1838 / 153 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ein, auê welchen sih ergab, daß die Zahl der protestantischen Kinder in allen unter dem Regierungs-System stehenden Schu- len sich nicht auf mehr als 15,000, die der katholischen Kinder dagegen guf 20,090 und darüber beläuft. Die Zahl der Schu- len beträat 870, und nur in 200 derselben befinden sich prote- stantische und katholishe Kinder mit einander vermischt. Der Bischof behauptete nun, daß der Zweck, vermittelst dieser Schulen unter den Protestanten und Katholiken Eintracht zu begründen, gänzlich mißlungen sey, daß man vergebens versucht habe, in diesen Schulen zwei verschiedene Unterrichts - Systeme, das eiízxe fúr die Protestanten, das andere fár die Katholiken, einzuführen. In vielen Fällen, sagte er, hätten die Lehrer in diesen Schulen Grundsätze verbreitet, welche mit der Ausfrecht- erhaltung der protestantischen Religion in Jrland durchaus im Widerspruch ständen. Auch über die mangelhafte Art der Jnspection dieser Schulen klaate der Prálat, indem er behauptete, daß es an ge- wissenhaften und unparteiischen Inspektoren fehle. Ferner föhrte er daruber Beschwerde, daß in denselben Schulen nicht genug auf das Lesen der heiligen Schrift gehalten werde. Endlich machte er den Jrländischen Unterrichts: Kommissarien den Vorwurf, daß sie zuweilen in ihren Anordnungen zu weit gingen, und in an- deren Fällen ihre Pflicht nicht genügend erfüllten. Der Mar- quis von Landsdowne fand es zwar sehr erklärlich, daß der Bischof von Exeter bei seinen Ansichten von jenem Unterrichts- System eine Diskussion desselben veranlaßt habe, nur hielt er den Zeitpunkt dazu für sehr übel gewählt, da weder das oberste weltliche Mitglied der Jrländischen Unterrichts - Kommission (Lord Plunkett, Lord-Kanzler von Jrland), noch das oberste geistliche Mitglied derselben (der protestantishe Erzbischof von Dublin, Dr. Whateley), im Hause anwesend seyen. Der Präsident des Geheimen Raths gab zwar zu, daß das National- Unterrichts- System in Jrland hinter den davon gehegten sanguinischen Erwartungen etwas zurückgeblieben sey, meinte aber doch, daß der Erfolg desselben jede vernünftige Er- wartung noch übertroffen habe, wenn man die vielen und gro- ßen Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen gehabt, in Be- tracht ziche. „Ist es nicht‘“/, sagte er, „ein großer Vortheil für Irland, daß 170,000 Kinder nach einem regelmäßigen Sy- stem unterrichtet werden, wenn man sich der früheren dürftigen Unterrichts - Mitttel erinnert? Dies System ist besser geglückt, als irgend ein anderes, und die Jrländischen Protestanten wer- den täglich befceundeter damit. Wenn es wahr ist, daß die Schulen bei diesem System zuweilen unter die Leitung katholi- scher Geisilichen kommen, so liegt der Grund darin, daß die pro- testantischen Geistlichen es unter ihrer Wúrde finden, ihrerseits die Oberaufsicht úber die Schulen zu übernehmen, weil sie dem eingeführten System oft zu feindlich gesinnt sind. Nie aber ist der Fall vorgekommen, daß ein protestantischer Geistlicher, wenn es sein ernslicher Wunsch war, sich mit den Schulen zu be- fassen, hieran verhindert worden wäre, oder daß er etwanige Hindernisse durch cine Vorstellung bei den Kommissarien nicht hâtte beseitigen fênnen.“/ Der Marquis sprach schließlich die feste Ucberzcugung aus, daß das Verdienstliche dieses Systems sich allmálig gegen Unwissenheit und Vorurtheil durchkämpfen werde, und er führte mehrere Fälle an, wo protestantische Geist- liche, die fcúher gegen das System eingenommen gewesen, sich nach nâkercr Erwägung mit demselben befreundet hät- ren. Der Herzog von Wellingtou stimmte allerdings der Anilche des Bischofs von Exeter bei, daß in jenen Schulen die Lehren der herrschenden Kirche gefährdet und die Einprägung der reinen biblischen Wahrheit vernachlässigt worden, erklärte aber dessenungeachtet, daß er die vorgeschlage- nen Resolutionen nicht unterstüßen könne, weil er während sei- ner cigzenen Amtsführung für die Bewilligung von Summen für die Befdrderung des in Jrland eingeführten Unterrichts- Systems gestimmt habe und man, seiner Ansicht nah, keinen Schritt thun dürfe, der darauf berechnet wäre, diesem vom Par- lamente sanctionirten System ein Enove zu machen. Jndeß hielt er do eine sorgfáltige Bewachung dieses Systems für nothwen- dig, damit die Regierung streng bei den ursprünglichen Absich- ten beharre, zu denen die Bewilligungen für den Unterricht ge- macht worden. Der Herzog trug daher (wie auch schon gemel- det) darauf an, ‘daß das Haus über die Motion des Bischofs von Exeter zur Tagesordnung übergehe. Die beiden Bischdfe von Derry und von Norwich vertheidigten das in Jrland eingeführte Unterrichts - System und versicherten, daß die acht- barsten Protestanten die wohlthätigen Wirkungen desselben an- erfannt hâtten, daß der fatholische Klerus sich keine ungeziemende Gewalt über die Jrländischen Schulen angemaßt, und daß die Unterrichts-Kommission sich stets auf eine chr lobenswerthe Weise benommen to1 wurde \chließlih mit 26 gegen 7, also mit einer Majorität von 19 Stimmen genehmigt.

Unterhaus. Sitzung vom 253. Mai. Als der Antrag Sir J. A Ba daß die Stadt Hawick ihr Recht als Wahl- ort bei den Parlaments - Wahlen für Roxburghshire verlieren soile, mit 272 gegen 250 Stimmen verworfen worden war, zeigte Lord J. Nussell noch an, daß er am Montage darauf antragen werde, vor allem Anderen zu den Verhandlungen über die Jrländische Munizipal{-Bill zu schreiten. Sir Stratford Canning erklärte, daß er eine Petition zu überreichen habe, in welcher über die vor einigen Monaten erfolgte Wegnahme eines Britischen Schiffes an der Nordküste des Schwarzen Mee- res Beschwerde geführt werde, und daß er diese Sache am 7. Juni näher zur Sprache bringen wolle. Lord Palmerston bemerkte indeß gleich im voraus, daß cine in der Petition ent- faltene Behauptung ganz unwahr sey; er (der Minister) habe näâmlich niemals in seiner amtlichen Eigenschaft, wie es in der Petition heiße, scine Genehmigung zu der Expedition jenes Schisfes ertheilt, und die Regierung sey daher auch für die Fol- gen derselben nicht verantwortlich.

Der Marschall Souslt wird nächsten Montag hier erivarte. Das fär ihn gemiethete Hotel liegt am Portland-Plaß an der Ecke. der Weymouth-Straße und ist dasselbe, in welchem früher eine Reihe von Jahren hindurch der Herzog von San Carlos, Spanischer Botschafter am Hofe von St. James unter der Regierung Ferdinand's ŸY1U., und spâter der Färst ‘Polignac wohnte.

Im Hydepark wird bet Gelegenheit der Krönung ein zwei- tägiger Jahrmarkt veranstaltet werden.

In St. Jve's stritten dieser Tage zwei konservative Kan- didaten, Herr Praed und Capitain Stephens, um die Reprä- sentation; der Erstere trug mit § Stimmen den Sieg úber Leb- teren davon,

Vorgestern wurde unter dem Vorsil des Herrn Routh eine Versammlung von Jnhabern der Obligationen gehalten, welche die Spanische Regierung für Forderungen Britisher Untertha- nen an Spanien ausgegeben, die durch die am 28. Oktober 182%, als Graf Aberdeen Britischer Minister der auswärtige

London, 26. Mai.

abe. Das Amendement des Herzogs von Welling- |

632

Angelegenheiten war, zwischen Großbritanien und Spanien ab- | | Kaiser von Rußland haben auf die Nachricht von dem gränzen,

geschlossenen Convention anerkannt worden. Der Zweck der Versammlung war, die Britische Regierung durch Petitionen an das Parlament zu Repressalien wegen der unterbliebenen Verzinsung jener Obligationen zu vermögen, und es wurde eine ín diesem Sinne abgefaßte Resolution einstimmig angenommen.

Belgien.

Brüssel, 28. Mai. Der Moniteur Belge enthält eine Erwiederung auf die gestern erwähnte Schrist des Brüsseler Ge- meinderathes. „Die Mitglieder des Brüsseler Gemeinderathes““, heißt es im Eingange derselben, „haben eine weitiläuftige Dar- legung der Gründe, die sie zu ihrer Abdankung bewogen, ver- dffentlicht; sie motiviren dieselbe durch den Plan der Regierung, der Stadt Brüssel allein die Bezaung der Entschädigungsgel- der für die Plünderungen in den Jahren 1830, 1831 und 1834 aufzuerlegen. Einige der dort angeführten Thatsachen bedürfen weiterer Erklärungen, und es sind dabei vorzüglich drei Punkte ins Auge zu fassen, nämlich: durfte die Kommunal-Verwaltung von der Regierung die Anerkennung eines Prinzipes fordern, vermöge dessen der Staat die Bezahlung der Entschädigungs- gelder hätte übernehmen müssen? Hat dieselbe ihre Ansprüche hierauf beschränkt, und würde die Abtragung der Entschädigungs- dtr die Stadt Brüssel in denStand geseßt haben, künstig.alle ihre usgaben zu bestreiten? Würden die von der Regierung vorgeschla-

genen Mittel nicht ihren Zweck erfüllt haben?‘/ Jn Bezug auf den |

ersten Punkt wird bemerklich gemacht, daß die Entschädigungéfrage sih weder auf die Stadt Brüssel, noch auf die durch die Plún- derungen entstandenen Verluste beschränke. „Die gesammten, durch die Kriegszustände verursachten Verluste belaufen sich

auf 20,114,926 Fr., die durch die Aufstände herbeigeführten |

nur auf §8,504,000 Fr., wobei die Stadt Brüssel mit 4,530,000 |

Fr. betheiligt ist. dieser Frage, aber sie wurde sowohl von diesem, wie von den späteren Versammlungen beseitigt. Der Grund dieser Beseiti- gungen war nicht nur die Größe der Summen, sondern noch mehr die Folgerungen, welche aus der Annahme des Grund-

saßes, daß der Staat die Entschädigungen 2 Ct nüsse,

chädigungen erwüstungen aufmun- | Die Ansprüche der Munizipal - Verwaltung, welche |

gezogen wotden wären. annehmen, heißt, den Feind zu tern.

Das F rOuN der Ent 5

Schon der Kongreß beschästigte sich mit |

sie wegen der Plünderungen im Jahre 1830 erhob, wurden |

vom Brüsseler Civil-Gericht und dem Appellationshofe verwor- fen. Eine ähnliche Entscheidung fällten beide Gerichte in Be- zug auf die Entschädigungs-Forderungen aus den Jahren 1831 und 1834.‘/ Jn Erwiederung auf ei M der oben be- ruhrten Fragen ‘wird angeführt, daß die

ihre Ausgaben zu bestreiten. Jn ihrer Adresse vom 22. März 1837 erfläre die städtische Verwaltung, daß die finanzielle Lage der Stadt trosilos sey, daß aus dem Jahre 1837 ein Defizit von drei Millionen herrühre, und daß das Defizit des Jahres 1838 wahrscheinlich noch bedeutender seyn werde. Jn Bezug auf den dritten Punkt heißt es: „Die Regierung überschaute die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse der Stadt, und bot ihr zugleich die Mittel, dieselben zu befriedigen, indem sie ihr die Garantie für eine Anleihe von sechs Millionen antrug. Um aber die Anleißhe:Summe genau. bestimmen d können, war es nothwendig, eine vollständige Einsicht in das Ausgabe - Budget der Stadt zu erlangen. Jm Jahre 1837 überstieg dasselbe nicht die Summe von 1,609,000 Fr., während die städtische

| Verwaltung in ihrem Briefe vom 6. April d. J. für das lau-

| fende Jahr mehr als zwei Millionen zu bedürfen erklärte. Die | Regierung, heißt es am Schlusse, bot der Stadt Brüssel an,

fúr sie zu thun, was noch fúr feine andere Stadt gethan wor- den war; man wollte ihr die Mittel geben, ihr Defizit zu dek- ken, ißre Schulden abzutragen, ihre Arbeiten zu vollenden, ih- ren Kredit wieder aufzurichtken und die Kommunal-Verwaltung erwiederte diese Anerbietungen mit der Niederlegung ihrer Stel- len in Masse.“

Lüttich, 28. Mai. Die Gegner der Ultramontanen haben bei der heutigen Wahl zur Provinzial - Deputation den Sieg davon getragen, indem Herr Neef, Burgemeister von Tilff, mit 445 Stimmen gegen 413, die Herr de Longree erhielt, ge- wählt worden is. Auch in Seraing haben sich die Wähler gegen den ustramontanen Kandidaten erklärt und dessen Riva- len, Herrn T. Michiels, fast einmüthig gewählt. Der günstige Ausgang dieser Wahlen giebt hier zu der Hossnung Raum, daß auch die Wahl des neuen Stadtrathes in Brüssel in diesem Sinne ausfallen werde.

Deutschland.

Dresden, 26, Mai. (Hannov. Ztg.) Nach neueren Mittheilungen von Seiten der unsere Geseße entwerfenden Kommission können wir bei nächstem Landtage ein ausführliches Geses úber den Nachdruck, dessen Definition und Wesen, wie Bestrafung erwarten, wobei, nach Vorgang der Preußischen und Würtembergschen Gesetze darüber zugleih Bestimmung er- folgen soll, daß fein Theater ein gedrucktes Theaterstäck, kein Komponist einen gedruckten Operntext ohne Zustimmung des Verfassers brauchen und benußen soll. Jedenfalls is dies ein Gegenstand, reiflicher legislativer Erwägung werth.

Oesterreich.

Wien, 24. Mai. (Allg. Ztg.) Die Nachrichten aus Spanien, welche so niederschlagend für Don Carlos lauten, machen hier wenig oder keinen Eindruck, weil man sie theils fr falsch, theils für übertrieben hält. Personen, die unlängst den Kriegs - Schauplatz verlassen haben, und mit den Verhält- nissen Spaniens und der daselbst sich bekämpfenden Parteien genau vertraut sind, versichern, daß, wenn auch augenblicklich Don Carlos sich im Nachtheil befinden sollte, dies ihn über das End : Resultat des Krieges keinesweges einshüchtern, und zu dem Entschluß, Spanien zu verlassen, verleiten könne. Jh- ren Ansichten nach, hätte er Polche Sympathieen über die ganze Halbinsel erweckt, daß er, selbst im schlimmsten Falle, sters Mittel finden würde, erlittene Verluste nah ei- ner kurzen gegebenen Zeit wieder gut zu machen; eine fehlge- schlagene Operation môge seine gegründeten oggen auf den Thron Spaniens ctwas weiter hinaus rücken, aber ihm die Gewißheit nicht nehmen, daß er den Thron seiner Väter besteigen werde. Man will daher in den Niederlagen und Meutereien, welche die Waffen des Don Carlos nah Angabe der Französischen Journal: zu erdulden haben, nicht Anderes als ein wohlberechnetes- Mandver erblickéen, um dem von der Madrider Regierung projektirten Anlehen einen Weg zu bahnen.

egierung zwar nicht | an den reichen Hülfsquellen der Hauptstadt zweifle, daß sie die- | selbe aber nichtsdestoweniger, selbst wenn die Regierung die | | Entschädigungs-Forderungen übernähme, nicht im Stande alaube,

Wéí

en, 28. Mat. (Wiener Ztg.)

Se. Majestät der

losen Unglücke, welches die durch den lebten Eiëgang der Donay

in Ungarn verursachten Ueberschwemmungen, besonders und Pesth angerichtet haben, als Jnhaber des Husaren: R ments Nr. 9, zur Linderung der durch jenes schreckliche Natur Ereigniß herbeigeführten Drangsale, eine Beistcuer von fe,

in Ofen egi:

fünf

tausend Dukaten gewidmet, und diese großmüthige Absich: dem

Hof-Kriegsraths-Präsidenten, Grafen von Hardegg, terie ra S EniT, Oesterr. Botschaft in St. in nahstehendem Allerhöchsten Handschreiben eröffnet:

„Die Nachricht von der großen Ueberschwemmun fär einen Theil von Ungarn, und besonders für die Ofen und Pesth, so verheerend gewesen, mußte um o

Mein Mitgefühl erregen Jch als Jnhaber des Mir von

da

durch V Petersburg,

g, welchs Städte mehr

Sr. hôchstseligen Majestät dem Kaiser Franz verliehency Hy

saren-Regiments für dieses Land nicht ganz ein Fremdling g;

Es is in derselben Eigenschaft, daß Jch Mich doppelt anges regt fühle, gegen Ew. Excellenz den Wunsch auszusprechen, jur

Linderun führten

St.

der durch jenes schreckliche Natu

r-Ereigniß herbeig,

rangsale, auch das Meinige beitragen zu dürfen, Jch habe zu diesem Zwecke die Summe von fünftausend Dy, faten bestimmt, über deren Verwendung ih Ew. Excellenz bitt den Befehl Sr. K. K. Majestät A zu wollen. G

eteróburg, 17. April 183 gez.) Nicolau

f.

Erster Jnhaber des K. K. Husaren-Regiments Nr. 9,“ Se. Majestät unser allergnädigster Kaiser haben auf dy hierüber von dem Hof-Kriegsraths-Präsidenten unterm 9ten d. 3

erstatteten Vortrag anzuordnen geruhet, daß die von Sr. My E

wohin die Einwohner auch alle ihre Gegenstände von A scha Pa Als der „Grampus‘/ in Veracruz war, erhielt man daselbst die Nachricht, daß in dem Mexikanischen Kongreß darauf angetragen worden sey, alle Franzosen aus der Republik u vertreiben. Am 22. April blofkirte das Französische Geschwa- der bereits den Hafen von Tampico. pat Der Franzdsishe Gesandte in den Vereinigten Staaten, err von Pontrois, hat dein Staats-Secretair für die auswär- tigen Angelegenheiten, Herrn Ln in Bezug auf die Blo- fade der Mexikanischen Häfen, nachstehende Mittheilung gemacht: „Alle Häfen Merxifko?s sind in Blokade - Zuskand erklärt worden. Diese Blokade beginut für Veracruz vom 15, April an und is seit: dem ohae Zweifel auch auf die übrigen Häfen der Republik ausge- dehnt worden, Die Jnftructiouen, welche dem Befehlshaber des Ge- shwaders, Herrn Bazoche, erthcilt worden find, stimmen, wie Sie aus dem beiliegenden Auszuge aus den Depeschen des Barons von Def- faudis erschen werden, mit d¿n von Fraufreich ausgesprocheuen fréi- siunigen Prinzipien in Bezug auf Blofadeu voilfommen übercin und find überhaupt fo abgefaßr, daß neutrale Schiffe, und namentlich die der Vereinigien Staaten, allen Beschränkunzeu und Unannehmlich- fciten, die zur Errcichung des voz der Regierung des Königs beab- sschtigten Zweckes uicht unumgänglich nöthig sind, überhoben fcyn den.“ BS Der Baron von Deffaudis, bevollmächtigter Minister Frankreichs in Mexiko, begleitet die Mittheilung der (in Nr. 150 der St. Ztg. gegebenen) vier Bloëtade- Artikel an den Fran: zösischen Gesandten in Washington mit folgender Note (auf welche hon in der Einleitung zu der im gestrigen Blatte der (g. mitgetheilten Korrespondenz der „Morning Chronicle“

E as Philadelphia hingewiesen woorden), worin er namentlich die

in Mexiko verbreiteten Gerüchte von Eroberungs-Plänen Frank-

jestät dem Kaiser von Rußland zur Unterstüßung der durch di F reichs fúr ganz abgeshmackt erflärt:

leßten verheerenden Natur - Ereignisse verunglückten Bewohne

der Städte Ofen und Pesth gewidmete menschenfceundlide Beihülfe von 5909 Dukaten an den Königl. Ungarischen Hos; kanzler, Grafen Pälffy, mit dem Auftrage Übermacht werde, dieses Geschenk an Se. Kaiserl. Hoheit den Erzherzog Palatin " abzufähren und selbes in die Kategorie der übrigen milden Bei träge einzureihen, deren Verwendung der zu Ofen bestehenden Kommission überlassen is.

Schweiz.

Der Schwäbische Merkur schzreibt aus det Schwei

vom 29.

Mai.

¿Die Führer der Hornpartei in Schwyz erho

| len sich allmählig von der Bestärzung, worin der 6. Mai se gebracht hatte, und gewinnen jene Keckheit wieder, durch welche

dergehalten haben.

| sie so lange den starken inneren und äußeren Widerspruch nie Ermuthigt und geleitet durch die Blätter

der fonservativen Kantone, stellen sie sich mit immer größerer Sicherheit als die rechtmäßige Obrigkeit, den Vorort aber, der,

dieß ver der der

Berichten

den He läumdun

mehr und mehr verringert.

sich eingemischt habe, dar... In die allgemein dem Nothenthurm die Bedeutung der

fennend, Anarchie wird rgang bei g erklärt,

halb und verbreitete für

als den Begrün ganz offiziellen Meinung über bôswillige Ver ganzen Sache aber

Da die eidgenössischen Commis

saire zur radikalen Partei gehdren, so ist es bei allen Konser vativen ausgemacht, daß der Bericht, den sie auszuarbeiten beauftragt sind, nur das Werkzeug der Radikalen seyn wird,

und die Regierung von Schwyz sieht sich gendthiger, von sich aus ebenfalls eine Untersuchung úber Entstehung und Hergang [f Der Vorort wird wegen unbefugte! Einmischung, die nur verhängt sey, um eine rebellische Minder heit zu unterstüßen, bei den Kantonen durch ein Kreisschreiben ver

der Sache anzustellen.

klagt, eine außerordentliche Tagsalzung wird verlangt, ja man läßt fal: len, daß man die Einmischung durch bewaffnetes Aufgebot zurücßzu- weisen gesonnen scy und daß die Commissaire froh seyn müssen, wenn man sie nicht bei dem Kopf nehme; den Leuten der äußeren Bezirke- endlich wird zu verstehen gegeben, was ihrer warte,

wenn die Macht wieder befestigt sey.

So

stehen jet die Sa-

hen und Niemand kann wohl sagen, wie es kommen wird. Der

Vorort is in einer unangenehmen Lage, da er das schwierige

Amt übernommen hat, einer ‘Partei aufzuhelfen, die seit sieben Jahren bewiesen hat, daß sie, ohne fremde Bajonette, gegen die klug geleitete, wohl organisirte Partei der Gegner selbst da den Kürzern zieht, wo sie die Ueberzahl ist, Ob sie durch die

lebte E sie jeßt

größerer

rfahrung zu aber

zeigen. Jmmer wirft

Thatkraft erregt sey, kann

die Armuth ihrer

Anhänger, die lange Gewohnheit des Gehorchens, das Gefühl | vielfacher Abhängigkeit, die geographische Zersplitterung und f vor Allem der Mangel hervorragender Führer ihren Plänen Hindernisse in den Weg, wogegen die Hornmänner eine cen |

trale Lage, das Ansehen der althergebrachten Macht, des Gel des und der Geistlichkeit auf ihrer Seite haben. Den Einfluß der leßteren niag man daraus ermessen, daß von den fanatisirten Bewohnern des Wäggi-Thales Viele sogar lieber hungern, als

bei einem Klauenmann Arbeit nehmen oder Brod essen, dat F

von eine

m solchen herrührt. Sie sind über

zeugt, daß der Un

sturz des Vaterlandes und der katholischen Religion in der Ab sicht der Klauenleute liege und die unmittelbare Folge wärt,

wenn sie an das Ruder kämen. Ganz ähnliche Verhältnisse | wie in Schwyz, bestehen in Wallis.

Wie dort inneres und

äußeres Land, so sind hier oberes und unteres feindselige Ge Die französischen Unterwalliser wollen von den deut schen Oberwallisern die gänzliche Aufhebung der frühern Recht Ungleichheit, und wenn es auch noch nicht zu einem förmliche Aufstande mit Freiheitébäumen gekommen ist, wie jüngst über triebene Nachrichten wollten, so ist doch die Gährung bede tend, und es darf um so eher ein Erfolg derselben erwartet werden, als in Oberwallis die Liberalen auch viele Anhänger haben, die den alten Vorrechten gram sind.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 7. Mat. Die Franzdsische Kriegsbrigg „C0 lypso‘’ ist am 28. April mit Depeschen fär den Französische Gesandten in Washington von Veraçcruz in Pensacola ang

gensäße.

fommen.

Die Pensacola Gazette me

ldet, daß man bel

der Abfahrt des „Grampus““ von Veracruz die Blokirung des Forts San Juan de Ulloa erwartete; man hoffte jedoch, da

es sich einige Zeit würde h

alten können.

Die Mexikaner wa/

ren bereit, die von den Franzosen bewilligte Entschädigung vol

800,000

eine Ehrenerklärung, wozu die Mexikanische Regierung nicht verstehen will. Ein Mexikanischer Bürger hat sich ten, der Regierung 10,009 Pferde zu liefern, und die will 1 Million Dollars zur Führung des Krieges hergeben. Französischen Kriegsschisse in Martinique und Havana haben Befehl erhalten, sich sogleich nah Verac

Dollars zu zahlen, allein die Leßteren verlangten n°0

ruz zu begeben.

sich evbo- Kirche

ie den Man

fürchtet, daß, wenn Veracruz von dem Französischen Geschwa/ der bombardirt- wird, die Föderativ-Partei

, werde.

Die Frauen und Kinder sind na

die Sradt plündern ch Jalapa gebrach!

„Sie schen, daß Herr Bazoche sich auf die Anwendang der mil- desten Zwangs - Maßregeln zu beschränken wünscht, wenn uicht neue Augriffe gegen die Personen und das Eigentham Französischer Un: terthanen in Mexiko _ihu zu strengeren Maßregelu zwingen. Dics Beharreu bei dem System der Mäßigung if lobenswerth, da die Mexikanische Regierung die Befanutmachung der schändlichsten Ber- ieumdungen über uusere Absichten , z: B., daß wir Mexiko crobern und zerstüceln wollten u. st. w., ruhig duldet, weun fie dicselden uicht etwa durch idre offiziellen Aftenstücke scibst hervorgerufen bat und dadurch nicht nur unsere Landsleute, sondern alle in der Republik ansässize Aus- länder der Wuth des Pöbels preisgiebt, wur utn sich selbst in der Macht zu er-

| balten. Ein solches Benehmen is ailen Vorschriften dcr Ehre, der Civilisation und der Humauität entgegen. Sie schen aiso, metu Herr, aus den Prinzipien, die Herr Bazoche zux Richtschuur sciucs Beuch- „mens angenommen hat, daß wir die neutralen Schiffe aller zur Er- rcibung unseres Zweckes nicht unumgäagliih nothwendigen Ve- shränfungen und Schwierigkeiten zu übe:h:ben wünschen. Jch bin so glücflih, Jhneu einen Umstaud mittheilen zu fön: Ï nen, der die Aufrichtigkeit unscrer Gesinnungen hiasichtlicz dicses Punktes, und namentlich in Betreff der Amcrifaner, bewcist. Heute lud der Befehléhaber der Kriegssloop „Oniaric“ nus cin, an Bord der Fregatte „PHermtnie“ zu kommen, um üns die bevorstebende An- funft des Packetbootes „Anna Eliza“ anzuzeigen, welches in Han- dels: Angelegenheiten und mit Briefen von New-York fomme. Wir mußten ihm zu unscrem Bedauera erklären, daß wir uns genüthigt } sähen, diesem Fahrzeuge das Einlaufen in Veracruz zu verbieten, da wir mit unseren cigenen Packetböten von Havre eben so verfahren Ï würden. Wir versprachen jedoch zugleich dem genannten Offizier auf scia Verlaugen, daß es dem Schreiber der „Auna Eliza“ gestat- | tet seyn solle, mit dem „Ontario“ zu fommuniziren, um die mitze- brachten Briefe abzugeben und Fustructionen für die weitere Be- stimmung des Pacfetboots zu empfangen.“

Folgendes sind die wesentlichsten in dem von dem Franzd- sischen Gesandten in Mexiko an die Mexikgnische Regierung gerichteten Ultimatum enthaltenen Beschwerdepunkte und Forde- Fan Ae

Jm Jahre 1833 wurden in Atencingo fünf Franzosen ermordet, an Pferdeschweife gebunden dur die Straßen Ti lileppt und dann am hellen Tage von den Merxikanern unter dem Geschrei „Tod al- len Fremden!“ in Stücke zerrissen. Dies Verbrechen i), unter dem Vorwande, daß die Umstände zu verwicclt uud die gerichtlichen For- wen zu weitiläuftig scpen, noch immer nicht bestraft. Unter den Fremden, die der Republik Texas zu Hülfe geeilt und von den Meri- fanern gefangen genommcn waren, befanden sich auch zivei Franzo-

sen, die in Tampico obne Weiteres erschossen wurden; der Oberst Gregorio, der dicieu Mord befahl, wurde zum General crnannt. Jm vorigen Jahre wurde eia Franzose des Todtschlages b-schuldigt und, ohne daß das Verbrechen wäre erwiesen worden, zu zehujähriger Ge- fängnißstrafe iu Veracruz verurtheilt. Endlich hat dec Oberst Pardo, Kommandant von Colima, cinen Französischen Arzt am heilen Tage angegrisfen, weil derseibe sich geweigert hatte, ibm cine Summe Geides zu leihen. Er entfam nur durch ein Wunder, sah sich aber genöthigt, das Land asen, da ihm die Behördea ihren Schutz versagten. Der Frauzbsi- heGesan:te verlangt nun die Summe von 600,000 Piastern welche unter diejenigen Franzosen vertheilt weiden sollen, die dur den Vürger- fricg in Mexiko Verlust erli:ten haben, ferner 20,000 Piaster sür die Hinterbliebenen der beiden ohne gerichtliches Verfahren hingerichteten

| Franzoscn, 9600 Piaster für den durch den Obersten Pardo verwun- Ï deten Arzt, 2000 Piaster für die ungesetlich eingeferferten Franzosen, die auch sofort freizulassen siud; der General Gregorio Gomez, der Oberst Pardo und die Mexikanischen Richter, welche die Gefangenen verurtbeilt haben, sollen sofort entlassen, und den Samilieu der in Atencingo ermordeten Franzosen 15,000 Piasier ausgezahlt werden.

: Dies Ultimatum enthält nicht die anderweitigen Geld - Forderungen Frankreichs an Mexiko, verlangt dagegen aber noch, daß Frankreich uit den begünstigtsten Nalioren auf gleichen Fuß gestellt werde, daß [f die Französischen Unterthanen in Mexiko von Zwangs- Anleihen frei 9 M E e H sie des Vorrechts, in Mexifo den Detail - Han- F deratf R uur gegen eine angemessene Eutschädigung s Der Mexikanische Minister der auswärtigen Angelegenhei- N bei der Anzeige von dem Empfange des Französischen vie natums, sein Erstaunen darüber zu erkennen, daß der Bag- R Deffaudis sich an Bord eines Französischen Schiffes M gezogen habe und nicht auf seinem Posten geblieben sey, dme, er dadurh mehr das Ansehen eines kommandirenden D Al, als eines friedlichen Gesandten erhalte. Nachdem er d Ri daß die Anwesenheit des Franzdfischen Geschwaders tir e üsten von Mexiko die Angelegenheiten noch verwictel- ei i )e Und der Mexikanischen Regierung nicht gestatte, die liege Punkte des Ultimatums in Erwägung zu zichen, did Mi mit der Bemerkung, daß dies Dokument so beleidi- A nts aenhlrigen enthalte, daß der Präsident der Republik werde zua a zu der Annahme derselben verstehen kônne; doch ranfeoee selbe sich nicht weigern, auf anderen Grundlagen mit

reich zu unterhandeln.

Die Times enthält nachstehendes Schreiben ihres Forrespondenten , des sogenannten Ga Reisenden , n deng, gto n vom 22. April: „Die Gerüchte über Verän- ir ide Bu Kabinet haben aufgehört, und man kann sie da- ; “dag näher beleuchten. Schon seit längerer Zeit war es Stell. At der General - Prokurator, Herr Butler, die

‘L Professor der Rechte an ‘der Uníiversität in New- orsesuenommen habe. Am 18ten hielt er seine Jnaugural- ession g: er wird jedoch his zum Schlusse der gegenwärtigen

es Kongresses im Kabinet bleiben. Der Marine-Se-

633

cretair, Herr -Dickenson, is seit langer Zeit so krank, daf ein Theil seiner Geschäfte von dem Kriegs - S0 hat Mas werden müssen ; außerdem if er auch bei der Marine, bei dem Publifum und bei dem Kabinet unbeliebt, und man hat Alles angewendet, um ihn zur Resignation zu bewegen. Er paßt nicht zu einem Beamten, aber er is nicht reich und liebt dabei sehr das Geld. Er ist aus dem Staate New - Jersey gebürtig und war Gouverneur und Senator dieses Staates. Sein jün- gerer Bruder war Repräsentant im Kongreß, wurde aber vor furzem auf Betrieb der Whig-Partei zum Gouverneur ernannt. Das Kabinet hegt die Hossuung, bei den Wahlen New- Jersey wieder fúr sich zu gewinnen. Die Familie Dickenson’s hat einen großen Einfluß daselbst, den sie wohl bei der Entlassung des Marine - Secretairs zu Gunsten der Whigs anwenden könnte. Es ist daher nit anzunehmen, daß der Präsident die Verant- wortlichkeit wegen Entfernung des Marine - Secretairs auf sich nehmen wird, vielmehr wahrscheinlich, daß die zunehmende Schwäche den Marine-Secretair zwingen wird, nach der Ver- tagung des Kongresses seine Entlassung zu nehmen. Der Kriegs- Secretair, Herr Poinsett, ist fortwährend krank und muß das Zimmer hüten. Dies is ein anderer Fall, der eine Vakanz im Kabinett veranlassen könnte, und es fönnen auf diese Weise al- lerdings Veränderungen im Kabinet eintreten, obwohl nicht auf Herr Poinsett ist

die Weise wie die Gerüchte sie darstellten. er ist der túchtigste Mann im

populär und verdient es auch; Kabinet. Herr Forsyth, Staats-Secretair für die auswärtigen Angelegenheiten, Herr Woodbury, Secretair des Schakbes und Herr Kendall, der General - Posimeister, werden ihre Aemter wahrscheinli behalten. Sie werden ihre Entlassung nicht neh- men und man wird sie ihnen nicht geben. Die hier genannten

sechs- Minister bilden das Kabinet.“/

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q Frankfurt a. d. O., 30. Mai. Die in diesem ahre vor Ueberschwemmung ihrer Grundstücke bewahrt geblie- benen Mitglieder der Marienburger Groß-Werder Damm-So- cietät haben, nach eingegangener Anzeige ihres Vorsteher-Amts, in dankbarer Anerkennung der ihnen im Jahre 1829 bei dem sie damals betroffenen Unglück durch Privat-Beitráge und aus öffentlichen Fonds gewordenen Unterstüßungen, gegenwärtig den Betrag von 646 Rthlr. 10 Sgr. aufgebracht und zur Unter- stüßung der durch das diesjährige Hochwasser der Oder beschä- digten Einwohner im Regierungs-Bezirk Frankfurt a. d. O. an die hiesige Königl. Regierung eingesendet.

Breslau, 29. Mai. Der gestrige Wollmarkt - Bericht lautete: „Obgleich erst heut die nöthigen Vor- Anstalten zu dem Wollmarkt getrofsen sind, so wurden doch bereits in den fein- sten Wolien Geschäfte gemacht. Niederländische Käufer legten 9 bis 11 Rihlr. mehr auf dieselben an, die Seehandlung ging bis 12 Rehlr. über den vorjährigen Preis, die Engländer warteten noch ab. Jn mittleren und geringeren Wollen war noch gar nichts entschieden. Heute (vom 29, Mai) wird da- gegen gemeldet: Das Woll - Geschäft wurde gestern und heute jo s{wunghaft betrieben, daß vielleicht schon 8 bis 10,000 Ctr. verkauft sind. Auch die Mittelwollen erlangten ansehnlich bes- sere Preise; ein Gutsbesizer, der voriges Jahr fär 63 Rthlr. verkaufte, bekam 78 Rthlr., ein Anderer, der um 60 Rthlr. verkauft hatte, erhielt 80 Rthlr. Jm Allgemeinen bemerkte man, daß diejenige Wolle besser ging, die voriges Jahr weni- ger machte, und umgekehrt. Man fragt sich, ob dieses rege Leben anhalten werde? Hält es an, so i| vor dem geseßlichen Anfang der Markt schon zu Ende.““

Breslau, 30. Mai. Jn der Nachricht über die hier am 28sten d. M. abgehaltenen Pferderennen in dem gestrigen Stúck der Staats-Zeitung ist zu berichtigen, daß im sechsten Rennen nicht der „Poor Boy“/, sondern der Hengst „Douglas“ des Grafen von Henckel-Siemianowißs Sieger gewesen. Ja den am 29ften fortgesezten Nennen, alle auf freier Bahn, und zwar in dem ersten (Königsreanen, in Schlesien gezogene Pferde, dop- pelter Sieg, Einjag 15 Fr.d’or, ganz Reugeld) um den von Sr. Majestät dem Könige wiederum Allergnädigst bewilligten Ehren - Preis, dessen Eigenthum jedoch nur durch dreimal nach einander gewonnenem Sieg erworben wird, so wie um den Vereins - Preis von 590 Rthlr. und die Hälfte der Einsäße, siegte über drei Mitbewerber der Hengst „Hyppolit‘/ des Gra- fen von“ Renard. Jm zweiten (Unterschriftsrennen, Herren reiten, Pferde im eigenen Besiß, Vollbluct ausgeschlossen, 3 Fr.d'or Einsalz) war von zwei Pferden der „Hidalgo“/ des Lieutenant von Lieres; im dritten (Herren reiten, Pferde aller Länder, nur -Trab, 2 Fr.d'or Einsa6, ganz Reu- geld) um einen Ehren - Preis und die Hälfte der Ein- säße, ebenfalls von 2 Pferden, der „Darius“’ des Lieutenant Grafen von Königödorff Sieger; im vierten (Pferde aller Län- der, Einsas 20 Fr.d’or, halb Reugeld, doppelter Sieg)_um den Vereinspreis von 500 Rthlr. und die Einsäße, war es von 4 Pferden, welche daran Theil nahmen, der „Stif“ des Prin- zen Benjamin Rohan; in dem fünften (Pferde aller Länder, Besißer reiten, 2 Fr.d’or Einsaß, ganz Reugeld) um ein von der Stadt Breslau ausgeseßztes silbernes Kleinod, stegte unter zweien die „Brillante‘/ des Lieutenant Grafen von der Gols, im sechsten (auf dem Kontinent gezogene Pferde, Vollblut ausgeschlossen, 2 Fr. d’or Einsas, ganz Reugeld) gewann den Vereins- Preis von 200 Rthlr. und die Einsábe, von 5 erschienenen Pferden der ¡¡Hidalgo“/ des Lieutenant von Lieres. Der scchnellste Lauf war

der im ‘ersten Rennen des ersten Tages, wo die Bahn von |

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1000 Ruthen in 4 Minuten Rennen des ersten Tages, wo 300 Ruthen einmal in 1 Mi- nute 25 Sekunden zurückgelegt wurden.

__ Löwenberg, 25. Mai. Der 23. Mai war fär unsere Efgend ein Tag des Schreckens. Nachmittags in der sechsten Stunde ist zwischen den Dörfern Hagendorf, Kunzendorf und 2. Neuland, Görisseiffen und Langenvorwerk während eines sehr schweren Gewitters und nach einigen starken Donnerschlä- gen ein so großer Wolkenbruch gefallen, daß die meisten die- ser Ortsczaften in einem Augenblicke furchtöar übershwemmt wurden. Brücken und Stege, Záune, Sommerhäuser, Appar- tements 2c., sehr viel Holz und sogar Baustäámme, Thüren und Fenstetladen wurden mit furchtbarer Gewalt fortgerissen. Auch in der Laubaner und Goldberger Vorstadt zu Löwenberg hat dieses Wasser alle so s{chôn angepfianzten Gemüsegärten über- shwemmt und versandet, auch einen großen Theil des Stadtgrabens gänzlich demolirt. “Menschen und Vieh sol- len zwar nicht verunglüc seyn, aber sehr Viele mußten sich in die hôhern Gemächer flúchten, und diejenigen, welche sich zu- fällig auf der Straße oder mit ihrem Vieh auf freiem Felde befanden, konnten sich nicht schncil genug in die zunächst gele- genen Häuser reiten, denn das Wasser ist unter furhtbarem

47'/, Sekunden und im fünften |

ungeheueren Schaden verursacht, auch sind mehrere durhbrohen. Wenn dieses Wetter in der Nacht p an ay wäre das Unglück viel größer gewesen. Ein Fuhrmann mít Wagen und drei Pferden wurde durch die Gewalt des in Strômen herabfließenden Wassers in den Chausseegraben ge- schleudert , hat sich aber wie durch ein Wunder mit sammt sei nem Fuhrwerk noch glücklich gerettet.

Reichenbach, 26. Mai. Heut Vormittag fand auf un- serm Roßmarkt die erste Kreis - Stutenshau und Prämien -Er- theilung an die Inhaber der besten Zucht - Stuten statt. Von 42 Thieren, darunter 8 von Dominial-Besigern, erhielten 3 der leßteren und 4 Rustikal-Pferde Preise, die bei jenen in Ehren- fahnen, bei diesen in 20, 15, 10 und 5 Rthlrn. bestanden.

Magdeburg, 1. Juni. Hier bereitet man si zu einem Musikfest von 300 mitwirkenden Sängern und Justrumentali- sten vor, wozu Künstlec von Ruf ihre Theilnahme zugesagt ha- ben. Die Haupt - Aufführung umfaßt ein neues Oratorium, ¿¿Ábbadona ¿ das von dem Musik-Direktor Mühling fomponirt ist, und die Tage des 28. und 29. Juni sind dazu bestimmt.

Düsseldorf, 27. Mai. Einer unserer Mitbürger , Herr Fr. Schimmelbusch von Solingen, hat in 7 Sälen eíne J lerie der Jndustrie-Produkte des Regierungs-Bezirks von aller Art, besonders der Eisen- und Stahl-Fabrication, gegen ein Ein- trittsgeld von 2'/, Sgr. erdffnet. Die einzelnen Gegenstände dieser reichen Musterkarte werden an Fremde und Besucher auch Ee und wieder ergänzt, so daß dadurch keine Lücken entstehen.

dln, 30. Mai. (K. Z.) Die Jndustrie-Ausstellung des hiesigen Gewerbe - Vereins in der Börse if seit cas M dem Publikum geöffnet und erfreut sih einer regen Theilnahme desselben, wie es der frequente Besuch sattsam bekundet. Die passende Aufstellung der verschiedenen Gegenstände in dem zu diesem Zweck ganz geeigneten Lokale ist sehr zu loben und macht dem Geschmack der anordnenden Vorsteher alle Ehre. Die Auséstellung selbst hat unsere Erwartungen übertroffen, da sie ohne alle Beihülfe und bloß durch den Eifer- der Vorstands- Mitglieder des hiesigen Gewerbe-Vereins zu Stande gekommen ist. Das löbliche Streben desselben, die Industrie hiesigen Plabes zu beleben, hat sich bei dieser Ausstellung auf eine schöne Weise bewährt, und wir wollen demselben ein ermunterndes | „Vorwärts!“ freundlichst zurufen. Die Ausstellung is zwar ein nicht ganz treues Bild der Industrie des hiesigen Plakes, indem eine Menge von-Jndustrie-Zweigen nicht repräsentirt ist, doch wird sih dies bei einer nächsten Ausstellung {hon besser gestalten. Die Lücken der Industrie sind durch manche shäß- bare Kunst - Gegenstände, welche der hiesige Verein bildender Künstler mit nicht genug zu lobender Bereitwilligkeit eingesandt hat, würdig ausgefüllt; diese tragen nicht wenig zur angenehmen Unterhaltung der Besuchenden bei. Der geringe Eniïce- Sa6 von 2/2, Sgr. macht es auch dem miader Wohlhabenden mdg- lich, sich eine Anschauung von dem Kunstfleiß unserer Stadt zu verschaffen.

Bonn, 23. Mai. Die katholisch-theologische Fakultät hat zu Anfange des gegenwärtigen Semesters folgende Bekannt- machung erlassen: „Die unterzeichnete Fakultät ist in Folge eines Erlasses des Herrn Kapitular-Verwesers des Erzbisthums vom I2ten d. M. beauftragt worden, die katholischen Theologie-Stu- direnden auf die geseßliche Vorschrift aufmerksam zu machen, gemäß welcher diese nah vollendetem Kursus nahweisen müssen, die Vorlesungen in den verschiedenen Disziplinen der katholi- schen Theologie gehört zu haben, um zu den Prúfungen behufs Aufnahme in das Klerikal -Seminar und zu den höheren heili- gen Weihen zugelassen zu werden. FJndem diejenigen, welche dieser Vorschrift nicht nachkommen, aufgefordert werden, die nach- theiligen Folgen, welche die Vernachlässigung einiger Vorlesuns gen treffen, wohl zu erwägen, sieht sich die Fakultät auch ver- anlaßt, wiederholt darauf aufmerksam zu machen, daß die ge- dachten Vorlesungen zugleich in der gehörigen Ordnung gehört werden. Bonn, den 16. Mai 1838. Die katholisch-theologische N der Königl. Rheinischen Friedrih-Wilhelms-Universität.

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onn, 28. Mai. (K. Z. as naturhistorische Museum der Rheinischen Universität hat in N tas raten Beweise der günstigen Berücksichtigung der hohen Königl. Be- hörden und der Liberalität der Bewohner unserer Provinz erhalten. Das Interesse fúr das {dne Landes-Jnstitut lebt also frisch im Andenken und in der That; Wunsch und Hoffnuna liegen nahe, daß sich dieses fúr und für zum ferneren Gedeihen der zwar großartig gegründeten, aber doch noch vieler Bereicherung bedürftigen Anstalt erhalten werde. Von Seiten des k ohen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal- Ange- legenheiten is dieselbe mit der Haut und dem männlichen und weiblichen Skelette des Auerochsen bereichert worden, eines Thieres, welches, wie der Steinbock, jezt zu den Europäischen Seltenheiten gehört. Noch zu den Zeiten der Römer war es auch in unserer Gegend verbreitet. Durch die fortschreitende Kultur allmälig nah Norden zurügedrängt, is jest nur noch eine kleine Heerde übrig, welche in der Waldung von Bigato- wicza bei Grodnow beshúßt und verpflegt wird. Kein Juadivi- duum darf ohne Erlaubniß der höchsten Behörden erlegt wer- | den. Die Genehmigung, vier dieser Thiere für die Museen zu Berlin, Breslau und Bonn erlegen zu lassen, wurde jedoch von diesen auf den Antrag unseres Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten mit größester Bereitwilligkeit ertheilt, so daß der Konservator des Museums zu Königsberg, Herr Wichmann, nach Grodnow gesendet werden konnte, um dieselben in Empfang zu nehmen und zuzubereiten. Hätte die Französische Armee auf ihrem Rückzuge jene Waldung berührt, so würden die Annalen des Krieges zugleich den Untergang eines der größten und kräfs- tigsten Thiere bezeichnen. Eine andere merkwürdige Berei- cherung ist der Saamen und die Frucht eines vorweltlichen Wallnußbaumes, der in den Braunkohlen-Lagern zu Friesdorf gefunden wurde. Das Museum verdankt dieselbe der Liberali- tät des Herrn Köhler, Besikers des dortigen Alaunwerkes. Der neueste Zuwachs, ein Geschenk des Herrn Freiherrn von Fürstenberg-Stammheim, ist ein augegaans gleßes und {d- nes Exemplar des merkwürdigsten aller Affen, des Orang-Utangs von Borneo. Da es Europäern fast unmöglich, in die Wälder jener Insel einzudringen, so gehört dieser Affe zu den seltensten und kostbaren Gegenständen der Museen. Der Herr Geschenk- geber fügte demselben noch das Fell und Skelett eines anderen seltenen Affen aus jener Gegend, so wie 9 kleinere Säugethiere aus Nord-Amerika bei. Außer diesen großen Bereicherungen erhielt die Anstalt noch von Frau Mertens: Schafhausen meh- rere JFtaliänische Korallen, Conchylien und Petrefakten, von Herrn von Nordeck einige interessante, fossile Zähne und von O Grafen von Varo-ein merkwürdiges Säugethier. Ueberdies sind noch die vielfachen Begünstigungen und Beförderungen ihrer

Geräusche in Manneshöhe von den Anhöhen herabgeschossen gekommen und hat auf den Feldern, Wiesen und in Gebäuden

Zwecke, welche sie von mehreren Handelshäusern zu Köln, El- berfeld, Krefeld und einigen mit jenen verwandten in Bremen

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