1838 / 16 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Nekrolog Ludwig von

ffurt a. d. O. d des Staats- en scinem

der Marwiß, Erbhberr Königl. Preußischer Gene- Raths, ward geboren zu Ber- Vater, dem Königl. Hof- Marwit, cine sorgfäl- gendlichem Alter, am Énde Gendarmen, wo er am 17. De- ornet befördert wurde. Jn die- Feldzuge in Po!cn bei, av 13. März 1802 zum August dess. J. verließ Güter zu überncbmen. line Franziska Gráfin von erlin verstorbenen Generals die er aber schon

Friedrich August auf Friedersdorf bei Fran ral-Lieutenant und Mitglie lin am 29. Mai 1777, erhielt v marschall Behrend Friedrich tige Erzichung, un des Jabres 1 ember des fo

ch in schr ju das Regiment lgenden Jahres z enschaft wohnte er dem 97 zum Licutenant und den

aid darauf aber, den 9.

ancirte am

9, März 17 mier-Lieutenant. er den Dienst, um die Verwaltung feiner Fahre 1803 vermäßhlte c Brübl, Tochter des cin J der Kavallerie, cin Jahr darauf im Wochen

ls im Jahre 180 die Ar cin, wurde den 24. Oftober und als Adjutant henlohze - Jngelfingen genden Ja

r sich mit Karo abr früher zu B l rafen vou Brühl, bette verlor.

mee ins Feld rüte, trat er von neuem 1m Rittmeister von der Armec ernannt encral der Infanterie, Fürsten zu L Februar des fol: es cutschicden

Karl Adolph C

bei dem G , angestellt, wo er Þ1 Er nabm den Abschicd, sebal 1squartiere marschirte, d art dringend forderten ;

uf von neuem, als regen und redlichen dem Könige und dem Vater- nd, abermals bei dem Für- bis nah Prenzlau folgte,

hres blieb. die Armee in ihre Friede1 seine Segenw l diescs Jahres der Kriegsr von cinem siets

eigenen An elegenheiten

aber erscho i der Rittmeister v. d. Marw18 Eifer für das allgemeine lande seine Dienste auch sten von Hohenlohe wo er mit ihm in 0

Von da begab er sich z nach erfolgter

aufs neue anbot u ut, demselben

Gefangenschaft gerieth. : u Seiner Majestät dem Könige nah Nuswechseluag, die Erlaubniß erbieclt, Mit diesem {loß er sich, nach- ¿fördert worden war, an den ch Rügen. doch sciner Thätigkcit und am 21. Septcmber d. J.

Preußen, wo er, cia eigenes Frci:Corps zu dem er den 7. General von darauf zu Tilsit abzes das Corps wur selbst die verlangie Entl t der Ruhe bis zum die dur den Krieg uud die Geg e 1809 vermäbhlte milie Elisabeih, T rafen v. Moltke. n erschollen, als alle übrigen Rücksichten

zum Major b Biücher und folgte demselben na ch!o}ene Friede de aufgelöst,

Mai 1807

chte er auf scinen t des Feindes schr er sich zum zweitenmale ochter des Oberjägermci- Der Aufruf des Kenigs sich dcr nunm:hrige Ma-

den Ansprü- m drittenmale ß wurde er im April 1813 als Brigadier der sten stät dcm Köuige in

Jahre 1813 bra

E AEEA

Gütern zu, litten hatten. mit Chbarlo l riedri De1lof G Volk war aber faun der Marwiß, chen- ‘des Vaterlandes zum unter die Fabnen stellte. pon den Stunden des

Kurmärkischen Landwehr - Vorschlaz gebrach begann er,

Im Jahr

tte Ernestine É

Lebuser Kreises Brigade bci Sr. Maje Mai b:stätigt. Schon am 26. annten Stände, die zu dieser Bii- später die Namen des 3tcu Kur- und gleichnamigen Laz anisiren, und diese Formation, ob- von drei Wochen so wcit Mai ias Feld fübreu on Wiitenberg, und scine ouragicung am 4. Juni iücklichsten E. tolge hm die Einschließung vou Wit- zum Waffenslillsian affenrube wurde die Orgauis achdem die Brigade am sichtigt worden war, u die niedere Elbe zu beobachten. d. Marwiß zuni

t und unterm 5. }Nung der get! den Truppen (welche dwebr:Jnfanlerie-

en) zu org ständig, war ia Zeit Truppen bereits Blokade: Corps v bs war ciae große F an der Elster, die an wurde i

auf Veranla márfi chen Lan :dwebr-Kaval- lerie-Regiments crhielt gleich noch sehr unvoll gedichen daß er die Er sließ zu dem erste Unternehmun in und bei Jessen Vou diesem Tage tenberg übertragen,

y | / / j J

er mt dem g

a ion der Landwehr n Berlin von Sr.

21 Jun1 in ; arschirte dieselbe 10-

vollendet, und n dem Könige b: erg ab, um ni, wurde der Major v. Wiederausbruch der Fcin mit 2 Bata llonen und 3 Escadrouen an Verbindung mit dem Corps des Gencrals Schon nach cinizen Tageu August in Brandenburg cin, hrung der Avaut- atte er sich durch Befolgung sciner Pilichteu er- lge vollkommen gerechtfertigt.

[sberg oder Lübaiy, den 27. dwchr mit Ruhm bedeckte, nahm der 1 Antheil und wirkte ] herrlichen und voll- Beschreibung gelicfert, ahrheitsliebe auézeichnet. wurde er nebst seinen Truppen verwendet und am 3( Corps des Grafen v. Walmoden zu m 14. September von da zurück und ging

gleich nach Havelb Tage darauf / den Oberst-Lieutenant crnaui ten wunde ihm der Auftrag die Elbe zu Grafen v. wieder zur

ckcn und die lmoden zu unterhalten. ücckberufeu, traf er wo der General-Lieutenant v. s Corps anve:traute. Wachsamkeit und strenac er hat dasselbe in Treffen bei Hage ch die Preußische Lan d. Mari

Hirschfeld ibm die

Garde seinc Dieses Zutrauen h

cine große worben und

Auanft, in welchem \i f:Lieutenuant v. d. 2 n Truppen fräftig zur Er hat davon eine heit und die strengste W

ß den thätigste1 Erringung des ständigen Siegc® durch cine edle È )

Nach diesem wichtigen uit zur Blokade von Magde bgescndet, um zu fam aber hon a

). August nach

stoßen ; er

60

den 17ten mit dem 3ten Kurmärkischen Landwehr-Kavallerie-Regimente auf einer be: Ferhland geschlagenen Brücke über die Elbe, um einen Streifzug in die Altmark zu unternehmen. Dabci überrumpelte er am 25. September die Stadt Braunschweig und nahm die über 600 Maun starke abzichende Garnison auf eincm Damme jenseit Wolfen- büttel gefangen. Zugleich erbeutete er gegen 20,060 Rihlr. Kassen- gelder für den Staat. Aus den Gefangenen, so weit fic fricgefäh1g waren, wurde cine freiwillige Jäger-Esfadron formirt.

Er biicb nun auf dew linken Elbufer, besonders um den Ueber- gang bei Ferchland zu deen, zu welchem Zwecke ihm, außer dem genannten Kavallerie:Regimente, zwei Bataillons und zwei Kano- nen untergeordnet wurden. Am 10. Oftober bcstand er bei Agen- dorf ein glüdliches Gefecht gegen feindliche Kavallerie, wobei er 5 Offiziere und mehr als 100 Mann gefangen machte. Vier Tage dar- auf, den l1ätecn, trieb er die ganze Kavalerie der Garnison von Mag- deburg, dic bis Ammensieben vorgerüct war, wieder in dic Festung binetin. : Jn den ersten Tagen des neuen Yahres erhielt er die Beslim- mung, nach Jhehoe zu marschiren, um zu der Armee des Krouprin- zen von Schweden zu stoßen. Er brach am 10. Januar auf, erhielt aber in Schwerin, wegen des mittlerweile mit Dänemarf abgeschlos- senen Friedens, Gegenbefehl und traf den 1. Februar wieder in der Gegend von Helmstädt ein. Bald darauf wurde er mit zur B.0- fade von Wesel gezogen, traf dort am 5. März mit den übrigen Truppen des Generals von Puttliß, zu dessen Brigade cr aeborte, cin und blicb bis zu dem Frieden ver diescr Festung. Nachher führte er seine Landwebr nach dem Vaterlande zurück und zog am 30. Juli unter großem Jubel mit dersclben in Beilin cin. i

Am 23. Mä:z 1815 wurde er zun Brigade- Commandeur beim 3ten Armec-Corps und am 9. April zum Obersten crnannt. Jun der Schlacht vou Ligny stand cr mit sciner Brigade (dem 71icn und 8:en Ulanen-Regimente) auf dem rechten Flügel und dcckte den Rük- zug der Jnfanterie aus St. Amand. Bei Wawre sübrte er, als der Gencral von Thielmann deu Rückzug anzutreten sich veranlaßt fand, mit zwélf Escadrens die Arr:èrcc- Garde. Jun gleicher Eigen- schaft war er den Tag darauf bei der Verfolgung des Feindes nach Namur thätig, machte vicle Gcfangene und ereberte, uit der Bii- gade Lottum rercinigt, drei Geschüye.

Seine Tapferkeit hat Höchsten Orts die verdiente Ancrfcunung gefunden und er ist dafür zu verschiedenen Zeiten mit dem Rothin Adler-Orden zweiter Klasse mit d. Stern, dem Orden pour le mé- rite, dem eisecnen Kreuze erster Klasse, und vom Auslande mit dcm Kaiscrlich Russischen Wladimir- Orden dritter K'asse, dem Annen- Orden zweiter Kiasse mit Brillanten und dem Königlich Schwedischen Schwert: Orden dritter Klasse belohnt werden.

Nach dem Fcieden wurde cr zum Commandeur der fünften Ka- vallerie- Brigade in Frankfurt a. d. O. crnannt und als solcher am 30. März 1817 zum General - Major befördert. Scine geshwäcte Gesundheit nöthiate ibn, im Jahre 1827 den Abschied zu nehmen, den er auc unterm 12. Februar auf die ebrenvolite Weise und mit Cbag- raftcr Erbehung erh1clt. Von dieser Zeit ab lcbie er sciner Familie, der Erzichung seiner Kinder und für das Wohl derer, die idm als Gutsberrn und Nachbarn näher slanden, durch Rath und That. Als Beweis des Köni,„l. Vertraucns wurde cr nech iv demselben Ja1bre zun Mitglicde des Staats - Raths berufen , auch zweimal, namlich 1829 und 1831, von Sr. Majestät dem Könige zum Land1ags:-Ma1- schall der Kurmärkschen Provinzialsiände ernannt. /

Anu ciacm ba-tnäctigen, scit viclen Jahren ich allniülig auébil- denden Unatcrlerbsübel leidend, verstarb er am 6. Dezember 1837 auf cinem Gute Friederedo1f. Mit cincm hellen Verstande und greßtr Charatteistäcte begabt, von dcin chrenwertbesten Gesinuungcn beseelt, war er cin Demscyer Vicdermann im sirengsten Sinne des Woiles, geschäßt und hoch geehrt von seinen B.kaunten, Freunden und Wasf- fengefährien. Fricde sciuer Asche! E

Wissenschaft ,- Kunst und Literatur.

Atben. Die Ausgrabungen auf der Af; opelis sind in neue- ster Zeit mit viel:m Erfolge fortgeseßt worden. Das meifœu!diz\te Ergedniß dersclden war dir Anbuck gewölbter (so wird veisichert ) Soute1rains unter dem Cefroviuu, vermuthlich auch unter dem Tem: pel der Athene Poiias. Jn Gegenwart JJ. MM. des Kêön1gs und der Königin ron Gricchenland, des Erzherzogs Johann von Oesterreich Kaiserl Hoheit und des Prinzen Adaldeit ven Preußen Königl. Hoheit wurde cin Grabmal aufgedecki, ia welchem ih das Skeleit cincs Mädchens, mit reichen Goldstoff bekleidet und von Putgeräth umgeben, fand. Bemerkenswerth für die Alterthums- freunde i auch die neuerdings von dem vormaligen Kultus Minister Rizo, und dem Sccretair der archäologischen Kommission, Heren Rangeri, Französisch und Griechisch äusgcgangene Ankündigung ciner Zei schrift,

Griechenland befindlich:n schristlichen und bildlichen Denkmäler ent: balten soll. Der eigentliche Urheber dieses vielverspre.henden Pr9- jekts scheint Herr Pittakys, Aufseher der Ausgrabungen, zu scyn.

Meteorologishe Beobachtung.

Morgens | Nachmittags Na einmaliger

Veobachtuna,

13. Januar.

Quellwärme 6,79 R, Flufwärme 0,09 R, Bodenwärme 1,298 Ausdünstung 0,019“ Rh,

| 342 73‘‘’Par. | 342,02‘ Par, 340, 18“‘‘‘Par. 10809 R, |— 9,9% R.

Luftwärme «.. |— 10409 R. | —_ 105° R.

Thaupunkt |— 11,5% R. |— 11,99 R. Dunfsftsäitigung

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

Niederschlag 0,021‘“ Rh

2Wetter...,..- | Wärmewech{sel 10,99

Wind... | ABolkenzug . «- | Tagesmittel: 341,48‘4/ Par...

u 16.

e 10,49 R ddt: 11,39 N.

Auswürtige Börsen. Amsterdam, 9. Januar. Niederl, wirkl, Schuld 5215/16. 25/,. 59/0 Span. 197 /z. P reuss, Präm.-Sch.

Kanz.Bi, È Ausg. Sch. —. Zinsl. 6! R Vesterr. Met. 101!/sg. “E Antwerpen, 8. Januar. Zinsl. —. Neue Anl. 197/g. Br. 13/1 g. G. i Hamburg, 12. Januar. Bank-Actien 1397. 1395. Engl. Russ. 107!/g. 59/0 Port. dh, 39/, 19. Neue Anl.

Amtlihe Nachrichten.

Kronik des Tages.

Majestät haben den bis feld zum Land- und burg Allergnädigst ernannt.

Passìive 43/,.

herigen Kammergerichts- Stadtgerichts - Rath in

London, 6. Januar Neue Anl. 19!/. 2 Bekanntmachung et unserer wiederholten Au nordnung einzuziehe Anweisungen oder b hierselbst auszutau chtliche Anzahl

Bank - Kassenscheine machen wir

Januar 1838

Umtausch sistirt werden wird, beizumessen haben, welche dieser Frist unfehlbar fär ñe erwachsen.

23. Dezember 1857.

Bank-Direktorium.

Reichenba c.

1/,0/, Toll. 523. 8,

Cons. 3% 92! /g. Portug. 19°/g.

die nach Al- nden Bank - Kassenscheine ge- aares Geld bei der H ch noch jeßt eine

i (forder

Paris, $. Januar. íforderung, 39% 79. S 50, Neap. 98. 20.

30/0 Portug. 19!/g.

Wien, 9. Januar.

49/0 10023/32.

59) Rente 108. 15. 8 21. Passive 4°/g. schen, befindet fi derselben im Umlaufe.

deshalb bekannt,

Span. Reute

S0 O. 2 j t unbeträ [4

59% Met. 106!/16- ) Neue Anl. 5972/5.

Bank-Actien 13823/g. Einlief spä inlieferung spät

hiernächst aber der

(gen muß, i die Weiterungen

) sie sich selbt è Versáumung Berlin, den

che Schauspiele. Im Schauspielhause:

A gc elittand; zum er ¡e Opfer des Schweigens, Trauerspiel in IAmmermann. Ÿ

Mittwoch, 17. wiederholt: Norma, Oper in

Französische Vorstellung. Im Schauspielhause: e Mr. Francisque: Abonnement 8uspenlf 1) La première représentation de: L'’épée E en 1 acte, par MM, Serihe d entation de: Le père de la déht du théâtre des variétes, par M 3) Un cCiverii„sement, executé par les pn

Königli

Montag, 15. J Eduard's, Trauerspiel in 3 Dienstag, 16. J male wiederholt: D Abth., von

Die Sôhit

Im Opernhause, zum

2 Abth., mir Tanz. Musik k der Königl. Regierung

Hoffstadt zu Därscheid zum Johann Joseph We-

Im Bezir ist der Pfarrer feld und der Vikar

rerer in Wipper ) heindorf ernannt worden.

E ; Im Schauspielhause: Mate zum Pfarrer in R

Freitag, 19. Jan. extraor(loaire au Spectacle demandé: mon pre, vaudleville nouveau Desnoyer. 2) La secon!le représ tante, pièce nouvelle e Bayarl et Théau'on. miers sujets du ballet. u dieser Vorstellung 9 bis Mittags 2 Uhr, in der Tauben: Straße Nr. 40., zu folgenden Pt

Renrésen'ali

Berichtigung. Bekanntmachung der l3ten d. M.

Lotterie-Gewinne 1ster ist die erste Nummer der

er Lotterie vom uckt, und ist zu lesen: 1415, statt:

n 5 actes, 0 Rthlr. Gewinne verdr

sind von Mittwoch, den Ute Wohnung d

Zeitungs-Nachrichten.

ANUS1a nud.

Frankrei dch.

Sibung vom 8. Januar. inister (auch der faum

Montalivet) beiwohnten, en Rechnungs - Abschluß von 1835, 837 erforderlichen Zuschüsse Budget für 1839 ein. betrifft, der bereits im

aber nicht mehr inister damit, ihn Die fár das

Herrn Francisque, sen zu haben:

Ein Billet zum B ges 1 Rthlr.

Da zu d tig sind, fo werden die ersucht, bis Mittwoch, stimmen zu lassen, dieselben anderweiti

alfon und in einer Loge des ersten Rus

Abonnements nicht gil e von Abonnements-Pláßn dittags 2 Uhr, Pläkze behalten wollen, oder ü g verkauft werden jollen.

ieser Benefiz-:Vorstellun dh n) | 3 Deputirten-Kammer.

dieser Sibung, welcher sämmtl. che M derhergestellte Graf von Finanz - Minister d Gesez-Cntwurf wegen der pro 1

das Ausgabe - und Einnahme - s den Rechnungs-Abschluß von 1835 gen Jahre der Kammer vorgelegt wucde, Berathung kam, jo begnügte sih der M das Büreau des Präsidenten niederzulegen. f erforderlichen Zuschüsse schiedene Kredit-Bewilligungen im ammt - Betrage von 7,224,000 Fr. annullirt werden. Rede, mit welcher der Minister demnächst die Vorlegung Budgets fär 1839 begleitete, gab er eine allgemeine Ueber- t von der finanziellen Lage des Landes seit dem Jahre 1830. ó Budget von 1835 schließt mit ein Millionen ab,

den 1iten d. M., V ob sie die

Königsstädtisches Thea Zum erstenmale:

3 Akten, nebs einem Vorspiel ins von Leopold Bartsch.

Montag, 15. Jan. Der Wahrsaz auberspiel mit Gesang in

Des Teufels Hofnarr,

6. Jan. Julerl, die Putzmach in 2 Akten, von Neisl. Lustspiel in 1 Aft, v

Vinzenz Kugler. Dienstag, | Posse mit Gesang Sccretair und der Koch. “— Redacteur Ed. Cottel.

Gedrucft bci A* W. Hayn,

erin. Parodérn 52,000 Fr., wogegen _ver

Vorher: Fr on C, Blun,

em Ueberschuß von etwa 36 weist einen Ueber- das vorjäh- in diesem Die Einnahme wird etwa

welche sofort angefangen werden und Kopien der gegenwäriig in f und das von Millionen nach.

|

noch nicht genau bestimmen.

Ad 5

——— Aslgemeiner

Bekanntmachungen.

m qa. aflichen Besitrechts hen Kreise in Hinterpommern? ciches Gut ein alt \der?! ages vom Jahre [hierdurch aufgef un Peter [Termine im K901i : 1zufinden und ibre Gebote abzugeben, und cs |vor dem König!. Hefgerichte bei Vermeid wenn nicht besondere gesckliche Gründe eine clusion, welche in termino 16. März f. J. cxkanmit Ausnahme machen, der Zuschlag dém Mecisibietenden | werden wird, bierdurch geladen. i Darmn Greifswald, den 29 Novem Suli 1837. Königl. Preuß. Hofgericht von iht von Pommern. nud Rügen. v. Möller,

c es wicderkä

Zur Subhastation d nneléburgs lichen Guts Gadgein, w Lehn und mittels n Lebnsbesizer ein Schwirsen an den Guts- [sich cir Ziwiß für 14,000 ufsrechts ver- | breren Besißz- [ertbeilt werden. Besißer v. Tres- ion baben wir März 1838, Vormit- Ober - Landesge-

des im Nun

v. Lettow 1803 von deut damaiige Jacob v. Lettot desiger Jehann W Thlr. mit dem Borbch änßert worden, von we Veräuderungen anu den fow gediehen isi, im n Terinin auf den 14. Deputirten ,

lbelm Heinrich v. alte des Wiederka

Cöéólin, deu 17.

geæcnuwärtigen Coélin, i Königl. Ober-Laûdesger

Wege der Érecut

tags 10 Uhr, vor dem richts - Rath Hendcß,

Die landschaftliche Taxe de Kauf -Bedingungen in un) werden kann, detr

Der Zeitraum, Kohann Peter Jacob v follte, das Wicederkauft Vertrage vom 18. Novem arien 1804 angercchnct, dachten Vertrages „übrigens mad) bindlich, daß, w Leben sevn sollte, der w ses Gut annoch) raft behalten s fer deshalb das Ecringste nach

| erlantbarungs - Protokoll vom 3, März 180# ist als Erläuterung hinzugefügt worden „zu $. 2. sind beide Theile darin cinv f den vorauégesegien Fall die Fortsezung des geschlossenen Handels wieder auf andere 2d Jahre ohne die geringsie Abáuderung der getrof: fenen Verabredung fortdauern soll und der v. Let- cow derselben nicht entgegen seyn fann.' Vis jet hat aber der Jobann Peter Jacob v. Lettow das vorbehaltene Wiedertaufsrecht nocy uicht auégcüht.

welche an die unlängst versiorbene Haupt- Dalmer, Sopbie, geb. v. Hertell, und deren] Um den Jubadern Pemmerscher Coura Berlin oder in der ilmgegeud

fönnen vermeinen , werden, mit [wohnen und geneigt sind, die freiwisl‘ge Konvertirung erten Pramic

rd sich während der

s Guts, welche neb Registratur cingeseben | Tblr. 16 sgr. 10 pf. | blanf der Verkäufer . Lettow erst berechtigt feyn recht auszuüben , if in dem ber 1803 auf 25 Jahre, von sesigesczt, uud demnächst im Folgendes stipulirt :

Biederverkäufer sich ver- eun er nach 25 Jahrcu noch am icderfäufliche Besiuer die- uf eben diesen Ken-

| Hinterlassens4zaft Ausprücze machen zu ( Bezichung auf die den Stralsundischen Zeitungen aus- derselben gegen Empfaug der zu führlich inserirten Proclamen vom heutigen Tage, zu zu bewirfen, dics zu erleichtern, wol deren Anmeldung uud Beglaubigung m einem der |ersten Hälfie des Monats Februar a. c.

E nission der Pommerschen Landschaft hier den 12, Januar, 1. und 23. Februar k. JI., sum die ihr vorgelegten Pfandbriefe mit dem Konver. vor dem Königl. Hofgericht sub poena pracclusionis tirungs-Vermerk zu versehen, j bierdurch geladen, mit dem Be- cheine, nachdem die darauf fálligen Ziuien gez daß dicse Rechtsnachthcile durch) den am abgestempelt fevn werden, gegeu Eribeilung v 16. März k. J. zu publicirendeu Práclusiv- Abschicd [coguitionen in Empfang zu uchmen und die Konver- purificirt und ausgesprochen werden follen. tirungs- Prämie scfort b

ägt 17,576 naci) desen 2

folgenden Tecmine, als:

et perpetui silentli

fernerweit a (l, ohne daß derselbe dem zahlen oder eutricy-

und in dem V

Bernbard ven

T

Anzeiger für die Preußischen Staaten.

Literarische Anzeigen.

_Bei A. W. Hayn in Verlin (Z ist erschienen und dasclbst, so wie in a lungen, zu haben:

Wappen, Ritterord des Königlich Preußisch beschrieben; nebst Beschreibung schen Ritterordeu und Ebrenzeic malien greßcu Preu kischen W Avd.ldungen.

Räthsel-

uterabende von Dr.

Uebrigens geschieht der Verkauf mit Vorbehalt der |specie an das dazu gehörende Lehngut Zirmoissel nebft an dem Gute Gadgen zu Lehn berechtigten Agnaten |Pertiventien Bobtkeviß und Neuhof des Geschlechts der v. Lettow éder anderer etwa zu ÄAllodial- Grundstück Lütkenbelle, sämm Lebn berechtigten Geschlechter. spiel Rappin auf Rügen belegen, aus

Diejenigen, welche das Gut Gadgen auf den wie- [Rechtsgrunde Forderungen und Ausprüche machen zu fuflichen Besi zu faufen genegt sind, werden können glauben, zu deren Anme Bietungs. |bigung in cinem der felgenden Termine :

Februar kt. I-, ung der Prä-

ordert, in dem gedachten Bie - n niglichen Dber-Landesgerichte hierselbst| deu 12. Fanuar, I t 20

Civil: Secuat.

: Millionen mehr betragen, als sie veranschlagt war; da- n sind aber auch die Ausgaben durch 32 Millionen an au- dentlichen Kredit-Bewilligungen, durch eine Forderung ‘illionen, welche die Regierung nachträglich fär die on Algier verlangt, und durch die fünfte Abschlags- Millionen an die Nord- Amerikanischen Frei- Im laufen-

, jo wie au das tlich im Kirch-| irgend einem,

ung von 4! en, um 51!/, Millionen überschritten worden. : ch rechnet man auf einen Ueberschuß von 17 ionen, \o daß (meinte der Minister), mir Hinzuziehung i gy aus den früheren Jahren, an ein Defizit nicht denken sey. | ¡Jh tomme jeßt“, fuhr Herr Lacave: Lavlague fort, „auf das Budget 1839 zu sprechen. Obenan \tcheu die Verzinsung und Tilgung dcr atsschuld, und dies möchte also der Augenblick scyn, cinige Worte die Reduction der Z5proc. Rente zu sagen. b als unbestreitbaren Grundsay das Recht aufstellen tönne, wel- ein jeder Staat hat, sciue Gläubiger zu becfciedigen , ja, daß cs

Pflicht für denselben ist, solches zu 1hun, sobaid sich davon cine darniß in den laufeuden Ansgabeu erwarten läßt.

immerstraße Nf sllèn Buch! M Jahre cndli en und Ehrenzeich en Hauses, abgebildet aller übrigen Eur Mit dem a appen und 38 Ori

ldung und Begiau-

: a G e Spiele Wir glauben, daß

Peumeru j K. Dielih. 149

für die Wi Bei dem Ai-

an r

recytébegründete Forderungen und briefe, welche bier in

-

Datum Greifswald, den 25. Nevember 1837. cingezogenen Zinsscheine werd Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern Zinszahlung im August a. €- -: Co! und Rügen. reicht werden. Die Konvertirung wird in dem Lo v. Meller, Praeses. des Pommerschen Landschafts - Agenten Herrn

U Us u g Sountags, erfolgen.

Unter Bezugnahme auf tit deu Stralsundischen Zei-| Berlin, den 2. Januar 1838. tungen in extenso inserirten Ladungen vom betitigen Zevoll Tage werden alle und jede, welche an die gesammte |vou Eickstedt-Peterswaldt. Berlassenschaft des verstorbenen Gutsbesizers Arcl, v. Köller. v. Loeper. Usedom, vormals auf Zizmoissel, in S

scheiat cs uus doch von Wichtigkeit, cine Maßre cl, wie die Re- u der Rente, uicht zu übereilen, damit nicht ‘etwa die Nolth- digkeit sür uns ciutrete, cine Opcratien zu unterbrechen, bevor um Ziel geführt worden. Man muß sona veginnen, als bis man, so viel wie en hat, daß für die ganze Dauer der Ausführung dersclben kein igniß cintreten werde, welches die Wirksamkeit der Regierung me, oder den Staats- Kredit gcfährde. [Daslrhalten angemessene Zeitpunkt erschienen is, werden wir ccilen, vou den Kammern die Ermächtigung zur Lösung jener aen Hage 1 1. Hätten wir Jhnen im Uebrigen die Mee aßregel schon jeßt vorschlagen konnen, so würden wir A oweniger, bei den Verzögerungen, welche die Ausführung N L event erleiden müßte, die zur Bezahlung der fälligen E chit gh P 147 Millionen auf das Budget von 1839 i S mi ssen, wie wir solches auch gethan haben.“ Diese De rung s Redners erregte cinige Sensation, namentlich d 1jenigen Mitgliedern der Kammer, de darauf gedrungen ha- man einen Di Minisites au R N in Der Minister wandte sich hierau Aus- en der einzelnen Ministerien. At ae Nustiz- M Miri \ r. verlangt, worunter $0,000 Fr. bie QOs deren Gehalt auf dieselbe Höbe wie das E Ri B A assationshofes, gebracht werden soll, ein Vorschlag, ade Cu der linfen Seite mit lautem Murren aufgenommen « Elne Summe von 500,000 Fr. ist als Zuschuß zu den ge-

meinem Verlage ist so cben erschicnen uf n (Stechbahn Mr. 3), Posen, Bromberg S. Mittler vorräih'g: Der Erz

Becefkfanntmachung nt - Pfand. | 5 ; ch diese Operation niclt R bischof von Kêln glicb, die Gewißheit in Freiherr Clemens August von Drositt Vischering, seine Principien. und O authentischen Aftens liden Belegen dargesiellt.

Sobald also der nach un-

pposition,.

Nach und mit ücten und

die dazu gehörigen Zins- tigen Frage zu verlangen.

Diese Scbrist behandeit in allgemein faßli eise den neuesten, die allgemeine ch ncbmenden Vergavg im Staats- und Kirchenleben geschichtlich, nt allein die demselben vorhergehen sondern auch die der Oppesiiion des E Grunde legenden Principien des von der Preußisch Schrittes erläutert. thentishen Aftensiücken Belcgen. Getinida I ipzig, 23. 1 Leipzig, den 23. Lezen ar À

stellungsw aar zu zahlen. : B en demnächst bei der samfecit in Anspru

Zins : Coupous ausge:

darstellt und Staatsgewalt Alles mit und n9 und #chr!1|

2, in den V esse cinschalte.

Borchard jun., Jägerstraße Mr. 2 Ausschluß des

mittagsstunden veu 8 bis 1 Uhr, mit Zuschuß von 687,765 F

en Landschaft.

Die Bevollmächtigten der P ommersch G. v. Below.

rodhaus

“wöhnlichen Kosten der Kriminal- Justizpflege, die den Etat alljähr-

lich überschreiten, bestimmt. Das Ministerium árti- gen Angelegenheiten begehrt G0D.000 Fr. M LSN ARS ELE hiervon sind 590,000 Fr. zum Wiederaufbau des im Jahre 1831 ein- Cen Palastes der Französischen Gesandischaft in Konstantino- n bestimmt ; der Rest soll zur Wiederherstellung der Französischen

onsulats-Gebäude in der Berberei und der Levante, so wie zu eini- gen anderen Ausgaben verwendet werden. Auch für das Ministe- rium des öffentlichen Unterrichts trägt die Regierung auf einen Etats- Zuschuß von 468,994 Fr. an, worunter 112,000 Fr. für das Einbinden verschiedener bloß broschirier Bücher der Königlichen Bibliothek. Dagegen weist der Etat des Ministeriums des Ju- nern gegen 1838 eine Ersparniß von 41,794 Fr. nah. Der Etat des Handels - Ministeriums stellt sich um 2,689,502 Fr. höher ais für das laufende Jahr. Den bedeutendsten Zuschuß erfordert, wie gewöhnlich, das Kriegs - Ministerium. Zunächst sollen 20,000 Rekruten mehr als im Jahre 1838 eingesiellt werden; dics erfordert zu den Kosten der erjten Einkleidung, den Marschgeldern und zur Besoldung 1,189,000 Fr. Um für die ganze Armee leinene Brinkleider anzuschaffen, sind 1,154,000 Fr. erforderlich; endlich er- beischt die Erböhung des Efsfeftivbestandes der Armee in Algier von 23,900 auf 38.000 Mann cinen Zuschuß von beinahe 9 Millionen Fr. „Diese Summe“, äußerte der Redner- „soll zugleich auch dazu die- nen, der Regierung die geeigneten Mittel zu verschaffen, ihren Eins fluß auf die Eingebornen zu befestigen und weiter auszudehnen. Die Forderung ist beträchtlich, indessen hat jeder Versuch, die Ausgaben i1 Algier zu beschränken, vor der Macht der Umstände weichen müs- # i, so daß wir biáher stets Nachschüsse haben verlangen müssen. Für 1839 haben mir indessen gleich vorweg auf alle erdenflichen Bedürf- uisse Rücksicht genommen, und rir glanben dadurch das Ansehen, deffen wir in Afrika genießen, nur zu befestigen. Für das See- Ministerium ist cin Zuschuß von 1,890,600 Fr. erforderlich, woge- gen das Finanz-Ministerium 538,831 Fr. weniger erhalten soll. Auch für die Mitglieder der Rechnungshöfe wird hier cine Gehalt s- Erhöhung beantragt, um sie den Räthen am Cassationshofe gleichzus stellen. Von den Ausgaben wandte sich der Minister zu den E in- nahmen. Die dircften Steuern werden auf 382,082,818 Fr. veran- schlagt, und die indireften Steuern nah dem Monat Dezember 1836 und den 11 ersten Monaten von 1837 berechnet. Die Salzsteuer soll 57 Millionen, die Besteuerung des Runkelrüben-Zuckers 5!/, Misllio- nen eintragen. Jn Summa werden die Ausgaben auf 1,062,917,930 Fr. und die Einnahmen auf 1,074,893,109 Fr. abgeschäßt, so daß sich noch ein Ueberschuß von 11,975,179 Fr. herausftellt.

Nachdem der Minister chließlich noch verschiedene andere Geseke wegen des Austausches von Staats -Domainen gegen Privat - Besikungen auf das Büreau niedergelegt hatte, began- nen die Berathungen über den Adreß-Entwurf. Der ein- zige Redner, der sich im Laufe der allgemeinen Diskussion ver- nehmen ließ, war Herr Gauguier, welcher namentlich die angebliche Einmischung der Minister in die leßten Wahlen rúgte und auf den Umstand aufmerksam machte, daß die Zahl der besoldeten Beamten in der“ Karamer mit jedem Jahre zu- nehme, so daß man deren schon 191 zähle. Nachdem der Red- ner seinen Vortrag beendigt hatte, verlas der Präsident den ersten Paragraphen des Adreß-Entwurfs, der dem Grafen von Sade Veranlassung gab, sich mit vieler Bitterkeit über die Doctrinairs zu äußern. Die Minister, meinte er, müßten sich bestimmt darüber aussprechen, ob sie eine Politik fortzuseßen ge- dâchten, die- dur das Resultat der leßten Wahlen entschieden ver- worfen worden sey; ob siez. B. die September-Geseße inihrem gan- zen Umfange beibehalten oder sie einer Revision unterwerfen, ob sie die Beeinträchtigung des Ge|chwornen - Gerichts und die der Presse neuerdings in den Weg gelegten Hindernisse gutheißen wollten. „„Die Lage des Ministeriums‘, \o {loß der Red- ner, „ist von der Art, daß sich kaum ein ähnliches Beispiel auffinden läßt. Die Kammer zählt verschiedene ‘Parteien, die nach ihren politischen Meinungen fklassifizirt sind; die Minister allein haben gar feine Meinung ; sie skehen isolirt-da und wer- den von jenen Parteien hin und her geworfen. Is es unter solchen Umständen möglich, daß das Ministerium am Ruder bleiben könne? Ich sage nein; der vorigen Kammer gegenüber, die furz vor ihrer Auflôsung der dffentlichen Meinung selbst nicht mehr gewiß war, konnte solches noch eine Zeitlang dauern, nicht aber der jeßigen Kammer gegenüber , die das ganze Be- wußtseyn ihrer Macht hal. Nur mit Hülfe einer bestimmten fompakten Majorität läßt sich das Land verwalten, und eine solhe Majorität kann man sich nur erwerben, wenn man den Muth seiner Meinung hat, und diese ofen und deutlich zu erkennen giebt. Die Minister mdgen sich wohl vorsehen ; sie haben ein chlagen- des Beispiel vor Augen. Es hatte sich in unserer Mitte eine mächtige Partei, (die doktrinaire) gebildet, mächtig, nicht sowohl durch ihre Stärke, als durch die ihr beiwohnenden Eigenschaften und durch die Einigkeit ihrer Mitglieder. Es fehlte ihr weder an einer gewandten parlamentarischen Taktik, noch an jener mora- lischen Kraft, die das unbestreitbare Talent und die persönliche Würde ihrer Leiter ihr gaben. Und doch mußte diese Partei, als sie sich in dieser Kammer verlassen sah und ihren Beistand außerhalb dersclben suchte, als sie, statt ein Ministerium der Kammer zu seyn, nur noch ein Ministerium des Hofes war, von dcm politischen Schauplake abtreten. Die dffentliche Mei- nung wandte sich in demselben Augenblicke von ihr ab, wo sie sich von den wahrhaft constitutionnellen Grundsäßen lossagte,

und alle diejenigen, die ihrem Beispiele folgen und sich auf

denselben Weg verirren werden, werden auch, wie sie, fallen, ohne daß man sie bedauern wird, denn sie haben ihr Schicksal verdient.“ Der Conseils-Präsideat, der nach Herrn von Sade das Wort ergriff, bestritt dessen Behauptung, daß das Ministerium keine entschiedene Farbe an sich trage, und Herr Guizot, welcher sich durch die Rede des Herrn von Sade vorzüglich verleßt fühlte, fügte von seinem rade aus den Er- klärungen des Grafen Molé noch folgende Worte hinzu: „Es ist nicht meine Absicht, der Regierung irgend eine Dekr- legenheit zu bereiten. Der Herr Conseils - Präsident erklärt, daß sein Programm hauptsächlih dahin laute, das Land zu pacificiren, die Gemüther einander zu nähern und die Lei- denschaften zu besänftigen. Dies is auch mein Wun{ch, und ih bin gewiß weit entfernt, unsere alten Zwistigkeiten wieder ins Leben zu rufen. Jndessen scheint mir weder durch den

l Vortrag des Herrn von Sade, noch durch den des Herrn Molé

Berlin, Dienstag den 16e Fanuar 1838

die Lage der Kammer und des Landes hinlänglich fe lst zu seyn. Ich beabsichtige dies auf eine C indicoere Bt t E jedoch erst, wean ih meine wahren Gegner vor mir sehe. Noch sehe ih sie nicht, wenigstens haben sie noch nicht ißre Stimme erhoben. Jch shweige daher vorläufig, zufrieden gestellt durch die Worte des Herrn Conseils-Präsidenten, die mir vollkommen übereinstimmend mit denjenigen scheinen, welche er in der an- deren Kammer gesprochen hat. Herr Martin verlangte, daß man in den ersten Paragraphen eine Phrase einschalte, des Inhalts, daß die Amnestie auch auf diejenigen angewendet werde, die sich auf fluchtigem Fuß befänden. Der Vorschlag wurde indessen verworfen. Herr Garnier-Pagès war der Meinung, daß das jeßige Ministerium vollkommen die- selbe politische Farbe an sich trage, als das doctrinaire ; und daß, wenn also die jeßige Kammer ihm gleihwohl ihren Beistand leihen wollte, sie schon bei ihrer Geburt eben so ab- gelebt und hinfällig seyn würde, als die vorige es vor ihrem Tode war. Großes Gelächter ib: h die Behauptung des Red- ners, daß der ehrenwerthe Herr Guizot der rechte und der eh- renwerthe Herr Thiers der linke Arm des jeßigen Ministeriums sey; -man fônne sich hiernah mit Recht fragen, weshalb diese beiden Herren nicht mehr Mitglieder des Kabinets wären; es sey endlich einmal Zeit, daß man sich klar und deutlich darüber ausspreche, was man eigentlich wolle. Nach igs Garnier- Pagès trat der Berichterstatter, Herr Saint-Marc-G irar- din, zur Vertheidigung des Adreß-Entwurfes auf. Er erklärte zunächst, wie die Kommission keinesweges der Meinung sey, daß man die leßte Amnestie als einen indirekten Tadel des doc- trinairen Ministeriums hetrachten müsse, und daß somit von diesem Zeitpunkte ab für Frankreih gewissermaßen eine neue Epoche beginne. Was die von Herrn von Sade berühr- ten September - Gesebe betreffe, o dabe die Adreß - Kommis- sion sich mit denselben nicht zu beschäftigen gehabt, da sie es nicht fr schicklich befunden, solhe Gegenstände vor ihr Fo- rum zu ziehen, die bereits in die Archive der Geseßgebung ein-. getragen wären. Indessen nehme er für seine Person keinen

ugenblick Anstand, die Wohlthat jener Gesetze laut anzuerken- nen, da mit Hülfe derselben der Unordnung und der offenen Empörung ein Ziel geseßt worden sey. Wenn übrigens die Adreß-Kommission absichtlich die Vergangenheit und namentlich auch den Zwiespalt mit den Doctrinairs in keinerlei Weise be- rührt habe, \o sey dies aus zwei Gründen geschehen: einmal weil die Kammer neu zusammengeseßt sey, und man also ihrem Urtheile nicht habe vorgreifen wollen; zweitens aber auch, weil, seines Erachtens, zwischen den beiden Haupt-Parteien, in die sich gegenwärtig die Kammer theile, manche Meinungs - Ver- \chiedenheiten obwalteten, die bloß auf Mißverständnissen oder S EER beruhten und daher leicht zu beseitigen wären. Herr Dufaure, eines der Mitglieder der Adreß-Kommission, fâgte dieser Erklärung noch ausdrücklich hinzu, daß man die Sprache, welche die Adreß-Kommission im a 1834 geführt, habe vermeiden wollen, weil sie damals doppelsinnig befunden und verschiedenartig ausgelegt worden sey. Aus diesem Grunde Lane die Kommission diesmal sich jedes Lobes oder Tadels der

ergangenheit enthalten und bloß auf die Wohlthaten der Am- nestie im Allgemeinen aufmerksam gemacht.

In der S ißung vom Iten, in welcher der General Bugeaud zum erstenmale nach seiner Rückkehr aus Afrika wie- der erschien, ward die Berathung über den ersten Paragraphen der Adresse fortgeseht. Herr Havin drückte sein Erstaunen darüber aus, daß das Ministerium sich pldblich so gut mit den Doctrinairs zu verstehen heine. Die Erklärung des Conseils- Präsidenten , daß er keinesweges geneigt sey, mit der Vergan-

enheit zu brechen, deute darauf hin, daß er das System des

iderstandes fortseßen wolle. Dazu werde sih aber die Kam- mer {werlich hergeben, und das Kabinet könne in dieser Be- ziehung einen Versuch machen, wenn es die urückgelegten Apa- nagé- und Disjunctions- Geseke wieder ein ringe. Was die September - Geseke betresse, so verlange die Opposition deren Abschaffung nicht; dieselben wären so gut wie todt. Auch die Geseß-Sammlung habe ihre Katakomben! Der Minister des Innern wiederholte seinerseits die Tages zuvor von dem Grafen Molé abgegebene Erklärung, daß man die Amnestie nicht als das Grab der fruheren Politik betrachten dürfe; denn ohne diese Politik hätte man nie zur Amnestie schreiten können. Wenn man von dem Ministerium Versdhnlichkeit in Bezug auf Per- sonen verlange, so werde man dasselbe in diesem Punkte sehr geneigt und bereitwillig finden. Rechne man aber darauf, daß das Kabinet seine Grundsäße verleugnen werde, so täusche man sich i Nachdem der Minister die Politik, die das Kabinet zu befolgen gedenke, ausführlich entwickelt hatte, drückte er \chließlich die Hoffnung aus, daß am Schlusse der Session eine wahrhafte Versdhnung der Gemüther eintreten würde. Einige Aeußerungen in der Rede des Herrn Havin veranlaßten hierauf den Grafen Jaub ert, die Rednerbühne zu besteigen. Jn einem, wie gewöhnlich sehr freimüthigen Vortrage erklärte der Redner, daß er das Ministerium unterstüben werde, wenn er sich auch úber die Afrikanischen Angelegenheiten seine eigene Ansicht vorbehgl- ten müsse. Ein zweites Amendement des Herrn Salverte, daß die Amnestie auch auf die Contumacirten ausgedehnt werde, ward verworfen, und hierauf der erste Paragraph angenommen. Bei Abgang der Post befand sich Herr von Sivry auf der Rednerbühne, um, in Bezug auf den zweiten Paragraphen, den Ministern Vorwürfe wegen unbefugter Einmischung in die Wahlen zu machen.

Paris, 9. Jan. Der König ertheilte gestern dem Gra? fen von Kielmannsegge eine Audienz, und nahm aus dessen Händen das Schreiben entgegen, das ihn als Minister - Resi- denten des Königs von Hannover bei Sr. Majestät beglaubigt.

Man erfährt durch das Schif „„le Colibri“/, welches vom Senegal in Bordeaux eingetroffen ist, daß der Prinz von Join- ville am 2. Dezember vor dem Senegal vorbeigesegelt war, und sich direkt nah Gorea begab.

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