhafen an. An Bord ist alles wohl.“

Gesundheitëöwesen, Thierkrankheiten und Absperrungä- Maßregeln.

Portugal.

Dur eine im „Diario do Governo“ Nr. 197 vaöffentlihte Verfügung des Königlich portugiesischen Ministeriums des Jnnern vom 1. d. M. wicd bestimmt, daß die Herkünfte aus Port Said den durch die Verfügung vom 14. April 1897 eingeführten Maßregeln zur Verhütung der Einschleppung der Beulenpest nicht mehr zu unterwerfen sind. (Vergl. „R «A.“ Nr. 112 vom 10. Mai

d. J.) Niederlande.

_ Der „Niederländische Staatscourant“ yom 6. d. M., Nr. 208, veröffentlicht eine Bekanntmachung des Ministers des Janern vom 9. d. M., dur die Glasgow als pestverseucht erflärt wird; die 2uarantänefrist ist auf 10 Tage festgeseyt worden.

Gleichzeitig wurde derch Verfügung der Minister des Fanecn und der Finanzen vom 7. September d. F. ab die Ein- und Durch fuhr von Lumpen, gebrauchten Kleidungsstücken, ungewaschener Leib- und Bettwäsche aus Gla8çow verboten. M

Passagtergut ift unter dieses Verbot begriffen, insofern cs au3

ungewaschener Leib- oder Bettwäsche besteht _ Das Verbot erstreckt sich nicht: 1) anlangend die Ein- und Durchfuhr, auf' Güter, die zwar aus Glaëgow angeführt werden, aber in Betreff deren zur Genüge erhellt, daß sie von anderswoyer her- tönmlih) find und die in der Weise versandt und verpackt sino, daß sie nid mit infizterten Segenständen in B:rührung gewesen fein föônnen; 2) anlangend die Durchfuhr, auf Güter, die derartig verpackt find, daß fle unte:.wegs keiner Bearbeitung oder Behandlung unter- zogen werden können. / __ Die Königlich niederländisHe R: gierung hat gegen Glasgow eine zehntägige D aarantäne angeocdnet. Des weiteren is die Ein- uad Durchfuhx von Lumpen und gebrauchten Kl.idern von dort verboten.

A E Belgien.

Die der Provinzial-Regierung in Antweryzn beigegebene Com- mission sanitaire de l’Escaut bat in ihrer Eiturg vom 3. d. M. beshlofsen, raß alle aus Gla8gow und Greenodck eintref:nden Schiffe einer 24\tündigen Beobachtung zu unterwerfen und zu desinfizierén sind. Die Herkünfte aus den anderen Häfen der Wesiküste Shottlands follen in Doel einer gefundhecitspolizeilihen Untersuung unterzogen werde.

__ Alle Schiffe, dice aus den vorbezeichneten Häfen in Antwérpen etntr. ffen, müssen mit einem Gesundheitspazsse verschen sein.

E i Dänemark.

__ In der „Berlingske Tidende“ vom 1. d. M. ift eine sofort in Kraft tretende Bekanntmachung des Königlich dänishen Justtz- Ministeriums veröffentliht, wonach mit Rücksiht auf den Ausbruch der Pest in Glasgow die Bestimmungen in. den $8 26 bis 35 der Bekanntmachung vom 14. Mai d. F. über die Pest Glasgow gegenüber in Wirkiamfkeit geseht worden sind. Gleichzeirig wird die Cinsuhr der im $ 38 der Bekanntmachung erwähnten Gegen- stênde von Gla8zow nah Dänemark verboten und für gebrauchte tleidung s\tüde und Betten, soweit deren Einfuhr nach dem gedachten $ 38 Üverhaupt zulässig ist, Deeinfektion angeordnet. (Vergl. „K Anz." Nr. 164 vom 12. Juli d. J.)

/ Egypten.

Der Juternatio!al- Gesundheitsrath in Alexandrien hat be- \&loffen, gegin tie Herkünfte aus Glabgow das gegen die Her- künfte aus dem Mittelmeer feiner Zeit b:\{chlossene proviforijche Pestreglement bs auf weiteres zur Anwendung zu bringen.

Glasgow, 7. Seyt-mber. n T. B.) Dem heute au?- gegcbeneu Bericht der Gesundheitsbeböcrde zufolge beträgt die Zahl der Pestkranken gegenwärtig 13; in 2 w:tteren Fällen liegt Pe st - verdacht vor. Unter ärztliber Beobachtung b-finzen ch, nachdem 9 Persoren seit geftern entlassen worden sind, noch bundert Personen, Ein Kranker i aus South Govan in das Hospital eingeliefert worden. (Vgl: Nr. 213 d. Bl.)

Aberdeen, 7. September. (W. T. B.) Arntli wird gemeldet. daß der aus Bergen hier angekommene N orweger (vgl. Nr. 213 d. Bl.) ‘nicht an der Peft erkraukt ift.

Theater und Mufik,

___Im Königlichen Opernhause findet morgen cine Auf- führung von Siegfried Wagner's Oper „Der Bärenhäuter“ statt. Die Besctzung lautet: Hans Kraft : Herr Grünirg; Melchior: Hir Witte- kopf; Lene: Fräulein Dietrich; Luise: Frau Herzoz; Nicolaus Spiy: Pert Lieban; Anna: Fräulein Rothauser; Fremder: Herr BaWmarn; eufel: Herr Knüpfer. Kapellmeister Dr. Muck dirigiert. Am D eht Eugen d’Albert's musikalis@es Lustspiel „Die Abreise“ unter Mitwirkung von Frau Herzog und den Herren Hoffmann und Sommer in Scene. Hierauf folgt Smetana's Oper „Die verkaufte Braut“. Fräulein Destinn singt darin zum ersten Male die Marie, den ut se LO Dies a aE B a den e A nger, den nger Perr P, die Comera n Dietrih. Kapellmeister Walter dicicheet,