1900 / 256 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Herzoglich sachsen- Oie Staats-Minister von Helldorff ist von Berlin abgereist.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Gefion“, Kommandant: Fregatten- Kapitän Rollmann, heute von A E Hongkong in See gegangen.

. M. Dorpedoboot „S 91“, Kommandant: Oberleutnant zur See Püllen, ist heute in Hongkong angekommen und will am 27. Oktober wieder in See gehen.

S. M S. „Wörth“, Kommandant: Kapitän zur See Borenhagen, ist gestern in Taku eingetroffen und an dem- selben Tage nah Tschifu in See gegangen. ;

S. M. S. „Tiger“, Kommandant: Korvetten-Kapitän von Mittelstädt, ist heute in Tschifu angekommen und beabsichtigt, am 29. Oktober nah Taku zu gehen.

Bayern.

Auf das in der gestrigen Nummer d. Bl. mitgetheilte Hand- schreiben (niht „Telegramm“, wie „W. T. B.“ irrthümlich gemeldet hatte) Seiner Königlihen Hoheit des Prinz-

egenten hat der Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst erwidert:

„Eure Königliche Hoheit bitte ih, meinen ehrfurhtsvollen Dank für die huldvollen Worte entgegennehmen zu wollen, die Eare König- liche Hoheit aus Anlaß meines Nülcktritts vom Amt des Reichs- Tanzlers an mi zu rihten die Gnade gehabt haben. Jh bin glüdck- lih, daß meine amtlihe Tiätigkeit Allerhöchstderen Zufriedenheit erworben hat und daß Eure Königliche Hoheit davon überzeugt find, daß ih die Zugehörigkeit zum engeren Vaterlande nie verleugnet habe und, soweit es in meinen Kräften stand, die Rehte und Jnteressen Bayerns zu wahren bestrebt gewesen bin,“

Oesterreich-Ungarn.

Zwischen der katholishen Volkspartei und den Chrij1tlih-Sozialen im deutshen Südtirol ist, wie dem „W. T. B.“ aus Wien gemeldet wird, ein Wah[- kompromiß abgeshlossen worden, nah welchem jeder Partei e zwei Mandate zufallen sollen. Das Mandat des Freiherrn

i Pauli wurde den Christlih-Sozialen überlassen und dieser somit fallengelassen. Der Fürstbishof von Brixen soll dem Kompromiß seine Zustimmung ertheilt haben.

Die Parteileitung des verfassungstreuen Groß- grundbesißes von Tirol hat, den Wiener Blättern zufolge, bekannt gegeben: Zwischen den Delegirten der deuts ch- fortschrittlihen und der deutsch - konservativen Gruppe des Tiroler adeligen Großgrundbesißes sei folgende Einigung erzielt worden : Bis Ende des Jahres 1910 würden beide Gruppen bei den Reichsraths- und Landtags- wahlen gemeinsame Kandidatenlisten aufstellen. Die Ratifizierung dieses Kompromisses bleibe den Wählerversamm- lungen beider Gruppen vorbehalten.

Nach einer Meldung des „Ungarischen Telegr.-Korresp.- Bureaus“, hat die Munizipalvertretung von Budapest am Mittwoch beschlossen, eine Petition an die Regierung zu übersenden, in welcher um die Errichtung eines selbständigen ungarischen Zollgebiets gebeten wird.

. Frankreich.

Gestern Abend traf die Mission Foureau-Lamy auf dem Postdampfer „Ville de Pernambuco“ in Bordeaux ein. Ein Bataillon Jnfanterie erwics derselben die militärischen Ehrenbezeugungen. Ansprachen wurden, dem „W. T. B.“ zu- folge, von dem Obersten Sylvestre im Namen des Präsi- denten Loubet, von dem General Persin namens des Kriegs-Ministers und von dem Forschungsreisenden Brazza gehalten. Die Bevölkerung bereitete der Mission eine begeisterte Aufnahme.

Portugal.

Die Neuwahlen zur Deputirtenkammer sind, wie „W. T. B.“ meldet, für den 25. Januar 1901 anberaumt worden.

Niederlande.

Wie „W. T. B.“ aus dem Haag erfährt, ist daselbst amtlich bekannt gegeben worden, daß die Königin und die Königin-Mutter sich am 1. November d. Y. nah Lensahn (Schleswig-Holstein) begeben würden, wo Allerhöchstdieselben bei dem Großherzog von Oldenburg mit der Familie des Herzogs Heinrich zu Mecklenburg zusammentreffen würden. Halbamtlih werde bestätigt, daß die Vermählung der Königin in der zweiten Hälfte des Januar k. J. statt- finden werde.

Die Regierung hat heute, wie das „Reuter’she Bureau“ meldet, den Ka mmern drei geheime und vertrauliche Depeschen unterbreitet, welhe der Minister des Auswärtigen im Jahre 1899 durch Vermittelung des holländischen General- Konsuls an den Präsidenten Krüger gesandt hat. In der erften, vom 13. Mai 1899, theilte der Minister dem Prôsidenten mit, daß Nachrichten aus verschiedenen Haupt- städten ihn glauben ließen, daß eine gewaltsame Lösung in Afrika zu befürchten sei. Als treuer Freund rathe er dem Prâsidenten Krüger, in dem wahrhaften Jnteresse der Republik fh so versöhnlich und maßvoll als möglich zu zeigen. Ec fügte hinzu, aus siherer Quelle wisse er, daß die deutshe Re- gierung diese Meinung durchaus theile. Der Präsident Krüger erwiderte, daß er stets versohnlich gewesen f und den Krieg niht wünsche, daß er aber die Unabhängigkeit der Republik nicht hinopfern fönne. Er fönne sehr wohl das Wahlrecht einräumen, aber er könne nicht dulden, daß die Engländer Unterthanen der Königin von England blieben und nichts- destoweniger das Wahlrecht in der Republik erhielten. Jn der zweiten Depesche vom 4. August 1899 rieth der niederländische Minister des Aeußern dem Präsidenten im Interesse seines Landes, den britishen Vorschlag der Einseßung einer

ernationalen Kommisfion nicht rundweg bude Der ; Krüger antwortete, es handle sih nicht um eine nternati sondern um eine britisch - transvaalische ommission, Er werde England um nähere Mittheilungen über ie Bedeutung des Vorschlages ersuhen und denselben nicht i Schließlich stellte der niederländische Minifter in einer Depesche vom 15. August 1899 fest, daß die deutsche Regierung vollkommen die Meinung theile, daß es rathsam sci, den britischen Vorschlag nicht zurückzuweisen, und bemertte bam, bie deutsche Regierung sei gleich ihm davon über-

S alis 4 E Ai De IPOUiTIA zuru meien.

zeugt, daß jeder Schritt bei einer der Großmächte in diesem sehr kritishen Augenblick ohne jedes Ergebniß und für die Republik sehr gefährlih sein würde. Der Präsident Krüger antwortete darauf, der britishe Vorschlag würde die ganz direkte Einmischung der Engländer in die inneren An- gelegenheiten der Republik zur Folge haben, und erkiärte noch, daß er nicht dic Absicht habe, an cine Großmacht zu appellieren. Türkei.

Der General-Adjutant des Sultans, Baron von Brock- dorff -Pascha ist, einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge, gestern in Konstantinopel gestorben.

Numänien. Wie dem „W. T. B.“ aus Bukare s berichtet wird, ist in dem amtlichen Blatt ein Königliches Dekret veröffentlicht

worden, durch welches das Schwurgericht für den 12. No- |

vember n. St. zu einer außerordentlichen Session einberufen wird, um gegen die der Ermordung rumänischer Staats- angehörigen beschuldigten Bulgaren das Urtheil zu fällen.

Amerika.

Wie der „Times“ aus New York gemeldet wird, hat der Kriegssekretär Noot gestern in Canton (Ohio) eine Rede zur Präsid entenwahl gehalten, in welcher er die von Bryan erhobenen Anklagen gegen die Politik des Präsidenten Mc Kinley besprochen und sie gegen Bryan zu kehren verstanden habe; namentlih habe er die Arbeiter darauf aufmerksam gemacht, daß Bryan's „Silberprogramm“ die Bedingungen, unter denen es ihnen jeßt gut h zerstören, die Löhne verringe:n, die Jndustrie ein}hränken undo den Unternehmungsgeist lahmlegen werde.

Asien.

Der General-Feldmarschall Graf von Waldersee und der deutshe Gesandte Dr. Mumm von Schwarzenstein besichtigten, wie „W.T.B.“ aus Peking meldet, am Dienstag den ganzen Kaijerpalast. Die Besichtigung erfolgte in Be- gleitung des Stabes des General-Feldmarschalls, des Gesandt- \chaftspersonals und unter Eskorte von zwei Kompagnien Secsoldaten.

Die deutshen Truppentransportshiffe „Roland“ und „Arcadia“ sind am 24. d. M. inSchang hai eingetroffen. Die auf dem Dampfer „Krefeld“ nah Ost-Asien beförderten 9. Kompagnien des 1. und 2. Ostasiatischen Jnfanteri e- Regiments sind in Shanghai gelandet worden, wo sie die bisherige deutshe Garnison, die 1. und 3. Kompagnie des 1. Ostasiatishen Jnfanterie-Regiments, ablösen.

Nach einer in Berlin eingetroffenen amtlihen Meldung aus Tsingtau fand am 23. d. M. im Gebiet von Kiaut- shou ein Zusammenstoß zwishen deutshen Truppen und aufständishen Chinesen stait. Zwei südwestlih von Kaumi belegene, umwallte und energisch vertheidigte Dörfer wurden genommen. Das deutsche Detachement hatte keine Verluste, die Chinesen eine größere Anzahl von Todten und Verwundeten. Die deutschen Truppen kehrten nah eincm zwölfstündigen Marsch und Gefecht in vorzüglicher Verfassung nah Kaumi zurü.

Der französishe Gesandte in Peking Pichon hat, wie dem „W. T. B.“ aus Paris berichtet wird, in einem Telegramm aus Peking vom 22. Oktober gemeldet: Jh habe ein Schleimfieber glücklih überstanden, welches mir aber immer gestattete, mih bezüglih der in Frage stehenden Angelegenheit auf dem - Laufenden zu halten. Nach Ansicht der Aerzte braucht man über meinen Zustand keine Besorgnisse mehr zu haben. Jch bespreche täglih die Geschäfte mit dem Gesandt- \chafts-Sekretär d’Anthouard und hoffe, schr bald in der Lage zu sein, persönlih die Leitung der Gesandtschaft wieder zu übernehmen.

Von dem General Gasclee sind, wie das „Neuter'sche Bureau“ meldet, Depeschen in London eingegangen, von denen die erste, datiert vom 18. d. M. aus dem Lager bei Ngan-su, lautet: „Jh gedenke morgen in Paoting-fu einzutreffen, wo die von Peking und Tientsin kommenden Truppen der Verbündeten zusammentreffen sollen. Widerstand wurde uns nicht geleistet, da die chinesishen Truppen sih zurück- gezogen hatten und wir auf Boxer nicht gestoßen sind. Der Gesundheitszustand der Truppen ist bei dec Kolonne aus Peking vorzüglih. Von dem General Campbell habe ih über die Tientsiner Kolonne nihts gehört. Vorräthe an Getreide und sonstigen Nahrungsmitteln stehen uns gegen Bezahlung im Ueberfluß zu Gebote. Die Transportoerhältnisse sind qut.” Die zweite, aus Paoting-fu vom 20. Oktober datierte Meldung lautet: „Die unter meinem Befehl stehende Streitmacht der Verbündeten traf gestern hier ein. Heute wurden an den Thoren der Stadt Wachen von briti)chen, deutschen, französishen und italienishen Truppen aufgestellt. Sämmtliche Generale der Expedition machten, begleitet von fleinen Truppenabtheilungen, einen Zug durch die Stadt. Darauf wurden die Quartiere der Occupationstruppen ver- theilt. Jh werde die meisten bcitishen Truppen im Lager halten und warte jeßt die Anordnungen des General-Feld- marschalls Grafen von Waldersee bezüglich der weiteren Schritte ab, Die Einwohner sind zumeist in der Stadt ge- bliebzn, und von Feindseligkeiten liegen keine Anzeichen vor. Vorräthe lassen sch hier beschaffen, sind aber keineswegs reihlich vorhanden.“ Eine Depesche des Generals Campbell mclvet, daß er am 19. Oktober in der umwallten Stadt Kaojanghsien angekommen sei.

Aus Tientsin vom 24. d. M. erfährt das „Reuter"\che Bureau“, daß cine aus Deutschen, Russen und Franzosen zusammengeseßte Expedition am 23. d. M. von dort abgegangen sei. Die Deutschen marschierten nah Hsiang- ho, die Russen und Franzosen nah Pao-ti. Die Kolonne zähle insgesammt tausend Mann mit zwei Geshüßen und Kavallerie. Diese Expedition sei nöthig ge- worden, um die rechte Flanke der Verbindungslinie von Tientsin nah Peking zu schüßzcn, da große Massen von Boxern, welche vor den aus Peitang und Lutai verdrängten chinesishen Truppen flüchteten, sih zwishen Hsiang-ho und Pao-ti, vierzig Meilen öitlih von Peking, festgeseßt haben sollen. Der Admiral Alexejeff ist in Tientsin an- gekommen.

Nach einem gestern in New York eingetroffenen Tele- gramm aus Tientsin vom 24. d. M. ist dort, wie das „Reuter'she Bureau“ berichtet, der (General Y inschang unter amerikanischer Eskorte auf der Reise nah Peking angelangt. RKaiserlih chinesische Truppen sollen, wie gemeldet werde, südlih von Tientsin gegen Boxer operièren, ohne daß ihnen seitens der Verbündeten Hindernisse in den Weg gelegt würden.

E MERD E E P SE A A O E EE E E

Von dem französischen Konsul in Tschifu is in Paris eine Meldung vom 23. d. M. eingetroffen, wonach der Gouverneur von Schantung ein Telegramm erhalten habe, in welhem ihm amtlih das Ableben des Groß-Sekretärs Kang-yi mitgetheilt worden sei. ,

Der französische Konsul in Hankau berichtet unter dem 23. d. M., daß auf seine Anregung ein Kaijerliches Dekret zum Schuße der italienishen Missionare in Schensi erlassen worden sei. Die Beamten dieser Provinz würden für jede Ruhestörung verantwortlih gemacht und müßten die Soldatea, welh: Gewaltthätigkeiten begingen, so-

‘fort hinrichten lassen. Die Zahl der italienishen Bischöfe, Missionare und Ordensbrüder betrage ungefähr 60.

Die Londoner Blätter melden aus Schanghai, daß die Zollbehörden einen Plan für die Zahlung der Ent- \hädigungen scitens Chinas an die Mächte ausgearbeitet hätten; danach sollten die Seezölle um 10 Proz. erhöht werden mit einem weiteren Zuschlag von 5 Proz., de: an Stelle der Likinabgaben treten solle; auf diese Weise würden 50 Millionen Pfund Sterling aufgebra cht werden können.

Der „Times“ wird aus Schanghai gemeldet, man sei

¡ in dortigen gut unterrichteten Kreisen der Meinung, daß die

militärische Lage in der Yangtse-Gegend unhaltbar werde: Vorräthe, Waffen, Munition; Nahrungsmittel und Geld würden noch immer in großen Mengen vom Yangtse aus nah dem Kaiserlichen Hofe gevraht. Die chinesishen Truppen daselbst und im Norden von China würden unter dem Kom-

¡ mando europäish ausgebildeter Unteroffiziere eifrig eincxerziert

und im Schießen geübt. Die Ecnenanung Yütschang's zum Gouverneur von Hupe sei eine offenbare Beleidigung der auswärtigen Mächte. Diese von fremdenfeindlihem Sinn zeugende Ernennung beweise, daß die Friedensverhandlungen in Peking lediglih zu dem Zweck geführt würden, Zeit zu gewinnen.

| Die „China Affsociation““ und die Presse in Schanghai habe die

britische Regierung wiederhoit ohne Ecfolg gewarnt, daß die Politik der Unthätigkeit äußerst gefährlih werde. Wenn diese Politik weiter verfolgt werde, so würden die Vize-Könige im

j Yangtsethale, welche nicht immer in abwartender Haltung ver-

bleiben könnten, sih bewogen fühlen, auf die Seite der Reaktionäre zu treten. Um der Lage gerecht zu werden, seien noch 10 000 Mann nöthig.

Aus Hongkong vom 25. d. M. liegen folgende Tele- gramme des „Reuter'shen Bureaus“ vor:

Der dortige Gouverneur habe die Mittheilung erhalten, daß 400 Dorfbewohner aus der Nachbarschaft . von Samtotschau im Distrikt von Kweischin die Rebellen in Pengkok angegriffen hätten. Die Angreifer hätten 200 Todte verloren. Der Verlust der Rebellen betrage 400 Mann. Später hätten die Redellen zwei Dörfer größtentheils niedergebrannt. Eine Truppenabtheilung von 2000 Mann sei den Dorfbewohnern am 21. Oftober zu Hilfe gesandt worden und am 22. Oktober mit den Rebellen zusammen- gestoßen. Ueber den Ausgang des Gefechts sei noch nichts bekannt.

Der Admiral Ho sei mit 2000 Mann nah Wongkon g

zurückgekehrt, vorher habe er Schantschautin und Ma- lautau in Brand gesteckt und 600 Mann in Pingschan Nen: Augenscheinlih beabsichtige er keinen weiteren Vor\ioß, da die N-bellen sih aus seinem Amtsbereich zurü- gezozen hätten. Die Rebellen in der Nachbarschaft von Yungf a seien 3000 Mann stark. __ Nah Berichten aus Liu tschau hätten die Boxer, nachdem se in der Stadt ihre Plakate angeschlagen häiten, in dec amerikanishen Mission Requisitionen vorgenommen, ohne jedo dieselbe zu zerstören. Man nehme an, daß den Erhebungen am Ostfluß, am Nordfluß und în Kwangsi derselbe Plan zu Grunde liege, und daß sie den Sturz der Mandshu-Dynastie bezweckten. Allein die Meldungen seien so widersprehend, daß es schwer sei, der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Die Weiterentwickelung der Dinge werde mit lebhaftestem Jnteresse und großer Besorgniß verfolgt. Man glaube in Canton, die Erhebung am Ostflusse werde niht leiht unter- drückt werden, weil die chinesishen Behörden die Sache niht ernst nähmen und nur 6 bis 700 Mann gegen die Rebellen ausgesandt hätten. Wie berichtet werde, solle der Stellvertreter des Mandarins von Kweischin entsandt worden jein, um die Rebellen zu zerstreuen, erc sei aber gefangen ge- nommen und enthauptet worden. Die Meldung werde in Canton geglaubt.

Nach Meldungen aus Wutschau sei die Reisernte in der ganzen Prooinz Kwangsi mißrathen, und Räubereien sowie Plünderungen kämen an den verschiedensten Stellen der Provinz vor. Es werde sicherlich eine Hungersnoth ausbrechen.

Afrika.

Das britische Kriegsamt meldet, der Feldmarschall Lord Roberts hoffe, etwa am 15, November Süd-Afrika verlassen zu Tonnen.

Aus Kapstadt berichtet das „Reuter’s{he Bureau“, daß der General French gegen Heidelberg vorrüde und täglich Scharmüzel zu bestehen habe. Der Oberst Hurst mit der Yeomanry habe 35 Burea gefangen genommen und viel Vieh erbeutet. Der Oberst Paget have in 3 Tagen 65 Gefangene gemacht.

Aus Colesberg meldet dassclbe Bureau, Philippolis, welhes von den Buren angegriffen und, nachdem es mehrere Tage gehalten worden war, erobert worden sei, sei in der Nacht zum 25. d. M. von der Yeomanry in Verbindung mit zwei anderen Abtheilungen zurückerobert worden. Es seien daselbst Buren in erheblih:r Stärke angetroffen worden. Wie gemeldet werde, hätten dieselben shwere Verluste erlitten. Eine Anzahl Burenfrauen aus Jagersfontein solle Colesberg auf der Eisen- bahn passiert haben; sie seien von dort weggebrachht worden, weil ste den Feind unterstüßt hätten.

Statistik und Volkswirthschaft.

Stiftungen von deutshen Arbeitgebern zu Gunsten ihrer Angestellten und Arbeiter ‘sowie für gemeinnügige Zwede im 3. Quartal 1900.

Das 3 Heft des „Arbeiterfreundes*, Organs des Zentralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, bringr eine Zusammenstellung derjenigen Spenden, die voa Jult bis September 1900 innerhalb des Deut’'chen Nethes von Arbeitzebern und von Attlengesellshaften zu Gunsten ihrer Angestellten und Arbeiter sowte für gemeinnügtge Zwecke gemaht worden sind. Ferner sind in die Zusammenstellung die Schenkungen, Stiftungen und Vermächinisse mit aufg?nommen, welche einen jozialen odec charitatioen Charofter tragen; selbst die fletneren derartigen Zuwendungen von 1000 A an sind nicht übersehen worden. Es ist eia exsreulihes Zeichen einerseits steigender

MWohlhabenkbeit,

ten leb achsen sind.

nternehmer industciellen iters: und Uaterstüzurgsfassen } j ein Stamm anhängliher uad tüchtiger Anspruch auf die Unterstügung aus der- Einzelne erst durch jahrelangen Dienst. die cine Zusammenfafssung der einzelnen

stattung von

afür sorgen, ba Arbeiter daf «fh ß gewinnt der n Tabelle, h iterfreundes" ausge.äblten im Mark festgelegt ‘worden, Den

eute bildet; Tetigen Kassen Nach der untenstehende in ber » l

tellt, find für den K über 5 Mill.

der Endsumme von ca. 11 Prämien , i Ob diese Zuwendungzn überhaupt sollen,

doch

hilden die gemaht werden diese Ausgaben heitimmte Prämien Aufzählung hätten etner die „Schenkungen“.

5 ewendet worden, der As Der inneren Mission sind Banquiers und anderer Freunde eine halbe Die Posten für andere Zroelke, z. ernährung oder Kinderfürsorge,

743 000 M

andererseits Feigenden

ole Zuwendungen zu etner “a N Besonders zu begrüßen ift M un

Ghrentafel“ des „Arbe

angeführten 1 eingehend-ren Erklärung Der Kranken- 2c.

dur Grsind«ng

genannten Zweck

Mill, Mark. Gratififationen 2c darf wohl

bedeuten. Auch Gutschriften

gegenüber in ziemlih bescheidenen Grenzen. Die Z1isammenstellung von Zuwendungen,

der Schriftleitung des fol¿endz8 Bild: SHenkungea

entfíaüen

Pensions- und Unterft sowie Stiftungen

Der uad Stiftungen sowett sle festgestellt werden konnten,

„Arbeitertreundes" gelangt sind, ergiebt danach Gesammtbetrag der außerordentlichen im IIL. Vierteljahr 1900 beläuft sich,

auf 11

yon Arbeit- gebern und Privaten Mk liungsfonds, für Werks-

beamte, Arbeiter und deren ‘Ans

gehörige Prämien,

wohlfahrt2zwecke Gemeinnüßige Zwecke Kinderfürsorge . Altenheime, Spitäler,

stüßung Kcanken-

ide O E Vo!ksküchen

Erholunasstätten, Volfsparks

Blindenfürsorge . Obdachlosen- und fürsorge L

MWohnungsfücsorge .

Erziehungds- und Unterrcichtszwede .

Kirchliche Zwecke Fnnece Mijsion . Armenunterftüßung Kunstpflege, Museen,

Da no kein O

über derartig? Zuwend lien Kenntniß zu bringen, dienendes Unternehmen, e Damit möglichste Vollständigkeit der Zus wäre es sehr erwünscht, daß die i Material der Schriftleitung des „Arbeit

Zur Arbeiterbewegung. meldet „W. T. B.“ vom gestrigen

Aus Len s (Kanton Wallis) 4 1 Bergwerks - Gefsellshaft von

Arbeiter Dourges beshlossen haben,

Tage, daß die

Zum Ausstand

Kohlenrevier (vergl. weiter, daß derselbe in Hazleton, sow

kommen, welche bie

ist. In den Bezirkeo, in denen soll die Arbeit am nächsten Montag

Kunst und Wissenschaft.

Ihrer Majestäten des Kaisers und der Denklmalsgruppen in der Joachim Friedrich und V

In Gegenwart

Kaiserin find heute zwet neue -

Sieges-Allee, d des Königs Schon kurz nah

Friedrich elm 9 Uhr zrüdckten die Zhüler

Gymnasiums, das aus der vom Kurfürsten

1 161 000

Gratifikationen, j nit tatutarisch: Gewinnantheile . . Nicht besonders bezeichnete Arbeiter-

33 000

200 000 552 000 204 500

G0 S

Altersunter- L 335 000

und Verwundetenpflege, Genesenenfürsorge, Wöchnerinnen-

1 208 700 4 000

50 000

29 263

1 000

10 000

64 300 995 380 502 000 107 500 743 000 5 431 143

‘Entlafsenen-

.

Denkmäler :

rgan es siy zur Aufgabe geïtellt hat, das Material ungen zu sammeln, zu sihten und zur óffents ift es gewiß ein aliseitige Förderung ver- der „Arbeiterfreund“ sich widmet. ammenstellung erreicht wird, versHiedenstcn Faktoren das betreffende ersreundes“ mittheilten.

welhem

der

im

Forderungen der die

ie des Kurfürsten Wilhelm

gründeten Fürstenshule hervorgegangen it,

eshlofsenem Zuge an und n bülten Standbild des Kurfürsten darauf ersien mit klingendem Spiel ci (ecstea Pommerschen)

Wilhelm I1V., Often mit troffen war.

Die

jenigen Friedrich Wilhelms 1V., în

ordneten

der Front Stettiner und des Reaiments, Die näßst am

waren u. A. der Reichékanzler Graf Dr. Gtudt Geheime Ober-Regierungsrath

Dr. von Miquel,

kabinets,

Wirkliche

des Marinekabinets, Vize-Admiral Fretberr der Ober-Hofmarschall Graf zu Graf von Wedel, der Ober- Polizei-Präsident von Windhetm, und der Bürgermeister Brinkmann.

gesammte Oisfizierkorps des genannten Einladung

auf besondere

der Neg :

Sie nabm vor der zweiten der Parade erschienenen ehemaliger

Denkmal des Kurfürsten Jo

Grenadier-Regiments unter

imentskapelle und der Fahne

fh die Vereins Ghrengâîte

Berliner geladenen

und

Geheime Rath Dr.

verschieden?

Gruppen in Büsten dargestellter Personen,

Johann von Löben, des Bildhauers Rauch und des Humboldt fahrt Ihrer Kaiserlichen Kaifer

Morgen,

Alexander von Majestät

der lichen

„Guten

Um 10 und begrüßite :

Fungens!“ die

thalshen GymnaAums, die mit etnem. Majestät!“ und mit brausenden Hochrufen

sodann die Enthüllung der Gruppe

riedrih. Seine

ffizin von W. Büxenstein hergestellten

Standbildergruppen

des Ministeriums der

des

Majestät der Kaiser

Aen Wi

und den photographische Aufnahmen der

Seine Majestät gab sofort Befehl, hundert Gremplare deu Primanern des Gymnasiuins und den Offizieren und Unterosfi selbst, eia / Miitelpunkt das

zu lberweisen.

Hohenzollernschen

Die Norbert Pfreyschner,

Gruppe hat zum

Kurfürften Joachim

G-:me

bezweifelt meist usancenmäßize

die zum on Z bedurft vor threr Einstellung in Pflege find über 1.2 Millionen Kunstpflege, den Museen, Denkmälern 2c. in Dresden seiteas einiger Million Mark zugeflossen. B. armenpflegerishe, für Volks- halten sich den {bisher angeführten

in den Ausstand nordamerifanischen Nr. 249 d. Bl.) meldet das genannte Bureau - Gesellshaften in Frage Arbetter erfüllx haben, beendet Ordnung wiederhergestellt ift, wieder aufgenommen werden.

eit die

ahmen in langer Fr r de sen Joachim Friedrich Aufstellung. Bald ne fombinierte Kompagnie des

dem Kommando des Hauptmanns von

ahim Friedrich. : f von Bülow, die Staaté-PVlinister Freiherr von Nheinbabes, der Dr. Shmid von Lucmus,

Eulenburg, Hofmeister Freiherr von , der Ober-Bürgermeifter Kirschner Ferner waren erschienen das Grenadier-Regiments

Ubr Königlichen zunächst

lauten nabm hier zugleich den in der „Amtlichen Führer dur die

Map der Steges-Allee“ entgegen, der au! Veranlassung Angelegenheiten herausgegeben ilt

¡teren der Eßren-Kompagnte

insinnes, daß in den ftattlichen Höbe heran- daß die große fortlaufende Aus- für Beamte und

Posten dar- verflossenen Viertel- also fast die Hälfte zweitgrößten Posten mit ca. Mill. hier hätten namhaft werden, da Gewährungen oder vielfah in der „Dispositionsfonds“

soweit sie zur Kenntniß

024281 M Hiervon

von Aktien- in gesellschaften Summa

Mi Mi

3 973009 5 134 009

1919286 1252289 353 496 553 496 6 000 558 500 204 500

335 000

210 200 4 000 50 000 29 263

1 000

39 111

75 037

925 380

502 000

107 500

743 000

5 593 138 11 024 231.

zu treten. ; i Anthracits-

enthüllt worden. des Foacimêthalschen äIoaczim Friedrich ges mit ihrer Schulfahne in Front vor dem noch) ver-

2 König Friedrich der aus Stettin einge- Denkmal sgruppen, der- Aufstellung. Hinter Abhordaungen des Kameraden des fich zu- Zugezen

Nr.

ver}jammelten

des Ziyil- der Chef von Senden- Bihran, der Ober-Stallmeifter Mirbach, der

t, der Chef

sowie Nachkommen in den und zwar des Kanzlers Naturforschers An-

ene

erfolate die Majestäten. mit einen freunde Schüler des Joachims- „Guten Morgen, antworteten. Es folgte Kurfürsten Joachim

Standbilder [chnüdcken.

Werk des Bildhauers

wle in &n-r reien spanisch - dntshen H ftraYt mit Federbarett und furzem Mantel ecsheint. Der Pfeiler, an den \ich der Kurfürst anlehnt, ist bek:önt mit dem Baumodell der von ihm gegründeten Joachimsthaler Fürstenschul», vora

zeigt ih das Relief eines Spre-kahns mit s{wellenden Segeln

als Wahrzeichen des von dem Fürsten erbauten Finowkanals, Die Nebenfiguren sind zwei Büsten. Die eine zeigt den Kopf des ersten Ministers Johanns von Löben, mit Spißbart und langem Haar. Als ein bebäbiger Typus ersh-iat sein Bealeiter, Graf Hieronymus von Sli, der Jugendfceund und Kanzler des Kurfürstzn Nach der Enthüllung des Denkmals des Kurfürsten Joachim Friedrich folgte die der jenseits der Charlottenburger Chaussee befindlichen Gruvpe des Köntgs Friedrih Wilhelm IV. Seine Majeität der Kaiser s{hcitt hier zunächst die Front der Ehr:nl'ompagnie ab und besichtigte dann das Denkmal, dessen Hülle inzwischen gefallen war. Der Schöpfer dieser Gcupye is Professor Karl Begas. Der Köntg i in jugendlicher Auffassung ohne Kopfbedeckung Pa und trägt die charakteristishe, fracktartige Uniform seiner Zei mit hohem Kragen, Generals\schnüren, Shärve und dem Schwarzen Adler-Orden. Der Mantel ist leiht über die Schultern aelegzt. Das Antliy des fungen Königs richtet sich nah oben. Die Nebenfiguren itellen zwei auch ia ihrer äußeren Erscheinung bekannte Persönlich- keiten dar: Alexander von Humboldt, den großen Gelehrten und Vertrauten des Königs, gind den Bildhauer Christian Rauch, den S@Phöpfer des Neiter-Denkmals Friedrih?s des Großen Unter den Linden. Bei beiden Gruppen zogen Ihre. Kaiserlichen und Königlichen Majestäten die erschienenen Nachkommen der dacgestellten Persönlichkeiten in lebhafte Unterhaltung. Am Denkmal des Königs legten der Oberst von Wedel, der Kommandeur des Grenadier - Regtments Nr. 2 und nah ihm auh die Ver- treter der beiden Kriegervereine prächtige Kränze nieder. Nach dem üblihen Parademarsch der Ehrenkompagnie verließen Ihre Majestäten, wie bei der Anfahrt von lebhaften Hochrufen begrüßt, den Play.

In der Sitzung der philosophisch-historishen Klasse Königlihen Akademie der Wissenschaften zu welche am 18. Oktober stattfand, las Herr Weinhold über die Zettyartikeln des \{lesis{chen Dialekts. Er wies die- selben in der älteren \{lesischen Literatur wie in dem heutigen Dialekt unter Vergleichung anderer deutsher Mundarten nah. Herr Tobler legte ein Werk yon Suchier, „Die Hd}. der Castilianishen Uebersezung des Codi“ (Halle 1900), vor. Der Vorsitzende legte „Kant's Gesammelte Schriften“, X1. Bd, Il, Abth.: Briefwechsel, 9, Bd. (Berlin 1900), ferner „Commentaria in Aristotelem raeca“, Vol. XII, 2, Olympiodori in Meteora ed. Gul. Stüve, und Vol. XVIIT, 1, Eliae in Porphyrii isagogen et Aristotelis categorias ed. Ad Busse (Berolini 1900), vor. : Fn der an demselben Tage abgehaltenen Sißung der physi- kalish-mathematishen Klasse der Akademie las Freiherr von Richthofen übec Gestalt und Gliederung einer Grundlinte in der Morphologie Oft - Asiens. Vom südlichen Yünnan bis zur Behringstraße läßt #ich eine Anzahl ostwärts konvexer Abfallelinien von Landstaffeln verfolgen, welche ih in einem größten Kreis anordnen. Die äquatorialen Stüde der Bogenlinien fallen mit dem innern Bau von Ost-Asien zusammen und sind seit präcambrisher Zeit vorgezeihnet; die meridionalen sind von dem innern Bau Unabhängig und durchsezen gleihmäßig verschiedene Strukturgebilde. Wahrschetnlich sind sie erst naŸ der Triaszeit ent- standen und noŸ nicht abgeschlossen. Herr Schwarz mate Mit- theilungen über cinen von ihm gefundenen neuen rein- arometrischen Beweis des Hauptsagz-s der projektivishen Geometrie. Herr Engler überreichte eine neue Lieferung feiner mit Unter- stützung der Akademie herausgegebenen Monsographien afrikaniscec Pflanzenfamilien und -Sattungen: V. Sterculiaceae Africanae, ber arbeitet von K. Shumann (Leipztg 1900). Herr van't Hoff über- reihte eine von Herrn Georg Bredia herausgegebene Uebersezung seiner drei in den „Abhandlungen der Königlich {chwedischen Akademie der Wissenschaften“ 1886 mitgetheilten Abhandlungen: Die Gesetze des ch?:mishen Gleihgewihts für den verdünnten, ga2förmigen oder gelösten Zustand (Leipzig 1900).

der Berlin,

Wie die ethnologishe Abtheilun, is auch die Sammlung vors geschichtliher Alterthümer im Museum für Völkerkunde bierselbst in den Monaten April bis Juni d. I. durch eine große Zahl von neuen Erwerbungen bereichert worden, Den „Amtlichen L 2s richten aus den Köntalichen Kunstsammlungen“" zufolge wurden derselben aus der Provinz Brandenburg als Geschenke überwtejen: pon Herrn Gutsbesitzer Hornemann in Keßin: Urnen und Beigaben der römischen Kaijerzeit von Keßin, Kreis Osthavelland, von Herrn Land- rath Baron Dr. von Saldern auf Klein-Mantek: Thongefäße_ Don Klein-Mantel, Kreis Königsberg 1. N., von Herrn Vbera fseber Hartmann in Berlin: eine Urne mit Eisennadel aus einem La Tdne - Gräberfelde von Groß-Lichterfelde, Kreis Teltow, von den Herren Dr. Brunner und Kaufmann Tschanter in _Berlin: kleine Feuersteingeräthe, Thonscherben, Bronzemesser und Thonwirtel vou Hoppenrade und Buchow-eCarpzow, Kreis Osthavelland, von Herrn Kraay jun. in Hoppenrade: ein Feuersteinbeil und zwet unfertige Steinhammzer von Hoppenrade, von Perra Maurermeister Grosse in Küstrin: ein s\lawishes Gefäß von Lebus, von Herrn VDfen- fabrikanten Klishz in Küstrin: Urnen und Beigaben aus „cinem röômish-n Gräberfelde in Küstr1i, bon Heren L-brer Rieß in Freyza- stein: ein Kupferbeil von Freyenstein, Krets W]prigniß, jon Herrn Amtsrath Pfügtenreuter in ‘Amt Wittstock: Urnen und L eizaben von Amt Wittstock und zwei Thongefäße von Nabern, Kreis Königs- bera i. N. Durch Ankauf wurde eine grôgere Sammiunz von Steins geräthen, Bronzen, Urnen u. |. w. pon verschiedenen Fundst: llen er- worben, durch Ausgrabungen im Auftrage der ( eneral-Berwaktung \lawishe Scherben von Booßen, Kreis Lebus, das Untertheil einer Urne von Ketin und kleinere Funde von Dyroß, Krets Osthavelland, Ur en und Beigaben von Zicher, Kreis Königsberg k. N. „Aus der Provin Oft p reußen wurden Brozzen, Eisengerätk und Thonge! Be aus svätheidutshen Gräbern von Clausputszen, Krets Memel 1 aekauft, aus dec Proeinz Westpreußen Steinzeitgeräthz von S ‘oße Lon!, Kreis Schwetz, und Funde aus dem slawischen Gräberfelde von Kaldus, Kreis Kulm Aus der Provinz Do mmern wurden er- worben: als Geschenk des Herrn Rittergutsbesißers3, Amtszatbs Wadn- schaffe in Rottmannshagen: zwei Armbergen und zwei Armrin. e aus Bronze von Rottmannshagen, Kreis Demmin, dur Ueberæwettung der Hafenbau-Inspektion Swinemünde: Feuercsteinipan aus dem Haff und T f 5 f. ofm 2 ¿poolt 11nd (atis Steingeräth aus der Oder, durch Ankauf: ein Bronzecelt ant 1lawische Serben von Belliug, ein Stetinhbeil von Dargiß und Feuersteinspan von Stolzenburg, Kreis Uckermünde; aus dex Pcovoinz_ P ofen dur Ankauf: eine größere Sammlung, darunter mehrere Gesicht8urnen und ein großer Depotfund von Bronzen und Eisenfachen, Fame N Sfelettgräbern von Lushwiß und aus Steinkistengräbern von Bu wig, Kreis Fraustadt; aus dec Pcovinz Sachsen als Geschenke : von Herrn prakt. Arzt Stimming in Groß-Wusterwiß [lawische Gefäß s{herben von Groß-Wusterwiß, Kreis Jerichow 11, _ n Herra Pfarrer Lemm in Stößen ein großes Nephritbeil von Stößen, Krets Weißenfels, von Herrn Nicolaus Wehr în SDtoyen bearbeitet Geweibstücke von Stößen, von Herrn Archivar Guatbier in Langensalza ein Steinbeil von Nägelstedt, Kceis Langensalza, und von Herrn Pastor Volkmann in Freist Thoascherben von Bösenburg, Mansfelder See» kreis; dur Ankauf: eine große Sammlung aus der Altmark, Urnen und Beigaben von Fercels und ein Feuerfsteinbeil pon S Kreis Jerichow 11, eine spätrömische Bronzefivel von Münth?n, Kceis Liebenwerda, neolithische Scherben von Prittiß und eine Kollektion Steingeräthe von Stößen, Kreis Weißenfels, durch Ausgradung im Auftrage der General-Verwaltung: eine Henkelkanne einem bronzejeitlicen Grade bet Goseck, Kreis Querfurt; au!

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Standbild des (1698—1608),

Friedrich

vinz Hessen+ Nassau duch Ankauf: Photographien von sea Fundstücken ; aus der Rheinprovinz dur Ankauf:

Hügelzräbern bei Delbrück, Kreis Mülheim a. Rhein, ein Bronze- ring und Scherben von Müllenborn, Kreis Daun, sowie zwei römische Glasgefäße aus dem Rheinlande.

Aus Thüringen wurden für die Sammlung vora-\chichtliher Alterthümer erroorbea : als Geschenk von Hera Dr mod. Florschüß in Gotha eine verzierte Kaohenspindel von Köra?:, Kreis Gotha, und von Herrn Professor Dr. Verworn in Jena ein Steinbeil von Nieder- Reißen, Kreis Apolda (Sachsen-W?imar) ; durh Ankauf cine größere Anzahl Grabfunde aus dem merovingishen Gräberfelde von Weimar, Steingecäthe aus dec Gegend von Stabtsulza (Sachsen-Wzim ir), eine größere Kolleltion von Steingeräthen, Thoagefäßen und kleinen Bronzen von verschiedenen Fundstellen ; durch Ausgrabung im Auf- trage der General-Verwaltung in Gemeinschaft mit dem Hennce- bergishea alterthumsforshenden Verein in Meiningen Funde aus der vorgeschihilihen Befestizunasanlage auf dem Kleinen Gleihberge bei Römhild, Sachsen - Meiningen; aus Bayern durch Ankauf Funde aus Hügelaräbern der Oberpfalz, Bronzen, Eiseageräth und Thongefäße ebendaher; aus dem Großherzogthum Hessen als Geschenk des Herrn Banquiers A. Meyer-Coha in Berlin eine rômishe Hstakelkanne aus Glas yon Oppenheim; aus Mecklenburg-Strelip durch Ankauf cine Sammlung von Sriein- und_ Flintgeräthen aus der Gegend von Woldegk; ans der Schweiz durh Ankauf eine Sammlung von Bronze-, Thon- und Holzgefäßen, Bronze- und Eisengeräthen. Bernsteinshmuck u. s. w. aus Gräbern bei Castione und Castanetta, Kanton Tessin; aus Ungarn durh Ankauf Kupfer- und Bronzezeräthe von Stublweißenburg, einige fleine Kollektionen von Bronzen und keramischzn Produkten yon ver- schiedenen Fundstellen aus dem Gisenburger Komitat; aus Albanien als Geschenk des Herrn Dr. P. Träger in Zehlendorf werthvolle Grabbeigaben aus Bronze und Eisen meist spätrômishen Charakters.

Aus Anlaß des deutshen Goldshmiedetages, den die Berliner Goldschmiede-Innung vom 1. bis 4. November veranstaltet, hat das Königliche Kuunstgewerbe-Museum seinen Lichthof mit einer großen Ausstellung von Abbildungen älterer Gold- und Silbershmiedearbeiten und mit Entwürfen alter Meister, Ornamentstihen und Handzeihnungen gefüllt. Namentlich diese anziehenden und kostbaren Blätter, die ihrer Natur nah nur vorübergebend ausgestellt sein können, werden niht nur dem Fach- mann eine Fülle anregender Muster, sondern auch weiteren Kreisen einen Begriff von dem unermüdlichen künstlerischen Bemühen unserer Vorfahren bieten. Die Photographien werden vom Alterthum durch das Mittelalter und die Renaissance bis zum Empireftil alle Epochen in strenger Sonderung und Auswadbl vorführen. Die Ausftellung wird von Sonntag, den 28 Oktober, bis einschließliZ Sonutag, den 4. November, geöffnet sein.

Bauwesen.

Bet dem Wettbewerb für eine Kirche der Nordpfarr in Leipzig wurde, dem „Zentralblatt der Bauveiwaltung* ufolge, ein erster Preis nicht vertheilt. Je einen zweiten Preis erhielten dice Architekten Rehnig in Charlottenburg sowie Frtedrich und Poser in Leipztg, j2 einen dritten Preis die Architekten Vetterlein in Darmstadt sowie Ruft und Vüller in Leipzig. Die Entwürfe der Architekten Franz Adler und Woldemar Kandler in Deesden wurden zum Ankauf empfohlen. Gingegangen waren 24 Entwürfe.

Fn einem Wettbewerb, der behufs Srlangung Baus entwürfen zu einem RNRestaurationsgebäude an der Barmec Thalsverre veranstaltet worden lft, gingen 21 Gniwürfe ein. D-n ersten Preis erhielt Professor Sauerbvorn, den zweiten Architekt Stahl, den dritten Architekt Kräfting, den vierten die Architekten Meister u. Borwerk, sämmtlih in Sarmen,

unn Don

Land- und Forftwirthschaft.

Zur Förderung der Forstwirthshaft in den Gemeinde- und Privatwaldungen if in Verbindung mit der Forft-Akademie in Eberswalde eine Waldsamen-Prüfun s8Anstalt errichtet worden. Diese übernimmt auf Antrag in der Zeit vom 1. November bis 31. März die Untersuhang der Reinheit, Keimkraft und des ab- soluten Gewichts forftliher Sämereien gegen einen mäßigen Preis, Die Bestimmungen für die Benugzung dieser Anftalt können unentgelt- lid vom Bureau der Forst-Akademie bezogen werden.

andel in Bulgarîen,

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Ernte und Getreide! Das Kaiserliche Konsulat in Varna Folgendes: / j Die Zufuhren von neuem Getreide haben trähtlih zugenommen, da die Bauern infolge Dri heimfung der Feldfrüchte und der hercihenden Geldkrise g ihre Vorräthe nunmebr rasher io8zuschlagen; die Getre ih aber troy des lebhaften Verkehrs auf der normalea können. : i e Na dem Ergebniß der Zehentfteuer zu urtheilen belief diesjährige Ecnteertrag in dea einzelnen Bezirken Kreisen Nordoftbulgariens unge\äßr, wle folgt : Hart- Sommer- P agen weljen L E

mon Lir ur M4 S

in im Baltschiker Bezirke 23 750 im Dobritscher Bezirke im Provadiaer Bezirke 4100 im Schamlaer Kreife . 300

im Varnaer Bezirke . 2 950 4

900

Bishe : en Hafenpläge: 2 ziwa 16 000 & vorsHiedenen Getreides eingeführt worden, woron jdod nuc ungefahr 1000 t vers N zieinend das niß

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Gesundheitswesen, Thierkrankheiten mnd Absperrung®- Maßregeln.

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