1900 / 226 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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ländern lieferte die Ernte zufriedenstellende Resultate; au in Galizien !

und der Bukowina sind die Ergebnisse der Heu- und Kleemahd erheblich günstiger als die des ersten Schnittes. Au die Kar- toffeln wurden in Böhmen, Mähren und zum theil auch in Nieder-Oesterreih durch die Trockenheit, welhe auch die Ernte- arbeiten erschwerte, in ihrer Entwickelung gehemmt und haben vielfach kleine Knollen angeseßt. Die Ernte i gegenwärtig in der mittleren und südlihen Zone im Zuge und dürfte in den Alpenländern, in Ober-Oesterreih und der Bukowina gute und in ven übrigen Ländera durchs{nittlich gut mittlere und mittelmäßige Erträge ergeben. Die Zuckerrüben, welhe die Trockenperiode im Monat Juli noch verhältnißmäßig günstig überdauern konnten, wurden diesmal durÞch den langen MRegenmangel in Böhmen und Mähren empfindlih getroffen, und wird die Ernte da- selbst in Bezug auf Quantität den Erwartungen nit entsprechen.

insichtlih der Qualität ist man 1e zufriedengeftellt, und haben

olarifationéproben meist einen hohen Zuckergehalt nahgewiesen. Die

utter- und Stoppelrüben litten durch den Mangel an Feuchtig- keit weniger und werden eine quantitativ bessere Ernte abgeben als. die Zuckerrüben. Die Hoffnungen . auf eine günstige Weinernte baben sich zumeist erhalten, In vielen Weingebteten Nieder-Oesterreichs is der Traubenanfaz cin reihlicher, doch wird die Reife durch die herrschende Dürre und die kühlen Nächte einigermaßen beeinträchtigt. Auch in Steiermark i} der Stand der Weingärten größtentheils sehr günstig; nur in einigen Gegenden Süd-Steiermarks wurden die Ercntehoffnungen infolge Umsichgreifeas der Peronosporà und des Auftretens verschiedener Schädlinge herabgestimmt. Fn Dalmatien hatten die Weingärten bur starke Berunkrautung und Borastürme zu Leiden, doch wird in den meisten Bezirken eine mittlere Lefe erwartet. In Krain hat bas Auftreten der Peronospora und des Schwarz- brenners vielfa Schaden verursacht. Jun Südtirol hegt man nach wie vor die besten Ernteboffnungen. Von der diesjährigen O bft - ernte wird nur die Aecpfel- und Birnenernte in den Alpenländecn den im Frühjahr so überaus günstigen Erwariungen“ entspcechen. Auch in Ntieder-ODesterreich und Ober-Oesterreich sind die Aepfel gut gediehen und versprechen zufriedenstellende Erträge Zwetschken und Pflaumen ergeben meist nur mittelmäßige Erträge. Der Anbau des Wintergetreides ist durh di- Dürre des Bodens sehr ershwert und verzögert und konnte in vielen Gegenden Böhmens, Mährens und Ntieder-ODesterreihs nicht be- gonnen werden. Bloß in Galizien is die Aussaat des Roggens größtentheils beendet und der Anbau des Weizens im vollen Zuge. Die Saaten keimen wegen des Mangels an Feuchtigkeit nur {chwer an und gehen ziemlih {ütter auf. In Galizien wurden die jungen Napsfaaten durch Raupenfraß \chwer geschädigt.

Ernteergebniß in Ost-Galizien.

Der Kaiserliche Konsul in Lemberg berichtet unter dein 12. d. M. Folgendes: ;

Die zweite Augusthälfte war vorherrsWend trocken, und nur gegen Ende des Monats stellte sich Regen ein. Es war daher mögli, die Ernte der Halm- und HülsenfrüŸßte (mit Ausnahme der Gebirg8gegenden) glücktlch zu Ende zu führen. Die Roggenernte stellt si, was das Stroh anbelangt, als mittlere Ernte dar (3—9, selten 10—12 Shock Garbeu per Joch), die Shüttung aber is verhältnißmäßig beser und shwankt ¿wischen 240 bis 1080 kg per Joch; die Qualität des Korns wird gelobt. Die Weizenernte ist minder gut ausgefallen (4—9, 10—12 Schock Garben per Joh mit einer Shüttung von 100—960 kg per Joh). Dabei muß hinzugefügt werden, daß, während beim Roggen die besseren Erträge die Majorität bilden, bei dem Weizen die knapperen Erträge öfter vorkommen; ja es giebt Gegenden (besonders dort, wo im vorigen Herbst die Mäuseplage stärker hervo1tcat), in welchen der Ertrag kaum dem Saatgute gleihgekommen is. Der Sommerweizen hat verhältnißmäßig bessere Erträge geliefert; da aber der Anbau desselben mit Rücksicht auf seine Fläche dem Anbau der Winterfrucht sehr viel nachsteht, kann dieses günstige Ergebniß den Ausfall bei der Hauptfrucht nit ersegen. Mit den Ergebnissen der Gerste- und der Haferernte ist man meistens ziemli zufrieden

(Gerste 4—9 Schock Garben mit einer Shüttung von 200—960 kg |

per Joh der Hafer 3—10 Shock Garben mit einer Schüttung von 75—1000 kg per Joh); es giebt aber auch Ausnahmen, die

gerade auf die fruhtbaren Gegenden Podoliens fallen, Günstizg aus3- |

gefallen ist auch die Hirseernte und die Hatdekornernte, die noch hier und da im Zuge ist; s{limmer \sleht es mit der Ernie von Erbsen und Bohnen, Besonders wird die Erbsenernte, welche für einige Gegenden, namentiih für Podolien, im Wirthschaftsbetriebde des Großgrundbesißes manche Bedeutung hat,

als eine Mißernte bezeihnet; vor einigen Wohßcn noch boten die |

Erbsen und die Bohnen}faaten günstige Ernteaussichten, aingen aber plöulih dur Insektenfraß fat gänzlich zu Grunde. Der Stand der Hadckfrüchte i zusriedenstellend, nux über Kraut lauten die Meldungen ungünstig, da der Naupenfraß in den legten Wochen verheerend aufgetreten i. Die Hopfen- pflückde ist meistens {on zu Ende, die Erträge sind knapv, variieren von 56, 150, 200, 252, seltener 300 bis 400 kg

per Joh. Die Aussichten der Kleesamenernte sind ziemli günstig; |

man hat aber leider nur einen kleinen Theil zur Gewinnung des Samens reserviert. Die Grummeternte auf den Kleefeldern und Wiesen is im Zuze oder wird bald in Angriff genommen werden ; der Ertrag ist besser als derjenige vom ersten Hieb, i aber knapp. Die Qualität ift gut, in Gegeuden jedo, wo das Hochwasser im Juli die Wiesen vershlemmt hat, wird nur ein minderwerthiges Futter eingebraht werden.

Saatenstand in Ungarn

Aus Budapest vom 19. d. M. wird der „Wiener Ztg." ge- meldet: Der Saatenstandsbericht des ungarischen Ackerbau-Ministeriums vom 15. d. M. hebt hervor, daß die Witterung in der ersten Sep- temberhälfte bei Zunahme der Temperatur vorwiegend trocken und nur zu Anfang des Monats unter geringen Niederschlägen kühl war. Der Winteranbau geht infolge der vorherrshenden Trockenheit langsam vor sich, -der Frühwinteranbau keimt befriedigend. Von den Rapsfaaten keimen nur jene gut, welche vor den Regen- tagen angebaut wurden, die späteren zeigen Ungleichheiten. Die Saat bedarf des Regens, dem Reifen der Maispflanz- kommt die trockene Witterung zu gute. In vielen Gegenden wird sie bereits gebrochen. Die günfligen Ertragsaussichten haben sich infolge des Auftretens von Motten verringert. Die Kartoffeln liefern, mit Ausnahme einiger siebenbürgishen Komitate, sowie der Gegend der Theiß - Maros- Ee, einen befriedigenden Ertrag. Die Gartengewächse haben unter dem NRegenmangel gelitten; die Kräuterarten wurden auch durh Rauyen geschädigt. Die Hülsenfrühte liefern einen Mittelertrag. Die Qualitäten werden im allgemeinen gelobt, so au jene des Hopfens, Zucker- und Futterrüben liefern im Durchschnitt einen guten S Künstliche Futtermittel, Wiesen und Weiden stehen infolge des Regenmangels chwach. Bei dem Weinstock haben sih die Ertragsaussichten verringert, stellenweise infolge des Auftretens von Peronospora. Das Reifen der Traube wird dur die Kühle der Näwte behindert, do wird im allgemeinen der Ertrag gelobt. Obst

gedieh s{chwach.

Regenfälle in Indien.

Nah dem von dem meteorologischen Departement in Kalkutta unter dem 23. v. M. herauégegebenen Wetterberiht waren die Regen- fälle in Indien während der gesammten diesjährigen Monsunperiode bis zu dem gedahten Datum, außer in den Nordwestprovinzen und dem Punjab, die um 35 beztehungtweise 20% zurückstanden, normal.

Handel und Gewerbe,

Nach einer in Nr. 143 des „Reichs-Anzeigers“ vom 18. Juni d. J. veröffentlichten Notiz sollten im Ausland her- gestellte Waaren, die mit Etiketten ganz oder theilweise in portugiesisher Sprache versehen sind, in Brasilien nur bis zum 30. d. M. eingeführt werden dürfen. Nunmehr hat der brasilianishe Finanz-Minister diese Frist bis zum 30. November d: J. verlängert.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammenge#sellten „Nachrichten für Handel und Industrie?)

Großbritannien.

Zolltarifentsheidungen in der Kolonie Victoria. Antimakassars und ähnliche aus zwei oder mehr Materialien zu- sammengenähte Gegenstände unterliegen als Phantasieartikel einem Zoll von 10% vom Werth. Die Entscheidung, wonach Antimakassars aller Art, wenn gewirkt, genäht oder gestickt, etnem Zollsay von 10% des Werths unterliegen, ist aufgehoben. 2 i

Motorwagen, ebenso Motor-Zwei- und Dreiräder, àls nicht besonders aufgeführte Fahrzeuge, Zoll 25 9/ vom Werth. Die Ent- s{eidung, wonach der Motortheil als nicht besonders genannte Maschine mit 30%/ vom Werth zu verzollen war, is aufgehoben.

Compo-Bretter, bestehend aus Zimmerholz, welches in eine Komposition von Papier eingelegt i, unterliegt dem Zollsay für Zimmer» und Baumaterialten.

Buchbinderprefssen, feststehende und wippèênde, sind, wenn aus Metall, als nicht besonders aufgeführte Metallwaaren mit 30 %%o vom Werth, und wenn aus Holz, als niht besonders aufgeführte Holzwaaren mit 25 9% vom Werth zu verzollen.

Kokosnußbutter ist zoUfrei j

Korkzieher, Walker's „Quick and Easy“, unterliegen als nicht tefonders aufgeführte Maschinen etnem Zoll von 25 9/6 vom Werth.

Kinetoskope, Salon-, unterliegen als Phautasieartikel sinem Zell von 10 °/ vom Werth. /

Druckmaschhinen zum Aufzrucken eines s{chwarzen Randes auf Briefumschläge sind zollfret. : O

Zeitungen, alte, unterliegen einem Zoll von 6 Schilling für den Zentner. e

Koffer aus Nohr und Segelleinwand sind wie Leder- koffer mit 30% vom Werth zu verzollen. /

Deichsel\heren und Ortscheite. Jn dem Zollsaß von 10 Pence für den Saß ift der Zoll für ein gleichzeitig eingehendes Ortscheit einbegriffen. i

Wagendeich seln, e!ns{chl. der Kreis- und Doppelbäume. Der Zollsay von 4 Shilling für das Stück schließt den Zoll für zwei gleichzeitig eingehende Ortscheite ein. : :

Dextrin, ein Gemish von Leim und Dextrin, welhes bisher als kleinerer Artikel für Stiefel und Schuhe zoUufrei gelassen wurde, unterliegt als flüssiger Leim einem Zoll von 209% vom Werth.

Salophen in 1 Un:enflashen und varüber ohne Heilanpreisung ist zollfrei. Die Entschetduog, wonach Saloph?n mit Heilanpreisung oder zum Einzelverkauf oder Berbrauh veryackt mit 25 9/9 vom Werth zu verzollen war, ift aufgehoben. (Departmental Decisions, Supplement No. 14.)

Nußlanßb.

Rüdcvergütung des Zolles für Flachs- und Harf- bearbeitungösmaschinen fowie für chemishe Produkte und sonstige Materialien, die zur Bearbeitung von Flahs und! Hanf gedient haben, bei der Ausfuhr von Flahs- und Hanffabrikaten. Der Reichsrath hat beschlossen:

In Ergänzung der betreffenden Gesetzesbestimmungen zu ver- ordnen :

1) Bei der Ausfuhr von Flahs- und Hanffabrikaten nach dem Auslande werden die Zölle für die bei der Herstellung dieser Erzeug- nisse verwendeten Materialien und Maschinen in der nachstehenden

Höhe zurückvergütet : Rubel Kopeken

h pro Pud a. für ungebleichtes Garn und Zwira, sowie Bind- faden untec 1 Loth pro 8 Faden Länge wiegend 30 b. desgleichen, geblcidte E E Ei E 70 . für niht oebleihte Gewcbe Ï L - 75

c d. für gebleihte Gewebe . 15

s. füc gefärbte Gespinnste und Gewebe, sowie für

buntgiw-bte und bedruckte Gewebe 40.

2) Die Rüdkoergütung des Zolls erfolgt in der Wrise, daß be- sondere Quittungen ausgeceben wecden, die bei der Eingangsabferti- gung der folgenden Tarcifartikel*) in Z1hlung genommen werden : Artikel 105 Punkte 1 und“ 3; Artikel 107, Artikel 108 Punkt 1, Artikel 125 Punkte 1 und 2; Artikel 128, 129, 130; Artikel 134 Punkte 1 und 2; Artikel 135; Artikel 167 Punkt 2 und Anmerkung

3) Der Finanz-Minister ist ermächtigt, ausführlihe Regeln für! die Art und Weise der Rückoergütung der fraglihen Zölle sowie für die Kortrolaufsicht darüber zu erlassen, daß die fraglichen Fabrikate wirklih autgeführt und Fabrifate, die einmal unter Zurückvergütung ausgeführt worden waren, nit zurückzesSmuggelt weden. (Besep- Sammlung Nr. 93 vom 10./23. August 1900.)

*) Die genannten Tarif-Artikel umfassen folgende Waaren : Soda und Potasche; Aeßynatron und Aehkali; Chlorkalk, Bleichlauge; Schwefelsäure; natürliche. Farbstoffe; Indigo, Cochenille, Kermets- körner, Berliner und Parisec Blau, Ultramarin, Waschblau; Farhb- und Gerbftoffpräparate; Steinkohlentbeerfarbstofe; Alizarin; Krapp- extrakt; Krapp- oder Alizarinlack; Coch:nille-Karmin, Karminlack; Indigotin : Gasm:sser, Wassermefser, Gas-, kalorische, Petroleum-, Magnet», Näh-, Strick.Maschinen ; Lokomobilen ; Tender ; Feuerlö\ch- apparate; nicht besonders genannt: Maschinen aus Gußeisen, Schmiede- eisen oder Stahl.

Ergebnisse der Zucckecfabrikation Rußlands im Jahre 1899/1900.

Aus den Mittheilungen der Hauptverwaltung der indirekten Steuern und des Branntweinregals über die Zuckerfabrikation in der abges{lossenen Campagne nah Beendigung der Saftgewinnung ergiebt fih bei Vergleihung mit den Angaben für das Jahr 1894/95, daß sih die Zahl ver Fabriken unter der Geltung des Ge- seßes vom 25 November 1895, betreffend die Ergreifung von Maß- nabmen zur Regelung der Zukerproduktion, um 19 % erhöht hat (268 i. J. 1899/1900 gegen 226 i. F. 1894/95). Das Quantum der von sämmtlichen Fabriken verarbeiteten Rüben ist im Laufe dec Campagne um 34/0 (44 613 234 Berkowetz i. J. 1899/1900 gegen 33 161 609 Berk. i. J 1894/95) gestiegen. L

Der Betrieb . ergab in sämmtlichen Fabriken: 3242 574 Pud Raffinade (gegea 3 205039 Pud i. J. 1898/99), 42 929 021 Pud Weiß-Sandzucker (gegen 36 799 709 Pud i. I. 1898 99), 66 219 Pud Gelbzucker (gegen 342 177 Pud i. J. 1898/99) und 2325 Pud Syrup (gegen 2513 Pud i. F. 1898/99).

Abgelafsen wurden ous den Fabriken 2418 130 Pud Raffinade (gegen 2189 647 Pud i. J. 1898/99), 24 398 407 Pud Weiß- Sand- zuckder (gegen 19 640 345 Pud i. J. 1898/99), 128 705 Pud Gelb- zuder (gegen 372 746 Pud i. J. 1898/99), 230 Pud Syrup (gegen 9726 Pud i. J. 1898/99) und 4 903 567 Pud Sch{hwarz-Syrup (gegen 4071 332 Pud i. F 1898/99).

Diese Zahlen lassen eine erheblihe Steigerung der Leistungs- fähigkeit es Fabriken im allgemeinen, d. h. sowohl eine Entwickelung der Technik selbst, als auch eine Zunahme der Pro- duktion erkennen. (Nussishzr Finanz: Anzetger.)

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Neue Eisenbahnlinie im Dongebiet,

Die Gesellschaft der Südostbahnen hat um die Mitte des Monats Juli d. J. eine neue Zweiglinie dem vollen Verkehr übergeben, die von Lichaja, Station der Linie Roftow—Woronefch, nah Kriwomyug- ginskaja, Station der Eisenbahn Donskaja—Zarizyn, führt und dur welche eine durhgehende Bahnverbindung zwischen der Wolga und dem Asow-Meer nah dem NRostower Hafen hergestellt it. Diese neue Bahnlinie, mit deren Bau vor etwa Jahresfrist begonnen wurde, ist einspurig; sie hat eine Länge von 300 Waist mit 13 Stationen.

Der Verkehr auf der Linte is außer einem reinen Güter» nur ein gemischter Personen- und Güterverkehr bei einer höchsten Fahr, geshwindiakeit von etwas über 20 Werst in der Stunde. Auf der neuen Bahnstrecke mußten außer mehreren kleinerea Brückenviadukten drei größere eiserne Brücken gebaut werden, und zwar eine über ben Starij Doneß bei Kalitwjanskaja (Station Bjclaja Kalitwa), eine ¿weite über den Tschir beim Chutor Lawinski (Station Tschir) und die dritte und größte, aus neun Bogen bestehende, über den Don, etwa 10 Werst südlih von Kalatsch bezw. Donskaja. Die Bahn sollte ursprünglich direkt nah Kalats@ am Don geleitet werden ; Terrainschwierigkeiten, die PN dort dem Brückenbau entgegenstellten, ließen aber die südlihere Ueberbrückung des Don und die Führung nach Kriwomusginskaja vortheilhafter erscheinen.

Die Zweigbahn Lichaja—Kriwomusginskaja durhschneidet in gerader Linie von Westen nach Often die an Kohlen- und Eisenerz lagern reie, bisher für thren Abfay ledigli auf den Doafluß an- gewiesene nördliche Hälfte des Dongebtets, welche zum theil noch der Aufschließung oder doch der nußbringenderen Ausnuzung harrte. Die neue Zweigbahn dürfte hierzu das geeignete Mittel sein. Auch ist jeßt dem gesammten Hinterland, soweit es nicht wegen leihterer Errei- barkeit die allerdings zeitraubendere, dafür aber um so billigere Ver- frachtung auf dem Don vorzieht, die Möglichkeit gegeben, seine reihen Getreideprodukte s{hneller, vortheilhofter und vergleihEweise unab- hängiger von den langen, oft unpasKerbaren Landwegen zur Bahn und somit nah Rostow, dem Zentrum des Getrcidehandels des großen Gebiets um das Asow-Meer, zu s{chafen. i

Eine ganz besondere Bedeutung würde die neue Zweigbahn erlangen, wenn, wie man planen soll, eine direkte Bahnverbt: dung von Zarizyn nach Orenburg und von kort nach Tscheljabinsk an der großen sibiris{en Eisenbahn geshaffe» würde. Denn dann dürften, wie man hofft, die unershöp|flihen landwirthschaftlihen und Montan-Produkte Sibiriens vorauéfihtlich in großen Menzen auf dem direkten Schienenwege, ungeachtet der billigen Flußfracht\äte, zur Bermeidung von Zeitverlust und der mehrfachen Umladungen auf Wolga (bei Samara und Zarizyn) und Don (bei Donskoja und Kalatsh) nach Rostow und Taganrog ge\{chafft werden. (Nach einem Bericht des Kaiserlihen Konsulats in Nostow am Don.)

Eiscnbahnmatertial für Jtalien.

Die Mittelländishe Eisenbahngesells haft zu Mailand kat ven der italientschen Regierung die Konzession zum Bau einer elektrischen Bahn von Sampierdarena nah Nom erhalten, Für dieses Unter- nehmen foll eine elekirisWe Zentrale in Satpierdarena er: idhtet werden. 23 elektrishe Lokomotiven beabsichtigt die Mittelländische Eisenbahngesellschaft für diese Strecke zu kaufen. Für Fabrikanten ersheivt ferner beahtenswerth, kaß die Mitreiländishen, die Süd- lien und die Sizilis@en Eisenbahnen mit einem Bedarf von 123 Lokomotiven, 460 Gepäckwagen und 2673 Güterwagen auf dem Markte hervorgetreten fiad. Der Gesammtbetrag, welhec von diesen Gefelle schaften für rollendes Material ausgegeben werden foll, wird wu 1 840 000 Pfd. Sterl. angegeben. Ein guter Theil der Lieferungen wird au auswärtigen Fabrikanten zu gute kommen. (The Board of Trade Journal.)

Waaren-Ein- und Ausfuhr Griechenlands im Jahre 1899, Einfuhr. 1899 1898

Waaren Werth in Goldfranken Getreide . 35 081 749 37 116 931 Gewebe und Garne L L S2 O6 31 522 983 Mineralien und bearbeitete Metalle . 6 240 992 6 327 004 Steinkohlen, andere Mineralien 8 910 450 16 250 084 Holz und andere Lalderzeugnisse .. 9141698 7 707 726 Pharmazeutishe Erzeugnisse, Chemts-

T 3 803 693 5 385 800 Rohe Felle 2 716 618 3 448 255 S C E Oos 3 629 171 Thiere j 5 567 781 5 061 430 Kaffee . i: : 2 483 731 2 762 547 Glas, Krystall, Thonwaaren .. .. 2140203 2 108 741 Neis i [l 893 038 2 177 936 Papier 2c. E 2730513 2 980 018 Felle und Knochen, bearbeitet. . 1 379 199 1112588 Möbel : 109 621 76 262 Fische S OGNLAIOS 6 849 034 Butter ë 557 866 736 413 Käse 162 792 232 521

940 293 2 693 541 Handschube 29 018 34 277 Wein und Spirituosen .4@ . . 191 943 218 497 Seife x 70 332 45 718 Gemüse 941 662 724 749 Hüte L 161 395 219 064

Recenshirme und Gestelle j 183 308 340 796 Zusammen einschließlich anderer Artikel 128 085 906 152 083 634.

E 1899 1898 8 Waaren Werth in Goldfranken

Korinthen 38 007 954 37 791 773

Mineralien 23 860 014 20 960 786

Olivenöl 2 673 366 3 658 824

Wein 6 480 924 4 530 809

2 826 871 1 964 196

1 320 040 1 083 500

1 629 958 1 896 631

2 438 772 2 961 600

869 758 704 317

317 690 288 705

850 344 570 568

940 058 677 485

429 239 129 689

108 009 92 121

467 838 536 227

19 760 83 540

260 306 328 575

Thiere c 189 605 45 050

Gedruckte Bücher 32 957 7 950

Marmor, bearbeitet 27 000 23 500

Mehl 79 393 50 042

E S ; 2 205 9% 496

Wu 6 V 6 642 6 462

Es a e 22 500 4 125

Santorinerde é á R 411 156 DTT 672

Kognak T ee 1 448 889 1 165 533

Kartoffeln e 33 775 16 285

Schießpulver . A 621 800 820 850 B e n 21 460 38206 __

Zusammen einsließlich ina Artitel 94 665 611 89 438 100. (Nach einem Bericht des Kaiserlihen General. Konsulats in Athen.)

(Schluß in der Zweiten Beilage.)

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Sounabend, den 22. S

eptember

1900.

M 226.

Handel und Gewerbe. (Schluß aus der Ersten Beilage.)

Einfuhr Ecuadors in den Monaten Januar bis März 1900.

Die folgende Zusammenstellung giebt die Einfuhr über alle Häfen des Freistaates Ecuador während der ersten drei Monate des

Jahres 1900: & La A

* anuar ärz Gegenstände Werth in Sucre

Dee e á 48 584 Konserven 430 277 Cn 83 385 440 . «- . e 16 015 Stiefel, Schuhe und Bestandtheile . . .. 13 600 ae L 2 066 Portland- und Noman-Zement . ., ¿ 8 754 Leder . ¿ 33 266 Drogen und Arzneien . . 41 029 Barkafsen und Boote 11 390 isenkurzwaaren 253 485 Sa A 13 034 Nähgarn : 36 260 Musikalische Instrumente 11 958 Bijoutericewaaren aus Gold 23 247 16 820 30138 42 469 66 622 Kohlen j j 19 252 S E 67 642 Parfümerien 19 786 Farben und Latte E 26 488 Fertige Kleider 93 670 Qu ; 15-130 Ao D L O O8O0004 Wein und geistige Getränke 203 956 Lichte i L 67 788 Begetabilien i 42 678 . 2009 208.

Auf die hauptsächli{sten Herkunftsländer vertheilte sdb dte Einfuhr ‘während der ersten drei Monate des Jahres 1900 in folgender Weise :

Herkunftsländer Werth in Sucre Vereinigte Staaten von Amerika 548 899 Großbritannien i 715 198 Deutschland 509 636 Pera A 109 180 Ghile 53 905

105 294 Frankreich L LSETOS Jtalien j , 61 901 Spanien 65 181 25 360.

(„The British Trade Journal“)

Am 1. Oktober d. F. treten eine Anzahl von Abänderunaen der Gewerbeordnung in Kraft. Unter anderem if von diesem Tage ab in Fabriken auf Kosten des Arbeitgebers für jeden minder- jährigen Arbeiter ein Lohnzahlungshuch einzurichten. Jn das Lohn- zablungsbuh i} bei jeder Lohnzahlung der Betrag des verdienten Lohns einzutragen ; es ist bei der Lohnzablung dem Minderjährigen oder seinem geseßlihen Vertreter auszuhändigen und von tem Empfänger vor der nähsten Lohnzahlung zurückzureihen. Das Lohn- zahlungsbuch muß den Namen des Arbeiters, Ort, Zahr und Tag seiner Geburt, Namen und leßten Wohnort seines Vaters oder Vormundes (seines geseßlichen Vertreters) und die Unterschrift des Arbeiters enthalten. Die Ausstellung erfolgt durch das Polizei- revier, in dessen Bezirk die Fabrik belegen ist, Die Eintragungen in den Lohnzahlungsbüchern sind mit Tinte zu bewirken und von dem Arbeitgeber oder dem daju bevollmähtigten Betriebsleiter zu unters zeichnen. Die Eintragungen dürfen niht mit einem Me1ktnal versehen sein, welhes den Inhaber des -Lohnzabhlungsbuces günstig oder nachtheilig zu Tennzeichnen bezweckt. Die Eintragung eines Urtheils über die Führung oder die Leiftungen des Arbeiters und sonstige durch die Gewerbeerdnung nicht vorge- sehenen Eintragungen und Vermerke in oder aa den Lobnzablungs- büchern find unzulässig. Für jedes Lohnzablungebuch find 5 4 an das Polizeirevier zu entrihten, welhes das Buch autftellt. Ferner muß für jede offene Verkaufsstelle, in der in der Regel ntndestens 20 Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden, innerhalb 4 Wochen vom 1, Oktober ab oder nach der Eröffnung des Betriebes eine Arbeitsordnung erlassen werden, für welhe die sonsttgen Vor- shriften über Arbeitéordnunzen entsprechende Anwendung finden. Hiernah is unter anderem den in cinem solchen Betriebe be- |d/äftigten großjährigen Angestellten vor Erlaß der Arbeitsordnung Gelegenheit zu geben, sich über den Inhalt zu äußern. Binnen drei Tagen nah Erlaß is die Arbeitsordnung unter Mittheiluag der seitens der Angestellten etwa geäußerten Bedenken, wenn diefe s{chrift- li oder zu Protokoll erfolgt find, in zwei Ausfertigungen unter Beifügung der Erklärurg, daß und in welcher Weise der Vorschrift der Anbörurg der greßjährigen Angestellten çenügt ift, der ILI, Abtheilung des Polizei-Präsidiums einzureiten. Arbeits- ordnungen, welche bereits vor dem 1. Okiober 1899 ers lafsen worden sind, sind der Abtheilung 11 des Polizei-Präsidiums ebenfalls zur Prüfung in zwei Ausfertigungen einzureichen. L vf Ab- änderungen aller Arbeitsordnungen vnd if folhe Arbeitsordnungen, welche erst feit dem 1. Oktober 1899 erlassen worden sind, findet die Bestimmung Anwendung, daß vor ihrer Einreiung die großjährigen Angestellten zu hören sind. Unterlassungen sinddurh die N.-G.-O. wit Geldstrafe bis ¿u 150 G, im Unvermögensfäle mit Haft bis zu 4 Wothen bedroht.

Aufge hobene und vertagte Zwangsversteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgericht 1 Berlin wurde das Ver- fahren, betreffend die Zwangsversteigerung des R. Fabricius'schen Grundstücks Neue Königsträße 5 aufgehoben. Vertagt wurde das Verfahren, betreffend die Zwangsversteigerung des C. Granzow schen Grundstücks Nostockerstraße 41,

Zwangsverstetgerungs-Ergebnisse.

Beim Königlihen Amtsgericht 11 Berkin gelangten die nachbezeihneten Grundstücke zur Versteigerung: Zwecks Aufhebung der Gemeinschaft Grundstück zu Mariendorf, den Schenfch ’schen Erben gehörig, Nußungswerth 1353 4, 2,70 a und 2,70 a. Mit dem Baargebot von 19100 ( und 22000 4 Hypotheken- Uebernahme wurde Bäckermeister Emil Schensch zu Mariendorf

Ersteher. Gruadftück zu Hermsdorf, Albrechtstraße 26, der Frau Baumeister Marie Klieche gehörig. Nutzung8- werth 986 #MA Mit dem Baargebot von 29350 M wurde Kaufmann Berth. Jacoby hier, Greifswalderstraße 81, Er- fteber. Zwecks Aufhebung der Gemeinschaft Grundstück zu Groß- Lichterfelde, Chaufseestraße, Birkenwäldchen, dem Rechtsantoalt Dr. Richard Alexander-Kayz in Charlottenburg und dem Kürschnerweister Pa ul Kirmse zu Berlin gehörig. Nukungstwerth 924 4 Mit dem Baargebot von 90 000 4 und 41 151 6 Hypo- theken-Uebernahme wurde Kürschnermeister Paul Kirmse zu Berlin Er- steher. Grundstück Ernftstraße4zuTrep tow, dem Tôöpfermeister Al ot 8 Schlafke zu Rixdorf und dem Gastwirth Ed. Neb fe in Treptow gehörig. Nußungswerth 3300 « Mit dem Baargebot von 3600 4 und 57 000 G Hypotheken-Uebernahme wurden Kaufmann Ld. Poßling ¿u Rixdorf und Klempnermeister Rob. Stindt in Treptow gemeinsam Ersteher.

Eingestellt wurde das Verfahren, betreffend die Ztwoangs- versteigerung der in der Boninstraße, Eke Müllerstraße, bezw. Bonin- straße zu Gr.-Lichterfelde belegenen, der Frau Agnes von Stubenrauch gehörigen Grundftücke.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Nuhr und in Oberschlesien.

An der Ruhr sind am 21. d. M. gestellt 16 872, niGt ret. ¡eitig geftellt 399 Wagen. : __ In Ober'\chlesien sind am 21. d. M. gestellt 6135,? nit ret» zeitig gestellt keine Wagen.

NaGwetsuüng

über verlangte und gestellte Wagen für die in den Eisen- bahn-Direktionsbezirken Magdeburg, Halle und Erfurt belegenen Rollen arien,

Am 1. September 1900 wurden verlangt 3561, geftellt 3945 Wagen zu 10 t, am 2, September verlangt / 6, geftellt 6, am 3. Septbr. verlangt 3613, gestellt 3608, am 4. Septbr. verlangt 3468, geftellt 3468, am 5. September verlangt 3613, gestellt 3613, am 6. Septbr. verlangt 3771, gestellt 3762, am 7. Septbr. verlangt 3684, gestellt 3684, am 8. Septbr. verlangt 3748, gestellt 3730, am 9. September verlangt 3, gestellt 3, am 10. Sevytember verlangt 3640, geftellt 3640, am 11. September verlangt 3650, gestellt 3650, am 12. Septbr. verlangt 3724, gestellt 3724, am 13. Septbr. verlangt 3735, geftellt 3735, am 14. Septbr. verlangt 3692, gestellt 3643, am 15. September verlangt 3809, gestellt 3809; im Ganzen wurden vom 1. bis 15. September d. J, verlangt 47 677, gestellt 47 620 Wagen zu 10 t.

Berlin, 21. September. Bericht über Speisefette (von Gebr. Gause). Butter: Die matten Berichte und fehr billigen Angebote der Exportpläte beeinflußten auch den hiesigen Markt sehr ungünstig, sodaß \sih troß der niht zu großen Einlieferungen feinster Butter die Preise nicht meÿr behaupten konnten. n abweichenden Qualitäten und billigen Sorten ift gar kein Geschäft. Die beutigen Notierungen sind: Hof- und Genofsenschaftsbutter La Qualität 110 Æ, do. ITa Qualität 106 Æ, Landbutter nominell. Schmalz. Die große Abnahme der amerikanischen Lagerdbestänve seit dem 1. d. M. hat eine lebhafte Hausse in Shmalz verursacht. Die Verforgung des biesigen Platzes wird dur die s{le@ten Wasser- verhältnifse auf der Elbe sehr erschwert, und es mußten bereits große Transporte per Bahn bézogen werden; die dadur herbeigeführte Vertbeuerung des Schmalzes ist bei den Notierungen noch nicht berüdsihtigt. Die heutigen Notierungen sind: Choicé Western Steam 45,50 #&, amerikanis%es Tafelshmalz 47,00 4, Berliner Stadtshhmalz 47,00—48,00 4, Berliner Bratenshmalz 49,00—52,00 M, Fairbank-Kunstspeisefett 39,00 (6

Vom oberschlesischen Eisen- und Zinkmarkt berihtet die „Schles. Ztg.“: Die Verhältnisse des Walzeisenmarktes haben eine bemerkenêwerthe Aenderung au in der Berichtswoche nit erfahren. Das bei einzelnen Werken seit längerer Zeit vorliegende Arbeitsbedürfniß is auch in der verflossenen Woche infolge Zurück- haltung des Großhandels mit der Abgabe von Spezifikationen nicht zur Befriedigung gelangt. Das Exportgeschäft ift andauernd rege uad in quantitativer Hinsicht, wenigstens was das Verband® gebiet an- betrifft, befriedigend. Für den größten Theil des Jahres sind auc die Auslandspreise recht zufriedenstellend gewesen, und erst die belgische Konkurrenz, bie si{ch in den legten Jahren auch in derjenigen aus- ländischen Gebicten, welhe voa Schlesien aus versorgt werden, embfind- licher als früher bemerkbar machte, hat dfe hier zu erzielenden Erlfe wiederum zuröckgeführt. Der Abfag nah Rußland ift immer noch schwach und bezteht fich vornehmlih auf Spezialitäten. Eine ver-

" mehrte Anfrage hat si in leßter Zeit aus dem nördlichen europäischen

Auslande bemerkbar gemacht, und besonders Skandinavien ist mit umfangreichen Aufträgen, die theilweise au . zu Geschäften führten, an die obershlesishen Werke herangetreten. Der Absay nach der Levante und den Balkanstaaten i\t nach wie vor hbe- friedigend; auch Rumänien hat sich in den Absaßmengen gebessert. Zum theil sind auch neue Beziehungen aufgenommen wotden. Das Alteisen-Geschäft ist andauernd ruhig, weil der Bedarf der Werke für dieses Jahr zu recht günstigen Preisen eingedeckt is. Der Swroti-Preis is zwischenzeitig bis auf 57 4 gesunken. Vielfach machten si bereits Angetote sür das nächste Jahr bemerkbar, die jedoh von den Werken in der Erwartung noch günstigerer Alt- materialpreise zunächst refüsiert wurden. Ja Nohzink trat cin bemerkenswerther Umshwung der Stimmung ein, und cs fanden recht belangreihe Umsäße zu anziehenden Preisen statt. Zuleßt wurden für gute gew. Marken 38,50 M, ay Georg von‘Gieshe’s Erbea W. H.- Marke 40,50 A per 100 kg loko Breslau bezahlt.

Der Jahresbericht der Handelskammer zu Straß» burg i. E. für das Jahr 1899 bezeichnet die wirthshaftlihe Lage des Bezirks als eine im Großen und Ganzen befriedigende, wean au nur ein Theil der Betriete an dem allgemeinen geschäftlichen Aufs s{hwung hat theilnehmen können. Eines sehr guten Gesäftsganges erfreute sid die Eisen- und Maschinenindustrie, bet welcher die Konjunktur cinen seit langem nit gesehenen Höhepunkt erreidte. Die Lage des Baugewerbes und der für dasselbe arbeitenden Geschäftézweige war gletchfalls befriedigend, obwohl sich uu dte Jahreswende ein wesentliher Nachlaß der Baulust bemerk- bar machte. Die Lage der meisten Nahrungs- und Genuß- mittelbranchen zeigte ih jedo als keine günstige. Auch die Baumwollindustrie hatte gegenüber dem Vorjahre immer noch keine merkbare Besserung zu verzeihnen, während in der Woll- industrie eine regere Thätigkeit herrshte und au die Be- kleidungsbranhen im allgemeinen günstige Ergebnisse erzielten. Wenig befriecigend war aber der Geschäftsgang der Leder- und der Papierindustrie, wogegen derjenige der polygraphischen Gewerbe si wesentli verbessert hat. Die Hauptmerkmale der Geschäftélage in den meiften Zweigen kennzeihneten D wiederum in regem Absay bei unlohnenden Preiser, und das tißverhbältniß ¿wischen den Herftellungskoften und den Fabrikatpreisen hat ich wo-

mögliÞ noch vergrößert. Die Rohstoffpreise haben in fast allen Gewerbezweigen eine weitere Steigerung erfahren, Die Preise der Kohlen nnd die S@wierigkeit ihrer Beschaffung find namentlich ein Uebelstand çeworten, welcher den Be- trieb sämmtlicher Industriezweige erschwerte. Der hohe Geld- stand machte sih außerdem noch vielfah sehr nachtheilig fühlbar. Mit diesen gefteigerten Herstellungékosten konnten die VBerkaufspreise nur selten in Einklang gebracht werden. Zur Erzielung lohnender Preise sowie zur Festigung der Geschäftslage faben sih daher in zahl- reihen Branchen die Fabrikanten veranlaßt, fich zu Verbänden jus: fammenzuschließen. Troßdem hatte sich der Kleinhandel im Be- rihtsjahre eines verhältnißmäßig günstigen Geschäftsganges zu er- freuen. Unter dem Einfluß der allgemeinen Wirthschaftslage hob sich die Kaufkraft der Bevölkerung wesentlih, und das Streben nah einer besseren Lebenshaltung matte sih in weiten Schichten bemerkbar, \g- daß bei dem Einkaufe der laufenden Bedürfnisse auch die Qualitätss aare wieder mehr Beachtung fand. Ebenso hat sich auch die Kauf- kraft der Landwirth schaft, infolge dur(shnittlih, günstiger Ernte- verhältnisse des legten Jabres und der fortshreitenden Entwickelung der Viehzucht, merklich gehoben. Von dieser Besserung blieben jedo diejenigen Handel8zweige ausgeschlofsen, welche sih mit dem Verkaufe gewisser speziell landwirthschaftlicher Bedarfs- artikel, wie Sämereien und Düngemittel, befafsen, da die genoffen- \chaftlih- Thätigkeit der Landwirtbschaft si in erster Linie auf den direkten Ankauf von der Fabrik richtete und den des Zwischenhandels immer mehr umgeht. Der Güterverkehr an den Straßburger Bahnhöfen weist im Versand zusammen 391 477 t (gegen 445 559 t: im Vorjahre) und im Empfang 552 932 (gegen 465 901) & auf, während tin den Häfen und Ausladepläßen die Zufuhr 501 012 t und die Ubfuhr 107 332 t betrug. Der Schiffoverkehr im Rheinhafen zu Lauterburg ergab 146 776 bezw. 6393 t. Die Verkehrsbewegung auf den elfaß-lothringishen Kanälen weist im Durschschnitt cinen Rückgang gegen das Vorjahr auf.

Breslau, 21. September. (W. T. B.) S{hluß-Kurfe, Schles. 359% L.-Pfdbr. Litt. A. 92,50, Breslauer Diskontobank 105,50, Breslauer Wechslerbank 103,75, Kreditaktien —,—, Sthlesisher Bankv. 143,50, Breslauer Spritfabrik 173,00, Donnersmark 210,00, Kattowigzer 192,29, Oberschles. Eis. 126,75, Caro Hegenscheidt Akt. 123,00, Oberschles. Koks 145,00, Oberschles. P.-Z. 110,25, Opp. Zement 118,50, Giesel Zem. 116,00, L.-Jrd. Kramjta 154,00, Sthles. Zement 158,00, Schl. Zinkh.-A. —,—, Laurahütte 188,75, Bresl, Delfabr. 80,50, Koks-Obligat. 96,50, Niederschles. elektr. und Kleinbahn- gefell|chaft 55,50, Cellulose Feldmühle Kotel 156,50, Oberschlesische Bank-Aktien 115,50, Emaillierwerke „Silesia“ 151,00, Sthles. Elektr.- und Gasgesellshafi Litt. A. —,—, do. do. Litt. B. 103,00 Br.

PVagdeburg, 21. September. (W. T. B.) Zutdckerbericht. Kornzucker exkl. 88 9%/9 Rendement 11,90—12,35. Nachprodukte extI. 75 %/0 Rendement 9,15—10,15, Fest. Brotraffinade I. 28,45. Brotraffinade I1. 28,324. Gem. Raffinade mit Faß 28,45. Gem. Melis L. mit Faß 27,958. Ruhig. Rohzucker I. Produkt Transito f. a. B. Hamburg pr. September 12,00 Gd., 12,05 Br., pr. Oktober 10,225 be¡., 1020 &d., pr. November 10,125 bez., 10,10 Gd., pr. Dezbr. 10,15 Gd., 10,174 Br., pr. Jan.- März 10,25 Gd., 10,32è Br. Nuhig, stetig. Der Wochenumsay im Nohbzuckergeshäft betrug 15 000 Ztr., Oktober-Dezember 1899 Umsaß 9 010 000 Ztr., Oftober-Dezember 1898 Umsaß 5 428 000 Ztr.

Frankfurt a. M., 21. September. (W. T. B.) Schluß-Kurse. Lond. Wesel 20,427, Pariser do. 81,275, Wiener do. 84,416, 30%/0 Reichs. A. 85,60, 39/0 Hessen v. 96 81,60, Ftaliener 93,90, 3 9/0 port. Anl. 23,50, 5 9/0 amort. Rum. 8650, 49/6 ruf. Konf. 97,50, 4 %/0 Russ. 1894 —,—, 49/9 Spanier 72,10, Konv. Türk. —,—, Unif. Egypter —,—, 59/0 Mexikaner v. 1899 97,20, Reichsbank 145,80, Darmstädter 129,60, Diskonto-Komm. 171,10, Dresdner Bank 143,30, Mitteld. Kredit 109,10, Nationalb. f. D. 130,10, Oesft.- ung. Bank 121,30, Oest. Kreditakt. 204,60, Adlec Fahrrad —,—, Allg. Elektrizität 205,50, Schuckert 180,50, Höchst. Farbw. 364,50, Bochum Gußst. 174,40, Westeregeln 205,20, Laurahütte 190,00, Lombarden 25,40, Gotthardbahn 140,50, Mittelmeerb. —,—, Bres lauer Diskontobank 105,60, Privatdiskont 48. :

Effekten-Sozietät. (Schluß.) Oesterr: Kredit-Aktien 205,20, Franzosen 142,00, Lomb. 25,50, Ungar. Goldrente —,—, Gotthardbahn —,—, Deutshe Bank —,—, Disk.-Komm. —,—, Dresdner Bank 143,70, Berl. Handelsge. —,—, Bochumer Gußst. 175,50, Dort- munder Union —,—, Gelfenkirhen 188,90, Harpener 176.10, Hibernia —,—, Laurahütte 191,50, Portugiesen —,—, Jtaliea. Mittelmeerb. —,—, Schweizer Zentralbahn —,—, do. Nordostbahn —,—, do. Union —,—, Jtalien. Méridionaux —,—, Schweizer Simplonbahn —,—, Mexikaner —,—, Itàliener —,—, 3 °%/ Reichs-Anleiße —,—, Schudckert —,—.

Köln, 21. September.“ (W. T. B.) Rüböl loko 66,00, pr. Oktober 65,00. :

Herne, 21. September. (W.T. B.) Der Brut toüberschGuß der Bergwerksgefellshaft „Hibernia“ betrug im Vuguft 1900 1 023 923 AMÆ, gegen 953 823 A im Vormonat und 692 366 A im August 1899.

Dresden, 21. September. (W. T. B.)-3 % Sä}. Rente 81,70, 34 9/0 do. Staatsanl. 94,50, Dresd. Stadtanl. v. 93 90,70, Allg. deutse Kred. —,—, Berliner Bank —,—, Dresd. Kreditanst —,—, Dresdner Bank -—,—, do. Bankverein 115,00, Leipziger do. —,—, Sächsischer do. 132,25, Deutshe Straßenb. —,—, Dresd. Strakenbahn 169,25, Dampfschiffabrts-Gef. ver. Elbe- und Saalesch. A Säh}.-Böhm. Dampf|chiffahrts-Ges. —,—, Dresd. Baus gesells. —,—.

Leipzig, 21. September. (W. T. B.) S@&luß - Kurse. 3% Sächsische Rente 81,60, 34% do. Ankeiße 95,00, Oesterreichische Banknoten 84,65, Zeitzer Paratfin- und Solaröl-Fabrik 142,00, Mansfelder Kuxe 1050, Leipztger Kreditanftalt-Aktien 180 00, Kredit- und Sparbank zu Leipzig 118,25, Leipziger Bank-Aktien 160.00, Leipziger Hypothekenbank 132,50, Sächsische Bank-Aktien 132,40, Sächsische Boden-Kredit-Anstalt 116,00, Leipziger Baumwolisvinnerei-

Aktien 158,50, Leipziger Kammgarn-Spinnerei-Aktien 161,00, Kamme *

garnipinnerei Stöhr u. Co. 134,00, Wernhausener Kammgarnspinneret 36,00, Altenburger Aktien-Brauerei —,—, Zuderraffinerie Halle- Aktien 131,75, „Kette“ Deutsche Glbs{iffabrts-Aktien 75,50, Klein» bahn im Mansfelder Bergrevier 83,00, Große Leipziger Straßenbahn 161,00, Leipziger Elektrische Straßenbahn 93,50, Thüringische Gas- Gesellschafts-Aktien 237,00, Deutshe Spigzen-Fabrik 205,50, Leipziger Elektrizitätswerke 116,00, Sächsische Wollgarnfabrik vorm. Tittel u. Krüger —,—, Polyphon —,—, Leipziger Woükämmerei 25,00.

Bremen, 21. September. (W.T.B.) Börsen-Schlußbericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer Petroleuwm- Börse.) Loko 7,45 Br. Schmalz. Höher. Wilcox in Tubs 394 s. Armour shield in Tubs 397 Z, andere Marken in Doppel» Eimern 403 &§. Speck. Fest. Short clear middl. loko H. Sept.„Abladung 41. Reis stetig. Kaffee unverändert. Baum» wolle stetig. Upland middl. loko 635 4.

Kurse des Effekten - Makler - Vereins. Norddeutidde Lloyd- Aktien 106} Gd., Bremer Wollkämmerei 190 Gd., Norddeuts@e Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei-Aktien 136 Br., Bremezx Vu!kan 167 bez., Delmendocitie Linoleumfabrik 170 Sd.

Hamburg, 21. September. (W. T. B.) Schluß-Kurfe. Kommerzb. 111,10, Bras. Bk. f. D. 155,50, übeck«Büchen 137, A.-C. Guano-W. 89,90, Privatdiskont 44, Hamb, Packetf. 119,00,

E E E T O E E E E