1838 / 40 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

fouderu vorzüglich dem Vaterlande. Die bewährten Freunde (uuter ibneu manche Helden der Schlesischen Kriege) werdeu zu bedeutenden Kriegs- und Staats - Aemtern verwendet, Christian Wolff wird zu- rückberufen, Maupertuis , Algarotti, Euler, Voltaire werden aufge- fordert, zum Könige zu kommen. Ju Charlottenburg und Rheinsberg finden noch die freundschaftlichen Unterhaltungen statt , bis zu dem gro- fen Weudepunkte in der vaterländischen Geschichte nah dem Tode Kaiser Karl's Vl., am 20. Oktober 1740. Die Freunde folgen dem Köuig in die beiden Schlesischen Kriege. Mit Sieg gefrönt, fommt er nah Berlin zurück, und der Schmerz, den er über die To- desfälle Duhan's Kevierling's, Yordan's empfindet, und die treue Sorgfalt für die Magen sciner Freunde ehrt deu Menscheu nicht minder als den Sieger. : i y Jm vierten Abschnitt „der Philosoph von Sanssouci“ beschreibt Herr Preuß, wie im neuen Schlosse zu Sanssouci sich als Gesell- schafter aus der alten Zeit- noch Knobelsdorf, Stille, Chazot finden ; u ihnen werden geseüt die Generale Rothenburg und Golge, die Gesandten Valori und Rudensfjold, dic Brüder Keith, Maupertuis, Alaarotti, d'Arnaud, die Köuiglichen Vorleser Darget und La Catt; Pöllniß und La Mettrie werden eigentlich nur geduldet. Von Sans- fouci aus beginnt der Briefwechsel mit dem Marquis d’Argens, der für den König im siebenjährigen Kriege wurde, was ihm Jordan während der beiden ersten Schlesischen Kriege gewesen war, daher dieser Briefwechsel für die innere Geschichte des Königs so wichtig geworden ist. Der größte Theil des Abschnittes ist den Verhältuissen des Königs mit Voltaire gewidmet, die hier klar und übersicht!ich auseinuandergescßt sind. „Die moralische Begeisterung für Boltaire sagt Herr Preuß ganz richtig auf S. 166, „war in dieser Zeit schen rein vershwunden , aber die literarische war übershwänglicher als je, und Friedrich fonnte sich ohne den eigentlichen Besiß cines solchen Kopfes nicht zufrieden geben, den er mit stets gleicher Bewunderung als unerceihbar anerkannte, indeß sein eigner moralischer Charafter sich des eben so unbestrittenen Vorranges Zeugniß gab, auch bei Ge- legenheit sich es nicht versagte, bittern Tadel über den so unendlich reichbegabten Mann auszusprechen, dessen sittlichen Gehalt er eben so gern gesteigert, als seinen eigenen literarischen durch denselben aus- gebildet hätte. Der Raum gestattet uns nicht, die Eiazeluheiteu zu verfolgen, in denen Veltaire's Charakter bald als hämisch, neidisch auf Maupertuis und Andere, bald wieder schmeichelad und friechend erscheint, während der Köuig nié seine Haltuug verliert und Vol- O seine Schlechtigkeiten mehr als einmal sehr derb vorhält (¿. B. auf S. 186 und 194), bis denn das Vérhältniß auf einige eit durch Voltaire's Fecsthaltung zu Frankfurt am Main ganz zer- ört wird. Ueber diese Begebenheiten geben handschriftliche Bricfe des Dichters, die Napoleon aus dem Wiener Archiv wegnahm und die im Französischen Archiv zurücfgeblieben sind, als das andere geraubte Gut zurückgenommen wurde, nicht uuinteressante Aufschlüsse, worüber Herr Preuß Einiges in Schlosser's Geschichte des 18ten Jahrhunderts, IL. 453. (neue Ausgabe) finden wird. Von andern merkwürdigen Männern ge- denft dieser Abschnitt noch des General: Adjutanten Winterfeldt und des Geheimen Kabincts- Rathes Eichel, die aber nicht an den geselligen Freuden in Sanssouci Theil nahmen, denn fic arbeiteten umnittelbar mit dem Könige und wußten nur seine geheimsten Geheimuisse. Die fleinen Geld- und Haus- Angelegenheiten hatte der Kämmecrier Fre- dersdorff fortwährend unter Händen und findet dafür die herzliche Theilnahme. „Einige von den Briefen des Königs (die neuerdings herausgegeben \ind)‘‘, sagt Herr Preuß, „an den lcideuden Kämmerier verdienten in Gold gegraben zu werden, so sehr sie gegen die Sprach- Gesege sündigen!“ Friedrichs Verhältniß zu seiner Mutter und zu seinen Geschwistern, den Prinzessinnen Ulrike und Amalie, den Prin- zen Heinrich, Wilhelm und Ferdinand, bleibt zärtlich und freundlich, und war gleich für die Brüder die große Gebundenheit in Potsdam nicht so ganz behaglich, so schlossen sie sih dafür um so enger an ein- ander an zu Freuden und zu Schmerzen und wurden dadurch ihres großen Bruders noch würdiger. i Was seine Freunde und Verwandte dem Könige werth sind, zeigt si ganz besonders in den langen Mühen, Sorgen und Entbehrun- des siebenjährigen“ Krieges. Wir müssen auf Mittheilung der chbönen Stellen aus des Königs Briefen verzichten und können nur Einzelnes aus dem für die innere Geschichte Friedrich's so Überrei- cen fünften Abschnitt (die Jahre von 1753 —1763) beraushebeu. So gedenken wir denn seiner Trauer über den Tod seiner Mutter, über den Verlust seines über Alles geliebten Winterfeldt, über den Tod seiner Lieblings\chwester von Baireuth, die in derseiben Stunde starb, als ihr Bruder den Verlust bei Hochkirch erlitt, und sciner herz- lichen Theilnahme au dem Geschick Peter's Ul. von Rußland, den er scinen Freund, seinen Retter nennt, ohne den er hätte unterliegen müssen. (S. 295.) Fouqué, Herzog Ferdinand von Braunschweig, Guichard, der Englische Gesandte Mitchell, Prinz Heiurich, Mylord

Marcchal, teten jeßt in den Vorgrund ; Voltaire?s alschheit, seiue

empyörende Freude über des Königs Unglück, seine chamäleonsartige Geschmeidis eit zeigt sich wieder auf das B (man sehe besonders S. 271 ff. 285), und doch hôrt Friedrichs Briefwechsel mit ihm nicht auf. Das treueste, redlichste Gemüth spiegelt sich dagegen in den Briefen des Marquis d'Argens, dem sih dafür auch der König ganz hingiebt. Ern und Scherz, Politif und Literatur, der Wunsch, den Marquis bei sich zu scheu, und die zärtlihsie Sorge für dessen Gesundheit, machen diese Bricfe zu den interessantesten, die Friedrich je geschrieben hat. Und in weldtar Zeit hat er sie geschrieben! Ebeu so erinuert er sich mit der größten Freundlichkeit an die Liebhabereien der Einzelnen unter seinen Freunden; er sendet an d’Alembert einen Trosibricf, als seine Encyclopädie in Frankreich verboten wird, an seinen Bruder Ferdinand und den verwundeten General Seydliz Exemplare seiner Beirachtun- gen über Karl den Zwölften, an seine „gute Mama“‘, die Gräfin von Camas, Spanischen Schnupf - Taback „mitten aus dem Hundeleben, welches er eigeutlih führt“ (S. 279), an scine Gemahlin und an seine Schwägerinnen Meißner Porzellan u. st. f. mit einem Worte, die Geschichte des sicbenjährigen Krieges liegt nicht in Tempelhof al- lein, wie Herr Preuß sih an einer Stelle mit voller Wahrheit ausdrückt. i L Der sechste Abschnitt heißt „Widerschein der alten Zeit.“ Neùe Bekanntschaften finden sich nicht, aber mit Güte hält Friedrich an den alten, bewäbrten Freunden fest, sie mögen ihm fern oder nahe seyn. Mit d'Alembert, Algarotti, d'Argens einigt ihn die frühere Liebe und Achtung, der edle Lord Maréchal und der Greis Fouqué, der Genosse sciner schönsten Zeit, werden mit der rührendsten Sorg- falt geehrt, die Generale Leutulus, Seydlis, Krofow, Krusemark find die Zierden des Gesellschaftsfreises, der sich aber immer mehr durch Todesfälle und: andere Verlusie auf eine ficine Yahl beschränkt. Den Kindern des verstorbenen Pzinzen von Preußen widmet Friedrich die väterlihste Sorge, seine Schwester Amalie lebt mit ihm in engsier Freundschaft, und den Tugenden seiner Ge- mahlin ließ er uie die wohlvcrdiente Huldigung fehlen. Literatur und Musik füllten noch immer des Königs Erholungsstunden aus. So wird unter Anderem (S. 354) eines Konzertes aus dem Jahre 1770 erwähnt, wo im Neuen Palais die verwittwete Kurfürstin von Sachsen den Flügel spielte und sang, der König, von Quang beglei: tet, die erste Fibte blies, der Erbprinz von Braunschweig die erste Violine spielte und der Prinz von Preußen das Violoncell. i Fn den lezten acht bis neun Jahren wird des Königs Leben in Sanêfouci immer stiller, Freunde und Verwandte fordert der Tod ab, Friedrich muß lernen, allein zurückzubleiben. Aber ihn tröfiet und erhebt die Sorge für scin Land, der Durst nah Wadhrbeit und Schönheit und die Lektüre der besten Schriftsteller aus dem flassischen Alterihume, die ewig jung bleiben. Jun der jüngeren Famiiie des Kö- niglichen Hauses zeigt sich Friedrich sclten. Die alten Freunde sicht er gern in Sanssouci von Zeit zu Zeit bei sich, so die Generale Gaudi, Cha- ot, Anhalt, in den leyten Wochen seines Lebens sind Marquis Lucche- sini, die Generale Gêrß und Schwerin, der Oberst Pinto und der Minister Hertberg meistens um ihn, doch Über die ciifmonatlichen Kêr- perleiden héren sie fein Wort; der König schlummert in stiller Ruhe ein; nur zwei Hausbediente waren Zeugen dieses großen Augen- blicfes. E | L i Die Stelle, wo er starb, ist für Preußen ein heiliger Ort. Sie erinnert an des cdlen Monarchen beste. Stunden, an das frischeste Leben seines Geistes. Aber sie erinnert uns auch, daß von allen de- nen, welche diese heiteren Stunden mit ihm getheilt haben, Keiner eine solche Gunst zu unerlaubter Vertraulichfeit jemals hat miß- brauen dürfen. Denn auch hier blicb Friedrich König und Selbst- herrscher. N.

Auswärtige Börsen, Amsterdam, 2. Februar. . Niederl. wirkl. Schuld 537/16 59/9 do. 101°/g.

2223/4. 59/6 Span. 19. Passive —. Ausg. Sch. —.

Preuss. Präm.-Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. 102!/g.

Antwerpen, 1. Februar,

Zins!. 6. Neue Anl. 19. Hamburg, 5. Februar. Bank - Actien 1410. 1406. Engl. Russ. —.

39% Neue Anl. 18!/,.

London, 30. Januar.

Kanz - Bill.

Zins]. —.

Passive

59/, Port. —. de.

Cons. 39/, 92!/,. Belg. 1013/4. Neue Anl. 19'/,. Passive 4!/g. (9 i 5 Ï 59 102!/,. DO/S Port. 28/4. do. $9, 18!/,. Engl. Russ, 112. Bras. 7293/4. Columb. 24'/, Mex.

Ausg. Sch. 7!/g. 21/,0/0 Toll. 53!/g. Peru 19. Chili —.

2W!/,. i Paris, 2. Februar.

5% Rente fin cour. 109. 95. 39/9 fin cour. 79. 90. 59/6 Neap.

fin cour. 98. 65. 59%/, Span. Rente 193/,.

Passive 43 ps Portug. 18! /,.

Iv

Meteorologishe Beobachtung. Morgens | Naqzmittags | Abends Nah e!nmali

1838. liger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung,

6. Februar. 240,01/Par. |339,11/“Par.|329,61‘‘Par. Quellwärme 6,70 Flußwärme (0,y0 A Bodenwärme =—2,19 Ausdünstung 0,619,,L Niederschlag 0, Wärmewe@se[

7,99,

Luftdruck Luftwärme ... |— 5,59 R. |— 449R. |— 5,20 R. Thaupunkt …. |— 5,99 R. |— 6,19 R. |— 589 R. Dunfisättigung | 90 pCt. 91 pCt. 90 pCét. Nebel. trübe. trübe. W. W. W. Wolkenzug W. _— Tagesmittel: 339,58‘// Par... 5,09 R... —5,99 R... 90 pet, V

_—

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 8. Febr. Jm Schauspielhause: Der Pf vater, Schauspiel in 4 Abth. Hierauf: Der Lüägner und \ Sohn, Posse in 1 Akt. 8

Freitag, 9. Febr. Jm Opernhause: Der Kapellmez aus Venedig, musikalisches Ouodlibet in 1 Akt. Hierauf; d Aufruhr im Serail, Ballet in 3 Abth., von Ph. Taglioni

Zu dieser Vorsielung werden Opernhaus-Billets mit nerstag bezeichnet verkauft. Die zur. Oper: Die Belage von Korinth bereits gelösten, mit Freitag bezeichneten 9, haus-BVillets bleiben zur nächsten Vorstellung dieser Oper gi

Sonnabend, 10. Febr. Im Schauspielhause: Muyj Quadrat, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Jch bleibe ledig, spiel in 3 Abth., von C. Blum. i

Im Konzert - Saale des Königl. Schauspielhauses: t scriptions-Ball. i

Sonntag, 11. Febr. Jm Opernhause : Armide, j heroische Oper in 5 Abth., mit Ballets. Musik von Glut“

Preise der Plá6e: Ein Plat in dea Logen des rj Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. 2c.

Im Schauspielhause, zum erstenmale wiederholt: Y/ wandiungen , Lustspiel in 2 Abth. , von A. Görner. Hit

1

Zurücksebung, Lustspiel in 4 Abth., vom Dr. C. Töpfer.

Königsstädtisches Theater.

Donnerstag, 8. Febr. Die Reise auf gemeinschaftliche )sten. Posse in 5 Akten, von L. Angely. Vorher: 0h oder Tochter? Lustspiel in 1 Akt, von Jsi.

Freitag, 9. Febr. Zum erstenmale: Fester Wille fh zum Ziele. Lustspiel in 2 Akten, frei nach dem Französi von B. A. Herrmann. Hierauf, zum erstenmale: Die neu Art, seine Schulden zu L Lustspiel in 1 Akt, nah F lesville und Varner, von C. W. Koch.

Sonnabend, i0. Febr. Lenore. Melodrama in 3 n F von C. von Holtei. (Neu einstudirt.) (Fräulein von Zahly vom Stadttheater zu Leipzig, neu engagirtes Mitglied dif Bühne: Lenore, als erstes Debüt.)

Markt-Preise vom Getraide.

Berlin, den 5. Februar 1838. Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 23 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rihlr, 20 Sgr. 8 Pf.; Roggen 1 Rthir. 6 Sgr. 3 Pf., auch \ Ku, 5 Sgr. 8 Pf.; große Gerste W8 Sgr. 9 Pf.; kleine Gerste d Gy 3 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf.; Hafer 23 Sgr. 2 Pf., auch 21 Wi 3 Pf.; Erbsen 1 Rthir 7 Sár. 6 Pf. : Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf., a 1 Rihlr. 25 Sgr. und 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rik 10 Sgr., auch 1 Rthlx. 7 Sgr. 6 Pf.z große Gerste 27 Sgr. 6} auch 26 Sgr. 3 Pf.; Hafer 22 Sgr. 6 Pf., auch 21 Sgr. 3 Y Sonnabend, den 3. Fctrxuar 1838. j Das Scho Stroh 6 Rthlr. 5 Sgr., auch 5 Rthlr. 108 Der Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 22 Sgr. 6 Pf.

Redacteur Ld. Cottel. Gidrudt bi A. W. Hapn. | Ä G C A E

pa

CEUOUIE E I

Bekanntmachungen.

aus Posen is wegen Anmaßung des Titels eines Re-

des &$. 1396 Tit. 20 Theil Il. Allg. Landrecht durch

13. April und 5. August v.

Berlin , deu 29. Januar 1838. E Das FJuquisitoriat des Königlichen Kammergerichts.

nbiicanduwm.

Nachlaß des am 2. Juli e, zu Danzig] Willers zu entrichten. : ; e E i romimisfarins Felsz ist auf dens Actum Lübe im Miedergericht, den 13. Jaunuar 1838.

Antrag der Benefizial-Erbeu desselben der erbschaftliche Siguldations - Proze eröffnet und zur Liquidation der

Allgemeiner Anzeiger für die P

Adminisiratoren der Debitmasse des unter der Firma A. Oen MOR a a roh Feldmann - i wig Anderfon|befiudet sich hierselbst ein öffentliche roclama ange-

De D oeeen Unt Tas des Ti j N aus alle O Schuldner der - irs 1 gli cht auf Grundsinsolvent gewordecncn Handiung A. Hoxrnemanu oder R e if Al, O n Juhabers O A. P A ingleichen d ie E i}e des Kriminal-Senates und des Ober-| jenigen, welche dem Leßteren oder der genaunten Panud- Ie M Segates des Königl. Kammergerichts vom|lung gehörige Effekten als Pfaud oder sonst zur X. mit der Strafe des\Sicherheit sür ihre Forderungen besigen, schuldig er-

Betruges belegt und dic Sirafe an ibm vollsireckt fannt werden, spätestens am 27. Februar des worden, was in Gemäßheit der gesetzlichen Bestimmun- f. J. 1839, die Gläubiger suh praejudicio praeclusì, gen hierdurch öffentlich bekannt gemacht wird. ihre Ansprüche bei dem Jmploranten, Herrn Dre. von d der Hude, gegen Empfang eines Anmeldungsscheins [lol mer zu Kiel.

anzugeben, die Besißer von zu. der gedachten Debit- masse gehörigen Effekten davon, bei Veriust aller ‘hnen daran ctwa zufichenden Rechte eben demselben Anzeige ju machen, die Schulduer ihre Schuld bei Strafe doppelter Zah!nung an dea Mitimplorantea Sr. N. H. |wünscht, zahlt 25 Friedrichsd’or p. P, j Das erste Pferd erhält den Subscriptions- Preis |plaß Nr. 1, is so eben erschienen : (welehen das Comité mit 150 Frd’or. garantirt) und 50 Friedrichsd’or aus den Stakes im Fall jedoch die unterzeichneten Stakes zu diesem Rennen, ohne

Hamburg - Altonaer

Wer nach dem

Wibel, Dr.

In fidem

Ansprüche an den Nachlaß ein Termin auf deu 25, April 1838, Vormittags um 10 Uhr, vor dem Herrn Ober - Landesgerichts - Assessor Drect-

verlustig erklärt und mit ihren Forderungen nur an das-

Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft.

i Zweite Ei von zehn pro Ceut. {midt hierselbst augesezt worden, zu welchem die uu; Die Arten Uno berden ¿nim Belebung auf befannten Gläubiger unter der Verwarnung vorgeladen) die $8. 1 À, 15 und 16 des Statuts aufgcfordert, die werden, daß die Ausbleibenden ihrer etwanigen Vorrechte ¡weite Einzahlung mit zehu pro Cent eder fünfund-| Hambu'g, 1 r 1837 : ¡wanzig Thaler auf jede Actie bis zum 16. März d. J. Das Comité der Hambur jenige werden verwiesen werden, was nach erfolgter) on welchem Tage unsere Quittungen datirt seyn wer-

Hambu:g, December 1837.

Rennhahn.

Befriedigung der sich meldenden Gläubiger von der den, bei uns oder bei den Herren Â

asse etwa noch übrig bleiben möchte. L tamerdes den 22. Noveuber 1837. : Civil-Senat des Königl. Ober-Landesgericht s.

Oeffentliche Bekanntmachung. ¡u leisten.

Samuel F nách Ablauf von vier Wochen vertheilt und ausge-

bracht wird. Landéherg a. d. W., den 19. Januar 1838.

uf Jmploriren Herrn Dris, Heinrich von der Hude für l Tei und Sr. Nicolaus Heinrich Willers als

Roh. Dav. Herstatt,

Abr. Schaaffhausen und

Joh. Hcinr.-Stein iu Köln, oder dein on idenaw in A s

i i ie dagegen zu empfaugenden Quittungen Die Nachlaß- Masse des versiorbenen Einwohners| erden auf zwanzi o L riedrich Topp zu Spiegel, Über Le e die Actie A A, sind daher die über die erste Ein- abgefürzte Konkurs-Verfahren eröffnet worden if, so zahlung ertheilten Duiltungen bei der j / áßheit des $. 7 Tit. 50 zahlung mit cinzulicfern, indem die Anshäudigung der schüttet werden, was in Gemäßheit des Y. ( 21! e,jlieuen Duittungóscheine nur gegen Rückgabe der von der Gerichts - Ordnung zur öfeuilichen Kenntniß ge-) ns unterm 24. Dezember 1837 ausgestellten Quitiun- E gelten 4s E öln, den 16. Januar x i

Königl, Preuß. Land- und Stadtgericht.\ Zie Direction der Rheinishen Eisenbahn-

Hauchecorue, Spezial- Direktor.

al. Oppeuheim jun. & Comp.,

fz! fi in, F 1838. eut oder funfzig Thaler für Berlin, den 5. Februar

wciten Ein-

reußischen Staaten.

Hamburg-Wandsbeccker Rennbahn 1838. Subscriptions - Preis - Rennen, verbunden mit einem Sweepstake von 15 Friedrichs- d’or, jeder p. p. für 83-, 4- und djährige Pferde aller Länder Gewicht nach dem Alter, ohne Erhöhung. Zweimal die Bahn rund am letzten Renntage. Der Gewinner des Königpreises, oder eines der Co- mitépreise von 600 Species, trägt 6 Pfund, wenn Sie- ] à ger in zweien der genannten Rennen 8 Pfund mehr. erscheint so eben bei Brockhaus in Leipzig und Untersechriften unter cbigen Bedingungen offen |zu jedem Conversations - Lexikon als Supplau? bis zum 1. Mai 1838 lei dem p. t. i ten Hamburg-Wandsbecker Rennbahn, dem Grafen von|Conversations-Lexifons sendeu wir dieses Sup

Die Pferde, bona fide Eigenthum der Unterzeich- ner, werden am Tage vor dem Hamburg- Wands- becker Rennen 1838 im Secretariat genannt.

1. Mai noch zu unterzeichnen

Hinzuziehung des Subscriptions-Preises, die Summe ' 4 von 275 Friedrichsd’or übersteigen, s0 soll, anstatt|20 incl. des zweiten Theils des Allgem. Laute 50 Friedrichsd’or, das erste Pferd 100 Friedrichsd’or| welche den 6teu und 7ten Band füllen und ebetsd aus denselben erhalten, das zweite Pferd erhält F, |bald erscheinen werden.

das dritte Pferd 14 des Ueberschusses,

g-Wandsbecker

Den Inhabern der 88 Dänischen Engl. Anleihe d. d. Kopenhagen, den 8. Juni 1835, zeigen wir hierdurch

an, dass wir den Umtausch dieser Obligationen gegen [feier jener denfwürdigen neue d. d. Kopenhagen, den 15. December 1837, Va feier j g sorgen und das Post - Risico übernehmen,

VDelfft, Gebrüder, Neue Friedrichsstrasse No. 36.

die Tafel zierie. Nach ker Original - Zeichu sauber in Stein- gravirt von Rob. Wind

mann. Preis 10 sgr. S Bechtold L Hartje, Jägerstr. Nr.#

Conversations -Lerikon der Gegenwats ungefähr 25 Hefte vou 10 Bogen à 10 sgr, *

©

Seeretair der|ilnfern geehrten Abnehmern der 8ten Aufl. des

bei Erscheinen zu und bitten um weitere Aufträge Stuhrsche Buchhandlung in Bui Schloßplau Nr. 2.

Fn der Nauckschen Buchhandlung, Hauéveii® M

Allgemeines Landrecht q sáämmtlihen Ergänzungen. dr B Gr. 8o. 1838. Preis 2 Thlr. 15 sgr. ü

Ju der Bearbeitung fehlen nun nur uoch Titel 13

Maunkopff,

Die fünf ersten Bände compl. kosten jeßt 11 Thlr 184

Jur Osiermesse erscheint bei uns in Komutis | oldaten-, Kriegs- und Lager- i Blüthen der Erinnerung aus dem Befre! Kriege, gesammelt von Kretschmer. nug

Eine Schrift, die bei der 25 jährigen Erinne d

eit den alten Kriegern d

einmal das Andeufen an Jene glorreichen Tagt |

rufen, die Jugend aber zu einer gleichen Hi! ermuntern soll, wenn König und Vaterl

Der Ertrag ist zur Unterstügung

liden bestimmt. Es erscheint in 2 B

zu einem Subscriptions-Preise von 1 Th

Die treue Abbildung Gesellschaft.

Literarische Anzeigen.

So eben is erschienen und bei uns zu haben:

des Monuments mit der

Jnschrift: „Den Erinnerungen der Freiwili- gen von 1813, 1814 u. 1815 aus erober-| igsstraße Nr. 62, neben der Post. tem Geschüß“', welches bei der am 3. stattgefundenen 25 jährigen Jubelfeier als Aufsaß

Ladenpreis .wird 1 Thlr. 15 sgr: seyn. Jun 5 Buchhandlung sind Subscriptions-Listen au p deren Benugung im Namen der Juvaliden g L. G. Homannsche Buch- u. Kun h i in Danzig. eld, [7 Jn Berlin nimmt Subscriptiou an 2. H

ebruar c. E SURO A IIRR

beben

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

40.

pra

Berlin, Freitag den 9a Februar

Amtlihe Nachrichten.

Kronik des Tages.

“Majestät der König haben dem Königl. Hannoverschen g Se. Meeibinets-Rath, Mietheren von Falke, den Rothen Mler-Orden zweiter Klasse mit dem Stern, dem Königl. Han- ershen vortragenden Ministerial-Rath, Hofrath Hüpeden, Rothen Adler - Orden zweiter Klasse, und dem Herzogl. aunschweigshen Ober-Steuerrath Wedemeyer den Rothen ler-Orden dritter Klasse zu verleihen geruht. ? Se. Majestät der König haben dem Geheimen Kanzlei- rektor im Finanz- Ministerium, Hofrath Brandenburg, Rothen Adler - Orden vierter Klasse zu verleihen geruht. Se. Majestät der König haben geruht, dem Glöckner H a- mann zu Löwenberg das Allgemeine Ehrenzeichen zu ver-

‘Se. Majestät der König haben dem Amtsschreiber Han - in Stuhm, so wie dem Steuermann Jäger vom Schiffe milie Friederike‘/ aus Rúgenwalder Münde, im Regierungs- zirt Köslin, die Rettungs-Medaille mit dem Bande zu ver- eruht.

‘Se. Majestät der König haben dem Ober-Bürgermeister ausnick hierselbst gestattet, die Insignien des von Sr. Ma- it dem Kaiser von Rußland ihm verliehenen St. Annen- dens- zweiter Klasse mit Brillanten anzulegen.

Des Königs Majestät haben dem Regierungs- und Bau- he Ganzer zu Minden den Charakter als Geheimer Re- rungs-Rath zu ertheilen géruht.

Zeitungs-Nachrichten. Ul any

Rußland und Polen. Odessa, 26. Jan. Jhre Majestät die Kaiserin haben den sigen Armen ein Geschenk von: 5000: Rubeln übersandt. Die Civil-Administration von*Odessa ist durch einen Kai- l, Tagesbefehl vom 18ten v. M. dem General-Major Gra-

Tolstoy übertragen, der zugleih zum Militair-Gouverneur .

serer Stadt ernannt worden ist und sih unter der unmittel- en Autorität des General-Gouverneurs von. Neu-Rußland ) Bessarabien befindet.

Ueber das Erdbeben am 23. Januar giebt das „Journal esa‘ folgendes Nähere: „Am 23sten um *9 Uhr 11!/, Mi- en Abends hatten wir hier eine Erderschütterung. Man lte drei anhaltende Stöße, die ohne Unterbrechung auf ein-

der folgten und fast 2 Minuten dauerten; der zweite war -

fark. Die Bewegung hatte die Richtung von Südost nach rdwest, und die vertikalen Stöße waren von einem Getöse leitet, wie das Rollen von Wagen über Steinpflaster. Schon | mehreren Tagen hatte man ein fortwährendes Schwanken } Barometers bemerkt, so daß es fast unmöglich war, den and desselben genau anzugeben, man fann ihn indeß zu 5 Englische Zoll annehmen. Am 23sten gegen Abend, wo } Erdbeben stattfand, skand das Barometer auf 30,47 Engl. ; diese Höhe behielt es bis zum nächsten Morgen. Das ermometer, welches seit einem Monat L niedrig stand, gte im Augenblick des Erdbebens 18° R., der Himmel r heiter und die Atmospháre vollkommen ruhig. Dieses welches viel stärker war, als das am 26. No- her um 3 Uhr 52 Minuten Morgens, is ohne Unglücksfall hbergegangen. Viele Häuser sind geborsten und Personen, sch auf der Straße befanden, versichern, ein bedeutendes anken der Häuser wahrgenommen zu haben. Das Kreuz | dem Thurm der Griechischen Kirche is etwa 47 Schritte t fortgeschleudert worden. Der neue Thurm der Kathedrale feinen Schaden gelitten, obwohl man in der Kirche selbs ige unbedeutende Risse bemerkt. Jm Junnern der Hôâäuser den alle Möbel erschüttert, die Kronleuchter schwankten und Nen sprangen auf; in einigen Häusern stürzten sogar Nôbel um und die Uhren standen still. Ueberall hôrte man hrend der Erschütterung das Geschrei der Hausvögel und s Geheul der Hunde. Bemerkenswerth ist es, daß das Erd- den im Jahre 1829 während eines eben so strengen Winters der jebige und ebenfalls während der Pest stattfand.‘‘- K S,Jeesigen Einwohner sind aufgefordert worden, zur grô- Po ger oeit auch das Papier- und Silbergeld, das in der 0% hier in Umlauf war, auf geeignete Weise purifiziren u n. Es werden sih zu diesem Behufe die Reinigungs- se p in die Häuser der Stadt und der Vorstädte begeben, M as Silbergeld in Essig und Chlor waschen, das Papier- 4 ér gegen purifizirtes umtauschen, oder, nach Wahl der e e von diesen selbst werden reinigen lassen. Jn keinem un sich die Beamten, wo das Leßtere geschieht, um d rag des Geldes kümmern. Sollten sich Geldbesiker A eser Maßregel sich zu bedienen, so sollen sie von ih- i ¡peltiven Seelsorgern, vom Pope, Prediger oder Rabbi- ' M L L A ermahnt werden. em “ken d. ist unser Theater wieder eröffnet und tte F i ; i i lu Mtaliänische Opern - Gesellschaft giebt wieder ihre Vor-

Briefe aus Konstantino i pel melden, daß die Kälte bis la, Ds gestiegen sey. Der ganze Golf des goldenen ega cher den dortigen Hafen bildet, von Keate-Chane bis up tse bei Baluk-Basar, ist gefroren. Die Bewohner der tlich leiden bei der leihten Bauart der Häuser außeror- thig und in mehreren Büreaus und Comtoirs ist man ge- andschuden F S, an G Feuer zu stellen und N arbeiten. Der Mange t die Kälte noch viel unerträglicher. O O, Ad

. bekannte

1838.

Warschau, 4. Febr. Der neu ernannte General - Direk- tor der Regierungs-Kommission des Jnnern, der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten, General-Adjutant Schipoff, ist am Isten d. hier angekommen und hat gestern sämmtliche Beamte seiner Regierungs-Abtheilung empfangen.

Auf den lebten hiesigen Märkten zahlte man für den Kor- zez Roggen 18—19!/, Fl. , Weizen 22—26 Fl., Gerste 16 18 Fl. und Hafer 10—11'/, Fl.

Frankreich.

S ißung der Deputirten-Kammer. Die Sikzung vom 3. Februar war hauptsächlich den bei der Kammer ein- gegangenen Bittschriften gewidmet. Zuvor aber brachte der Kriegs-Minister einen neuen Geseß-Entwurf in- Bezug auf den Generalstab der Armee ein. Die Zahl der General-Lieu- tenants wird in demselben auf $0 und- die der General-Majors auf 160 festgeseßt. Nachdem Herr von Golbery den Kom- missions-Bericht Úber die beabsichtigte Anlegung einer Eisenbahn von Straßburg nah Basel auf das Büreau des Präsidenten niedergelegt hatte, berichtete Herr von Lamartine über die

Brovositión der Herren Jobard und Lédch“an über die Einführung eines Kostúms für die Deputirten. Er erklärte, die Majorität der Kommission sey der Meinung gewesen, daß die Würde der Kammer durch die Annahme einer Uniform erhöht werden würde, während die Minorität dafür halte, daß es für die Kammer in ihren Bezichungen zu dem Königthum bei wei- tem angemessener sey, sich dem Throne gegenüber stets als ein getreues Abbild der Nation zu zeigen. Die Kommission habe hiernach mit6 gegen ¿Stimmen den Grundsaß anerkannt, daß es schicklich seyn würde, wenn die Deputirten sih auf irgend eine Weise von dem Volke unterschieden; gleichzeitig aber habe sie sich gegen eine vollständige Uniform erklärt, während sie andererseits sich eben so wenig für das von den Herren Jobard und Lédéan be- antragte Schild habe entscheiden können, weshalb sie für die Verwerfung der betreffenden Proposition stimmen. Als Herr von Lamartine die Rednerbühne verließ, empfing er die Glück- wünsche mehrerer Oppositions - Mitglieder. Der Tag, an wel- chem die Debatte über diesen Gegenstand stattfinden foll, wurde vorläufig noch nicht näher bestimmt. Den ganzen Rest der Si6ung: fällten Bittschriften-Berichte. Ein gewisser Tesnières trug auf die Wiederherstellung der dffentlichen Spielhäuser an, wurde aber mit diesem Vorschlage abgewiesen. Großes Geläch- ter erregte die Eingabe eines weiblichen Literaten. Madame Poutret de Mauchamps, die sich die verantwortliche Heraus- geberin der Gazette des femmes nennt, verlangte, man solle durch ein Geseß bestimmen, daß Ludwig Philipp nicht bloß der König der Franzosen, sondern auch der Kdnig der Französinnen sey, und daß somit das in dèr Charte von 1830 ge- brauchte Wort Franzose“ , zugleich“. die Französinnen mit begreife. Die Kammer schritt natärlich zur Tagesord- nung. Ein Herr Gondessant in Paris verlangte, daß man dem Erfinder der Schreibekunst eine Statue errichte. Der Berichterstatter bemerkte, daß die Bittschriften-Kommission durch diesen Antrag gewissermaßen in T Ae geseßt worden sey, da die Schreibekunst sich bis in die ältesten Zeiten verliere; ei- nige schrieben die Erfindung derselben dem Evander, andere dem Kadmus, noch andere dem Moses zu. Unter Gelächter schritt man zur Tagesordnung. Ein ehemaliger Stabs-Offizier trug auf die Beschränkung des Rechtes der Notare und Sach- walter an, ihr Amt auf Andere zu übertragen. Herr Fould unterstüßte die betreffende Petition, die dem Großsiegelbewah- rer überwiesen wurde. Jn einer andern Eingabe wurde der Vorschlag gemacht, durch ein Geseß zu bestimmen, daß gewisse Civil - Aemter, wie solches in Preußen üblich sey, vorzugsweise solchen inaktiven Militairs verliehen würden, die eine gewisse Zeit in der Armee gedient hätten. Dieser Antrag fand indessen feine E Eben \o wenig ein anderer, worin eine Herabseßung des Wählbarkeits - Census verlangt wurde. Beim Abgange der Post war die Versammlüng mit einer Bittschrift beschäftigt, die wahrscheinlich mehr Berücksichtigung finden wird. Eine Madame Daunat in Paris machte nämlich den Vorschlag, daß jeder Bürger, der nicht lesen könne, für unfähig erklärt werde, das Amt eines Geschwornen oder eines Wählers zu ver-

sehen.

Paris, 3. Febr. Der König ertheilte gestern dem Baron von Vigent, Französischen Konsul in San Sebastian, eine Privat - Audienz.

Der Herzog von Frias und Herr Jsturiß verlassen morgen Paris, um sih nach Madrid zu begeben.

Ueber die gestrige leßte Sißung der mit der Erörterung der Kostúm - Frage beauftragten Kommission (siehe Deputirten- Kammer) vernimmt man Folgendes: Nah Verlesung des Be- rihts ward durch den Präsidenten der Kommission, Herrn No- garet , eine neue Frage angeregt, indem derselbe an ein Geseb vom Jahre 1814, worin es ausdrüklih heißt, daß die Mit- glieder der Deputirten-Kammer, wenn sie vor dem Könige er- schienen , ein Kostum tragen müßten, erinnerte und die Ansicht geltend taachte, daß diese Bestimmung, da sie nicht förmlich ab- geschaft worden, noch immer in Kraft sey. Die Herren Ful- chiron und Delaborde traten dieser Ansicht bei, während die Herren Auguis und von Lamartine dieselbe bekämpften. Als Herr Delaborde darauf versuchte, die Kommission zur Annahme einer Art von Mittelweg zu veranlassen, erklärte Herr von La- wartine, daß er nicht darein willigen könne, im ‘Namen der Kommission andere Anträge zu machen, als die, über welche man sich anfänglich verständigt habe, und daß er lieber auf seine Functionen als Berichterstatter verzichten würde. Sein Bericht ward darauf durh die Majorität der Kommission definitiv an- E Bt G u

er Deputirte, Herr Demon taire des eilften Pariser Stadt-Bezirks, stellte vor einigen Tagen eine Rouen iu vornehmsten Verlags-Buchhändler der Hauptstadt den Ministern des ôffentlichen Unterrichts und des Jnnern vor. Beide Mi-

nister gaben ihr die Versicherung, daß unverzüglich Maßregeln getroffen werden sollten, um das Einbringen von Nachdrücken aus dem Auslande, sey es durch Einschmuggelung, oder durch Reisende, zu verhindern. Sie zeigten überdies den Buchhänd- lern an, daß die Regierun L thätig damit beschäftigt sey, mit den fremden Mächten Unterhandlungen in Bezug auf den Nachdruck anzuknüpfen.

Jm Journal des Débats liest man: „Es sey uns ge- stattet, mit der gehörigen Zurückhaltung von einem neuen Streite zu sprechen, der sich in den öffentlichen Blättern erhoben hat. Der Einfluß des Herzogs von Orleans auf die Arm-:e und seine an- gebliche Einmischung in die A des Kriegs - Miní- steriums haben zu ‘jener Kontroverse Anlaß gegeben. Was uns betrifft, so werden wir niemals glauben, daß der Kriegs-Mini- sier seine Pflichten gegen das Land, gegen die Armee und ge- gen sich selbst so sehr vergessen könnte, um irgend einem Andern Be- fugnisse zu überlassen, worüber ‘er nur dem Könige und den Kam- mern Rechenschaft abzulegen t Noch weit weniger aber sind wir geneigt , zu glauben, daß der Herzog von Orleans sich die Macht nehmen, und dem Minister die Verantwortlichkeit dafür Überlassen sollte. Der Minister, welcher duldete, daß man sich seiner verfassungsmäßigen Befugnisse bemächtigte, würde sehr strafbar oder sehr shwach seyn ; der Prin, der sich dieselben anmaßte, würde seine eigenen Jnteressen, und die Achtung, die er seiner Stel- lung s{uldig is, sehr schlecht verstehen. Der Herzog von Orleans hat ganz kürzlih in der Pairs-Kammer deutlich genug gezeigt, wie schr er von den constitutionnellen Grundsäßen durchdrungen ist, und wie er für sich nur das Vorrecht verlangt, das Bei- spiel des Gehorsams gegen unsere Geseße geben zu dürfen. Der Herzog braucht also nicht daran erinnert zu werden, daß er ein Mitglied der Armee, und nicht ihr Oberhaupt ist. Er weiß besser als irgend Jemand, daß seine hohe Stellung als Thron- Erbe ihm nicht den Oberbefehl úber die Armee, der nur dem Könige zusteht, verleiht. Wir sagen es laut, fest überzeugt von der Uebereinstimmung des Herzogs, daß ein Prinz, der seinen Einfluß benußen wollte, um die Leitung der Angelegenheiten des Kriegs-Ministeriums an sich ju reißen, gegen seine Pflicht handeln würde. Wir wissen aber, daß der Herzog, als Mit- glied der Armee, sich darauf beschränkt, mit der unermüdlichsten Hingebung und mit dem edelmüthigsten Eifer die Junteressen derselben zu fördern. Was würde man dazu sagen, wenn der Herzog, zufrieden, sih mit seinem Range zu shmücken und bei den Revúüen an der Spike der Truppen zu erscheinen, weder Theilnahme für die Lo Kis der Soldaten, noch Jnteresse für die Verbesserung ihres Zustandes, noch rege Sorge für ihre Beförderung zeigte? Was würde man sagen, wenn der Herzog sich nicht die Mühe nähme, die Offiziere anzuhdren, sich über ihre Verdienste und ihre Rechte zu belehren, sie auf ihrer eh- renvollen, aber mühseligen Laufbahn zu ermuntern? Würde man es ihm nicht zum Verbrechen anrechnen , wenn er sich als Prinz dem Müßiggange hingäbe? Mit welcher Bitterkeit würde man ihn nicht daran erinnern, daß sein Rang, indem er ihm mehr Rechte verliehe, ihm auch mehr Pflichten auferlegte, und daß die. Armee Grund habe, zu hoffen, in den Prinzen, die man so fráh an ihre Spibe stellt, eifrige Freunde und Be- \hüßer zu finden?“

Ein hiesiges Blatt sagt: „Das Ministerium erwartet, wie man versichert, in diesem Augenblicke mit einiger Besorgniß Depeschen aus Algier, die ihm das Resultat neuer, von Seiten des Marschalls Valce mit Abdel-Kader eröffneten Unterhand- lungen bringen sollen. Der General - Gouverneur hat zwei Parlamentaire nah dem Lager des Abdel -Kader gesandt, um von ihm Erklärungen über sein Benehmen zu verlangen, und ihn aufzufordern, endlich den Traktat an der Tafna zu erfüllen, von dem noch mehrere wichtige Punkte unausgeführt geblieben sind. Man kennt die Antwort des Emirs noch nicht; aber bei dem stôrrischen Sinne desselben steht zu befürchten, daß die Aufforderungen des Marschalls Valée einen förmlichen Bruch zur Folge haben werden.““

Der Verfasser des Werkes: „Die neue Demokratie“, Herr Eduard Alleb, is durh eine Verordnung des Ministers des öffentlichen Unterrichts zum Mitgliede des historischen Co- mité’s der moralischen und politischen Wissenschaften ernannt worden.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments - Verhandlungen. Oberhaus. Siz- zung vom 1. Februar. Als der Lord-Kanzler seinen Sib auf dem Wollsak eingenommen hatte, bildete sih auf der Tory- Seite des Hauses ein Kreis, der sich um Lord Brougham drängte; man bemerkte in diesem Zirkel die Lords Shaftesbury, Ashburton, Aberdeen, Beresford, Salisbury, Ellenborough, Strangford und Redesdale, sämmtlich in lebhafter Unterhal- tung mit Lord Brougham begriffen, der selbst der Haupt-Redner zu seyn schien. Nachdem sein Auditorium ihm über eine Vier- telstunde mit der größten Aufmerksamkeit zugehört hatte, verließ er die Tory-Seite und begab sich auf seinen gewöhnlichen Sis. Hier- auf trat der Marquis von Lansdowne zu ihm, und es entspann sich nun zwischen diesen Beiden ein Gespräch, das etwa fünf Mi- nuten dauerte. Während dieser ganzen Zeit wurde kein Ge- {äft von der Versammlung vorgenommen. Lord Brougham überreichte darauf eine Bittschrift von Herrn Roebuck, worin dieser darum nachsuchte, daß ihn auch das Oberhaus an seiner Barre als Vertheidiger der Kanadier hören möchte, während er zugleich erklärte, daß er der Amtes Bill kein Hinder- niß in den R legen und ihre zweite Lesung nicht zu verzô- gern wünsche. Lord Lansdowne meinte, von Seiten der Re- gierung dürfte gegen die Vernehmung des Herrn Roebu nichts einzuwenden seyn. Lord Aberdeen erklärte, er für sein Theil habe auch nichts Log einzuwenden, er wünsche aber zu wissen, in welher Eigenschaft Herr Roebuck gehört werden solle; wenn derselbe als Agent des Nieder - Kanadischen Ver- sammlungshauses erschiene, so würde er (Lord Aberdeen) sich seiner Zulassung aufs entschiedenste widerseßen. Lord Ellen -

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