1838 / 146 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

O trum, - e ;

egierungs-Kaudidaten, welche meist aus irgend einer Beamten- | Klafsje oder aus einer vornehmen Verwandtschaft genommen sind, ge- | genüberstehen, werden sie von der biéherigen Opposition alslommes |

o pays empfohlen und unterstüßt; wo sie einem Oppositions- Handidaten entgegentreten, nimmt sie das Ministerium unter

der vagen Bezeichnung: cantidat constitutionnel, fär sich in An-

ipruch. Ohne in ein Detail von Personal - Notizen cinzuge-

hei, mgen do cilihe Angaben hier Plas finden, die zur bei

spielsweisen Erläuterung des Gesagten dienen. Der gewesene

Minister, Graf Sebastiani, vertrat seit zchn Jahren in der

Deputirten-Kammer das Departement der Aisne, als er vor

zivei Jahrea zum Botschaster in London crnannt wurde; als

er sich demzufolge der Neuwahl unterwerfen sollte, zogen ihm die Wähler zu Verviers ihren Landémann, Herrn Quiínette, Maire zu Soissons, vor. So hat der gegenwärtige Minister, Herr von Salvandy, vor einein Jahre-4zu Évreux einem dortigen Manufaktur-Beilzer, Herrn Trutcat, Plaß machen müssen ; der Präfekr ader, Herr Anton Passy, welcher damals wegen dieser Wahl-Angelegenheit seine Entlassung nahm, ist jezt Deputirter desselben Departements. und bekanuüt genug als Bertchterfkatter über das Renten - Konversions- Geseg. Das Departement des Loiret sendet statt eines hohen Offiziers und Königlichen Adju- taaten einen s{lichten Gutsbesißer (agriculteur); die Stadt Taen ftatt eines Generals und Plaß-Kommandanten eiten No- rarius; die Stadt Abbeville anstatt des Herrn Renouard, wel- cher lange Zeit Unter-Staats-Secretair im Justiz-Ministerium war und jeßt Rath beim Cassationshofe ist, einen beider Wählerschaft be- liebten Gutsbesißer der Umgegend. Zu Bourges mußte Hr. Devaux, der in den me?würdigen Jahren 1828— 1830 eine bedeutende parlamentarische Rolle gespielt und an der Redaction der Charte vom 7. lugust mitgearbeitet hat, gegen den Maire der Stadt zur ckstehen. Zu Lille, zu Cambrai, zu Valenciennes haben die südtischen Kandidaten das Feld behauptet ; zu Douai wäre das selbe geschehen, hätte man der Stadt nicht Eisenbahnlinien und goldene Berge versprochen; zu Arras hat die Regierung eben noch mit genauer Noth ihren Kandidaten , einen Capitain vom Geniewesen, gegen einen Brauer durchgebracht, welcher cin wichtiger Mann bei der Stadt ‘it. Herr Benjamin Delessert, durch seine wohlthätige und philanthropische Wirksamkeit rüßm- lichst bekannt, zugleich aber die allersteisste Personification des uste - Milieu, konnte das lezte Mal zu Saumur nur mit ei- uer Stimme durchdringen. Der Bericht-Erstatter, welcher im Namen der Kommission auf Verwerfung des für die Mobil- machung der Artillerie geforderten Kredits antrug, der Jnge- nieur-Capitaio Allard, ist bei dem 1833 begonnenen Bau der Militair:Straßen (ro1tes s!ra!égiques) in den westlichen Depar- temens thätig gewesen und hat sih den Wöhlern des Departe- ments Deux-Sevres so zu empfehlen gewußt, daß sie ihn an die Stelle des bekannten Herrn Ägier in die Kammer geschickt haben. Das Departement der Ardêche sendet Herrn Madier- Montjau, den Freund und Adjutanten Casimir Périer’s, nicht wieder ; statt seiner erscheint ein Mechanikus. Zu Bordeaux hat der Rath bei der Präfektur, Herr Hervré, dem Zngenieur Billaudel das Feld räumen müssen, und zu Beziers hat der gelehrte Physiologe und Akademiker Flourens den klassischen Herrn Viennct, „die Gans auf dem Kapitol des Juste-Milieu““, ausgestochen. Wir kdnnten noch viel solcher Notizen häufen ; die beigebrachten zeigen indeß zur Genüge, in welchem Sinne sich die Physiognomie der Kammer verändert hat. nicht unbemerkt bleiben, daß die Zahl der Civil- und Militair- Îngenicure unter den Deputirten sich seit zwei Jahren wminde- stens verdoppelt hat; die Ursache liegt zu Tage. Die verän- derte Stellung der Banquiers in der Kammer is nicht minder ein Zeichen der Zeit. Die sogenannte haute banque, die zu Casimir Périer's Zeit in allen Finanzfragen allmäch- tige und eng zusamimenhaltende Sippschaft dez Geld - Macht- haber, der Luchse oder Wehrwdsfe (!oups cerviers), wie Dupin in sei- nen Aerger fie benannte, ist vou ihrem Einflusse fast ganz zurückge- kommen und nur noch durch die Herren J. Lefebvre und Jo- seph Périer vertreten. Als dem Handels-Minister, Herrn Mar- tin du Nord, bei der neulichen Debatte über die Eisenbahnen die Aeußerung entschlüpfte, cin Compagnie - Projekt gewähre ohne den Beitritt eines oder mehrerer großen Banquierhäuser niemals genügende Sicherheit, war der Eindruck von so ungün- stiger Art, daß man gerathen fand, die Stelle im Abdruck weg- zulassen ; indeß wucde nicht vermieden, daß am folgenden Tage hei Verlesung des ‘Protokolls ein sonst ministerieller Deputirter, Herr Barbet, Maire von Rouen, einen {arfen Vermerk dar- über vorbrachte. Man hat den Tag so sehnlich hetbeige- wänscht, da die Regierung es, der Kammer gegenüber, nicht mehr mit den Trümmern der alten, ausgelebten politischen Par- teiei, nicht mehr mit Predigern und Advokaten dieser und je- ner politischen Theorie, sondern tein und lediglich mit dem Lande, mit dessen wahren Bedürfnissen und Junteressen zu thun haben würde. Nun das Ersehnte wirklih herbeikommt, weiß man sich nicht darein zu findea. Die gegenwärtige Majorität ist ganz in dem gewänschten Geiste. Sie ist gar nicht gemeint, an den bestehenden politischen Verhältnissen und Formen irgend etwas zu ändern; und das Wohlthätige dieser Waffenruhe, die- ser Beseitigung des alten unfruchtbaren Zankstoffes, wird von allen Seiten so befriedigend empfunden, es wendet sich Alles mit solcher Vorliebe dem aufgethanen neutralen Gebiete zu, des- sen Anbau so reichen, die National - Wohlfahrt fördernden Er- trag verspricht, daß selbst die früheren Parteiführer, halb gern, halb nothgedrungen, um nicht allein stehen zu bleiben, den all- gemeinen Zuge folgen, die alten Themata und Steckenpfcrde ihrer Beredsamkeit bei Seite werfen. Die Majorität will kein Ministerium stürzen und keines heranbringen ; sie kümmert sich mit keiner Sylbe um all’ die Fragen von Jnitiative, Präroga- tive U. dgl., welche ein müßiger Journalismus aufwirft und ge- flissentlich aufwählt; sie will dem Lande nüßen. Nichts wäre ihr fataler als die wochenlange Störung einer Ministerial-Kri- sis, wodurch das Zustandekommen nothwendiger und dringend erwarteter Gesehe vereitelt und die Session abermals zu einer resultatlosen werden dürfte. Die Majorität ist aber zugleich, und namentlich ist die große Zahl der Jüngst-Eingetretenen von einein praktisch-nußverständigen, ordnungsliebenden, wirthschaft- lichen Geiste eingenommen. Sie haben in ihrem Departement, in ihrem Bezirk, in ihrer Gemeinde Gelegenheit gehabt, in ci- uem kleinen, leiht zu überschenden und auszufüllenden Wir- kungsfreise das unmittelbar Nüßliche für das Gemeinwesen zu fördern, mit den Erfordernissen und Grundlagen der Verbesse- rung vertraut zu werden, an kleinem Gute großes verwalten zu lernen. Daraus erklärt sich, was die Majorität beivilligt und was sie verweigert. Sie bewilligt, was die Minister als nothwendig für den Bestand ihrer Verwaltung, fúr die dffent- liche Sicherheit und für die Ehre Frankreichs verlangen. Sie bewilligt Manches, was ihr nicht ganz nothwendig und gerecht- fertigt scheinen mag, um des Friedens und guten Vernehmens willen; wenn es wit eine mmale,- mit etnem Opfer abgethan

Es darf

| einzig mögliche Weg, auf welchem die Emancipation der De-

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| ass man basd darauf zu ihm ins Zimmee trat, fand man ihn in seinem Lehnsessel schlafend und die Broschüre, seinen Händen

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| ist, weun sie sich dur ein solches Votum für die Zukunft nicht bindet. Sie verweigert und verwirft aber, wo sie besorgen muß, durch cin zugestehendes Votum eingerissene Mißbräuche zu sanc- | tioniren, ganz besonders aber, wo sie Gefahr läuft, der leicht- | innigen Verwendung dffentlichher Gelder, der unordentlichen Führung fkostspieliger linternehmungen, mit einem Wort, der schlechten Wirthschaft Vorschub zu thun. Gegen solche Zumu- thungen sträubt sich in dieser Majorität nicht bloß die Einsicht, der Wille, sondern die Gewohnheit, der praktische Jnstiukt, und | solches Sträuben is unüberwindlih. Der Graf Jaubert, den an vielfeitiger Erfahrung, sharfem Verstand und munterem Blick so leicht fein Anderer úbertrisst, hat gleich zu Anfange dieser Sißung warnend und richtig vorhergesagt: „man mêge dies- mal fsáuberlicher und sparsamer mit dem Gelde der Steuer- pflichtigen umspringen; das Land werde scharf darauf achten.“ Es liepen sich aus dem angegedenen Gesichtspunkte sonder Múhe nit nur die bisher gefaßten Beschlüsse der Kammer motivi- | ren, sondern auch manches künstige Votum prophezeien. Dies | wiücde jedoch zu weit führen. Damit ich indeß das große Er- eigniß der Verwerfung der ministeriellen Eisenbahnprojekte nicht ganz unberührt lasse, so sey hier kurz bemerkt, daß in dieser | Sache allerdings drei Mächte gegen das Ministerium verschworen | gewesen sind und dies ist die wahre Coalition, nâm- li: 1) Der Geist der Sparsamkeit und Wirthschafclichkeit, das finanzielle, durch keine Auskunft gründlich beseitigte Be- denken der Majorität. Denn auf die Frage, aus welchen Mit- teln und Wegen auch nur die eine, auf 8 Millionen Fr. ver- | anschlagte Eisenbahn von Paris nah der Belgischen Gränze hergestellt werden sollte, wurde statt präziscer Antwort immer | nur auf die zu hosfenden Einnahme - Ueberschüsse und auf die | Reserve vom Tilgungs - Fondó verwiesen, obgleich bekanntlich die ersteren ganz oder fast ganz in Nachschuß - Krediten aufzu- gehen pflegen, die leßtere durch anderweitige, theils {hon vo- tirte, theils noch zu votirende Bau -, Straßen - und Kanal- Projekte auf Jahre hinaus in Anspruch genommen isi. | 2) Das Ministeriuia hatte die ganze Macht der Privat-Jnter- | cssen, in und außer der Kammer, gegen sich: Die Jndustrie | Und die Kapitalien werden sich nit gutwillig von einer Gewinn versprechenden Unternehmung ausschließen lassen und gegen alles | NRaisonnement, daß und warum der Regierung der Vortritt | gebühre, taub scyn und bleiben. Von allen Jngeuieuren in der | Kammer standen nur cin paar in dieser Frage auf Seiten der

| Minister, und diese paar gchôren zum Corps des ponts et chaussées. $3) Endlich und dieses Momeut isi für die Zukunft beachtenswerth das ministerielle Pro- | jefe war durch und durch im Geiste der Centralisation,

"Und der Geist der neuen Kammer hat eine entschiedene | Richtung gegen die Centralisarion. Die Rückwirkung der loka- | len Jnstitutionen auf die National-Repräsentation iff offenbar | in Frankreich de! natur- und verfassungsgemäße, und somit der

partements zuvörderst von den administrativen Fesseln und Hemmungen des jeßigen Systems zu Stande kommen kann und wird. Die materiellen Jnteressen geben natürlich den An- stoß zu solcher Bewegung, da ihnen zuerst die Bevormundung von Paris aus unerträglich werden muß. Es is freilich fatal. Man hat diese materiellen Juteressen angerufen, auf alle. Weise an sich gezogen, hat so {dn mit ihnen gethan, ihuen versprochen und angelobt, daß sie gehalten werden sollen, als die liebsten Kinder im Hause. Dafür hofsste man, sie wür- den sich gelchrig, willig und folgsam beweisen. Allein siehe da! nun sie herangewachsen und auf dem Plaße sind, was ist ihr erstes Wort? „„Thut uns den Gefallen, helfe uns, wo wir ohne Euch nicht auskommen, aber bleibt davon, wo wir Eure Hülfe nicht brauchen. Es geräch allemal besser, was wir allein ma- hen. Wir sind groß genug und brauchen uns nicht gängeln zu lassen.‘ Solchen Undank erlebt man an seinen Lieblingen.

Uls einen Beweis von der unerschütterlichen Seelenruße des Fürsten Talleyrand erzäß!st man Folgendes: Er ließ sich eines Tages von seinem Secretair eine Broschüre geben, und

entsunken, auf dem Boden liegend. Man war neugierig, die Schrift zu kennen, die diese eins{hläfernde Wirkung auf den Försten geäußert hatte, und man fand, daß es cine in den lei- denschafilichsten Ausdrücken abgefaßte Schmähschrift auf den Eingeschlummerten war.

Ein hiesiges Blatt sagt: „Unsere Diplomatie scheint auf allen Punkten des Amerikanischen Kontinents in Streitig- keiten verwickelt zu werden. Bekanntlich steht man in Mexiko im Begriff, oie Französischen Kaufleute L S und eine Französische Flotille kreuzt an der dortigen Küste. Ein beinaÿe ähnliches Ereigniß hat in Buenos-Ayres stattgefunden. Man erinnert sich, daß in Folge einer Weigerung der dortigen Re- gierung, die Französischen Kaufleute von dem Dienst in der Miliz zu befreien, welches Privilegium die Englischen Unter- thanen genießen, der Französische Konsul seinen Posten verlassen und gegen die Anforderungen der Exekutiv - Gewalt protestirt hat. Der Französische Admiral hat gleich nach seiner Ankunft in Rio eine Korvette abgesandt, um der Regierung von Bue- nos - Ayres anzuzeigen, daß, wenn sie guf ihrer Forderung be- stehe, er den Pla bsokiren würde.“

Die Sentinelle des Pyrénées enthält eine neue Procla- mation von Muñagorri, die dadurch interessant ist, das sie die Beschwerden der Basken darlegt. Er beklagt sich zuerst über die Alles zerstörende Verlängerung des Bürgerkrieges, über die bereits gebrachten Opfer, die übermäßigen Contributionen, über den gezwungenen Dienst in der Armee, die Vernichtung des Ackerbaues und Handels und die Entweihung der Religion. Die Ursache von diesem Allen, sagt er, sey ein Streit zwischen der Tochter und dem Bruder Ferdinand’s V11,, womit Navarra und die Baskischen Provinzen nichts zu thun hätten; dagegen hätten sie ein Recht, die genaue Bewahrung ihrer Privilegien zu fordern. Die bei dem Streit um den Thron interessirten Personen möchten diese Frage den Monarchen Europa?s zur Entscheidung vorlegen, und er wünsche, daß derjenige, dem die Krone zuerkannt werde, sie tausend Jahre lang trage, nur solle man dies nicht als einen Vorwand benußen, diejenigen gänzlich zu ruiniren, die schon zu viel gelitten. Er Ms sagte er, die dffentliche Meinung des Landes genau erforscht und sich von der Unmöglichkeit überzeugt, den Krieg durch die bisher angewand- ten Mittel zu beendigen; er glaube daher, seinem Lande einen Dienst zu leisten, wenn er sich an die Spiße mehrerer ehren- werther Guipuzcoer und Navarresen stelle und den Frieden und die Privilegien proklamire. Er erklárt, daß er durchaus fern sey von allem persönlichen Ehrgeiz und verspricht Allen, die Auszeichnungen oder Pensionen für geleistete Dienste genießen, daß sie nichts verlieren sollen, wenn sie sich um seine Fahne sammeln. Ein Jeder soll, außer den Rationen, eine, seinem

keine neue Abgabe auferlegt werden, da seine eigenen M, hinreichten, um die Kosten der Besoldungen zu decken, “ll

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Dec Jnfant Don Francisco de Paula iff am 153 5,

mit seiner Familie von Bayoune nach Toulouse abgerei, dortige Hafen - Beamte und der Spanische Konsul be; :

, V gleitet

ihn bis zur nächsten Station. Vor seiner Adteise empfing, ih

X ÿ die Civil- und Militair-Behörden von B, 3 des

Infant noch die Civil- und Militair-Behörden von Baygj,, Jn einem Schreiben aus Logroño vom 13. Mai (f

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man: „Es sind 8609 Mann unter van Halen von hiey ne 18 Viana abgegangen. Espartero befindet sich in Lodosa. Leon M Conde hat, durch zwei Brigaden verstärkt, Echarri beseßt uy, seine Vorposten bis Orteiza, eine Legua von Estella, vorges, ben. Alaix hat von Puente de la Reyna bis Santa Barg, 6009 Mann aufgestellt; es sind daher 20,099 Mann um Ep, konzentrirc. Espeleta hat den Pfarrer Merino bei Villa €, rubias angegrissen und ihm 80 Mann und eine Anzahl V, mit Proviant abgenommen. Merino is darauf naci N nien und Espeleta nach Santo Leonardo marschirt, wo di 67 listischen Magazine sind.“ E

Die hiesige Börse befindet sich, in Folge des anhaîten,, Sinkens der industriellen Actien, in ciner sehr kläglichen t, Alle neuen Aktien, die seit einigen Tagen ausgegeben wer),

Range zukommende Besoldung erhalten, und dem Volke solle

sind, sanken sogleich unter ihren Pari- Cours, und dies v das beste Mittel seyn, um den vielen Schwindeleien ein Cte zu machen. Aber auch diejenigen Actien, die sich biéher n des meistens Vertrauens erfreut haben, sind seië einiger, von allen Seiten ausgeboten. Die Asphalt: Actien (Sp, die cine Zeit lang zwischen 9 und 10,000 Fr. standen, tom. E man heute zu 4700 Fr. kaufen, und alle übrigen Untern E mungen der Art sind im gleichen Maße im Werth gesunken,

Großbritanien und Jrland. London, 19. Mai. Heute wurde im auswärtigen An,

ein Kabinetsrath gehalten, bei welchem sämmtliche Minister wF gegen waren, mit Ausnahme des Großsiegelbewahrers, U Duncannon, der unpäßlich ist. L 5

Der Nesse des jezigen Königs von Audih ist vorgestenW von Ostindien hier angekommen; er ist etwa 30 Jahr alt wE ein sehr fein gebildeter Mann.

An die Stelle des auf der Rückkehr nach England bes, E lichen Herrn Babington Macaulay it Here Hay Caniern F zum Mitgliede des Indischen Raths ernannt wordea.

Das Resultat der Abstimmung im Unterhause au Diensig Abend scheint dem Standard gar nicht so. günstig für di Minister, wie die ministeriellen Blätter es darzustellen suche, denn‘, sagt er, „die Konservativen zählten 295 Stimm; wáre Herr Halse nicht gestorben und Herr Hope nicht abu sead gewesen, so hätten sie 309 gehabt. Bei der großen 1 stimmung im Jahre 1835, von welcher das Schicksal des Pul schen Ministeriums abhing, hatten sie nur 289, Dies erzielt also einen cffendbaren Zuwachs von 11 Stinmen. Indeß di Sache steht noch s{hlimmer für das Ministerium. Die Majf* rität desselben war diesmal, wenn man die Stimmen der Herten Halse und Hope mit in Anschlag bringt, nur 17. Aber scchi|* Herren, Fleetivood, Pusey, Sir R. Fergufon, Sir C. Lemon,| Townley und Benett, stimmten nur deshalb mit den Minister, um sie vor einer Niederlage zu bewahren; sie wrden nicht u Gunsten der Appropriations - Klausel, sondern dagegen gestimu haben, denn sie tadeln diese Klausel, nur wollten fie den j nistern die Schmach ersparen, dieselbe zurücknehmen zu müssen, Zieht man nun diese 6 Stimmen von der cinen Seite ab un) fügte sie der andern hinzu, so würde die berüchtigte Resolutiu| vom April 1835 jeßt nur wit einer Majorität von 5 Stimmen durchgehen.“ Der Globe bemerkt hiergegen, das Tory-Bl; scheine ganz zu vergessen, daß die Tories ihr Amendement of fenbar schon lange vorbereitet gehabt und daher alle ihre Strei kräfte zusammenzgetriebeir hätten, wäßrend die Reformer dur den Acklandschen Antrag überrascht worden und daher. nicht s zahlreich versammelt gewesen seyen.

Der Morning Herald meint, es scheine jelzt mit, D'Cou nell’s Popularität sehr zur Neige zu gehen; bei einer Arbeiter Versammlung in Dorchester sey in der vorigen Woche sein Ne me mit lauten Verwänschungen begleitet worden; ein tadikals Sonntagblatt sage von ihm, die Welt habe nie einen fo ges nungs- und herzlosen Demagogen und Heuchler gesehen, un es scy hohe Zeit, daß alle Gutgesinnten mit Fingern auf ih zeigten; bei ciner Versammluig endlich, die am Montag in i Kron - und Anker - Tavern zur Unterstüßung der Forderung der Britischen Legion gehalten wurde, habeOberst Thompson denbilf* digen Sturz O’Connell’s und seiner „Werkzeuge“ prophezeit, ul diese Aeußerung scy mit stürmischem Beifall aufgenommen worde Was diese leßte Versammlung anbetrisst,in der Obers Churchill du} Borsil führte, so wurden in derselben den Minisiern die bitt&}* sten Vorwürfe gemacht, daß sie, die doch so viele Englän! dazu verleitet hätten, în den Dienst der Madrider Regickut zu treten, jest gar nichts fär die Berichtigung des rückstäud gen Soldes derselben thua wollten. Oberst Churchill vel eine Rede, die der Englische Kommissar, Oberst Wylde, au di Truppen der Legion gerichtet, und worin er ihnen die auédtüt liche Versicherung gegeben hätte, die Britische Regierung wei?! dafür sorgen, daß sie zu ihrem Gelde kämen. Allgemeines Mt ren erfolgte, als der Oberst den Namen Evans nännte; Ein! aus der Versammlung fragte: „Wo is der Genera! Eva! Warum ist er nicht hier? Was hat er im Parlament für \ Legion gethan?‘“/ Man warf dem General auch vor, dét sich aus Spanien fortgeschlichen und seine Truppen auf i höchst unmännliche Weise im Stich gelassen habe. Nächst will der Capicain Matthews die Angelegenheiten der Legion Unterhause wieder zur Sprache bringen. i

Aus Buenos-Ayres sind Berichte vom 25. Februar hit cingegangen. Bekanntlich hatte sich der Französische Konsul al dieser Republik entfernt und gegen das Benehmen ihrer R gierung protestirt, weil diese sich weigerte, die dort ansássigt! Franzosen vom Milizdienst zu befreien und ihnen die Priviv ien zu gewähren, welche die Britischen Einwohner genießt! In Folge dessen fertigte der Französische Admiral, der auf d Station von Rio-Janeiro kommandirt, sobald er dort angela? war, eine Korvette nah Buenos-Ayres ab und ließ der Ry“ rung ankündigen, daß er den Ort blokiren werde, wenn sie an sie gestellten Forderungen nicht bewilligen wolle. Mal glaubte daher, daß diese Regierung bald würde nachgeben n) sen. Jn Zeitungen von Montevideo wird gemeldet: haben keine Nachricht darüber, wo die Anarchisten jet stehen Sie sollen die Stadt Duranzno geplündert haben.“ Priva Briefe von dort sagen, 200 Judianer von dem Rebellen-Heelt} hätten sich empört, über das Land zerstreut und die árgsies : Gräuel begangen. Dieselben Briefe behaupten, daß die T pen des Rebellen-Chefs Ribera gänzlich demoralisirt seyen, V} daß er sich daher genöthigt gesehen habe, sich auf das ande} Ufer des Rio Negro zurückzuziehen.

. Europa zurückzukehren.

| ‘als das der Ustramontanen, und es

Der hiesige Amerikanische Gesandte, Herr Stevenson, hat | ern durch cinen Courier die Ratification des durch ihn | u Stande gebrachten Handels-Traktats zwischen den Vereinig- | ten Staaten und Griechenland erhalten. L A S! Der Gouverneur von Jersey, General-Major Campbell, | ¿7 am Sonnabend im s9sten Jahre seines Alters mit Tode ab- | gegangen. Er diente seit 1794 in der Englischen Armee und | nahm unter Anderen auch an der Schlacht bei Vittoria Theil. | |

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Ueber Land hat man Nachrichten aus Kalkutta vom 18., aus Madras vom 23. aus Bombay vom 31. Marz und aus China vom 1. Februar erhaiten. Sie gelangten von Hombay nah Suez in siebzehn Tagen und wurden von Herrn Faghorn über Marseille weiter besördert. Die Handeis - Ver- | hältnisse in Ostindien hatten sich ein wenig verbessert; die Jn- | digo - Aerudte wurde auf ungefähr 97,000 Maunds geschät. | Berichte über die Hungersnoth in den westlichen Provin- ¿en lauten furchtbar; die Einwohner von Agra hatten ihre Abendspaziersahrteun cinstellen müssen, weil sie es vor dem pesti- lentialisczen Geruch nicht aushalten konnten, den die ringsum- herliegenden Leichname veröreitetenz; ein fleiner Fluß iu der Nähe von Kahnpor soll von den Körpern der BVerdungerten ganz verstopft seyn. Jn Kalkutta hatte mgn eine Suöbscciption u Gunsten der Nothleidenden eröffnet, und am 15. März be- liefen sich die Beiträge schon auf mehr als 40,000 Rupien. In Delhi war solcher Mangel an Geld, daß der Kaiser seine Revenúen seit drei Monaten nicht erhalten hatte. Der junge Fhronerbe von Gwalior war, nach dreimonatlicher múhseliger Fristung seines Lebens, mit Tode abgegangen. Der Graf und die Gräfin von Cardigan ivoliten sich nach England einschiffen, um noch zur Krönung der Königin hier einzutressen. Jn Canton hatte sich der Preis des Opiums bis zum 1. Februar noch nicht gebessert, und in Bengalen und Bombay war auch der Preis der Baum- wolle sehr gedrückt. Das 63ste Britische Regiment war nach Mulmihn beordert worden, und vier Corps der Eingeborenen foilten sich bereit halten, um sich jeden Augenblicf von Madras nach Ranguhn einschissen zu können. Man wollte hierin eine Rorbereitung zum Kriege gegey die Birmanen erblicken. Zu Colombo auf Ceylon war eine Versammlung zur Förderung der Dam»fschifffahrt gehalten worden. Capitain Campbell hatte am 25. Februar nicht weniger als 103 Kinder in der Provinz Gumsur vom Opfertode gerette. Jn Madras hatte am 12. Mâärz Lord Elphinstone dem dritten Sohne des Prinzen von Hranien ein glänzendes Diner gegeben, und am Tage darauf hatte si dieser an Bord der „Bellona“/ eingeschifft, um nach

Mde

Der bisherige General - Gouverneur von Kanada, Graf von Gosford, isi nun auch hier eingetroffen. Das Benehmen

des sräßer schon zurückgekehrten Ex-Gouverneurs von Oter-

Kanada, Sir Francis Head, will Herr Hume nächstens im |

Unterhause zur Sprache bringen.

Note d la

Aus dem Haag, 2l. Mai. Jhre Königl. Hoheit die Prinzessin Albrecht von Preußen besichtigte gestern in dem Ate- lier des Malers Kruseman dessen großes Gemälde von dein Ge- fechte bei Bautersem am 12. August 1831, aufgefaßt in dem Augenblicke, wo das Pferd des Prinzen von Oranien verwun- det wird. Jhre Königl. Hoheit hat dem Könstler Höchstihren besouderen Beifall zu erkennen gegeben.

Es bestätigt sich, daß das Feuer im Kdnigl. Sommer-Pa- lais im Bosch dadurch entstand, daß beim Heizen eines Zimmers ein Schornstein, in welchem man im Jahre 1809 unvorsichti- gerweije eine Planke angebracht hatte, in Brand gerieth.

D el gn.

Brüssel, 21. Mai. Se. Majestät der Kdnig hat die De- putation des Senats, weiche mit der Ueberreichung der Adresse

| beauftragt war, empfangen.

Es sindet jeßt ein sehr lebhafter Courierwechsel zivischen hier und Paris statt.

Lüttich, 20. Mai. Die Hoffnung, auch jet wieder, wie im Jahre 1826, cine Union der verschiedenen Parteien zu Stande zu bringen, s{windet immer mehr, und diejenige der hiesigen Zeitungen , die sonst das OrFan jener Union war, der „Poli- tique‘“, ist seit kurzem entschieden auf die Seite der Ultramon- tanen getreten. Dagegen hat ein anderes Blatt, welches bis- her die Mitte zwischen den Ultramontanen und den Freisinni- gen gehalten, das „Espoir“/, sih nunmehr ganz auf die Seite der Lebteren gewandt, wo es vereinigt init dem „Journal de Liège“/ kámpfc, während ihnen gegenüber der „Courrier de la Meuse‘ und der „Politique“/ stehen. Den lesteren kommt noch, jedoch nur in monatlichen Lieferungen, das in. der Druk- kerei des Bischofs van Bommel zu Lüttich erscheinende (öfter mit dem „Journal de Liòge‘/ verwechselte) „Politisch - literari-. sche Journal‘ zu Hülfe, das sowohl seiner äußeren Ausstattung, als der inneren Einrichtung und dem Geiste nach, mit welchem es redigirt wird, den seic kurzem in München begründeten „„Hi- storisch-politischen Blättern‘/ als Muster gedient zu haben scheint. Hier wundert man sich natürlich nicht wenig über die Ehre, die dein sonst nur durch seine Nachdrücke und seine Nachah-

wungssucht sich auszeichhnenden Belgien dadurch zu Theil wird, daß man im wissenschaftlichen und kritisch sichtenden Deutschland gerade ein solches Produkt, wie das von Herrn Kelflen Hergusgegebene „Journal politique et littéraire“/, das eben nur einen Flämisch-Wallonischen Leserkreis vorausseßt, als der Verpflanzung auf Deutschem Boden würdig halten konnte. Aßer den genannten ünf Journalen erscheint bei uns noch ein jechstes, „die Industrie“, die zwar durch ihre Be- tampfung des Usltramontanismus die ahl der Streiter auf beiden Seiten ausgleichen hilft, jedoch wegen ihrer entschiede- nen orangistischen Tendenzen einen geringeren Einfluß als jedes der übrigen Blätter übt. Gleichwohl mehrt sich jedoh das Pu- blifum der sreisinuigen Journale ín viel größerem Verhältnisse, : ist nicht zu verkennen, daß die freie Diskussion, die-die leßteren angeregt, ihnen selbst am hachtheiligsten geworden. Wo es um den Kampf von Licht und Finsterniß sich handelt, wird die Oeffentlichkeit immer eine VUndesgenossin des ersteren werden, und nur in solchen Pe- lioden, wo, wie im Jahre 1830, eine widernatúrliche Verbindung (xtremer Ansichten zu gemeinschaftlichem Zwecke stattsindet, kann dieser Zweck, seines inneren Widerspruchs ungeachtet, für einen lugenblick obsiegen. Was inzwischen den Ultramontanen in Bel- gien zu Statten kommt, ist die vortheilhafce Position, in die se sich dadurch geseßt, daß sie sich den Namen „Katholiken“ beilegen Und ihre Gegner als „Antikatholiken““ bezeichnen. Der. Debildete, der Unterrichtete weiß zwar allerdings, daß man ein Fend der Ultramontanen, Jesuiten, Ligurianer 2. seyn kann, ohne vch darum dem Katholicismus im entferntesten zu nahe zu reten; der Belgische Landmann hat jedoch nicht Urtheilsfähig-

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feit genug, um diese Distinction zu machen, und glaubt wirêlih, was die ultramontanen Wortführer behaupten, daß seine Religion gefährdet sey, wenn die Freisinnigen die Mehr- zee bei den Provinzial-Deputationen und späterhin auch in der tepräsentanten-Kammer erhalten. Darum begegnet uns auch, troß des fleineren Leserkreises der ultramontanen Blätter, be- sonders in den Belgischen Städten, doch die damit im Wider- spruch stehende Erscheinung, daß bei den meisten Wahlen die Kandidaten dieser Bartei den Sieg davon tragen.

De Cla C0

München, 21. Mai. (Allg. Ztg.) gedrängt vollem Hause Molières „Tartuffe‘“/ aufgeführt. Die änkündigung dieses berühmten, seit 1787 in München nicht mehr gegebenen Stückes scheint nicht auf alle Klassen der Ge- sellschaft gleich angenehm gewirkt zu haben, ja es sollen Wet- ten stattgefunden haben, daß die Darstellung unterbleibe, welche, veranlaßt durch die Anwesenheit des Dresdner Hof-Schauspielers Pauli, der hier mit großer Anerkennung Gastrollen spielt, so gelungen fie war, doch nur stellenweise großen Veifall erhielt. Freilich waren diese Stellen einigemal sehr bezeichnend.

Luxemburg, 19. Mai. Das Journal de Luxem- bourg berichtet: „Unter den Prozessionen, welhe am 17. d. ihren Einzug in die Stadt hielten, bemerkte man auch eine aus dem Deutschen Theile des Großherzogthums, welche eine {dne Atlasfahne mit den Luxemburgischen Farben im Winde flattern ließ. In der Mitte derselóen war ein großes V in Orange- Zarbe eingestickt. Diese Prozession bestand aus 900 Menschen. Die Gemeinde is außerhalb des strategischen Bereiches der Festung belegen.‘

Der Comité-Directeur des zu Arlon errichteten patriotischen Vereins hat eine Proclamation erlassen, die sich eben so sehr durch ihre Heftigkeit, als durch die Unverschämtheit auszeichnet, mit der darin cinige lúgenhafte historisch, politische Behauptun- gen aufgestellt werden. Jn Bezug darauf äußert nun das hie- sige Journal: „Die Herren in Arlon haben vollkommen Recht, die Zerstückelung der Provinz ein großes Unglück zu nennen; aber wessen Schuld ist das? Hofften diejenigen, welche die Brabanter Jnsurrection organisirten, auch die Bundes-Fe- stung Luxemburg in die revolutionnaire Bewegung hineinzurei- ßen? Sie sagten es zwar, aber sie mußten das Ge entheil er- warten. Da die Belgier sich nicht des Hauptortes Feledtiaen konnten, so mußten sie auch einen Theil der Provinz aufgeben. Die Îdee, die Belgier in den Deutschen Bund auf- zunehmen, war nichts als ein Traum. Etwas, was man in der erwähnten Proclamation vergeblich sucht, ist eine gedrängte Angabe der Beschwerden, welche den Umschwung der Verhältnisse im Jahre 1830 auch bei uns rechtfer- tigen könnten. Jn Brüssel war die mit der Abfassuug des National-Manifestes beauftragte Kommission ihrer Aufgabe nicht geivachsen; was wollte man erst in Arlon anführen, wo man nicht einmal über das vielberufene Unterrichts - Monopol herzie- hen konnte? Die Herren müssen sih schon mit dem Argumente begnügen, daß die Mächte im Jahre 1815 über uns verfügt haben, ohne uns zu befragen. Diese Anführung ist indeß ziem- lich unpassend, denn wenn man sie gelten lassen wollte, so wäre jedes Land zur Jusurrection berechtigt. Dadurch, daß wir fol- chen Umsturz-Theorieen nachjagen, werden wir \{werlich Freunde gewinnen, oder die Mächte für uns einnehmen. Die Herren mögen sagen, was sie wollen, wir hätten uns im Jahre 1830 nicht sollen .verfähren lassen ; aber die Massen sind nie strafbar, nur die Führer.“

Im Journal de Luxembourg heißt es ferner: „Nach den Belgischen Zeitungen ist das, was in Luxemburg zu Gun- sten des slatus quo geschieht, der freie und einmüthige Ausdruck der Gesinnung der Bevölkerung. Man lese nur das Umlaufs- schreiben des Central - Comités von Arlon und die Adresse der Gemeinde von Ettelbrücê, und man frage dann noch, ob nicht bzide nach einem Leisten geschnitten sind, wenn man die noth- wendige Variante der Brúcke von Ettelbrúck abrechnet. Alle die shônen Sachen, «welche die Agenten auf Rechnung des Volkes seßen, sind ihre eigene Erfindung.““

S ch weiz.

In Bezug auf das (gestern mitgetheilte) Schreiben des Vororts vom 15, Mai hat derselbe unterm; Ubten d. M. das E Kreis-Schreiben an sämmtliche eidgenössische Stände erlassen :

_ (&uzern,/ 16. Mai 1838. Tit. YJundem wir uns auf dasjenige Kreis-Schreiben beziehen, durh welchcs wir Euer Hochwohlgeboren am llten d. M. von denjenigen Schritien Kenntniß gegeben haben, zu welchen wir uns, ia Felge der am öten l. M. im Kanton Schwyz stattgebabten Sitörug dek geseßlichen Ordnung, veranlaßt gefunden haben, beeilen wir uns, Hochdenselben diejenigen Beschlüsse abschrift- lich mitzutheilen, weiche in der Zwischenzeit von den Bezirken Einsie- deln, Wollerau und K‘ißnacht gefaßt und mittelst Schreiben vom 13, Mai den eidgenössischen Vororte amtlich mitgetheilt worden sind. Ew. Hochwohlgeboren werden sich aus der Einsicht dieser Aftenstücke davon überzeugen, daß, nachdem die Bezicke Einsiedeln, Wollerau, Gersau und Küßuacht den Beschluß gefaßt haben, die Kantons-Be- hörden des K. Schwyz durch thre Abgeordneten nicht mehr besuchen zu las- fen, die geseßlichen Befugnisse der obersten Behörden des K. Schwyz aufge- hört haben, indem dieselben, in Ermangelung der reglementarischen Zahl der Mitgiieder, feine rechztskräftigen Beschlüsse ferner zu fassen ver- mögen. Bei dieser Sachlage glaubte der cidgenössische Vorort, die Absendung der Hochdenselbeu bereits früher bezeichneten cidgenössi- scheu Kommissarien in den Kanton Schwyz, im Jnteresse dieses Kan- tons sowohl, als in demjenigen der gesammten Etdgenossenschaft mög- lichst beschleunigen zu sollen. Wirilich haben sich die beiden genann- ten Herren Koumissarien, nachdem ihnen der Siun und Geist der vom cidgenössischen Vorort entworfenen Jusiructionen durch die vor- örtliche Behörde am 15ten d. M. noch mündlich des Näheren erläu- tert worden war, bereits in den Kantou Schwyz verfügt. Seither ist dem eidgenössischen Vorort dasjenige von Landamman und Raih des Kantons Schwyz unterzcihneie uud vom 1Z5ten d. M. datirte Schreiben zugekommen, welches wir Ew. Hochwohlgeboren abschrift- lich zur Kenutniß bringen. Durch die in dem letterwähnten Schreidea enthaltene Proteflation gegeu alle und jede Einmi- schung des Bundes in die Angelegenheiten des Kantons Schwvjz, founte sich die vorörtliche Behörde indessen um so weniger veranlaßt fiuden, von den diesfalls gefaßten Beschlüssen wiederum abzugehen, als sie glaudt annchmen zu follen, daß die geseglichen Befugnisse der oberen Landes-Behörden des Kantons Schwyz um deswillen aufge- hört haben, weil cinuerseits zwci der aus fünf Mitglicdern besichenden Regiernngs- Kommission am 6ten d. M. ihre Stellen verfassungsge- mäß hätten niederlegen solle, und überdies cin anderes Mitglied sich von der Theilnahme an den Berathungen dieser Behörde zurückge- zogen hat, und weil andererscits der große Rath und der Kan- tons- Rath sich -in Folge der mitgetheilten Beschlüsse der Be- zirfe Gersan, Einsicdeln, Wollerau und Küßnacht nicht mchr in der zur Erlassung von Beschlüssen geseßlich vorgeschriebenen An- zahl von Mitgliedern zu versammelu vermag, und demnach auch die verfassungsgemäß vorgeschriebenen Erueuerungswahlen in den Kan- tonsrgth nicht haben vorgenommen werden können. Der eidgenös-

Gestern wurde bei |

sische Vorort hai desnahen die citgenéssischen Kounaissarien anze! ic- fscn, in Gemäßheit der erhaltenen Jasiructionen, die sämmtlichen Be. zirfe des Kantons Schiovz zu besuchen und auf Erzielung cíner gesezlichen Ordnung hiuzuwirfen. Uebrigens bebalten wir uns ver, ei Anlaß der Mittheilung des ersicn Berichts der cidgenössiscven Herren Kommissarien auf die obige Protestaticn zurükzukowmmen, und benugen daber uur noch den Anlaß, Euch Getreue, liebe Eidgeuos- fen, nebst getreuer Empfehlung in Gottes Allmächtigen Schuß, un- ferex voufommensten Hochachtung zu versichern.“ (Felgeu dic“ Un terschriften.)

S pañüíten Madrid, 13. Mai. Die Königin hat den Generalen Santos San Miguel, Mendez Vigo und Borso di Carminati den Orden Jsabella’s der Katholischen verliehen. Ein Königliches Dekret gestattet den Fremden nur dann

| das Reisen in Spanien, wenn sie mit einem von der Reaie-

rung ihres Landes ausgestellten und von dem daselbst residiren- den Spanischen Gesandten oder Konsul contrasignirten Passe versehen sind.

Die Herren Safont und Lasitte haben der Regierung Vor- schläge zu einer neuen Anleihe gemacht, doch sollen dieselben so drückend seyn, daß man glaubt, die Regierung werde sich nit darauf einlassen. j

Ein Schreiben aus Tudela in Navarra vom 8. Mat meldet, daß der Ober-Befehlshaber das Schloß von Los Arcos in die Luft gesprengt, da die Karlisten anfingen, es zu befesti- gen. Die Stadt hat wenig Schaden dabei gelitten. Die Ka- vallerie hat die ganze Nachbarschaft verwüstet und nicht einen Halm Getraide stehen lassen.

Pir t wt qa.

Lissabon, 5. Mai. (Allg. Z.) Der Krieg mit dem Gue- rilla-Chef Remeschido will noch immer kein Ende nehmen ; fort und fort werden die benachbarten Gegenden der Gebirge Al- garbiens, wo dieser Räuber haust, durch Einfälle, Mord und Plünderungen beunruhigt, ja diese Beunruhigungen erstrecken sich sogar bis auf die volkreihsten Städte in entfernteren Ge- genden der Provinz Alemtejo. Die Natur eines fast unzugäng- lichen Terrains in wilden Gebirgen, mit barbarischen Be- wohnern, die Remechido's Stüßzen und getrgue Anhänger sind, so wie die bisherige Nachlässigkeit des Gouverne- ments, zur Ergreifung energischerer Maßregeln, verbunden mit dem Mangel an Geldmitteln zur Bezahlung der Truppen, endlih die Jgnoranz der dortigen Behörden, welche oft ihr Augenmerk auf unbedeutende Gegenstände richten, das Wich- tigere aber darúber vergessen, sind die Hauptursachen, daß Re- mechido nun seit vier Jahren in jener Provinz deu Herrn spielt, und noch nicht hat úberwunden werden können. Das Diario do Governo liefert in seiner leßten Nummer einen langen offiziellen Bericht über die neueste blutige Affaire, wo man cine Abtheilung der Räuber, die selbst von NRNemechido üefehliat wurde, und die über 100 Mann stark war, viermal in den vor- theilhaftesten Positionen angriff, aus denen sie ein mörderisches Feuer auf die Angreifenden unterhielt, die sie aber stets aus ihren Stellungen vertrieben, bis sie endlich die Flucht ergriffen. Die Angreifenden hatten bei dieser Affaire nur einen Mann verloren, von Seite des Feindes fand man 15 Todte und erbeutete ein Bferd, einige Kühe und ein Gewehr und dergleichen Kleinigkeiten. Von Elvas schreibt man nach einem Berichte des Miguelistischen „Echo“, daß daselbst ein Courier angekommen, welcher die Nachricht ver- breitet, daß man in der Levante eine Miguelistische Expedition ausrüste, was Alles in Allarm gebracht habe; schon in einigen Tagen werde die Hälfte der Besaßung mit zwei Kanonen und einer Haubike nach Algarbien marschiren, um dem Remechido ein Ende zu machen, bevor jene Expedition eintresse! Aus Ta- vira dagegen {reibt man unterm 26. April, daß daselbft die größte Angst herrsche, denn Remechido stehe vor den Thoren, die Truppen wären ausgezogen, ihn zu schlagen, und in diesem Augenblick hôre man starkes Gewehrfeuer. Wahrscheinlich is dieses das Treffen, dessen schon oben erwähnt wurde.

BLa Ebi. em

Aus einem bei der Brasilianischen Legation in Hamburg eingegangenen, vom 23. März datirten Bericht des Präsiden- ten der Provinz Bahia über die neuesten , daselbst vorgefalle- nen Ereignisse theilt der Hamburger Korrespondent Nach- stehendes mit: „Der mit dem 7. November v. J. begonnene Aufstand hätte gleich beim Ursprung unterdrückt werden können, wenn den Behörden nur die gehörigen Mittel zu Gebote ge- standen hätten, welche dem Präsidenten, als er sein Amt antrat, jedoch mangelten, weil sie alle in der von den Rebellen occupir- ten Stadt konzentrirt waren. Es gelang mir indessen heißt es weiter durch die aus der Nesidenz und den Provinzen Pernambuco und Sergipe herbeigezogenen Streitkräfte ein Corps von ¿—5000 Mann in der Nähe der Stadt zusammenzuzie- hen, welches die wiederholten Angriffe der Rebellen jedesmal und immer zum Vortheile der Sache der Ordnung zurtickwarf. Ueberaus hibig ging es am 17. und 18. Februar her. Das Feuer währte am ersten Tage von 9!/, Uhr Morgens bis Son- nen - Untergang, am zweiten von 5 Ußr Morgens bis 7 Uhr Abends. Unser Verlust betrug 1909 Mann an Todten und Verwundeten und der feindliche, nah den eigenen Angag- ben der Rebellen, 6—$8600 Mann. Ein ansehnlihes Ge- schwader blokirte den Hafen und verhinderte die Zufußr von Lebensmitteln, so daß viele Personen, namentlich kranke und schwache, ein Opfer der Hungersnoth wurden. Es gelang mir überdies, die Landgemeinden der Provinz im Gehorsam zu er- halten, und wenn sich auch hie und da Sympathie mit den Re- bellen äußerte, so war sie doch so unbedeutend, daß sie weder Zeit noch Macht zur Entwickelung fand. Endlich, am 13. März, erdf\neten unsere tapferen Truppen den förmlichen Angriff gegen die Stadt, deren Besiß die Rebellen ihnen bis zum 15. März mit der größten Erbitterung streitig machten. Als die leßteren endlich alle Hoffnung verloren hatten, sich länger zu behaupten, legten sie Feuer in eine Menge der s{önsten Privat - Gebäude, die gänzlich in Flammen aufgingen. Dée öffentlichen Gebäude, die sie ebenfalls angezundet hatten, wurden durch die Uner- schrockenheit unserer Soldaten gerettet, die sich auf den Feind warfen und viele von denen töôdteten und gefangen nahmen, welche den Brand anschúrten. Wir haben über 4000 Anhänger der Rebellen zu Gefangenen gemacht, darunter ihr Oberhaupt Car- neiro, den sich als Minister des Innern und der auswärtigen Angelegenheiten bezeichnenden Sabino , so wie alle übrigen Minister der Republik, mit Ausnahme des Kriegs - Ministers, dessen man noch nicht hat habhaft werden können. Unter den Gefangenen befindet sih ferner der Chef des republikanischen Heeres, Namens Sergio, viele andere hdhere und niedere Offi- iere, der Polizei- Chef und mehrere Civil - Beamten. Diese hdne und reiche Provinz ist demnach vom Verderben errettet, welches die entarteten Sdhne ihr bereitet hatten, und ich hoffe,

I-L A D T E A r