1900 / 244 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Lappen, die mit verdünntem Kresolwasser oder Karbolsäurelösung (Ia)

t find, gründlich ab¡uwaschen ; besonders ist darauf zu achten, diese Lösungen auch in alle Spalten, Risse und Fugen eindringen.

Die Lagerstellen von Kranken oder von Verstorbenen und die in der Umgebung von wenigstens 2 m Entfernung befiadlihen Gerätk- schaften, Wand- und Fußbodenflächen find bei dieser Desinfektion besonders zu berüdcksi@tiaen.

Alsdann find die Räumlichkeiten und Geräthschaften mit etner reihliben Merge Wasser oder Kaliseifenlösung (14) zu spülen. Nach ausgeführter Desinfektion ist gründlich zu lüften.

7) Die Anwendung des Formaldehyds empfiehlt fich besonders zur fogenannten Oberflächendesinfektion. Außerdem gewährt sie den Desinfektoren einen gewissen Shuß vor ciner Infektion bei den nah Ziffer 6 auszuführenden mcchanischen Desinfektionsarbeit-n und ist möglichst vor dem Beginn sonstiger Desinfektion in der Weise aus- zuführen, daß die zu devinfizierenden Räumlichkeiten erst nach der Pin Va oa betreten zu werden brauchen (vergl.

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Nach voraufgegangener Desinfektion mittels Formaldehyds können nur die Wände, die Zimmerdeke, die freien glatten Flächen der Ge- räths{aften als desinfiziert gelten. Alles Uebrige, namentlich alle diejenigen Theile, welche Risse und Fugen aufroeisen, sind gemäß den vorstehend gegebenen Vorschriften zu desinfizteren j

83) Gegenstände von Leder, Holz- und Metalltheile von Möbeln, sowie ähnlihe Gegenstände werden forgfältig und wiederholt mit Lappen abgerieben, die mit verdünntem Kresolwasser oder Karbolsäure- s (Ta) befeuhtet sind. Die gebrauchten Lappen sind zu ver-

rènnen.

Pelzwerk wird auf der Haarseite bis auf die Haarwurzel mit ver- dünntem Kresolwasser oder Karbolsäurelösung (Ta) durhweiht. Nach ¿wölfstündiger Einwirkung derselben darf es ausgewashzn und weiter „gereinigt werden. :

Plüsch- und ähnlihe Möbelbezüze werden nah Ziffer 3 und 4 desinfiziert oder mit verdünntem Krefolwasser oder Karvolsäurelösung (Ta) durdhfeuchtet, feucht gebürstet und mehrere Tage hinter einander gelüftet und dem Sonnenlicht ausgeseßt Ph,

9) Gegenstände von geringem Werthe (Inhalt von Stcohsäcken, gebrauhte Lappen und dergl.) find zu verbrennen.

10) Etwa aufgefundene Kadaver von Nagethteren, namentlich von Natten und Mäusen, find in feuchte, mit verdünntem Kresol- wasser oder Karbolsäurelösung (1a) getränkte Lappen einzuschlagen, ohne? daß sie dabei mit den bloßen Fingern berühct werden; alsdann find dieselben durch gründlih2s Auskodben mindestens eine Stunde lang unschädlich zu machen oder besser sofort zu verbrennen oder, wenn beides nicht durchführbar, in einer hinreichend tiefen Grube, mit Kalkmilch reihlich übcrgofsen, zu verscharren.

11) Durch Auéscheidungen von Kranken beschmußte Erde, Pflaster sowie Rinnsteine, ferner der Plaß, auf welchem Nattenkadaver ge- funden wurden, werden durch Uebergteßen mit verdünntem Krefsol- wasser (1a) oder Kalkmilch (Ic 1) desinfiziert.

12) Soll fi die Desinfektion au auf Personen erstrecken, \o ist dafür Sorge zu tragen, daß dieselben ihren ganzea Körper mit Seife abwaschen und ein vollständiges Bad nehmen. Kleider und Effekten derselben sind nach Ziffer 3 und 4 zu behandeln.

13) Die Lien der an Pest Gestorbenen sind in Tücher zu hüllen, welWe mit einer der unter Ta aufgeführten desinfizierenden Flüssigkeiten getränkt sind, und alsdann in dihte Särge zu legen, welhe am Boden mit einer reihlihen Shiht Sägemehl, Torfmull oder anderen aufsaugenden Stoffen bedeckt sind.

14) Die Desinfektion des Kiel- (Bilge-) Raumes der im Fluß- und Binnenschiffahrtsverkehre benußten Fahrzeuge, die Desinfektion des Ballastwassers und des etwa infizierten Trinkwassers ist nah den Vorschriften über die gesundheitspolizeiliße Kontrole der einen. deut- schen Hafen anlaufenden Seeschiffe zu bewirken.

15) Abweichungen von den Vorschriften unter Ziffer 1 bis 14 find zulässig, soweit nach dem Gutachten des beamteten Arztes die Wirkung der Desinfektion gesichert ift.

Anlage 2. s Vort fteus über das Arbeiten und den Verkehr mit Pesterregern. S1.

Die Aufbewahrung von lebenden Erregern der Pest sowie die Vornahme von wissenschaftlichßen Versuben mit diesen Erregern ist nur mit Erlaubniß der Landes - Zentralbehörde gestattet. Für das Kaiserliche Gesundheitsamt tritt an Stelle derselben das Reichsamt des Innern, für Militär- und Marine - Anstalten das zuständige Kriegs-Ministerium bezichung8weise das Reich 3-Marineamt.

Die Ertheilung der Erlaubniß if von cem Nachweis abhängig, daß für die im $1 bezeihneten Arbeiten befondere Räume vorhanden sind, welte bezüglich ihrer Beschaffenheit, Einrichtung und Ausstattung folgende Vorausseßungen erfüllen :

1) Die Räume follen durch eine massixe Wand (ohne Thür) aetrennt von anderen Räumen lieaen und für ih einen eigenen, fiher abshließbaren Eingang besien. Das Schloß der Ein-

gangsthür darf sich nur mittels des dazu gehörigen Schlüssels ôffnen lassen, niht durch \ogenannte Hauptshlüssel. Grundsäglich follen wenigstens zwei Räume vorhanden sein, von denen dec eine bauptsählich für die Züchtung des Erreg?zrs und für mikroskopische Unterfutungen und dergleichen, der andere hauptsächlih für Unter- bringung, Sektion und Vernichtung der Versuchsthiere zu verwenden ift. Die Räume sollen unmittelbar neben einander liegen und dur

eine abs{ließbare Zroishenthür verbunden fein. Wenn nur ein einziger Raum zur Verfügung fteht und ausnahméêweise für ausreichend erachtet wird, so empfiehlt es sih, diesen fo herzurihten, daß eine sichere, gesonder‘e Unterbringuyg der Versuhsthiere darin gewährleistet wird.

2) Die Räume follen gut lüftbar und für Licht überall, nament- lich au in den Winkeln, leiht zugänglih sein, glatte, undur(hlässige, [leiht zu reiaigende und zu desinfiztereade Fußböden und Wände haben; sie follen keine Oeffnungen besißen, durch welche kleinere Thiere oder Ratten \{lüvfen können. Lüttungsöffnungen find mit dihten Drabt- Die Fenster müssen dicht \hließen; werden sie

neten zu überziehen. - ; | geöffnet, so find Einsäß?e wit engmashigem Drahtgitter einzufügen.

3) Die Näume follen für sich allein mit allen denjenigen Ein- rih‘ungen und Instrumenten ausgestattet sein, welhe für die _Züchtung von Mikrocrganismen und zur Anstellung von Thier-

versuchen erfo: derlih find; namentlih dürfen nicht fehlen:

a. ein mit siherem Schlofse versehener Behälter zur Auf-

bewahrung lebender Kulturen und verdähtigen Materials,

b Einrichtungen für fihere Unterbringung dezr Versuchsthiere (am ¡wcckwmäßigsten hoke, in Wasserdampf fterilisierbare Glasgefäße mit Drahtumbüllung und fest arnshließ-ndem Drahtdeckel mit Waite- abschluß), ferner Einrichtungen für die O-ffrung der Thiere, für die Vernichtung dex Kadaver und sonstiger irfizierter Gegenstände, wie Streumaterialïèên und Futtecreste (z. B. Verbrennungtofen, Dampf-

kohtopf, Gefäße: mit fonzentrierter Schwefelsäure),

c. Einrichtungen zur Desinfektion und Reinigung der Hänte (Waschvorrihtung) und aller bei den Arbeiten gebrauhten Gegenstände

(4. B. Autoklav oder Dampfkochtopf, Heißluftsterilisator)?

4) Andere Gegenstände, als die zur Ausführung der Untersuchungen

erforterlihen, dürfen in den Räumen niht untergebraht werden.

8&3.

Bei nidt staatliden Anftalten mit Arbeitsräumen der im $ 2 bezeineten Beschaffenheit ift die Ertheilung der Erlaubniß noch vou dem Nachweis abhängig, daß der Leiter den erforderlihen Grab per- fönlier Zuverlässigkeit bafteriologisher Ausbildung besitt.

Die Erlaubnih ist bei einem Wechsel des Leiters oder einer Ver-

änderung der betreffenden Räume von neuem nachzusuchen. jederzeit widerrufli. 8 4

Der Leiter der im $ 1 bezeichneten Versuche hat für die dauernde

bewahren von Kulturen der Pesterreger sowie bei Thierversuchen mit diesen Erregern zu heobachtenden Maßregeln Sorge zu tragen. Er darf in Behinderungsfällen sowie für einzelne Arbeiten u:.d Ver- richtungen nur folhe Persönlichkeiten mit seiner Vertretung betrauen oder zu setner Hilfe beranziehen, welhe nach Vorbildung und persön- lichen Eigenschaften (Zuverlässigkeit u. #. w) im stande find, die volle Verantwortlichkeit zu übernehmen. Ständige Vertreter sind der Landes- Zentralbehörde namhaft zu machen und bedürfen ebenfalls Erlaubniß. Ist aus besonderen Gründen anderen Perfonen der Zutrtit zu gestatten, so hat der Leiter die zur Sicher ung gegen Aust:ckungsgefahr erforder- lien Maßregeln zu treffen.

Sie ist

Es empfiehlt sich, daß die in Pestlaboratorien thätigen Personen (Leiter, Vertreter, Diener) aktiv gegen Pest immunisiert sind. 5

4 Die Verwendung von Dienern bet Arbeiten mit Pesterrezern ist vur dann gestattet, wenn dieselben über die aus einer Vers{leppung dieser Krankheitserreger entstehenden Gefahren wobl unterrichtet und in der sachgemäßen Behandlung bakteriologischer Geräthe, Kulturen und infizierter Thiere gut ausgebildet sind. Alle dem Diener etwa übertragenen Arbeiten (wie Reirigung des Laboratoriums, Fütterung der Thiere, Desinfektion und Retntgung der Käfige, Unschädlihmahung und Vernichtung des Mistes, der Streu und der Kadaver) haben nah genauer Anweisung des Leiters zu geschehen. Der Diener darf nur in Gegenwart und unter Aufsicht des Leiters oder seines Vertreters in den Arbeitöräumen fh aufhalten.

8 6, Während des Aufenthalts in den Arbeitsräumen sind leicht des8infizierbare und washbare Schugüberkleider zu tragen, roelde vor dem Verlassen der Näume wieder abzulegen sind; diese Schußkletder sind vor der Ausgabe zur Wäsche in den Arbeitsräumen selbst zu desinfizteren. Jn den Räumen darf nur bei geschlossenen Xhüren und Fenstern gearbeitet werden, das Nauchen in den Räumen ift yerboten. Sämmiliche mit infektionstüchtigem Matertal in Berührung ges kommenen Gegenstände, ausgenommen bas zur Aufbewahrung be- stimmte Material, sind möglichst sofort zu destnfizieren oder zu vernichten. : Bei den Arbeiten mit Versuchsthieren i namentlih forgfältig darauf zu achten, daß ein Gntweihen von Thieren oder cine Ber- itreuung von infektionstüchtigem Materiale nit ftatifindet. Thiere, welhe in den Arbeitsräumen untergebracht waren, sind in diesen felbst zu vernichten; die Kadaver werden zweckEmäßig entweder verbrannt oder in konzentrierter Schwefelsäure aufgelöst oder mittels Dampfes fterilisiert. Die Arbeitsräume find außerhalb der Zeit threr Benußung sicher verschlossen zu halten. Vor dem Verlassen der Räume hat sich der Leiter oder sein Ver- treter zu vergewissern, daß die Versuchsthiere und Kulturen sier untergebracht sind und daß A nicht verstreut tft.

Die Kulturen der Pesterreger sowie das mit solchen behastete Material follen in einem besonderen Behälter ($ 2 Ziffer 3a) unter fiherem Verschluß aufbewahrt werden und dürfen ben Dienern nicht

zugänglich fein.

8 8. Der Handel mit Kulturen der Pesterreger sowie die Ueberlassung \folher Kulturen an Perfonen, welhe die im $ 1 bezeichnete Er- laubniß nicht besiten, ist verboten.

9, Die Versendung von lebenten Kulturen der Pesterreger erfolgt in zugeshmolzenen Slasröhren, die umgeben von einer weihen Hülle (Filtrierpapier und Watte oder Holzwolle) in einem durch über- greifenden Deckel gut verschlossenen Blechgefäße stehen; das letztere ist seinerseits noch in einer Kiste mit Holzwolle oder Watte zu verpyacken. Es empfiehlt s, nur fcisch angelegte, noch nit im Beutschcanke gehaltene Aussaaten auf festem Nährboden zu versenden, Fn ent-

sprehender Weise wie die Kulturen is Pestmatertial zu verpacken.

Die Sendung muß mit starkem Bindfaden ums{nürt, versiegelt und mit deutli geshriebener Vdresse sowie mit dem Vermerke „Vorsicht“ versehen werden. Bei Beförderung durch die Poft ist die Sendung als dringendes Paket aufzugeben und dem Empfänger

telegraphis{ch anzukündigen. 5 (

Durch diese Vorschriften werden niht betroffen Untersuchungen des behandelnden approbiecten Arztes zu aus\@ließlih diagnoftischen Zwecken bis zur Feststellung des Krankheitächarakters nah Übliten bakteriologishen Untersuhungsmethoden; durch fol&e Untersuchungen darf j:doch die Meldung pesiverdättiger Fälle keinen Aufs{hub erleiden.

Auch werden dur diefe Vorschristen die allgemeinen diszipltnaren Berhältnisse der Leiter von Versuchen mit Pesterregern zu den Vor- stehern der Anstalten, an welchen sie bes{chäftigt werden, nit berührt.

Anläge 3. Grundsätge

für Maßnahmen im Eisenbahnverkehr zu Pestzeiten,

1) Beim Auftreten der Pest findet eine allzemeine und regel- mäßige Untersuchung der Reisenden nicht statt; es werden jedo dem EifenbahnÞp:rsonale bekannt gegeben :

a. die Stationen, auf welchen Aerzte sofort erreihbar und ¿ur Berfügung \ind,

b, die Stationen, bei welchen geeianete Krankenhäuser ¿zur Unter- bringung von Pestkrank:n bereit stehen (Krankenübergabestationen).

Die Bezeichnung diefer Stationen erfolgt durch die Landes- Zentralbebörde unter Berücksichtigung der Verbreitung der Seuche und der Verkehrsverhältnifse.

Ein Verzeichniß der unter a, und þ. bezeihneten Stationen ist nach der geogrophis@en Reihenfolge der Stationen geordnet, jedem Führer eines Zuges, welher zur Personenbeförderung dient, zu übergeben.

2) Auf den zu la. und þ. bezeineten Stationen sowie, falls eine ärztliche Ueberwahung der Neisenden an der Grenze angeordaet ist, auf den ZoUrevisionéstationen sind zur Vornahme ter Untersuchung Grfkrankter die erforderlichen, entsprechend auszustattenden Räume von der Eisenbahnverwaltung, soweit sie ihr zur Verfügung stehen, herzuaeben.

3) Die Schaffner haben dem Zugführer von jeder während der Fahrt vorkommenden auffälligen Erkrankung sofort Véeldung zu machen.

Der Swaffner hat sich des Erkrankten nah Kräften anzunehmen ; er hat alsdann jedoch jede Berührung mit anderen Personen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Der Erhankte ist der nächflen im Verzeichniß aufgeführten Uebergabestation zu übergeben, wenn er dies wünscht oker rwoenn sein Zustand etne Weiterbeförderung un1hunlih macht. Berührt der Zug vor der Ankunft auf der nächsten Uebergabestation eine Zwischen- station, so hat der Zugführer sofort beim Eintreffen dem dienft- habenden Stationébeamten Anzetge zu machen; dieser hat alsdann der Krankenübergabeftation ungesäumt telegraphisch Meldung zu erstatten, tamit möglichst die unmittelbare Abnahme des Erkrankten aus dem Zuge selbst dur die Krankenkausverwaltung, tie Polizei- oder die Gesundbeitsbehöcde veranlaßt werden kann.

Verlangt der Erkrankte scine Reise fortzusetzen, so ist die ärztliche Enischeidung tarüber, ob der Reisende weiter befördert wrwoerden darf, gu! der nächsten Station, auf welcher ein Arzt anwesend ift, einzu-

olen.

Will der Erkrankte den Zug auf einer Station vor der nächsten Uebergakeftatjion verlassen, so ist er hieran nicht zu hindernz Der Zugführer hat aber dem diensthabenden Beamten der Station, auf welch{er der Grkrankte den Zug verläßt, Meldung zu machen, damit der Beamte, falls der Erkrankte nicht bis zum Eintreffen ärztlicher ar auf dem Bahnhofe, wo er möglihchst abzusondern sein würde, eiben will, feinen Namen, Wohnort und sein Absteigequartier fest-

4) Erkrankt ein Reisender unterwegs in auffälliger Weise s find alsbald fämmtliche Mitreisenden, ausgenommen solche Persono welche zu seiner Unterstüzung bei ihm bleiben, aus dem Wa zenabthej]! in welhem der Erkrankte siŸ befindet, zu entfernen und in eine L anderen Abtheil, abgesondert von den übrigen Reisenden, uni zubringen. Bei der Ankunft auf der Krankenübergabestation fink diejentgen Personen, welhe sich mit dem Kranken in demselbe Wagenabtheil befunden haben, fofort deta etwa anwesenden Arzte E E damit dirser denselben die nöthigen Weisungen ertheilen, ann. Im übrigen muß das Eisenbahnpersonal beim Vorkommen ver dächtiger Erkrankungen mit der größten Vorsiht und Ruhe vorgehen, dam t alles vermieden wird, was zu unnöthigen Besorgnissen unte: den N-'isenden oder fonst beim Publikum Anlaß geben könnte. y 5) Der Wagen, in welchem ih ein Pejtkranker befunden hat ist sofort außer Dienst zu stellen und der nächsten geeigneten Station zur Desinfektion zu übergeben, Die näheren Vorschcisten über diese Desinfektion fowie über die fonstige Behandlung der Eisenbahn, Werfonzn- und S@lafwagen bei Pestgefahr enthält die beigefügte Unwweisung A. 6) Gine Beschränkung des Eisenbahngepäck- und Güterverkehrg findet, abgesehen von den bezügli einzelner Gegenstände ergehenden Uusfuhr- und Einfuhrverboten, nit statt. 7) Eine Desinfektion von Reisegepäck und Gütern findet nur in folgenden Fällen ftatt: a, Auf den zu 2 bezeichneien Zollrepisionsstatiozen erfolgt auf ärztlihe Anordnung zwangsweise die Desinfektion von \Hmußiger Wäsche, alten und getragenen Kleidungsstücken und sonstigen Gegen ständen, welWe zum Gepäck eines Reisenden gehören oder als Um- zugsgut anzusehen sind und aus einem pestverseuhten Bezirke stammen sofern diesclven nach ärztlitem Ermessen als mit dem Ansteckungs- stoffe der Pest behaftet zu erachten sind. b. Im übrigen erfolgt eine Desinfektion von Expreß-, Eile und Frachtgütern au auf deu Zollrevisionsftationen nur bei solchen Gegenständen, welhe nah Ansicht der Ortsgesundheitsbehörde als mit dem ÄAnsteckungsftoffe der Pest behaftet zu ecahten sind. Briefe und Korrespoadenzen, Drucksahen, Bücher, Zeitungen Geschäftöpapiere u. |. w. unterliegen keiner Desinfektion. s Die Einrichtung und Ausführung der Desinfektion wird von den Gefundheitsbehörden veranlaßt, welhen von dem Eisenbahnpersonale thurlich\ Hilfe zu leisten ist. 8) Sämmtliche Beamte der Eisenbahnverwaltung haben den An- forderungen der Polizeibehörden und der beaussihtigenden Acrzte, soweit es in ihren Kräften fteht und nach den dienstlizen Verhält, nissen ausführbar ift, unbedingte Felg! zu [Teisien und auch ohne be- soadere Aufforderung denselben alle ersorderlihen Mittheilungen zu machen. Von allen Dienftanweisungen und Maßnahmen gegen die Pestgefahr und von allen getroffenen Anordnungen und Einrichtungen ist stets sofort den dabei in Frage kommenden Gesundheitsbebörden Mittheilung zu machen. 9) Ein Auszug dieser Anweisung, welcher die Verhaltungs- maßregeln für das Eisenbahnpersonal bei pestverdächtigen Erkrankungen auf der Eisenbahnfahrt enthält, ist beigefügt. Von diesen Ver- kaltungsmaßregeln ift jedem Fahrbeamten eines jeden zur Personen- beförderung dienenden Zuges ein Abdruck zuzustellen. 10) Von jedem durch den Arzt als Pest erkannten Erkrankungsfall ist seitens des betrcffenden Stations: Vorstehers \ofort der vorgeseßten Betriebsbehörde und der Ortspolizetbehörde {riftlihe Anzeige zu erstatten, welche, soweit sie zu erlangen sind, folgende Angaben enthalten soll:

a. Ort und Tag der Erkrankung ;

b. Name, Geschleht, Alter, Stand oder Gewerbe des Er- kranften ;

c. woher der Kranke zugereift ift;

d. wo der Kranke untergebracht ist.

A.

Anweisung über die Behandlung der EisenbÄhn- Personen- und Schlafwagen bei Pestgefahr.

1) Während eines PestausbruGßs im Inland oder in einem be- nahbarten Gebiet ist für besonders sorgfältige Neinigung und Lüftung der dem Personenverkehre bienenden Wagen Sorge zu tragen ; es gilt dies namentlich in Bezug auf Wagen der 3. und 4. Klasse, welche zu Massentran8porten von Personen aus einer von der Pest ergriffenen Gegend gedient haben.

2) Ein Personenwagen, in welhem ein Pestkranker si befunden hat, ist sofort außer Dienst zu stellen und der näthften mit den nöthigen Einrichtungen versehenen Station zur Desinfektion zu über weisen, welche in nachftehend angegebener Weise zu bewirken ift.

Etwaige grobe Verunreinigungen im Innern des Wagens sind durch forgfältiges und wiederholtes Abrciben mit Lappen, roelche mit Karbolsäurelösung befeuhtct sind, zu beseitigen. Alsdann sind die Läufer, Matten, Teppiche, Borhänge und beweglichen Polster abzu- nehmen, in Tücher, welhe mit Karbolsäurelösung stark ange feuchtet sind, einzushlagen und der Dampfdesinfektion zu unter werfen. Ein vorheriges Ausklopfen dieser Gegenstände if zu ver meiden. Gegenstände avs Leder, welhe eine Dampfdesinfektion nit vertragen, find mit Karbolsäurelösung gründlih abzureiben. Dem- nächst ist der Wagen durchweg einer sorgfältigen Reinigung, wobe! feine abwaschbaren Theile mit Karbolsäurelösung zu behandeln sind, zu unterwerfen und fodann in einem warmen, luftigen und trockenen Raume mindestens drei Tage lang aufzustellen.

«Die bet der Reinigung verwendeten Lappen sind zu verbrennen,

Zur Herstellung der Karbolsäurelösung wird 1 Gewichtstheil verflüsigte Karbolsäure (Acidum carbolicum liquefactum ded Arzneibuhs für das Deutsche Reich) mit 30 Gewichtétheilen Wasser gemischt.

3) Ifi ein Schlafwagen von cinem Pestkcanken benußt worden, so muß die während der Fahrt aebrauhte Wäsche desinfiziert werden. Zu diesem Zwecke ist sie in Tücher, welche mit Karbolsäurelöfung stark befeuhtet sind, cinzushlagen und alsdann in ein Gefäß mil Karbolsäurelöfung fo, daß sie von der Flüssi,keit vollständig bedeckt wird, zu legen; frübestens nah ¡wei Stunden ift dann die Wäs@e mit Wasser zu spülen und zu reinigen. Zur Wäsche sind zl rechnen: die Laken, die Bezüge der Bettkissen und der VDecken fowie die Handtücher. Die Desinfektion des Wagens selbst hat in der unter Ziffer 2 vorgeschriebenen Weise U erfolgen; dabet sind jedo au die von dem Kranken benutzten Vätl kissen, Decken und beweglihen Matraßen in der dorb angegebenen Weise einzushlagen und alsdann der Dampfdesinfektion zu unttt- wersen. Statt der Desinfektion mit Karbo!säurelöfung kann die Wäsche auch der Dampfdestnfektion unterworfen werden. 4AE

Für den Fall, daß es sih als nothwendig erweisen follte, eint? Shlanwazgenlauf gänzlich einzustellen, bleitt Bestimmung vorbehalten,

4) Die vorstehenden Bestimmungen finden sinngemäße Anwknduns bei Grkrankungen von Zug- und Postbeamten in den von ihnen nußten Gepäck- und Postwagen. S

5) Die mit der Desinfektion beauftragten Arbeiter haben je mal, wenn sie mit ir fizierten Dingen in Berührung gekommen 1 die Hände durch sorgfältiges Waschen mit Karbolsäureltsung ¡u d infizieren und si fonst gründlich zu reinigen. Es empfiehlt sid, daß die Desinfektoren waschbare Oberfleider tragen; diese sind in perselben Weise wie die Wäsche aus den S{laswagen zu desinfiziecen.

B, Verhaltungsmaßregeln für das Eiseubahnpersonal e pestverdähtigen Erkrankungen auf der Eisenbahnfaht®

1) Von jeder auffälligen Erkrankung, welche während der En

bahnfahrt vorfommt, hat ter Schaffner dem Zugführer sofort V

zu machen. - M 2) Der Schaffner hat \sich des Erkrankten nah Kräften e

nehmen; er hat alódann jedo jede Berührung mit anderen Perl?

ordnungsmäßige Instandhaltung und für den gesammten Betrieb in den Arbeitsräumen, namentlich für die Durhführung der bci dem Auf-

stellen und unverzüglich der nächsten Polizeibehörde unter Ançade der ; näheren Umstände mittheilen kann.

nach Möglichkeit zu vermeiden.

Der Erkrankte ist der nähsten im Verzeichniß aufgeführten Uebecgabeftation zu übergeben, wenn er dies wünsht oder wenn sein Zustand eine Weiterbeförderung unthunlich mat. Berührt der Zug Tor der Ankunft auf der näcften Uebergabestation eine Zwischen-

ation, so hat der Zugführer sofort beim Eintreffen dem diensthabenden Stationsbeamten Anzeige zu machen; dieser hat alsdann der Kranken- übergabestation ungesäumt telegraphisd Meldung zu erstatten, damit möglichst die unmittelbare Abnaßme des Erkrankten aus dem Zuge selbst dur die Krankenhausverwaltung, die Polizei- oder die Gesund- heitsbehörde veranlaßt werden fan

PBerlangt der Crkrankte seine Reise fortzusezen, so ist die ärzt- liche Entscheidung darüber, ob der Reisende weiter befördert werden darf, auf der nähsten Station, auf welcher ein Arit anwesend ift, einzuholen. Will der Erkrankte den Zug auf einer Station vor der nächsten Uebergabestation verlassen, so ist er hieran nit zu bindern, der Zugführer hat aber dem diensthabenden Beamten der Siation, auf welcher der Erkrankte den Zug verläßt, Meldung zu machen, damit der Beamte, falls der Erkrankte nit bis zum Eintreffen ärzt- lier Hilfe auf dem Bahnhofe, wo er mögli abjusondern sein würde, bletben will, feinen Namen, Wohnort und sein Absteigequartier feststellen und unver¡üglih der nächsten Polizeibehörde unter Angabe der näheren Umstände mittheilen kann.

4) Sämmtliche Mitreisenden, ausgenommen solche Personen, welche zur Unterstüßung bei dem Erkrankten bleiben, sind aus dem Wagzenabtheil, in welchem sich derselbe #fiude!, zu entfernen und in einem anderen Abtheil, abgesondert von dèn übrtgen Reisenden, unter- ubringen.

L y Die R S OuE mit einem Erkrankten in erührung gekommen find, si forgfältig zu reinigen. Da ist Neisenden in derselben Lage zu LUfeblen, : O

Anlage 4. WöchentlihdemKaiserlichenGesundheitsamteinzusenden.

wet wWn g j über bie in dex Zeit vom... bis Pestfälle. Pestverdächtige Fälle sind nit aufzunehmen.

Bemerkungen (in8befondere Tag des Ausbruchs im Berichtsort; An- gabe des Ortes, _woher die in Spalte 4 aufge- [ührten Personen

j¡ugezogen find,

T)

l, vorgekommenen

Davon inner-

Ortschaft | Neu |balb der leßten wohner 10 Tage vor

M wi zahl êr- |derErkrankfung ps Hd (leßte franft oder bereits Ver- Rolks- frank von aus- waltung8- zählung) sind wärts „zu- bezirks) gegangen

Name der Ein-

L 4 3. 4. i 6.

Personal-Veränderungen.

Königlich PVreuftische Armee.

Offiziere, Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförde- rungen und Bersezungen. Im aktiven Heere. Jagd- haus Rominten, 29. September. v. Ammon, Lt. im 2. Garde- Ml O Un das 1 MEDU Beg Ih l versetzt.

Bubertus|tod, 9. Vftober. Deininger, Öberstlt., zug i dem Großen Generalstabe, unter Belassung A la a Man Gren, Regts. Kaiser Wilhelm T. Nr. 110 und in dem Kommando zur Dienstleistung bei der Gisenbahn-Nbtkeil. des Großen General- stabs, mit Wahrnehmung der Deschäfte eines Eifsenbahn-Kommissars beauftragt. y. Wegnern, Oberstlt. und Kommandeur des Ka- dettenhauses in Potsdam, unter Ertheilung der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 3. Garde-Negts. z. F., mit Pension zur Disp. gestellt und gleiczeitig zum Direktor des großen Militär- Waisenhaujes zu Potsdam und Schloß Prebsch ernannt. Vitzthum h, Egersber 9, Dberlt. im Gren. Regt. König Wilhelm 1. (2 Test- preuß.) Nr. 7 und kommandiert zur Dienftleistung als Gouvereur des Herzogs Paul Friedrih zu Mecklenburg Hoheit, unter Stellung ä la ulte des Negts., Seiner Hoheit dem Herzog Johann Albrecht zu Medlenburg, Regenten des Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin, ¡wes weiterer Verwendung in seinem gegenwärtigen Wer- guliniß überwiesen. Frhr. v. Steinaecker, Oberlt, bisher im A CErsaz-Sec-Bat., im 1. Hess. Inf. egt. Nr. 81 angestellt. A ow, Oberlt. im Inf. Regt. Nr. 158, Böning, Oberlt. im Tel Regt. Nr. 175, unter Stellung à la suite dex Regtr., vom Q Oltober d. J. ab bis zum 31. März 1901 zur Diealtkleistung S Marine-Station der Nordsee (Meldeort Wilhelmshaven), Reat, Vberlt. 1m Inf. Regt. von Stülpnagel (5. Brandenburg.) a 9, unter Stellung à la suits des Regts.,, vom 15, Oktober G J. ab bis jum 31. März 1901 zur Diensileistung bei dec Marine- S ation dec Ostsee (Meldeort Kiel), kommandiert, tog ghtedsbewilligungen. Imaktiven Heere. Hubertus- Hg Ba Vktober, Morsbach” Gen. Lt. und Kommandeur der Ÿ E in Gerehmigung seines Abschiedsgesuhs mit Pension, L Zieten, Oberstlt. mit dem Nang cines Regts. Kommandeurs, RN auto des Hus. Regts, von Zieten (Brandenburg,) Nr. 3 und Pensign-Kominifsar, in Genebmigung seines Abschiedsgesochs mit Ünifgon und der Erlaubniß zum ferneren Tragen seiner bisherigen Direkt Tg Ir Diep. gestellt. Clauson v. Kaas, Oberst und Pre ia des großen Militär-Waifenhaufes zu Potsdam und Schloz do i M von dieser Stellung enthoben und, unter Belassung (Seokhe h des 1. Großberzogl. Hess. Feldart. Reg:s. Nr. 25

ffizie erzogl. Art, Korps). zu den mit Persion zur Disp, stehenden Friedrich jurlidgetreten, Schüle, Lt. im 6. Bad. Inf. Regt. Kaiser Biere 224 [I Nr. 114, \{checidet mit dem 21, Oktober d. Js. aus dem Didbeei u und wird mit dem 22. Oktober d. Js. als Lt. mit seinem Ali gin Patent in der Schußtruppe für Südwest-Afrika angestellt. Regt N. 228 suite der Armee angestellter und dem 1. Hess. Inf. uber e, 81 zur Dienstleistung überwiejener Kaiserlich türk. Oberlt, Mitglted t wieder ausge|[chieden. Loerbroks, Hauptm. a. D,, zuleßt t A F Bekleidungsawts des XLV. Armee-Korps, unterErtheilung Feld-Art R zum ferneren Tragen der Uniform des Schleswig. Chef im 4 L Nt 9: V; Mach, Hauptm. a. D., zulegt Komp. rlaubniß agdeburg. Inf. Negt. Nr. 67, unter Eribeilung der Regts. Nt „um ferneren Tragen der Uniform des 4. Thüring. Inf. derg, Sau mit ihrer Pension zur Diep. gesteUt. Spaugen- Train-Bats, Ne M D., zuletzt Erster Depot-Offizier des Schles. ragen dex Ü r. 6, unter Ertbeilung der Erlaubniß zum ferneren \hles.) Ne - niform des Feld-Art. Regts. von Podbielski (Nieder- iurücverseht. zu den mit Pension zur Diéep. gestellten O|fizieren

a Oeamte der Militär-Verwaltung.

H, Baba LlerhöMsten Abschied. 26. September. Schr 0- Gs Gen Bir: vom Feld-Art. Regt. Nr. 43, bei seinem Ausscheiden L enst mit Pension der Charakter als Rechnungsrath

D j er. A Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 11, Sep- gebauer ge Kafernen-Jnsp. in Jüterbog, nah Straßburg i. E., , Kasernen-Jnsp. in Spandau, nah Brandenburg a. H.,

17. September. Perl bach Bolz, Ligzenb K Inspektoren in Schleswig bezw. Oftrowo A o Ren D C enannt c ian aden s

September.* Die Kasernen- Inspektoren auf Probe Land - mann in Posey, Funke in Rastatt, Elzer in e Mie Artelt in Mey, Bockisch in Darmstadt, Pechan in Jüterbog, Sh neider in Koblerz, Genhetimer in Saabrüken, Hennig in Mey, Delno in Münster, v. Ablfen in Altona, Boese in Graudenz, Schmidt in Allenstein, Purrmann in Jisterburg, Rübekeil in Gumbinnen, Séqlie in Shwerin, Volkmann in Oldenburg, Behrendt in Bromberg, Hennes fn Diedenhofen, Deutscher, Kellermann in Meß zu Kafernen- Inspektoren ernannt. Ziebell, Schmidt, Garn. Mee auf Probe in Potódam I bezw. Koblenz 11, endgülttg

29. September. Beschorner, Intend. Sekretär von der Intend. des Garde-Korps, kommandiert beim Militärkabinet, der Charakter als Geheimer exvedierender Sekcetär und Kaikulator ver- liehen. Scheffel, Intend. Sekretär von der Intend. des 1X. Armee- Korps, zu der Intend. des IIT. Armee-Korps versetzt.

29. September. Matthai, Ober-Zahlmstr. vom Anhalt. Inf. Reat. 93, auf seinen Antrag zum L. November 1900 mit Pension in O E versetzt.

1 tober... Fechner, Garn. Bauwart auf Probe Stral- sund, endgültig angestellt, M S

Königlich Bayerische Armee.

Offiztere, Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. 24, September. Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben im Namen Seiner Majestät des Königs Sich Allergnädigst bewozen gefuaden, im Einverständniß mit Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser, König von Preußen, den Oberlt. D des 1. D Le Prinz Karl von Bayern auf je Dauer eine ahres zur Kaiserlich deutschen l aan E rei E 3 E M d

420. September. Gietl, Zeug- Oberlt. von der Pulverfabrik, zum Zeug-Hauvptm., Wirthensohn, Zeuglt. vom Art. Bus Ingols- stadt, zum Zeug-Oberlt.,, Apfelbacher, Zeug- Feldw. von den Art. Werkstätten beim Art. Depot Ingolstadt, zum Zeuglt., befördert. Frhr. v. Pehmann, Lt. des 19. Inf. Regts. König Viktor Etinanuel II1. von Jtalien, behufs Verwendung im Ostasiat. Ex- peditions- Korps zum 1. Oktober l. J. aus dem Heer ausgeschieden.

7. Dktober. Prinz Rupprecht von Bayern Königliche Voheit, Oberst und Kommandeur des 2. Inf. Negts. Kronprinz, unterer Belassung à la 3uito ' des Inf. Leib-NRegts. und unter Bes förderung zum Gen. Major, zum Kommandeur der 7. Inf. Brig., Frhe. v Barth zu Harmating, Oberst à la suito der Armee, im 2. Inf. Regt. Kronprinz, Weiß, Oberst beim Stabe des 10. Inf. Regts. Prinz Ludwig, im 22. Inf. Regt.,, zu Negts. Kom- manteuren, Bonnet, Hauptm. und Komp. Chef im 3. Inf. Negt. Prinz Karl bon Bayern, in diesem NRegt., unter Beförderung zum Major, zum Bats. Kommandeur, Schmidt, Hauptm. und Komp. Chef im 1. Inf. Regt. König, unter Stellung à la suite dieses N'gts.,, zum Plaßmajor in Würzburg, Strelin, Hauptm. im 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, v. Schlichte- groll, Oberlt. im 1. Inf. Regt. König, unter Beförderung zum Hauptmann ohne Patent, ¿u Komp. Chefs, er- nannt, Nittmann, Major und Bats. Kommandeur im 3. Jn- fanterie. Negiment Prinz Karl von Bayern, unter Beförderung zum Obersftlt., zum Stabe des 10, Juf. Regts. Prinz Ludwig versetzt. Baumann, Hauptm. „beim Stabe des 1. Feld-Art. Regts. Prinz- Regent Luitpold, zum überzähl. Major, Weiß, Oberlt. a la suito des 1. Inf. Regts. Könia, Adjutant bei der 2. Inf. Brig., zum Hauptm. ohne Patent, Leeb, Fähnr. im 1. Inf. Regt. König, Wey se, Fähnr. im 3, Inf. Negt. Prinz Karl von Bayern, zu Lts., befördert, Bärnklau, Rittm. à la suits des 2, Ulan. Regts. König, Plaßmajor in Ingolstadt, als Major harafterisiert.

Abschie dsbewilligungen. Jmaktiven Heere. 29. Sep- tember. Raithel, Zeug-Hauptm. von der Pulverfabrik, mit der es T SS und Ire Ens ¿zum Tragen der bisherigen

ntiform mit den sür Berabschiedete vorgeschrie Abzeiche Abschiet bewil. [h geshriebenen Abzeichen der ; 4. Oktober. Fux, Hauptm, z. D,, bisher Kontroloffizier beim Bezirkskommando Regensburg, mit der geschlichen Pension und [der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Un form mit den für Verab- schiedete vocgeschrievenen Abzeichen der Abschied bewilligt. Ritter u. Edler v. Appell, Oberlt. a. D., zu den mit Pension zur Disp. stehenden Offizieren verfegt. :

c. Oktober. Fortenbach, Gen. Major und Kommandeur der 7. öIuf. Brig., in Genehmigung seines Abschiedsgesuhes mit der geseßlihen Pension zur Disp. gestellt. Schnetdawind, Major à la suite des 5. Inf. Regts. Großherzog Ecnst Ludroig vonKHefsen, Plaßmajor in Würzburg, mit der Grlaubniß zum Tragen der bis- herigen Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen mit der geseßlihen Pension der Abschied bewilligt.

N Köuiglih Sächfische Armee.

Offiziere, Fähnrihe x. Ernennungen, Befsörde- rungen und Verseßungen. Jm aktiven Heere. 30. Sep- tem ber. Martini, Oberlt. im Schüten- (Füs.) Regt. Prinz Georg Ne, 108, zum Ostasiat. Erpeditions- Korps übergetreten. Graez, Lk, bisher im 1. Ersat-See-Bat. (Kiel), unterm 27. September 1900 in der Königl. äs. Armce, und zwar als Lt. mit seinem Patent vom 29. Juli 1896 U u bei dem 7. Fnf. Regt. Prinz Georg Nr. 106 wiederangestellt. Hain, Lt. à la suito des 6. Inf. Regts. Nr. 105 König Wilhelm 11. von Württemberg, unterm 1. Oktober 1900 in vas Negt. wiedereingerciht.

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 22. Se p- tember. Kühn, Lt. a. V., zulegt bei den Königl. tähsishen Kompagnten des Königl. preuß. Eisenbahn-Negts. Nr. 2, die Aus- sicht auf Anstellung im Zivildienst ertheilt.

_ 30, September. Demiani, Lt. im 1. Jäger-Bat. Nr. 9. behufs Uebertritts zur Marine-Fnf. aus dem Heere ausgeschieden. Beamte der Militär-Verwaltung.

Durch Allerhöchsten Beshluß. 29. September. Dr. Bothe, übeczähl. Militär-Intend. Assessor von der Intendantur XII, (1. K. f.) Armee-Korps und Lt. der Res. des 1. (Leib-) Gren. Megts. Nr. 100, unterm 1. Oktober 1900 zum etatsmäß. Militär- Intend. Affessor ernannt.

Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 12. Sep- tember. Klügel, Wirthschaft8-IJnsp. bei dem Remonte-Depot zu uss, unterm 1. Vftober 1900 zum Remonte - Depot Skassa verseßt.

2. Oktober. Winkler, Zahlmfstr. Aspir., ¿um Zablmstr. bei 2. Bat. 4. Inf. Regts. Nr. 103 ernannt. Me Da L

4. Oktober. Meschke, Proviantamts-Aspir., uzxterm 1. Ok tober 1900 zum Proviantamts - Assist. beim Proviantamt Leipzig

beförtert. Kaiserliche Marine.

Offiziere 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verjeßungen. Jagdschloß Hubert usstock, 8. Oktober. Bes fördert sind: Capelle, Freg. Kapitän, beauftragt mit Wahr- nehmung der Geschäfte des Vorstands der Etats- Abtheil. im Reichs- Marineamt, unter Belassung in dieser Stellung, zum Kapitän zur Se2, Rieve, Kapitänlt., Admiralstabsofsi;ter bei dem Stabe des 1. Geschwaders und beauftragt mit Wahrnchmung der Geschäfte des Chefs des Stabs dieses Geschwaders, zum Korv. Kapitän; die Oberlts. zur See: Fischer (Reinhold) von der Marine-Station der Ostsee, Pfundheller zur Verfügung des Chefs des Kreuzer- Geschwaders, Haber voa der Marine - Station der Nordsee, Kühnemann, Führer der Marine - Abtheil. der Oberfeuerwerker- Schule zu Berlin, zu Kapitänlts,; die Lts. zur See: Richter (Karl August) von der 1. Torpedo- Abtheil, Weimann-Bischoff vom Stabe S. M. kleinen _Kreuzers „Jrene“, Klappenba (Walter) vom Stabe S. M, Hafenschiffes „Friedrich Carl“, Kobl

vom Stabe S. M. Sqchulschiffes „Carola“, Teichma S. M kleinen Kreuzers „Nymphe“, zu Pren von e Schumann, Marine - Ober-Stabsarzt 2, Kl, vom Stabe S. M. E eiten zum Err E 1. Kl. / enbeseßungen. olsart, Kapitänlt., o Art. O'fizter beim Stabe des Kreuzer-Geschwaders, aks Gia Art. Offizier zum Stabe des 1. Geshwaders, Boedicker Kapitänlt Gefchwader- Art. Offizier beim Stabe des 1. Geschwaders, zur Ver- füguna des Chefs der Marine-Station der Ostsee, Meinardus Kapitänlt. von der Marine-Station der Ostsee, zum Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Jagd“, Graf v. Brockd orff, Oberlt. vom 2. Ersay- See-Bat. als Adjutant um Kommando der Marine-Station der Nord]ee, Dr. Schlick, Marine-Stabsarzt vom Stabe S, M. kleinen Kreuzers „Irene , zur Marine - Station der Nordsee, Mark ull A Ae es der 4 Ton der Nordsee unter Ver- on Helgoland na ile e t i‘ kleinen O „Irene“. I Yades, M Q E e Jm Deurlaubtenstande, Mosel, Vize-Steue Nes. ¿m Laadw. Bezirk Hamburg, zum Lt. zur ‘See der Res, E See-Difiterkorps, Dembski, Lt. der Seewehr 2. Aufgebots im Landw. Bezirk I Oldenburg, zum Oberlt. der Seewehr 2. Aufgebots der Marine-Inf., Boehm, Vize-Feldw. der Res. im Landw. Bezirk ite, r E d F N, Dr. Henze, Marine- er Nes. im Landw. Bezirk Celle, zum Assist, Arzt de der Aer ao ere, befördert. L E E iedsbew gungen. Jagdschloß Hubertus L Oktober. Goede, Kapitän zur See von dec Tien o, stsee,_ mit der geseßlichen Penfion und der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen der Abscied bewilligt. Gert, Kapitän zur See a. D. zuleßt Art. Direktor der Werft zu Kiel, auf sein Gesuch, unter Fortfall L Sia ge Dien es ertheilten Ausfiht auf Anstellung n Zit nl, zur Disp. geftellt. KFrän Fa Res. der Marine entlassen. 4 A L A

Literatur.

Unser Moltke, ein Vorbild für den deutschen E

Von Paul von Schmidt, Generalmajor z. Dn E bildungen" und 2 Kartenskizzen. (In Partien von 50, 100 und 300 Exemplaren zu 70, 60 und 50 4; Einzelpreis 80 $.) Berlag von E. S. Mittler u. Sohn, Königliche Hofbuchhandlung, Berlin. Im Hirblick auf den 26. Oktober d. F, an welbem Tage dem deutschen Volk vor hundert Jahren sein großer Schlachtendenker Moltke bescheert wurde, gievt der Verfasser das vorliegende kleine Werk gewissermaßen als eine Festichrijt heraus, welhe in furzen Zügen ein Bild von Moltke’'s Leben und Thaten vorfübrt und geeignet erscheint, namentlich in den Kreisen der beranwadsenden männlihen Jugend und in der Armee reges Interesse zu erwecken. Die soldatischen Tugenden des unvergeßlichen Helden finden ebenso Hervorhebung wie die Eigenschaften seines Herzens und Charakters. Der reiche Inhalt wird in volfsthümliher Sprache dargeboten und ist durch zahlreihe Abbildungen und zwei Karten- \fizzen trefflih erläutert, Die Shrift will vor allem au zeigen, wie Moltke, der große Feldherr, dessen Ruhm die Welt erfüllt, ein leutendes Vorbild für den Soldaten jeden Dienstgrades getvesen ift wie jeder Angehörige der deutshen Armee bestrebt sein foll, diesem L a Tenen, u wie er in allem, was Moltke gesagt, ge- chrieven und gethan hat, eine unversieglihe Q: istiger Anre

für ie mi Eei R O ge A P em ärishe Geländebeurtheilung na

(in Aufgaben besprochen) und Winke für das Rretudbe Sea von Gerhard Stalling, Oldenburg i. Gr. (Preis bros. 90 $.) Der ungenannte Verfasser dieses 40 Seiten umfassenden Werkes hat fi die dankenswerthe Aufgabe geftellt, einen Beitrag zu der Geländekunde zu liefern, welche für die Offiziere aller Dienstgrade wegen der engen Be- ziehung, in der jede friegerishe Thätigkeit der Trapyen zu dem Boden steht auf welchem sie sih vollzieht, fo überaus wichtig ist. Wer an die Lösung einer taftishen Aufgabe herantreten will, muß derselben eine mili- tärishe Geländebeurtbeilung zu Grunde legen, und wer bizrzu nit im stande ift, dem fann alles sonftige taftische Wissen nur fehr bes dingt nützen. Der Erweiterung des Verständnisses für diese Wechsel - beziehung soll das fleine Bu nun dienen und namentlich auch den sich für das Krieg8-Akademie-Eramen vorbereitenden Offizieren wünshenswerthe Anleitung geben. Dieselbe wird durch die Wahl vers shiedenartigen Geländes noch abwe{hselungêvoller und lehrreihher ge- staltet und führt dadur gleichzeitig au zu einer mechanischen Uebung im Kartenlesen. Der zweite Theil, welcher das Krokizeichnen behandelt entbält ebenso beahtenswerthe, auf praktischer Erf2hrung berubende Winke und foll außerdem noch zum Nachdenken und Selbftversuchen

anregen. h __— Musterung, Au3hebung und Invalidenyr#lf Für Sanitäts-Offiziere uad die bei diesen Stätlio ees Offiziere und Zivilbeainten von Dr. O. Kunow, Ober-Stabsarzt L. Klasse. Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mitiler u. Sohn, Berlin. Preis 2,75 4 Das vorliegende Buch soll dem mit den darin behandelten Gescäften noch nicht Vertrauten einen rasen Ueberblick über dieselben geben, ihm das Eindringen in den nicht immer einfahen Stoff erleihtern und ihn über manche Zweifel hinweaführen. Insbesozdere wendet es ih an die jüngeren Sani- tâts-Offiziere, um sie auf die {were Verantwortlichkeit ihres Wirkens im Erfatzgeschäft und bei der Inbvalidenbegutahtung anleitend binzu- weisen, doch auch dea bereits Erfahrenen will es gegebenenfalls als Stüge dienen. Den Offizieren und Zivilbeamten, denen die Vorbereitung und Mitbegutachtung bei diesen Geschäften obliegt, will es die erste Einführung in den fremdartigen Gegenftand erleihtern und ihnen die Stellung des Arztes gegenüber den mannigfah fi erge- benden Fragen darlegen. Das gründliße Studium ter Dienft- vorschriften kann das Buch naturgemäß feinem ersparen, es will vielmehr durch den immer wiederkehrenden Hinweis auf diese ein langwieriges Nackfuchen ersparen und gleidzeitig au von neuem dazu anregen, fi ibren Inhalt zu eigen zu mahen. Es kann daher nur ves ein empfeblen8werthe8s Hilfsmittel für alle Betheiligten bezeichnet erden. : / Katehi8smus für Aquarienliebbaber. Fragen und Antworten über Einrichtung, Beseßung und Pflege des Süß- und Setwasser-Aquariums, sowie über Krankheiten, Transport und Züch- tung der Aquarienfishe von Wilbelm Gever. Vierte, von seinem Sovne Hans Geyer besorgte Auflage. Mit dem Bildniß des Ver- fafsers, 1 Farbentafel, 4 Shwarzdrucktafeln und 84 Textabbildungen. Preio 1,80 4, gebunden 2,40 4 Creuß’sche Verlagsbuéhandlung, Magdeburg. In gemeinverständlien Abhandlungen werden in diesem Buchs alle einschlägigen Fragen vom wissenschaftlichen Standvunkt aus und nach Maßgabe eigener langjähriger Erfahrung erörtert, Teichzeitig wird zur Pflege und Züchtung von Amphibien und Reptilien, Dierfischen und Kerbthieren, Wasser-Insekten, überhauvyt aller in Süúüßwasser- und Serewasser-Aguarien- und -Terrarten zu haltenden Lebeweïfen, wie au der Pflanzen Anleitung gegeben, über erzie!te Erfolge berichtet und auf Verbesserungen aufmerksam gemaht. Das Sthriftchen will L eine Lüdke in der bereits vorbandenen Ngzarienliteratur ausfüllen, gndern uur jedem Aquariealiebkaber ein zugänglidher und zuverlässiger athgeber sein, von dem über alle einschlägigen Fragen ohne Bee q Uung einer umfänglicßen Fachliteratur {nelle und sahgemäße usfunft zu erbolen ift. Ela reicher Bildershmuck dient zur Er- läuterung des Textes. : |