1838 / 73 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ren Flichtlingen, gesammelt und damit einige Angriffe der Re- gierung#-Truppen abgewiesen hatte, der einzige Anlaß zu ¡enen Gerüchten war. Dieses Unwesen hat jedo {hon sein Ende erreicht. Eine sowohl von Oesterreich, vermuthiich auf Ansu- hen der Türkischen Behörden, als auch von Türkischer Seite erlasscne Amnestie veranlaîte den Haufen auseinander u gehen. Die Oesterreichér ergriffen freudig die Gelegenheit, straffos in ihre Heimath zurü>fehren zu dürfen, und die Türken säumten feinen Augenbli>, diesem Beispiele zu folgen. So sah si< Be- schirewitsh plö6li<h von Allen verlassen in der hülflosesten Lage, die ihn auch bald vermochte, si<h dem Pascha auf Gnade oder Ungnade selb zu überliefern. Es heißt, er solle nah Konstan- tinopel geschi>kt werden.

Italien.

Rom, 27. Febr. (Allg. Ztg.) Spanische Geistliche, die hier eingetroffen sind, machen eine herzershüticrnde Be- schreibung der Noth, welcher Mönche und Nonnen in ihrem unglücklichen Vaterlande dur<h die Vorenthaltung ihrer Pen- sionen ausgese6t find. Die Kranken und Bejahrten sind im vollen Sinne des Wortes dem Hungertode preisgegeben, da sie durch die unverantwortliche Maßregel der Regierung um ihr Eigenthum gekommen sind, welches, wie befannt, Jeder, der in ein Klöster eintritt, dem Konvent übergeben muß. So wurden Schaaren von Menschen in gränzenloses Elend gestärzt, während der Staat ‘sich doch anheischig gemacht, für den Un- terhalt dicser Beraubten zu sorgen. Der Vortheil ift einigen wenigen Gewisseniosen zugefallcn. Es war vorauszuschen, daß die \<wache Regierung “der Königin die Versorgung der Geistlichen nicht lauge übernehmen würde. Die Briese aus Spanien melden längst, daß sich die Anhänger des Don Carlos täglich mehren, da man lieber einer despotischen Regierung ge- horchen will, als einen solchen Zustand der 2inarchie länger er- tragen. Die Verweigerung einer Intervention von Seiten Frankreichs hat hier lebhafte Sensation gemacht. König Lud- wig Philipp gewinnt immer mehr Ansehen bei der hohen Geist- lichkeit. Mit dem heutigen Abend enden die Fröhlichkeiten des Karnevals. Er war im Ganzen recht heiter, nur hat der Regen die ffentlichen Vergnügungen oft störend unterbröchen. Seit drei Tagen stehen das Pantheon, so wie die Niederungen der Stadt und der Campagna unter Wasser. Die bereits erschienene Verordnung der Fasten, is auch dieses Jahr, in Rüesicht auf die ärmere Volksklassen sehr nachsichtig, da man die Noth der leßteren durch alle Mittel zu erleichtern sucht.

Neapel, 24. Febr. Die zwei leßten Maskenbälle in San Carlo, bei denen úbrigens die Masken eine sehr untergeordnete Rolle spielten, beehrte au< der König mit seiner Gegenwart. Er erschien in Civil, ohne Domino und ohne Maske, am Arme eines seiner Kammerherren, und blieb jedesmal mehrere Stun- den in Mitte dieses tobenden Publikums, unter das er sich mit der größten Anspruchslosigkeit mischte. Dieses populaire, rückhalt- lose Benehmen, dieses unbeschränkte Vertrauen macht auf dcù Neapolitaner cinen guten Eindruck. '

Spanien.

Madrid, 24. Febr. Das Dom - Kapitel von Toledo hat den Sieg des Generals Flinter über die Karlisten durch ein Tedeum in der dórtigen Kathedrale gefeiert, dem der Sieger beiwohnte. staben auf die Wände des Kapitel-Gebäudes geschrieben werden. Er verdankt diesen Sieg úbrigens nur einer Kriegslisk, indem er scheinbar sih nach Tolosa zurú>zog, dann aber plôblich ju- rüfehrte und die dadurch siher gemachten Karlisten überfie

Man färchtet hicr sehr für Gandesa, welches Cabrera mit unbarmherziger Strenge beschießt. : h

Basilio Garcia befindet sich no< immer in der Sierra de Segura; die häufigen Regen in der leßten Zeit haben die Wege fast ungangbar gemacht und die kleinsten Bäche zu Strô- men angeschwellt, wodur< sein Marsch natürlich . sehr behin- dert wird. ¿

Man erwartet lebhafte Debatten in den Cortes über die Zulassung des Jnfanten Don Franciéco ‘de Paula als Mitglied des Senats, dann über daë neue Munizipal-Geseß, welches die alten Freiheiten Spaniens annullirt, und endlich über die Bei- behaltung des Zehnten.

Der Herzog von Frias ist hier angekommen.

Portugal

Lissabou, 12. Februar. (Allg. Ztg.) - Ja der Cortes- Siß6ung am 9. Februar schritt man zur weitern Diéekussion über die Finanzplane. Midosi sagte: wir wissen eigentlich \segr wenig von dem Zustande unscrer Finanzen, wir wissen kaum, daß unsere auswärtige Schuld fich auf 80 Millionen Cruzados beläuft (53,335,000 Thlr.), wir wissen schlehterdings nicht, was man mit der 1 Mill. ‘Pfd. St., die man geborgt, ange- fangen hat. Er sprach sich dann sowohl gege1: das System der Kapitalisirung, als gegen die Vorschläge der Bau? aus. Der Justizminister sagte, daß die Bank-Compagnie schon neue Mo- dificationen eingereiht, urter andern, daß sie ihre Wechsel fúr 9 Prozent diecontiren wolle, wenn dieses Niemand für weni- er thue. Costa Cabral meinte, daß alle Vorschläge, diz bis jeßt geschehen wären, aur darauf hinaus liefen, das gegenwärtige so h¿hst schädliche Finanzsystem beizub chalten, wobei einige We- nige fett würden und Tausende verhungerten; er stimme fär die Kapitalisirung der Schulden. Abermals wurde die Si6ung ohne Entscheidung geschlossen. Am 10. Febr. wurden die neuen Fi- nanzvorshläge verlesen, von denen diejenigen der Bank etwas aûn-

290 stiger fôr das Gouvernement lauten. Man ersieht daraus, daß, der Bank-Compagnie wenigstens so viel daran liegt, daß die Unter- handlungen abgeschlossen werden, als dem Gouvernement darum zu thun is, Geld zu erhalten. Der Justizminister erklärte, daß jekt nur lauter transitorishe Mittel angewendet werden fônn- ten, welche aber dazu beitragen müßten, für die Zukunft zur völligen Rettung mitzuwirken; von dieser Seite müsse man die gegenwärtigen Finanzprojekte würdige. Vasconcellos warf nun die Frage auf, wovon denn das Gouvernement nach Verlauf von se<s Monaten (so weit sind die gegenwärtigen zu schaffen- den Hülfsmittel bere<net) zu leben gedächte ? Der Justizmi- nister erwiederte, daß nach se<hs Monaten das Gouvernement even die Mittel besibe, die es bisher besessen; da alsdann die Einnahmen der Zollhäuser durch die jeßigen Maaßregeln von ihren Anticipationen befreit seyen, so daß das Gouvernement ocgen 300 Contos erhalte, und außerdem von anderen Auflagen 1600 Contos (?) zu erwarten habe. Portugal besiße noch vicle Ressourcen, und er habe die gewisse Ueberzeugung, sobald nur

Der Name des Generals soll mit goldenen Buch: .

die Cortes wollten, daß das Volk seine Abgaben richtig bezahle, so wúrde der ganze Zustand des Landes ein anderer und besse- rer werden. Franzini brachte in Erinnerung, daß, um Geld zu bekominen, man zu diplomatischen Negociationen schreiten könnte, um eknige der scemden Besibungen als Hypothek zu geben eine Idee, die von allen wohl die beste ist, allein den portu- giesishen Stolz belcidigt, weshalb er auch sogleich von Eini- gen zur Ordnung gerufen wurde, wogegen er protestirte. Costa Cabral theilte darauf mit, daß sich eine neue Compagnie ge- bildet, die Vorschläge eingereiht. Hieraus geht do< wohl klar hervor, daß diese Compagnieen noch Votitheile vom Staate zu zichen hofen. Inland.

Berlin, 12. März. Der Verein zur Abhülfe des Noth- standes in der Kaukehner Niederung hat unterm sten d. M. eine öffentliche Bekanntmachung erlassen, worin er es dankend anerkennt, wie ihm aus allen Provinzen der Monarchie für die dur<h Wassersnoth verungläckten Bewohner jener Niederung so bedeutende Beiträge übermacht worden sind, daß die Cin- aahme die hohe Summe von 26,110 Rthlr. erreicht hat, wo- von noch 5{u0 Rthlr. unverausgabt sind. Wenngleich in jener so schwer heimgesuchten Gegend, troß der ihr, außer den höchst bedeutenden Königl. Retablissements - Geldern, allein aus den Beiträgen zugegangenen 21,010 Rthir., große Noth durch Miß- wachs, Futtermangel und Viehsterben herrscht, so hat der Ver- ein doch gus gerechter Besorgniß, daß nur allzuleicht in diesem Frühjahr ein neu verheerender Eisgang stattfinden und noch größeres Eleud herbeiführen könnte, Anstaad genommen, seine Bestände jet ganz zu vertheilen, vielmehr 4509 Rthlr. davon bei der Königl. Bank zu Königsberg bis nach vorübergegange- ner Cisfahrt in der Absicht belegt, den Verunglückten durch Beschaffung von Getraide und Kartoffeln zur Saat dann eine nachhaltigere Wohlthat zu gewähren, als ihnen jeßt durch Geldgeschenke zu Theil werden könnte. Seine Akten, Rech- nungen und Beläge hat der Verein ebenfalls bei dem Königl. Ober- Präsidenten der Provinz, Herrn Wirklichen Geheimen- Rath von Schdn Excellenz, eingereicht.

Der zu Frankfurt am tain verstorbene vormalige Re- gierungs - Präsident, Friedrih Wilhelm Silderschlag, hat dem Waisenhause in Halle ein Legat von 198 Rthlr. vermacht.

Aus Stettin meldet man unterm 10. d. M.: „Die Oder, die beiden Hasse und sammtliche Strôme sind noch im- mer mit starkem, wenu auch nicht überali mir haltbarem Cise bede>c, so daß bis zur Wiedereröffnung der Schifffahrt viel: leicht noch Wochen vergehen dürften. Cbenso ist, laut Nach- richten aus Swinemünde vom 7. d., die Ostsce, so weit das Auge reicht, noch immer etne fe\te Eismasse. Am 2isten v. M. war die Hafenbucht zwar durch den Südwind vom Eise be- freit, jedoch schon am 23. durch die mit ndrdlichem Winde zu- râctkchrenden Eisschoilen wieder geschlossen worden. Ungeachtet des seit einigen Tagen daselbt eingetretenen starken Thauwet- ters fonnten no<h am 6. Nachmittags 2 Pferde und etn Wa- gen über den Swinestrom gebracht werden; am T fruh fam leßterer aber vom Mövenhaken an ossen, auch hat das Cis in See bedeutend abaenomwmen. Eine Menge der in Stettin und Swinemünde im Winterlager befindlichen Schiss: am erst- genannten Orte allein 131 sind bereits beladen, um, sobald es irgend möglich ist, in See zu gehen.“

Die Rhein- und Mosel-Zeitung meldet aus Ko- blenz vom Tten: „Heute ist man mit dem Aufschlagen der hiesigen Rheinbrücke fertig geworden. Die Geschaftsstille, die wegen des langen Winters beinahe 3 Monate herrs<;t2, 1<hwin- det allmàlig, und scheint einer besondern Rährigteic Plalz ma- chen zu wollen. Die Dampfs\chisse der Kölner Gesellschaft wer- den schon am lten d. den Dienst erössnen, und zwar vorläufig uur zwischen Köln und Mannheim mit täglich cinem Schiff; schon im kommenden Monate sollen die Fahrten vervielfältigt | und bis Straßburg ausgedehnt werden, an welche sich danu im Laufe des Sommers ein Dienst bis Basel anschließt, so daß dann die Niederländische Gesellschafe in Verbindung mit der Kölner eine geregelte Dampfschissfahrts- Linie von London bis Basel hergestellt haben wird. Auch sind Erleichterungen in den Preisen eingetreten. Später, nämlich vom lten d. an, wird auch die Dûússeldorfer Gesellschaft ihre Fahrten eréfnen, und mit zwei Dampfschissen cinen Tag um den andern zwischen Düsseldorf und Mainz fahren.

Berichtigung. In der gestrigen Nummer der St. 2., ! S. 2W6, Sp. 2, Z. 36 statt „12 lies „T2“.

_- F D LRK

Meteorologishe Beobachtung.

Morgens | Nachmittags Abends Nach einnaliger

1838. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 uhr. Beobdacdtung.

11. März,

Luftdru>.….. 338,91-Par. |338,41/‘Par. |338,09‘‘Par. f} Quellwärme 6,79 R,

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

Luftwärme «.. 0,0 9 R. |4- 1,39 R. |— 0,2" R. ÿ Flufwärme 0,99 R, Thaupunkt .…… |— 2,19 R. |— 0,99 N. |— 2,0 ° R. Y Bodenwärme 0,99 R,

T un *särtigung| 75 oEt. 70 oCt. 78 yECt. Ausdünstung 0/119“ Kj, Werter.....-- trübe. trübe. balbheiter. F Niederschlaa V. z Aind…....+-+ O. O. O. Wärmewehsei —— 1,49 Æ o!kenzug .-« O 0,99,

Tagesmittel: 338,47‘ Par... 4-049 N... 1,69 R... 74 vEt. O,

—,

Berliner Börse,

Berlin, Mittwoch den I4tm

Den 12. Mürz 1838, Amtlicher Fonds- und Geld-Cours-Zettel.

: . Cour. Ae « > y . S | Briet: Get, i | Brief." Gei, Amtliche Nachrichten. St.-Sehuld-Seh. |4| 103 1021/2 jPouua. Ptaudbr. |3244 99%/4 | 9h E. S Í Fr. Eugl. Obl. 30./ 4 103/12 1022/1 of u. Neu. do-| 4 100, /a Di j K ronti é de S T a g es, as z? ] dos L g / / L: î L Dry a A: Bee Res Rei és /s U, per pa Y P ml ait, Se. Majestät der König haben dem Geheimen Finanzrath r E li 103'/4 PRückst. C. und Z. N rahl, Direkcor des Banco - Comtoirs zu Köln, den Rothen Bert. Stadt-Obi.| 4| 103!/, | 103 Sch, d. K. u. N.'—| 90 89 (er-Orden zweiter Klasse, so wie dem Geheimen Justiz- und : Köuigsb. do. |4| : weis | , Da jer: Appellationsgerichts - Rath Wolff zu Posen, den Rothen Elbiuger do. [4] Urs L D RI UINOS T 2151/2 | 21%9/, Wler-Orden dritter Klasse mit der Schleife zu verleihen geruht. E, E Gle R E Ia 131 Se. E M König haben dem Oberst-Lieutenant von “estpr.Pfaudhr.! "4 riedriched’o 12 11 U res L 26 a A Greseh Pon, de,| 4| 105 E i u T A “ag 3 eslau den St. Johanniter-Orden zu verleihen Ostpr. Pfaudbr. |4| 1013/ —— zeu à 5 Thl, 12 l s e z i! Po de [al 108A 4 MO0/2 Diveónto E B 4A Se. Majestät der König haben dem Seconde-Lieutenant

fer vom Berliner Jnvaliden-Bataillon die Rettungs-Me- lle mit dem Bande zu verleihen geruht.

Se. Majestät der Kdnig haben dem Geheimen Finanzrath d Provinzial - Steucr- Direktor Engelmann zu Königsberg Pr. gestattet, das von Sr. Durchlaucht dem Herzoge von aunshweig ihm verliehene Commandeur- Kreuz zweiter Klasse Herzoglichen Ordens Heinrich's des Löwen zu tragen. Des Kdönig2 Majestät haben den bieherigen Justizrath

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 7. März. fäiederl. wirkl Schuld 3535/6. D do. —. 59/4 Span. 18!/2. Passive #3/g. Ausg. Sch. 7'/4. Preuss. Pram.-Sch. —. Poln. 120. Vesterr. Met. 102'/g. Amwerpen, 6. März.

102. Kanz - Bill, Zunsk —,

Passive —. Zinsl. —. Neue Anl. 18?/, c. Br. 3/g. G. ! Frankfurt a, M., 9. Márz. [ligen zum Stadtgerichts-Rath und Mitgliede des hiesigen Oesterr. 59, Met. 1065/;. G. 49/9 101g. G. 21/9/50 615, Wtadtgerihts zu ernennen geruhr. -

613/,. 1% 262/16: 26!/z. Bank-Actien 1736. 1735. Fartuial - OU,

150!/,. G. Loouse zu 500 H. 122!/g. 1217/g. Loose zu 100 Fl. 264.6,

Preuss. Präm.-Sch. 65!/,. 65/4. do. 4% Anl. 102%. G. Poln. 09e

66*/g. G. 59/5 Span. Anl. I, 113/,. 21/49. Holl. 537/1 c: 53. Hamburg, 10. März.

Bank-Actien 1430. 1428. Engl. Russ. 108. 59%, Port. —. do, 39/0 19. Neue Anl. 17!/».

Loudon, 6. März.

Cons. 39/, 93. Beig. —. Neue Anl. 19!/, Passìve 4, Ausg. Sch. 7/4. 2!/29/4 Toll. 0527/5. 5%, 103!/g. 5% Porr. 26/4 do. 39/6 1877/5. Engl. Russ, 1103/,. Bras. 7438/4. Columb. 29, Mez. 291/,. Peru 21. Chili 31.

Paris, 6. März.

59, Rente fin cour. 109, 75. 3/4 fn cour. 79. 75. 5°/4 Neap. fin cour 99. 65. 59, Span. Rente W!/g. Passive 4/g: 3% Porug. 19.

Bekanntmachung.

Mit dem 1. April d. J. wird die Post, Cxpedition und ation zu Groß- Beeren aufgehoben und dazegen eine solche Klein - Beeren eingerichtet werden.

Berlin, den 6. März 1838. G General-Post-Amt.

: Publikandum,

reffend die Kündigung von $50,000 Rthlr. Staats-

shuldscheinen zur baaren Auszahlung am 1. Juli 1838.

Die in der 10ten Verloosung heute gezogenen und in dem Anlage hier beigefügten Verzeichnisse nach ihren Nummern, ern und Geld: Beträgen aufgeführten Staatsschuldscheine im rage von 850,000 Rthlr. werden im Verfolge unserer Be- nimahung vom 20sten v. M. hierdurch gekändigt und die ger derselben aufgefordert, den Nennwerth derselben am uli 1838 bei der Kontrolle der Staats: Papiere hier, Tau- raße Nr. 30, in den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr r in Empfang zu nehmen.

Die Verzinsung dieser ausgeloosten Staatsschuldscheine hört dem 1. Juli 1838 auf, indem von da ab, nach $. V. der ordnung vom 17. Januar 1820 (Gesez-Sammlung Nr. 577), Zinsen dem Tilgungs-Fonds zuwachsen.

Mit den Staatsschuldscheinen selbst muß daher auch der ihnen gehdrige Zins - Coupon Ser. VIL. Nr. $8, welcher die sen vom 1. Juli i838 bis 1. Januar 1839 umfaßt, an die heure se, vawdeville nowveau en 1 acte, par Mr, Ancelot, 2) La Introlle der Staats - Papiere unentgeltlich abgeliefert werden serunde représentation de: Le Mari de la dame de choeurs, vaude- Rb wenn solcher nicht beigebracht werden fann, so wird für ville nouveau en 2 actes, par Mr. Bayaril. lder Betrag vom Kapitale des betreffenden “Staatsschuld-

Donnerstag, 15. März. Jm Schauspielhause : Verirrun hemns zurü>behasten, damit dessen Werth den etwanigen spä-

gen, bärgerliches Schauspiel in 5 Abih., von E. Devrient. Präsentanten dieses Coupons ausgezahlt werden kann.

: s è In der über den Kapitalwerth der Staatsschuldscheine aus- [lenden Quittung ist ein jeder derselben mit Nummer, Lit- nd Geld -Betrag ‘und mit der Nummer des unentgeltlich lieferten Zins-Coupons zu spezifiziren.

Den außerhalb Berlin wohnenden Besißern von derglei- ausgeloosten und am 1. Juli 1838 zahlbaren Staatsschuld- nen bleibt überlassen , diese da weder die Kontrolle der ats:-Papiere, noch die unterzeichnete Haupt-Verwaltung der atsschulden sich dieserhalb in Korrespondenzen einlassen kann pie ihnen zunächst gelegene Regierungs - Haupt - Kasse zu

Wien, 7. März. 59/0 Moe. 16631/9. A9 0 1003/4. 3% 80/2 22090 10, —. Bank-Actien 14523/,. Neue Ant, 611

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 13. März. Jm Schauspielhause, zum ersten male: Ein Staatsgeheimniß, Lusisviel in 1 Akt, nach Mon- cigny, von A. Cosmar. Hierauf: Zurücksezung, Liistspiel in 4 Abth., vom Pr. C. Töpfer.

Mittwoch, 14. März. Jm Opernhause: Der hinkende Teufel, pantomimisczes Ballet in 3 Abth. und zchn Gemälden, von Coralli, für die König! Bühne bearbeitet und in Scene gesekt von Hoguet. Masik von Casimir Gide. :

Im Schauspielhause: 1) La seconde représentafion de: Trop

Königsstädtisches Theater.

Dienstag, 13. März. Fester Wille fährt zum Ziele. Lusb spiel in 2 Akten, frei na<h dem Französischen, von B. A. Herr mann. Hierauf: Die neueste Art, seine Schulden zu bezahlen, Lustspiel in 1 Ake, nah Melesville und Varner, von C. V. Koch. Zum Beschluß werden die Beduinen Rhigas und Abs dala, aus dem Volksstamme Setjas, folgende athletische, gym nastische, und Arabische Uebungen ausführen: 1) Das Schüssel Spiel. 2) Das Arabische Papier-Blatt. 3) Das Pfeil. und Violin-Spiel. 4) Die Arabische Leiter. d) Der Arabische Tur ban. 6) Die Aegyptische Mumie. 7) Die 4 Ringe, -die Perlen (ses Uebungen auf einmal). & Die Glas: Pyramide. 9) Das clastishe Rohr: 160) Die Afffrikanische Jagd mit lebendén

Zugleich werden die Besißer von den in der ten, öten, , iten, Ften und Sten Verloosung gezogenen und resp. am usi 1935, 2. Januar und 1. Juli 1836, so wie am 2. Ja-

Vögeln. 11) Die Porzeilan- Teller. 12) Die Afrikanische Ver und 1. Juli 1837, desgleichen am 2. Januar 1838 zahl- the:digung. 15) Die Pyoramide von Mahomed's Moschee. gewordenen , aber noch nicht zur Realisirung präsentirten

téschuldscheine abermals aufgefordert, dieselben ungesäumt leichen, da von den vorbezeichneten Terminen ab keinè n mehr gezahlt werden können, die auf dergleichen Zinsen nden Coupons vielmehr dereinst von der Kapital: Valuta Staatéschuldscheine abgezogen werden müssen.

Berlin, den 1. März 1838.

L Haupt - Verwaltung der Staats-Schulden.

MWother. v. Schütze. Beeliß. Deet. v. Berger.

Zum Beschluß: 14) Das Pilaster-Spiel.

Mittwoch, 14. März. Der Wahnsinnige auf der Jns St. Domingo. Oper in 2 Akten. Musik von Donizetti. Hier auf: Vorstellung der Beduinen.

Donnerstag, 15. März. Der Vater der Debätantin. Poss in 4 Akten, von B. A. Herrmann. Vorher: Der Obrist vot? sechzehn Jahreu. Lustspiel in 1 Akt, von B. A. Herrmann. f

Redacteur Ld. Cottel.

Jm Bezirk der Königl. Regierung

& Gedrueft bci A. W. Hapn. | zu Breslau is der Predigtamts - Kandidat Tôbe zum

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dr und Mittagsprediger an der evangelischen Kirche und

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Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

Das im landräthlichen Kreise Uscherélebeu, 45 ENci- len von Magdeburg, eben so wcit von Haiberstadt uud 3 Meilen von Quedlinburg belegene Königl, Doma?- nen-Amt Vêrnecke, bestehend: di: 858 Morgen 1415 Ruthen Aerland,

B P DAY H 2 Wieseu,

7 - Gartenland,

u dem Vorwerke gegenwärtig gehörenden, im Dorfe | (gen

den, ferner mit sämmtlichen zum Vorwerke gebö-

renden Aer -, Wiesen - und Augerhütungen für

Rindvieh, Schaafe und sonstige Vicharten ; 2) aus #0 Handdiensitageu ;

Allgemeiner Anzeiger für d

3) ans dem Fruchtzehnten auf der Feldmark der Gemeinde B “ruecke von ctwa 1580 M. Ackerland; 4) aus der Ve-ivaltung der Kbuigl. Rezepturgefälle | ( vat edeiróv Di rbfb At! N E S7 vrlid Deulscher Renn-Kalender für 1836. n; éo dhe ; orrschiedener Art von = 575 Thlr. jährlich AFCUitse en nimmt fo¿twährend Subscription au ¡Herausgegeben | vom Grafen Heukel von Donnersmark, | Unter diesem Titel erschien bei mir s0 eben eine’ ganz nach dem Englischen „Racing Calenmdtar“ bes| arbeitete Uebersicht der Resultate Aller in Deutsch-|

sell auf Zwelf Jahre, nämlich ven Johannis 1838 bis dabin 1259 qn den Meisibicteudeu anderweit vervachlet u: erden. j j aden diecservaid cinen Termin auf 1) ans dem Vorwerk Börnecte mit Montag, den 2... April d. J., Vorm. 10 Uhr in unferm Kouferenz- Zimmer bierselbst L s und laden dagn ares P Ube mit dein Be- D ( merken eiu, daß die Verpachtungs- und Licitations- der Weiden und Rüstern 2c., Nußung nebft allen |Zediugungen voin 20. März e. 1 sowohl in der bic: n i omainenu - Registratur als auch auf dem Amie ornecte belegenen Wohn- und Wirthschastsgebäu-| Börnecke, zur Einsicht bercit licgen werden. Magdebürg, j Königl Regiernng, Abtheilung sür dieBVerwaltung der direften) Steuern, Domainen und Forsten. |

miuus

auberaumt land g

. [nate folgen,

en 18. ruar 1838. d Febri 5 Berlin, A, Asher.

S

ie Preußishen Staaten. Literarische Anzeigen.

ehalteuen Pferáe-Rennen nach den authenti- Sammlungen, Manuscripten, Landkarten, alten Glas schen, von den Comité’'s cer verschiedenen Bahnen mlereien 1c. aus dem Nachlasse des Professors Herr imirzetheilren Berichten: ein Werkehen, das alles Dr, SJigen, des Prefcssors Herrn Gauché, des Kénigl- Pferde- Liethabern gewiss sehr willkommen eyn Gebcimen Kriegsratbs Herrn Crelinger,

und alljähriich fortgeseizt werden wird. ; Jender für 1837 wird im Laufe der nächsteu Mo- Secfraths Serru Krause, des Kü6uigl. Medizinalra

Bréslau, bei Fer-l, irt.

le in Namslau, und der bisherige Kaplan zu Ullersdorf, 0, qum katholischen Pfarrer in Meer e Gangedacf er- ‘den ;

Auf die jctzt erscheinende Daschen- Ansgabe von ju Bromberg is der bisherige Vikar zu Jarzabkowo,

u O E G tholomäus Cieslinsfki c ‘er i Schiller's sämmtlichen Werken, Kirch a fi, zum Pfarrer an der fatholi-

É R TEE : Ti 2 e zu Parlin e j E 12 BÄnde, in Lieferungen vou 3 Bänden à 25 (g l u Gde F der Ge E A9) ornanne Wordanz 2 zu iburg, im Kreise Wipperfürth, zum Pfarrer in Heumar,

die Buchhand'ung von E. H. Schr èder K Mülheim, ernannt worden.

Köuigssiraße Nr. 37.

Das Verzeichniß von mehreren s{&tbaren Büttl

Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

: Frankreich.

aris, 7. Mâárz. Durch eine Köni lihe V

E ârz. z erordnun ( degrigen Tage ist das Vzahl-Kollegium ‘des Departements für e : Calais auf den 3lsten d. M. zusammenberufen

| des Königl Der Ka- reiópbositus Herrn Dr. med. Hauébrand. des Kön

'Herru Bergemann und mehrerer Auderen, welche 3. Mai d. Y. versteigert werden sollen, ist del &önigl. gertchtl. Bücever-: Auctions- Kommissarius [Verliu, Rau <, Schüßenstraße Nr. 10, zu haben

einen neuen Deputirten zu wählen.

__ Die Deputirten - Kammer seßte ia ihrer gestrigen Sißung | die Becathungen über das Gesez wegen der Befugnisse der Departements: und Bezirks - Conseils fort. Die Debâtte war | für das Ausland ohne alles Juteresse. Heute wird die Kam- mer sich mit dem Antrage des Obersten Garraube, der verwitt- weten Obersten Combes eine Pension zu bewilligen, beschäftigen. Auch fommt der Geseß - Entwurf wegen der Pensionirung der Gräfin Danremont neuerdings zur Bergthung.

_ Gestern ward in der Quästur der Beputieten-Ksiner die Liste der Redner erdffnet, die über den Geseß-Entwurf in Be-

= um an die Stelle des verstorbenen Herrn Pouyer | | j

| tref der geheimen Fonds zu sprechen gedenken. Es haben sich

bis jest einschreiben lassen: für den Entwurf die Herren Meil- heurat, Fulchiron und Roul; gegen denselben die Herren Gau- guier, Teuion, Chapuis de Montlaville, Havin, von Sade, Boudet, Glais-Bizoin, Corne, Larabit, Jsambert, Chambolle, Salverte und von Rumilly.

Das Wahl-Kollegium von Bergues hat an die Stelle des Herrn von Lamartine, der für ein anderes Kollegium optirt hatte, Herrn Louis von Staplande zum Deputirten erwählt.

Nach einer Jnstruction, in welcher 350 Zeugen vernommen worden sind, hat die Königl. Raths-Kammer erklärt, daß kein Grund vorhanden sey, der gegen Vidocq erhobenen Anklage wei- tere Folge zu geben, und ist derselbe darauf unverzüglich auf freien Fuß geseßt worden.

Der Herausgeber des Journals „la Mode‘, Vicomte Walsh, der in seinem Blatte eines Angrisss auf die Sicherheit des Staates angeklagt ist (auf welches Vergehen, außer der Ge- fángnißstrafe, cine Geldbuße von 10 bis 50,000 Fr. steht), har ein Schreiben in die dentlichen Blätter einrúcken lassen, worin er sich darüber beshwert, daß die Verantwortlichkeit des Her- ausgebers einer Zeitung und. die von demselben bestellte Caution dem Staate nicht mehr genügten, indem man sih zugleich auch an die Mitarbeiter des inkriminirten Blattes unter dem Vor- geben halten wolle, daß sie Mitschuldige des begangenen Vergehens ‘wären. Herr Walsh gründet diese Behauptung darauf , daß fürzlih, in Bezug auf die gegen ihn vorgebrachte Beschuldigung, auch eine Haussuchung bei Herrn Nettement, einem Mitarbeiter an der „„Mode‘/, angestellt worden sey. Wenn man, meint derselbe, auf diese Weise den September- Gesetzen eine noch größere Ausdehnung zu geben suche, so müsse hieruber nothwendig alle Unabhängigkeit der Journale zu aNA, gehen, weshalb er jenes Faktum zur dffentlichen Kenntniß : Jn einem Schreiben aus Algier vom 24sten v. M. heißt es: „Der berühmte Ben-Haïssa, der während der Belagerung von Konstantine Gouverneur dieser Stadt war, ist in Algier angekommen, um sich zu unserer Disposition zu stellen und Un- terstüßung von uns zu verlangen. Ben-Haissa war ciner der reichsten Einwohner Konstantine's. Sein .Haus ward während der Belagerung fast gänzlich zerstört, und das Wenige, was stehen blieb, stürzte bei den Nachgrabungen zusammen, die man daselbst anstellte, um die Schäbe aufzusuchen, die, nac) der Aus- sage der Sklaven, dort vergraben worden waren. Ben-Haïssa scheint ungefähr 50 Jahre alt zu seyn und hat ein männlich shônes Gesicht. Er ijk von seinem Sohne, einem jungen Mann von 18 bis 20 Jahren begleitet. Ben-Haïssa ist ohne Zweifel der mächtigste von allen Chefs, die sich uns bis jegt unterwor- fen haben. Als Kabyle ist er von besonderer Wichtigkeit für uns, indem durch seine Vermittelung dem rein Arabischen Ein- fluß des Abdel-Kader die Wage gehalten werden könnte.““

Ì In cinem Schreiben aus Konstantine vom U2ten d. wird über einen zweiten militairischen Zug des General Ne- grier nach Mila in folgender Weise berichtet: „Der General Negrier brach am 10ten d. von Konstantine auf und übernach- tete nach eilfstúndigem Marsche unter den Mauern von Mila. Mila is ein hübsches Städtchen mit etwa 2000 Seelen; es ist von einer ‘Mauer umgeben, die aus Steinen von Römischen Denkmälern erbaut worden ist. Jn der Stadt selbst findet man viele Gärten voll Orangen - und Oliven-Bäume. Auch die Umgegend is gut angebaut; aber es fehlt auch hier, wie in der ganzen Provinz, an Holz. Die Einwohner schienen sich über die Ankunst der Franzosen sehr zu freuen; sie versahen unsere Soldaten rei<hl:< mit Speisen und Getränken. Der General ließ dem Kaid von Mila einen Bournous und ein Paar Pistolen überreichen und empfing von ihm die Versiche- rung der freundschaftlihsten Anhänglichkeit. Am andern Tage trat die Kolonne den Rückmarsch an und traf gestern Abend spät wieder in Konstauttne ein.“

Auf dem leßten Maskenball im Opernhause näherte sich ein weiblicher Domino dem Direktor eines der hiesigen Theater und sagte zu ihm: „Jch bitre Sie, mir zu folgen; ich habe

Der Direktor, halb aus Neugierde und von dem ehrlichen Ton

trat ihnen eine ebenfalls maskirte Person entgegen. refcor sing schon an, seine Willfährigkeit zu bereuen und nicht mehr an einem Ueberfall zu zweifeln, als zu seinem Erstaunen die Maske ihm einen Beutel entgegen hielt und sagte: „„Die- ses Geld gehöre Jhnen; ich hatte es Jhnen genommen; aber mein Gewissen drängt mich, es zurückzugeben.“ Beide Mas- ken entfernten sich darauf eiligst. Der Direktor begab sich nah seiner Wohnung, wo er indeß Alles in gehöriger Ördnung und nichts entwendet fand. Er eilte nah dem Theater: die Kasse war in Ordnung; aber in einem Schreibtisch fehlten die 606 Fr., die die reuevollen Diebe ihm jevt zurü>erstattet hatten.

Die Quotidienne enthält Folgendes: „Die Ankunft des Generals Bourmont und des Sohnes des Don Carlos im Haupt- ere des Leßteren ist eine nicht mehr zu bezweifelnde Thatsache.

er Erstere wird Goni und 10,000 Mann unter seinen Befehlen

e um in Alt - AATON zu operiren, während der Jufant on Sebastian und Guergué in Aragonien eindringen wer-

Ihnen eine Mittheilung zu machen, die Sie interessiren dürfte.“ |

der Maske verleitet, willigte ein. Beide verließen das Haus, | gingen durch mehrere Straßen und in einer der einsatnften | Der Di- |

im Sr. James-Pala

den, um über die Linie des Henares auf Madrid zu marschi- ren. Don Carlos, Gomez und Merino werden mit einem dritten Corps über Oëma und Segovia, und Cabrera wird über Cuencça auf die Hauptstadt (osgehen. Man meint, daß die Armee der Königin nicht im Stande seyn werde, die Ausfüh- rung dieses Planes zu verhindern. Wir glauben versicwern zu können, daß die Regierung Depeschen erhalten hat, in wel- chen die obigen Nachrichten bestätigt werden, und wir hoffen, daß sie es bei der Wichtigkeit der Umstände für ihre Pflichr halten werde, dieselben zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.““

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz- ung vom 5. März. Den Antrag, die Zahl der in Gemäp- heit einer Akte Georg's IV. ernannten Kommissarien des Green- wich-Hospitals auf E REIN bevorwortete Oberst S i b- thorp durch folgende Bemerkungen : Leßte seyn, der die Ausübung der Königlichen Prärogative“ be- cinträchtigen möchte; im Gegentheil, ih wünsche sie freier aus- gebt zu sehen. Aber einige der leßten Ernennungen sind nicht vom Throne, sondern von einem s{wankenden Ministerium auëé- gegangen. Die Ernennung, welche ih hier besonders im Sinn habe, is die des Herrn Shiel zu einem Commissair des Green- wich-Hospitals. Jch hege keinesweges eine feindselige Gesin- nung gegen diesen ehrenwerthen und gelehrten Herrn; ich be- wundere e das p At Talent desselben; aber im Na- men der Königlichen Marine - Offiziere beschwere ih mi<h über diese Ernennung und behaupte, daß dies ihre Verdienste schr ungere<ht behandeln heißt. Sehe ih auf die Zahl der Admirále und Capitaine unserer Marine - Liste, die viele dem Lande so theure Namen umfaßt, so beklage ih es, daß nicht einer von diesen zu jenem Posten ausexsehen worden. Jch wiederhole es, daß es nicht das ernannte Individuum, sondern das Ministerium is, über welches ih klage, ein Ministerium, das seine Untauglichkeit zum Regieren nicht nur dur vorge- E sondern auch durch unterlassene Ernennungen bewie- en hat. Feldzeug-Amts sey, und Jedermann wundert sich, daß ein so wichtiges Amt so lange unbeselt gelassen wird.‘“/ Herr C. Wood, der Admiralitärs-Secretair, ließ sh nur auf Beantwortung des eigentlichen Antrages ein, indem er erklärte, daß in der erwähn- ten Akte Georgs 1V. auedrüflich eine Ausnahme zu Gunsten der Kommissarien des Greenwich-Hospitals gemacht: worden, die nicht, wie die anderen Beamten des Hospitals, Marine-Offiziere zu seyn brauchten, weil sie bloß die Verwaltung des Eigenthums dieser Anstalt zu besorgen hätten. Sir E. Codrington unter- stäbte die Sibthorpsche Motion, indem er keinen Grund finden konnte, warum nicht auch diese Aemter von Marine - Offizieren könnten bekleidet werden. Capitain Pechell stimmte in lebßte- rer Hinsicht dem Admiral vollkommen bei: und behauptete so-

gar, daß Marine - Offiziere zu jedem Posten tauglich wären,

selbst zum Lord-Kanzler-Posten (Gelächter), er bedauerte indeß, daß er der Motion nicht beipflihten könne, weil man nicht die-

sen einzelnen Fall, bloß um für einen Marine - Offizier eine

Stelle zu gewinnen, zum Anlaß nehmen dürfe, um eine Par- laments-Akte aufzuheben. Sir R. P eel endlich sagte: „Wenn das Parlament der Meinung wäre, daß eine gewisse Stelle

von einem Seemann eingenommen werden müsse, so müßte es

auch die Regel für diese Ernennung festsezen, und wenn dann von dieser Regel abgewichen würde, so hätte das - Haus Grund, einzuschreiten. Wenn das Parlament aber cine Akte angenommen hat, die in Hinsicht auf die Ernennungen keine Schranke sebt, so scheint es nicht angemessen, - über eine solche Ernennung zu- entscheiden, und es wäre dies ein Eingriff in die Prárogative der Krone, der ein gefährliches Beispiel aufstellen würde. Jch empfehle daher meinem ehrenwerthen Freunde, daß er seinen Antrag zurüknehme.‘“/ Diesem Rath folgte Oberst Sibthorp. Auf eine Frage Sir R. Peel's in Betreff der Javaschen Zölle erklärte Lord J. Russell, daß die Niederländische Regierung sih verbindlich gemacht habe, einen mit den Stipulationen der“ Traktaten úbereinstimmenden Zoll-Tarif daselbst zu erlassen ; er glaube, es sey bereits ein sol- cher Tarif in Java publizirt worden, und er erwarte darüber täg- lich eine Mittheilung von dem Britischen Gesandten im Haag. Herr Maunsel!l fragte, ob der edle Lord seiner am Freitag gemach- ten Anzeige in Bezug auf das Benehmen des Bischofs von Exeter noch Folge geben wolle, worauf Lord J. Russell er- wiederte: „Jch habe es schon erklärt, daß ich jene Anzeige mehr deshalb gemacht, um die Ungelegenheiten darzuthun, zu denen solche Diskussionen führen müssen, als um ihr Folge zu geben. Es sey mir nun verstattet, zu sagen, daß mich das neu- lich hier Vorgefallene nur noch mehr in meiner Ansicht bestärkt har.“ Herr Maunsell bemerkte hierauf, er habe bloß ge: wünscht, daß eine dffentlic) gemachte Anzeige auch eben so df- fentlich und ausdrä>lih zurü>genommen werde.

_ London, 6. März. Die verwittwete Königin und der Herzog von A T statteten gestern der Prinzessin Auguste einen Besuch ab.

Jn welcher entschiedenen Opposition jest die Ultra-Radika- len den Whigs gegenüberstehen, hat die Wahl von Marylebone gezeigt, bei welcher, wie Oberst Thompson selbst eingestanden, ein großer Theil der Ultra-Radikalen für den Tory-Kandidaten, Lord Teignmouth, gestimmt haben soll, nur damit nicht der Kandidat der Whigs, Herr Ewart, den Sieg davontrage. Dieses Ereigniß har also bewiesen, daß die Radikalen es nicht vershmähen, sih den Tories anzuschließen, um ihre Zweke- zu erreichen, und man war nun sehr begierig zu erfahren, ob auch die Tories ihrerseits es über sih würden gewinnen kdnnen, sich zur Förderung ihrer Zwe>e an die Radikalen anzuschließen, wenn sich eine Gelegenheit dazu zeigen follte. Dieß Gelegen- heit aber bot die heute Abend im Unterhause zur Sprache ge- brachte Motion des Sir William Molesworth, die Entlassung des Kolonial-Ministers betreffend, Schon seit mehreren Tagen

„Jch würde gewiß. der -

Man fragt sih jeßt allgemein, wer Secretair des

B L E R; M I E E A

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