1838 / 132 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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er? eine cinzige diesec Gewalten beson! wörden; zweien an-

eseß anzunehmen oder zu verwerfen. Jedes Vergessen dieser Grundsáte, jede moralische Gewaltthätigkeit würde eine Beleidigung gegen die Majestät

dern steht noch volle Macht zu, das

unserer Verfassung seyn.“/

Der Temps will wissen , ein großer Theil der Depu- tirten habe beshlossen, das Budget nicht eher zu bewilligen, bis das Renten - Reductions - Geseh auf offizielle Weise durch

den Moniteur publizirt worden sey.

Mehrere. Journale hatten das Gerücht verbreitet, daß der Graf Molé am Sonnabend früh seine Entlassung eingereicht gehabt, und daß der König die Annahme derselben verweigert hätte. Das Journal des Paris widerspricht diesem Ge-

richte auf das Bestimmteste.

Als man einen Wikling fragte, was er dazu sage, daß die Minister nach der Niederlage in der Deputirten - Kammer ihre Stellen nicht niederlegten, erwiederte er: „Ich schließe daraus,

daß die parlamentarische Todesstrafe abgescha}t worden ist.“

Während im Westen, Norden und Osten Frankreichs die Festlichkeiten am Namenstage des Königs durch rauhes und regnigtes Wetter gestört wurden, hatte man in Bordeaux und in anderen Städten des Südens an demselben Tage das schdnste

ÆWetter und den hellsten Sonnenschein.

Der Lord Seymour” hat an dem gestrigen ersten Tage der Wettrennen, wie sich voraussehen ließ, sämmtliche Preise ge-

wonnen.

Das Benefiz der Dlles. Elsler hat über 30,000 Fr. einge- tragen; aber die lebenden Bilder \{cheinen dem Französischen

Publikum nicht sehr zugesagt zu haben. Die Regierung Fol

Paula und sciner Familie in Bayonne erhalten haben.

Im Journal du Commerce lies man: „Das Spa- nische Ministerium fährt noch immer fort, mit Herrn Aguado wegen der Anleihe von 500 Millionen Realen zu unterhandeln. Es hat jeßt den Herrn Marliani abgesandt, der der Ueberbrin-

Traktats is, welchem nür- noch ‘die Unterschrift des genannten Banquiers fehlt. Herr Aguado hatte einen Beweis von Klugheit gegeben, indem er sich von dieser Sache zurückzog. Sein Name konnte in der That an den Börsen von Paris und London nicht wieder erscheinen, ohne Mißtrauen und Murren zu erregen. Man wärde sich augenblicklich sowohl des Ursprun- ges seines ungeheuren Vermögens, als des damit verbundenen Unterganges der Besiser Spanischer Papiere erinnert haben. Herr Aguado scheint allerdings auf den-Beistand der Regierung gerechnet zu haben. Die ministeriellen Journale sollten ihm geöffnet und ‘in denselben séiné Anleihe gepriesen wer- den. Wer steht aber Herrn Aguado für die Erfällung so s{döner Versprechungen? Wenn das Kabinet der Tui- lerieen Spanien hätte rétten wollen, so würde és längst gerettet seyn. Das Kabinet hätte "ihm längst Menschen oder Geld ge-

ger cines

ben können und kann es noch. Auf welche Weise aber hat es sein Wohlwollen an den Tag gelegt? Jn der Polítik sprechen Thatsachen laüter als Worte Und stets muß man in den That- sachen das Geheimniß déx Gedanken suchèn. Die Französische Politik hat Spanien alles verweigert; sie hat sich selbst gewei- gert, England zu unterstüken, und es ist Wr sogar gelungen, diesem Lande ‘einen Widerwillen gegen die Spanischen Angele- genheiten einzufldßen. Auch jest ist es .der Zweck des Franzd- sischen Ministeriums, die Spanische Anleihe scheitern zu machen, und în den Hônden ‘dés Herrn Aguado wird sie gewiß schei- tern; die Bitrschrift der Inhaber Spanischer Fonds die Kammern ist der beste Beweis dafür. Wir werden dieselbe

nächstens mittheilen und man wird sehen, was sie für eine

Sprache führen.“

Das Mémorial Bordelaís meldet, nah einem Schrei-

ben aus Madrid, daß die Reise des Grafen von Toreno nach Yaris nur so lange aufgeschobèn sey, bis man Nachrichten von Herrn Marliani erhalten habe, der bekanntlih zur Anknüpfung neuer Unterhandlungen in Bezug auf eine Anleihe nah" Paris gesandt wurde.

An der heutigen Börse stieg die Franzdsische 5 proc. Rente troß der Annahme des Konversions-Gesetzes. Man schmeielt sich mit der Hoffnung , dié Pairs - Kammer werde den Gesebz- Entwurf entschieden zurückweisen, und die Frage daher bis zum nächsten Jahre ver|hoben werden. Die Bestätigung des Sie- ges úber Negri hat auf ‘die Course der Spanischen Papiere feinen Einfluß geäußert.

Großbritanien und Jrland.

Parlaménts- Verhandlungen. Oberhaus. Siz- zung vom 4. Mai. er Marquis von Londonderry wünschte zu wissen, was die Regierung zu Gunsten der armen aus Spanien zurückgekehrten Legionairs zu thun Willens sey, deren Forderungen sich jest auf 300,000 Pfd. beliefen und de- nen der hiesige Spanischè Gesandte kein Gehör schenken wolle. Lord Melbourne beschränkte sich aber auf die ganz allgemeine Antwort, daß die Regierung sich aus allen Kräften bemühen werde, eine baldige Berichtigung jener Forderungen zu Stande zu bringen. Graf Wicklow überreichte mehrere Bittschriften aus Jrland, in denen das Haus ersucht wird, keine Maßregel zu genehmigen, durch welche die Unterstüßung auf arbeitsfähige Arme ausgedehnt würde. Eine andere von ihm vorgelegte Petition war direkt gegen die vom Unterhause angenom- mene Jrländische Armen - Bill gerichtet, namentlich gegen die Errichtung von Arbeitshäusern, weil solche Anstalten fúr die an keinen Zwang gewdöhnte Jrländische Bevdölkecung durchaus nicht päßten, und gegen die den Armen: Kommissarien zu verleihende Gewalt, weil dieselbe viel zu umfassend sey. „Jch glaube“‘’, sagte der Graf, es werden aus allen*Gktafschaften, aus allen Gegenden Jrland's ‘ähnliche Bittschriften einlaufen, dénn {ch fann mich keiner Maßregel erinnern, gegen die‘alle Klassen so eingenommen gewesen wären, wie gegen diese Armen-Bill. Und doch sind alle Einwohnerklassen des vereinigten Königreichs der Ansicht, daß die Zeit gekommen sey, wo für die Jrländischen Armen irgendwie von Seiten der Geseßgebung gesorgt werden músse; ih glaube daher, daß dies Haus jène Maßregel nicht wicd verwerfen dücfen, ohne dem Parlament eine andere zur Erwägung anzuempfehlen. Jch für mein Theil weiß aber feine andere Maßregel vorzuschlagen, denn je mehr ¿h mich mit dem Gegenstande beschäftigt habe, desto s{wie- riger finde ich ihn; ich werde mich daher auch ‘der uns vortjegenden Bill bei der zweiten Lesung nicht widekseßen, in der Hoffnung, daß sie im Ausschusse noch manche Verbesserun- gen wied erhalten können.// Der Marquis von Clanricarde dagegen, der zur Whig-Partei gehört, erklärte, daß er gegen die Bill immen werde. Mit ihm úbereinstimmend sprach sich der Marquis von Londonderry aus, der zugleich sein Er- faunen darüber fund gab, daß das Ministerium, da es doch in jeder anderen Jrländischen Angelegenheit dem Nathe O’Con-

heute auf telegraphishem Wege die Nachricht von der Ankunft des Junfanten Don Francisco de

war--dreist genug, Se. Königliche wollen „daß er sich erbot, künftig bei allen Angelegenheiten im ZOOE ganz nah dem Willen des Herzogs zu stimmén.

Pry

| nell's folge, hier gegen dessen Ansicht Handle. Viscount Lorton : den Premier - Minister die Fräge, ob die

Regierung das Geseß, wonach ein“ Jeder, der sich unrecht- mäßig einen firchlichen Titel anwaße, zu einer Geld- strafe von 100.Pfd. verurtheilt werden solle, gegen den katho- lischen Prälaten Dr, Maë Hale in Anwendung zu bringen ge- leunen sey, der sih in gewissen Briefen, die er gegen das in tinister des

Innern geschrieben, den Titel eines Erzbischofs von Tuam an- gemaßt habe, indem er sich John Tuam unterzeihne. Die Ant- wort Lord Melbourne's, daß die Regierung es aus mehre- ren Gränden, die er hier nicht aUseinanderseten könne, ange- messen gesunden habe , keine gerichtliche Verfolgung auf Grund jenes Geseßes gegen “den genannten Prälaten einzuleiten, zog dem Minister einige heftige Vorwürfe von Seiten der Grafen Wicklow und Winchilsea zu, die in dem Benehmen ‘der. Minister eine Aufmun- terung der Katholiken zu gescßwidrigen Handlungen er- blicken wollten; der Herzog von: Wellington aber verthei- digte Lord 'Melbourne's Ansicht von der Sache, indem er be- merkte, daß es allerdings nicht angemessen scyn würde, eine ge- richtlihe Verfolgung einzuleiten, wenn man nicht ganz gewiß úberzeugt sey, vaß die Unterschrift, deren sich der genannte Prä- lat bedient habe, eine Verurtheilurig desselben, auf Grund der

richtete hierauf a

kland eingeführte Unterrichts System an den

katholischen“ Emancipations-Akte, zur Folge haben würde.

London, 5. Mai. Jhre Majestät die Königin ertheilte gestern dem Fürsten Esterhazy eine Audienz; auch die Tochter desselben, die Gräfin Chorinsky, wurde von Jhrer Majestät

empfangen.

Die Unumstößlichkeit der Ansprüche des Königs von Han- nover auf die fernere Erhebung seiner Britischen Apanage wird vom Standard noch durch folgende Bemerkungen bekräftigt: ¡„Seorg Il. war geseblicher Erbe bedeutender erblicher Reve- núen. Diese Einkünfte kaufte ihm der Sraat vermittelst eines für das Publikum höchst vortheilhasten Händels unter der Be- dingung ab, daß für den König und seize- Familie durch eine Civilliste in angemessener Weise gesorgt wérden solle. Ein Theil des“ solchergestalt dem Könige von England gegebenen Aequiva- lents ist das Jahrgeld fár den König von Hannover. Diese Annuität hätte der le6tere Monarch an dem Tage, wo sie ihm durch das Geseh gesichert wurde, verkaufen, er hätte den Werth derselben in Landbesi6 daheim oder im Auslande oder auch in Britische oder fremde Fonds umtauschen können. Wie kann man daher behaupten wollen, daß diese Annuität wie ein gewdhnliches

Gehalt zu betrachten sey, der einzige Gruñd, ¡worauf Herrn

Hume's abgeschmacfter Vorschlag sich stüßte? Man :weiß übri- gens recht gut, wovon die Feindseligkeit des Herrn Hume ge-

en den Herzog von Cumberland herrührt. Er wollte gern die Johnstonesche Familie, deren minorenner Erbe unter deë Vormund-

schaft Sr. Königl. Hoheit stand, und die nach dem damaligen Wahl --Systeme über den Parlamentssi6 für Weymuth zu vér-

fügen- hatte, für immer dieses Sißes berauben und bedurfte

dázu nur der Wilifährigkeit des N von O Er oheit dadurch bestehen zu

er véchtliche hochherzige Prinz begegnete diesem gehäßsigen

Vorschlag, wie es sich gebührte, er warf den Proponentent zur Thúr hinaus. Von dem Tage an war der Herzog von’ Cum- berland und König von Hannover das beständige Ziel von Hétrn Humé's- Angriffen und Verleumdungen.“/

Lord: Melbourne hat seinem Privat-Secretair, Herrn San-

son, ein:Arat als Zoll - Kommissar verschafft, was den Stan-

dard zu“der Bemerkung veranlaßt, dies sehe fast aus, als ob der Premier-Minister scin Haus bestelle. Graf von Belfast ist zum Vice-Kammerherrn des Königli-

hen Haushalts ernannt worden.

Der Englische Gesandte in Lissabon, Lord Howard de Wal-

den, wird dieser Tage hier eintreffen und erst nach der Kèd- nung wieder auf seinen Posten zurückkehren.

Die'Dppositions:-Blätter sind sehr erfreut darüber, -daß end-

lih dem Dienst von Engländern in dem Spanischen Bürger- kriege durch die Aufhebung ‘der Erlaubniß zu Anwerbungen ein Ende gemacht sey, denn ‘die Ausnahmen, welche die Regie- rung, nach Lord Melbourne’s Erklärung, für einzelne Jndivi- duen noch zulassen will, halten jene Blätter für! unbedeutend, da sich schwerlich noch Viele finden dürften, die so thdricht seyn würden, um eine solche Erlaubniß nachzusuchen, und diejenigen, die diés etwa noch thten, jedenfalls als Uunsinnige Abenteurer B bétrachten ‘wären, denen eine civilisirte Nation mit Freuden

alet sagen fönne. Der Morning Herald, der die Zahl

der von den 15,000-Mann der Britischen ‘Legion durch das Schwert, durch Krankheiten oder Hungersnoth Umgekommenen auf: 10,000 angiebt, bemerkt übrigens, daß man die Nicht-Er- neuerung der Suspension des Verbots. von Anwerbungen ‘für fremden Dienst weder dem Parlament noch der Presse zu ver- danken habe, sondern nur der Unmöglichkeit, eine neue Legion zu Stande zu bringen, da sich in England Niemand mehr finde, der sich der Spanischen Treulosigkeit: zum Opfer hingeben möchte.

Der Irländische Central - Registrirungs - Verein, der in

Dublin von O'Connell organisirt worden, hat nach dessen Ab- reise am Montage seine erste wdchentliche Versammlung gehal- ten, in welcher mehrere Jrländische Parlaments-Mitglieder, die Herren Maule, Hume, Yates, Reddington , Evans, Somers und Archbold , und drei katholische Geistliche in denselben -auf- genommen wurden. Jedes dieser Mitglieder steuerte 5 Pfund, Herr Archbold allein 25 Pfund zu dem Fonds des Vereins bei, den die Tories bekanntlich als eine neue katholische Asso- ciation betrachten.

Kürzlich wurde in Dublin ein Pair, Graf Roscommon,

zu einer polizeilichen Strafe von 5 Shilling verurtheilt, weil er auf öffentlicher Straße so betrunken gewesen, daß er sich nicht“ mehr hatte aufceht halten können. Am andern Tage, als er von dem Friedensrichter verhdrt wurde, wollte er seinen Hut nicht abnehmen , indem er auf das Privilegium als Pair Änspruch zu haben glaubte. Ein Konstabler mußte ihm daher den Hut mit Gewalt vom Kopfe reißen. Als der Verurtheilte fich entfernte, rief er dem Friedensrichter noch einmal zu: „Sie sollen von mir hören; ich werde Sie über mein Privilegium belehren.’ Der Friedensrichter antwortete darauf: „Wenn Sie noch ein Wort sprechen, so werde ih Sie verhaften lassen; nehmen Sie sih in Acht.‘

Dem Vernehmen nach, hat die Regierung zu den Kosten

des Niederreißens der Bank-Trümmer 200,000 Pfd. beigetra- gen und zum Bau einer neuen Börse 150,000 Pfd. bewilligt.

Die Britische und auswärtige Bibel-Gesellschaft, welhe am

2ten d. ihre Zahres-Versammlung hielt, hat im vorigen Jahre eine Einnahme von 97,237 Pfund gehabt und 590,398 Bibeln

vertheile. Die Gesammtzahl der seit Stiftung dieses Vereins

von demfelben vertheilten Bibeln beläuft sich jeßt 10,888,043. 9 ' feft schon q

Das Typhus-Fieber hat im lebten Monat hier i unter der ärmeren Volks-Klasse sehr um sich gegriffen die Armen - Kommissarien sich veranlaßt gefunden habe Aerzte zur Angabe von Vorkehrungen breitung dieser Epidemie aufzufordern. aber, daß sie den Grund des- Uebels nicht in drtlichen U î den finden könnten, da es sich in den gesundesten und r en Theilen der Stadt eben #0 wie in den bevölkertsten Es wurde darauf von zder Ax Kommission beschlossen, in jedem Armen-Bezirk ein beso Hospital zur Aufnahme der Typhus-Kranken einzurichten,

Das andere große Dampfboot, welches zwischen En lan und den Vereinigten Staaten fahren soll, der „große Westy ist nun ebenfalls abgegangen und am 15. April auf seinem nah New - York unter 45° 40‘ Br. und 37°? 50‘ L Schiffe „Henry Brougham“ getroffen worden.

Die Chinesische Regierung hatte bekanntlich vor einigen), naten neue Verordnungen zur Unterdrückung des Opiumhandetl, lassen. Kaufleute, die an demselben Theil genommen, sollten y Canton vertrieben und die in diesem Handel beschäftigten Stj, in Beschlag genommen werden. von Peking. Aber troß dem is der Handel zu Lintin, so y in anderen viel nöôrdlicheren Häfen und zu Macçao, fortges worden; Tausende von Kisten sind die Bocca passirt, und ziemlich ansehnlihe Menge Opiums seinen Weg nah Whampoa und auf fremden Bdten nach Cy ton gefunden. Man hat daher neuerdings in Canton eine gti Anzahl von Schleichhändlern gefangen und ihre Böôte- in E schlag genoramen, und die Ortsbehörden haben sich in feierli Prozession nah dem Paradeplaß begeben, um die verbo Waare daselbst zu verbrennen. daß die Befehle der Regierun streng vollzogen worden sind. Im Gegentheil, es sollen gay Quantitäten , die angeblich der Vernichtung preisgegeben wy den, heimlich beiseit geschaft worden seyn. -„„Wer die Chinesy kennt“, sagen die in Canton erscheinenden Englischen Zeitu gen, „der glaubt auch nicht an die Verbrennung eines einzig Pfundes Opiums; vielmehr weiß man, daß die Regierungébhlt selbs diesen Handel am meisten getrieben haben.“ --

Belgien.

Brässel, 6. Mai. Die Repräsentanten- ihrer lesten Sibung den Bericht der Central-Section über die| Hiernach soll nunmehr die Regie: rung ermächtigt werden, ein Kapital von 37 Millionen Fr. y 4!/, pCt. Zinsen aufzunehmen. das Nominal-Kapital auch vermehrt werden. leihe sollen 10 Millionen zur Einlösung der umlaufenden U soriheine und das Uebrige zu den ferneren Kosten der Eisns| bahnen verwandt werden. N

Nächstens soll nunmehr die tägliche Postverbindung dur Dampfbôte zwischen Dover und Ostende zu Stande kommen, *

Gestern ereignete sich guf der Eisenbahn ein Vorfall, deß r ernste Folge hätte haben können. Der Uhr 35 Minuten Morgens von Ans abging, hatte di Strecke bis Coorbecê-Loo bei Lôwen glücklich zurückgelegt. Do fühlten die in fünf Wagen des Zuges sißenden Reisenden pldu lih eine sehr heftige Erschütterung, in Folge deren sie gegen einander geworfen wurden, während fie ein shreckliches Gef ráusch vernahmen. Endlich sprang einer der Wächter des Waf genzuges mit Lebensgefahr zur Erde, und gab denen bei dey: Maschine Beschäftigten ein Zeichen , still zu halten, was den Da bemerkte man denn, - daß di Die meista

en die weitere 'y ie Leßteren ert(z

chmußzigsten gezeigt habe.

So befahlen die Behüy

hat auf fremden Schif,

Dessenungeachtet zweifelt m in irgend einem Falle

Kammer hat inÞ neue Anleihe vernommen.

Bei geringerem Zinsfuße kan Von dieser An

Zug, welch

auch bewerkstelligt wurde. fúnf Wagen aus den Schienen gewichen waren. der Einsibenden kamen mit der Furcht davon, nur zwei od drei wurden leicht beschädigt.

Lättich, 6. Mai. Es giebt einige Blätter, die jesuitist genug sind, sogar die Existenz der Jesuiten in Abrede zu s len, wobei sie denn über die „Jesuiten - Riecher‘/ unserer Z1 spotten, welche sie mit denen von 1780 vergleichen. Zu dies Blättern gehört der „Courrier de la Meuse‘/ nicht, er ist vil mehr so aufrichtig, nicht bloß das Dáseyn der Jesuiten, sonde auch ihre fruchtbare Wirksamkeit ein was er in seinem neuesten Blatte zu i | „¡Denjenigen, die uns fragen, was denn die Jesuiten eigentli orurtheile, einen so allgemeinen A derwillen von Seiten irreligidser Leute und besonders der Vi * aben, antworten wir: sie haben es vt! ridentinischè Konzilium ihren Orden heilig und fromm erklärte, daß zwanzig Päpste hinter ei ander sie belobten, daß in dem Augenblicke, wo die Ftanzl \hen Parlamente, Werkzeuge des taireschen Philosophie, sie nah Möglichkeit verfolgten, der Fra zösische Klerus, den der König um seine | Jesuiten befragt hatte, in einer Versammlung von einundfuns Prälaten, ohne die deputirten Geistlichen mitzuzählen, nachdent zwei Monate mit der Prüfung der dem Orden gemachten Vorw! zugebracht, erflärte, daß er die Lehre der Jesuiten heil} ihre Moral lauter befunden, daß sie treu dem Könige set und daß ihre Erhaltung der Kirche wie dem Staate wäre, weshalb denn auch der Klerus auf die Beschüßung Jesuiten antrug. Sie haben es ferner veroient, daß Klemcns- ihr Institut im Jahre 1765 er damit nur die gerechten Wünsche der Bischdfe erfülle, f in allen fatholischen Ländern den Orden seiner Sorgfalt ems) F len hätten; daß man auch heutzutage noch, ungeachtet dei L schrei's irreligidser Schriftsteller, das hdchste Vertrauen in \ man ihnen die Erziehung der Jugend über lebendige Anhänglichkeit an die katholische Relig!| Und wenn man uns dann endlich fragt, warum F irreligiösen Leute, die kleinen Voltairianer, Alles - gegen "i Patres Redemptoristen gesagt und sie mit theilt zu haben glauben, indem sie sagen: ten, so antworten wir ihnen: darum, weil die Redempt würdige Nacheiferer der Jesuiten und weil ihre Anstrengun9? eben so fruchtbar an glücklichen Resultaten sind.“ Der hier erscheinende „Politique‘/, früher das sogenannten Union und seitdem eine Art von; richtiger zwischen den Ultramontanen und deren Gegnern bildend, l jeßt allmälig immer mehr auf die Seite der Erst widerseßt sich darum auch der Kandidatur des bekannte gemeisters von Til, Herrn de Neef, für die nächsten zur Repräsentanten-Kammer. Das „„Journal de Li?ge diese Kandidatur unterstüßt und überhaupt sowöhl die montanen als jede Union mit denselben bekämpft, vom „„¿Politique‘/ des Orangismus beschuldigt, wogegen doch jenes Journal ausdrücklih verwahrt, und in der

ugestehen. Hören wi

rer Rechtfertigung sa} gethan, daß sie so große

tairianer gegen sich dient, daß das ansenismus und der V

einung Über d:

bestätigte, indem er erklärte,

seßt, indem der sie eine einflößen.

einem Worte vet das sind Jes

(agt sich von demselben nicht sagen, daß es jemals in den Ton

des ;/ anden Brüssel ist unter den Auspizien der Belgischen Bi-

Lynx“, der „Industrie“’, des „Messager de Gand““ und r orangistischen Blätter eingestimmet habe.

und unter der Leitung des Abbé Vandoorslaer eine große

(H ben-Schule gegründet worden, in der sowohl Kinder als

wachsene Mädchen, solche nicht auëgenommen, die bereits in Dienst- Und anderen Verhältnissen stehen, in weiblichen Hand- arbeiten, \o wie im Lesen und Schreiben und in der Religion

rrichtet werden. Ganz nach dem Beispiele der früheren Schul-Cinrichtungen der Jesuiten, verbindet auch diese Anstalt mit den Zwecken, die ihr zum Grunde liegen, die trefflichsten

und núßlichsten praktischen Unterweisungen, die überdies auch unentgeltlich ertheile werden. Deshalb ist auch die Frequenz der erst vor kurzem gestifteten Schule schon sehr bedeutend ; sie zählt bereits nahe an 1100 Schülerinnen, von denen über 600

in dem wird in immer lerinnen ain

Alter von 13 bis 29 Jahren sich befinden. Täglich 38 verschiedenen Klassen Unterricht ertheilt, und zwar in denjenigen Stunden, in welchen die betheiligten Schü- besten von Hause oder von ihren Beschäftigungen abkommen können. Bei der vor einigen Tagen stattgefundenen ffentlichen Prúfung dieser Anstalt bemerkte man ungemein viele Priester und unter ihnen den neuen Päpstlichen Nuntius, Monsignore Fornari, die fich sämmtlich sehr beifällig über die

großen Verdienste des Abbé Vandoorslaer und seiner Schule aussprachen.

Jn Bezug auf die bekannten Demonstrationen der Luxem-

burgischen und Limburgischen Deputirten äußert sich die Jn-

dustrie: „Weiß man wohl, um was es sich. eigentlich bei al- lem diesem Spektakel handelt? Um nichts weiter, als um die

cinträglichen Stellen, die einige Beamte in den Gebietstheilen bekleiden, die in Gemäßheit der 24 Artikel abgetreten werden sollen. Sie sind es auch, die die Bevölkerung aufzuregen su- chen. Was die Einwohner betrisst, so sind sie ganz indifferent, und man kann versichern, daß sie die öffentliche Ruhe nicht sd- ren werden, um sich den sehr negativen Vortheil zu schaffen, Belgische Bürger zu bleiben. So wenigstens sprechen diejeni- | gen, mit denen wir uns darüber unterhalten haben. Das Pe- ritionenwesen, zu dem man j:6t seine Zuflucht nimmt, ist einzig und allein das Werk jener um ihre Stellen besorgten Beamten. Im Lande macht man sich über diese Nachäfferei des Jahres 1830 allgemein lustig.“ : :

D i) 6. a. tf, Kopenhagen, 1. Mai. (Kieler Bl.) Wie verlautet,

wird der prásumtive Thronfolger, Prinz Christian Friedrich, Kdnigl. Hoheit, diesen Sommer eine Reise ins Ausland machen und. namentlich auch Berlin und Wien besuchen. Ob ihn sein Sohn, Prinz Friedrich Karl Christian, welcher sich gegenwärtig als Commandeur des Fühnschen Jnfanterie-Regiments in Fri- dericia aufhält, auf dieser Reise begleiten werde, scheint noch un- i ausgemacht zu seyn.

Die Truppen-Sammlung in Jütland is wegen des Besuchs

des Großfürsten von Rußland abbestellt worden, und dagegen

soll in der Nähe von Kopenhagen ein Kavallerie-Mandver ver- anstaltet werden, wozu außer den Seeländischen Regimentern

auch die in Jütland garnisonirenden beiden Regimenter leichter Dragoner kommandirt werden dürften.

Deut G l.a.n di Hamburg, 10. Mai. Der Königl. Schwedische Ge-

schäftsträger und Kammerherr, Graf von Wrangel, is gestern mit. viermonatlichem Urlaub nach HDolland mit Familie abgereist, und wird die hiesige Königl. Schwedische Gesandtschaft wäh- rend dieser Zeit von dea General-Konsul und Kammerjunker von Stahl interim versehen.

Die Prinzessin Friederike von Oldenburg, Tochter des

Großherzogs, ist gestern hier angekommen.

D tal 0. Rom, 1. Mai. Am 2Wfsen v. M. machten Se. K. Ho-

heit d-r Großherzog von Toskana und Se. K. Hoheit der Her- zog ohann von Sachsen einen Uusflug nach Tivoli, von dem je ain bend wieder nach NRoin zurückkehrten.

S Pan t.

Madrid, 28. April. Der Jnfant Don Francisco de Paula if am 2ötten in Valladolid angekommen und von den Dehdrden und Einwohnern mit großem Enthusiasmus empfan- gen worden.

Die Bewohner von Saragossa haben cine Deputation hier- her gesandt, um der Regierung den Zustand Ober-Aragonien's zu schildern. Das Ministerium hat Hierauf \ogleih den Be-

fehl ertheilt, daß der General Espartero 3090 bis 4000 Mann seiner Division zur Unterstüßung des Generals Santos San

Miguel absenden und der Brigadier Aspiroz mit seinem Corps nah Saragossa marschiren soll. __ Die Hof-Zeitung berichcet, daß der General Oraa ohne Widerstand in Chelva eingerückt sey. Die Nachricht von den Aufitande Mufiaggorri's gegen

Don Carlos ist hier mit großer Freude aufgenommen worden. __ Man will hier wissen, daß Basilio Garcia gegen den Tajo hin marschire.

Finland.

Berlin, 11. Mai. Bei den häufiger werdenden flachen Dächern warnt das hiesige Polizei-Präsidium unter Strafandro- hung, sich anderer Merhoden der Dachdekung als der mit Metall oder der sogenannten Dornschen eher zu bedienen, als bis davon, unter Beschreibung der Methode und Angabe der anzuwendenden Masse nach deren Bestandtheilen und Mischungs-

erhâltniß, Anzeige gemacht und ihre Feuersicherheit durch eine amtliche Prüfung festgestellt ist, damit zur Dachbedeckung nicht assen gebraucht werden, welche entweder an sich den Brand verstärken und sich durch Flugfeuer entzünden oder beim Brande durch Herabfließen als siedende Fl'issigkeit das Löschen erschweren. Ks Potsdam, 8. Mai. Vom Ikten d. M. ab wird hier mit nigl. Genehmigung die Mahlseuer versuchsweise nicht mehr nach den beiden verschiedenen Säâzen von Weizen und von an- deren Getraidearten, sondern nach einem einzigen Mittelsaß von y Sgr. für den Centner bei der Körner-Versteuerung, und so erhältnißmäßig von anderen dieser Steuer unterworfenen Ge- genständen erhoben werden, wogegen die hier versteuerten, wenn se nach anderen mahlsteuerpflichtigen Städten, oder die in die- l versteuerten, wenn sie nah Potsdam gehen , keine Freiheit genießen. - unk Sdova, |. Mai. Unsere Brücke ist wieder zu passiren atn ms die bisher mangelhafte Verbindung beider Weichsel- )ergestellt. Nervöse Ficber, welche besonders die höheren

| Klassen heimsuchen, haben uns noch nicht verlassen. F" der 46. und 27. April das Domainen - Vorwerk |

—_—

Umgegend ist am Brzczinko bis auf die Wohnung des Beamten abgebrannt und fast das ganze Inventarium, darunter über ein halbes Tausend veredelter Schaafe, verloren gegangen.

Pillau, 2. Mai. Der Winter ist mit seinem Eise end- lich abgezogen, und die wiedereröffnete Schifffahrt hat ein neues Leben in unsern Ort gebraht. Am 20. April löste sich das Eis des Elbinger und Königsberger Haffes und begann fortzutreiben. Das Eis war mürbe, die Abstrdmung schwach, und so war der Eisgang, dem wir mit manchen Besorgnissen entgegen sahen, am 26. beendet, ohne irgend Beschädigung an den Hafen-Werken angerichtet zu haben. Seit Erdffnung der Schifffahrt bis zum Schlusse des Monats sind 28 Schiffe hier eingekommen und 17 ausgegangen.

Wohlau, 6. Mai. Auch in unserer Stadt wurde der zum fünfundzwanzigsten Male wiederkehrende 2. Mai auf eine würdige Weise begangen. Ein zu diesem Zweck zusam- mengetretenes Comité hatte fúr die unbemittelten Krieger eine Summe zusammengebracht, aus der ihnen an diesem Tage eine Freude bereitet werden solite. Eine ansehnliche Zahl versam- melte sich auf dem Markte vor einer Laub - Pyramide, die mit der Büste des Königs, dem eisernen Kreuze und verschiedenen Ornamenten geschmückt war. Von hier begab sich das Corps in die Kirche, um dem Herrn für die in jener drangvollen Zeit pan: Hülfe den Dank darzubringen. Nachher wurde auf dem Markte von den Kriegern und dem Volke das Volkslied abgesungen, an welches sich ein dem König gebrachtes Lebehoch anschloß. Die übrigen Kampfesbrüder versammelten sich, ohne Unterschied des Standes, zu einem Mahle, während auf dem Markte ein bis gegen Abend sich fortziehendes frdöhliches Lager- leben begann. Erhebend war es, die theilweise {hon bejahrten Landleute, im freudigen Andenken an jene ersten Tage, den Muth für einen gleihen Kampf aussprechen zu hören.

Erfurt, 9. Mai. Jn dem Dorfe Kaisershagen, im Kreise Mühlhausen des Regierungs - Vezirks Erfurt, ist im verwichenen Jahre vielleicht weiter noch, als die Provinz Sachsen reicht, das erste Beispiel auf dem Lande der Ver- such gemacht worden, während der Aerndte eine sogenannte Klein - Kinderschule zu unterhalten. Das Pfarrhaus und das Schulhaus gränzen so aneinander, daß der Spielplaß, auf wel- hem die Kleinen versammelt wurden, aus den Fenstern beider

bei üblem Wetter zur Zuflucht, da die Aerndte - Ferien es ge- stattet hatten, sie zu räumen. Man hat sih überzeugt, daß die Kinder , deren Aeltern auf Feldarbeit gehen, unter der Obhut einer Ausseherin, die von dem Pfarrer und dem Schullehrer geleitet und unterstüst wird, besser versorgt sind, als wenn sie, wie Zufall und Umstände sonst es mit sih bringen, anderen, der Aufsicht selbst noch bedürfenden Kindern überlassen oder als eine hinderliche Last zur Arbeitsstätte mitgenommen, wenn nicht gar zu Hause eingeschlossen werden, und man will in diesem Jahre den gelungenen Versuch wiederholen. Ein solches Beispiel verdient, allgemeiner bekannt zu werden, weil zu sei- ner Nachahmung die Mittel an vielen Orten gegeben sind, ohne daß man die Ausführung bisher für möglich oder nöthig gehalten hätte.

Wissenschaft , Kunst und Literatur.

Beschreibung und Geschichte der Schloßkirche zu Quedlinburg und pas Alterthümer von E. F. Ranke, Direktor des Gymnasiums zu Göttingen, und Professor F. Kugler; herausgegeben zum Besten der Herstellung der Orgel in dieser Kirche von W. E. Frie, Prediger an derselben. Nebst acht Tafeln Grundrisse und Abbildungen. Berlin 1838.

Dieses Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Karl gewidmete Werk, dessen Liebe und thätige Theilnahme für die vaterländischeu Alterthü- mer sie hervorgerufen hat, würde auch ohne deu mildthätigeu Zweck dic hohe Unterstüßung verdienen, deren es sich erfreut. Es ifi cin uener bedeutender Beitrag zur gründlichen Erforschung der beimischen Kunst des Mittelalters, welche in dem Kirchenbau und dessen man- nigfaltiger Ausschmückung ihre würdigste Bestimmung, ibr höchstes Ziel fand. Es liefert abermals den erfreulichen Beweis, daß auch in unserem nördlichen Deutschland diese Kunst früh cine bedeutende, zu- vor faum geabnte Höhe erreichte.

Wie die Gegend des Unterharzes zu den schönsten im Herzeu des Deutschen Vaterlandes gehört, wie sie die Urgeschichte desselben in wundersamen BVildungen und Steintafeln vor Augen stelit, und an deu daraus erwachsenen Sagen vor Allem reich ist, so ist sie, auf der alien Gränzschcide Hoch- und Niederdeutscher, so wie Slavischer Zunge, auch für die Volks- Geschichte cine der wichtigsten Stellen, und mit und an dieser Deutschen und Sächsischen Stammgeschichte nicht miuder wichtig für die Kuns?. Und bier ist wieder die vielthürmige alterthiümlihe Quedlinburg, auf dem Felsen über der am Roß- trapp entspringenden Bode, umburget von wunderlichen Höhenzügen, Bergtrümmern, Felsmauern (Teufelsmauern geaaunt) und zum Theil darin eingehauenen Burgen (wie der Negeustein), hier ist Quedlin- burg cine Hauptsielle, als Stammhaus der Sächsischen Kaiser, unter welchen Deutschland eincr auf dem festen Grunde der Herr- schaft des Großen Kar! und der Fränfischzen Kaiser gediehenen kräf- tigen und reichen Biüdung nach allen Richtungen sich erfreute. Ju dieser glorreichen Zeit, welche unter Oito dem Großen im höchsten Glanze prangte, ward das Deutsche Reich ers recht selbsiständig, westlich durch das ihm von Natur und Geschichte gehörige Nbeinland (Lothringen) verstärft, ösilich erst eigentlich gefricdigt darch die völlige Brcsiegung der Slaven und Ungarn an der Saale und am Lech. Aus Anlaß eben dieser Kriege ward aus der Pfalz Quidiingen (Quiti- linga curtis 961) im Thale, die Duedlinburg (Quidilingaburg 922 auf dem Felsen: es war der heimische Licblingssitz Kaiser Heinri ch's k, des cbeu so trefflicheu und glücflihen Hausvaters, wie Landesvaters, und sciner frommen und Königlichen Hausfrau Mathiide, vom Stamme Witefind's: es ward beider Begräbniß statt im neu erdauten Gottcsbause, und so ihr Stammbeiligthum, verehrt und verherrlicht durch die bei den Königen dieses Hauses herkömmliche Feier des höch- sten christlichen Fesies, im Kreise der Jbrigen und der Edlen des Reichs, deren Techter die reiche Stiftung aufnahm und fromm erzog. Auch unter den Hohenjtaufischeu und Habösburgischen Herrschern er- bielt das hohe Haus sich in seiner Würde, und von jedem wichtigen Zeitalter zeugt bier noch ein Denfuial. L 7

S9 stellt die auf den lebendigen Fels gegrüudete, auch dem Aposiel- fürsten Yetrus gewidmete Stifts- und Schloßkirche Quedlin: durgs cine durch Stein und Bild redende Geschichte des Vaterlans des und sciner Kunstbildung dar, wie nicht lcicht irgeud ciue andere. Die Ceschichte dieser Kirche, welche in frübsier Zeit bauptsächlich zu- gleich die Stadtgeschichte vertritt, hat Herr Direktor Ranfe urkund- lich und gründlich dargestellt, und das Vuch schließt ch fo der Ge- schichte Kaiser Heinrich?s l. von Dr. Waißt an; womit Professor L. Nanfe's Jahrbücher des Deutschen Reiches unter dem Sächsischen Haufe kürz- lich (1837) bier begonnen haben. Anf der anderen Seite reibdet sich die funstgeschichtliche BVeschrcibung nebst erläuternden Abbildungen vou Professor Kugler, welche bei weitem den größeren Tbeii des

Wohnungen überschen werden konnte. Die Schulstube diente |

diefe Dazstellung müssen wir dier ctwas näher eingehen, da fie cigeitz thümliche Ergebnisse gewonuen hat und willkemmen darbietet.

Zwar nur in fleinem Umkreise, aber um so sicherer, nud von so

| dedeutentem Mittelpunkte aus sebr reih und vollständig, eröffnet fich bier eine überraschende Uebersicht des ältesten rundbogigeu Kir- henbaues, d. h. der ältesten Baufunst überhaupt uad der damit so genau verbundeuen mannigfaltigen Bildnerei. Daß diesclbe mit der neuen Glaubenélehre aus den Südländern den Deutschen zukam, ist feine Frage, und für gewisse durchgreifend unterschiedene ¿ derselben sin

ganz gehörig, ohne damit vollständige oder unmittelbare Ueberliefe- rung aus jenem West- und Dströmischen Reiche zu behaupten. Daß in Deutschland ctwas ganz Neues und Éigeuth

bildet wurde, bezeugt auf

bei man gerade nicht an Ost- und Wesigothen denkt. So bedient sich eue auch der Verfasser dieser herkömmlichen Namen, und wir thua aselbe.

ormen 1nd daher die Benennungen Romani sch und Byzantinisch

e mliches daraus ges bnliche Weise der Name Gothisch, wos

Anfäugliich und durch die Karelinger-Zeit hin waltet eine dunfel

überlieferte, fräftige, meist rehe Nachbildung der Antike, in Bezie- bung auf Baukunst, der Römische Basiliken- Styl, d. h. Laug- Vierecke, durch Pfeiler und Säulen mit Bogensteluugen tn drei Langschiffe getheilt, und an der Morgenseite ciu DQueershif} mit Al- tar - Nische, übrigens hohe glatte Wände mit kfleineu Feustern uud flacher Decke. Byzantinisch dagegen sind die Kirchen in gleichsei- tigen! Viereck, mehr auf Pfeilern ais auf Säulen, mit Gewölbcn, li

scheu und Kuppeln emporgebaut; wie noch die Sophien-Kirche iu

Konstantinopel scit dem 6ten Yahrhundert vorbildet: in welcher Urt das Abendland nur wenig aufzuweisen hat, namentlich Deutshlaud etwa nur die Grabfirhe Karis des Großen in Aachen, nachdem die noch vollständiger diese Bauart darstellende Marien- Kirche auf deu Harluuger-Berge bei Brandenburg, die auch dem Gründer Duedlin- burgs und Eroberer Braudenburgs zugeschrieben wird, durch die Bars barei neuer Zeit nur noch in Abbildungen übrig is. Wie der Basi- lifen-Styl fortgehecnd mehr in Verbindung seiner Bögen und Nischen mit Wölbung tritt, besouders in den Gruftkirhen (crypta, für den Nacht- und Todtendienft), im Chor darüber und in den Scitenschif- fen, und deshalb die Wände durch Pfeiler verstärkt und ver- ziert wie er bei solcher mannigfaltigen Aueiguung und Ausbil- dung in dieser Sächsischen Zeit zur reichsten, eigeuthsimlichsten Entfaltung gelangt: so geschieht dasselbe mit dem Byzantini- schen Styl in der Hoheustaufischen Zeit; und auf den Grund eben solcher Verbindung mit dem Basiliken-Styl, aber mit völliger

Da aeos und Umbildung desselben, durch „bcwußtes Eingehen auf dea Geist des flassishen Alterthums“ (S. 141), mit cigenem Sinne und ianigem Gefühl, erscheint vornämlich unter dem großen Kaiser Friedrich 11. diescr neue Byzantinische Styl in sciner reizend- sten und reichsten Blüthe. Die mannigfaltigen Mischungen und alls mäligen Uebergänge zeigen fich auch an den hier vorgeführien Baus Bis diefes fieincn Umkreises auf schr anziehende und merkwürdige else.

1) Zu den ältesten Ucberbleibsein, gleichsam Jnkunabeln dieser Art, gehört die St. Wipertifkirche der alten Pfalz Juidlingen, im Thale (jezt cine Kornschcune), deren kleine Gruftfirhe auf Säu- len mit Jounischen Knäufen und Attischen Füßen ein gerades Ges báltkt und Tonnengewölbe trägt: welches gerade Gebälk, so viel ich weiß, nur noch zu Lorsch an der Bergstraße vorkommt.

2) Die Kirche des vormaligen Klosters Westergrönitngen, beim Städtchen Gröningen, deren Secitenschiffe jet abgebrochen sind, zeigt schon höhere und reichere Entwickelung, mit mannigfaltigen Säulenfkföpfen, doh mehr nur noch ausgemcißelte Zeichnung, denu wirkliche Hervorbildung ; am Westende bat sie eine merfwürdige, \pä- ter (vielleicht zum Ersaß der fehlenden Gruftkirche) eingebaute dunkle Kapelle mit Tonnengewöl!be, in Byzantinischer Bauart, außeu ver- ziert mit großen halb erhobenen Bildern Christi und der Apostelaus Stu ck, im schweren strengen Styl des beginnenden 12ten Jahrdunderts. Eigeu- thümlich ist der achtefig aufsteigende Thurm über dem Kreuze ; *) hier so selten, als häufig bei den Angcisachsen. Am Rheine zeigt fich diese Verbindung auch schon früh zum hohen Kuppelbau ausgcediidet, z. B. am Dom zu Speier, wie früher shon in Jtalien, wo cr noch mit dem Gothischen Styl verbunden wurde, in Florcnz und Mailand, und damit ein noch nicht erreichtes Ziel cines zum gemeinsamen Gipfel zusammen - und emporstrebenden Kirchenbaus, das lebendigsic Apfsprießen und Erblühen des Thurmes aus der Kirche, andeutet, welches der Neu-Römische Kuppelbau, seit der Peterskirche, uicht ers reichen kann.

$3) Die Schloßkirhe zu Gernrode, erbaut vom Markgrafen Gero 960, in ähnlicher Art, hat noch cinen Theil der Gruftkirhe im Kreuzflügel. Das Langschiff it später westlich verlängert und auch durch cine Aitar-Nische geschlossen, neben welcher außen zwei runde Thürme stcben:; im éstlihen Seitenschiff ist ein dem vorigen äbhns licher fapdellenartiger Einbau: alles in Byzantinischer Art; der legte anch an der Außeuwand (nach der Kirche) reih mit BVildwerk ge- s{chmüdckt, zum Theil aus Stu ck und jünger, schon im sehr ausgebil- deten Stpl. Einen Theil ‘des eben so gebauten Kreuzganges hat die Verwendung des Thüringish-Sächsishen Vereins für Geschichte und Alterthum löblih vor dem Abbruche bewahrt, Das Grabmal des Stifters mit seinem ruhenden Bilde is eine tüchtige Arbeit des 16tezu Jahrhunderts.

4) Die Kirche zu Frose, von demselben Stifter, der jeßige Bau sihtlih jünger, hat uoch am Westende über der Vorhalle die (sons meist von der Orgel verdrängte) Empore oder Loge mit Pfeiler - Bö- gen, dazwischen Säulen mit fleineren Bögen, nah Byzantinischer Weise. Die beiden Thürme gehecu son in den älteren Gothischen Spitbogen über.

3) Die Kirche des Klosters Huvseburg, 1080 gegründet: jün- gerer Bafilifen-Stvl: wie bei der vorigeu Empore, stehen bier unter den großen Pfeilerbögen des Schiffes selber, Säulen mit kleineren Doppel- bögcnz vermuthlich jünger if die durch die Orgel verbaute große Nische am Weslende, neben weicher dic bciden Thürme, laut Jnschrift vom Jabre 1487, stehen. :

6) Die Klosicrkirhe zu Drübeck, gestiftet am Ende des Iten Jahrhunderts: der jeßige Bau if jünger, im mebr entwicelien Basi- lifen-Styl, dann aber fast durckdweg im ansgebildeten Byzantinischcn Styl am Ende des 12ten Jahrhunderts umgestaitet, durch rundbo- gige Kreuzgewölbe (davon ckt nur noch Spurxcn) und durch Anbau einer großen Nische am Westende, dancben zwei zierlihe Thürme sieben; ja, zur gicichartigen Durchführung dieses Umbaus im Junern wurden sogar die alten, an sich guten Säulenkêöpfe mit Stuck bekleidet und dem neuen Styl gemäß verziert. Die Gruft- firche, mit Kreuzgewölbe auf Pfeilern und Säulcn, if durch einen Gothischen Umbau des Chors sebr beeinträchtigt.

7) Ju der ursprünglichen Anlage dagegen, mit der freisien und schönsten Eutfaltung, stelit ch dicser Bpzautinische Stvli an der Kirche des ehemaligen Klosiers Konradsburg dar, auf welche schon im Jahresberichte der Leipziger Deutschen Sprach - und Altertbums- Gescüschaft 1834 die Beschreibung des Herru von Horn, wit Abbil- dungen von Gevser d. j. (Pattrich's Gehülfen), aufmerksam gemacht bat. Ober- und Unterkirche entsprehen nur dem Cbor und Duer- schiffe der sämmtlichen vorigen Basilik?en (außer Nr. 1): beide, mit ihren drei Nischen, baden aber BVogeusteilung zwischen diesen drei Abtbeilunzen, so daß bier auch drci Schiffe ents steben: in der Unterfircve durch Säulenbögen, in der Dbder- firhe durch Pfeiler mit größeren Bêögen über zwei kleineren: alles it mit Kreuzgewölben gedeckt, in den reinsten woblgefälligen Ver- bältnifsen uud reicher Ausbildung, namentlich auch der verbundenen Pfeiler und Säuien uud deren Verzierungen, besonders in der Uns terfirhc, wo paaræwcife gemusterte Säulen mit mannigfaltigen Knäu- fen an die reichste Gruftfirche, des Freifinger Doms, erinncrn, und obne Zweifel gebört dieser Bau ebenfalls dem Ende des zwölften

*) Ursprünglich bei der beiduischen Basilika dachte man natürs lich nickt an das K dani auch tritt dieses bei den äleñcn zrisilicen Bafiliken nicht bervor: später allerdings chou adsczilich uud sichtlich

Werkes ausmacht, den trefflichen in diesen Blättern auch schon augezeig. | das Lateinische Langfkrenz: wie wobl früber chou im gleichiciiigen ten Puttrichschen Heften von den Kirchen derselben Gegend au. Auf * Viereck der Byzantinischen Kirchen das gleichscitige Erich: che Kren z-