1838 / 93 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

In jedem der Jahre 1838, 1839, 18497 1841, 1842 . 1 500,060 Fr.

1888, 1844, 1845, 1846, 1847 . . 1,600,000 » 1848, 1849, 1850, 1831, 1852 . . 1,700,000 » 1853, 1854, 1855, 1856, 1857 . « 1,800,0C0 » 1858, 1859, 1860, 1861, 1862 . . 2,400,609 » 1863, 1854, 1865, 1866, 1867 . . 3,000,600

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Die besagten Sommen werden in den ersen 6 Monaten jcdes Jah-

res in Franzésishem Geide an die Depositen-Kasse in Paris gezablt. Artifcli 2. Dic Zahlung für das Jzhr 1838 geschicht sogleich. Ar- tifel 3. Der g-gcnuwäritige Traftat wird ratifizirt, und die Nalifica- tionen sellen binnen 3 Monaten, oder wo möglich früher, in Paris ausgeic<slt werden, Port-au-Prince, din 12. Februar 1838.“ (Folgen die Unterschriften.)

Am Journal du Commerce liest man: „Die Kommis sien für die außerordentlichen Kredite in Betreff Afrika's hat die ihr von dem Ministerium vorgelegten Aktenstücke nicht für genügend erachtet, und ihren Präsidenten beauftragt, von dem Ministerium vollständige Aufshlösse über alle Punkte der Ver- waltung, der militairischen Beseßung, der Hülfsquellen der vot- maligen Regentschaft und úber die diplomatischen Verträge, die sich die Besibnahme der Kotonie knüpfen, zu verlangen.“

Es hat sich seir gestern das Gerücht verbreitet, daß das Ministerium, da es einsche, daß es die Kammer nicht von der Idee der Konversion abbringen könne, sich ents<lossen habe, in die Anschten der Kommission im Allgemeinen einzugehen, um vielleicht dadurch cinige Bedingungen zu erlangen, durch welche die Ausführung der Maßregel auf unbestimmte Zeit verschoben werden könnte. /

Die Anklage- Kammer des Königlichen Gerichtéhofes hat durch cinen Beschluß vom gestrigen Tage die Angeklagten Hu- bert, Steibel, Annat, Valentin, Giraud, Leproux, Devauque- lin und Mademoifelle Grouvelle vor den Assisenhof verwiesen.

Herr Emil von Girardin ist auch aus dem zweiten gegen ihn anhängig gemachten Prozeß wegen angeblich grober BDe- trúgereien (s. oben.), in Folge dessen er eigentlich seine Entlas- sung als Mitglied der Deputirten-Kammer genommen hatte, voilkommen gerechtfertigt hervorgegangen. Dex Gerichtshof hat sowohl ihn als die mit ihm angeschuldigten Herren Klee- mann und Boutmy freigesprochen, und den Kläger, Herrn Du- tertre: Dana, in die Kosten verurtheilt.

Die Subscriptions-Liste für die Eisenbahn von Paris über Chartres nach Tours, die bei den Herren Laffitte und Comp. ausgelegt war, is vorgestern Abend geschlossen worden. Es wird zur Anlegung dieser Bahn ein Kapital von 54 Millionen Fres. erfordert. Die Unterschriften belaufen sch auf mehr als 70 Millionen. G

An der heutigen Börse war das Geschäft fast in allen Pa- pieren sehr belebt. Die Französische fünfprocentige Rente stieg auf 108.109. An dieser Bewegung ist hauptsächlich die Nach- richt {<uld, daß Herr Passy seinen Bericht über die Renten- Reduction umgestalten werde, da das Ministerium in Bezug auf diese Frage cinige Zugeständnisse gemacht, und sich mit der Kommission verständigt habe. Der panische Schrecken, der sich seit 3 Tagen der Insäber industrieller Actien bemächtigt hatte, war an der heutigen Börse gänzlich verschwunden. Der Asphalt- Seyssel, der bis auf 7500 zurückgegangen war, wurde heute wieder mit 9200 Fr. bezahlt, und so auch verhältnißmäßig die úbrigen Unternehmungen der Art. Die Spanischen Papiere allein waren ausgeboten.

Großbritanien und Irland.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhgus. Siz- zung vom 27. März. Heute erst richtete Lord John Russell die Frage, die er schon zu gestern angekündigt hatte, an Sir N. Peel, ob auch in dieser Session wieder das Amendement zu der Jrländischen Munizipal - Reform - Bill werde gestellt werden, daß dem Ausschuß des Hauses die Jn- struction ertheilt werden solle, die städtischen Corporationen gänzlich aufzuheben. Sir Nobert Peel begegnete dieser Frage dadurch, daß er seinerseits Lei dem Minister anfragte, welchen Weg die Regierung in Bezug auf die Jrländische Zehnten-Bill und die Jrländische Kirchen-Vill cinzuschlagen beabsichtige. Dar- ber, meinte er, kônne man jeßt wohl Auskunft verlangen, da bercits vier Monate verflossen seyen, seitdem die Thron-Rede jene Maßregeln als diejenigen bezeichnet habe, welche vorzugsweise in dieser Session zur T kommen sollten. Nach Be- antwortung der von ihm gestellten Frage werde er seine Ant- wort um so bestimmte? abgebèn können. Lord John Ruf- sell fand die an ihn gestellte Frage von der Art, daß eine auéfáhrlichere Antwort nöthig werde, und stellte daher, um nicht gegen das Reglement des Hauses zu verstoßen, welches ver- langt, daß jeder Vortrag von einer Motion begleitet werde, den Antrag, daß das Haus si<h an einem später zu bestimmen- den Taze in den Ausshuß über die Jrländischen Zehnten ver- wandeln solle. Daß die Jrländische Zehnten- und Kirchen- Frage seit vier Monaten ruhe, bemerkte der Minister, sey nur dadurch veranlaßt worden, daß man die Jrländischen Maß- regeln eine nach der anderen vorzunehmen und mit dem Ar- men- Geseß zu beginnen übereingekommen sey. Dieses leßtere Geseg habe man ja auch bercits einer sehr sorgfältigen Prä- fung unterzogen und sey darüber zu einem Einverständnise ge- fommen, welches nah den Erfahrungen der früheren Jahre bci den anderen Jrländischen Maßregeln nicht so sicher zu er- warten seyn dürfte. Was nun diese Maßregeln betrefse, #o wolle er hierdur< angezeigt haben, daß er die Kirchen - Bill am 20. April zur Sprache bringen werde, und er hosse, daß die Gegenpartei, wie sich aus manchen Anzeichen ergebe, jest nicht weniger, als die Regierung selbst, geneigt seyn werde, die Frage endlih zu erledigen. Auch die in diesem Jahre vorzulegenden Maßregeln würden übrigens auf eine Reihe von Resolutionen basirt scyn, hauptsächlich dar- auf, daß die Zehnten in einer Grund-Rente zum Belaufe von 7 Zehntel des Werthes derselben umgewandelt werden sollten und durch eine Summe, welche einem 1sjährigen Ertrage dies ser Rente gleichkäme, abgelöst werden könnten. Lord John Rus- sell trug shließli<h darauf an, daß das Haus sih am 30. April in den Ausschuß über die Jrländische Jehnten - Frage verwan- deln solle, und wiederholte dann seine Frage wegen der Jrlän- dischen Munizipal - Reform - Bill. Sir Robert Peel sprach darauf seine Uebereinstimmung mit dem vom Herzoge von Wellington am Schlusse der vorigen Session geäußerten Wunsche aus, daß, wenn es irgend möglich wäre, eine Verein- barung wegen der Jrländischen Fragen zu Stande kommen möchte. Bei der Armen - Bill En dies jest in Aussicht, und um so mehr músse man daher hoffen, daß es auch bei der Mu- nizipal- und Kirchen - Frage der Fall seyn möge. Jndeß könne er do< fr jeßt feine andere Erklärung geben, als daß er, wenn Lord Iofn Russell seinen Antrag in Betreff der Muni- zipalitäten machen werde, seinerscits das Amendement stellen wolle, diese Frage nicht vor Erledigung der Jrländischen Zehn- ten-Bill zu entscheiden, Nach Beseitigung dieser Sache machte

neue Debatte úber die auówärtige Politik aufmerksam.

Lord Eliot seinen fióher angezeigten Antrog in Betress der

ministeriellen Politik in den Spanischen Angelegenheiten. Er tadelte unter allen Maßregeln des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten besonders die, daß die Britische Legion zu ei- ner Zeit abgesandt worden sey, wo anerkanntermaßen kaum eine Armce von 40,9000 Mann wohldisziplinirter Truppen hingereicht haben wärde, die Ruhe in Spanien herzustellen. Eben so_we- nig zwecmäßig seyen die großen Waffenscndungen nach Spa- nien gewesen, welche nur dazu gedient hätten, den Karlisten Woffen in die Hände zu spielen und die Britischen Arsenäle so zu ershôpfen, daß man bei den Rüstungen gegen die Kana- dische Insurrection bedeutenden Mangel an Waffen gespürt habe. Die einzige, ciner großen Nation würdige Politik schien dem Lord Eliot die Nicht - Jnterventions - Politik Ludwig Phislipp's, und nur der Nachsicht der Nordischen Mächte schrieb er es zu, daß durch die Politik der Britischen Minister in den Spanischen Angelegenheiten die Nuhe Europa's nícht gestórt worden scy. Er s{<loÿ mit dem Antrag auf eine an die Königin zu erlassende Adresse, des Inhalts, daß, da weder England no<h Spanien von der Absendung cines Britischen Hülfs - Corps Nuben gehabt habe, die Königin den Geheime- raths: Befehl, welcher Britischen Unterthanen erlaubt, in die Dienste der Kdnigin von Spanien zu treten, nicht erneuern möôge. Die Debatte, welche sich über diesen Antrag entspann, war bis 11 Uhr, als der Bericht zur Post- abgehen mußte, von nur geringem Interesse, da keiner der bedeutenderen Redner von einer der beiden Parteien bis dahin das Wort genommen hatte. Man hielt es {on aus diesem Grunde fast für gewiß, daß die Debatte an diesem Abend nicht beendigt, sondern auf die nächste Sißzung werde vertagt werden. Die Minister schie- nen übrigens bei der Abstimmung ziemlich sicher auf eine Ma- jorität zu rechnen.

London, 27. März. Die konservativen Morgenblätter machen bereits im Voraus auf die heute Abend E or Eliot wird nämlich (wie auch bereits aus den oben mitge- theilten ersten Notizen über diese Sißung zu ersehen ist) cinen Antrag machen, das bisher von dem Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten, Lord Palmerston, in Spanien beob- achtete Verfahren als unzwe>mäßig zu bezeihnen, und der Königin cine andere B als die bisher befolgte, in Bezug auf die Pyrenäische Halbinsel zu empfehlen. Ganz unstreitig werden bei dieser Gelegenheit wieder die einflußreichsten Redner von beiden Seiten sich vernehmen lassen und die Debatte dürfte auch wohl schwerlich an einem einzigen Abende beendigt werden. Zwar haben die Tories schon in früheren Jahren ganz ähnliche An- träge gemacht; von jeher ist von Sic Nob. Peel im Unterhause und vom Herzog von Wellington im Oberhause die sogenannte Cooperation in Spanien als eine Vergeudung von Geld und Menschenblut, die fär England weder ehrenvoll noch in irgend einer Weise von Nutzen sey, bezeichnet worden; gleichwohl hat doch das Unterhaus immer mit ansehnlicher Majorität jeden in dieser Beziehung von den Tories ausgegangenen Antrag zurück- gewiesen. Inzwischen sind dieselben durch einige Verstärkungen, die sie bei den leßten Ergänzungs-Wahlen erhielten, so wie durch die in Vereinigung mit einigen Radikalen kürzlih erlang- ten günstigen Abstimmungen, so ermuthigt worden, daß sie bei einer Frage, deren Entscheidung gegen das Ministerium dasselbe unzweifelhaft d würde, wenigstens ihre Kräfte wie- der versuchen wollen. Die whigistischen Blätter, die jeden Erfolg, den sich die Tories versprechen, für unmöglich erklären, stüßen sich dabei do< weniger auf die Majorität des Unter- hauses, deren das Ministerium keinesweges so unbedingt ver- sichert zu seyn scheint, als auf die selbst von ihren Gegnern in- direkt eingeräumte Behauptung, daß sich ein Tory-Ministerium unter den jeßigen Umständen durchaus nicht zu halten vermôge, und daß daher schon darum viele schwankende Mitglieder nicht leicht zu bewegen seyen, ein Votum abzugeben, wodurch das jeßige Mis nisterium gestürzt werden könnte. Jnzwischen räumen wiederum die Whigs ein, daß es den Tories allerdings darum zu thun jeyn nüsse, wenn auch nur auf kurze Zeit, an das Ruder der Re- gierung zu fommen. Der verstorbene König Wilhelm 1V., sa- gen sie, war, wie sih aus seiner ganzen Lebensgeschichte nach- weisen läßt, von wesentlich whigistischer Gesinnung. Gleich- wohl hat doch der Umstand, daß die einflußreichen Häupter der Tories zu verschiedenenmalen während der siebenjährigen Re- gierung des Königs das Glück hatten, durch parlamentarische Majoritäten dem Könige empfohlen und von ihm an das Staats- ruder berufen zu werden, nicht wenig dazu beigetragen, die Ge- sinnungen, die früher der Herzog von Clarence gehabt, in schr vielen Punkten zu modifiziren. Der König erhielt dadurch Gelegenheit, die Ansichten der Tories vollständig kennen u lernen, und wenn er si<h auch Bald wieder veran- (46e sah, den Grafen Grey und die Whigs in das Kabinet zu- rücfkzuberufen, so konnten diese doeh den Eindruck, den jene ge- wiegten Staatsmänner zurückgelassen hatten, nicht ganz wieder verwischen. Es kömmt daher nur darauf an, daß die Tories auch jelzt wieder einen momentanen Sieg davon tragen. Noch hat die jugendliche Königin keine Gelegenheit gehabt, die poli- tischen Rathschläge der Gegenpartei des jeßigen Kabinets zu vernchmen. Wundern wir Uns also nicht, wenn die Tories keinen Versuch, der ihnen zu dieser Ehre verhelfen kann, unbe- nußzt vorübergehen lassen, und wir dürfen daher au<h, wenn gleich der erste Abend vielleicht nur das Vorspiel dazu liefern wird, von der durch Lord Eliot angeregten Frage eine interes-

sante Debatte erwarten. :

Die Königin sigt jet einem Amerikanischen Maler, Herrn Sully, bei dem von der St. Georgen-Gesellschaft in den Ver- einigten Staaten ein Portrait Jhrex Majestät bestellr worden ist.

In einer Rede, welche Sir Francis Burdett kürzlich bei dem zu Ehren des konservativen Parlaments-Mitgliedes für Marylebone, Lord Teignmouth, veranstalteten Festmahl hielt, sprach derselbe sih über das jeßige Ministerium in folgender Weise aus: S

„Wer“, sagte er, „unterstüßt gegenwärtig die Miaister? Nicht England, nicht Schottland, nicht Jrland. Wer denn also ? Eine ficine Faction von Priestern uud Deutagogen, geführt von cinem ver- ächtlihen Jrländischen Agitator. Jch zweifle nicht daran, daß die Minister, wenn sie auch anders gehandelt hätten, dennoch von dem Mann, den sie zu ihrer amtlichen Existenz für so nothwendig halten, würden unterstüßt worden seyn, ohne daß sie genöthigt gewesen wä- ren, solche Opfer zu bringen, wie sic gebracht baben, indem sie jenem

ndividuum die Macht und das Patrouat dieses Landes übertrugen. Ns Mann würde einen weit mächtigeren Antrieb gehabt haben, fie zu unterstüßen. Die Furcht hätte ihn dazu gezwungen, denn seine Furcht i} schr groß, wenn Gefahr vorbanden ist. Er würde, wie das Volk bei einem Sturm, sehr freh gewesen seyn, seinen u bringen. Der betrunkene Kell- ner im „Sturm“ ‘hob den Mantel des Ungeheuers auf und fle>te scinen Kopf darunter. ( Gelächter.) So würde auch O'Connell das Ministerium für den Schus, den es ihm gewährt, un-

Kopf irgendwo in Sicherheit

tersügt haben. Als ih Parlaments - Reformer war, dg glaub es sty verfassungswidrig, ein einziges Mitglicd für das Haus nenuen, und nun crncunt ein einziger Mann ihrer 60. zj f so arg war es nicht cinmal mit den alten Ernenuungs - Bujeg, denen durci) die Reform-Bill das Wahlrecht enizogen wurde * hört!) Jene 69 Mitglieder sizd von Pecrscnen gewählt worde dcn besten Jutercssen des Landes feindselig gesinut sind. Wie abscheulichen Mißebtranch zu steuern ist, weiß ich nicht, aber dd ic), daß das Vel? von England, Schotiland und Jriand sig ben nicht länger unterwerf:n wird. Bei allen großen Fragen freilich die Minisier im Stande gewesen, ihre Pläge zu beh, aber ihre Serviliiät ist auch so offenbar, daß cs mich wunden sie sich nicht aus Schaam zurückgezogen baben. Der Premier ster ist zwar cin löst liebeisvürdiger Mann, den Jeder atm aber cs ift ihm nec) niemals passirt, daß er mit cinem Gegeyg auf den scine Ausmerisamfeit tim Parlament? geicnkti würde, be gewesen wäre. (Gelchter.) Wurde cine Frage au im , tet, so gab er immer recht béfli<he Aniwvorien, dis i aber gewöhnlich den Eifolg, daß der Gegenstand auf di oder die audere Weise descitigi wurde. (Hört! 1nd (Gz, Dic Minisier baben in der That nicht die geringste Fäbigfeit j, einc ihrer Maßregeln durchzubringen, und wenn ihnen dieg einmal gelaug, so verdanfkien ste es nux dem Beistande Sir y, Peel’s. (Gelächter und Beifall.) Jch widerscße mich den Gegen tigen Ministern nicht deshalb, weil sie Reformer slüd, fond, sie uufábig sind, Reformer zu scon. Sie entwerfen besiäudj , Maßregelu, ohne das Resultat irgend einer abzuwarten. Je i) Radikaler gewescn, i fofern cs sich um Ausrottung erwicscug s) bräuche handelte. Jch bin noch jet cin cifriger Neformcr, ih: licbe cs, daß man etivas vorsichtiz zu Werke geht, che man q und gewaltsame Veränderungen in deu Justitutionen des vornimmt. Zu eincm unverzüglichen Ministerwechsel scheint y; 4, Ausficht vorhanden, weil ich sche, daß unsere junge Königin] Partei der Minister véllig in Beschlag genommen ijk, was ug böch unpassend und verfassungswidrig halte. Lasseu Sie uni nur fest und cinig an den großen constitutionnellen Prinjipzj, ten, die wir vertheidigen, und wir werden im Stande s | Jnutriguen und Konplot!e der Partcien zu verachten, und y Bee Sache muß cudlich doch den Sieg davontrageu.“ (g eifall.)

Die Gesandten der fünf Mächte, welche die Konferen] die Holländisch-Belgische Frage bildeten, halten jekt wiede sammlungen im auswärtigen Amte. : D

In den neuen Unterhandlungen über die Ausgleichuy Holländisch-Belgischen Angelegenheiten soll es, wie der Eh dard wissen will, bereits wieder zu Streitigkeiten über de Belgien zu übernchmenden Antheil an der Holländischen ê4 gekommen seyn. ,

Es hat nicht wenig Aufsehen gemacht, daß gestern in Prozesse, welcher schhou eine geraume Zeit dauert, der vor y Schatzkammer - Gericht von Lord Lyndhurst gefällte Uri spruch vom Oberhause, als Appellgtionshofe, Umgestößen 1 den ist. Der Prozeß war von einem Herrn Small einen Herrn John Attwood anhängig gemacht, Und die Zj beruhte darauf, daß Ersterer behauptete, bei einem Ankauf Eisenhämmern in Stassordshire von Lelzterem insofern betiy worden zu seyn, als dieser ihm den Ertrag dieser Hämmer y die Kosten ihrer Betreibung falsch angegeben habe. Herr 1 wood machte dagegen geltend, daß er in den dem Kufer y gelegten Ertrags- und Kosten - Veranschlagungen nin du, genwärtigen Zustand des Betriebes, nicht den 1 chen Belauf des jeßt produzirten Eisens und du gen Arbeitskosten, sondern nur eine ungefähre Stn) des Ertrags und der Kosten nach der Durchschnitts: Beri mehrerer Jahre und unter Voraussezung gewisser Uni habe geben wollen. Herr Small hatte in seiner Klage ai

nen bedeutenden Schadenersals angetragen, und da der F

spruch des Schaßkammergerichts gegen Herrn Attwood au so war dieser, mit Einsh{uß der Gerichtskosten, zur Zu einer Summe von 68,000 Pfd. Sterl. verurtheilt worden, aber gegen dies Urtheil an das Oberhaus appellirt, und | hat nun gestern in leßter Instanz, gestüßt auf die Erken des Lord-Kanzlers, des Lord Devon und des Lord Brou zu Gunsten des Verklagten entschieden und den Klägf Zurückzahlung der ihm vom Schabkammergericht zuer Entschädigungs -Summe, so wie zur Tragung sämmtlide sten, verurtheilt. Dem Globe zufolge, sollen sich di 40 Koften dieses Prozesses jet fast auf 160,060 Pfd. Stel Ufen. S

H Die Nachricht, daß der Präsident von Chili gun zwischen den Befehlshabern der Chilischen und Peru Truppen am 17. November abgeschlossenen Friédenetn testirt und die Ratificirung desselben verweigert have, i | Buenos-Ayres hier eingegangen. Der Protest ist vom d ember datirt und darauf gegründet, daß die Bedingungen | Traktates nicht geeignet seyen, die Unabhängigkeit und Gi heit der an Peru und Bolivien gränzenden Staaten zu sid daß die für Chili günstig lautenden Artikel eine ungi Auslegung zuließen, und daß der Chilische Oberbefehl bei Abschließung des Traktates in aller und jeder Hinsidt! Instructionen überschritten habe, wie dies auch dem PuA ten der Peruanisch-Bolivischen Confôderation, General Co Cruz, dem jener seine Vollmachten vorgewiesen, begreiflid l müs. Unter diesen Umständen, heißt es in dem Protest, 9 der Krieg erneuert werden : j Santa - Cruz die Ablehnung der Ratification vorgezeigt.) werde, indeß solle dieser Anzeige das Anerbieten zul M nung neuer Friedens- Unterhandlungen beigefügt werden.

Niederlande.

Aus dem Haag, 27. März. Die erste Kamme! uY ihrer heutigen Sibung gleichfalls die beiden Finanz-Gestlt i:

außerordentlichen Kredite für das Marine- und Kriegs f

tement und die volle Vezahlung der Staatsschuld-Zinst L) fend, nachdem gestern von der Kommission darûber iy worden, fast einstimmiz angenommen, so daß die) oi Frage jest vollständig erledigt ist. Jn der gestrigen ut der zweiten Kammer war ein Geselz - Entwurf von it Wichtigkeit, einige Verbesserungen in der Medizinal / i 4 bung an der Tages-Ordnung. Nur ein einziger Red" cu Luyben, nahm darüber das Wort, und zwar um der a | fr die Ausarbeitung und Vorlegung des vortreffli 0 seßes zu danken; das Gesetz wurde einstimmig ans d Außerdem wurde über verschiedene Petitionen berichtet, v Anderen auch über die eines Anwohners des Hagrlen h ] welcher verschiedene Vorstellungen gegen die von der Regier erl sichtigte Trockenleguug dieses Sees machte , u get wünschte, daß zuerst mit einem Theile ein Versu ) etl werde, bevor man die Riesenarbeit vornehme, und Fina die angränzenden Länderei- Besißer für ein gewisses uns langen Jahren zustehendes Nußbungsrecht EnesGet A: den gültigen Expropriations - Regeln erhalten möch n

der öffentlichen Sißung waren die Sectionen N urs

bahn - Gese beschäftigt, welches in der nächsten Wo

quswártigen Blättern mit großer Heftigkeit.

müssen, sobald - dem Oi

raihung fommen soll. Wenn die Kammer mit diesem und dem Geses über das Haarlemer Meer fertig seyn wird, werden ihre Arbeiten beendigt seyn, und wahrscheinli<h die Sißungen geschlossen werden. z

‘Hriefe aus Java vom 9. Dezember melden, daß Tankoe mam von Bonjol, der bekannte Häuptling, welcher diesen Plaß so hartnäcig gegen unsere Truppen vertheidigt hat, von Hadang én Batavia angekommen war. Man glaubte, daß er von dort nach einer der Molukkischen Inseln abgehen werde. Nor der Einnahme von Bonjol stand dieses Oberhaupt bei sei- uen Landéleuten in hohem Ansehen ; sie sahen in ihm sogar ein esen höherer Abkunst und fanden eine Bestätigung dieser An- sicht in seinem ungewöhnlich langen Bart, welcher buchstäblich his an den Fußboden reichte, und den er meistentheils wie ein Fuch um den Hals geschlungen trug. Nach der Einnahme der Stadt aber wurde er von den Seinigen verlassen, und irrte lange Zeit slüchtig in den Wäldern umher, bis er sich den Hol- (udern ergab.

Deutschland.

Hannover, 29. März. Die politischen Verhältnisse Han- novers geben der hiesigen Zeitung zu nachstehenden Be- trahtungen Anlaß: ¡Uls Se. Majestät der König nach der ilebernahme der Regierung des Landes erklärt hatte, das er die Gültigkeit des Staats-Grundgeseßes von 1833 nicht aner- fenne, rief diese Maßregel, wie jede andere, durch welche wich- tige bestehende Einrichtungen abgeändet werden, auc entgegen- gesehte Ansichten und Wünsche hervor. Diese Opposition war in unserem Lande, wie auch die weitere Entwickelung gezeigt hat, nicht sehr bedeutend. Man war zu allgemein überzeugt, daß der König stets nur Gerechtigkeit wolle, und, welche Maß- regeln er auch ergreife, nur von der Liebe zu seinem Volke ge- leitet werde. Dagegen äußerte sich die Opposition in einigen Man hätte fast glauben sollen, das Ausland sey bei diesen Maßregeln mehr betheiligt, als wir selbst. Es kam dies aber daher, daß, wenig- stens bis zu den Vorfällen in Köln, kein anderes Ereigniß die politische Welt gerade in Anspruch nahm; und daß, weil die Verfassung von 1833 in Folge der Aufregung der Juli - Revo- lution durchgeseßt worden war, durch diese Nichtanerkennung die faum eingeschlummerte Aufregung neue Nahrung erhielt. Es if nicht ohne Interesse zu überbli>ken, wie diese Opposition der auswärtigen Blätter stets eine Hoffnung nach der anderen er- haschte, und wie ihr dieseibe doch jedesmal wieder unter den Hän- den verschwand. Jhre erste Hoffnung seite sie auf das Land im Ganzen. Nach ihren Aeußerungen sollte bald nah dem Bekanntwerden der Nichtanerkennung des Grundgeseßzes von 1833 im Lande die größte Aufregung herrschen, überall spreche man sich daselbst gegen die Regierung aus. Was ist aber geschehen? Das Land is ganz ruhig geblieben, und der Kd- nig wurde úberall mit der Liebe eines treuen Volkes empfan-

| gen, welches sich freute, nah einem Jahrhunderte einen eigenen

Fürsten in seiner Mitte zu besisen. So war diese erste Täu- schung verschwunden. Die Opposition richtete daher ihre weite Hoffnung auf die Huldigung. Bis dahin sey eigentlich feine Veranlassung gewesen, seine Meinung auszusprechen ; aber wenn der Huldigungs-Eid geleistet werden solle, so würden sich die wahren Ansichten des Landes schon zeigen. Und was ist geschehen? Der Huldigungs-Eid if im ganzen Lande von allen Königlichen Dienern geleistet worden, und von den vielen dch gebildeten und ehrenwerthen Männern, welche ihn abzu-

egen hatten, haben nur 7 Lehrer der Universität sih gegen | denselben erklärt. So verschwand auch diese zweite Täuschung.

tun beruhte die dritte Hoffnung auf den Wählern. Den Huldi- ungs-Cid hätten nur die Königlichen Diener zu lcisten, und diese wären in ihren Verhältnissen stets abhängig ; dagegen die Wähler seyen die unabhängigen Männer des Landes. Wenn iese von der Regierung berufen würden, dann werde si ein passiver Widerstand äußern, und es würden gar keine Wahlen u Stande kommen. Was is aber geschehen? Die Wahl- Cotporationen fast des ganzen Landes haben gewählt; die all- emeine Stände-Versammlung ist völlig zu Stande gekommen. Dar fehlen in der zweiten Kammer mehrere Mitglieder; allein der Grund liegt bei ven meisten nicht darin, daß die Wähler ich der Wahl geweigert hätten, sondern darin, daß sie den Lahlen Vorbehalte zufügten, die das Ministerium anzuerken- ien nicht fär gut fand. Damit war also auch diese dritte Hoff- fung vers{<wunden. Jet blieb als vierte Hoffnung noch die tände - Versammlung selbst. Die Wahlen seyen nur vorge- ommen worden, damit das Land ein geseßlihes Organ habe, ic) auszusprechen. Die Kammern würden gewiß nichts thun, ils sich für infompetent erklären, und die Herstellung des taats - Grundgesezes von 1833 verlangen. Was isi aber eschehen? Die beiden Kammern haben durch ihren Zu- ammentritt sowohl, als durch ihre bisherigen Verhandlungen ndirekt anerkannt, daß sie sich fr kompetent ansehen; die

[ste Kammer hat die Berathung des neuen Verfassungs - Ent-

urses begonnen, und die zweite Kammer bercits eine Kom- ission zu diesem Zwecke ernannt. So war also auch diese pierte Tôuschung verschwunden. In den neuesten Zeitungen vird nun wieder die Nachricht verbreitet, daß einige Wahl- -orporationen, namentlich die von Hildeësheim und Osnabrück ih mit Beschwerden an den Deutschen Bundestag gewendet hätten. Wir wissen hier nichts davon, daß die Magistrate die- er Städte einen solchen Schritt gethan haben ; auf jeden Fall alten wir die Nachricht für unrichtig, nicht allein aus dem

runde, daß Jedem, der die Verhältnisse erwägt, klar wird vie jene Maßregel keinen Erfolg haben kann, sondern aus dem feferen Grunde, daß die Wahl-Corporationen jener Scädte zu vielen <t Hannoverschen Sinn besißen, als daß sie bei unseren inneren

P istigkeiten Fremde anrufen sollten, selbst wenn diese zur Ein-

ishung berechtige wären. So wenig irgend eine Familie bei freitigkeiten in ihrem Jnneren die Einmischung eines Richters inrufen mag, so wenig glauben wir, daß einige vereinzelte Wahl- E E unseres Landes wegen ihres vermeintlichen Rechtes N Q eigene Rechnung an den Bundestag wenden, und alle e Spaltungen über das Land herbeiführen wollten, die ein

her Schritt, selbs dann, wenn er mit Fug und Recht unter-

ommen werden könnte, unausbleiblich nach si< ziehen müßte. e bosition hat sich auch hierin getäuscht. So sind also E! S dossnungen, welche sie erst von dem Lande, dann von E faatsdienern, dann von den Wählern, dann von der L nde - Versammlung Und endlich von dem Bundestage zu E Gunsten sih versprach, verschwunden. Nachdem der Kd- P as Staats - Grund - Geseß von 1833 fär ungültig erklärt Pte: sind, vielmehr die Stände von 1819 vom Lande erwählt E Qn sind zusammengetreten, und beschäftigen sich bereits mit ¿ Ga des neuen Verfassungs-Entwurfs. Jeder, welcher aa i dem Wohle des Fürsten und des Landes redlich meint,

vit dieser Entwickelung der streitigen Frage nur zufrieden

Di)

seyn. Nachdem der König einmal förmlich das Staats-Grund- Geseß von 1833, als seine Rechte beeinträchtigend, für un- verbindlich erklärt hatte, war es das Zweckmäßigste, daß Ver- treter des Landes, Organe des Volkes zusammentraten, um über diesen Gegenstand zu berathen und ein Verhältniß zwischen Fürst und Land herzustellen, in dem Jeder seine Rechte für ge- sichert hält. Ohne dieses Zusammentreten der Stände wären die größten Nachtheile zu befürchten gewesen, und wäre eine Spaltung, die zum Heile des Landes so schnell als möglich been- det werden muß, auf lange Zeit hinaus ausgedehnt worden. Wir haben dabei nur zu bedauern, daß an dieser Versammlung der Stände die Vertreter mehrerer Wahl - Corporationen, na- mentlich E großen Städte- des Landes, keinen Antheil nehmen. er Grund davon soll in formellen Verhält- nissen licgen. Da die Abwesenheit dieser Vertreter we- der den faktischen, no<h den rechtlichen Bestand der jebi- gen Stände- Versammlung ändern kann; da die Verhandlun- gen, wie die That zeigt, au<h ohne sie ihren Fortgang ha- ben; und da durch dieses Ausbleiben der Regierung und dem Lande nur die Einsichten und Kenntnisse derselben entzo- gen werden; so wäre sehr zu wünschen, daß die Deputirten jener Corporationen einträten, damit die wichtigen Verhandlun- gen der jeßigen Versammlung, und namentlich die Berathung des neuen Verfassungs - Entwurfes , nicht ohne die Theilnahme der großen Städte des Landes stattfinde. Die Verhältnisse der jeßigen allgemeinen Stände-Versammlung sind allerdings {wie- rig; allein das Wohl des Landes hängt nicht an den vereinzel- ten Bestimmungen einer Verfassung, die nur der eine Theil für zwe>mäßig hält, wohl aber an der Bewahrung des Rech- tes und an der Erhaltung eines vertrauensvollen Einverständ-

nisses zwischen dem Könige und seinem Lande.“

Augsburg, 30. März. (Allg. Ztg.) Nach einem Schreiben aus Alexandrien vom 4. März war Herzog Max von Bayern in Kahira auf's freundlihste von Mehmed Ali empfangen worden, und hatte am 1. März seine Reise nach Ober-Aegypten fortgeseßt. Von der aus Triest in alle Deut- schen Blätter verbreiteten Nachricht vom Tode Jbrahim Pa- scha’s findet sich in den uns eben zukommenden Briefen aus Alexandrien und Kahira kein Wort. Sie ist also wohl so un- gegründet, als das neulich. verbreitete Gerucht von der Ein- nahme Gelendschicks durch die Tscherkessen.

Karlsruhe, 27. März. (Karlsr. Ztg.) Heute Mor- gen gegen 8 Uhr verschied plöblih, in Folge eines Schlagan- falles, der Großherzogl. Staats - Minister des Innern, Herr Ludwig Winter. Erst gestern noch hatte er, obwohl mit kdr- perlichen Leiden kämpfend , aus besonderem höôchstem Auftrage, die wegen Anlegung einer Eisenbahn dur<h das Großherzog- thum außerordentlicher Weise einberufene Stände-Versammlung geschlossen, und zu beiden Kammern Worte des Vertrauens und der Anerkennung gesprochen, die unter den Bewohnern des Großher- zogthums noch lange wiederklingen werden. Herr Staats- Minister Winter stand in noch kräftigem Mannesalter , in sei- nem 6lsten. Lebensjahre, und hinterläßt einer tieftrauernden Familie den von seinem Fürsten und seinem Vaterlande aner- kannten und geehrten Ruf eines überaus thätigen, geschickten und patriotischen Staats- und Geschäftsmannes und eines der humansten, . uneigennüßigsten Biedermänner. Die Reinheit seines Willens und Strebens, die Treue und Offenheit seines Charakters, die sich in allen Wechselfällen der Zeit bewährten, sichern ihm ein langes und ehrenvolles Andenken.

Ludwig Winter wurde 1777 zu Prachthal in der Alt-Mark- grafschaft geboren, als der Sohn eines Pfarrers. Göttingen bildete ihn zum Rechtsgelehrten. Von den ersten Jahren dieses Jahrhunderts an trat er in den Staatsdienst seines Vater- landes, in welchem er, von Stufe zu Stufe steigend, 1815 in das Ministerium des Jnnern, zuerst als Ministerialrath, dann 1818 als Geheim-Referendar trat.

Frankfurt a. M., 29. März. Jn der leßteren Zeit hatte sich hier wieder das auch in die dffentlichen Blätter übergegangene Gerücht von der Nt Aufldsung der Bundes-Central-Kommission verbreitet. o viel wir aber wis- sen, hat diese hohe Untersuchungs - Behörde ihre Arbeiten noch nicht beendigt, und das obige Gerücht dürfte immer noch als voreilig bezeichnet werden. Erfreulicher Weise ist in unserer Stadt, welche so viele. nachtheilige Folgen unbesonnener Auf- regung zu beklagen hat, eine vollkommene Beschwichtigung der Gemüther eingetreten, und es dürfte nur noch wenige geben, welche hier nicht aufrichtig eine dauernde Befestigung der Ruhe wünschten. Auch die Hannoversche Angelegenheit wird hier nicht mehr so lebhaft besprochen, als anfangs, und selbst das

Gerücht, daß die Stadt Osnabrúck ihre Beschwerden vor die

Bundes - Versammlung gebracht, wurde nur vorübergehend er- wähnt. Lebhafter beschäftigt man sich jebt bei uns mit der bevor- stehenden Ofter-Messe. Die Buden sind fast alle aufgeschlagen, die Laden und Gewölbe werden für die Meßwaaren geräumt, viele Megß-Fremden sind schon eingetroffen, und nach Allem, was man vernimmt, is ein recht lebhafter A zu erwar- ten. An Waaren wird es wenigstens nicht fehlen, denn damit dürfte unsere Messe wieder, so zu sagen, überschwemmt werden. Dahingegen läßt sich aber auch erfreulicherweise be- richten, daß eine große Anzahl Einkäufer zum Besuche unserer Messe sich schon angemeldet, und daß überhaupt dieselbe mehr und mehr wieder jene bedeutende Stelle im Handelsleben ein- nimmt, welche sie vor dem Aufschwung der Offenbacher Messe behauptete. Lt gewahrt man in unserer Stadt, wohin man blickt, den günstigsten Einfluß des Zollanschlusses auf un- ser materielles Wohl; daß ein oder der andere Handelszweig bei uns weniger zufrieden seyn mag, kann nicht in Berücksich- tigung kommen, da eine allgemeine Zufriedenheit mit den neuen Handelsverhältnissen vorherrscht. Der Wohlstand unserer Stadt wird aber auch durch den no<h immer steigenden Werth des Age Quns ehoben. Die frühere Eigenthümerin des jeßigen Thurn und Taxisschen Palais (ehemals „Rothe Haus“‘) auf der Zeil, hat sich, sicherm Vernehmen nach, auch in unserer Stadt wieder angekauft und wird auf dem erkauften Grund- stü>® ein Palais erbauen lassen.

__ Die Si6ungen der Bundes-Versammlung werden durch die Osterferien nur eine kurze Unterbrechung erleiden, und wahr- scheinlich trifft na<h Ostern Herr Graf von Mänch-Bellinghau- sen aus Wien hier ein.

Se. Königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen, Hdchstwel- cher unt in Hanau anwesend ist, besucht dfters unsere Stadt.

[ußer dem großen Sängerfeste in diesem Sommer steht uns auch im Mai ein außerordentlicher musikalischer Genuß be- vor. Es wird nämlich von ses hundert Personen ein großes Oratorium zur Gedächtnißfeier des Ferdinand Ries in der St. Katharinenkirche aufgeführt werden.

Die Mauerarbeiten sollen anfangs dieser Woche an der Taunus - Eisenbahn gonnen haben; bei der nassen Witte- rung und dem hohen Wasserstande dürfte sie aber vorerst we-

- streit stattgefunden, der zu einem Circular an das h

nig u befördern scyn. Der Schwindel im Actienhandel scheint glü>licherweise hier ganz erloschen zu seyn.

Oesterreich.

_— Vien, 28. März. Nach amtlichen Berichten sind bei der leßten großen Uebershwemmung in Pesth nur 1146 Hôäuser unversehrt geblieben, 827 Häuser sind stark beschädigt worden , 2281 sind eingestürzt und von 327 Gebäuden fanden sich nur noch die äußeren Mauern. Jn Gran sind in Folge dieses schre>lichen Ereignisses 614 Häuser zulammtngesierat und 89 wurden beschädigt. Jn dem Marktfle>en Pärkäny sind 154 Häuser zum Theil und 14 ganz, in Nará 47 Häuser zum Theil und 2 ganz zusammengestürzt, und das Dorf Kakva ist von Grund aus zerstört worden. Der Verlust an Menschenleben in Pesth und Ofen allein wird nun auf etwa 1200 angegeben.

Die Erzherzogin Sophie hat dem Herrn Moraweß, Be- siber eines neuen Bade-Etablissements , die Erlaubniß ertheilt, das Bad „Sophien-Bad““ nennen zu dürfen. Des Besitzers Sorgfalt für das go der Anstalt geht so weit, daß derselbe einen jungen Arzt dabei angestellt hat. Die Zweckmäßigkeit, pot “ge und prächtige Einrichtung derselben wird sehr gerühmt.

Der Nürnberger Korrespondent schreibt aus Wien vom 25. März: „Man erinnert si< jener wiederholten Vorfälle zwischen einem Französischen Dampfboot und jenem des Oesterreichischen Lloyd, die von Umständen begleitet waren, daß die ôffentlihe Meinung fast ungetheilt eine prämeditirte Gewaltthätigkeit Französischer Seits darin wahrzunehmen cten. Die Verhandlungen hierüber im diplomatischen Wege dauern noch fort, und haben in Beziehung auf den Thatbestand eine Wendung genommen, die, indem sie das zugefügte Unrecht an- erkennt, die mildeste Seite der Straffälligkeit der Franzdsischen Capitains herauskehrt. Wie man nämlich erfährt, soll die ge- ivaltthätige Handlung „als verübt im Zustande der Trunkenheit“ herausgestellt worden seyn.“

Schweiz.

Bern, 21. März. Die Freude, dem Nachdrucke ín der Schweiz das Handwerk gelegt zu sehen, war wohl etwas zu voreilig. Nicht nur findet derselbe nach wie vor einen Zufluchts-

ort in Basel-Landschaft, sondern man geht dort sogar damit um,

der Cottaschen Buchhandlung die ertheilte Konzession unter ir-

end einem Vorwande wiedec abzunehmen, oder wenigstens die- felbe nicht wieder zu erneuern. Ohne nachdrückliche Vermitte? lung der benachbarten Schweizer - Regierungen is wohl kaum etwas zu hoffen.

Luzern, 23. März. Der Kanzler Amrhyn hat jest die

Herausgabe der Aktenstücke beendet, welche si< auf eine der

folgereihsten Epochen der Schweizergeschichte beziehen. Diesel- ben umfassen die ganze Dauer der sogenannten langen Tag- sabung, in welcher es den reactionairen Tendenzen gelang, si< wieder fester zu begründen. Von besonderem Interesse {ol- len die Noten und Zuschriften der Gesandten einiger großen Mächte seyn.

Man berichtet aus Glarus, daß der Bischof Bosfi den katholischen Geistlichen verboten E an der Nâäfelser Fahrt Theil fl nehmen, weil ein protestantischer Pfarrer auf derselben eine Rede halten würde.

Italten.

Turin, 16. Márz. (Allg. Ztg.) Es hat ein Etikette- ier accre- ditirte diplomatische Corps Veranlassung gab. Die Sache is an sich unbedeutend, kann aber eine ernstlihe Wendung nehmen, je nachdem ein oder der andere Hof darüber urtheilt. Der- gleichen Streitigkeiten gehören zu dem Unangenehmsten, weil sle meistens dur<h Persdnlichkeiten hervorgerufen werden. Die- sesmal berührt die Sache vorzugsweise den Franzdsischen Ge- sandten. Jn Genua, wo seit einiger Zeit der Handel ganz dar: nieder lag, herrscht wieder viel Leben. Die Verbindungen mit Spanien werden so viel als möglich regelmäßig unterhalten, und ein Austausch von Produkten aller Art findet mit jenem Lande statt. Die Spekulation, welche sh hauptsächlih auf Kriegsbedürfnisse geworfen hatte, richtet ihr Augenmerk nun auch auf Kolonial- und andere Waaren, die in großen Massen nach Spanien eingeshmuggelt werden. Die Engländer haben in der lebten Zeit den nördlichen Theil Spaniens damit ver- sehen, allein durh die Anarchie, die daselbst herrscht, wird ih- nen der Absa6 erschwert. Von hier aus wird nun aber Bar- celona damit übers<hwemmt, und eine Art Entrepot , besonders N Kolonialwaaren, daselbst errichtet. Jn der Sardinischen [rmee werden viele Veränderungen und Reductionen vorge- nommen werden, um Ersparungen bei dem Militair-Budget zu erlangen, das die Kräfte des Landes fast erschöpft. Die Ci- senbahn-Unternehmungen finden auch hier Anklang. Man will nach verschiedenen Richtungen solche Bahnen anlegen, besonders von hier nah Genua.

Rom, 22. März. Die außerordentliche Gesundheits-Kom- mission veröffentlicht jeßt die Zahl der als Opfer der Cholera Gestorben-n. Die Zahl der Erkrankten betrug 9372, von de- nen 5419 gestorben sind.

Aus Neapel wird vom 12. März berichtet, daß der Kbö- nig das {dne Wetter ans habe, um auf dem Dampfschiffe eine Küstenfahrt auf einige Tage zu unternehmen.

Die Straßen - Räuberei nimnt in Neapel sehr áberhand, und wenn nicht die Polizei ihre Wachsamkeit verdoppelt, so ijt Niemand selbst in der Hauptstade medr sicher. Vier in kurzer Zeit nach einander verübte Mordthaten machen großes Aufsehen. Die Spibßbuben begnügen fich nicht mehr, ihre Opfer zu berau- ben; sie ermorden sie, um ihrer Beute desto gewisser zu seyn. Sie bewaffnen sih nicht bloß mit Dolchen, sondern mit Pisto- len, was freilih in einer Stadt, wie Neapel, wo das Schießen in den Straßen Jahr aus Jahr ein etwas ganz Allgemeines ist, nicht so auffällt. Es gelang der Polizei, mehrere so bewaff- nete Individuen zu verhaften. Das Elend im Lande is groß a zun Theil noch Folge der mehrjährigen Abwesenheit von remden.

S panéen.

Madrid, 19. März. Der General Seoane hat ange- jeigt, daß er in der morgenden Sibung einige Fragen über die ngelegenheiten des Krieges an die Minister richten werde.

Die Blätter der Bewegungs-Partei melden, daß das Ayun- tamiento von Madrid in einer außerordentlichen Versammlung am 17. beschlossen habe, die vor einiger Zeit an die Minister erlassene Adresse zu erneuern, worin sie dieselben auffordern, die Hauptstadt mit Lebensmitteln und Munition zu versehen, und, falls keine Maßregeln in dieser Ug ergriffen wür- den, das Publikum durch ein Manifest von dem Eifer des

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