1838 / 135 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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drückt finden würden, wie die katholischen, so werde gemeinsa- mes Leiden die gemeinsame Sehnsucht nah einem eigenen Jr- ländischen Parlamente in ihnen erwecken. Auch darin stimmten Lord Castlereagh und O’Connell im Unterhause überein, daß sie ihre einzige Hoffnung noch auf das Oberhaus sebten, bei O’Con- nell gewiß ein seltener Fall; nur freilih gingen Beide in dieser Hoffnung von einem anderen Gesichtspunkte aus: Lord Castle- reagh davon, daß alle shlechte Maßregeln im Oberhause schei- terten oder wenigstens zu erträglichen Geseßen umgestaltet wür- den; O’Connell davon, daß das Oberhaus überhaupt Alles ver- werfe, was sih auf Jrland beziehe. Jn diesem Falle aber könnte sih Herr O’Connell in dieser Erwartung doch getäuscht haben; das Oberhaus wird {werlich, um ein zweideutiges Lob von Seiten des Agitators einzuärndten, die ganze Maßregel verwerfen, weil einige Bestimmungen derselben vielleicht niht ganz zweck- mäßig sind, oder weil fär's erste dem Grundbesiß in Jrland dadurch eine größere Last aufgebürdet wird; und die ministe- ricllen Blätter haben gewiß Recht, wenn sie bei der zweiten Le- fung eine Majorität für die Bill erwarten. Man darf dies chon deshalb mit ziemliher Gewißheit vorausseßen, weil im Unterhause Sir R. Peel und Lord Stanley und mit ihnen fast sámmtliche Englische Konservative für die Maßregel gestimmt haben, indem fie selbs keine bessere vorzuschlagen wußten, irgend ein Armen - Gese aber für die Sicherheit des Eigenthums in Irland allgemein für nothwendig anerkannt worden ist. Auch der Tory Graf Wicklow erklärte dieser Tage im Oberhause, daß er aus diesem Grunde die zweite Lesung der Bill unter- stügen werde, und die heftige Opposition geht in beiden Häu- fern cigentlih nur- von JZrländern aus, wiewohl auch von diesen einige angeschene Männer, wie Lord Elements, Herr Bellew und Herr W. Roche, im Unterhause bei der dritten Lesung mit dên Ministern gestimmt haben. Nun wurde freilih von Lord Castlereagh der Vorwurf erho- ben, die Bill- solle den Jrländern durch eine Englische Majo- rität aufgedrungen werden, ohne daß man ihre Details und ihre Folgen gehdrig erwogen habe. Der leßteren Behauptung konnten die Minister mit gutem Fug widersprechen, denn die Hälfte der Maßregel war schon im vorigen Jahre im Aus- \chusse erörtert worden, und in diesem Jahre wurde sie von neuem auf allen ihren Stationen weitläuftig und genau disku- tirt, so daß vielleicht seit der Reform-Bill selten eine Maßregel, mit Ausnahme der Englischen Armen-Dill, in \o sorgfältige Er- wägung gezogen worden ist, wie diese. Wenn aber auf die an- dere Behauptung des Lord Castlereagh ministeriellerseits auch entgegnet wurde, daß bei der zweiten Lesung 56 Jrländische Mitglieder für und nur 16 gegen die Maßregel gestimmt hät- ten, und daß unter 25 Abstimmungen im Ausschusse nur §8 gegen das Ministerium ausgefallen seyen, so könnte doch gegen die 17 Abstimmungen, die im Ausschusse zu Gunsten der Bill ausfielen, immer wieder dieselbe Behauptung geltend ge- macht werden, daß die Englischen Mitglieder dabei den Aus- schlag gegeben hätten, und so viel ist nah den verdffentlichten Stimmlisten gewiß, daß die Minorität der 59 bei der dritten Abstimmung fast nur aus Jrländischen Mitgliedern bestand. Ein Anderes aber ist es, ob diese Mitglieder den Umstand, daß sie einer Englischen Majorität unterlegen seyen, zum Grund einer Beschwerde machen können. Wo einmal nach bloßer Mehr- zahl der Stimmen entschieden wird, da kann auch das Jnteresse einer besonderen Klasse, wenn diese sih in der numerischen Minorität gegen die Gesammtzahl der Mitstimmenden befindet, sich gegen die ue er- macht nicht geltend machen. Freilich wird diese Majorität, wenn sie nicht geradezu despotisch "Biel will, zu bedenken aben, die von ihr durchgesezte Maßregel nicht eine völlige Ingerechtigkeit gegen die Minorität is, die von Seiten der lebteren eigenmächtige Hülfe zur Folge haben könnte. Jm vor- liegenden Fall scheint aber das Englische Ministerium wirklich überzeugt zu seyn, daß seine Maßregel für Jrland heilsam seyn und nicht die von ihren Gegnern E E verursachen werde; vielleicht hält es selbst O’Connell’'s Eifer ge- gen die Bill nicht für so ernstlih, als der äußere An- jchein glauben lassen möchte, und in dieser Vermuthung Fônnte es sich wohl durch den Umstand bestärkt fühlen, daß dieser das Jrländische Volk bisher nicht gerade bedeutend zum Widerstande gegen das demselben zugedachte neue Armen-Geseß aufgeregt hat. Und wenn behauptet wird, daß alle Einwohner- Klassen Jrland's sh gegen die Maßregel e Be hätten, so entgegnen die Minister, daß gerade diejenige Klasse, zu deren Gunsten die Bill berechnet sey, die Armen nämlich, keine Mit- tel N um ihre Wänsche auszudrücken ; aber selbst wenn diese Klasse auch nicht ganz mit der Maßregel zufrieden wäre, mei- nen sie, \o würde dies sich sehr natärlih daraus erklären lassen, daß die Hülfsbedürftigen immer eine noch ausgedehn- tere Hülfe fordern würden, als man ihnen gewähren könne, wogegen andererseits denen, die zu der Hülfe beisteuern sollten, also den Gutsherren und Pächtern, auch die gewährte Hülfe schon als zu ausgedehnt, schon als eine zu große Last erscheine. Beide Parteien ganz zufriedenzustellen, würde daher keiner Verwal- tung möglich seyn, und man müsse sich damit begnügen, zu thun, was man für. das Angemessenste halte, um einem anerkannten Uebel abzuhelfen; die freiwilligen Unterstübungen und die Pri- vat-Wohlthätigkeits-Anstalten seyen für eine Anzahl von 2,300,000 Arme nicht ausreichend; auch die Beförderung der Auswande- rung und die Veranstaltung dffentlicher Arbeiten, um den Ar- men Beschäftigung zu geben, würden für eine solche Menge von Hülfsbedürftigen nicht gènügen ; es sey also durchaus nothwendig, daß durch Armensteuern für die nothleidende Klasse ge- sorgt und daß die Art der Unterstü6ung durch ein Geseb geordnet und von der Regierung beaufsichtigt werde. Was nun die Einwendungen gegen den ministeriellen Plan betrifft, so find dieselben hauptsächlih gegen zwei Punkte Si gegen die Arbeitshäufer und gegen die Armen - Verwaltung. n ersteren will man eine Zwangs - An- stalt erblicken, und leßtere findet man so kostspielig, daß sie dem Lande theurer zu stehen kommen würde, als die Armen selbst. Einige meinen, man hätte zwei verschiedene Maßregeln vor- schlagen sollen: die eine zur Unterstüßung der Arbeitsunfähigen, die andere zur Beschäftigung der Arbeitsfähigen; in keinem Falle aber pátte man die Unterstüßung auf die Arbeitshäuser beschränken , sondern sle auch außerhalb derselben ertheilen sollen. Andete richten ihre Angriffe besonders gegen die Masse des Beamten - Personals, welches zur Ausführung der Maßregel erforderlich seyn und mit dem Bau der Arbeitshäu- ser zusammen dem Lande ungeheure Summen kosten würde. Dabei wird getadelt, daß der Ober-Armen-Kommission in Lon- don, die auch für Jrland mit fungiren soll, so große, den Orts-Armen-Vorstéhern aber so geringe Vollmachten eingeräumt werden ‘sollten. Von O’Connell wurde besonders auch gerügt, daß man die Geistlichen ganz von der Armen-Verwaltung. aus- schließen wolle, obgleich gerade in dieser Function protestantische und katholische Geistliche sich gern die Hand gereicht häben

]# in dieser Sibung starken Wider

: den.

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| würden. Ferner macht man bemerklich, daß 100 Arbeitshäuser

viel zu wenig für die Zahl der Hülfsbedürftigeu seyn würden. Endlich ist ein Haupteinwand, daß Jrland, welches an dem Zehnten schon so {wer zu tragen habe, die neue ihm aufzu- bürdende- Last nicht werde ershwingen können. Deshalb verlang- ten namentlich Herr Shiel im Unterhause und der Marquis von Clanricarde im Oberhause, daß erst die Zehnten-Sache erledigt wer- den müßte, ehe man an die Armen - Sache gehen könne; habe die Tory - Partei im vorigen Jahre die Munizipal - M ron von der Reform des Armenwesens abhängig machen wollen, um durch die Armen-Taxe einen Maßstab für die Qualification der städtischen Wählerschaft zu erhalten, so sey noch viel mehr

| Grund vorhanden, erst abzuwarten, welche Erleichterung dem

Lande durch die Zehnten-Bill werde gewährt werden, ehe man demselben eine neue Last aufbürde. Die Minister ihrerseits machen zum Hauptempfehlungsgrunde ihrer Armen - Bill, daß dieselbe die Armen veranlassen werde, Beschäftigung zu suchen, um nicht genöthigt zu seyn, in Arbeitshäusern A Zuflucht zu nehmen, die Reichen aber, für Beschäftigung der Armen zu sor- gen, um nicht genöthigt zu seyn, hdhere Armensteuern zu entrichten. Wenn nun aber auch wahrscheinlicher Weise dies Argument im Oberhause durchdringen dürfte, so ist doch zu erwarten, daß die Maßregel im Ausschusse desselben noch ein läuterndes Fegefeuer, wie Lord Castlereagh sich ausdrúckte, zu passiren haben wird. Mit den zu erwartenden Abänderungen in ihren Dedcails muß sie dann natürlih noch einmal an's Unterhaus zurückeh- ren, und da die Lords vor Erledigung dieser Bill nicht an die Irländische Munizipal-Reform gehen wollen, so ist für die let- tere auch in dieser Session wieder wenig Aussicht vorhanden.

Belgien.

Brüssel, 10. Mai. Man erwartete gestern die Rückkehr des Königs vom Schlosse Ardenne.

In der gestrigen Sibung der Repräsentanten-Kammer fuh- ren die Herren Gendebien, Verhaegen und De Puydt fort, die vorgeschlagene Ausführung der Eisenbahnen durch den Staat ciner strengen Kritik zu unterwerfen. Sie nahmen Zif- fern und Thatsachen zur Hülfe, um den Jrrthum der Gegner der Privat-Konzessionen recht deutlich hervorzuheben. Die pro- jektirte Anlegung neuer ad durch die Regierung hat

and gefunden. Herr Abbé de Foere bewies, daß die National-Eisenbahn von keinem größeren Nutzen fär das Land seyn könne, so lange Belgien nicht eine Handels-Marine besäße. Der Minister der dffentlichen Arbei- ten suchte so viel wie möglich jedes tiefere Eingehen auf diesen Gegenstand zu vermeiden und versprach in einem künftigen Be- richte, weitere Auskunft zu ertheilen.

Der Angabe, daß Herr Rogier mit politischen Auf- trägen nach Paris gereist sey, wird jeßt von unseren Blättern widersprochen.

Gegenwärtig zählt man in Belgien 333 geistlihe Stiftun- gen, worunter g 42 für Männer und 291 fär Frauen befin-

Nach den Kirchspielen sind dieselben auf folgende Weise vertheilt: §6 in Mecheln; 65 in Gent; 25 in Lättich; 12 in Namur ; 50 in Tournai (Doornick); 9s in Brügge. Von die- sen 333 Stiftungen beschäftigen sich 121 mit der Krankenpflege, 138 mit dem Unterricht, 70 haben einen beschaulichen Zwet eine ist fr Missionen und 3 sind zum Predigen FUMER Die- jenigen Verbrüderungen, welche ein beschauliches Leben führen, zählen selten mehr als zehn Mitglieder. Auf das Kirchspiel Mecheln kommt mehr als die Hälfte derselben; in Tournai findet sich nur eine dieser Art und in Namur keine einzige.

Hiesige Blätter enthalten ein Schreiben aus Sittard, worin im Namen der dortigen Einwohner gegen jede Theilnahme an den Umtrieben, die fich der berüchtigte Buchdrucker Alberts er- laubt hat, protestirt wird. Es ist, heißt es in diesem Schrei- ben, allzusehr im Junteresse der Stadt, sich mit dem benachbar- ten Preußen in gutem Vernehmen zu erhalten, als daß die Einwohner zu den Handlungen des genannten Buchdruckers be-

húlflih seyn sollten. Schweden und Norwegen.

Stockholm, 26. April. (Leipz. A. Z.) Jn der Schwe- dischen Post-Verwaltung, welche jeßt von dem General v. Pey- ron Denen wird, haben in den leßten Jahren mehrere we- sentliche Verbesserungen stattgefunden. Jm vorigen Jahre sind in Schweden drei Millionen Briefe, oder beinahe 160,000 mehr als im Jahre 1836 befdrdert worden, und ungeachtet aus dem Ertrage der Post-Einnahme ein schônes neues Dampfschiff von 70 Pferdekraft für Fahrten zwischen Ystad und Greifswald er- baut worden, is doch noch ein Uebershuß vorhanden. Jm Jahre 1830 kostete die Pferdemiethe 30,000 Rthlr., im Jahre 1837 dagegen 90,000 Rthlr. Die Länge der Postwege betrug jeßt 263,000 Schwedische Meilen oder §2,650 mehr als vor ehn Jahren; 17 neue Post- Comtoirs sind eingerichte. Jm

ahre 1828 erforderte die Beförderung eines Briefes von den südlichen O Malmò oder Helsingborg bis zum nördli- chen Gränzpunkte Haaparanda,mit Einschluß der zur Beantwortung nôthigen Zeit, 35 Tage; jeßt kann dieses in21 Tagen geschehen. Mit der Schnellpost zwischen Stofholm und Gothenburg, und Stock- M und iet Se , werden Briefe und Antworten auf die- elben in 6!/, Tagen befördert. Mit der auswärtigen Post über Greifswald oder Ystad 2A die Briefe von Ham- burg nah Stockholm in 5'/, Tagen und von Paris in 12 Ta- en, oder einen Tag frôher, als wenn beide durch die Däni- chen Staaten befördert werden. Briefe von Berlin nach Stock- holm über Greifswald kommen in 4 Tagen und 19 Stunden an, aber wenn dieselben über Hamburg und Dänemark gehen, in 9 Tagen. Jn den nördlichen Theilen Schwedens bestehen sehr nüßüche Post - Communicationen zwischen Oestersund und Drontheim, Luleàä und Fockmoeks Lappmark, Neder - Kalix und Gellivara, sowie zwischen Haaparanda Pajola und Maunu an der Norwegischen Gränze. Auf allen Uferpunkten der Kanäle und Landseen, welche von Dampsschiffen befahren werden, kön- nen Briefe nah Stockholm bestellt werden.

Deutschland.

Se ppige ls Mai. Der Vorläufer der jedesmali- gen Buchhändler - Messe hier, der Bücher - Meß - Katalog, ist eingetroffen und somit der Buchhändler- Markt erdffnet wor- den, zu welchem sich sehr viele auswärtige Interessenten eingefunden haben. Der Weidmannschen Buchhandlung, bei welcher jenes Verzeichniß erscheint, gebührt dew. Dank aller Gelehrten und der buchhändlerischen Kollegen, daß “sie die An- fertigung desselben dem als tüchtigen und fleißigen Bibliogra- phen bekannten Otto August Schulz übertragen hat, welcher der gerehetun und buchhändlerishen Welt durch Begründung und

edaction des Börsenblattes des Deutschen Buchhandels 1834, durch Bearbeitung von Heinsius* Bücher-Lexikon, aus 8 Bän- den bestehend, die in kurzem vollendet sind, und durch Abfas-

sung der den Buchhandel und Verwandtes betreffenden ,,„ F in S ey oma der Handels-Wissenschaften M J at d Verzeichniß äus, lich und innerlich verbessert geliefert, wie die oberflächlichste Y,!

früheren Jahrgängen darthut; dahin geh erihtigung der Ueberschriften der Abtheilungen y, Verweisung der Landkarten ans Ende, die vollständige Anu der Preise, so weit es möglich war, das Hinüberziehen y, Ausgaben „sämmtlicher Werke“/ solcher Schriftsteller , die m, Romane geliefert haben, aus der Abtheilung fär leßtere in) Hanpe-Alphabut, und besondere Sorgfalt auf Anordnung, s

cheibe’s Univer sam bekannt ist. Die neue Redaction hat das

Seiuina u den ren die

rektur u. dgl.

er Aatvea Pit nun, wenn der als fertig angezeigten

erschienen sind.

57 auf Reimer, 56 auf Manz in Regensburg 47 auf Arnold, 43 auf Brockhaus kommen u.

sámnmtlichen Schriften nach den Staaten Deutschlands ein theilt, Preußen 1052 (auf Berlin allein 432), Kdbnigreich E, sen 789 (Leipzig allein 707), Bayern 439, Württemberg f (Stuttgart 203) und Oesterreich 225 (Wien allein 136) d

geliefert.

feiert hat, ist von der hiesigen gratulatoria, als deren nannt wird, und von dem Hofrath, Professor nel, der, ein Schüler Hugo's und H

und ohne Unfall von Statten gegangen.

diesem Tage.

der Bahn von h

machen, wurden von allen Anwesenden bewundert.

In dem heute Morgen stattgefundenen

war der Saal nicht sehr gefüllt, da eine General-Versammlunÿ der Buchhändler auf der Börse, sowie die Meßgeschäfte un) iners die Musik-Liebhaber vom Besuche dieses Konf zerts abgehalten hatte, doch ist eine nicht unbedeutende Summ

mehrere

(nahe an 400 Rthlr.) eingekommen.

Auch hier haben wir, wenn schon nicht in dem Grade ti zu Dresden und Berlin, einen auffallenden Wechsel in der Wis Am 9®9ten d. Vormittags stand daf Thermometer auf 19° und nach zweimal 24 Stunden des Moi gens kaum über dem Eispunkt, so daß in der Nacht vom ll

terung erfahren müssen.

zum 11. Mai die meisten Gartenfrüchte, die

ein großer Theil der Baumblüthen erfroren sind. uft bis jest keinen nachtheil gen Einfluß auf den Gesundheitszustand der Stadt und Unzÿ

oche sind in ersterer: 27 Person beerdigt worden), auch hat fih die neulih geäußerte Befü tung, daß Entzündungen, ja sogar Faulfieber ,

hat dieser schnelle Wechsel der ung zehabt (in der lebten

ansteckend sich gezeigt hätten, nicht bestätigt.

Mänchen, 10. Mai. daß der (in Nr. 131. der Staats-Zeitun

liche Stiftungs-Brief einer Hülfs-Kasse für jeden der acht Bay rischen Kreise bereits unterm 6. Juli 1828 erlassen und jebt n von neuem in Erinnerung gebracht worden sey. : iesige Korresponden schreibt vom Main, 9. Mai: „Der jo geräuschvoll und krie lustig in Aufwallung gerathene Belgische „Patriotismus“ fin an, sih abzukühlen, und wird in den ersten Tagen völlig 4 Wie kann es auch anders seyn! egierung war und ist nicht zu bewegen, Versprecl erritorialfrage) zu machen, die sle. nich

Närnberg, 12. Mai. Der

Besinnung kommen. Belgische gen (bezüglich der ten kann, denn selbst das Englische Kabinet , hat Kdnig Leopold mit klaren

rung. gane die Besorgniß aus, da

Belgiens gefährden müßten. Dadurch würde

sche Regierung am meisten kompromittirt werden, und d dieses in dem Augenblick, wo die Arbeiten der Londoner K

ferenz wieder ihren Aufang nehmen sollen, nur

Nachtheil seyn kann, so is zu erwarten, daß sie die innere R} Belgiens aufrecht ju erhalten wissen werde. Besondere Na #

sprechen sih bis jest wenigstens auch beruhigend über diesen Punkt aus, und von einer etwai) Verstärkung der Bundes - Besaßung der Festung Luxemb! von welcher Manche schon geträumt, is vorerst auch durchW keine Rede. Die Stärke der jebigen reicht hin, die Belgis ¡¡Patrioten‘/ vom Deutschen Gebiet zu halten. “7 -

Frankfurt a. M., 11. Mai. Das- Konzert, welches hi kürzlich unter Leitung des Kapellmeisters Guhr zum

richten aus Brúss}e

Abgebrannten in Wexid und der durch die

hat die Summe von 1888 Fl. nen 424 Fl. 17 Kr. für Kosten aogngen, trage sind je! Drittel, nämlich 9 ßishen Ge

und Rheingegenden, und ein Drittel, nämlich Königl. Schwedischen General-Konsul , Herrn Beförderung nah Wexid übergeben worden.

riften berücksihtigt, an B und Broschüren, wissenschaftlichen und vermischten Inhalts, in ausländischen Sprachen 419, an Romanen 1 tischen Schriften 41, so wie an Land- und Himmelskarty (lp Nummern, zusammen 3951 Schriften, wovon 305 im Ausland, die übrigen in Deutschland (die Schweiz, Ungarn und die ni Deutschen Bunde gehdrenden Staaten Preußens dazu gere,

Zur ganzen Anzahl haben 519 Verleger h, tragen (darunter 96 auf Reigel in Kopenhagen, 67 auf ViE

aubold’s, große Verdienî um die Literatur des Rômischen Rechts und dessen Geschichte s erworben hat, eine eigene Druckschrift dem Jubilar zugesend worden , die zugleich als Probe der von dem dankbaren u} gelehrten Schüler des Jubel - Doktors seit längerer Zeit vor} reiteten Ausgabe der Lex Romana Visigothoram dienen soll. E

Die bis Machern, einem in angenehmer Gegend gelegengs! Rittergut an der Straße nah Dresden, 4!/, Stunde von hies entfernt, am 11. Mai erdffnete Dampfwagenfahrt ist gli} ie erste Probefahrt wurde am frühen Morgen mit der Lokomotive und 2 Vagas in 20 Minuten zurückgelegt, die eigentlihe große Fahrt Mi tags von dem Direktorium, dem Auéfchusse, den eingeladen Behörden und anwesenden ausgezeichneten Fremden, darum der Geheime Rath von Wietersheim von Dresden, unternon* men, die sih zu einem heiteren Mahle in Machern vereinigta! und im Ganzen betrug der Personen-Transport gegen 1500 4 Die großartigen Werke am Durchschnitte { Ftelbar die Stimmenzähler anzuerkennen, welhe die Macht- Machern, welche bald vollendet sind, und somit die Fahrbarki ier aus bis an die Mulde und Elbe mögli N der Versammlung den Antrag vor; die Hände der rechten

Bayerische Blätter bemerk

bgedruckte) Könj # AeA 2 A Schwyz, konnten nur in geschlossenen Schaaren den Rückweg

orten zu verstehen gegeb daß der Traktat vom 15. November zur Ausfährung k- men músse; in Deutschland belächelt man die Aufwallung Wallonischen Pairiotismus, und selbst in Frankreich finden \ Wortführer der neuen Belgischen Agitation keine Aufmur Unter solchen Umständen sprechen selbst - Belgische 0

ß der aufgereizte Pöbel leicht s Handlungen verleitet werden könne, welche die innere Ruh

7 Kr. brutto geliefert, von

Voi tin eto: 6 Fl. an den Kdni andten beim Deutschen Bundestage, Herrn Ge von Schöler, zur Beförderung an die Bedürstigen in den O

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Bei Gelegenheit des ö0jährigen Doktor- Jubiläums, Jl ches der um die Ausbildung und das Studium des Römis(|

Rechts hochverdiente Gustav Hugo zu Göttingen, kürzlich f uristen - Fakultät eine Tau} erfasser der Nr. Adolph Schilling

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N viel Wahrscheinlichkeit darauf rechnen konnten, die höchsten h S Aemter

* bestehenden Form der Benußung (durch das Hornvieh) bleiben;

Ï eine {dne Heldengestalt.

"zweite Frage, ob die Stimmenzähler anzuerkennen seyen, zeigte Ino entschiedener die Ueberzahl der Klauenmänner; da erhob

Mhen , beschneiten Berg nach Einsiedeln, Andere, die den Weg

von den .wankenden Gewalthabern dieser Landfriedensbruch für

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„N égehren wird.

Besten det À Uebershwemn!! Bedrängten in den Oder- und Rheingegenden veranstaltet wu!

Schweiz.

uúrcher Zeitung und der Schwäbische Merkur Nachrichten von unruhigen Vorgängen im |\ Nachstehendes sind einige Auszüge der be-

Die Z bringen ausführliche Kanton S chwy z-

nden Artikel : tresie Schwyz, 7. Mai. Gestern wurde Landes - Gemeinde

eim Dorfe Ee cbenthurm gehalten. Das Wetter, hell und warm, begúnstigte den Tag ungemein, und selbst aus den entfernteren Ortschaften strômte, durch Geläute und Schüsse emahnt, von früh an eine Menge Volks, neben den stimm- Männern auch Knaben, Weiber und Mädchen, nach hurm; selbst Fremde fanden sih zahlreih ein. Die

ng war für das Land sehr wichtig, weil die Li- beralen in der lebten Zeit sich so verstärkt hatten, daß sie mit das des Landammanns, des Statthalters und Seckel- nit Männern ihrer Ansicht zu bésezen. Die bis- haber der Gewalt hatten dagegen Alles gethan, diese und man sagt laut, das Kloster (Einsiedeln)

meisters ! herigen Fn ch zu erhalten, Un jagt lau! j

sie so unterstüßt, daß sie eine Menge Stimmen, zum

Weit theuer genug, erkauft haben. Die Frage, wodurch die Liberalen ihre Partei verstärkt sahen, ist die über die Benükung der ungeheuren Allmend, von der bis jeßt nur die Reichen Gewinn iehen, während die Armen die kein Vich dahin zu treiben haben, leer ausgehen. Die „Hornmän- ner’, d. h. die Reichen und ihre Klienten, wollen nun bei der

um einen Gegensaß zu haben, nennt man die Armen ünd ihre Gönner, welche gleichmäßige Vertheilung des Allmend-Gewin- nes wollen, „Klauenmänner‘“; die Gemäßigten, Vermittelnden endlih, mit einem doppelsinnigen Ausdruck „„Schwänzler. ‘/ Außerhalb Rothenthurms ist an der Landstraße, die nah Ein- sledeln oder Zürich führt, der Landögemeindeplaß, eine ebene Matte, von einer Bucht des Berges amphitheatralisch umschlos- sen. Auf der Matte war der Ring für die 6—7000 Stimmen- den abgesteckt, an einem Ende desselben, dem Abhange gegen- úber, das Gerüst aufgeschlagen, wo die Behörden saßen, unter ihnen der Landammans-Kandidat der Hornmänner, Ab Yberg,

Die beiden Parteien hatten sich so geordnet, daß eine grade Linie, von der Treppe des Gerüstes gegen den Abhang gezogen, sie schied. Landamman Holdener er- óffnete die Versammlung nach dem Herkommen mit Rede und Gebet; als er dann mit den zum Voraus angekündigten Ge- genständen beginnen wollte, unterbrach ihn Einer seiner Partei mit dem Antrage, daß man bei einer Strafe von 400 Franken die Fremden aus dem. Ringe weisen solle. Die Liberalen woll- ten das als. etwas Natúrliches den Behörden überlassen, theils um die Berathung nichr bis in den Abend hinauszuziehen, der gerade von ihren Anhängern aus den äußern Bezirken viele zu gehen genöthigt hätte, theils um niht zum Voraus mit-

haber, die Gefährlichkeit der Versammlung erkennend, unbe- fugt schon ernannt hatten. Der Landamman legte aber doch

Seite, der Hornmänner, wirbelten hoch in der Luft und Jauchzen ertönte, doch schien es allen Unparteiischen, sie seyen in der Minderheit. Schon hier gab sich die Wichtig- keit der Stimmenzähler kund; sie entschieden sich für die Hörnmänner und die Fremden mußten aus dem Kreise. Die

sich sofort Streit an der E beider Parteien, Prügel, zum Theil keulenähalich und mit Nägeln beschlagen, wurden ge- shwungen, und die Hornmänner behielten nach kurzem, hefti- em Kampfe das Feld, ihre Gegner flohen, zum Theil mit ck teinwürfen verfolgt und sich wehrend ; auch mehrere Pistolen- hüsse fielen. Einmal entfesselt, wandte sich die Wuth auch gegen die Liberalen auf dem Gerüst, das daher von der Be- hôrde rasch verlassen, von den Wäthenden zum Behuf des Dreinschlagens großentheils niedergerissen ward. Selbst die Zuschauer waren nicht sicher; viele wandten sih über den rau-

urch die empdrte Menge wagten, wurden mit Stein- ürfen verfolge. Diejenigen Klauenmänner, die nicht dem Osten des Kantons angehörten, die von Gersau, Küßnacht,

durch die Feinde antreten; Nazar Reding, ihr Kandidat zur ¡dammanstelle, floh zu seinen Freunden nach Einsiedeln; es - ieß, er sey zum Tode. bestimmt gewesen, wenn seine Wahl urchgegangen wäre. Mehrere sind schwer verwundet; man prach von gebrochenen Gliedern, selbst von einigen in Folge der Mißhandlung Gestorbenen, wie denn auch hier der Bürger- rieg ‘alle seine Furchtbarkeit entfaltet hatte. Die Meisten chlugen unbarmherzig und unausgeseßkt nach den Köpfen, bis as Opfer zusammenstärzte. Der ganze Eindruck war der, daß

en Fall ungünstiger Aussichten abgekartet gewesen sey; es ist aum an der Angabe zu zweifeln, daß von der Bühne das Zei- n zum Zuschlagen gegeben ward, und sicher steht, daß die ebenen Muottathaler mit dicken Prügeln, dem eses zuwi- er, den Plaß betreten hatten. Die Gegner, unvorbereitet, bewaffnet , unterlagen tros ihrer Ueberzahl; die anwesen- en Landjäger, so wie der Landamman, der das rothe Schwert ein wenig in die Höhe hob, schritten nur schein- ax ein. Alles verlief sich; die Anarchie ist proklamirt und an ine friedliche Ausgleichung läßt sich nicht denken. Das Ein- dige, was übrig bleibt, ist wieder eidgenössische Einmischung, “die auch von den zerstreuten Klauenmännern laut als nothwen: M19 bezeichnet wurde. Schwerlich wollten die Häupter der sieg- M Partei die Sache so weit treiben; es hätte ihnen ge- "gt, durch den Angri die Zahl der Klauenmänner verringert M sich so die Mehrheit für die Wahlen gesichert zu haben, S sie wurden der losgelassenen Kampflust nicht mehr Meister. beil kann ihnen nicht angenehm seyn, weil das öffentliche Ur- L sich nun entschieden gegen diese schreiende Verlebung des eleßes erklären und ein Einschreiten von Seiten des Bundes G di Den Mönchen zu Einsiedeln wurden Abends t ie Fenster auf einer Seite des großen Kloster - Gebäudes Mage elen und das Volk war shwer von noch Schlimmerem rin ringen. Spottende Klosterknechte hatten den kochenden Ausbruch ehe C Ae Ao nt R Klauenmänner zum ‘acht; den géldspende J i

auptscchuld ogt gëeldspendenden Mönchen messen sie die dot yz, 7. Mai. Die gestrige Lands - Gemeinde am a ada hurm wurde durch den im Austritt befindlichen Land- E Hldener erôfnet. Dieser versprah zwar zum vor- aber vor De nicht mit einer langen Rede zu belästigen, konnte k Drohen, Warnen und Bitten beinahe nicht zu Ende

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wollte, wurde er vom großen Müller und Kantonsrath Städlin (einem Hornmanne) unterbrochen, der bemerkte, er hätte, bevor zur Behandlung der auf dem -Gemeindsbogen verzeichneten Ge- genftände geschritten würde, zwei höchst wichtige Anträge zu stellen. Erstens solle jeder Fremde, unter namentlicher Bezeich- nung der Züricher, Luzerner und St. Galler, fich von den Schranken der Landes -GBemeinde ferne halten, und zwar bei 400 Fr. Buße; wer nicht bezahlen könne, solle am Leib ge- strast werden. Zweitens solle kein Kantons - Bürger bei Kriminalstrafe beide Hände aufhalten. Ungeachtet Je- dermann darüber einig war, daß weder ein Fremder sch in die Schwyzerishen Angelegenheiten L mischen habe, noch ein Bürger mit beiden den sein Stimmrecht ausüben dürfe, daß aber sowohl das eine als das andere schon in der Verfassung enthalten sey, Und daher die Fehlbaren ohne weitere Beschlüsse zur Strafe gezogen werden können, bemühte sich die Hornpartei denno, mit diesem kindischen Geschäfte f stundenlang U Yalten und mit den verschiedenartigsten Au- spielungen und Erinnerungen die Gemüther zu reizen und zu ANIEA Man hätte gern ein gegenseitiges Mehr hierüber zu Stande gebracht, damit auf un Weise die vom Kantons- rath bereits vorläufig gewählten Stimmenzähler faktisch an- erkannt würden. Die Klauenpartei wußte aber diesem künst- lihen Mandver dadurch zu begegnen, daß sie sich in dieser Beziehung mit den Hornmännern einigte. Nun sollte ent- schieden werden, ob die Landsgemeinde die vom Kantonsrath gewählten Stimmzähler bestätigen, oder aber diese Wahlen selbst vornehmen wolle. Es ist natürlih, daß die Hornpartei die bereits und wie es schien in ihrem Sinne gemachte id mit allem Feuer und möglichster Reizung vertheidigte, wäh- rend die Klauenmänner auf das ihnen selb| von den Gehörnten Pas direkte Wahlrecht nicht verzieten wollten. Es kam zum Abstimmen. Holdener meinte, das Mehr der Horn- männer wäre das größere, während unbefangene Zuschauer ents weder nicht entscheiden konnten , oder aber die Klauenmänner für die Sieger hielten. Man sollte noch einmal stimmen, und sich etwas weiter auseinander stellen. Während man sich hierzu anschickte, s{hwingt einer der Hornmänner seine Herkules- feule einem Klauenmann auf den Kopf, es beginnt ein färchter- licher Kampf, blibschnell dringen die durchgängig mit beinahe armdicken Knebeln und andern Mord-Jnstrumenten devallnccen R auf die höchstens mit leichten Stöcken versehene

egenpartei ein, Widerstand ist unmöglich, es fallen mehrere, ob bloß betäubt oder todt, ist noch unbekannt ; allgemeine Flucht, - Piftolenschüsse, Zertrümmerung der Bühne, Ausreißen der gnä- digen Herren unter Bedeckung der blutgefärbten Knebel! der Via nner, ein zürnendes Donnerwetter am E als

nde des großen Drama's, das fich im Kleinen vielfah wieder-

holt haben mag.“

Spanten.

Madríd, 3. April. Der gestrige Tag, als der Ds tag des Aufstandes der Hauptstadt gegen die Franzöfische Armee unter Murat, ist mit großem Enthufiasmus gefeiert worden.

Die Königin hat den General Espartero, weges seines Sieges über die Karlisten unter Negri, zum Geueral - Capitain der Spanischen Armeen ernannt. iese Würde, die fast mie dem Range eines Marschalls von Frankreich gleichsteht , -beklei- det außer Espartero nur noch Castaños, Herzog von Baylen.

Der Hablador, ein Abendblatt, will wissen, daß Espar- tero der Königin Vorstellungen gegen die Beibehaltung des jez- zigen Ministeriums gemacht habe.

Portugal.

Lissabon, 23. April. troß ihrer schlechten Zusammenseßung, doh mehr gethan als alle früheren seit 1834, denn sie haben von dem Budget we- nigstens die Ausgaben diskutirt und genehmigt. Das Wini- sterium erhielt in einer ihrer lezten Sitzungen ein Vertrauens- Votum, wodurch es zur Erhebung der Cinkünfte ermächtigt wurde. Nach diesem Budget, welches veröffentlicht worden, beträgt die allgemeine Einnahnk des laufenden Finanz- Jahres 16,734,324 und die Ausgabe 17,389,934 Preußische Thaler. Es ist also noch ein Defizit von 655,610 Thalern vorhánden. Dies wird aber {winden und im Gegentheil noch ein Ueber- {uß von 156,506 Thalern herauskommen, weun die neuen Steuern für das ganze en erhoben seyn werden , denn in dem jeßigen Budget sind sie nur für sechs Monate mit einge- rechnet, da ihre wirkliche Erhebung erst mit Anfang dieses Jahres begann. Sie wurden ohne Abzug von den Cortes bewilligt, um die Fonds der Junta für den dffentlichen Kredit zu vermehren, welche die Zinsen der inneren Schuld abzu- ahlen hat. Wenn aber die Budgets überhaupt meist auf Voraus- Uung begründet sind, so übertrifft sie darin das vorliegende noch bei weitem, denn die eigentliche Schwierigkeit in Portugal ist eben, daß man nicht weiß, wie man die Steuern erheben soll. Jndeß hat allerdings das Finanz-Ministerium einen gro- ßen Gewinn daran gemacht, daß es den Titular-Staats-Mini- ster Manoel Antonio de Carvalho zum Chef erie Er is der einzige ausgezeichnete Financier, den Portugal jet t besi6t, und er vereinigt mit seinen Talenten eine strenge Rechtlichkeit ; leider is nur seine Gesundheit sehr cchwach. Von welcher Art auch

Baron von Tojal (Joao d’Oliveira), um seinen Posten gekommen, . so viel ist gewiß, daß derselbe nicht die erforderlichen Kenntnisse | besaß, um diesem Departement vorzustehen. Seine Ersezung durch den nunmehrigen Finanz- Minister is die Ae equisi- tion, welche Donna Maria machen konnte. Der Eintritt die- ses verständigen Mannes ins Ministerium muß der. Vor- läufer zu allmäligen weiteren Modificationen des Kabinets seyn, und die Königin ist auf dem beften Wege, eine gute Veuwaltung zu erhalten, die ihrer Krone Achtung und ihrem Lande Ruhe verschaffen wird. ill man aber dahin gean, so muß im Schlosse eine eherne Mauer gegen die Jntriguen aller Coterieen und Einflússe errichtet werden. Das Portefauille des Krieges ist dem Grafen Bomfim anvertraut worden. Dies hat er fei- nem uneigennüßigen Benehmen am 13. Mai (bei den leßten Unruhen) zu verdanken. Mertg vonBomfim's Arn wi ist bekannt; indeß in diesem Augenblick wird er gewiß nüsliche Dienste leisten, und die Königin kann auf ihn vertrauen. Die Veränderungen im Personal der Provinzial - Civil - Verwaltung haben schon begonnen. Die sechs neu ernannten Adminiftrato- ren lassen nichts zu wünschen übrig. Diese Verwaltungs-Beam- ten entsprechen den Französischen Präfekten. Die Verordnung, durch welche die National - Garde von den ungeeigneten Jndi- viduen, die Ls darin befinden, gesäubert werden soll, ist auch erschienen. Es blickt indeß noch ein geheimer Wunsch, die de-

| ließen Aller

Die legten Cortes haben, f

die Jntriguen gewesen seyn mögen, durch welche scin Vorgänger, der f

so lange fortdauern, bis wir ein ganz neues Ministerium haben werden.

Inland.

Berlín, 15. Mai. Gestern bezogen das ôte und Tte Kü-

rassier-, das 3te Husaren- und das Îte Ulanen- Regiment, so

wie 4 reitende Geshüte, das Lager bei Charlottenburg. Nach- dem Se. Ds der König die Front heruntergerítten waren,

chstdieselben die genannten Truppen defiliren, bei welcher Gelegenheit Se. Majestät der König von Hannover das 3te aren - Regiment als dessen Chef vorüberführte.

Um dieselde Zeit rückten die Potsdamer und Spandauer

Garnison und die 3te Jnfanterie - Brigade, bestehend aus

dem 2ten und 9ten Jnfanterie - Regiment, so wie aht Fuß- eshüße der 2ten Artillerie - Brigade Fe ein. Die Zte Jn-

anterie-Brigade hatte die Ehre, von Sr. Königl. Hoheit dem

Kronprinzen eingeholt zu werden, und empfing Höchstdiesel-

ben mit einem Leudigen Hurrah. Nachdem die Brigade in

der Stadt vor Sr. Königl. Hoheit vorbeimarschirt war, bega- ben Sich Höchstdieselben nach dem Lager von Charlotten- burg. Die Truppen haben heute Ruhetag. Ihre Majeftä- ten der Dia und die Königin von Hannover fuhren gegen

2 Uhr nach P Fee Sr. Majestät zur Tafel.

Königsberg, 6. Mai. (Kön. Ztg.) Ueber das am 28., 29, und 30. Juni hier abzuhaltende Pferderennen sammt Thierschau, wenn die Hoffnung, solches durch die Ge- genwart des Kronprinzen Königl. Hoheit verherrlicht zu sehen, nicht eine frühere Termins-Bestimmung veranlaßt, ist hier von dem Haupt - Vorsteher des zu diesem Behuf bestehenden Ver- eins in Preußen ein ausführliches Programm erschienen, wel- s jedoch nur die verschiedenen Rennen an diesen Tagen zum

egenstande hat, und welhem über die Thierschau am zweiten

Tage ein eben so ausführliches, besonderes Programm folgen soll.

Elbing, 10. Mai. (Elb. Z.) Nachdem in den ersten Tagen die-

ses Monats ein in unserem Klima um diese Jahreszeit fast beispiello-

ses warmes und heiteres Wetter (wir R einige Tage Mittags

20 bis 22 Grad Réaumur und auch Abends noch 16 bis 17 Grad)

die Vegetation auf überraschende Weise befördert hatte, is seit

dem Tten d., nah einem in der Nacht vorher stattgefundenen iemlih starken Gewitter, allmälig wieder eine wahre Winter-

älte zurückgekehrt; heute fiel Schnee und Hagel. Außer dem in Folge des Winters an den mit Oelfrüchten und Weizen be- stellten Feldern angerichteten Schaden erleidet durch diese Wit- terung die Aussaat der Kartoffeln eine um so nachtheiligere

Verzögerung, als die Vorräthe von denselben schon jeht fas

ganz aufgegangen sind. Die Heggen - Felder bieten dagegen

durcchschnittlich einen erfreulichen Anblick dar.

Stettin, 12. Mai. Die Handels-Marine des hie- sigen Regierungs-Bezirks zählte am Schluß des Jahres 1837

1 Schiffe von 24, 24 Lasten, 5 Schiffe von 1046 Lasten

mehr als Ende 1836. ebaut wurden in jenem Jahre 13

Schiffe von 1864 Lasten, beinahe noch einmal o viel als ím

Vorjahre. Die Schifffahrt in Swinemünde begann ausgehend

am láten, eingehend am 13ten v. M. Jm Waaren-Handel

Stettins, wo im April 57 Schiffe ankamen und 92 stromab-

wärts aus ingen, ist noch wenig Lebendigkeit eingetreten. Am

27sten v. M. Abends zwischen 10 und 11 Uhr wurde in Bahn ein Nordlicht beobachtet.

Breslau, 12. Mai. (B. Z.) Gegenwärtig befindet sh ín Breslau ein Nijähriger, rüstiger Veteran, welcher unter den Le Friedrich's des Großen gefochten hat, Namens Johann

ottlieb Alfärtyn. Er L im Jahre 1740 in Plauen im Boigt- lande geboren. Sein Vater stand beim Jufanterie- Regiment

Rensel und befand fich zur gen auf Urlaub. Mit déesem war

er Zeuge der Schlachten bei Roßbach, Leuthen, Torgau 2c., und

mit B lfe seines außerordentlichen Gedächtnisses weiß er meh- rere Scenen aus dem siebenjährigen Kriege mit vieler Genauig-

feit anzugeben, wodurch der Alte an Interesse gewiunt. r

selb| stand als Wachtmeister bei den Westpreußischen Drago-

nern; Wulffen, Gd6, Katt und Norrmann waren seine Chefs.

In dem Kriege mit Oesterreich, welcher die Convention von

Reichenbach zur Folge hatte, wurde er in einer Nacht bei einem

Ueberfalle durch Kroaten dergestalt verwundet, daß er im Jahre

1792 seinen Abschied fordern mußte. Um sein Leben zu fristen

und die Seinigen erhalten zu können, wurde er in Westpreußen

zu Filehne Schulmeister. Daselbst blieb er bis 1793, wo er als Kreis- ragoner in Schierau bei Posen angestellt wurde. Als die Polnische nsurrection unter Koseziusko ausbrach, wurde er von dem Polen

Xaver Sukumski gefangen und von diesem in Folge eines heftigen

Streits das Bildniß Friedrich Wilhelm U. gab die Veran-

lassung an eine Eiche auigedangen. Ein Zufall rettete ihm

das Leben. Nach seiner völligen Genesung zog er nach Choc und von da nach Grujecz bei Kalisch, wo noch jevt sein Auf- enthalt ist. Gänzlicher Mangel an den nellen Lebensbedürf- nissen veranlaßte ihn, eine fo beshwerliche Reise nach Breslau zu. unternehmen, um seine Preußischen Kameraden um Hülfe anzusprechen. Sein bloßes Erscheinen auf der Straße, beson- ders seine imponirende Gestalt und Haltung, die mit seinem mehr alterthümlichen als alten Aussehen sonderbar kontrastirt, erweckt die Neugierde und Theilnahme der Vorüäbergehenden, welche sich stets in großer Menge um ihn versammeln und sei-

nen Erzählungen eifrig zuhödren. 8

Halberstadt, 12. Mai. Die neunte Gemälde-Ausstellung des gege Kunst - Vereins (welcher nahe an 300 Mitglieder White hat gestern begonnen. Das bedeutendste Bild ift bis jeßt

omeo und Julie von Karl Sohn, welches auf Bestellung des

Vereins gemalt und zur diesjährigen Verloosung bestimmt ift.

Da erst der geringste Theil der Gemälde von agd nes ein-

getroffen ist, so haben wir noch kein Urtheil úber deu Reichthum

‘der Aus ellung an ausgezeichneten Werken.

Mänster, 11. Mai. Jn einer Bekanntmachung des Ober- räsidenten von Westphalen wird an die Wiederbelebung der rts- und Kirchspiels-Vereine erinnert, welche sich früher, auch

als. Hülfs - Vereine für die Rheinisch - Weftphälische Gefängniß-

Gesellschast, gebildet und die Sorge für die der Haft aus den

Besserungs- und Straf- Anstalten entlassenen Personen zum Ge-

genstand ihrer wohlthätigen, die Wirksamkeit dieser Anstalten

wesentlich erhöhenden Bestrebungen gemacht haben, zu welchem

Zwecke für die Art und Weise ihrer Hülfsleistung eine zweck-

mäßi nleitung gegeben wird.

Köln, 10. Mai. (Köln. Ztg Das Comité zur Erríich- tung der Rheinischen Seefahrts - Gesellschaft beabsichtigt, nach- dem das erste Schiff „der Rhein“/ bereits im vorigen Jahre eine Fahrt nah London gemacht hat, die Schoner-Brigg „der Verein‘/ nah Stettin in Ladung treten zu lassen und joll die Abfahrt am 1. Juni oder wo môglih noch früher erfolgen.

Trier, 10. Mai. Die Aussichten auf einen guten

erbst sind sehr getrübt, theils durch den Schaden, welchen der

mokratische Partei zu begünstigen, aus dieser Verordnung her-

F inmen. Als exr zur Behandlung der Traktanden schreiten

vor. Die Vorliebe für das demokratische Element wird auch

inter den alten Weinstôcken und denen von mittlerer oder