1838 / 71 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

E Er 2 S Lea

i, 3 ti 7: 2%

. muthwilligen Bankeruits zu verantworten.

Ein Biedermann hat (wie man von dort berichtet) 2009 Rthlr. auf zehn Jahre E zu den Kosten der Wiederherstellung

i mals angeboten; andere wollen nah Kräften beisteuern und so dürfte denn cine baldige Restauration dieses

jenes alten Den

alten Bauwerkes zu erwarten seyn.

—- Im Regierungs-Bezirk Stralsund sind im Laufe des

naben und 2779 Mädchen, zusam- l Es starben 1956 Menschen männ- lihen und 1864 weiblichen Geschlechts, zusammen 3820 Perso- nen, so daß der Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbe- nen 1902 betrug. Durch Selbstmord starben 20, durch Unglücks- fálle allerlei Art 102 und an den Pocken 10 Menschen. Das natürliche Lebensziel erreihten und starben an Entkräftung 512, worunter 24 nach vollendetem 90sten Lebensjahre. Ge- Die gesammte Civil - Bevölke-

verflossenen Jahres 2943 men 5722 Kinder, geboren.

traut ny v6 1423 Paare. e rung des Departements betrug am Schlusse des vorigen Jah- res 156,549. N y E Man berichtet aus Brieg unterm öten d. M.: „Die Besorgnisse, welche wir vor der diesmaligen Eisfahrt unseres Oderstromes hegten, da der Wasserstand beim Einfrieren keines- weges niedrig und die Eisdecke durchschnittlich 2 bis 2'/, Fuß dik war, gingen feu in traurige Erfüllung. Nachdem der An- drang der Eismassen schon in der vorhergehenden Nacht zwei Eisböcke oberhalb der Brücke zertrümmert hatte, riß er heut Vormittags 11 Uhr zwei Pfeiler und drei Joche aus der Mitte der Brücke spurlos hinweg und erschütterte zugleich den übri- a Theil so in den Grundvesten, daß er s{werlich zu erhalten eyn dürfte, wenn die gewaltigen Eismassen, die noch von ob&æ- halb her zu erwarten sind, ankommen. Selbst für den Fall aber, daß der Rest stehen bleibt, soil, nah dem Urtheil von Sachverständigen, ein Neubau unvermeidlih seyn. Wie wich- tig aber unsere Oder-Brücke für die Verbindung mit den auf dem rechten Ufer gelegenen Ziegeleien und den Wäl- dern, aus denen nicht nur die Stadt, sondern die ganze Um- egend des linken Oder-Ufers ihr Bau- und Brennholz bezieht, hauptsächlich aber für die Handels-Verbindung zwischen dem Großherzogthum Posen und Polen mit den Ge- birgsgegenden ist, bedarf keines Beweises. Man {äßt den durch jenes Unglück verursachten Schaden auf 25 bis 30,000 Rthlr.‘‘ Die Leipziger Post war am Schlusse dieses Blattes noch nicht hier eingetroffen. Der Grund dieser Verzögerung ergiebt sich hinlänglich aus nachstehenden beiden Berichten: „Witten- berg, 8. März. Bei einem Wasserstande der Elbe von 12 Fuß ward eine kurze Wegstrecke der Poststraße von hier nach Grä- fenhainchen, und zwar zwischen den Dörfern Euß{h und Pan- nigkau unter Wasser geseßzt. Durch den gestern erfolgten Durch- bruch des Merschwißer Elbdamms bei Prebsch ijk aber seit gestern die ganze Elbaue und die Poststraße nah Gräfenhain- chen auf eine halbe Stunde weit, von Pratau bis hinter dem Dorfe Pannigkau übershwemmt, in Folge dessen die Pferde bis an den Bauch im Wasser gehen. Allein auch der gepfla- sterte Damm von Lambsdorf nach Kemberg ist durch den Mersch-

282

Loose zu 300 FI. 122. 1212,

E

15 sgr.

: L . e e , , __ Allgemeiner Anzeiger für die Preußishen Staaten. B f . T) C Q 6 e S ay , 5, f crâ . Bekanntmachungen. Der unterm M Lucas E auf den P E S Brie 0 E "Ae And, eide: 1837. Geh. A u s Sten fünftigen Monats angekündigte Ver-

, ä „U g. , Von dem unterzeichneten Kénigl. Hofgericht werden kauf von Neun Hundert Acht und Dreißig alle diejenigen, welche an die Verlassenschaft des ver- An Mos ao erft in termino en 20. rz

storbenen Pächters Carl Joachim Rewoldt zu Sellen- tin und Bantow auf Rügen, uameutlich an das dazu stattfinden,

ezahlten Assecurations-Vorschuß, an dic Saaten, Acker-|werden. rbeiten und an das Juventarium daselbs Forderun: gen und Ansprüche machen zu fönnen glauben, hier- mit geladen, solche in cinem der auf den 26. März, 23. April und 14. Mai d. J. Vormittags 10 Uhr, anberaumten Liquidations- Termine vor den: Königl. |

Breslau, den 24. Februar 1838.

Der Königliche Justiz-Kommissarius,

Notarius publicus Landgerichts - Rath. |pyaktisches Lehrbuch der Múühlenvaukunsft. Szarbinows*käi.

d. de » 4 1zu [l , und fann die Wolle vom 10. gehörende Pachtrecht der genanuten Güter, den dafür|bis 15. März c. in Augenschein genommen.

Berlin, den 8. März 16838.

A. W. Hayn, Buchhändler, Zimmerstrasse No. 29.

Für Mühlenbauer und Mühlenbesitzer. Fu allen Buchhandlungen ist zu haben,- iu Berlin (Stechbahu Nr. 3) bei E. S. Mittler: Dr. Kuhnuert's

Oder gründliche Anweisung, alle Arte von Wassser-, Wind-, Schiff-, Hand-, Tret- und R-Fmühlen, ins-

Hofgericht anzumelden und zu beglaubigeu, bei Strafe der Präklusion, welche am 31. Mai d. J. erfanut werden wird.

Nachdem wider den Herrn Neichsgrafen Gustav Adolph Bentinck in Varel, als Beneficials Erben scines

besondere cber- und unterschlächtige Malz, Graupen-, Oel -, Schneide-, Pulver-, Pavpicermüd'en z1. dgl. um. nach ueuester Construction zu erbauen: nebst Befchrei-

Die vollständigen Ladungen sind den Siralsundischen S Herru Baters des Herru Reichsgrafen bung und Abbildung alter einzelnen Tbeile derselben. Zeitungen inserirt, anf welche bier Bezug genommen wird. | lein usiav Friedric) Bentinck zu Varel, hinsicht: | Für angehende Mühlenbauer und jeden Mühlenbefißer.

Datum Greifswald, den 17. Februar 1838.

uud Rügen.

v. Möller, Praeses,

mine angeseßt : Bekanntmachung. Der Schneidergeselle Johann Friedrich

lich des Machlasses des Lettern, am 11. Februar 1838, | Dri j C s: G G tos Q s ; ' , 4 -|Dritte verbesserte und scbx vermcyrte Auf: Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern Schuldeu halber der Konkurs hicrscibst erkanut wor: lage. D | l j

N l den ist, so wird folches hierdurch zur öffentlichen Kunde | Quedlinburg, bei G. Basse. gebracht, und werten zur Uusführung des Konkurses, ; der geschlichen Vorschrift gemäß, uachsieheude Ter- |Veifails, da es nicht uur die ulgemeiuea Grundsäße

2 Bände. Gr. $ro. Mit 496 Abbildungen. Yreis 4 Thlr. 20 sgr.

Dieses Werk erfreut sich mit Recht des allgemein|sten

der Mühlenbaufunst deutlich und flar vorträgt, alie

S C F J nv I t A u , , - ; 1) Zur Augabe auf den 309. April 1838, in welchem [Arten von Mühlen nach ibren einzelnen Theilen zu Wilhelm | Termine alle diejenigen, welche an den obgedachten | erbauen lehrt, alle ueue Berbesserungeu uud Erfiu-

Peters aus Tzscheyschnow bei Fraukfurt a. d. D. ist Geineinshuldner aus irgend einem Grunde Forderun- [dungen im Bereich des Mühlenbanes beschreibt, sou- in dem am 26. Januar d. J. publicirten Tesiamente| ge, Ansprüche oder zur Compensation geeignete Gegen- dern auch alle abgehaudecite Gegenstände durch Abbil-

der Wittwe Weinmeister Peters, Eve Dorothee, geb. forderungen zu haben vermeineu, scelche bei Sirafe des

dungen veranschaulicht. Für den praftischen Müßieu-

Greiser, zum Miterben eingesetzt und sein Erb-Antheil Ansschlusses von diesem Konkurse hierselbst anzugeben |hguer ist fein besseres Werk vorhanden.

auf die

demseiben bierdurch bekannt gemacht wird. Franffurt a. d. O., den 2s. Februar 1838.

" L z, L s i . Ï Königl. Preuß. Land- und Stadtgericht besiellen haben.

T 2) Zur Ligutidati

r 0 a m-a. Kaufmanns Johann Friedrich Mieth durch Berfüguny des Königl. Landgerichts zu Erfurt vom 17. November

Anmeldung der Forderungen ‘von Seiten der uube- fannten Gläubiger ein Termin auf den 30. Funi d. J, Vormittags 9 Uhr,

umme vou 10 Thlr., von den Wilhelm Mensch-| Und die zur Begründung ihrer Angaben etwa dieuen-

gershen Eheleuten zahlvar, fcsigesezt worden, welches den Beweisthümer , unier der im $. 42 der Konkurs

Ordnung cuthaltenen Verwarnung, anzulegen, auch) alsdann einen der hier recipirten Anwäide zur Wahr- Nr. 8, ist zu haben: nehmung ihrer Gerechtsame bei diesem Konkurse zu 1

ation auf den 3. September 1838, da deun die Gläubiger ihre angegebenen Forderungen, Nachdem lder das Vermögen des ausgetretenen | bei gescblicher Strafe, völlig klar zu machen haben, in- K soferu dics uicht schon früher geschehen is. 3) Zur Anhörung des Prioritäts - Urtheils auf den 1837 der Konkurs erösfuet worden ist, so wird zur|4#. Dezember 1838 Der Termin zum öffentlichen Verkaufe des Kou- fursguts soll demnächst angeseßt werden. Sglicßlih wird nachrichtlich bemerkt, daß von obi: [nen und in allen Buchhandlungen, zu Berlin durch

Bei Ludwig Ochmigke in Berlin, Burgstraße

Reimer und Wilke, methodische Bilder- tafeln zum Gebrauch beim Anschauung s- Unterricht in Elementar- und Kleiukin- dershulen, besonders beim Taubstummen- Unterricht. 20 Blatt, groß Median, Preis im Buchhaudel 1 Thlr.

Jm Verlage der Gebrüder Bornträger in Kê- nigsberg sind seit Jahreéfrist folgende Werke erschie-

an Gerichtsamtéstelle auberaumt, wozu diescliben unter | gen Aufgaben auch diejenigen Gläubiger nicht ausge- |die Stuhrscve zu haben :

der Verwarnung vorgeladen werden, daß sie im Falle schlossen sind, welche bereits, in Folge der Edictal- ihres Ausbieibens mit ibren Forderungen an die Masse Ledung vom 8, September 1836, in Convocations- práfludirt und ibnen deshalb gegen die übrigen Gläu-|Sacheu der Gläubiger des Reichégräflich Aldenburg- biger cin ewiges Stillschweigen auferiegt werden wird. Beniincfschen Familien - Fideikommisses und des Nach:

Den auswärtigen Gläubigera werden der Herr Justiz- lasses des legten Juhabers desselben, Reichsgrafen rath Goeschel uud Herr Justiz-Kommissar Bürger als| Wilhelm Gustav Friedrich Bentinck, eine Angabe ge- Sachwalter in Vorschlag gebracht, welche sic, wenn macht, haben, oder deren Ansprüche und Forderungen sie durch diese ihre Rechte wahrnehmen lassen wolten, Je acfedän (ane stattgehabten Convocation gemel: mit Fuformati 3 versehen haben. geiehen hind.

Xnformation und Vollmacht zu versehen h Dibealuéas dén is. Rebriar 1858.

wärtigen Aufenthalte nach unbekanute Gemeinschuldner, |Großherzogl. Oldenburgische JYustiz-Ka uzlei des Herzogthums Oldenburg.

Gleichzeitig wird der ausgetretene, seincm gegen-

Kaufmann Friedri Mieth, zum anberaumten Termine mit vorgeladen, um dem bestellten Kontradiktor dic

Andral, G., die Kraufkhciten des Gebirns. Aus dem Französiscven übersegt und mit Bemerkungen von B. A. Kähler. 2 Thle. Er. 8ro. iss7. 3 Thir.

v. Baer, K. E., über die Entwicfelung®geschicite der Thiere. 2r Thl. mit 4 Kpsrn. Gr. tv. 1837. 4 Thlr.

Burdach, E., Beitrag zur mikroffopische 1 Ana- tomie der Nerven. Mit 2 Kupfertafelu. (Gr. o. 1837. 1 Tblr.

Drumaun, W., Geschichte Roms in seinem Ueber- gange von der republikanischen zur mouarchischen

; s 1 1 eraum Mach Geschlecvtern und mit genceg-

n eue en, de ane Melden Prie déx _ UNA abellen. 3x Band. Gr. 8vo. 1837, A Uo er er die Ansprüche der j - 3 Tblr. 22! sgr.

Gläubiger Ausfunft zu geben, auch sich wegen deé Literarische Anzeigen. Jacobson, i Lebre von den Eingewcidebrü-

ihm nach den ermittelten Umständen zur Last fallenden

Langensalza, den 19. L 1838. Königlich Preußisches Gerichts-Amt für deu Stadtbezirk.

In einigen Tagen erscheint in meinem Verlage unter No.66 des, Bühnen-Repertoir des Auslandes“:

Der Vater der Debütantin,

oder:

Doch durchgesetzt! Poaso in 5 Abtheilungen.

Nach dem Französischen

chen. Zwei gekröute Preisschriften mit 2 Kupfer- tafeln. Gr. 8vo. 1837. 2 Tblr.

Köster, F., die Psalmeu nach ibrer strephischen Anordnung, überseyt mit Einlcitung uud Aumerk.

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richt in der Naturgeschichte. 8vo. 1837. 7x hr,

Roscutranz, K., P'ychelogie oder die Visseu- schaft rom fubjeftiveu Geist. Geb. 2 Thlr.

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Ohtlert, G. H. E., Leitfaden für den erfien Unter: Gr. 8vo. 18371,

Rupp, J., Ucbersicht der allgemeinen Geswib(g

No. 3), bei F. Dümmler, A. Duncker, Sch rok

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

Berlin, Montag den 12a März

Amtlihe Nachrichten.

Kronik des Tages.

Des Königs Majestät haben dem bei der Regierung zu seldorf angestellten seitherigen Regierungs - Rath Faßben- das Prádikat eines Geheimen Regierungs - Rathes Aller- digst zu verleihen geruht.

zffnete Konkurrenz in der Geschichts - Malerei um den Michael - Beerschen Preis.

Der zu München am 22. März 1833 verstorbene drama- e Schriftsteller Michael Beer aus Berlin hat durch testa- tarische 2 arfügung ein bedeutendes Kavital zu einer von Majestät dem Könige Allergnädigst genehmigten Stiftung gesezt, um unbemittelten Malern und Bildhauern jüdischer igion den Aufenthalt in Jtalien zur Ausbildung in ihrer 1purch Gewährung eines Stipendiums zu erleichtern, wel- ; dem Sieger einer jährlich stattfindenden Preis-Bewerbung Theil wird, mit deren Veranstaltung die Königliche Akade- der Künste nah dem Wunsche des Srtisters Allerhöchsten es beauftragt worden ist.

Demgemäß macht dieselbe hierdurch bekannt, daß die dies- ige Konkurrenz um den Michael-Beerschen Preis für Werke Geschichts - Malerei bestimmt ijt, allein unabhängig bleibt der fár dasselbe Fach von der Akademie bereits ausgeschrie- en anderweitigen Preis-Bewerbung. Die Wahl des darzu- enden Gegenstandes überläßt hier die Akademie auch dies-

Herrmann. Hierauf: Die neueste]( dem eigenen Ermessen der Konkurrenten; doch müssen die von Cilder ganze Figuren enthalten, akademische Studien aus den-

en ersichtlich seyn, eine Höhe von 3 Fuß, eine Breite von circa

, bis 2'/» Fuß haben und in Oel ausgeführt seyn. Der

rmin der Ablieferung der Gemälde an die Akademie ist der

. September d. J., und muß jedes mit folgenden Attesten

sehen seyn :

1) daß der namentlich zu bezeichnende Konkurrent sich zur jüdischen Religion bekennt; cin Alter von 22 Jahren er- reicht hat und Zôgling ciner Deutschen Kunst-Akademie ist ;

2) daß das eingesandte Gemälde von ihm selbst erfunden und

ohne fremde Beihülfe von ihm ausgeführt worden ist.

Die- so beglaubigten Bilder werden in die diesjährige

1 - Ausstellung der Akademie aufgenommen, jedoch ohne

nnung ihrer Ürheber. Die Publizirung des von der Aka-

ie zuerkannten Preises erfolgt am 15. Oftober d. F. und eht in einem Reise - Stipendium von 500 Rth{rn. auf Ein

wißzer Dammbruch forcirt worden, so daß für den Augenblick j Preuss. Präm.-Sch. 65/2. 65/s. do. 4/9 Anl. 1023/,. G. Pon, Looy 0s Weg Sha hier 4 nah Prebsh über Birguds ; „Ké: —. 5% Span. Aul. 1s 1 2 /30/0 Bull. 537/16: 53/6. erg und miedeberg genommen werden muß. urch N mburg, 8. März. den „Umstand, daß auf „N Elbe zwischen hier und Kos- d rag eg ver ® 1424. Engl. Russ. 108. 59/9 Port. —. do, wig sich die großen Eismassen häuften, ist das Strom- m 2 R Me wasser úbe das jenseitige Ufer gedrungen und hat die ganze 59/, Met. 1065/16. 49/9 30/, 80!/g. 21/,%/ 19 y j 0 —, Gegend überschwemmt; auch das Dorf Eubs{ ist dadur gänz- | Bank-Actien 1448/2. Neue An). 611!/,. lich unter Wass:r geseßt worden. Am Pegel der hiesigen Elb- brücke steht heute das Wasser 13 Fuß 10 Zoll.“ „Witten - Königlihe Schauspiele. berg, 9. März. Wegen Uebershwemmung der Poststraße Sonntag, 11. März. Jm Opernhause, zum erstenmal zwischen hier und Gräfenhainchen auf einer Wegestrecke von | wiederholt : Der hinkende Teufel, pantomimisches Ballet in z einer halben Meile, kann diese einstweilen nicht Maren wer- | Abth. und zehn Gemälden, von Coralli, für die Königl. Bühne den, vielmehr muß das sämmtliche Postfuhrwerk zwischen hier |} bearbeitet und in Scene geseht von Hoguet. Musik von CasiÞ ues und Bitterfeld auf dem Wege über Koswig und Dessau gelei: | mir Gide- Dîe Decorationen sind vom Königl. Theater: Jnspet|S tet werden, was cinen Umweg von 3!/, Meilen beträgt.“/ tor C. Grovius. ; Im S chauspielhause: Verirrungen, bürgerliches Schau Berliner Börse, spicl in 5 Abih., von E. Devrient. Den 10. Mürz 1838. Montag, 12. März. Jm S Hauspie ne: Der Freischüs | Quedtut or Tits C S Md Cie 0E CdE Oper in 3 Äbth. Musik von C. M. v. Weber. (Dlle. Emn| “ch Pr. Cour. Gt Pr. Cour. Fraese: Agathe.) 6 S| Brief. ! Geld. &| Brief. Geld, Dienstag, 13. März. Jm Schauspielhause, zum - ersten St.-Sehuld-Sch. |4| 103 102!/» fPouun. Ptaudbr. (34| 99% | 99/8 male: Ein Staatsgeheimniß, Lusispiel in 1 Akt, nah Mo e oge Qr v4 1 Le 1s Mart g t s Go tigny, von A. Cosmar. Hierauf: Zurüksezung, Lustspiel in rämSch.d.Seeh._ D G: 0.32 e 42 Kurm.O0bI.m.1.C.| 4 1031/2 —_ f Schlesische rat 1053/4 N Abth, v E wett; e E Nm. lut. Sch. do.!| 4 Rückst. C. uud Z. 7 , ; Berl. Stadt - Obl.| 4 1031/* 103 Sch. d. K. u. N.|—| 90 89 S K N i ge st á d ti [ch es T heater. aa) abb (Wo: M) Al ai 5 0e | j Sonntag, 11. März. Trübsole einer Postwagen - Reis Uibitigié as. 1 e [coldal marco |—! 2151/2 | 2141/, “} Komisches Gemälde in 6 Rahmen und 2 Ausz., frei nach den Danz. do. iu Th.|_| 433, | Neue Ducatea |—| 18/, | Französischen, von L. Angely. (Herr Plock: Aloysius Mur Wezstpr.Pfaudbr.| 4| 1003/, [Friedriebnd’or |—| 137/12] 131/12 | hel.) Vorher: Die Helden. Lustspiel in 1 Akt, von Mar Grossh. Pos. do.| 4 108. And. Goldmiiu-, : iz sano. Zum Beschluß werden die Beduinen Rhigas und Ah Ostpe. Pfandbr. Í 1E ¿h zen à 5 Thl \—/ 1381/8 | 12/3 } dala, aus dem Volksstamme Setjas, folgende athletische, gyn Pamid, 99: /4_| 1003/4 Wisconto dana —— nastische und Arabische Uebungen ausführen: 1) Die Pyramid rech Dewr s. Thlr! 30 Bir, von Luxor. 2) Die Aegyptische Mumie. 3) Der Arabische D ur Brief. | Geld. ban. 4) Das Lusthaus Mahomed’s. 5) Das Pfeil- und Vio Amsterdaiu «eee ooo a ees 250 Fl. Kurz 143!/; lin-Spiel. 6) Das Arabische Rohr. 7) Die Christel-Pyra do C E O Ne 250 Fl. 2 Mt, “o. 1423/g mide. 8) Die Porzellan - Teller. 9) Die Arabische Leiter Bt bi ole d 6M s Weis eso 4 U P R s 10) Die Afrikanische Vertheidigung. 11) Das Pilaster-Spiel E E etr E L /s 6 8 12) zum Beschluß, die Afrikanische Jagd mit lebenden Vdögeln E d Gh Fe T: 81!/,ck| 801! E Montag, 12. März. Der Vater der Debütantin. Posk eee... . D . 12 hi2 Wien;i0/ 20 Æri «etlaeioie s oje s 130 F. 2 Alt. 1021/4 | in 4 Akten, nah Bayard, von B. A. Herrmanu. Vorher; bio S ave de . 150 Fl, 2 Mt. Ga 1021, | Der Obrist von sehzehn Jahreu. Lustspiel in 1 Aft, frei nach Breslau «e... A6 1 100 Tul. | 2 Nt, 99!//2 | dem Französischen, von B. A. Herrmann. Iuinuigi pi h cis Gee deo vie e 100 Thl. 8 Tage |102!/, | Dienstag, 13. März. Fester Wille führt zum Ziele. Lust Fraukfort a. M. WZ. „..+.« 130 Fl 2 Me, 1023; | spiel in 2 Akten, von B. A. Petersburg «eee co c ooo 100 Rbl # Wale. 17 30/12 | Art, seine Schulden zu bezahlen. Lustspiel in 1 Akt, G W. Koch. Zum Beschluß: Vorstellung der Beduinen. Auswärtige Börsen. j Frankfurt a. M., 6. März. Redacteur Ld. Cattet. Oesterr. d/0 Met. 1065/g. G. 49% 101!/s. G. 21/,9/ 61!/,, CNEE 613/,. 1% 26/4. 26/4. Bank - Actien 1737. 1736, Partial - Ob. Gedruckt bci A. W. Hapu. 150!/,. G. Loose zu 100 FI. —.

hr, welches jedoch unter Umständen von neuem erworben

e auh dem Stipendiaten nach Verlauf. eines halben Jahres

zogen werden kann.

Die Transport - Kosten fúr die mit den vorgeschriebenen

testen versehenen Gemälde übernimmt das Kuratorium der

ichael-Beerschen Stiftung; die nicht zulassungsfähigen Arbei-

werden auf Kosten der Einsender zurückgeschicfr.

Berlin, den 10. März 1838,

eÉtorium und Senat der Königlichen Akademie der Künste. (gez.) Dr. G. Schadow, Direktor.

r

Angekommen: Der Großherzogl. Badische Minister- sident am hiesigen Hofe, Oberst-Lieutenant und Flügel-Adju- t von Francéenberg-Ludwigsdorff, von Hannover.

Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

Frankrei.

Paris, 5, März. Der Herzog von Nemours beehrte gesiern den Ball bei dem Seine-Präfekten, und gestern ein t bei dem Englischen Botschafter mit seiner Gegenwart.

. Der Fürst Esterhazy verläßt morgen Paris, um sich nach

Der Temps enthält heute folgenden Artikel: „Die De- irten - Kammer scheint täglich mehr daran zu arbeiten, die gierung zu s{chwächen, ohne daß daraus fär sie selbst ein Zu- ch6 an Macht und Ansehen hervorgeht. Das Uebel hat zwei upt:-Ursachen: zuerst einen Mangel an ernsten Studien von iten der meisten Mitglieder der Versammlung, und zweitens ungemeine Wichtigkeit , -die man auf die persönlichen Fra-

legt. Man glaubt Alles gesagt zu haben, wenn man sich | unabhängig erklärt hat, und man. braucht dann weder eine erzeugung zu haben ,- noch «einer Partei anzugehören. Die abhängigkeit, auf diese Weise verstanden, is nichts. als ein steter Egoismus. Eine berathende-Versammlung' kann nur in Einfluß auf die Staats-Ge|chäfte haben, wenn sie in ih- i Schoße eine - entschiedene Majorität und eine Opposition Puiie genau weiß, was. sie will. Wie kann sich nun aber in 4 eputirten - Kammer eine wirkliche Majorität oder Opposi- i bilden, wenn-der allgemeine Mangel an Studien” es: jeder ndlich instruirten Partei unmögli macht, Anhänger um sich ¿Pmwelu , Und wenn die gegenseitige Geringshä6ung das auen des Einen zu dem Charakter oder der: Fähigkeit des en tôdtet. Man -befrage nur die Kammer -über- die Ange- enheiten, die sie in diesem Augenblic®. erdrtert. - Die Organs ; Fpnosition werden uns triumphirend sagen, daß die Kam- i le Renten-Reduction verlange. Ja, in der That, die Kammer ase die Rente reduciren zu wollen, obgleich das Ministerium diese ui regel für unzeißg erklärt hat; zu gleicher Zeit aber scheint e er, dem Ministerium die geheimen Fonds bewilligen At; obgleich die Opposition Alles aufgeboten hat, um ntsclu zug von der verlangten Summe zu bewirken. Der 3 E der Kammer in Bezug auf die Nenten-Reduction ist E die Folge eines politischen Systems. Jst er aber

Mens der Triumph eines finanziellen Systemé? Dies ist

Midon zu begeben.

Konsul in

leider sehr zweifelhaft. - Ein unbestimmtes Verlangen nah Er- sparnissen , ein von ‘den Provinzen ertheilter Befehl, das sind bei dieser Balogenheit die Beweggründe des größten Thei- les der Mitglieder. er kann uns jagen, was die Majorität oder die Minorität in Betreff der Eisenbahnen , der Kanäle und in Bezug auf unsere Afrikanischen Besikungen will? Die Kammer scheint, aus- einigen - neuerlichen Voten zu schließen, eine energische Centralisätion aufrecht erhalten zu wollen, und doch nimmt sie Anstand, einzuráumen, daß die großen Eisenbahn - Linien, die das Mittel zur vollständigsten Centralisation sind, von dem Staate ausgeführt werden mássen. Man lese nur, was Alles über den für unsere Afrika- nischen Besißungen verlangten Kredit gedruckt worden ist, und man wird überall als Schlußfolge finden: Díe Kosten werden groß, die Truppenzahl wird beträchtlich seyn; die Kammer hat alle Ursache, zu ershrecken! Ueber dies Alles findet man in der Kammer weder eine Majorität noch eine Minorität. Jn England geht man nicht auf gleiche Weise zu Werke. Dort sucht man sich eine begründete Meinung über alle Fragen zu erwerben, die zur parlamentarischen Erörterung kommen. Cs stehen sih bei jeder Gelegenheit zwei Systeme gegenüber; man ist Sieger oder Besiegter; man macht sih gegenseitige Zuge- ständnisse; aber man weiß wenigstens, was man gewollt, was man gewonnen, oder was man verloren hat.“

Die hiesigen Zeitungen geben heute die sehr interessante Gedächtniß - Rede; die der Fürst von Talleyrand vorgestern in der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften dem Grafen von Reinhard hielt. Nachstehendes ist der wesentliche Inhalt derselben :

„Meine Herren! Jch b:fand mich in Amerifa, als man die Güte hatte, mih zum Mitgliede des Juslituts- zu ernennen und mich der Klasse der moralischen und politischen Wissenschaften beizugeben, welcher ih seit "ihrem Entstehen anzugehören die Ehre - habe. Nach meiner Rückkehr uach Frankreich war meiue erste Sorge, den Sigzun- gen dieser Klasse beizuwohuen, und denjenigen Personen, aus wel- chen sie damals bestand, uud von denen mehrere seitdem zu unserem gerechten Leidwesen dahin geschieden, das Vergnügen auszudrücfen, mich ibren Kollegen zu nennen, Gleich bei der ersten Sigung wurde ich zum Secretair ernannt... Seitdem sind 40 Yahre verflofsen, und in diefer ganzen Zcit t} mir diese Rednerbühne gleichsam ver- schlossen geweseu, sowohl durch meine häufigen Reisen, als durch Amts- Verrichtungen, denen ih mich: ganz hingeben mußte; auch die Vor- sicht , die in schwierigen Zeiten einem Staatsmanne geboten if, hicit mich eutferat, so wie späterhin die Gebrechlichkeiteu, die das Alter gewöhnlich mil sich führt. Heute aber ‘fühle ih das Bedürfniß und betrachte €s als eine Pflicht, zum legtenmale in Jhrer Mitte zu er- scheinen, um cinem Manne, den ganz Enropa faunte, den ich licbte und der seit der Errichtung des Justituts unser Kollege war, cinen öffentlichen Tribut unserer Achtung und unseres Bedaucrus darzu- bringen. Seine Lage und die mcinige segen utich iu den Stand, meh- rere seiner Verdienste bervorzuheben. Sein größter Ruhm besteht in einer vierzigjährigen Korrespondenz, von der das Publikum nichts weis, und die es wahrscheinli auch nie kennen lernen wird. Jch sagte mir: Wer wird ia dieser Versammlung hiervon reden? Wer 1f dazu vorzüglich verpflichtet, wenn nicht ih, der ich ciuen so großen Antheil an jener Korrespondenz gehabt habe, einer Korrespondenz die mir slets so angenehm und öft fo nügzlich in den ministeriellen Functionea war, welche ih unter drei schr verschiedenen Regierun- gen zu verrichten hatte? Der Graf Reinhard zählte 30 Jahre, und ich 27, als ih ihu zum ersienmale sah. Mit cinem großen Fonds vou Kenntnissen begann er seine Laufbahn. Er verstand 5 oder 6 Sprachen und war in der Literatur derselben bewandert. Er hätte sich als Dichter, Geschichtshreiber und Geograph berühmt machen fönnen, und in dieser letzteren Eigenschaft ward er auch Mitglied des Jnslituts, sobald dasselbe gestiftet wurde. Damals war er fchon Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Jn Deutsch- land gcboren und erzogen, batte er ín seiner Jugend einige Verse ge- macht, die ihm die Aufmerksamkeit Geßner's, Wieland’s und Schil: ler?s zuzogen. Als späterhin sein Gesundheits-Zustand ihn nöthigte, nach Karlsbad zu gehen, hatte er dort das Glück, Gocthe?s Bekaunts schaft zu machen, der seinen Geschmack und seine Keuatuisse so hoch anschlug, daß er durch ihu von Ailem unterrichtet zu sepu wünschte, was in der Franzöfischen Literatur Aufsehen erregte. Herr Reins- hard versprach es ihm; Verpflichtungen dieser Art unter großen Gei- stern sind imwer wechselseitig und werden bald ein Band der Freund- schaft; dasjenige, was sich zwischen Reinhard und Goethe fnüpfte, gab zu ciner / Korrespondenz Aulaß, die gegenwärtig in Deutschland gedeuctt wird. Man wird aus derselben «rseheu, daß, als Herr Rein- hard zu jenem Lebens-Abschniite gelaugt war, wo man sich zu irgend cinem Staude definitiv entschließen muß, seine Wahl sich für die di- plomatische Laufbahn entschied, und er that wehi daran: deun gauz gecignct zu allen Aemtern dieser Laufbahn, hat er sie_nach einander alle und uit Auszeichnung bekleidet. Scinc früheren Studien hatten ihn dazu glücklich vorbereitet. Namentlich verdankte er dem Studium der Theologie ‘eine’ Kraft und: zugleich eine Geleutigkeit des Raison- nzments, die man in allen aus seiner Feder hervorgegangenen Schrif- ten wiederxfindet. .…, Die gründlichen und vielseicigen Keuntnisse, die er fi in jenem Fache erworben, veranlaßten seinen Nuf nach Bor: deaux; uur daselbjt, bei ciner protestantisczen Familie das ehrenvolle und bcscheidène Ait eines Kaaslchrers zu übernehmen. Hier gerieth er in O E i mehreren Männern, deren Talent, Jrrthümer nnd Tod sovielen Glanz übcr unsere erste“ gesckgebende Versamm- lung verbrelitétén. "Herr Reinhard licß sich leicht durch sie bereden, in deu Staatsdienst zu treten. Jch habe mir uicht die Aufgabe ge- stellt, ihm durch alle’ die Wechsel fäile zu folgeu, die seine langjährige Laufbabn ihm bot. Erwägt man, wie viele theils höhere, theils nie- dere Acmter er bekleidete, fo vermißt man jeues allmälige Fort schrei- ten im Staatsdienste, das heutzutage so ganz natürlich is. Damals aver gab es so weuig Vorurtheile für Acmter, als für Personen; da- mals berief die Gunst, mitunter auch wobl die richtige Erkenntniß zu allen bböheren Stellungen; damals ivurden diese Stellungen ge- wifférmaßen erobert, —“ ein ‘Zustand, der baid zur allgemcinen Ver- wirrung führen muß. So sehen wir Herrn Reinhard ais crsten Le- gations-Secretair in London uud in Neapcl, als Gesandten bei den Hausestädteu, als Divisious - Chef im Ministerium der auswärtigen Ängelegenbciten, als Gesandten in Florenz, als Minister der auswärs tigen Angelegenheiten, als Gésandten in der Schwèéiz, als General- ailand, als Gesaudten im Niedersächsischen Kreise, als Residenteun in ‘den Türkischen Provinzen jenseits der Donatui und Géeneral-Handéls-Commissair in der Motdau, als Gesaudten am Wüäürt- tembergschen Hofe, als Kanzlei. Direftor im Minisierium der auswär: tigen Angelegenheiten, als Gesandten beim Deutschen Bunde und der freien Stadt Franffurt, endlich als Gesandtcu in Dresden, Wie viele

S E ey E E T

1838.

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Stellen und Aemter für einen einzigen Mann und noch dazu in eí- ner Zeit, wo man auf Talenie um so weniger Werth zu legen sien, als der Krieg allein alle Angelegenheiten leitete! Erwarten Sie das her nicht von mir, w. H., daß ich hier Alles aufzähle, was Herr- Reinhard in diesen verschiedenen Aemtern geleistet hat ; ich will nur zeigen, wie er sein Amt als Divisions-Chef, Minister und Konsulbegrif. Als Divisions-Chef im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten wußte er vollfommen, wie vicler und wie verschiedenartiger Eigenschaften es zu diescm Amte bedarf. Ein gewisser Taft ließ ihn fühlen, daß ein Divisiens - Chef einfach, regelmäßig und zurückgezogen leben, daß er sich ailein den öffentlichen Angelegenheiten widmen und in Bezug auf dieselben das tiefste Geheimniß beobachten, daß, fslets bereit, auf alle an. iha ge- richteten Fragen zu antworten, er die Traktaten genau kennen, ihie Daten wissen, ibre starken und schwachen Seiten, ihre Veranlassung und ihre Folgen richtig erfennen, die Namen der vornebmsten Unter- bändler und sogar ihre Familien - Verhältnisse im Gedächtniß haben müsse; daß er bei dem allen aber sich wohl zua hüten babe, der Eigen- liebe des Ministers zu nahe zu treten und daß sogar, wo es ihm gc- lingt, diesen für seine Meinung zu gewinnen, fein eigenes Verdienst dabei stets im H intergrunte bleiben müsse. Der Beobachtungégeiit Reinhard?s blieb aber hierbei nicht stehen; er hatte ibn zu der Er- kenntuiß gebracht, wie selten sich die, cinem Minister der auewärligen Angelegenheiten nöthigen Eigenschaften vereinigt finden. In der That muß ein Minister der auswärtigen Angelegenheiten einen gt- wissen natürlichen Jnstinft haben, der ihu stets zur rechten Zeit warnt und ihn verhindert, sich, wenn es zu einer Diskussion föumnt, jcuials zu fompromittiren. Er muß die Fähigkeit besiuen, sich offen und srei- mnüibig zu zeigen, während er doch unerforschlich bleibt; er muß uuter der Ferm der Ausrichtigkeit doch R scvu und-sogar scine Zerstrenungen nur wit Vorsicht wählen ; seine Unterrcduug muß ein- fach, vielseitig, unvorbereitet, stets natürlich und zuireilen nälo seyt 5 er muß mit einem Worte, den ganzen Tag über nichi einen Angea-

blick aushören, Minisler der auswärtigen Angelegenheiten zu“ syn.

Alle diese Eigenschaften, so selten sie sich auch beisamwen finden m0- gen, würden jedoch vielleicht nicht ausreichen, wenn Tren und Glaube iy- nen nicht eine Bürgschaft gewährten, deren sie fastimmerbedürfen. Jch muß hier, um einem ziemlich verbreiteten Vorurtheile entgegen zu trete, iaut erfiäreu: Nein, die Viplomatie ist keine Wissenschaft der List und Doppelzüngigkeit. Sind Treu und Glaube irgeudwo nöthig, so ist es vorzüglich bei politishen Verträgen, da diese durch sie aliein stait und dauerhaft werden. Man hat die Behutsamfeit mit der List ver- wechseln wollen. Tren und Glaube gestatten nie" die List, lassen abcr die Behutsamfkeit zu, und diese hat das Eigenthümliche, daß sie das Vertrauen mehrt. Geleitet von der Ehre und dem Juteresse seines Landes uud seines Fürsten, so wie von der Liebe zue Freiheit, die sich auf die Ordnung und die Rechte Aller slügt, befindet ein Mini ster der auswärtigen Angelegeuheiten, wenn er wirklich Minister zu seyn versteht, sich solchergestalt in der \{chönsten Lage, auf die uan nur Anspruch machen fann. Wie viel muß man ader uo wi}en, um ein guter Konsul zu sevn, dem so viele Befugnisse obliegen, ganz verschieden von denen der übrigen diplomatischen Ageuten. Die ÂKon- fuln baben in dem Umfange ihres Geschäftsfreises, ihren Landsleutcu gegenüber, das Amt eines Richters, Vermittlers und Schiedérichters zu verschenz; oft sind sie auch Civiistands-Beamte, Notare, zuweilen Mariue- Verwalter; sie beaufsichtigen den Gesundhcits-Zustaud „und geben Aufschlüsse Über die Lage des Handels, der Schisffabrt und des Gewerbfleißes in dem Lande, wo fie ihren Wohnsiß baben. Auch hatte Herr Reinhard, um feiner Regierung uiemals unvollständige oder unrichtige Motizen einzusenden, ein gründliches Studium des Völkerrechts und des Seerechts gemacht... Wie ausgedehnte Kennt- nisse ein Mann aber auch habeu mag, ein vollständiger Diplomat ist sebr selten; und doch wäre Herr Reinhard es vielleicht gewesen, wenn ex eine Eigenschast mehr besessen hätte. Er sah und hörte gütz mit der Feder ín der Hand wußte er auch trefflich Rechenschaft ab. zulegen vou dem, was er gesehen und was ihm gesagt worden. Sein Styl war reich, leicht, geistooll und pikant ; von allen diplomatischen Korrespondenzen meiner Zeit sagte daher auch keine dem Kaiser Na- poleon, der das Recht und das Bedürfniß batte, s{chwierig zu seym, mebr zu, als die des Grafen Neinhard. Derselbe Mann äâbcr, der so trefflich ge fonnte sich nur shwerfällig ausdrücken. Seme

assungsfraft erforderte, um zu einem Beschlusse zu gelangen, mcbr

cit, als die Couversation ihm gewähren konnte. Damit das iunere Wort si äußerlich zu erfcunen gebe, mußte er allein und ungesiört scyn. Ungeachtet dieses wirklichen Uebelstandes gelang es Heren Reinhard stets, die ihm gewordencn Aufträge zur Zufriedenheit fei. ner Regierung auszuführen. Wie war dies möglich? so wird man fragen; woher schöbpfte er seine Eingebungen? Er \hLpfte sie aus einem wahren und inuigen Gefühle, das alle seine Handlungen leis tete: aus dem Pslichtgefühle. Man is immer noch nit hinlängs lich genug durchdrungeu von - der Ueberzeugung, wie greß dis Macht ist, die in jenem Gefühle. liegt. Eia Leben, das ganz der Pflicht gewidmet ist, entbehrt leicht des Ehrgeizcs. Das Leben Reinhard?s aber war immer einzig und allein dem ihm Roers tragenen Amte geweiht, obue daß jemals bei ihm auch nur einc Spur von perséulicher Berehnung oder Avancementsfucht zu finden gewe- sen wäre. Diese Religton der Pflihk, welcher Herr Reinhard scin ganzes Leben hindurch treu blieb, bestand in einer genauen Beobdach- tung dex: ihm vou seinen Vorgeseuten ertheilten Jüstrvetionen und Befehle; in eiuer beständigen Wachsamkeit , die, verbunden mit gro- ßem Scharssiun, ihu stets in Erfahrung bringen ließ, was ec zu wis fen wünschte; in ciner strengen Wahrheitsliebde ia scinen Berichteu, mochten diese nun angenebm scyu oder mißfallen; in éiuer undurch- dringlichen Verschwiegenheit; in ciner Regelmäßigkeit des Lebens, die ihm Achtung und Vertrauen erwarb; in einer ansiändigen Neck präsentation, endlich in der steten Sorge, den Haudlungen seiner Rex gierung diejenige Farbe zu gebeu, die das Jutercsse der ibin aufge- tragenen Unterhandlungen erbéischte.“ Obgleich Herr Reinhard fh bei scinem vorgerücfien Aiter nah Ruhe schncen- wußte, fo würde cr doch feine Entlassung .uiemals verlangt haben, um nur nicht den Vor=- wurf der Lauheit in der von ißm gewählten Laufbahu auf fich zu laden. Das Wohlwollen des Köusgs mußte ihm cutgegeukommeiz und diesem großen Staatsmaun dur cine Berufung in die Pairs- Kammer die ehrenvollsie Stellung anweisen, Der Graf Neinhbard hat sich dersclben nicht lange erfreit, denn er ist fast plöglich am 25. Dezember v. J. mit Tode abgegaugeu, Er war zweimal vermäbit und binteriäßî aus-erster Ehe einen Sohu, der ‘gleichfalls die politiz sche Laufbabu gewählt hat, Alles, was man dem Sohue cines: sols chen Vaiers wünschen kaun, ist, daß er ihm gleiche.“

Herr Daunou, Mitglied des Jnstituts, is an die Stelle des Barons Silvestre de Sacy zum Präsidenten der Abtheis- lung für. Geschichte ernannt worden.

Jn einem Schreiben! aus Algiev’ vom sten v. N. wird emeldet: „Ben Arach, erster Minister Abdel - Kader's, ijt in lgier angekommen. Er ist mit einem Austrage des Emirs an

den General: Gouverneur abgesandt,“ und ‘hat schon mehrere Konferenzen mit dem Marschall “Valée gehabt. Nach Crfük

9 “P S C M: p T E A

É J ck E Ae R I