1838 / 31 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

n auf sol<he Empfehlung als Lehrburschen in

ugleich sollte der muntere abe

nabm. sish gesprochen wurde, schen Sprache erleichtern, Verhältniß zu der Familie

riserin, ünterrichtete ihu r’s d göttern im Zeichnen, und Tassaert's ältester Sohn,

so daß er gleich Anfangs

trat.

ollte, unterwies ihn brüderlih im Radiren und

E e Dezember 1778 inscribirte der Direktor der Akademie

den biértenn gigen GREE \ ir die Vi erei entschieden hatte, a

zwischen für die N Prof a Geometrie zu erlernen; und

schon als besoldeten Arbeiter

Aeten.

und Hofmaler Lesueur

demie, um bei dem Professor Wagner die

i ahre später, 1783, finden wir ihn va f Dahlen BVildhauer-Werkstait angestellt.

O o O.

Was von scinen jugendlichen Versuchen aus jener Zeit erhalten ist, zeigt si durchdrungen von demselben heiteren Humor, welcher Meister auf seiner langen Laufbahn uie untreu ward.

ehrenvollen Anstellung dessel-

Attelier verflosseu, als Liebe und Schnsucht den schon vermählten zwanzigjährigen Jüngling ua<h Rom führten, wo ein bei der Akademie di p ey Le ie Sieg ihm

im Vaterlande eine frühe Anerfennung zuwandte. vol aus N widmete die Afademie dicsem am 18ten Oktober 1786 Marchese di Balestra gestifteten Con-

unserm faum waren achtzehn ben im Tassaert schen

Monate seit jener

einigen Jahren in E für Bildhauer von dem

ngenen Ehrenpreis ein Jubelfest und eine Medaille. corfe Tbe A De L Dezember 1786 bewilligte unserm

Ministers von Heinit, eine für jene

Jm Herbst 1787 ndet er schon im ersten Monat des fol- Tod seines Lehrers Tassaert (der am 21. Tan a1 Mee 28. Fnnuar 1788, beut vor funfzig Jahren, wählt G Fit, 1 Stime im Pen, er BVildhauer- Schule wird ihm unter dem damals

und die Leitung d h c RoA In demselben Jahre F ruenuung vom 2. Oktober 1788, wird er auch Tassaert's Nach- adi Vorsteher der BVildhauer- Arbeiten für den Königlichen Dienst in Berlin und Potsdam und erhält den Titel eines Hof-Bildhauers. Was er seitdem als Künstler und Lehrer geschaffen, rechtfertigt jene ußreichen Stellungen. rezitirt. |

Mahles unter rauschendster Beistimmung aller Anwesenden mit fol-

Königliche Kabinets-Ordre vom Schadow, auf Antrag des Herrn Zeit bedeutende Pension von 450 Thalern.

Das Glück schien ihm zur Seite zu stehen. nach Berlin zurücgekehrt, genden Jahres durch den b Fanuar 1787 starb) seine Laufbahn gesichert.

age darauf, uar heut ihn die Akademie zum Mitgliede mit Sig und

üblichen Namen eines Rektors übertragen.

lih ihm zu Theil gewordenen einfluf Gs Sin erstes größeres Werk, das \{<öne Denkmal der Mark in der Dorotheen-Kirche hierselbst, so wie zahl anderer, wovon ich nur den 3 l Herkules-Brücfe anführe, geben Zeugniß, daß er alle

i t und Kunst-Praktif in höchster Vollkommenheit in sich ver- De A Werke dieser Art sicherten ibm jeneu ent-

scheidenden Einfluß auf die Umgestaltung Deutscher Kunst, den wir

einigte. Allein nicht die

izoh jet fortwirken scheu. Es war vielmehr sein

Ansczließien an die von der Natü”k, Verbesserung dts tet wurden, indem die Wahrheit die unumgängliche Schönheit ist.

Piedestal auf dem Wilhelms-Plaß, mit der Hand a! 1 un A S Ard, mit folcher Natur -Wahrheit vor fich in máße er die Entfernung zu einem Reiter - Angriff. Unzählige an dem Denkmal vorüber, Alleín der Deul- war mit diesem in Marmor hingestellten verwegenen In demselben Sinne

die Weite, als Achtlos gehen

en Kunsi Naturalismus eine neue Richtung gegeben ! : erbli>en wir von ibm den Fürsten von Dessau auf jenem, den

elden des siebenjährigen Krieges Deutinal Friedrich's- des Großen delle zahlreicher Meister selbst ;

reitenden selber fortschritt,

Werkstatt des Hof-Bildhauers Tassaert und rühmte diesem die seltene igkeit sei ó ; twa 12 Fahr alt war, als Tassaert Fähigret seines Zöglings, der e Jah t war at ttate aufs ¿O Sre bl ed:

irtig war und in dessen Hause dloß Franzô-

E p; Spielkamerad die Erlernung der Deut-

Madame Tassaert, eine geborene Pa- na Boucher?s di>en Geuien und Liebes-

folos}salen Centauren-Tödter auf der

der Poesie ausgegangeue treueste Befolgung wodurch , als nothwendigen Anfang einer gründlichen enerquilihen Zustandes damaliger Kunst, alle spáter gelungenen höheren Leistungen möglich gemacht und vorberci-

Schadow?'s folossaler Zieten schaut von seinem Mar-

gewidmeten Plak, und selbst das

zu Stettin ausgeführt. anderer ähnlichen Werke vernichtete später der wackere

denn eben MELION, O R e e e der Kunst, daß er nicht stehen blieb, sondern mit der fort-

s Sein Leben glich einem fruchtbringen-

18. April 1805 der Afademie, Direftor berufen wurde;

in ein näheres | Ministerium des Runern eintrat.

uanut. Zum Beweise,

der ein Kupfer- den, E biesige freie Künstler - Vercin ihn

Vorsteher wählte. welcher sih in- ögling der Afa-

nungen gingen, wie spiclend,

ner Wirksamkeit als Lehrer geben Allein

Schon vor Eine | die Schüler der Schüler unseres

Verdienste.

Cbor vorgetragen wurden, hatten

as Wohl Sr. Majestät des Grafen von cine große An- f geuden Worten ausgebracht :

„Es

Biidung dama- zu der wir versammelt sind.

lungen und Unterricht, unerschroceues formen Tempel baute und uralte

l nicht verschmähte, Bedingung der am Kinn und

ten iu cinem anderen

tief in die Nacht verlängerte.

er dur< Allerhöchste AREL- Ne zum Direktor der Akademie er- daß au rief, mag bier erwähnt werden, daß fast

Allein als höchste fünjlerische Auszeichnung darf es gelten, daß es ihm übertragen

zwei Söhne leuchten, das glänzendste Zeugniß.

Bahn. Seine aus der Natur gegriffenen

Meister; und nicht fehlte es an gebührender Anerkennung so großer 1822 verlich die Guade Sr Majestät des Königs ihm den rothen Adler-Orden dritter Klasse. ular: j Uebergabe der Augsburgschen Konfession am 25. Juni 1830 erbielt er von der biesigen Universität, als Herausgeber der Denfkmä- ler Wittenbergs und Verfertiger der Statue Luthers, ren Diplom cines Doktors der Philosophie. Schleife zum Rothen Adler- Orden dritter Klasse, Adier-Oden zweiter Klasse veriiehen.

rihtcten Glückwunsch mit einer Rede,

und Rungenhagen verdient gemacht.

ist eine Feier der Kunst und eines Meisters der Kunst, So gelte denn unser erstes Lebehoch ibrcmm und der sie fördernden Wissenschaft erhabensten Proteftor, dcm Könige, der den Künsten Palläste für Sammlungen, Ausstel- derx Wissenschaft Universitäten, der Volks bildung unzählige Schulen gründete, der Religion aller Glaubenus-

des Glaubens- und des Freiheits-Kaumpfes Denkmäler widmete und sich mit den edelsien Werken der Kunst umgiebt, so ie er einst es seine eigenen frühen Versuche der ersten von der Akademie veranstalteten Kunst - Auéstellung beizugesellen ; der Schüger jedes tüchtigen Bestrebens! der Vater des Vaterlandes! Es lebe der König, unser Herr !“‘“

Gleichzeitig mit diesem von der Afadewmie veranstalteten Fesle hat- Lokale die jüngeren Künsiler Berlins in ciner K nicht weniger zahlreichen Versammlung sh zu einer einigt, wo die gesellige Fröhlichkeit mit Gesang und

ervaunte des Königs Majestät ihn zum Vice-Direftor als Nachfolger des Hofmalers Frisch, und ven, oes elb IPAIED A u. je Amte noch das des Secretairs dersciden, a achfolge Staatsrathes Uhden, welcher als Geheimer Dber - Regierungs - Rath in die damals neu gebildete Section

welcher zum 1816 verband er mit je-

für Kultus und Unterricht im

Und am 8. Februar 1816 wurde fin cour. 98.

Portug. 187/g.

die Natur ihn zu dieser Stelle scit eben so langer Zeit der Jahr vorn neuem zu seinem

jedes

Zins]. 6. Neue Anl. 19!/,. Br. 3/1 6G.

Bank-Actien 1386. 1383. Engl. Russ. 107!/,. 59/9 Port. —, d 39/, 20. Neue Anl. 18!/,.

59%, Rente fin cour. 109. 80. 39/9 fin cour.

E A

Antwerpen, 283. Januar.

Hamburg, 27. Januar.

Paris, 24. Januar. 79. 60. S Ne,

65. - 59% Span. Rente —. Passive —. 36 J

C E R R E R E O G O E T R:

Den 29. Januar 1838.

ward, die Forossalen Se Amtlicher Fonds- und Geld-Cours-Zettel,

) en Helden Blücher's und Luther?s, der Borkämpfer auf den Day- s Pr. Cour. «s r. Cour det De e E n sterblichen Glaubens, in Erz zu vollen- N| Brief. | Geld. S Betet, | Gel, den! Was soll ich seiner anderen Werke gedenken? Hunderte von Zeich- | 8t.-Schuld-Sch. |4| 103 102177 Pomm. Pfaudbr. [34] 99/4 R aus seiner Hand hervor, unter welchen | pr. Eaos). Obl. 30./4| 103 102!/2 [Kur-u.Neum. do.|4| 100, die von launigem Junhalte vielleicht den Preis verdienen. Von sei: | prämSeh.d.Seeh.|_| 647/,2| 641/72) do. do. do-|3}| 100 s

die zahlreichen Schüler, unter denen Kurm.0bl.m.1.C.|4| 1033/, | 1027/g [Sehlesische do-|4 106 i

Bernhard der ältere, | Nm.Iat. Sch. do.|4| 102! /, [Rückst. C. und Z. welcher 1822 am 31. Januar in Nom starb, wo er 1785 geboren war, | Berl. Stadt - Obl.| 4 103!/, | 1023/, | Sch. d. K. u. N.|— G, A blicb im edelsten Sinne der Nachfolger des Batcrs auf dessen eigener | Königsb. do. |4| A L S

edlen Gebilde, die Sandalen- | Ewinger do. |4| Gold al marco |—| 215! | 14); Binuderin, die Spinnerin, beide in Marmer, wird die Nachwelt als Merk- | Danz. do. in Th.|—| 43/2 E eue Daeaten l 19, | h zeichen cines wadrhaften Fortschrittes der bildenden Kunsi nicht unbeah- | Westpr.Pfandbr.|4| 1023/4 | 1021/4 [Friedrichsd’or |— 137/15 1, tet lassen. Den Rubm des zweiten Sohnes, Wilheinm, tragen Namen wie | Grossh. Pos. do.| 4| 105 104!/, FAnd. Go!dmügn- : \ Lessing, Hildebrand, Bendemann empor. Denn schon ehrt Deutschland Ostpr. Pfandbr. |4| 1013/, E. E S 13 12) 19 Jubilars unter seine gefeieristen | Pomm. do. M E 101 Dizconto E |

Bei der Säfkular-Feier der

1838. das Eh: 28. Januar. 1833 wurde ihm die

1834 der Rothe

Luftdru>.

: Luftwärme „.. |— 7,109 R, |— 5,69R. |— 640 R. J Flufwärme 0,00 y

Dcr Yubilar erwiederte den im Namen der Akademie an ihn ge: | Thaupunkt |— 95% R. |— 7,909 R. |_— 859 R. | Bodenwärme 27h

deren heiterer Humor die un- | Dunfsättigung | $0 pCt. 81 pyCét. 82 pCt. f Ausdünstung 0,018/y

geshwächte Lebendigkeit seines jugendlichen Geistes erkennen ließ. | Wetter. trübe. trübe. trüve. Ÿ Niederschiag 0,007

Durch Composition von Gesängen, welche von ciuem ausgesuchten | Wind... NO. NO. NOD. Wärmewechsel —1j sich die Herren Geier, Möhringen f Wolkenzug .…. —- O. O 0,70,

Mehrere Festgedichte wurden 333,59/‘/ Par... 649 R... 9,39 R... $1 pCt. Ny,

Tagesmittel:

Meteorologische Beobachtung.

Morgens 6 Uhr.

332 11‘‘‘Par. | 333,72‘‘‘Par. | 334,93‘‘‘Par.

Abends 10 uhr.

Nach einmalig

Beobachtung,

Nachmittags 2 Uhr.

Quellwärme 6,7% y,

des Königs wurde zu Anfang des

Dienstag,

Heiligthümer hersiellte, den Helden

Thé¿aulon.

J ubelfeier ver-

Musik sich bis Dienstag, E:

Die Mo-

22! 1/19: Do Span. 19!/4.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 24. Januar. Niederl. wirkl. Schuld 53!/4.-- 59 Passive 47/1

geben werden.

Kanz - Bill.

59 do. 101!/,. Zins!

Ausg. Sch. —.

ris, große Oper in 4 Akten, aus dem Französischen mit Ta Musik von Gluck.

Im Schauspielhause : amours, vaudeville par Scribe. La comtesse du tonneau, vauderville nouveau en 2 actes, par Il

Mittwoch, 31. Jan.

Königliche Schauspiele. 30. Jan. Jm Opernhause: Jphigenia in Ty

Spectacle demandé: 1) Les premin

Französische Vorstellung.

dônigs8städtishes Theater. 30. Jan. Hinko, der Stadtschultheißen Ou

von Nürnberg. Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorsyik: „Der jüngere Sohn‘/, von Charlotte Birch-Pfeiffer.

Wegen andauernder Krankheit des Herrn Höfer kann di Oper: „Die Familien Capuleti und Montecchi‘/ heute nicht g

Redacteur Ed. Cottel. Gedrut bei A. W. Hayn.

den Strom zwischen segensreichen Ufern. Durch Kabinets-Ordre vom ! 5?/z. Prenss, Präm.-Sch. 112!/4. Poln. —. Oesterr. Met. —. @ R S T E en i R I Da eme ania R a E C ————————— e E , Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Skaaten, [deren Handlungen und Verfügungen auerkeunen und / +9 f : Juteressante Neuic feit.

B e s an n i ma < U 1 g én. ¡übernehmen müsen, vou inen E Rechuungélegung, L l [ c ra r1 sche A 113 c 1g en So eben if in der J oh. P auf 1 i Nothwendiger Verkauf. noch Ersaß der gehodenen Nugungen Y fordern D M eben erschien und ist an alle Buchhandlungen Aa qu E e und in allén guten

K öni icht. ‘echtigt sind, soudern sich lediglich mit dem, was als-|vecsandt : uchhandlungen zu haben,

Kah, Saum ge L y V i die von dem Hohen Minisierium der aus-|Dümmler, Linden Nr. 19:

Das in der Fuvalidenstraße Nr. 34 belegene Grund- stü des Doctoris philosophiae Schumann, abgeschäßt auf 12,225 Thlr. zufolge der nebst Hypotheken-Schein und Bedingungen in der Registratur einzusehenden Tare, soll’ i

am #. Mai 1838, Vormittags um 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. :

Der dem Aufenthalte nach unbefaunte Doctor phi- losophiae James Schumann wird bierzu öffentlich

vorgeladen.

P ublicandum. i

Zur freiwilligen Subhastation der im ehemaligen Camminschyeu Kreise, 0 im Flatower Landraths- Kreise belegenen Herrschaft Krojanke, welche nach dem Hypothekenbuche aus der Stadt Krojaufe Nr. 138,

Bontowo Nr. 16,

Krojanker Hammer Nr. 93,

Dssowko oder Wengorsz Mr. 203,

Pedczewo Mr. 206,

ediin oter Zalesie Nr. 207, Pedeufen Mr. 215, mirdowo Nr. 274,

FTarnewke Nr. 301, : besteht und von der Landschaft auf 188,636 Thlr. 15 sgr. abgeschäßt worden, ist ein Termin auf

den 2. Mai 1838, Vormittags um 10 Uhr, vor dem Herrn Ober-Landesgerichts-Rath Fuchs hier- selbst anberaumt, zu welchem Kauflustige mit dem Bemerken vorgeladen werden, daß die Taxe und die Vexfaufs-Bedingungen in der hiesigen Registratur zur Einficht bereit liegen.

Marienwerder, den 25. September 1837. : Fivil-Senagt des Königl. Ober-Landesgericht s.

Edictal-Citation.

Der verstorbene Kastellan Joseph von Jaraczewsfi hat in scinem am 17. Juli 1801 errichteten und am 26. März 1816 eröffueten Testamente seinen Verwaud- ten vätérlicher Seite die im Schrimmer Kreise gelege- nen Güter Chwalikowo und Kolacin vermacht, und da diese Verwandte bisher nicht zu ermitteln gewesen, so werden dieselben hiermit öffentlich aufgefordert, sich bei dem unterzeichneten Gerichte spätestens iu dem am 18. Mai 1838 vor dem Referendarins von Colomb anstehenden Termine zu melden und ihr Verwandschafts- Verhältniß mit dem Erblasser nachzuweisen, widrigenfalls sie mit ihren Ausprücyen werden präcludirt und die ge dachten Güter dem sich meldenden Verwandten oder, falls ein solcher nicht vorhanden seyn sollte, dem recht- máßigen Erben zur freien Disposition werden verab- folgt werden, dergestalt, daß die sich später Meldenden

daun noch vorhanden, beguligen müssen. Posen, den 22. Juni 1837.

Königl. Ober-Landesgericht. 1. Abtheilung.

Edictal-Citation. =

Von dem Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz if in dem lber das auf 3776 Thlr. 26 sgr. 11 pf. manu: festirte und mit ciner Schuldenjumme von 8726 Tblr. 18 sgr. 10 pf. belastete Vermögen des Kaufmanns Au- gust Hecht am 12. September d. J. erd}fneten Kon- furs-Prozesse ein Termin zur Amneldung und Nacy- weisung der Ansprüche aller ctwaigen unbefanuten Gläubiger auf | den 3. März 1838, Vormittags um 11 Uhr, vor dem Herrn Stadtgerichts- Rathe Sack angeseßt worden, Dicse Gläubiger werden daher hierdurch auf- gefordert, sich bis zum FDermine schriftlich, in demsfel- den aber persönlich cder durch gesetzlich zulässige Be- vollmächtigte, wozu ihnen beim Mangel der Bekannt- haft die Herren Justiz - Kemmissarien Hirschmeycr, v. Ucfermann und Hahu vorgeschlagen werden, zu mel- den, ihre Forderungen, die Art und das Voerzugsrecht derselben anzugebeu und die etwa vorhandenen schrift- lichen Beweismittel beizubringen, demnächst aber die weitere rechtlicze Einleitung der Sache zu gewärtigen, wogegen die Ausbleibeuden mit ihren Ansprüchen von der Masse werden ausgeschlossen und ibnen deshalb gegen die übrigen Gläubiger cin ewiges Stillschweigen ¡vird auferlegt werden.

Breslau, den 27. Dftober 1837. ‘Königl, Stadtgericht hiesiger Residenz.

1. Abtheilung.

Edictal-Citation.

Nachdem über das Vermögen des hiesigen Kauf- mann Louis Krause per decr. vom 21. Oftober c. der Konkurs eröffnet worden, werden aile unbekannten Gläubiger desselben hierdurch aufgefordert, in dem auf

den 23. Mai 1838, Vormittags 9 Uhr, vor dem Königl. Land- und Stadtgerichts - Assessor Herrn Fiebig aubergaumten Liquidations- und Verifica- tions - Termine persöulich oder durch zulässige Bevoll- mächtigte, wozu ihuen die Herren Justiz-Kommissarien Woke und Ebert vorgeschlagen werden, zu erscheinen, ihre Ansprüche an die Koukurs - Masse gebührend an- zumelden und deren Richtigkeit nachzuweisen, widr'gen- falls sie mit allen ihren Lorderunzen an die Masse präcludirt und ihuen deshalb gegen die übrigen Gläu: biger ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird.

Glas, den 15. Dezember 1837, Königl, Preuß. Land- und Stadtgericht.

Krause.

wärtigen Angelegenheiten mir in Verlag gegebene Staats-Schrift:

Darlegung des Verfahrens der Preußischen Regierung gegen den Erzbischof von Köln. Vom 25. November 1837. Mcebst Beilagen zu der Darlegung und einem Anhange, welcher die Uébersebung ; der in den Beilagen vorkemmenden latcinischen Aften- stücfe cuthält. Jn den nicht von mir bezogenen Exempla- ren is auch die Uebersegung der Aftenstücke nicht vorhanden. E Das Ganze ist 11 Bogen in gr. 4to. stark, auf fei- nem Maschinenpapier sauber gedrucit. Der Preis pro Exemplar broschirt 72 sgr. Berlin, deu 29. Januar 1838. A. W. Havn, Buchhändler, Zimmersiraße Mr. 29.

So eben ist ershienen und in der Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplaß Nr. 2, zu baben: Nacurgeschichte des Pflanzenreichs

von Dr. A. B. Reichen ba ch. i 4s Heft und 2s und letztes Einleitungéhest, Preis cines Heftes illum. 15 sgr., schwarz 7+ sgr.

Da fein ähuliches Werk bei einem so ausführlichen Terte und so vielen und saubern Abbildungen für einen so geringen Preis zu habeu is, mehrere Zeit- christen sich auch schon sehr vortheilhaft über dieses Werk ausgesprochen haben und der Verfasser durch mehrere naturgeschichtliche Volksschriften rühmlichst be: fanut is, so enthalten wir uns aller weitern Anpreisungen.

Allgemeine Pflanzenkunde

oder Einleitung in die Botanik. Mit besonderer Berücksichtignng der Physiologie, Ter- minologie und Syslematifk. Für Schulen und zum Selbstunterricht bearbeitet und durch mehr als 400 Abbildungen erläutert von Dr. A. B. Reichenba ch. Mit 8 lithographbirten Blättèrn. Brosch. Preis illum.

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Franz Paula von Gruithuisen's (Professors zu München 2c.)

Kritik der neuesten Theorieen der Erde un

Sieg der Natur über dieselben.

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historifer, Phvsifer und Astronomen. Gr. 8vo. Brosch. Preis 10 sgr.

Ucber dicses geistvolle Schriftchen etwas Empfehla

des zu sagen,

nöthig. Was es enthält, bezeichnet der Titel gaaz gent

und daß der Junhalt ausgezeichnet sey, dafür der Name des berühmten Herrn Verfassers, den

Gelehrten nur mit hoher Achtung neunen. Nurf Bemerkung wollen wir uns noch erlauben, daß di Schriftchen gleich interessant und wichtig für Geoloß

Naturhistorifer, Physifer und Astrouomen, wie |

gebildete Laien ist.

N Schlegel’s sämmtliche Werke, 10

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C. Paul, Ober-Landesgerichts-Neferendarins u0d llgemeines Regisir(/ tur- und Kanzlei-Reglement für amn

Königl. Preuß. Staaten, mitder zur Zeit ne®

Kriminal-:Actuarius,

lihe Landes - Justiz - Kollegia in

anwendbaren, vor und seit der Gesetesfkraft de

ben bis zum Jahre 1836 incl. erschienenen, hin

jedem concernirenden Paragraphen nach der at ] Paragraph dense

folge geordnet wörtlih abgedru>ten, ergänzenden , abändernden oder erläuternden: seßen, Verordnungen und Resfripten:

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chen Verlagsbuch in Berlin bei Ferd

hlt die Verlagshandlung nicht fi

Besoldungen und Emolu- Z i und Ot

mit eineut chronologischen Register. 395 Seiten starf-

Allgemeine

¿ 31

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Zeitungs-Nachrichten. A u 8l a n d.

Rußland und Polen.

Warschau, 26. Jan. Um den ärmeren Einwohnern von zarschau bei der jebigen Theuerung der Lebensmittel einige (eichterung zu gewähren, hat der Fürst -Statthalter 10,000 chetwert oggenmehl aus den Regierungs - Magazinen zum ntlichen Verkauf für den allgemeinen Gebrauch hergegcben d den Preis für den Korzez anfangs auf 17'/2, einige Tage iter aber no< niedriger, nämlich auf 15'/2 Gulden festgesebt, (ches sogleich die Folge hatte, daß die Marktpreise des Rog- s überhaupt heruntergingen. Ein Theil dieses Mehls wird , zu Brod verbacken, den öffentlichen Verkäufern übergeben, d diese mússen die ihnen gelieferten Brodte zu dem ihnen immten Preise von 5 Groschen verfaufen.

FLanklrets6.

Die Deputirten-Kammer hielt am 25. Januar nach erer Unterbrehung wieder eine dffentliche Sibung, die je- 5 nur eine Stunde dauerte. Zunächst zeigte der Präsi- Int an, daß der Marschall Clauzel und der General Thiars, Beide doppelt gewählt worden sind, sich resp. für Toulouse d Lannion entschieden hätten. Hiernach müssen die Wahl- llegien in Chalons an der Saïne und Rhetel aufs neue zu- mentreten, um jedes einen Deputirten zu wählen. Der iegs- Minister legte hierauf einen Geses - Entwurf vor, nach die Regierung der Wittwe des vor Konstantine geblie- en Generals Danrémont eine Pension von 10,000 Fr., die h ihrem Tode zur Hälfte auf jedes ihrer Kinder übergehen auszuseßen beabsichtigt. Ein zweiter Geselz-Entwurf, den elbe Minister einbrachte, betraf die Aushebung des gewöhn- en Truppen-Kontingents der $0,000 Mann von der Klasse 1837. Nachdem beide Gese - Entwürfe zum Drucke ver- sen worden, verlas der Graf von Larochefoucauld eine ihm herrührende Proposition des Jnhalts, daß man känftig auch den Urtheilen der Kriegsgerichte das Erkennen auf mildernde stánde einführe. Die Majorität der Versammlung autorisirte den tragsteller, diese Proposition in einer der nächsten Sizungen entwickeln. Herr Mercier verlas einen anderen Antrag, gen Modifizirung verschiedener Bestimmungen des Reglements Kammer. Auch diese Proposition soll späterhin näher ent- ele werden. Eine dritte Proposition rührte von Herrn dean, Deputirten des Departements des Morbihan, her, ) betraf die bereits viel besprochene Einführung eines ims für die Deputirten. Derselbe {lug zu diesem Be- als Staatskleid einen s{warzen Frack mit einem silbernen ilirten Schilde vor, dessen Form die Quästoren näher zu immen haben würden. Dieser Antrag sollte bereits am fol- den Tage motivirt werden. Die Sibung, die im Uebrigen feinem erheblichen Interesse war, wurde bereits um 3 Uhr dex aufgehoben.

Paris, 25. Jan. Gestern gab der Herzog von Orleans großes Diner, zu dem die Gesandten Oesterreichs, Preußens Rußlands, und mehrere Pairs und Deputirte eingeladen en. Nach dem Diner fand in den Gemächern der Herzo- von Orleans ein Konzert statt. Man bemerkte unter den geladenen mehrere Mitglieder der dynastischen Opposition, denen der Herzog von Orleans sich ziemlich lange unterhielt. Es heißt, der Baron von Barante werde den Botschafter- en in London, und der General Sebastiani bei seiner Ab- fung den Marschalls-Stab erhalten. Die Mittheilungen des ministeriellen Temps über die schen Angelegenheiten stehen mit der (gestern erwähnten) lirung der „Charte de 1830“ einigermaßen im Widerspruch. ‘erstgenannte Blatt sagt nämlich: „Es sind seit einigen Tagen hiedene Gerüchte über unsere Lage in den Afrikanischen vinzen in Umlauf. Unsere dortigen Streitkräfte, deren tiv-Bestand sich auf 45,900 Mann beläuft, sind indeß hir- end, um jede ernstlihe Besorgniß zu verscheuchen. Man bei dem Abschlusse des Traktats an der Tafna immer usgeschen, daß der unruhige Charakter Abdel-Kader's wohl Lehre nothwendig machen dürfte, die ihm den wahren n des Vertrages ins Gedächtniß zurückriefe. Es scheint, der Emir, dur<h Jnterpretirung des Traktats, seine Macht die Ernennung mehrerer Bey's habe ausdehnen wollen. h) Berichten, die mehr oder weniger zuverlässig sind, hätte Vassen aus Marokko kommen lassen, und einige der Ban- Achmet-Bey's in seinen Sold genommen. Er soll indessen einigen Demonstrationen von unserer Seite sein Unrecht eschen haben. Nichtédestoweniger hat der Marschall Valée U Mann, die nach Frankreih zurückkehren solltén, E und auch angedeutet, daß wohl eine Verstärkung von 900 Mann nothwendig werden“ dürfte, falls er sich zu ei- Expedition entschließen müßte. Man sieht, was auch ge- jen mdge, daß unsere in dem Traktat festgeseßte Souverai- t fein leeres Wort is, und daß unsere Regierung es mit ren Besikungen und mit der Unterwerfung der Eingebor- Doi, nimmt. ‘‘ Mm ernehmen nach wird der Stadt-Rath, gemeinschaft- it dem Stabe der National - Garde, ein großes Fest zum G der Armen veranstalten. en sollte in dem Vaudeville-Theater ein neues Stück L werden. Vor Eröffnung des Theaters hatten sich schon edeutende Menge Menschen vor dem Eingange versam- als pldilich in dem dicht an das Theater - Gebäude grän- en Kaffeehause Feuer ausbrach. Die Sprige des Theaters pn Glücke gleich bei der Hand, und das Feuer war nach auf einer O Stunde gelöscht; aber die angekündigte ellung mußte verschoben werden, da alle Treppen und das Es des Theaters förmlich übershwemmt waren.

s8\haben in Paris seit dem Jahre 1804 bis zu Ende des Jah-

4 -

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res 1837, also in 33 Jahren, 25,327 Feuersbrünste stattgefunden ; die dabei erlittenen Verluste veranschlagt man zu 23,786,890 Fr. Der Werth der Mobiliar - Gegenstände und Häuser, die sich in Paris befinden, wird auf 13 bis 14 Milliarden geschäkt. Im Monat Januar 1837 erfolgten in Paris 206 Schornstein- und 22 andere Brände, wogegen allein vom 1sten bis zum 20sten b Le 328 Schornstein - und 34 andere Brände stattgefunden aben.

_Die Madrider Journale vom 17ten d. beschäftigen sich ausschließlich mit den Debatten der Französischen Patrs - Kam- mer über die Interventions- Frage. Der Senat und der Kon- greß E am I6ten Si6ungen gehalten, aber sih nur mit Abfassung ihrer Reglements beschäftigt. j

„Man schreibt aus Logroño vom löten d., daß der Gene- ral Alaix an der Spihe seiner Division und eines Theils der Garnison von Pampelona über Lerin auf Estella marschirt sey, um den Feind dorthin zu lo>ken, wodur<, wenn ihm dies ge-

| länge, die Verbindung mit Frankreich gesichert werden würde.

| zu geben, und diesen Mittelwe

____Im Constitutionnel liest man: „Das Journal du Commerce meldete gestern, daß das Englische Kabinet unserer Regierung den Vorschlag gemacht habe, Spanien gemeinschaft- lich eine Geld - Unterstüßung zu bewilligen. Wir glauben aus guter Quelle zu wissen, daß diese Nachricht ganz ungegründet ist. Lord Palmerston befindet sih gewissermaßen in derselben Lage vor dem Englischen Parlamente, wie Herr Molé vor der Kammer. Das Unterhaus ist im Allgemeinen eben so wenig wie unsere Deputirten-Kammer geneigt, neue Ausgaben gutzu- heißen; England kann aber wenigstens zu seiner Entschuldigung sagen, daß es weder sein Gold, noch seine Soldaten, noch seine Schiffe in Spanien geschont habe. Wir unsererseits glauben übrigens, daß die Französische Regierung es hinsichtlich der Geld-Unterstüßung eben so machen werde, wie mit der Unterstüßung an Truppen; viel, wird man sagen, heißt uns

, kompromittiren, wenig, das ist Frankreichs niht würdig; es

giebt nur einen einzigen schi>klichen Mittelweg, nämlich nichts wird man einschlagen.“

Die Handels-Kammer zu Marseille ist von dem Französischen Konsul in Barcelona benachrichtigt worden , daß die Karlisten in Catalonien vier Fahrzeuge als Kriegsschiffe ausgerüstet ha- ben und dieselben an der Mündung des Ebro kreuzen lassen. Der Konsul fügt hinzu, daß diese Kreuzer bereits drei Franzd- sische Schiffe mic Getraide, Seidenwaaren und Hanf, zum Ge- sammtwerthe von 130,000 Fr. aufgebracht hätten. Die Fran- zösische Brigg „„le Volage“/ ist in. Folge dessen nah jenen Ge- wässern beordert worden, um die Französische Flagge zu beshüßzen.

Heute war hier das Gerücht verbreitet, daß in Griechen- land ernstliche Unruhen ausgebrochen wären, und daß die Fran- zösische Regierung dem von dem Admiral Gallois kommandir- ten Geschwader den Befehl ertheilt habe, unverzüglich nach Athen zu segeln.

An der heutigen Börse unterhielt man sich fast ausschließ- lich von dem Reductions-Plane der Herren Fould und Gouin, der darin bestehen soll, den Inhabern der 5proc. Rente ihr Kapital al pari oder 3proc. Rente zum Course von 75 pCt. an- zubieten. Obgleich man nicht glaubt, daß die Kammer den Plan in dieser Form annehmen werde, so genügte doch der Umstand, daß die Konvertirung ernstlich zur Sprache gebracht werden soll, um die Course der Rente zum Weichen zu brin- gen. Die Spanischen Papiere, die sich bit geraumer Zeit un- be veglich auf 203/, hielten, sind heute auf 20 zurückgegangen.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz- zung vom 22. Januar. Als Herr Grote seinen Antrag stellte, daß Herr Roebuck heute Abend, ehe die Kanadische Bill zur zweiten Verlesung käme, gegen diese Bill an der Barre des Hauses vernommen werden möchte, protestirce Herr Glad- stone gegen die Anerkennung dieses Herrn als Agenten des Versammlungs - Hauses von Nieder - Kanada, wenn man ihn auch um der Billigkeit willen, da er das Vertrauen jenes Hau- ses besike und mit den Angelegenheiten der Kolonie genau be- kannt sey, anhdren könne. Lord John Russell meinte indeß, man kdônne Herrn Roebuck immer als einen von jenem Ver- sammlungshause zur Vertretung seiner Juteressen erwählten Agenten betrachten, ohne daß man diesen Charakter, da er dar- in durch keine von dem Gouverneur der ‘Provinz genchmigte Bill bestätigt worden, als einen offiziellen anzusehen, ohne daß man ihn als Agenten der Provinz anzuerkennen brauche, denn obgleich er als solcher niemals anerkannt worden, habe er doch ófter als Vertreter des Kanadischen Versammlungs-Hauses Kon- ferenzen mit dem Kolonial - Minister gehabt. Lord Stanley sagte, er stimme dem edlen Lord vèllig darin bei, daß das jekige Ministerium durchaus keinen Grund haben kdnne, sich dem Er- scheinen des Herrn Roebuck als Agenten vor der Barre zu wi- derseben. „Herr Roebuck“, sagte er, „ist von dem Kolonial- Amte als Ägent des Versammlungshauses empfangen worden; das Ministerium hat die Aufnahme des gelehrten Herrn geneh- migt und kann daher jeßt nichts dagegen einwenden, ihn in die- ser Eigenschaft zu hören. Jch glaube aber, daß das jekige das einzige Ministerium ist, welches Jemand, der sich beständig in England aufhält, als Agenten einer Kolonie empfangen hat. Kanada ist die einzige Kolonie, die das Recht verlangt hat, in England repräsentirt zu werden. Die eigenthümli- chen Umstände, in welche die Kolonie versekt wurde, bewirkten jedoch, daß die beiden Zweige der Legislatur sich nie úber die Person des Agenten einigen konnten.“ Unter gewdhn- lihen Umständen , bemerkte der Redner ferner, würde ganz einfach das Versammlungs - Haus einen Agenten ernannt ha- ben, der dann vor der Barre des Hauses wäre vernommen worden. Dazu sey aber jet allerdings keine Zeit. Auch stehe er gar nicht an, zu erklären, daß Herr Roebuck die Ansichten des Versammlungs - Hauses vollkommen repräsentire, und er zweifle keinesweges, daß das Versammlungs ‘Aue wenn es einberufen werde, Herrn Roebuck zu seinem Vertheidiger vor

E Ee E S Ce Ee r A T E E Ee E E E e

Preußis<e Staats-Zeitung.

Berlin, Mittwoch den 3lîo Fanuar

1838.

dem Unterbause ernannt haben würde. Er habe daher nichts dagegen einzuwenden, daß man Herrn Roebu, selbst in der Eigenschaft als Agenten des Versammlungshauses, hdre, doch wünsche er, daß man dies nicht als ein Recht, sondern nur als eine Gunst betrachte. Sir G. Grey bemerkte, wenn der vorige Redner es erwähne, daß das Ministerium Herrn Roe- buck als Agenten von Kanada anerkannt habe, so mdge er doch bedenken, wie Herr Vigat empfangen worden sey, als er (Lord Stanley) an der Spike des Kolonial - Departements gestanden habe. Herr Vigat sey mehrere Jahre von dem Gouverneur von Kanada besoldet worden, und Lord Stanley habe dies gut cheißen. Herr Roebu>k sey übrigens nicht in derselben Figenshaft im Kolonial - Amte empfangen worden, wie Herr Vigat; Ersteren habe man nur aus Hôöslichkeit empfangen, wie dies mit jedem der Fall seyn würde, der irm Interesse Nieder - Kanada’'s komme. Nach einigen Bemerkun- gen der Herren C. Buller und Hume wurde beschlossen, daß Herr Roebuck vor der Barre des Hauses gehört werden solle. Lord J. Russell trug auf die zweite Lesung der Kanadischen Bill an, und Herr Hume schlug vor, daß man, um Herrn Roebucë besser höôren zu kdnnen, die Barre vorrúcken solle, wie es auch bei der Vernehmung O’Connell’s und Anderer der Fall gewesen sey. Nachdem dies geschehen, wurde Herr Roebu> hereingeführt. Herr Roebuck erschien nun, mit einer Anzahl von Büchern unter dem Arm, an der Barre des Hauses und rechtfertigte sich zuerst über seine Eigenschaft als Agent des Versamm{ungshauses von Nieder-Kanada, indem er die Resu- lution dieses Hauses, durch welche er dazu ernannt wurde,

und ein Schreiben des Sprechers, womit dieser ihm jene Resolution mitgetheilt hatte, vorzeigte. Dann dat er im voraus um Entschuldigung, wenn er si{< ron

seinem Eifer vielleicht zu einigen starken Ausdrúcen fortreißen ließe, da er hier erscheine, um mehrere Ministerien, besonders aber das jeßige, einer schlechten, ja verbrecherischen Vertvaltung der Provinz Kanada anzuklagen und das Versammlungsßaus gegen eine Straf-Bill, denn so müsse er die vorliegende Maß: regel nennen, zu vertheidigen. Statt daß also die Minister, als die Schuldigen, bestraft werden sollten, seyen diese Willens, das Versammlungshaus zu strafen, welches siets mit der grdöß- ten Weisheit gehandelt und nichts gefordert habe, was die Jn- teressen seiner Konstituenten nicht dringend erheischt hätten. Eine Bill, wie die vorgeschlagene, würde selbst für die knechtischen Bewohner Hindostans eine Schmach seyn, geschweige für freie und constitutionnell repräsentirte Britische Kolonisten. Der Redner erklärte dann, daß er selbst nicht das mindeste persdn- liche Jnteresse bei dieser Sache habe, und daß es ihm keines: weges um eine Trennung zwischen der Kolonie und dem Mur- terlande , sondern im Gegentheil um die Erhaltung des Ver- bandes zwischen beiden zu thun sey; wenn aber dieses Band nur mit Schande aufrecht erhalten werden könnte, dann frei- lih würde er der Erste seyn, der eine Auflösung desselben vor- hlüge. Er stehe hier bloß, fuhr der Redner fort, als Vertheidiger des Versammlungshauses von -Nieder Kanada; mit einer andern Provinz oder Angelegenheit habe er nichts zu thun. Er stehe auch nicht hier, um eine Empörung zu rechtfertigen; eine Empdrung müsse sich selbst rechtfertigen. Hierauf ging der Redner ¿n eine nähere Betrachtung der Geschichte von Nieder-Kanada ein, um zu zeigen, wie sehr sich das Versammlungshaus dieser Kolo- nie úber die Britische Regierung zu beschweren habe, und wie langmüthig es in seinen gerechten Forderungen ge- wesen. Nur wenn man diese gewähre, behauptete er, fônne man allem Unfrieden ein Ende machen; nehme man aber die von dem Ministerium vorgeschlagene Bill an, so würde Krieg, Elend und endloses Unheil die Folge seyn. Als Herr Roebuck seine lange Rede geschlossen hatte, trug Herr Hume in einer ebenfalls sehr weitläufrigen Rede auf Verwerfung der Kanadischen Bill an. Sir G. Grey, Lord F. Egerton, Herr Pakington und Herr E. R. Rice unterstüßten diese ministerielle Maßregel, wogegen Herr Leader sich ihr aufs heftigste widerseßte. Um 12 Uhr wurde die Debatte auf den nächsten Abend vertagt. D

London, 23. Jan. Ihre Majestät die Königin hielt heute im Buckingham - Palaste eine Geheimeraths - Versammlung, in welcher wahrscheinlich über die Kanadischen Angelegenheiten bes rathschlagt wurde, da die Regierung mit dem in Liverpool ans gelangten Packetboot „Virginian“/ neuere Depeschen aus Ame- rifa erhalten hat. Der Inhalt derselben i| zwar no< nicht bekannt geworden, aber nach den Privatnachrichten, die von noch späterem Datum sind, als die offiziellen Depeschen, scheint die Rebellion in Kanada nun in der That völlig unterdrückt zu seyn. Der Courier äußert slh darüber folgendermaßen: „Die zu Grand -Brule konzentrirten Jnsurgenten haben sich dem Ge-

neral Sir John Colborne auf Gnade und Ungnade ergeben,

und wir können daher den Bürgerkrieg in Kanada als gariz beendigt ansehen. Bis jeßt hat die Regierung zwar noch ketne offiziellen Berichte, die so weit reichen als die Privatnachrich« ten, welche jenes Resultat melden, aber diese leßteren sind von der Art, daß nicht der geringste Zweifel an dem schon er- warteten vollständigen Siege Sir John Colborne's übrig bleibt. Dieser tapfere Offizier scheint mit großer Geschiklichkeit getroffen und mit eben so großer Kraft ausgeführt zu haben. Die Expedition hat mit gänzlicher Zerstreuung der Insurgenten geendet, die, wie wir mit Freu- den hdren , als sie von ihren Anführern verlassen waren, die größte Bereitwilligkeit zeigten, zu ihrer Unterthanentreue zu: rüzukehren, indem sie sogar die Königlichen Truppen mit Ju: belruf empfingen. Auch freut es uns, anzeigen zu können, do die Amerikanischen Zeitungen nichts enthalten, wodurch ein im Unterhause erwähntes Gerücht von der Hinrichtung iroznd eines von den Anführern der sogenannten Patrioten in Ober- Kanada bestätigt würde. In Nieder-Kanada wurde tine An- zahl von Rebellen begnadigt, als sie sich auf dem Wege zur Hinrichtung zu befinden glaubten. Uebrigens kann uns dieser

seine Anordnungen -

Na A S E R De-A T E.

T: A: e D (E T A F S E B M:

Ct H O E IRE E ATS R Me M I Ag At D

S EMT O R T E E:

L M Cr En B

G E E F E C aid 5