1838 / 47 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Einnahme von 120,048 Pfd. eingebracht; die Kosten betrugen T2 00 Pfd., die Netto - Einnahme 47,149 Pfd. Nach Hinzu- ziehung des Ueberschusses vom vorigen halben Jahre, der 2080 Pfo. betrug, wurde eine Dividende von 5 pCt., 48,941 Pfd. betcagend, eS und es blieb demnach noch ein Ueber- chuß von 735 ‘Pfd. A “Man n iee sich jeßt in der City vie! mit der Noth der Seiden- Arbeiter in Spitalfields. Mehr als 20,006 diejec Unglücklichen befinden sih im tiefsten Elend, und es tritt immer * deutlicher hervor, daß London nicht mehr der Ort für die Sei- den-Fabrifen ist, sondern daß sie nur im Norden von England oder in Schottland, wo die Kohlen wohlfeil sind, mit Vortheil betrieben werden können. Wegen des hohen Preises der Koh- len ist in Spitalfields nicht eine einzige mit Maschinen betrie- bene Seiden - Fabrik mehr, und eine Bevölkerung von 20,000 Seelen ist beschäftigt, das mit der Hand zu verfertigen, was in Manchester und Lecds die Maschinen spinnen. Der Seiden- weber in London kann überdies nicht so wohlfeil arbeiten, wie der im Norden, weil die Lebensbedürfnisse in der Hauptstadt weit theurer sind. So kostet in Manchester das Brennmaterial nur halb so viel, wie in London, und Kartoffeln und andere Lebensmittel sind wenigstens um 32 pCt. billiger. Eine Aus- wanderung der Seidenwebecr von Spitalfields in Masse nach den Manufaktur - Distrikten wird daher für das L Mittel gehalten, um dem Elend dieser armen Leute abzuhel en. Auch i das Seidenweben in Lancashire und Yorkshire eine einträg- liche Beschäftigung, da es besser bezahlt wird, als das Baum- wollenweben. : 2

Es hatte sih das Gerücht verbreitet, daß in dem Middlesex- Hospitale ein dem Typhus ähnliches bösartiges Fieber auége- brochen sey. Man hat sich jedoch überzeugt, daß zwar in eini- gen Distrikten Fieber, allein keinesweges von so bösartigem und gefährlihem Charakter, herrschen. Dagegen sind im St. Tho- mas- und St. Bartholomäus - Hospitale mehrere Personen an einem dem Typhus ähnlichen Fieber gestorben ; doch hat es in dem erstgenannten Hospital gänzlich aufgehörl und in dem an- deren sehr nachgelassen. j

An Folge des vorgestern Abend eingetretenen Thauwetters war zestern früh eine Menge Arbeiter an verschiedenen Stellen des Strandes beschäftigt, um die äußere Reihe der Böte so bald wie möglich flott zu machen. Man glaubt, daß man viele derseiben in der Nacht wird freimachen können, da das Eis {ea ganz schwammig geworden is und leicht zerbricht. Die Menage des Treibeises hat indeß noch nicht abgenommen, und die Flußschifffahrt is noch immer gehemmt. Jm Laufe deL gestrigen Morgens trennte sih eine gewaltig große Eismasse von dem Flußufer bei Chelsea und wurde von der Fluth mit solcher Gewalt gegen die Pfeiler der Battersea-Brücke getries- ven, daß sie in unzählige Stücke zersplitterte. Die Wege in der Umgegend von London konnte man fast nicht mehr passiren, indem fie völlig mit Eis bedeckt waren. Jn der Nacht fiel ein Graupenhagel und Schnee, der theilweise thaute und dann wie- der frer, wodurch eine Eiskruste gebildet wurde, auf der man hâtte Schlittshuh laufen können. Als die Sonne höher stieg, verwandelte sich jedoch das Eis bald in Schmub.

Kurz nachdem im Oktober v. J. der General-Gouverneur

von Indien, Lord Auckland, seine Reise nach den oberen Pro- vinzen anyetreten hatte, traf der Oberst Burney, Resident der Ofindischen Compagnie zu Ava, der Hauptstadt von Birma, in Kalkutta ein, um selbsk über die mit dem Birmanen-Könige entstandenen Differenzen zu berichten. Er reiste dem General- Gouverneur nach. Man hoffte in Kalkutta noch immer, daß der Krieg gegen die Birmanen sich werde vermeiden lassen. Sir Charles Metcalfe, der Präsident von Agra, wird seinen Posten verlassen, weil die Direktoren der Ostindischen. Compagnie das von ißm erlassene Gese, welches die Freiheit der Yresse ge- stattet, nicht anerkennen wollen. És sind hier Briefe vom Vorgebirge der guten Hoff- nung bis zum 3. November angekommen und wie gewöhnlich mit Klagen über den entblößten Zustand der Ostgränze ange- fállt, wodurch es den Kaffern möglich wird, ihre Streifzüge fort- zusehen. Am 21. Oftober fand in Grahamstown eine Versamm- lung tatt, worin beschlossen wurde, die Königin in einer Adresse auf diesen Zustand der Dinge aufmerksam zu machen. In der Versammlung wurde ein Verzeichniß der Besißungen vorgelegt, deren Eigenthümer durch die Kaffern vertrieben worden sind, und es ergab sich daraus, daß allein im Distrikt Tarka der Verlu an Vich 492,000 Thaler beträgt. Es herrschte übrigens Unzufciedenheit in der Kolonie, und man schrieb daselbsk alles Ungluck, welches dieselbe in der leßten Zeit betroffen hatte, der {lehten Regierung im Mutterlande zu.

Briefe aus Bogota melden, daß mit dem nächsten ‘Pa- fetschiffe die erste Rimesse von 60,000 Dollars auf Rechnung der Zinsen der Columbischen Schuld eintreffen und bald andere Sendungen von kostbaren Metallen folgen würden. Dieselben Briefe melden, daß auch in Venezuela in Folge des Dekrets vom vorigen Jahre eine Geldsumme zur Einschiffung nach London bereit liege, die zu demselben Zwecke bestimmt sey.

Belgien.

Brüssel, 5. Febr. Die Repräsentanten-Kammer hat ge: stern ihre Sikungen wieder begonnen und mit dem Gese6-Ent- wurfe über die Veränderungen im Zolltarif den Anfang ge- macht; bei der ersten Diskussion im vorigen Jahre waren in Bezug auf die Zdile von verschiedenen Wollenstosfen Amende- menrcs gemacht worden; mittlerweile hatte das Ministerium Gutachten von den“ verschiedenen Handelskammern eingeholt und diesen Gutachten gemäß mittlere Ansäße zwischen den ur- \sprünglichen Vorschlägen und den Amendements proponirt; die- sen Anträgen schlossen sich die Urheber der Amendements an, worauf dieselben mit großer Majorität angenommen und dar- nach die Zölle so festgestellt wurden : fár 100 Kilogramme ge- sponnener aber sonst unappretirter Wolle 45 Fr., desgl. gebleichte oder gefárbte 60 Fr., wollene nicht besonders benannte Stoffe 180 Fr., Coatings, Alpagas u. st. w. 125 Fr. Dann ging man zu den Zöllen von ¡laswaaren über, wobei nach län- gerer Diskussion die Herren Gendebien und Coghen zwei Amendements durchsekten. Die Frage wegen der Leinen- zóile wurde auf die heutige Sibung vertagt, weil man er| cinen Bericht der Industrie - Kommission über dieselbe hôren wollte. Diesen Bericht stattete heute Herr Zoude ab. Die Kommission schlägt vor, die Ausfuhr aller Leinen freizuge- ben, die Einfuhr aber mit Zöllen von 25 Fr. füx rohen Zwirn, 309 fúr geblerihten und 20 für Werg pro 160 Kilogr. zu be- steuern. Diese Vorschläge wichen so sehr von dem ursprüngli- chen Geseßentwurf ab, daß man auf den Wunsch der Minister beschlo, sie in einem besondern Geseßentwurf später vorzubrin- gen. Später nahm man indessen wieder das Zollgeseß vor und bei dieser Gelegenheit einen besondérn Antrag des Ministers ai, wonach von den Leinen bei der Ausfuhr ein Zoll von 10

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Cents. pro 109 Kilogr. erhoben werden soll hauptsächlich nur um die Auëfuhr zu fontrolliren (als droit de balance). Außer-, dem wurde dcr Einfuhrzoll von Teppichen, nach Verwerfung dreier entgegenstechender Amendements, auf 10 pCt. vom Werthe festgeseßt. Zu Anfang der Si6ung hatte der Minister des Auswärtigen eine Kredit-Forderung von 200,000 Fr. zur Dek- fung der Kosten einer speziellen Mission nach Konstantinopel

eingereicht. L : Einrichtung auf den Belgischen Eisenbahnen,

Die neue y i en 6 welche der Minister der éssentlichen Arbeiten in seiner im Se- kurz darauf durch

nat gehaltenen Rede empfohlen und welche

Verordnung der Regierung ins Leben getreten ist, wonach die | l | . b Ruth Waggons Su Güter-Transport einzeln verpachtet werden, fin- | Pferden und- einem Frauenzimmer, welche vermißt wet

det bei einem ansehnlichen Theile der Belgischen Presse großen Widerspru. „„Wir finden“, sagt der „Independent“, „das

Handel, weil die Handeltreibenden sich beinahe in die Unmsg- lichkeit versekt sehen, unmittelbar davon Gebrauch zu machen, und sie folglih auf diese Weise dec Vortheile beraubt werden, welche sie von dem Gebrauche der Eisenbahnen erwar- ten durften. Der Handel, welchen die Verwaltung dadurch begütistigen wollte, l regel; er muß, wie früher, sich und die Privatposten wenden. se n richtung Beifall zollen. Nicht allein ihre Industrie wird da- durch erhalten, sondern neue und wichtige Vortheile sind ihnen dadurch gewährt. gesi t | portmitteln zu wählen, so werden sle jene vorziehen, welche ih- nen den größten Nuten bringen. Die Eisenbahn, zu ihrer Verfágung gestellt, wird in Wahrheit nur ihren Jnteressen dienen.“‘

Deutschlanö. | Dresden, 13. Febr. Das eben erschienene dritte Stäck des Geseß- und Verordnungsblattes von diesem Jahre enthält unter Anderem die Verordnung vom 18. Januar d. Ves nach welcher im Laufe des Jahres 1838 im Kat arinenhofe zu Groß-Hennersdorf ein Landeswaisenhaus zunächst für 50 arme Waisen männlichen Geschlechts, insonderheit aus unvermdögen- den Gemeinden , errichtet werden soll. Den Waisen gleich zu achten, sind hierbei auch solche Kinder, deren Aeltern in den Zucht- und Arbeitshäusern für längere Zeit detinirt werden oder einen gänzlich unbekannten Aufenthalt haben. Nur Knaben im A!- ter von 8 bis 12 Jahren und von einer zu landwirthschaftlichen Beschäftigungen tauglichen Gesundheit werden in diese Anstalt aufgenommen und bleiben bis zum 17ten oder I8ten Jahre darin. Es erhalten selbige: den erforderlichen Unterricht in Re- ligion, Lesen, Schreiben, Rechnen, nebs Anweisung zur Gar- ten- und Feld-Arbeit, insbesondere ur Spaten-Kultur, um vors zugsweise zu tüchtigen ländlichen Dienstboten gebildet zu wer- den. Für jede in diese Anstalt aufzunehmende Waise ist von den Angehörigen oder der Heimaths-Gemeinde, nebst einem voll- ständigen Anzuge, eine jährliche Einzahlung von 10 Rthlr. Conventionsgeld zu leisten, deren Ermäßigung bei großer Be- dürftigkeit der Nee gen , von der betreffenden Kreis - Direc- tion verfügt werden fann. i ; Bet Professor Alexander Dallas Bache aus Philadelphia

ist von hier nach Mänchen abgereist.

O esterreicdc.

Wien, 8. Febr. (Schles. Ztg.) Vorgestern war im Ho- tel des Fursten von Metternich ein prachtvoller Kinderball , bei welchem auch die jungen Prinzen der Erzherzôge Franz Karl und Karl erschienen. : h

- Der Gubernial- Rath Freiherr Franz Kemenyi (reformirter Religion) ist. vor einiger Zeit von Sr. Majestät dem Kaiser zum Präsidentei des Siebenbürgischen Landtages ernannt worden.

Durch das von der Regierung dem Capitain Andrews un- term 15. Dezember v. J. ertheilte Privilegium auf eine Ver- besserung der Dampsschisfe dürfte, nah dem Urtheile hierüber näher unterrichteter Personen, sich auch der Donau - Dampf- chifffahrt eine neue und sehr erfreuliche Aussicht erdffnen. Da die Dampfschifffahrt nur dann ihrem Zwecke ganz entsprechen wird und kann, wenn man damit stromaufwärts zu einem be- stimmten Ziele eben so schnell, als durch Pferdekraft auf der Landstraße, kommen kann, dieser Zweck aber auf der Donau von Preßburg bis Ulm, wo die Donau immer seichter und reißen- der wird, mit den bisherigen Dampfschiffen bei weitem nicht erreichbar war, so muß jeder Vorschritt zu diesem Ziele sehr willkommen seyn. Nach dem Urtheile von Näherunterrichteten soll die neue Erfindung und Verbesserung dieser Schifse vor- züglich darin bestehen, daß sie leichter, weniger tief ins Wasser

ehen, weniger Druck gegen das Wasser ausúben und weniger

trandungsgefahr haben, daher bei gleicher Kraft viel s{neller fahren und zu einer bestimmten Reise viel weniger Brennstoff erfordern sollen, als andere solche Schiffe.

Jtalien.

Rom, 1. Febr. Während man jenseits der Alpen über einen ungewdhnlich strengen Winter klagt und. sogar in Turin am 22sten v. M. $ Grad und in Mailand 4 Grad Kälte wa- ren, erfreuen wir uns hier und im ganzen südlichen Jtalien einer sehr gelinden Temperatur. Nur am 3. Januar hatte das Thermometer hier auf einige Minuten den Nullpunkt erreicht. Seitdem aber hatten wir fortwährend mehrere Grad Wärme: am 15. Januar stand das Thermometer 10 und am 25sten, so wie am 29sten v. M., 12 Grad über Null. Es is daher fein Wunder, wenn wir je6t schon in unseren Gâárten einige Bäume mit den Bläthen des Frühjahrs bedeckt sehen.

Toldau und Wallachei.

Ueber das in Bucharest besonders heftig gewesene Erd- beben vom 23. Januar enthält nunmehr auch der Oesterre i- chische Beobachter einen Bericht. Er lautet: „„Am 23sen d. M. um halb 9 Uhr Abends hat ein furchtbares Erdbeben Bucharest erschüttert. Es begann mit cinem unterirdischen Ge- tôse, zu welchem sich das Läuten aller Thurmglocken , das Ge- krache der Häuser und das Klirren der Fensterscheiben gesellte. Die Stdÿe waren hauptsächlich senkrecht und dauerten über zwei Minuten. Alle Gebäude der Stadt sind beschädigt, die meisten Schornsteine herabgefallen, fas alle Oefen der ersten Stockywerke ganz eingestürzt und in den rdgeschossen unbrauchbar ; in den meisten Häusern sind theilweise die Deken eingefallen und die Mauern gespalten. Nebst dem Schaden an Gebäuden ist auch beinahe Alles an Verzierungen, Möbeln, Glaswerk, Porzellan 2c. zu Grunde gegangen. Das Palais des regierenden Hospodais ist unbewohnbar, und derselbe wohnt bei einem seiner Brüder, dessen Haus weniger gelitten hat. Das größte Hage ist aber bei dem Chan (Basar) St. Georg, mitten in der Stadt, vorge- fallen. Dieses große Gebäude steht isolirt, hat die hohen Feuer-

ieht gar keinen Vortheil aus dieser Maß- | / ó 3 an das Kommissions - Fuhrwerk |

Di 1 den dieser Ein- | E : Diost. Ber 90) s " von 1802 und 1829 ohne alle Beschädigung überstandey

Da es ihnen freigestellt ist, unter allen Trans- |

mauern nach außen und die Facaden nach innen, wg mitt

weiten Hofe eine Kirche steht. Auf drei Seiten dieses "* des is der obere Theil der Feuermauern auf die Gewühe abgestürzt, welche von außen darangebaut waren, und hat 1 unter dem Schutt begraben. An der vierten Seite, wo, lange Gasse vorüberführt, und wo feine Gewölbe an waren, hat das herabstürzende Mauerwerk die gegenüber(j,, Hâäuserfronte eingestoßen (so daß das Innere aller Wohn, sichtbar ist) und die ganze Straße klafterhoch mit Trün bedeckt. Hier nun sind mehrere Menschenleben zu bels mehrere Flüchtlinge aus den erwähnten Häusern ,

vershüttet, und es soll ein Schlitten sammt Kutsch,,

darunter begraben sevn. Noch hat man bei der unge, Masse Mauerwerk, welches die 60 Klafter lange Strgj,

System der Vermiethung der Wagen darum s{ädlich für den füllt, niht angefangen, den Schutt wegzuräumen,

sind noch mehrere Jndividuen vou herabfalienden Schorn,

und Decken erschlagen worden , so daß sich die Zahl der Gy

bekannten Todesfälle, außer vielen Verwundeten, auf s, E

beläuft. Vom Lande sind nur wenige Nachrichten einge; allein das Wenige erregt große Besorgnisse; denn ¡z'z Haus auf dem Gute Cornesty, dritteha{lb Posten von Buy, nördlich gelegen, ist ganz zerstört, obgleich es eines dir jz, Gebäude mit sehr dicken Mauern war, welches die G / Während des Erdbeben®, bei vollkommener Windsth das Thermometer 6 Grad Reaumur unter Null und rometer 28 Zoll 4 Linien Wiener Maaß. Am By 4 Uhr Morgens war (wie in Jassy) eine zweite Erdrihiy rung fühlbar, welche jedoch nur kurz anhielt und \ war, daß viele Personen nicht einmal davon agufgeiveckt tyyi

Griechenland.

Athen, 28. Jan. (Leip. A. Z.) In unserer stration ist ein merklich rascherer Gang eingetreten, sj König sich an die Spike der Verwaliung selbs ges Einstimmig hdrt man von allen. Zweigen des Staati)ij daß seitdem die Gegenstände cine scnellere Erledigun iy daß nichts der Umsicht und Aufmerksamkeit des Könj geht, und daß derselbe nicht selten sich den ermüdendsn| tetsuchungen unterzieht. Viele Aktenstücke tragen Be gen von der Hand des Königs, die durchgehends va y klaren Verstande, richtigem Takt und einer strengen Geredtig liebezeugen. Die schnellen Fortschritte, welche der König in dey niß der verschiedenen Zweige der Administration Und deth sonals gemacht hat, erwecken die besten Hoffnungen für ih F cherung eines regelmäßigen Ganges der Geschäfte und di h führung eines geordneten und den Kräften des Landes uy E den Staatshaushaltes. Ueberdies hat jener Akt des li die Zügel der Regierung -selbst zu ergreifen, der Vinty einen unendlichen Vortheil dadurch zugewendet, daß |m ralischer Kredit im Lande und das Zutrauen des Voltäyw selben einen hôchst erfreulichen Aufschwung gewonnen hi Y der Liebe, welche Kdnig Otto im Lande genießt, wird der ti der sih mit einem Bittgesuch an die Regierung wendet, | durch die Gewißheit beruhigt, daß sein Gesuch in die H des Königs kommt. Auch die Beamten l; aben angefangen, mehr Eifer und Gewissenhaftigkeit ihren Berufspslichta zuliegen, seit sie wissen, daß das Auge des Königs sie bi tet. Jn den Ministerien selbst hat man den Weg hi Reformen bereits betreten, und der ehrenhafte Charatil jebigen Minister bürgt dafür, daß man nicht auf halben stehen bleiben wird. Jn dem Ministerium des Zunetnk vor einigen Tagen eine nicht unbeträchtliche Reduction d \sonals vorgenommen, und man sieht der Ausführung eint lichen Maßregel im Finanz-Ministerium entgegen. Mud der Minister des Jnnern und des öffentlichen Unterri, rafís, dem zerrütteten Geschäftsgange wieder aufgcholsen überwacht seine Beamten mit aller Strenge. i

Vor einigen Tagen is der Minister der auswärtigen gelegenheiten, Herr Zogrophos, auf einer Französischen Ÿ hier eingetroffen und hält seine Quarantaine in dem hi

áts-Gebäude. 7 aal y i E einigen Tagen befindet sich in unserem Hasn Franzdsische Linienschiff /- Trident ‘‘, das erste Schif | Größe, das in unseren Hafen eingelaufen ist.

Ein Ministerial-Rath im Finanz-Ministerium, der, seine Schwägerin geehelicht hatte, von dem Bischof von d exkommunizirt wurde, hat in diesen Tagen in Folge dies communication die Entlassung aus dem Staatsdienste 1M Man bedauert allgemein den Abgang dieses tüchtigen ug haften jungen Mannes aus einem Ministerium, dem 00

in an túchtigen Männern gebricht und wo die Redliti Le so wesentlich zum Gedeihen des dentlichen“

wirkt. As Das Journal „Le Sauveur‘/ (Sotir), welches

i i : ¿vd b nen aufgehört hatte, is wieder erstanden und wird l bruar N cal vorigen Redaction wieder erschein fennt man nicht die Tendenz des Journals, da si u N : erschienene Ankündigung der Redaction nicht bestimmt? ausspricht; die Grundsäße jedoch, welche der „„Sauvtl rend der lebten Zeit seines Bestehens verfochten, M ad länglich bekannten Ansichten des Haupt - Redacteurs ris muthen, daß der neue „Sauveur‘“ besonders die \ e der politischen Parteien und eine entschiedene Unters Königlichen Thrones sih zur Aufgabe seten wird, A Unabhängigkeit jedoch von dem bestehenden Minister

4 Vereinigte Staaten von Nord Amt i New-York, 10. Jan. Hiesige Blätter melden 2 10. bis zum 20. Dezember drei von New-York n und New - Orleans - abgegangene Posten verloren seyen, und daß man seit mehr als vierzehn Tagen vf ihnen gehört habe. Findet man die Briefbeutel L il auf, \o entsteht dadurch ein Verlust von mehr wt Dollars. Die dabei Betheiligten benehmen sich G ßer Kaltblütigkeit und Ruhe, denn sie begnügen sich rgfalt Post- Direktor, Herrn Amos Kindall, größere Sorg empfehlen... R e schreibt aus New-Orleans vom 31. Tis „Wir haben den Verlust von que großen Da Tran beklagen. Auf dem Dampfschiffe „Black Hawk“ Nad der Fahrt von Natchez nah Natchitoches / in dndun 27. Dezember, in geringer Entfernung von der hattt! Rothen Flusses, der Kessel. Es war stark beladen, Passagiere, Pferde und etwa 99,000 Dollars r Steuett welches der- Regierung gehörte, am Bord. tf und der Ingenieur wurden auf der Stelle getodee : rere andere Personen, deren Zahl man noch A vert loren das Leben, und vier oder fünf wurden {w

þ hingeschickt; es heißt sogar,

nehme Folge dieses Aufstandes.

/ ‘f Zdassagiere haben sh mit Hülfe eines Bo0- A naisten; P “Auch der grôßere Theil der La- hes g hn 75,000 Dollars sind geborgen, mehrere Pferde dung L ommen. Der Rumpf des Schiffes befindet her umgeto c der Stelle, wo der Kessel sprang, unter Wasser. Das sich h Dampfboot, der „Vicksburg““, gerieth am 29. Dezem- at uf der Fahrt von Vicksburg nach New - Orleans, etwa 20 nes lische Meilen von Bâton - Rouge, in Brand. Das Feuer E e in der Nähe des Kessels liegende Ballen Baum- ergriff eimge V S S unden war das Schiff bis auf die Was volle, und in fünf Stunden war das Dchisf bi auf die Wasß- B (inie von den Flammen verzehrt. Den schr zahlreichen Passa- O gelang es glücklicherweise, sich mit dem Verlust einiger Cfekten zu retten. Das Schiff hatte 1177 Ballen Baumwolle R Bord, von deten nur 7 gerettet wurden. Die Ladung hatte e fs erth von 40,009 Dollars und das Schiff von $5,000 T eA: beide waren, theils in Vicksburg, theils in New - Or- (eans versichere. Der Capitain soll 10,060 Dollars bei diesem unglücklichen Ereigniß verloren haben.“

Bras (Len.

_ Rio de Janeiro, 21. Nov. Ein neues Ungewit- ter steigt an dem Horizonte Brasiliens auf; Bahia hat sich für cine unabhängige Kepublik erklärt. Schon Ende Oktobers, wo ein fleines Truppen-Detaschement von Bahia nach Nio Grande abgeschickt wurde, äußerte flch große Unzufriedenheit, und die Einschiffung war nur mit Mühe zu bewirken. Briefe jedoch vom 6. November, welche unruhiger Bewegungen erwähnen, sezea hinzu, doß nichts zu befürchten sey, die Regierung könne auf Truppen und Nationalgarde rechnen. Aber gerade Trup- pea waren es, die sich a:n Morgen des “ten empdrten ; die Bermanentes eine Art Gendarmerie traten ihnen bei, und ohne Blutvergießen wurden der Präsident und der kom- mandirende General genöthigt, an Bord eines Kriegsschiffes zu sehen. Jundessen ward die Republik ausgerufen, und man er- ließ cine ‘Proclamation, worin gesagt ist, daß sie nur bis zur Majorennität des Kaisers unabhängig seyn wollen; es wird Feijo's Sturz auf das Bitterste beklagt und besonders der Mi- nister Calmon mit den heftigsten Schmähungen überhäuft, was um so mehr auffállt, als gerade er Deputirter für Vahia ist und für schr populair galt. Näheres und Bestimmteres erfahren wir wohl in diesen Tagen; die Englische Kriegsbrigg „,Wizzard“‘, welche die Nachrichten brachte, verließ Bahia ichon am Abende des Tten. Es liegen drei Brasilianische Kriegsschiffe da vor An- fer, und es mup mittlerweile ein viertes dort angelangt seyn, welches der Provinz einen neuen Präsidenten, Barredo Pedroso, zuführt. Vielleicht, daß es ihm gelingt, sich Eingang zu ver- \haffen; indeß wird hier sehr eifrig gearbeitet, um in wenigen Tagen noch eine Fregatte hinschicken zu. können.

Dergleichen Aufstände in den Provinzen können unmöglich

| überraschen; es fällt schwer, zu glauben, daß ein Reich von

Brasiliens Ausdehnung, und dabei von einem solchen Mangel an Communication, lange Zeit ein Ganzes bleiben fönne. Bahia ist nächst Minas die gröpte und volkreichste Provinz des Rei- ches; dort war Jahrhunderte hindurch die Residenz der Vice- Könige, und natürlich können die Bahianer es nur mit Erbit- terung bemerken, wie sehr sie von Rio überflügelt und in den Schatten gestellt werden. Auch wäre es fär die einzelnen Pro- vinzen wahrscheinlich ein Glu, wenn diese Trennung zu Stande fäme, Nio, Minas, Geraes, S. Paulo und einige kleinere daran liegende Distrikte könnten vereinigt einen reichen Staat bilden; niht nur, daß die Bergwerks - Produkte und der Kaffee hauptsächlih ihnen gehdren; bei einer Con- centration dieser Art fkênnten sich auch die Riesenkräfte entwikeln, die in der Provinz S. Paulo shlummern, diesem herrlichen Lande, in dessen mildem Klima alle Getraide- arten und Curopäische Früchte gedeihen. Mögen dann die nördlichen Provinzen sehen, wie sie mit sh fertig werden. So kanu aber narürlicy die Regierung nicht raisonniren; sie muß Ailes daran seßen, Bahia wieder zu erlangen, und man i| hier der Ansicht, daÿ eine strenge Blokade von der Seeseite die Stadt zur Unterwerfung zwingen muß. Auf diese Art al- lein fonnte auch 1823 Lord Cochrane die Portugiesen zum Ab- zuge nöthigen. Und ein Krieg, wie er schon so lange die Pro- vinz Rio Grande verwüstet, ist in Bahia nicht wohl möglich, wo man an feste Wohnsiße und den Bau von Zuker gewöhnt ijt und von dem unstäten Leben nomadisirender Gauchos nichts weiß Man muß aber eine {nelle Beilegung der Sache um so mehr wünschen, weil ein Aufstand in Bahia eine ganz eigen- thümlich bedenkliche Seite hat. Jn feiner Provinz nämlich herrscht ein so unglaublihes Mißverhältniß zwischen Weißen und Farbigen; da es nun gar nicht möglich wäre, irgend etwas

zu erlangen, ohne die Mulatten zu bewaffnen, diese aber,

und nicht die Neger sind zu fürchten so könnte das leicht furchtbare Folgen für die Weißen haben. Zum Schuße der Fremden übrigens befindet sich dort die Englische Korvette „Sa- marang‘“, Und der Admiral hat auch die Brigg „Wizzard‘“/ wieder 4 / _ daß er selbst folgen wird.

Der Handelsstand befürchtet Zunächst nur Eine Unange- | Fol Das neue Ministeri ieß sich, wie ih Ihnen schon mittheilte, gleich an P dit von 41500 Contos votiren, chien aber entshlos}sen’, ihn nur sehr allmälig zu realisiren, um die Preise der Apolices nicht zu drücken. Dieje waren, auf die Nachricht von jener Kredit-Be- willigung, von %8'/2 auf 8 gefallen, hoben sich aber gleich wie- der und hielten sich ziemlich fest zwischen 88 und 9. Wenn cin solcher Preis für ein 6 procentiges Papier in Europa sehr gering erscheint, so rechtfertigt er sich hier durch die Höhe des Diskonto, welche die Kapitalisten reizte, ihr Geld viel lieber Be pechsel: Geschäften anzulegen. Nun aber könnte die neue erlegenheit leicht die Regierung zu raschen Maßregeln drän-

gen, was denn überdies auch den Cours noch tiefer herunter- gen würde. Es bringt mich dies auf den Punkt, den ich Nen in meinem leßten Schreiben berührte: das hiesige Geld- esen überhaupt und die Schritte der diesjährigen Kammer in dieser Beziehung. ; E gränzenlose Verwirrung des Brasilianischen Geldwe- u d ur\prünglich von der Portugiesischen Regierung her, Brafil: dem Ende des 17ten Jahrhunderts schlechtes Geld fär N Raa prägen ließ. Für das Gold war die Differenz ò pCt. ; Vil R Rer des Kupfers wurde, durch eine Ordre vom 18. R e Pag! das Vierfache des wirklichen Werthes bestimmt. N A er Dom Pedro'’s gingen auf demselben Wege fort; lies C A zu dem Kriege gegen Buenos - Ayres zu \hafen, e O damals ginanz-Minister, in den Jahren 1828 S einahe 6000 Contos Kupfergeld prägen. Die natür- N At davon blieb nicht aus; in ganzen Schiffsladungen RE nbi ord - Amerika Kupfermünze hier an, und so mußte Ire a die Regierung entschließen, mit dem Anfange dieses

eines f ammtliches Kupfer einziehen, stempeln und auf die Hälfte rüheren Werths seen zu lassen. Mit welchem Geschick

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diese Operation vollführt wurde, beweist der Umstand, daß eine Zeitlang dieses gestempelt Kupfer 10 bis 12 pCt. Agio gegen Papier erhielt, bis es auf sein altes Niveau, etwa 6 pCt. schlech- ter als Papier, zurück ging. Jet gilt ein Stück von der Größe eines Thalers 40 Reis, ungefähr einen Silbergro- schen, und es ist klar, welche Unbequemlichkeit es ist, eine solche u bei sih tragen zu müssen, um nur etwas Scheidemünze zu aben.

Die Geschichte des Papiergeldes is zugleich die Geschichte der alten Bank von Rio, ein trauriges Gewebe der gröbsten Betrügereien und Veruntreuungen einerseits und andrerseits der ârgsten Mißgriffe der Minister Dom Pedro's, die vollkom- men nah dem Grundsate S après nous le déluge. Das Resultat davon war, daß ein Papier, welches ursprüng- lih als Banknoten nur in einer Provinz galt, nun in unübersehbarer Menge als Staatëpapier über das ganze Land ausgegossen wurden , und dadurch jeden reellen Werth verlor, da an Einldsung gar nicht zu denken war. Auch hier stieg die Verwirrung durch die Einführung falshen Geldes ins Üner- meßliche; was half ein Talon in Rio Janeiro, um die Noten zu prüfen, für Provinzen, deren Anfragen oft in fünf Mona- ten faum Antivort erhalten können? Klar is es, daß unter solchen Umständen das hiesige Papiergeld nicht, wie anderwärts, eine Staatsschuld, sondern wirklih das allgemeine Geld (meio cireulante) ist, und man fkônnte es hôchstens unbequem finden, daß man zwischen Einem Milreis Papier und einem Kupfer- stück von 40 Reis keine Scheidemüänze hat; man ist in der That oft genTthigt, Einen Milreis in Papier zu geben, weil man einen halben in Kupfer nicht in der Tasche tragen kann. Da- her kommt denn auch das bedeutende Agio, welches das Pa- piergeld bekommt, und was allerdings für die arbeitende Klasse drúckend genug ist. Aber verderblich wird das System, so wie das Bedürfniß auswärtigen Handels eintritt; und hier kommt noch der Uebelstand dazu, daß dieser Handel nur durch Fremde geführt wird.

Jedes Land bezahlt das andere eigentlih durch seine Pro- dukte, theils unmittelbar, theils mittelbar, indem es erst eine überall gültige Waare, die edlen Metalle, dafür eintauscht. Brasilien besißt beide Zahlungsmittel, und es ist natärlih, daß, wenn sich die Konjunktur für die Produkte, namentlich für den Kaffee ungünstig stellt, der Preis der edeln Metalle. (oder, was dasselbe ist, der Wechsel auf Europa) steigt, und daraus erklärt sich denn das unglaubliche Schwanken der Wechsel-Course hier, wodurch sich Rio von allen Pläben so unterscheidet. Bei allen Luxus- Artikeln übrigens, besonders in sofern sie aus der er- sten Hand im Detail verkauft werden, t sich das Gleichge- wicht leicht her, indem die Preise der Waaren jeder Schwan- fung des Courses folgen; aber das geht nicht bei nothwendigen Lebens - Bedürfnissen, namentlih Schnittwaaren. Der fremde Grossist verkauft an den Brasilianischen Detaillisten, und die- ser fragt nicht nah dem Course; er bezahlt in Papier, nach den gewöhnlichen Marktpreisen der Waaren, und der Jmpor- teur, welcher Metall braucht, um in Europa zu bezahlen, trägt den Verlust. Es geht noch, so lange der Cours eine gewisse Stätigkeit behauptet; dann müssen die Waarenpreise sich dem- gemäß stellen; wie aber bei einer Krise, wie diesen Frühling in wenig Wochen der Werth des Milreis von 36 Pence auf 25 fällt, so wird es begreiflih, daß ein Englisches Haus, wie man hier allgemein behauptet, bloß an der Cours - Differenz 100 Contos verliert.

Bei dieser Lage der- Dinge mußten die einsichtigern unter den Kaufleuten wohl erkennen, daß die Regierung unmittelbar nichts thun kann; nur indirekt; durch Beförderung des mate- riellen Reichthums, und was daraus folgt, Vermehrung der Ausfuhr und Verringerung der Einfuhr, läßt sih Besserung erwarten. Gleichwohl wollte und sollte die Kammer etwas thun ; und so wurde ein Projekt von Vasconcellos angenommen, wel- ches allmälige Amortisation bezweckt. Durch eine kleine Erhd- dung der Zoll -Gebühren auf eingehende Waaren, durch eine nzahl Lotterieen *), und einige dergleichen Mittel hofft man jährlih etwa 1200 Contos zu erhalten, welche sofort ver- brannt werden sollen. Der Plan, zugleich wieder jeder Pro- vinz ihr eignés Papiergeld zu geben, ist vorläufig der großen Kosten und andern Schwierigkeiten wegen aufgegeben worden. Schwer- lich aber wird die Amortisation viel nußken. Dadurch, daß man das Papiergeld verbrennt, kommt das Metall nicht in Umlauf; statt das Papiergeld theuer zu machen, sollte man suchen, die Metalle wohlfeiler zu machen, dann würde die natürliche Ent- wickelung des Handels schon das richtige Verhältniß beider fest- stellen. Vorläufig bedarf der Handel des Papiergeldes, und mas sollte es ihm nicht nehmen, ohne ihm etwas Besseres zu geben.

Vorläufig scheinen die Aussichten Brasiliens nicht die hei- tersten; doch bin ih überzeugt, daß die unzähligen Keime zu aller Art Reichthum, die noch in dem Lande ine mäch- tiger sind, als die ungeschickte Verwaltung, und daß die Natur sich Bahn brechen wird. Der Choc, den der Handel erlitten hat, kann nur heilsam seyn; die frühere ganz unglaubliche Leich- tigkeit des Kredits hatte die merkantilische Thätigkeit auf eine shwindelnde Hdhe gespannt; das gab freilih eine Zeit lang glänzende Resultate; aber als nun eine Krisis kam, auch desto traurigere Folgen. Allein man ist auch dadurch vorsichtiger ge- worden; der Geschäfts - Betrieb wird solider, und viele Kapita-

lien werden nun der Jndustrie zugewandt werden, wobei das

Land nur gewinnen kann. Es führt dies aber auf eine andere Frage, die fúr die Zukunft Brasiliens von der höchsten Bedeu- tung ist, die Frage über den Sklavenhandel und die Herbei- ziehung fremder Kolonisten; darüber erlaube ih- mir, Jhnen nächstens Etwas mitzutheilen.

Fnland.

Berlin, 15. Febr. Se. Majestät der Kdnig haben dem Roll tiestrauten und Besiker einer Fußteppich - Fabrik, Herrn Becker hierselbst, für die Uebersendung eines in Gold und Sil- ber gewirkten Teppichs, den Se. Majestät als Zeichen fort- schreitender Industrie wohlgefällig aufgenommen und welchem beim leßten Ordensfeste die Stelle unter dem Throne im Rit- tersaale angewiesen worden, als Beweis der Anerkennung eine

°) Lottericen sind ein hier schr beliebtes Ausfkunftsmíitel , von welchem besonders die lcgte Kammer einen ganz ungemessenen Ges brauch gemacht hat; Theater, Hospitäler, im Bau begriffene Kirchen und ein Corrections:- Haus, welches die Stadt Rio de Janeiro baut, haben die Konzessionen dazu bekommen. Yede solche Lotterie hat 6000 Loose zu 20 Milreis, und 2000 Gewinne, zusammen von 96 Con- tos, so daß 24 Contos für Kosten und Benefiz bleiben. Anfangs schlug man sich fast um die Billets; seitdem aber die Kammer so freigebig war, daß gegenwärtig und noch für geraume Zeit hinaas

monatlich cine gezogen wird, fängt der Eifer an, sh abzukühleu. (Anmerk. d. Korr.)

werthvolle goldene Tabatière, begleitet von einem Kabinets-Schreiben, zustellen zu lassen geruht. M

Bei der Feier des leßten Sylvesters hat sih in Preb\ch an der Elbe auf Anregung der dasigen Waisenhaus-Lehrer ein Armen-Verein gebildet, welcher aus sämmtlichen Waisenhaus - und den übrigen dasigen Königl. Beamten, auch aus mehreren L Een Bürgern besteht und 40 Mitglieder zählt. Die- er Verein hat den Zweck, ganz arme und wärdige Kinder bei der Confirmation vôllig neu zu kleiden, zu welhem Behuf die Summe von jährlich 70 Rthlr. gezeichnet worden tst.

Das I bei Aschersleben im Regie- rungs - Bezirk Magdeburg wird, wie man von dort meldet, shwunghaft betrieben und beschäftigt einige 90 Menschen. Die beiden Braunkohlenwerke zu Westeregeln und Altenweddingen (ebenfalls im Reg. Bez. Magdeburg) haben im Jahre 1837 95,700 Tonnen à 2 Berg- Scheffel gefördert, wofür der Werth zu 23,140 Rthlr. anzunehmen S

__— Jn A der strengen Kälte is der durch das Thal der Roßtrappe am Harze strômende Bodefluß, welcher wegen seines stürmischen Laufes nur höchst selten zufriert, gänzlich mit Eis bedeckt und gestattet den Besuchern, welche aus der Nähe und Ferne herbeistrômen, den Anblick seltener Naturschönheiten. Ein Wasserfall, der Kessel genannt, frièrt nie zu und gleicht jet einem über dem Feuer stehenden Kessel mit kohendem Wasser.

Man schreibt aus Koblenz unterm llten d. M: „Heute Morgen gegen $ Uhr hat sih das Mosel - Eis in Be- „wegung geseßt und i| völlig im Treiben. Die Lahn is im Wachsen, so daß sich die Eisdecke dieses Flusses leicht binnen 24 Stunden lôen dürfte. Dessenungeachtet ist der Rhein nicht sehr im Steigen, und es dürfte nach dem jeßigen Stande der Witterung noch einige Zeit bis zur Befreiung dieses Stromes von seiner Eisdecke hingehen. So scheint sich denn Alles zum Glücke der in dec bedrängtesten Lage hier und in der Gegend gelegenen Schiffe diesesmal gestalten zu wollen.““

Wissenschaft , Kunst und Literatur.

Hinterlassene Werke von Friedrich Hoffmann. Er- ster Band. Physikalische Geographie. Vorlesungen, ge-

halten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834

E E Berlin, in der Nicolaishen Buchhandlung.

Die Gesichtspunkte, welche man in der Erdkunde a1s wesentliche geltend macht, sind unter cinander so verschieden, daß man seit lans- ger Zeit ‘das Bedürfniß gefüblt hat, die Diésciplinen, in, welche die Wissenschaft dadurch zerfällt, durch besondere Namen zu- bezeichneu ; so hat man von jeher die mathematische von der pbysikalischen Geo- graphie unterschieden und beide wicderum von der Statistik gesoudert. Aber selb mit diesen Namen ist cin fo wenig Bestimmtes bezeichnet, daß der Titel „pbysifalishe Geographie‘/ feinen Schluß auf den Jun- halt des Werkes, dem er vorgeseßt isi, zu machen gesiattet. Als von allen Seiten das Vedürfniß erwachte, in geographischen Werken ucchch etwas Anderes als die Einwobnerzabl der Städte, ibre Fabrifen und offentlichen Gebäude angegeben zu finden, als man überhaupt ver- langte, daß in der Erdkunde auch von der Erde die Rede \cyn solle, glaubte man in dem Wört „Naturgränzen/“ ein Stichwort gcfunden zu haben, jenem Bedürfniß bequem ju genügen. Gerade so wie zu den Zeiten der Völferwanderung, ais die Römische Herrschaft zer- trümmert wurde, neue Namen barbarischen Klanges an die Stelle der altflassishen traten, so nenerdings in der Geographie. Der Spa- nier mußte scinen Mationalhaß gegen deu Portugiesen vergessen, denn Beide gehörten dem neuen Vaterlande der Pyprenäischen Halbinsel an, der Frauffurter von dem Berliner sich trennen, eine Wasserscheide riß sie, ihrer gemeinsamen Brandenburgischen Abstammung ungeach- tet, für immer auscinander, da jeuer durch die Oder an das: Seege- biet der Osisee geknüpft war, dieser durch die Spree zur Aunerken- nung der Oberhohecit Hamburgs range wurde. Dech hald fand man, wie wenig sich die Natur selbs um diese Naturgränzen beküm- Strêmt nicht die Elbe aus den Ebenen Böhmens in das Ge:

mert.

seincm fonsequenten Lauf abbringen, sprengt er nicht vielmchr die Fessel, die ihn hemmen sollte? Entspringen nicht, um an cin entges gengeseßtes Beispiel zu erinnern, die mächtigsten Ströme Rußlands, die sich nach allen Weltgegenden hin ergießen, in Volhynien in eincm niedrigen weiten Sumpfland, da, wo nech jcht an den Wandkarten der gelehrten Schulen dicke Bergstriche ein majestätishes Gebirge au- deuten, welches, obgleich es uur in dem Kopfe des Zeichners exislirt, doch noch für die Schüler eine dogmatische Autorität hat? Endlich i man von diesen Star N: sie sind zu unna- türlich, um sich länger in einer Wissenschaft behaupten zu können, welcher A. von Humboldt, Lcopold von Buch und Karl Ritter ihre gestaltende Kraft zugewendet haben.

Wenn sich cine Wissenschaft in sich kräftig entwickelt, weun sie der Verirrungen Herr wird, in die sie, aus dem alten Gleise tretend, zuerst verfallen war, so fann sie das nicht heimlich thun, das Publi- fum wird aufmerfsam und fragt, was da vorgche. Es ist etwas Schd- nes, da der erste Berichterslatter zu werden. Nur der darf cs, der selbst mitgearbeitet hat, er muß außerdem das Talent der Populari- tát haben, jene seltene Gabe, welche Jeder sich zutraut, und die nur Wenigen gegeben ist. Hoffmann, der zu früh Verstorbene, hatte sie, der Zudrang zu scinen Vorlesungen bewies-es, er dat auch mitgear- beitet an der Wissenschaft, wie die Schriften bezcvgen, dic er selbst herausgegeben. An das vorliegende Werk fkfounte er nicht die vollen- dende Hand legen, denn es erscheint uach scinem Tode. Es sind Ver- lesungen, nicht unmittelbar zum Druck bestimmt; aber vielleicht is das fein Nachtheil, da die Uamittelbarfcii der Darstellung etwas so Ueberzeugendes und Wahres hat, daß, wenn man Stcilen des Buches in cinem anderen Werke läse, selbs wo Hofsmanu's Name nicht ge nannt wäre, man doch leiht erfennen würde, was ihm gehört, was N bey entlehnt is. Wir wenden uns z1 dem reichen Jnhalt des

erfes.

Nach cinecr kurzen Darstellung der Ansichten des Alterthums über die Gestalt der Erde fommt der Verfasser zu den messcnden Beslimmungen derselben. Wie Huvyghens und Newton zuerst die Figur des Gleichgewichts ermittelt, wie dann cmpirish durch Grad- messungen und Pendelschwingungen diese theoretischen Folgerungeu bestätigt wurden, wird in historischer Folge auseinandergefeyt, worau sich denn schr natürlich die Bestimmungen der Dichtigkcit der Erde anschlicßen. Nach einer kurzen Andeutung der daraus für das Erd- innere- folgenden Schlüsse wendet sich der Verfasser sogleich zu der Betrachtuug der Oberfläche, an der wir das Feste, Flüssige und Lufts förmige unterschciden, welche in der Geologie, Hvdrographie und Metecorologie ihre nähere Betrachtung finden, ven denen die leßttere aber hier ausgeschlossen wird. Scheiden wir zunächst die Haupimasscn der Kontinente von der Jnselwelt Polynesien, so finden sich in den drei großen Gruppen Amerika und die Polarländer, Europa und Afcika, Asien und Australien nicht nur bedeutende Formähnlicykeiteu, wie Forster, Pallas uud besouders Steffens bemerkt haben, sonu- dern außerdem andere charakteristishe Uebereinstimmungen, cine uörd- liche uud südliche Hälfte, verbunden durch eine Landeuge, die nur bei Malacca größer, aber in den Juseln noch scharf angedeutct ist, und etrennt durch ein vulfanisches Binnenmeer, den Meerbuscu von texifo, den Mittelländisheu und Judischen. Sialt daß mau soust die vulfanishen Juselu Polynesiens als Reste eines zertrümmerten Kontinents, einer versunkenen Atlantis, betrachtet, wird hier vicls mehr die Ausicht geltend gemacht, daß, wo den hebenden vulkanischen Kräften durch so viel vorhandene Deffuungen ein Ausströmen gestats tet ist, der mechanische Effeft nicht ausreicht, cin Kontinent zu cer-

heben, das also hier nie vorhanden war, da es eben nicht zu Stande fommen fonnte. Die Juseln werden sodann unter verschicdeneu

birge, läßt sich der Rhein durch die Bergzüge des Rheingaus von -

A C ‘lv D ¿Pa C I E T M N R a