1900 / 245 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

An Tntgtimen H pi nhaufe wird morgen Ambroise Thomas’ Oper „Mignon“ mit Fräulein Deftinn in der Titelrolle egeben. Den Wilhelm Meister singt Pre Sommer, die Philiue räulein Dietrich, den Laörtes Herr Nebe, den Lothario Herr Bahmann. Kapellmeister Walter Ms, Die am Mitiwoch stattfindende Vorstellung von Richard Wagner's Oper „Der fliegende Holländer“

folgendermaßen beseßt: Holländer: Herr Hoffmann; Senta: Fräulein

iedler; Erik: Herr Kraus; Daland: Herr Mödlinger; Mary: Frau Goetze; Steuermann: Herr Philipp.

Im Königlichen Schauspielhause gelangt morgen Otto Ernft’'s deutshe Komödie “Ae von heute“ zum erften Male in dieser Spielzeit in folgender Beseßung zur Aufführung: Hermann: Herc Christiean8; Hans: Herr Boetther; Klara Hendrichs: (f apa Podpe; Erih Goßler: Herr Grube; Ezon Wolf: Herr

ollmer; Kröger: Herr Dberkfaender; Frau Kröger: Fräulein Abich; Anna: Fräulein Hoff; Beckendorf : Herr Eichholi; Meißner: Herr Molenar; Rosa Belli: Frau Pagay; Dr. Bröcker: Herr Keßler; Claussen: Herr Hübener.

Im Neuen Königlichen Opern-Theater geht morgen e Die Fledermaus" in Scene.

„Hohenzollern“ betitelt fich cin zur Zweihundertjahr-Feier des Königreihs Preußen von Axel Delmar verfaßtes Festsviel, das Anfang Januar n. J. im Neuen Königlichen Opern-Theater in Scene gehen soll. Die Dichtung umfaßt elf Scenen, welche die Zeit von der B-fltergreifung der Mark Brandenburg bis zum Kriege 1870/71 s{ildern. Der Reinertrag der Vorstellung ist für die G-ntenar- Kriegsinvaltden-Stiftung bestimmt.

Das S@hiller-Theater hat das Aufführungêrecht des dref- aktigen Lustspiels „Die Welt, in der wan sich langweilt“ von Edmund Pailleron, in der Ueberseßung und Bearbeitung von A. Tuhten und Carl Friedrich Wittmann, erworben. Die erste Aufführung ift für Anfang November in Ausficht genommen, unmittelbar nah den Auf- führungen von „Faust“, 11. Theil, welher an zwei auf etnander folgenden Abenden, am 26. und 27. Oktober, zum ersten Mal in Séene geht

Im Theater des Westens wird die spanische Koldöratur- sängerin Fräulein Marie Barrientos am 26. Oktober als Rosine in der Oper „Der Barbier von Sevilla“ ein drei Abende fassendes Gastsptel eröffnen.

Im Neuen Theater wird an allen Abenden dieser Wothe Arthur Pferhofer's erfolgreiGßer Schwank „Die Buitterseite" zur Wiederholung gelangen. Als O « Vorftellung geht am nächsten Sonntag Georg Lehfels? Schwank „Nackte Kunst“ in Scene.

Im Nesidenz-Theater wird an allen Abenden dieser Woche „Die Dame von Maxim“ wrotederbolt.

Im Central -Theater wird die Operette „Der grie(ishe Sklave" auch in dieser Woche allabendlih gegeben.

In der EGröffnungsvorstellung der Deutschen Volksbühne („Der junge Gelehrte“ von G. E. Lessing) werden folgende Künstler mitwirken: die Damen Grete Carlsen und Zlka Grüning vom Neuen Theater, die Herren Claudius Merten, Carl Waldow, Paul Lu und Jacques Burg vom Neuen, Berliner und Lessing»

eater.

Die Einakter „Die Bildshnizer", „Daheim“ und „Der Bär“ bleiben mit Ausnahme des Mittwochs, an dem „Der gnädige Herr“ gegeben wird, die ganze Wothe über auf dem Spielplan der Sezessionsbühne.

Frau Anna Goldbach veranstaltet am 17. Oktober, Abends 8 Uhr, im Saale der Königlichen Hoch schule für Musik (Pots- damerstraße 120) zum Besten der Krankenpflege des Evan- gelisch-kirchlihen Hilfsvereins einen musikaliich-deklla- matorishen Abend. Jhre Mitwtrkung haben zug:saat: Fräulein Edith Hauer (Gefang), Fräulein von Terpty (Klavter), Direktor l-x. Hönig (Deklamation), der Köntglidbe Kammervirtuos August Gent (Violine) und der Cesmann’she Chor (120 Damen und Herren) untec Leitung des Musikdirektors Max Baitke. Eintrittskarten (1, 2 und 3 4) sind in der Musikalienhandlung von Raabe u. Plathow (Potsdamerstraße 21), sowie an der Abendkasse käuflich.

Der wegen Heiserkeit des Künfilers gestern ausgefallene Lieder- Abend von Anton van Rooy findet an einem späteren, noh be- Gie B gebenden Termin statt. Die bereits gelösten Billets behalten

ültigfeit,

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Wetterbericht vom 15, Oktober 1900, 8 Uhr Vormittags. E und z + Wind- | Humbert.

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nußung des Wolfgang von Goethe!schen Romans „Wilhelm Meister's Lehrjahre“" Barbier, Ballet von Paul Taglioni.

Schauspielhaus. 227. Vorstellung. Jugend von

Das Streiborchester Berliner Tonkünstlerinnen ver- anftaltet in“diesem Winter vier Abonnèments-Konzerte im Beethov:en- Saal, und zwar am 14. November und 12. Dezember d. J. und 13. Februar und 13 März n. J. Der Dirigent des Ortesters ift Herr Willy Benda. Var

Das Böhmische Streichquartett der Herren Carl Hoff- mann, Joseph Suk, Oskar Nedbal und Professor Hans Wihan ver. anstaltet, wie alliährlih, auch in diefer Saison vier Abonnements- Soiróen imBeethoven-Saal, und zwar am 1. November, 28. No- vember d. J. sowie am 23. Januar und 6. März n. J. Der Ver- kauf von Abonnements- und Einzelkarten findet bei Bote u. Bock täzlih von 9 bis 6 Uhr statt.

Mannigfaltiges.

Berlin, den 15. Oktober 1900.

Aus Anlaß ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens batte die Allgemeine deutshe Pensionsanstalt für Lehrerinnen und Erzieherinnen zum Sonnabend Nahmittag in der mit Blumen ges{müdten Aula der Augusta-Schule einen Festakt veranstaltet, welhem der Minister der geistlichen 2c. Angelegen- heiten Dr. Studt mit dem Ministerial-Direktor, Wirklihen Geheimen Ober-Regierungsrath Dr. Kuegler, dem Geheimen Ober- Regierungs- rath Gruhl und dem Geheimen Regierungsrath Dr. Sn sowie die Provinzial - Shulräthe Dr. Genz und Dr. ogel und der Stadtschulrath Dr. Fürstenau a!s Vertreter der staat- lihen und städtischen Behörden beiwohnten. Der Chor der Se- minaristinnen leitete die Feier mit der Vogel’shen Motette „Ehr? sei dem Vater“ ein, die Festrede hatte der Geheime Regierungsrath Dr Waegoldt übernommen. Derselbe dankte der hohen Pro- tektorin der Anstalt, Jhrer Majestät ver Kaiserin Friedri, Aller- höchstwelher die Festversammlung in einem Telegramm ehrfurchtsvole Huldigung und beste Wünsh- für baldige Genesung über- mittelte, er dankte ferner allen selbstlosen Gebern, Helfern und Föôrderern und vor allem den deutschen Lehrerinnen feltst, die unter dem Gedanken der Selbsthilfe die Anstalt gegründet und getragen hätten. Sodann gab er im Anschluß an die ¡ur Vertheilung gekommene Festschrift ein kurzes Bild der Ent- widckelung der Anftalt, deren Mitgliederzahl von 75 im Fahre 1875 auf 3568 am 1. August d. J. gestiegen sei, die z. Z. über ein Ver- mögen von 7 409950 G verfüge und in diesem Jahre 196 686 M Pensionen an 657 Gmpfängerinnen gezahlt habe, die \sih somit als ein soztales Werk von tiefgehender Bedeutung darstelle, als der Ausdruck sozialen Empfindens und Wollens einer früher in individualistischer A Sn dastehenden Gruppe der deutschen Lehrertnnenschaft. Diese Gedankenentwidckelung führte den Redner zu seiner eigentlichen Festbetrachtung, zu einer Würdigung der in Frankreich bereits in die Praxis eingeführten Sozialpädagogik gegenüber der bei uns noch be- vorzugten Individualpädagogik, Nach der Rede überreichte die Schul- vorsteherin Fräulein Sprengel-Waren als Jubiläum2gabe eine Summe von über 14 000 Æ, die in den der Anstalt nahestehenden Kreisen ge- samtnelt worden ift zur Erhöhung der vorzeittgen Pensionen. Im Namen des Zentral-Berwaltungs-Ausshusses dankte der Pinisterial-Direktor Dr. Kuegler den edlen Geberinnen und gab zugleih bekannt, daß der Banquier Julius Bleichröder, der seit der Begründung Schatzmeister de3 Zentral-Verwaltungéeauss{husses ist, einen Betrag von 5000 #4 ge- stiftet habe, der dazu bestimmt sei, da hilfebringend einzutreten, wo die Anftalt selbst versage. Die Klein’she Motette „Die ganze Welt ist voll des Herren Macht“ beschloß den Festakt, dem ein Festmahl in engerem Kreise folgte.

Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Natur- kunde begann die Arbeit diejes Winters am Donnerstag, den 10. d. M., mit einem Vortrag ihres I. Vorsißenden, des Direktors des pflanzenphysiologischen Instituts der hiesigen Universität, Professors Dr. Kny, Mit herzlihen Worten hieß derselbe zunächst die Er- schienenen, welhe den Hörsaal der neuen „Ucania* in der Taubenstraße bis zum leßten Play füllten, willkommen und forderte sie unter Hinweis auf den soeben zum Versand gelangten Aufruf zu thatkräftiger Mitarbeit an den Bestrebungen der Gesellschaft auf. Fndem er auf Beispiele in Amerika hinwies, wo von wohlhabenden Bürgern erbeb- lie Vermächtnisse allgemeinen Bildungszwecken zugewandt würden,

-thümliche Naturkunde einmal ein freundlicher

drüdckte er die Hoffnung aus, daß auch für die Gefellshaft für vo

i Gönner si finden mz der be in den Stand setze, in wetitestem Maße der ihr gesteckten Aufgabe gerechi zu werden, in der L Be einen Mittelpunkt de gesammten naturwissenschaftlichen R zu \{affen. An de Hand eines umfangreichen und werthvollen Demonstrationsmaterigls spra der Vortragende alsdann über die Eigenschaften und die Be deutung jenes etigenartigen grünen Farbstoffcs, des Chlorophyllg oder Blattgrüns, welches sih in den Zellen des Pflanzenkörpers vorfindet und in dem Leben der Pflanze eine so wihtige Rolle spielt. Eine kurze Diskussion {loß fich an den Vortrag an.

Aus Anlaß des fünfzigjähriagen Künstler -Jubiläumz und siebzigsten Geburtstages ves Prefessors Nobert Nadecke Direktors des Königlichen akademischen Instituts für Kirchermusif und Mitglieds des Senats der Königlichen Akademie der Künsie findet ein Festkommers mit Damen am 2. November, Abends 85 Uhr, im „Deutschen Hof“ (Luauerstraße 15) statt. Anmel, dungen dazu werden, unter Einsendung des Eintrittspreises von 1 M von Herrn Professor H. Schroeder (W.. Nürnbergerstraße 69a) hig zum 25. Oktober entgegengenommen. i

Im Zirkus Albert Shumann gebt morgen zum 25, Male die erfolgreihe Pantomime „China“ in Scene. Die wirkungsvollen Kampfscenen zu Pferde, zu Fuß und zu Schiffe finden tägli \eb, haften Beifall. Auch die neu engagierten Künstler finden allscitige Anerkennung, fo erfreuen sich namentlich die drei Sculreiterinnen Fräulein Dora Schumann, Fräulein Adrienne und Fräulein Kasprzakow großer Beliebtheit. Ende diefes Monats wird die Reiterin Miß Vabel O’Brien zum ersten Mal in Berlin auftreten. 4

Breslau, 15, Oktober. (W.T. B.) Die „SchHlesische Zeitung! meldet: Gestern Abend 10 Uhr überfuhr Zug 9 der Kleinbahn Breslau—Trebniy an der Weichbildgrenze einen mit Passg, gieren beseßten Omnibue. Mehrere Personen wurden zum theil {wer verleßt; eine derselben ist auf dem Transport nah dem Krankenhause gestorben.

Ly sekil (Norwegen), 13. Oktober. (W. T. B.) Ein in Ler beheimatheter deutscher Shooner ist tin der vergangenen Naht bej Kärrtigöen gestrandet. Das Schiff, weles jeßt von dea Wellen zertrümmert ist, war ohne Besaßung. Das Schilkjal der leßteren is unbekannt.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

London, 15. Oktober. (W. T. B) „Daily Chronicle“ berihtet aus Hongkong vom 14. d. M.: Die Kaiserlich chinesishen Truppen haben die Stadt Weitsch ou, welche die Ausständishen der Provinz Kwantung genommen hatten, zurückerobert.

Tientsin, 12. Oktober. (W. T. B.) (Telegramm des „Reuter shen Bureaus“/.) Eine Erklärunq des General-Feld- marschalls Grafen von Waldersee, welche die militärischen Ereignisse seit der Uebernahme des Oberkommandos durch ihn zusammenfaßt, . bezeichnet als Grund der Verzögerung der Operationen die Ausschiffung der Transportmittel und die Schwierigkeit eines Zusammenwirkens der verschiedenen Truppentheile. Jeßt sei die Lage zufriedenstellcnder, Die aktiven Operationen seien mit der Expedition nach Pao- ting-fu aufgenommen worden. Er sei der Ansicht, daß die Unthätigkeit der Chinesen eine Kriegslist sei, um weitere offensive Maßnahmen thunlichst zu verdecken.

(Fortseßung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten und Bweiten Beilage.)

Ueues Thea Dienstag: Die Vutterseite. von Arthur Pserhofer.

von Micel Carró von Ferdinand

deutsch Anfang

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ter. (Direktion: Nuscha Buye.) Schwank in 3 Akten Anfang 7# Ubr.

Mittrooch und folgende Lage:

Birkus Alb. Schumann. Dienstag, Abends vräzise 75 Uhr: Große auferordeutliche Gala- Vorftellung anlößlich der 25. Aufführung des Vèanegen- und China. Die

Die Butter- Wosjerschauftücks Unsecen in Kiautshou. Aufstand der

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Karlsruhe. . SW München ¿. | 759 5 |W 6|heiter

Eine D-pression unter 739 mm erstreckt {G von Skandinavien bis Jütland, der höchste Luftdruck berrscht auf dem Gebiete von Frankreih bis Frland. In Deutschland ift das Wetter bei lebhaften Süd- roestwinden kühl, im Norden regnerish, im Süden theilweise heiter. Kühles, veränderlihes, unruhiges Wetter mit Regenfällen wahrscheinli.

Deutsche Seewarte.

Ll Pf ERRES E O C E E E S E O F E C M Bi Ai Theater. Königliche Schauspiele. Dienstag: Opern-

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heute. Eine deutshe Komödie in 5 Aufzügen von Otto Ernft. Anfang 7§& Uhr.

Neues Opern - Theater. Die Fledermaus. Komishe Operette mit CTanz in 3 Akten von Meilhac und Haléry. Bearbeitet von C. Haffner und Richard Genée. Musik von Iohann Strauß. Tanz von Gmil Graeb. Vnufang 74 Ubr.

Mittwoh: Opernhaus. 215. Vorstellung. Der fliegende Holländer. Romantishe Oper in 3 Akten von Nichard Wagner. Anfang 7ck Uhr.

Schausptelhaus. 228. Vorstellung. Der wilde Neutlingen, Lustipiel in 4 Aufzügen nach dem Noman von Hans Werder, von Gustav von Moser und von Thilo von Trotha. Anfang Uhr.

Neues Opern- Theater. Der Mikado. Anfang 74 Uhr. Vorstellung Nr. 82,

Deutsches Theater.

moutag. Anfang 74 Uhr. Mittwoch: Rosenmontag. Donnerstag: Nosenmontag.

Dienstag: Rosen-

Berliner Theater. Dienstag: Ueber unsere Kraft,

Mittwo@: Die strengen Herren.

Donnerstag: Die ftrengen Herren.

Sthiller-Theater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Akten von Hermann Sudermann,

Mittwoh, Abends 8 Uhr: Das Glü im Winkel.

Donnerttag, Abends 8 Uhr: Die goldue Eva.

Theater des Westens. Dienstag: 7. Diens- tag-Abonnements-Vorstelung, Hoffmauu's Er- zählungen,

Mittwoch: Der Zigeunerbaron.

Donnerstaa: Hoffmaun's Erzählungen,

Freitag: 7. Freitag - Abonnements - ; Mertlis Freitag n orftellung

Lessing-Theater. Dienttag : Jobaunisfeuer. Mittwoh: Fohanuisfeuer.

Donnerstag: Die Ehre.

Freitag: Johannisfeuer,

, 214. Vorstellung, Mignon. Oper in 3 Akten von Ambroise Thomas. Text mit Be-

_ Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen : Nackte Kunst.

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten- burg. Dienstag: Die Dame von Maxim. (Ls dame dea chez Maxim.) Gchwank in 23 ften von Georges Feydea, UÜeberseßt und bearbeitet von Benno Jacobson. In Scene gesezt vor

iamund Lautenburg. Anfang 74 Uhr. :

Mittwoch und folgende Tage: Die Dame vou Maxim.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei bis über die Hälfte ermäßigten Preisen: Nora.

Secessionsbühne. Alexanderplay 40. Diens- tag: Die Vildschuißer von Karl Schönherr. Daheim von Maurice Maeterlink,. Der Bär von Anton Tshechow.

Mittwoch: Der gnädige Hérr.

Thalio-Theater. Dienstag: Der Liebes- \chlüfsel. Große Ausftattungspofse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Iean Kren und Alfred T U Musik von Max S{hmidt. Anfang

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Mittwoch und folgende Tage: Der Liebes- \hlüfsel.

ZBentral-Theater. Dienstag: Der griechische Sklave. (A GreeKk SIave.) Ausstattungs- Aae in 3 Akten von Sidney Jones. Anfang

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“Mittwoch und folgende Tage: Der griechishe

E Mitt ch, Nachmittags 3 Uh ittwoch, Nachmittags r: Zu halben Preisen : Kiadervorstellung. Die ide, ° P

Konzerte.

Sing-Akademie. Dienstag, Anfang 8 Uhr:

Trio-Abend von Margarete Baginsky (Violine), Margarethe Eufsert (Klavier), Josefine Donath (Violoncello) Mitwirkung: Elisabeth Schenk (Gesang) aus Weimar.

Saal Bechstein. Dienstag, Anfang 74 Uhr: Klavier-Abend von Waldemar Lütschg.

Beethoven-BPaal. Dienstag, Anfang 38 Uhr:

Lieder-Abend von Mrs: S, A. Hebden (Mezzo- fopran) und Dr, G. Quedenfeldt (Tenor).

Der Boxer. Kriez. ‘Die Verbündeten vor Taku, Peking Vorführung der ncuesten Ereiguisse in China durch den Kinemato-' graphen. Die Flotten - Demonstration der Verbündcteu vor Taku. (Dargestellt dur eleftrisch erleuhtete Miniatur- Kriegsschiffe.) Dar- \tellendes Personal ca. 600 Personen. Grofßartiges Parforce. Programm. Auftreten der Liliputanischen Hof-Künstlertruppe Les Colibris. Die 9 kleinsten Pèéenschen der Welt. Fräulein Cecilie Kasprzakoww, Europas beste Shulreiterin, sowie Auftreten sämmilicher übrigen neu engagierten nur erstklassigen Spezialitäten. Vorführung der neuesten anerkannt unerreiht daftehenden Original-Drefsuren des Di! rektors Alb, Schumann.

Mittwoh, Nachmittags 35 Uhr urd Abends 74 Uhr: Zwei große Vorstellungen. Na- mittags 35 Uhr: L große Familien- und Kinder-Vorstellung, In beiden Vorstellungen: Les 9 Colibris. Nachmittags 1 Kind bis zu 12 Jahren frei.

R ETE VE E RAE B VE I N C TO R O N T I N: E I RE N M M el fa O Familien-Nachrichten.

Berlobt: Frl. Margarethe Stengel mit Hr. Hauptmann Max von NRunckel (Dresden— Hameln),

Vereheliht: Hr. Major z. D. Justus Scheibert mit verw. Fr. Clara Dencker, geh. NRoseno Stegliß). Hr. Hauptmann Wilhelm von

resckow mit Frl. Elfriede von Poncet (Frank- furt a. D.). Hr. Oberleutnant Rogalla von Bieberstein mit Frl. Jrmgard von Graaffendo1} (Schollendorf). Hr. Leutnant Curt von Goßler mit Frl. Else von Goßler (Zichtau). ÔŸ!. Pastor Förster mit Frl. Marie Gravenhorst (Nahrftedt—Kläden).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Ober-Regierungsrath Michaelis (Liegniß).

Geftorben: Hr. Wirklicher Geheimer Rath von Kusserow (Bafsenheim). Hr. Oberst a. D. und Kaminerberr Edmund Frhr. von Beaulteu - Mat- connay (Dresden). Hr, Ober-Stabsarzt a. D Dr. Badstübner (Glatz).

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Verantwortlicher Redakteur :

J. V.: von Bojanowski in Berlin. Verlag der Expedition (Sch{olz) in Berlin, Druck der Norddeutshen Buhdruckerei und Verlag! Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 3%

Acht Beilagen

‘(einschließli Börsen-Beilage). (2063)

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Montag, den 15. Oktober

1900.

M 245.

Deutsches Reich.

Nachweisung der Einnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reih für die Zeit vom 1. April 1900 bis zum

Schluß des Monats September 1900.

D 9

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Einnahme im Monat

Ober - Postdirektions - Bezirke September 1900

Hierzu Einnahme in den Vormonaten

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Einnahme in dem-

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Ueberhaupt Berlin, im Oktober 1900

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365 407 | 5 847 635 | + 517 771 | 30

Haupt-Buchhalterei des RNeihs-Schaßamts.

Bi

ester.

Literatur.

Das Jahrbuch des Deutschen Flotten-Vereins 1901 ersheint Anfang November. Das Kanzleramt des Deutschen Flotten- Vereins ist uns so weit entgegengekommen, daß es auch unseren vere ehrten Abonnenten bis zum Erscheinen des Jahrbus im Buchhandel den Bezug bet Vorausbestellung zum Vorzugspreise von 2 X (statt 2,90 46) offen hält, Zusendung der Abonnementsquittung oder diefes Ausschnittes genügt. Bei dem reichhaltigen Inhalt it der Pceis von ganz außerordentliher Billigkeit. In diesem Jahrbuch wird weitesten Kreisen ein unentbehrlihes Nachshlagematerial geboten. Vor allen Dingen dürften die Kapitel über die Laufbahnen in der Kaiser- lihen und Handel?marine, im Konsular- und Kolonialdienst viel- seitigstes Interesse erregen. Das Jahrbuch orientiert weiter über die Finanzlage der einzelnen Staaten Deutschlands; zum ersten Mal ist hier der Versuch einer einbeitlihen Finanzstatistik gemacht. Es bringt ferner Daten über den Welthandel, über die Kriegéflotten der Welt, über Handelsflotten, Rhedereien, Schiffbau, Werften, Fischerflotten, Seereht , Seemannsfürsorge, NReichspostdampfer , Rettungswesen, Sturr*warnungsdienst, Kabelwesen, Shußgebiete, Yachtsport- 2c.

Bericht über die Gemeinde-Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1889 bis 1895, Mit Abbildungen. IIT. Theil. Berlin, Karl Heymann?'s Verlag. Dieser dritte Theil, welher den Bericht über die Gemeindeverwaltung Berlins in den sechs Jahren 1889/95 abschließt, behandelt vornehmlich die offene und ge Niosene Armen- und die öffentliche Gesundheitspflege. Die lehtere

at seit 1889 einen bedeutenden Aufshwung erfahren. Bekanntlich nimmt Berlin hinsihtlih der sozialen Hygiene unter den Großstädten eine der ersten Stellen ein; allein damit die öffentlihen Woh!fahrts- einrihtungen mit der starken Zunahme der Bevölkerung Schritt halten, muß noch immer eine außerordentli rege Thâtigkeit entfaltet werden, Die Eröffnung der neuen Wasserwerke am Müggelsee, die wesentlihe Erweiterung des Rohrnetzes der Kanalisation, die Ein- führung der obligatorishen Wohnungs - Desinfektion bei. ansteckenden Krankheiten, die Eröffnung der beiden städtischen Volks-Badeanstalten in Moabit und an der Schillingsbrüke, der Heimstätte für Wöchne- rinnen bezw, brustkranke Frauen in Blankenfelde, ferner derjenigen für Brustkranke in Malchow, der vier Doppel - Flußbadeanstalten an der Lessing- und Moabiter Brücke sowie binter Mühlenstraße 50 und an der Cuv!ystraße, andererseits die Eröffnung des dritten städtischen Krankenhauses am Urban, der zweiten städtishen Irrenanstalt in erzberge bei Lichtenberg, der Anstalt für Epileptishe in Wuhlgarten

ei Biesdorf, des Friedri - Wilhelms - Hospitals und der Stechen-

anstalten in der Fröbelstraße und die Errichtung einer chirur- gischen Abtheilung im Krankenhause Moabit sind im wesentlichen diejenigen Neushöpfungen, welhe im Interesse der Gesundheits- und Krankenpflege Berlins während der Becichtsperiode aus Gemeinde- mitteln ins Leben erufen wurden. Dem Berichte sind Abbildungen E genannten Neubauten beigegeben; auch die innere Ausgestaltung perselben wird im Bilde vorgeführt. Man erhält eine Vorstellung wi den großen, rapid wachsenden Anforderungen, welche die Ent- elung Berlins an die öffentlihe Gesundheitspflege stellt, wenn

man erfährt, daß die für Berlin erforderliße Zahl von ffentlichen Krank-enbetten mindestens vier pro Tausend der Bevölkerung beträgt. Bei einer durchschnittlicher jährlißen Vermehrung der Bevölkerung um 40000 bis 50000 Seelen steigt das Bedürfnik an Krankenbetten um fast 200, mithin in fünf Jahren fast auf 1000 Betten. Unter diesen Umständen mußten die Gemeinde- behörden {hon bald na der im Jahre 1890 erfolgten Eröffnung des dritten {städtischen Krankenhauses am Urban zum Bau eines vierten mit 1000 Betten (auf dem der Stadtgemeinde gehörigen, ¿wischen dem Spandauer Schiffahrtskanal und der Seestraße gegenüber der Tegeler Forst gelegenen Gelände) s{chreiten. Ganz besondere Aufmerk- samkeit wurde in der Berichtspericd?: den zur Abwendung der Cholera- gefahr bestimmten Maßnahmen zugewandt. Auch das Jmpfwesen wurde bedeutend vervollkommnet dur die Einrichtung zahlreicher neuer Jmpf- [lokale und die Anberaumung von vier wöhentlihen Impfterminen. Als modernste sozial-bygienishe Shöpfung fei s{chließlich das NRettungs- wesen erwähnt. Seit dem Jahre 1894/95, in welchem eine Anzahl von Unfallstationen in Verbindung mit ftationären Kliniken von je 30 bis 40 Betten an geographisch vertheilten Stellen errihtet, die bis dahin nur Nachts geöffneten Sanitätswachea als Nebenunfall- ftationea mit Tagesdienft eingerihtet, mit ges{hultem Aerztepersonal und den erforderlihen Instrumentarien ausgerüstet und für den Tranêport Verunglückter oder Erkrankter 18 Wagen bereitgestellt wurden, genügen in Berlin die zur Nettung Verunglückter 2c. ge- troffenen Maßnahmen allen berechtigten Anforderungen. Wenn troßdem hin und wieder Klagen im Publikum über zu langsame Bergung eines Verunglückten laut geworden sind, fo hat dies bemerkt der Magistrat im Verwaltungsberi%t meist darin feinen Grund, daß im Fall der Noth das Publikum oft niht den Weg einzushlzgen weiß, auf welhem am s{hnèllsten Hilfe zu erlangen ift.

Der Lotse, Hamburgishe Wochenschrift für deutsche Kultur, redigiert von C. Mönckeberg und Dr. S. Hedcksher. 1, Jahrgang, 1. Heft. Hambura, Verlag von Alfred Janssen. Abonnementspreis viterteljätrlch 5 A Unter vorstehendem Titel hat eine neue Wochenschrift in Hamburg zu erscheinen begonnen, in welher sämmtlihe großen Probleme der Gegenwart, wie sie in Kunst, Wissenschaft, Ecziehung, Politik und Volkswirthschaft vor uns aufiauchzn, so tief und so gerecht wie möglich behandelt und dabei besonders die Gegenstände beleuhlet werden follen, die von Hamburg, als der Stadt des Handels und der See-Interessen, genauer als von anderen deutschen Pläßen aus beobahtet werden können. Das biéher vorliegende erste Heft wird mit einer Ankündigung von Carl Mönckeberg eröffnet, die das Programm und etnige Bemerkungen über Geist und Ton des neuen Organs, wie es den Herausgebern vorschwebt, enthält. Es wird ‘mit Deutlichkeit hervorgehoben, daß der „Lotse", unabhängig von irgend welchen Rüdk- sichten auf Personen oder Parteien, sh mit jedem, der gleich ibm an der deutshen Kultur mitarbeitet, freimüthig auseinanderseßen und auch demjenigen Gelegenheit zur Aussprabe geben will, der zurch Charakter und Geshmack si{ch gänzlih von dem Standpunkt der Herausgeber des „Lotsen“ entfernt. Sodann legt Professor Alfred Lichtwark in einem Wünsche" übershriebenen Artikel ausführlich dar,

welhe Erwartungen man in weiten Kreisen an das Erschein:n einer hamburgishen Wochenschrift für deutshe Kultur knüpfe; er malt es fich aus, wie der „Lotse* für Hamburg und für alle germonischen Länder eine außerordentliche Bedeutung gewinnen könne, indem er das Studium der modernen Grofßstadt zu seiner besonderen, ibn vor anderen Zeitschriften aus8zeihnenden Aufgabe mae. Die beiden nächsten Arbeiten enthalten Studien von Professor Gustav Shmoller über „Das Wesen der wirthschaftlichen Konkurrenz“ und von Professor Kurt Breysig über den „Jmperialismus3 unserer und alter Zeiten“ ; sie umfassen je ein Kapitel und werden im zweiten Hefte fortgeseyt werden. Die Lyrik ist bezeihnenderwetise durch zwei Hamburger yver- treten : Dtto Ernst und Gustav Falke, von denen jeder ein carafkte- ristishes Gedicht keigesteuert hat. Besser, als es ein Nachruf vermocht bâtte, zeigt der im „Lotsen“ zum ersten Mal veröffentlihte Entwurf einer Vorrede zu einer neuen Ausgabe der , Geburt der Tragödie“ (vermuthlih aus dem Anfange des Jahres 1888), was die deutsche Kultur an Friedri Nießsche gehabt hat. Daran {ließt si eine feinsinnige Untersuchung des „Zeichenunterrihts als ästhetishen Erziehungsmittels*; ihr Ver- fasser, Joseph Folnesics in Wien, bekämpft mit warmem LBerständniß für die Kinderseele die üblihe Art, wie in den Schulen dem Kinde die Lust, mit dem Stift zu fabulieren, ausgetrieben und ihm das Lesen und Produzieren systematisch abgewöhnt werde. Das Heft {ließt mit einer wissenscaftlih ruhigen Betrachtung des in Ham- burg ausgebrochenen Kampfes zwischen. Unternehmern und Arbeitern ; diese stammt von Dr. Heckscher und veranschauliht, in welcher Weise der „Lotse* Stellung zu den Tagesfragen zu nehmen gedenkt: es wird nicht dec cinen oder der anderen Partei grundfäßlih Recht gegeben, fondern nvr ausgesprochen, wie nah der Meinung des Verfassers beide Par- teten im Interefse Deut|{chlands hätten handeln sollen und ferner handeln sollten. Auf der inneren Umnschlaaseite findet sh ein Verzeichniß vieler Künsiler und Gelehrten, die am „Lotsen“ mitarbeiten werdea. Außer- dem werden aus der Menge der während der nähsten Wochen im „Lotsen“ erscheinenden Arbeiten einige vielversprehende hervorgehoben : Detlev von Liliencron bringt einen neuen Poggfredkantus, Professor Adolf Wagner einen Auffay über „Jndujstriestaat und w-ltwirth- schaftlihe Entwickelung", Professor Schneegans über „die gegens- wärtige Stimmung des MNMeichslandes*, Gustav Shiefler über „die Griffelkunst in Hamburg um die FJahrhundert- wende“. Profissor Adler wird sh über „Bismarck als Kolonial- politifer“, G. F. Morawe über „Darmstädter Kulturpläne“ vernehmen lassen. VBildende Künstler, wie Peter Behrens, Momme Nissen, Hermann Obrist und Paul Schultze-Naumburg, werden neben den Dichtern Otto Ernft, Gustav Falke, Ilse Frapan, Wilhelm Holzamer, Peter Rosegger, Hugo Salus, Wilhelm von Scholz und Paul

Wertheimer zu Worte kommen.

Der Kunstwart. Rundshau über Dichtung, Theater, Musik und bildende Künste. Herausgeber: Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg D. W. Callwey in München. Abonnementspreis vierteljährlih (6 Hefie) 3 A Am 1. Oktober hat dieses vornehme Organ allseitiger kTünstlerisch:r Kulturbestrebungen seinen 14. Jahrgang begonnen, in welhem, wie der Verlag mittheilt, die Zeitschrift ihr Programm, nicht nur über Kunst zu 1eden, sondern dur ausgewählte Proben aus Dichtung, Musik, bildender und angewandter Kunst au Gutes zu zeigen, noch befser als bisher zu erfüllen suchen wird. Aus dem reihen und vielseitigen Inhalt des ersten Heftes heben wir die folgenden Beiträge hervor: „Deutsch und französisch“ vom Herausgeber; „Die [yrishe Frage“ von Adolf Bartels; „Musikfeste* von Richard Batka; „Hugo Wolf’'s Spanisches Liederbuh* von K. Grunsky; „Kultur- arbeiten“ von Paul Schhulge-Naumburg. Lose Blätter: Gedichte über „Che“ von Ferdinand Avenarius. Rundschau: Konsequenz und feste Führung; Ein Got!1shed-Denkmal; „Grete Baldauf, die neue Volkédichterin!“; Wie’'s gemacht wird: Hermann Heiberg ; Von den Berliner Theatern: Zensur, Ibsens „Bund der Jugend“, Sezessionsbühn-; Münchener Theater: Drey?zr?'s „Liebes- träume“; Der Chorgesang im evangelischen Gottesdienste; Zwischen Bayreuth und München; „FriedriÞh Wicck* von V. Ioß; Gott und Mens in der Kunst; Bom „langweiligen, [lehmbraungraugrünen Spaye“ ; ZweckEmäßige Blumentishe; Zum Ende des „Pan“. Als Notenbeilage: „In dem Schatten meiner Locken“ aus Hugo Wolfs eSpanischem Liederbu§“; als Büuderbeilagen: Max Klinger, „Prometheus“ und „Gigantenkampf*“ aus der „Brahms-Phantasie“; Bom guten und s{lechten Bauen, Abb. 1—6; als Terxtbilder: zwei Blumentishe von O. Schwindrazhetm.

Land- und Forstwirthschaft.

Zu dem am 11. und 12, d. M. in den Räumen des Instituts für Gährungsgewerbe in Berlin vom Verein „Versuhs- und Lehr- anstalt für Brauerei“ unter Mitwirkung der Deutschen Landwirthschafts- Gesellshaft veranstalteten Preisbewerb für Gerste und Brau- weizen, welher durh ein aus 12 Vertretern der Wissenschaft, des Handels, der Brauerei und Mälzerei sowie der Landwirthschaft gebildetes Preisgeriht mit Herrn Professor von Eckenbreher an der Spitze ge- leitet wurde, waren im Ganzen 165 Muster von Sommergerste, 14 von Wintergerste und 15 von Brauweizen eingesandt. Es gelangten ins- gefammt 13 erste Preise von je 100 4, 19 zweite Preise von je 60 4, 20 dritte Preise von je 30 4 und 32 Anerkennungen zur Vertheilung. Die Zuerkennung der Preise erfolgte ohne Kennt- niß der Namen der Aussteller für jedes in Betraht kommende Anbaugebiet gefondert. Zugelafsen waren nur ganze Zentnermuster von den Preisbewerbern in diesem Jahre selbst gebauter Gersten und Weizen. Die mit ersten Preisen auszgezeihneten Gersten konkurrierten außerdem untereinander um den Siegerpreis, welher in einer vom preußishen Landwirthschafts - Ministerium- geftifteten silbernen Staatsmedaille bestand. Dieselbe fiel dem Besißer des Dominiums Ludwigsdorf bei Leutmannsdorf in Shlesizn, . Herrn Dr. von Websky zu, der bereits im Vorjahre den Siegerpteis für seine Gerste davongetragen hatte. Eine besonders bohe Anjahl* von Preisen 5 erste, 5 zweite, 7 dritte Preise und 16 Anerkennungen- errang die mit 46 Mustern betheiligte Provinz Sachsen. Je éin L, IL. und IIT. Preis und 3 Anerkennungen entfielen auf die vot geführten Brauweizenmuster.

Anbauflächen der Zuckerrüben im Jahre 1900

in Oesterreich.

Das österreihishe Ackerbau-Ministerium hat, wie alljährlich seit dem Jahre 1893, fo auch in diesem Sommer eine proviforishe Er- hebung der dem Zuckerrübenbau im Jahre 1900 gewidmeten Flächen veranlaßt, deren Ergebniß in Nacstehendem mitgetheilt wird. Nah dem Resultat diefer Erhebung beträgt im Jahre 1900 die gesammte, mit Zuckerrüben bebaute Fläche 239 967 ha, hiervon entfallen auf Böhmen 150600 ha oder 62,8%, auf Mähren 73 315 ha oder 31,4 9%, auf Niederöfterreich 7791 ha oder 3,2%, auf Galizien 3159 ha

oder 1,3 9% und auf Schlefien 3002 ha oder 1,3 9%. i

Gegenüber dem definitiven Erhebungsörefultat des Jahres 1899 (243 392 ha) weist das Jahr 1900 bei der Anbaufläche eine Gesammt- verminderung von 3525 ha oder von 1,4% auf. Jm Verglei zum Tiefstande des Jahres 1895 (206 585 ha) if das diesjährige Areal um 33 382 ha größer, gegen den bêöchsten Stand des Jahres 1894 (286 353 ha) aber um 46 486 ha geringer.

Im Vergleih zum Vorjahre hat \sich die Tendenz zur Ein- shränfung des Zuderrübenbaues fast allgemein geltend R und zwar ift die Reduktion der Fläche relativ am stärksten in Sl