1838 / 181 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Á

R D

f

E Sn

Frländischen Richter von den ihm überreichten Listen sorgfältig alle Personen aus\{lossen, die ihnen nicht als entschiedene Orangisten bekannt waren. Dies nun veranlaßte den Lord Lyndhurst zu seinem obigen Antrage, der von Lord Brougham bereitwilligst unterstöß6t wurde. Es entspann. sich daräber eine lange Debatte, in der es sich fiideß 7 QupBals um juri- tische Formalitäten handelte. Vön míinisterieller Seite wurde emerkt, daß Lord Mulgrave ni<hts Anderes gethan, als was der Herzog von Northumberland, der Graf von Haddington, der Marquis von Wellesley, der Marquis von-Angtkesey und ver- muthlicd noch viele andere Lord - Lieutenants von Jrland vor ibn’ gethan, ohne daß jemals ein Versuch gemacht worden wäre, die Geseblichkcit ihrer Handlungsweise in Zweifel zu stellen; habe Lord Mulgrave vielleicht zwanzigmal es auf sich

genommen, Sheriffs zu ernennen, die auf den Listen der Rich- ;

ter nicht verzeichnet gewesen, während der Herzog von Nor-

humberland etwa nur in zwei oder drei Fállen-so gehandelt, .

lo sey doch nicht einzusehen, inwiesera die größere Häufigkeic der Haudlung dieselbe ungesehßlih oder verfassungswidrig ma- chen sollte, denn was in zwei oder drei Fällen geleglic sey, mässe es auch in zwanzigen seyn, ‘und Lord Mul- grave föônne_ nicht dafär, daß ihm die - von seinen To- roistischen Vorgängern ernaunten Richter nur - anerkannte Orangisten zu: Sheriffs vorgeschlagen, also Männer, von denen es allgemein bekannt sey, daß sie sich unter einander verbunden ätten, um. die Gesetze zu übertreten. Der Marquis von lanricarde lug daher im Sinne der Minister als Amen- dement zu der Lyndhurstschen Motion vor, daß die beantragte UntersaQuing nicht in so enge Gränzen eingeschränkt werden, sondern den allgemein befolgten Gebrau<h umfassen solle, das heißt eben so wohl das Verfahren früherer Verwaltungen, ie das des-Grafen Mulgrave, der in den leßten vier Jahren in Irlanò \o allgemeine Zufriedenheit erregt habe und nur von einer kleinen Koterie selbstsüchtiger Politiker angefeindet werde, die aus ihrer Religion einen“ Handels - Artikel machten, um damit Aemter und Einfluß zu erlangen und Alles g bedrúcken, was nicht zu ihrem unmittelbaren Auhang gehöre. er Oberrichter,. Lord Denman, machte die Bemerkung, daß {ber die Fenennung der Sherifss überhaupt in e

sich das. Geselz 1 4 hr \hwankenden und unbe- (n

England: wie- in Jrland in einem friedigenden. Zustande befinde, eine Ansicht , der auch der Her- zog von Richmond beipflichtete, wogegen Lord Brougham fie nicht gelten lassen wollte. Die Motion wurde chließlih in der vorn Marquis von Clanricarde amendirten Form, in der e sich nun auch auf die Zeit vor 1835 erstre>t. und die Tory- erwaltungen mit umfaßt, ohne Abstimmung angenommen.

n i pt Si6ung vom 25. Juni. Als heute Lord John Russell auf die dritte Lesung"der Jrländischen Muni- ipal-Bill antrug, machte die Opposition noch einmal den Ver- uch, diese Maßregel zu beseitigen. Lord Francis Egerton führte den Reigen an und beantragte geradezu, daß die Bill erst in drei Monaten zum drittenmale verlesen, das heißt, mit

. anderen Worten, daß sie verworfen. werden solle: Herr Emer-

son Tennent unterstüßte dies Amendement. Beide gingen davon aus, daß durch den Widerstand, den die Minister der von Sir- Robert Peel vorgeschlagenen , nah der. Armen - Taxe abzushäßenden Zehnpfund- Qualification für die Munizipal-

Wähler - geleistet ; indem sie eine Reduction dieser Qua- lification © auf fünf Pfund durchgesegt „/ die guten Abs sichten der Konservativen mit «Bezug auf diese - Bill

vereitelt worden seyen, denn die Minister hätten ihren Gegnern in dieser Maßregel ‘auch nicht den leisesten Schatten von einem Zugeständniß gemacht. Andere, Einwendungen gegen die Bill waren; daß man den Jrländischen Städten- die neue Munizipal- Verfassung ausdringen wolle, auch wo diese: nicht darum bâten, und daßdie städtische Polizei-Verwaltung den Stadträchen an- vertraut werden solle.. Das Haus war übrigens sehr ungeduls dig, und Lord F. Egerton wurde durch fortwährendes Geräusch unterbrochen, so daß der Sprecher wohl ein halbes Dußend mal zur Ordnung rufen mußte. Einiges Aussehen machte es, daß Herr Baring Wall, ein Tory, obgleich er erklärte, daß er keinesweges zur- ministeriellen ‘Partei überzugehen gesonnen sey, sich doch sehr- entschieden zu Gunsten der vorliegenden Bill aussprach und auch für dieselbe stimmte. „Niemals“, sagte er, „weder auf den Wahlgerüsten, no< im Parlamente, habe ich eine andere Meinung geäußert, als daß Jrland eine vollständige Munizipal : Reform erhalten müsse. Jch habe lange über den Verzug geklagt. Nicht darauf sollte man sehen, wie wenig wohl E iaeitas dürfte, um Jrland- zufriedenzustellen, sondern wie viel mgn mit-Sicherheit gewähren kann; einmal in meiner“ bescheidenen Sphäre ein-Opfer zu Gunsten Jrlands gebracht; ih verlor meinen Parlamentsfiß, weil ih für die Emancipation der Katholiken stimmte; was aber auch die Folgen meiner jeßigen Handlungsweise seyn - mögen, so muß ‘i - doch sagen, daß es nicht gerecht und nicht redlih- ist, dem ärmsten Lande des Reichs -die höchste Wahlrechts: Qualification auferlegen zu wollen. (Beifall.) Wenn auf ‘einer Seite Gefahr wäre, so möchte ih lieber auf der Seite der Liberalität irren, als. auf einer anderen, und deshalb will ich lieber für einen Fünfpfund-, als für einen Zehnpfund-Cen- sus stimmen. Es ist wohl kaum zu glauben, daß eine so ein- \sichtsvolle und unabhängige Körperschaft, wie das Oberhaus, sich weigern wird, zu thun, was den wahren JFuteressen des gesammten Gemcinwesens förderlich ist. Jch bedaure es, daß man sich auf dieser Seite des Hauses zu keinem Vergleich ver- standen hat; aber wie die Sachen jest stehen, und nah meiner innigsten: Ueberzeugung kann ih nuit umhin, bei. dieser Gele- benheit das Ministerium zu untersten, da ich glaube, daß dasselbe je6t ganz nach konservativen Bruntsägen handelt.‘ (Geläch- ter und Beifall.) Es ließen sich hterauf no<z Herr Grattan, Lord Mor- peth, Sir R. Peel, der Kanzler der Schaßtammer und einige andere Redner vernehmen; der Gegenstand ist aver {hon dur< mch- rere: Debatten so ers<böpft, daß er kein Jnteresse mehr erregen konnte, und als {ließli< no<- Lord Stanley das Wort neh- men wollte und mit der Behauptung auftrat, das beide Sei- ten des Hauses Unrecht hätten, wurde von allen Seiten zur Abstimmung gerufen, welche 134 Stimmen- für das Amende- ment und 169 dagegen ergab , so daß- dasselbe mit einec Majo- rität von 55 Stimmen verworfen und die. Bill unter lauten Beifall zum. drittenmal verlesen und angenommen wurde ; 264 Mitglieder von beiden Seiten hatten ihre Stimmen gegen ein- ander ausgetauscht. :

London, 2. Juni, Gestern sind die Fürstin von Hohen- lohe, der Ÿ “V4 von Sachsen-Koburg und der Färst von Lei ningen neb olge zur Krönung hier „eingetrossen. Die Zei- tungen fahren fort, über die Vorbereitungen. zu -dieser Festlich- feit a: ausführliche Derichte zu liefern.

az: den- mlnisteriellen Biäuern werden heute folgende bel

Gtlégendel! der Ktdnüng deschiossene Pairs: Beförderungen und |

Ich habe schon |

TDA4

Creirungen angekündigt: Zu höherem Range sollen erheben werden die Pairs Sr vis Mulgrave, Lord Dundas und Lord King, der Erste zum Marquis von Normanby, der Zweite zum Grafen von Zetland, der dritte zum Grafen von Lovelace und Viscount Oakham; der neu zu creirénden Pairs, von denen einige als älteste: Sdhne von Pairs jet schon etnen formellen Lords-Titel haben, sind neun an der Zahl, nämlich der Graf von Kintore, Viécount Lismore, Lord Roßmore und Lord Ca- rew, die alle vier unter demselben Namen als Barone zu Pairs erhoben werden, dann der ehrenwerthe William Craven Caven- dish Ponsonby, der als Baron de Mauley, Herr Charles Han- bury Tracy, Esquire, der als Baron Sudeley, Herr Paul Methuen, Esquire, der als Baron Methuen, Sir John Wrot- tesley, der als Baron Wrottesley, und der Marquis von Car- marthen, der als Baron Osborne zum Pair creirt wird. Sir F. Wrottesley, Herr Methuen und Herr Tracy sind jelzt Mit- glieder des Unterhauses und gehören zu den gemäßigten Re- ormern. i

i Das Unterhaus beschäftigte sich heute Abend wieder mit einer Diskussion über die Unruhen bei Canterbury.

Dem Vernchmen nach, soll der Kanzler der Scha6bkammcer nicht geneigt seya, in dem Engl.shen Bankwesen eine Verän- derung vorzunehmen, besonders weil die Zumebuny des Frei- briefs der Bank der Vereinigten Staaten dort von o nachthei- ligen Folgen gewesen ist. Man glaubt daher auch, daß die in London befindliche Deputation von Dublin, die gegen die Er- neuerung des. Freibriefs der dortigen Bank remonstrirt, unver- richteter Sache zurü>kkehren werde.

Das Dampfichiff „Great Western‘/, welches am 2ten d. von Bristol nah New - York abging, ist am l0ten um 4 Uhr Nachmittags von einem auf dem Wege nach Europa befindli- chen Schiffe unter 44° 40/ B. und 43° 40/ L. getroffen wor- den; es hatte also in acht Tagen schon zwei Drittheile seiner Fahrt zurügelegt und man kann daher annehmen, daß es New - York am lbten d., folglich in zwölf bis dreizehn Tagen erreicht haben wird; dies würde dann die schnellste Reise seyn, die bis jekt jemals zwischen Europa und Amerika gemacht worden.

Vom Cap hat man Nachrichten bis zu Ende Aprils er- halten, Das von Port - Natal gegen den Kaffern - Häuptling

ingaan abgeschi>te Truppen - Kommando hatte 3000 Stk Vieh erbeutet und 500 Weiber gefangen genommen. Die Meu- terer des aus Eingeborenen bestehenden Corps waren wegen Ermordung des Fähnrichs Crowe vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurtheilt worden. on Laguna ist gestern die Brigg „Elisabeth‘/ in den Dü- nen angekommen, die am lten d.- die von Havana kom- mende Brigg „„Timoleon““ unterweges gesprochen und von die- ser gehört hatte, daß das Fort St. Juan de Ulloa in Mexiko, welches Veracruz gegenüberliegt, von dem Französischen Ge- s{hwader genommen worden sey. Die Brígg ¡¿Timoleon“‘“ war am 23. oder 24. Mai von Havana abgesegelt und hatte die Reise über New-York gemacht. (Dasselbe Gerücht, ebenfalls auf eine solche unterweges aufgefangene Schiffs - Nachricht ge- gründet, hatte sich au<h in Paris am 24. Juni schon verbreitet, wo man noch hinzufägte, daß Tampico und Matamoras wahr- scheinlich bald ein gleiches Schicksal haben dürften.)

Die überaus günstige Veränderung, welche seit leßtem Frei- tage in der Witterung vorgegangen ist, und eine beträchtliche Zufuhr von Weizen aus den inneren Grafschaften hat den Preis dieses Artikels wieder heruntergedrükt, und es fanden sich gestern nur wenig Käufer, obgleich derselbe .um 1 bis 2 Shilling wohlfeiler zu haben war, als in den verflossenen vier- zchn Tagen. Jn Weizen unter Schloß wurden fast gar feine Geschäfte gemacht. i ;

L Ebr

Aus dem Haag, 21, Juni. Das Rand eie bes richtet, daß der Oesterreichische Gesandte im Haag, Graf Senffc von Pilsach, von seiner Regierung zum Mitgliede der Londoner Konferenz in der Holländisch - Belgischen Angelegenheit ernannt worden sey. Das genannte . Blatt fügt hinzu, die bekannte Rechtlichkeit jenes Diplomaten sey eine Bürgschaft fär die Nie- derlande, daß er das gute Recht derselben werde zu behaupten suchen.

Belgien.

Brássel, 25. Juni. Die Anleihe von 37 Millionen ist, wie man jegt erfährt, zu 3pCt. Zinsen und zu 73"/, ab eschlos- sen- worden. Der Baron von Rothschild hat. vor seiner Abreise nach Paris bereits $ Millionen Francs in. den Staatsschaßz

eingeschossen.

Lüttich, 26. Juni. Für die Familien der in der Kohlen- grube bei Seraing verungläkten 79 Arbeiter (nicht 40, wie es gestern durch einen Druckfehler n hat die hiesige Freimau- rer: Loge in ihrer gestrigen Versammlung eine Kollekte veran- staltet, welche 550 Fr. eintrug. Auch. in dem Büreau des Journal de Liège ist cine Sammlung: erdffnet , die bereits eine ansehnlihe Summe gebracht hat.

Deutschland.

Hannover, 28. Juni. Die hiesige Zeitung enthále noch keine Berichte über die leßten, wie man vernimmt, über- aus wichtigen Sitzungen unserer Stände-Versammlung. Da- gegen meldet dieselbe Nachstehendes aus Osnabrü >-vom gestri- en Tage: „Se. Majestät der König find auf dem Wege von

erden über Hoya, das Gestut Meemsen (woselbst Allerhöch|k- dieselben sich längere Zeit aufhielten), Syke, Bassum, Diepholz, Lemfdrde uud Bohmte, empfangen und begleitet auf dieser Route, wie auf den fráher passirten, von den jubelnden treuen Unterthanen, gestern Abend zwischen 11 und 12 Uhr hier einge- troffen. Allerhöchstdieselben geruhten, der Bitte. der vor dem Thore harrenden Einwohner ,- die Pferde vor dem Wagen ab- spannen und diesen weiter bringen zu dürfen , huldreichst nach- zugeben, und so gelangten Se. Majestät unter Fackelschein, be- eilet von-den Bürger-Schüken „, durch die- auf das festlichste mit

ränzen und Guirlanden geschmückten und glänzend erleuchte- ten Straßen, unter dem Geläute der Glocken, vor dem. König- lichen Schlosse unter dem Jubelrufe einer zahllosen Menge an. Zunächst dem Thore vor der Ehrenpforte waren vier Compag- nieen der hiesigen Schütengilde auf beiden Seiten ausgebe lt. Der Landdrost Gra v. Wedel hatte Se. Majestät an der Gränze der Provinz, 1!/, Stunden hinter Bohmete, der: Ober-Forstmei- ster von dem Bussche mit dem gesammten Forst: Personale hinter Oster - Cappeln empfangen. m. Schlosse, wo das Öffizier- Corps und die Cívil- Díenerschast versammeit- und die Znsan- téris in Parade aufgestelle war, überreichten 24 junge VDämen r. Majestät Blumen, und eine derselben «ein Slediht,"”

] sarien die Weisung,

Frankfurt a. M., 28. Juni. Der Taunus-Eisenbahn ist 5 vom Senate die definitive Konzession zur Durchführung der Bahn durch das Gebiet der Sxadt Frankfurt fast unter densel- ben Bedingungen , wie die hon in der Herzogl. Nassauschen Konzessions - Ertheilung enthaltenen, bewilligt worden. Die Haupt-Stationspläße der Bahn sollen zu Frankfurt, Kastell und

iesbaden angelegt werden. Jm Uebrigen muß sich die Ge: sellschaft verpflichten, das Aufsichtsrecht des Staates anzuerken- nen und weder eine Erhöhung des Actien - Kapitals, noch eine

Abänderung der Statuten ohne Genehmigung des Senates vor: E

zunehmen. Hamburg, 29. Juni.

König

Die Böktsenhalle theilt jedo<h in dieser Be- ziehung Folgendes mit: „Das Kaiserl. Russishe Dawpsschiff „„Herkules‘/, - Capitain Tirinoff, auf wel<hem Se. Maje- stät der Kaiser von Stockholm nah St. Petersburg die Ueberfahrt machten, hat seitdem den Auftrag bekommen,

abgegangen.

den Großfürsten Thronfolger nah Lübeck zu bringen. er „Herkules“ is contrairen, sehr stürmischen Wetters hal-

ber mehrere Stunden mit dem Dampfschiff „Naslednik‘“/ zu gleicher Zeit in Baltischport vor Anker gewesen, seitdem aber, F Thronfolgers in F

Kopenhagen angelangt. Da der „Herkules‘/ höchst wahrschein- | lich für den Thronfolger Briefe zu überbringen gehabt hat, so | dürfte der damit beauftragte Offizier Anlaß zu einer Verwechse- lung gegeben haben, die durchaus im Widerspruh mit den neuesten, zuverlässigsten Nachrichten aus St. Petersburg sieht.“ Die Kopenhagener offizielle Zeitung vom 26sten d. meldet, F

daß der Großfürst Thronfolger hon an demselben Tage von F

wie wir hören, glä>li<h vor der Ankunft des

Gothenburg habe abgehen wollen und zum folgenden in Kopen- hagen erwartet wurde. war, von Stockholm kommend, so eben nach

abgegangen. Schweiz. Neuchatel, 21. Juni. den Körpers vom 19. Juni wurde diesem das Gutachten des Staats- Rathes über die S im Kanton Schwyz mitge-

theilt. Es lautet: „Das Verfahren des Vorortes bei den júngsten Vorgängen in Schwyz muß gemißbilligt werden, da

dasselbe offenbar dem Landes-Vertrage zuwiderläuft. Die Ab-

gesandten, welche derselbe ausgeschi>t hat, müssen zurückberufen werden, wenn dies noch nicht geschehen ist, und die Tagsaßung muß den Anforderungen, welche die Regierung von Schwyz zur Wiederherstellung der Ruhe im Kanton an dieselbe ergehen lassen fónnte, unverzüglich nachkommen.“

tragt der Staatsrath folgenden

Schwyz.

ten , forderten sie na< der Neuen Zürcher am 15. Juni von den Machthabern eine Erklärung über den Zwe> dieser Maßregel. Auf die Antwort, daß die Truppen zum

Schuze_ der Personen und des Eigenthums aufgeboten seyen, |

verlangten sie diese Erklärung schriftlich, und es erfolgte darauf ein Schreiben, worin versprochen wurde, daß nach der Landes: Gemeinde die Truppen entlassen werden sollten, wenn die abge lôsten Bezirke die Ruhe und Ordnung nicht stôrten und die

Waffen in die Zeughäuser zurüklieferten ; . sonst aber würde F Schwyz Ruhe und Ördnung schaffen und dazu die beliebigen f Kantone um Hülfe angehen. Am 17. Juni, ehe der Vorort

von der wirkli<h stattgefundenen Landes-Gemeinde am Rothen- thurm Kunde erhalten hatte, gab derselbe den Kommis den verschiedenen Parteien in Schwyz eine Frist zu seßen, binnen welcher dieselben die Waffen nie derlegen und in die Zeughäuser abliefern sollten; auf den Fall aber, daß dieser Aufforderung nicht Genüge geleistet würde, soll ten die widerspenstigen Bezirke oder Bezirkstheile durch die Truppen benachbarter Kantone beseßt werden.

dys Verangaate

erla n Aufrufe Beschwerde führte und: dieselben

rien

als eine grelle Mißachtung der Autorität des Bundes bezeidy f gewiß nicht zulas F An demselben Tage gab ein von dem abgetre: Holdener unterzeihnetes Kreisschreiben |

nete, deren Herabwürdigung die Stände sen würden. tenen Landammann den eidgenössischen Ständen Nachricht von der am

Juni gehaltenen Landes-Gemeinde, nah welcher das Volk „aus

allen der Verfassung und der Regierung treugebliebenen ‘“ Be- Via und Gemeinden des Kantons zahlreich herbeigestrômt |

ey, und selbst ‘aus den übrigen „in Aufruhr begriffenen“ Be! zirken, wird hinzugeseßt, habe sich das Volk mehr oder minder ahlreih eingestellt, um das ihm zustehende Recht, seine ersten Samen zu wählen, auszuüben und die weiter zur O

lung angekündigten Geschäfte vorzunehmen; es habe „in hôn

ster Eintracht‘/ und „mit dem einem freien, seiner ees undi

Selbstständigkeit würdigen Volke geziemenden Anstande“ seit Recht ausgeübt und einstimmig feine Beamten gewählt. Ueber die Landes:-Gemeinde sind die Berichte in den Schweizer-Blät tern hach ihren verschiedenen politischen Farben sehr abweichend.

Spanien.

Spanische Gränze. Der Londoner Courier enthäl nachstehendes Schreiben seines Korrespondenten in San S bastian vom 17. Juni: „Am Freitag fand bei Socoa- ay Bord des Englischen Dampfböotes „„Phönix‘/ (wie bereits g) meldet) eine Zusammenkunfc zwischen ‘Lord John Hay und Muñagorri statt. Der Brigade - General Jauregui begleitet den Lord von Fuentarabia: an. ¿„Muñüagorri ging in - eine taillirte -Auseinandersezung seiner Pläne ein. Sein einzige? Zweck, sagte er, sey, den Baskischen Provinzen die Aufrechthal! tung ihrer Rechte und Privilegien ju sichern, keinesweges: aber haue er die Absicht, durch seinen Aufstand gegen Don Carlos

<- mit der Regierung der Königin zu verthnèn oder. sie zu unterstüßen, Halte n es für angemessen, ihm das zu b6 willigen, was er und-seine Landsleute verlangten, so sey dies

| fár 800 Mann.

Von Kopenhagen war heute die F Nachricht hier eingegangen, Se. Majestät der Kaiser von Ruß- F land sey daselbst am 26sten d. mit dem Dampfboote „Herkules“ F aus St. Petersburg eingetroffen und, da Se. Majestät der von Dänemark nicht in seiner Hauptstadt gewesen, so i gleih nah Helsingdr, dem Großfürsten Thronfolger entgegen, |

Das Kaiserl. Dampfschiff „Herkules“ F Helsingör vorbei: F passirt. Der Kdnigl. Geh. Staats-Minister, Graf von Moltke, f war mit dem Dampsschiffe „Frederik V1. nah Travemünde F

In der Sihung des gese6geben- á

In Bezug auf die ÿ vom Vororte versuchte Hinderung der Landes- Gemeinde bean: F usaß: „Der Staat Neuchatel F muß das Verfahren des Vororts im hôchsten Grade -mißbilli |* r und glaubt, daß diese Behdrde oder ihre Agenten die |*

erantwortlichkeit für ihre Handlungen zu übernehmen haben."

Als die vordrtlihen Kommissarien. von dem i Aufgebote der bewaffneten Macht in Schwyz R erhiel! F eilung f

Am 18. ‘Juni F erließ der Vorort abermals ein Kreisschreiben an die Stände, F worin er den Bericht der Kommissarien über die neuesten Vor! gänge in Schwyz mittheilte und über die von den Behörden f

S Abreißung der von den Kommissa: F

| i stolenschuß von der Hand des Polí - Chefs

um so besser, denn um so eher werde der Kampf endDigen; wolle die Regierung in Madrid si<h jedo< nicht dazu verstehen, so sey er fest entschlossen, Allen, die es wagen würden, die ueros zu verlegen, denselben Widerstand enegegerzusehen,

cine Mittel sind jeßt so bedeutend, daß er am 14. Juni an

1300; Mann Geld und Lebensmittel vertheilte, und in diesem Augenbli> hat er in Sarre Waffen, Munition und Kleidung Seine Leute bestehen ausschließlich aus Karli-

chen Deserteurs, die daher mét allen militairischen Exercitien

bekánnt Und an ‘die Beschwerden und Gefahren Des Krieges ewdhnt ‘sind. Auch ist es gewiß, daß Muñfiagorri den deistand eines Mannes erhalten hat, der fFeit langer Zeit als einer der ausgezeichnetsten und tüchtigsten Anführer bekannt ist. Jch halte mi<h nicht für befugt, den Namen desselben zu veröffentlichen, indem ich dadurch unter den gegen- wärtigen Umständen dem Unternehmen schaden EÉSnnte, statt

| {hm zu nügen. Muñagorri hat in seinem Aeußeren ganz das

Age eines außerordentlichen Menschen. Er besißt ein ge- fundes Urtheil und scharfen Verstand, der Ausdruck seines Ge-

| sichts is ernst und sein Kopf der \shönste, den ih jemals gese-

Er hofft fest auf den Erfolg seines Uncernehmens, Hay, daß er Alles woh( erwogen und gegen alle möglichen Fälle die vollständigsten Vorsichts-Mapßre-

en habe.

ar ér jede Unterstübung annimmt, so wird ihn dées doch nie bewegen, von seinem Prinzip, der vollständigen Anerkennung der Fueros des Baskischen Volkes, auh nur um ein Haar breit abzuweichen. Vor wenigen ggen desertirten Drei Lanciers der Legion, von denen Jeder in Sebastian drei Dublonen und eine Anweisung auf dieselbe Summe in Tolosa erhtelt, wo sie zugleich die Weisung empfingen, sih nach Frankreich zu Muña- orri zu begeben, der sih jedoch weigerte, sie anzunehmen, weil fie von dem Englischen Corps desertirt seyen. Es {cheint daher nur ein Versuch der Karlisten zu seyn, die Legion zu {wächen, ohne dadur< dem Muñagorri zu nüßen. Gestern wollten wie- der zwei Deutsche Sergeanten der Legion desertiren, allein ihr Vorhaben wurde verrathen, und sie sollen morgen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Es wird die strengste Untersuchung angestellt werden, um zu ermitteln, wer diese Leute verführt hat; wird er entde>t, so dürfte es ihm schlecht ergehen.“

Portugal.

Lissabon, 18. Juni. (Morning Herald.) Es wäre hier fast zu einer neuen Revolution gekbommen, auch scheint die Gas no<h nicht ganz vorüber zu seyn. Am Donnerstag fand die Frohnleichnams : Prozession statt, eine Feierlichfeit, welche die allgemeine Versammlung der katholischen Kirchen: Gemeine darstellen soll, weshalb auch die ganze Geistlichkeit die Ritter der verschiedenen Orden, die Titular - Granden, die Beamten des Königlichen Haushalts und der König selbst daran Theil nehmen. “Sie geht von der Kathedrale aus, m sie auch wieder zurü>kehrt, nachdem sie durh mehrere Straßen, in wel- chen Soldaten ausgestellt sind, passirt is. Da ste stets eine roße Menschenmenge herbeizieht, so erwartet man an diesem

age fast immer den Ausbruch irgend eines Komplotts. Die Regierung-hatte daher diesmal sechs Bataillone National-Garde ausgewählt, auf deren Treue man sich verlassen zu können glaubte, um nebst den Linien-Truppen in den Straßen Seen zu wer- den. Am Dienstag forderte der Chef der Polizei, Herr Costa Cabral, sene Bataillone in einem Cirkular - Schreiben auf, sih zu dem Dienste bei der Prozession bereit zu halten. Als Grund fär diesen Vorzug wurde angegeben, daß ihre Quartiere näher bei der Stadt seyen, als die der anderen Bataillone. Dieser seichte Grund wurde natürlich gleih durhshaut, und es zeigte sich so- fort eine Gährung unter den Ultras. Die ausgeschlossenen Ba- taillone sandten Emissare an die sechs Bataillone und suchten

: sle zu überreden, der an sie ergangenen Aufforderung nicht Ge-

hôr zu geben, sondern zu Hause zu bleiben, bis sämmtliche 20 Ba- taillone zum Dienst beordert würden. Am Mittwoch Nachmit- 18 ereignete ih ein Vorfall, welcher der Regierung hätte zur Warnung dienen können. Als nämli<h eine von Solda- ten begleitete Prozession aus der Martors - Kirche kam und die Musiker die neue National-Hymne spielten , verlangte das ver- ammelte Volk mit lautem Geschrei die Hymne von 1820, ein Verlangen, dem die Soldaten augenblicklich entsprachen, da sie durch einen Wink nämlih durch einen unter sie geworfenen Phastursiein darauf aufmerksam gemacht wurden, was ihnen evorstehe, wenn sie niht gehorchten. Während diese Hymne gespielt wurde, brahte das Volk der unveränderten Constitu- tion von 1820 wiederholt Viva's. Am folgenden Tage um zwölf Uhr verließ die große Prozession die Kathedrale, welches der Stadt durch den Donner der Kanonen von den Forts und den Kriegs\<hifen verkündigt wurde. Der aus Seide und Gold bestehende Baldachin, unter dem der Hohe geistliche Wärdenträger geht, welcher die Monstranz mit der geweihten Hostie- trägt, ruht auf aht Stangen, deren erstere zur Rechten vom Könige mit entblôßtem Haupte und die übrigen von Per- sonen hohen Ranges, die der König selbst ernennt, getragen werden. Als das Volk bemerkte, daß Silva Carvalho unter den Leßteren war, und daß sein Bruder, der Kanonikus Car- valho , die Hostie trug, da verbreitete sich ein Gemurmel des Unwillens und des Erstaunens dur< die .Menge- Es wurde indeß kein Versuch gemacht, die Prozession zu \dren, und erst, nachdem sie wieder in die Kathedrale zurückgekehrt war, begann der Tumult. Eben als der König in seinen Wagen steigen wollte, um nach dem Palast zurü>kzufahren, verlangte die vor der Kirchthär versammelte Menge, die größtentheils aus Na- tional : Gardisten bestand, die National - Hymne von 1820 und stiéß: die gröbsten Shmähungen gegen den König aus. Der nächste Wagen war der des Grafen Bomfim, der zwar auch mit Schimpfreden empfangen, aber weiter_ nicht belästigt wurde. Als aber met Silva Carvalho an der Thär erschien, wurde der Lärm \o furchtbar, daß er \<nell in die Kirche zurükehrte. Der Polizei Chef glaubte jedoch, daß seine eigene Popularität hinreichen werde, um Herrn Silva Carvalho gegen jeden An- griff zu schüßen, und nahm ihn in seinen Wagen, der glüklicher- weise vor einer anderen Thür der Kirche stand. Sobald der -Pbbel dies erfuhr, eilte er dem Wagen nach, und Einer aus der -Menge en denselben ein, riß die Thür auf und suchte, mit einem Messer in der Hand, hineinzudringen „, als ein Pi- ' ibn ju Boden stätzte. Erwar indeß nur vor Schre>k niedergefallen, denn die Kugel hatte eine in ihrem Laden ebende Frau verwündee. Dieser Vorfall hielt indeß den Pöbel -zurü>, und der Wagen gelangte glücklih zU einem Wachtposten der Muni- pal:-Gardisten , die sofort ihre Flinten luden, und unter deren sforte, obgleich es nur neun oder zehn Mann waren, die

rren Costa Cabral und Silva Carvalho ein Haus in der anqueiros- Straße erreichten. Der Pdbel folgte thnen jedoch aud dorthin und droßte, die Thür zu erbrechen , wenn ihm

753

Silva Carvalho nicht ausgeliefert würde. Jn diesem Augen- bli> erschien der Visconde Sa da. Bandeira und suchte das Volk zum Auseinandergehen zu bewegen, als er einen Bajo- netsti<h erhielt, der zwar den großen Ordensstern traf, aber do<h mit solcher Kraft geführt worden war, daß er durch denselben hindur< in die Brust eindrang. Es gelang ihm jedo< zu entkommen, und er kehrte bald darauf mit dem ton Bataillon der leichten Jnfanterie zurü>, zerstreute das

olf und fährte die Herren Cabral und Silva Carvalho nach dem St. Georg's-Kastell, wo sie unter dem Schutge der Gar- nison bis spät Abends blieben und dann unter starker Bedek- kung nah Hause zurückkehrten. Zahlreiche Verhaftungen haben seitdem stattgefunden, und man behauptete sogar, daß Mantas, Franca oder Soares Caldeira festgenommen worden seyen, dies ist jedoch nicht wahrscheinlich; der Leßtere wenigstens geht noch frei herum. Es sind zwei Dekrete erschienen; durch das eine wer- den das Tte, Ste, lite, Iöte, l6te und 17te Bataillon der National- Garde aufgeldst, und durch das andere wird dem Polizei-Chef an- befohlen,di?e nôthigen Maßregeln zuergreifen, um dieHaupt-Rädels- führer 5 Bestrafung zu ziehen. Was das leßtere Dekret be- trisst, so kennt man die Unwirksamkeit von dergleichen Befeh- len hier schon hinlänglich aus Erfahrung, um an die Ausfüh- rung desseiben zu glauben, und das erstere könnte nur dadurch ausgeführt werden, daß man von Haus zu Haus ginge, um jeden einzelnen National-Gardisten zu entwaffnen, ein Verfah- ren, das bei dem ersten Versuche neue Unordnungen herbeifüh- ren múßte. Es is daher ein neuer Sturm zu erwarten, indeß ist man hier an dergleichen schon so gewöhnt, daß man deshalb keine Beunruhigung fählt, ja man geht selbst so weit, daß man einen gelegentlichhen Auflauf mit zu den Volks - Belustigungen rechnet. Nachschrift vom 19. Juni. Die hiesigen Blätter besprechen die Unruhen in großer Breite, und jede Partei be- mäht sich, dieselben in dem ihren Absichten günstigsten Lichte darzustellen. Die Chartistishen Blätter suchen das Publi- fum zu überreden, daß jene Unruhen das Resultat eines hon lange bestehenden Komplotts gewesen seyen, während die E Regierungs - Organe den ganzen Tadel wegen des Vorgefallenen auf Silva Carvalho zu werfen suchen, weil er sich bei jener Gelegenheit so bemerkbar gemacht habe, obgleich ihm die allgemeine Erbitterung gegen ihn nicht unbe- kannt sey. Die Wahrheit liegt auch hier wahrscheinlih wieder in der Mitte, denn es bestand in der That eine Verschwörung, deren Ausbruch aber auf eine spätere Zeit angeseßt worden war, wenn die Erschöpfung des Schabes eine günstigere Gelegenheit darbôte, indem die Regierung dann nicht mit Sicherheit auf die Truppen würde re<hnen können. Das Erscheinen Silva Carvalho’s und seines Bruders bei der Prozession zeigte ofen- bar, daß sie zu denen gehörten, die der König ¿ven wollte, und dies gab Veranlassung, daß der Volks - Unwille sich Luft machte und die erwähnten Aufcritte herbeiführte.

TULLE

Konstantinopel, 6. Juni. Die Flotte ist jest vollständig ausgerüster. Méhrere zu derselben gehörende Fahrzeuge sind schon ausgelaufen, ohne daß man ihren Bestimmungsort kennt. Die noch im Hafen liegenden nehmen Munition, Belagerungs- Geschübe und andere Kriegsgeräthe ein, die, wie man glaubt, zur Asiatischen Armee abgesandt werden sollen.

Die hier anwesenden Europäischen Kaufleute haben eine von 400 Personen unterzeichnete Bittschrift bei det Hohen Pforte eingereiht, in welcher sie auf ‘die! Ergreifung kräftiger Maßre- geln gegen die Diebe antragen, die ihr Unwesen immer kühner treiben. Uebrigens is die Polizei sehr thätig, und hat schon eine große Anzahl derselben festgenommen.

n diesen Tagen sind wieder mehrere Pestfälle vorgekom- men; die Regierung thut indeß- Alles, was in ihren Kräften steht, um der Verbreitung der Krankheit Einhalt zu thun. Die angeste>ten Häuser sind abgesperrt und die Bewohner derselben einer Quarantaine unterworfen. Die Gesundheits - Kommission seßt ihre Sißungen fort, ohne daß sie sih jedoch {hon für ei- nen ‘bestimmten Plan entschieden zu haben scheint. So wurde in diesen Tagen das unter Toskanischer Flagge hier eingetrof- fene Aegyptische Dampfboot ohne weiteres zugelassen, während das Französische Paketboot, das einige Passagiere aus Alexan- drien am Bord hatte, sich allen Weitläuftigkeiten der Räuche- rung u. st. w. unterwerfen mußte.

Das Diario. diRoma berichtet aus der Türkei: „Die Múhe, welche man sich jest giebt, in diesem Lande die Civili- sation einzuführen, muß nothwendig den Eifer der Muselmän- ner {wächen und ist vielleicht die Aussaat zu reichen Aerndten, welche christlicher Arbeiter harren. Sollte die Vorsehung nicht irgend eine mitleidige Absicht mit diesem Lande haben? An vielen Orten scheinen die Ungläubigen in ihrer religidsen Ueber- zeugung bereits erschüttert. Zu Antoura allein haben 16 tär- fishe Familien Unterricht in der katholischen Religion begehrt, und kein Jahr vergeht, daß nicht einige Türken ihre Jrrthü- mer abs<hwdren. Selbst die Schismatiker geben ihre JIrrthü- mer in den Gegenden auf, wo katholische Schulen erdfnet sind. Der Großherr hat den Katholiken von Ancira die Erlaubniß zur Erbauung von vier Kirchen ertheilt.“

Smyrna, 9. Juni. Jn dieser Woche sind E wieder zwei neue Pestfälle vorgekommen; man färchtet inde niht, daß die Krankheit weiter um sich greifen werde, besonders da die seit einigen Tagen eingetretene Hiße wohl dieselbe in ihrem Keime ersti>ken wird.

Das Oesterreichishe Geschwader, welches in der vorigen Woche hier eingetroffen war , is vorgestern wieder abgegangen. Die Korvette „„Adria‘“ wird einige Zeit in unserer Gegend kreu- zen, und die Fregatte „Medea““ sih nebst der Brigg „Mon- tecuculi‘/ nah der Syrischen Küste begeben,

Aegypten.

Alexandrien, 27. Mai. (Journ. de Smyrne.) Es scheint jeßt erwiesen, daß das Feuer, welches in der Nacht vom 21sten- d. M. auf einem der s{dnsten Schiffe der Aegyptischen Flotte ausbrach, von Böswilligen angelegt worden ist. Der oberste Schiffswächter ist schon gefänglih eingezogen worden, und man versäumt Nichts, um den Thätern auf die Spur zu fommen. Dem Zufall kann der Ausbruch der Feuersbrunst niht wohl mehr zugeschrieben werden, weil man jeßt mit Be: stimmtheit weiß, das das Feuer an fünf Orten zugleich angelegt

wat, an denen übrigens keine brennbare Gegenstände ‘aufbe--

wahrt wurden. Den Vice - König scheint diese Begebenheit sehr {<merzhaft ergriffen zu haben, und er sieht darin ein úbles E für den übrigen Theil seiner Flotte. Jn einer Zeit, wo seine Finanzen sich nicht im besten Zustande befinden, konnte ißn kein empfindlicherer Schlag treffen, als diesex Verlust.

Die Aegyptische Flotte liegt no< immer im Hafen, und seht

Ibrahim Pascha?s nah den Syrischen Küsten abgehen.

ie Arbeiten im Bassin schreiten unter Leitung Mazar- Effendi’s langsam vorwärts; man sieht indeß der Ankunft eines Französischen Ingenieurs entgegen, der dieselben lebhafter bee treiben soll. Der Pascha will au<h eine Art: Hängebrücke über

ihre him Pas fort. Wie es heißt, wird sie zur Unterstüßung

dem Kanal erbauen lassen, der seinen Palast vom Arsenale

trennt.

Die finanziellen Verlegenheiten der hiesigen Regierung wachsen mit jedem Tage und sollen vorzüglih daher rühren, daß man mit dem Verkaufe der Baumwolle zdgert, weil der Vice-König das Steigen der Preise in Europa abwarten will. Die Handels - Krisis in den Vereinigten Staaten sollte, nah der Meinung Mehmed Ali's, dem Bau der Baumwolle daselbst Abbruch thun, und er dadur<h Aussichten auf einen -besseren Abs\a6 erhalten.

Dr. Bowring isst aus Syrien wieder hier eingetroffen, und wird nächstens nah England abreisen. Brasilien.

Rio-Janeiro, 21. April. Heute ist der Tag, an wel- chem die neuen allgemeinen Wahlen beginnen, die über das Schicksal der Regentschaft und des Landes entscheiden werden. Die Eröffnung der Kammern soll am 3. Mai erfolgen.

Ein Schreiben aus Porto-Alegre in der Provinz Rio Grande do Sul vom 13. März meldet, daß die Rebellen unter dem Kommando Jose Mariano's de Matos, nachdem sie die Belagerung jenes Ortes aufgegeben, von dem Oberst Loureiro gänzlich geschlagen worden. Der Sieger hatte 17 Offiziere und eine große Anzahl Gemeine zu Gefangenen gemacht, und über 70 der Aufrührer waren todt auf dem Plate. geblieben. Der Verlust auf Seiten der Regierungs-Truppen soll sehr unbedeu- tend gewesen seyn, da die Rebellen von ihnen überrumpelt wur- den. Spätere Briefe aus demselben Orte vom 15ten und 1ôten fügen hinzu, daß ein bedeutender Theil der Provinz wieder unter die geseßliche Autorität zurückgekehrt sey. Die Regie- rungs-Truppen hatten verschiedene sehr vortheilhafte Stellungen inne. Der Jnsurgenten-Chef Bento Manoel war bei der An- näherung der Regierungs - Streitkräfte in solcher Eile geflo- hen, daß er einen Theil seines Gepäcks im Stich ließ, und man zweifelte nicht, daß die Ordnung bald in der ganzen Provinz wiederhergestellt seyn würde. Die Anhänger des Herrn Feijo, vormaligen Regenten, boten zwar alle ihre Kräfte auf, um seine Wiedererwählung in dieser Provinz durch- zuseben; die dfsentliche Meinung schien aber zu Gunsten des jeßigen interimistishen Règenten und der beiden Minister Tor- res und Calmon zu seyn. Depeschen aus Porto - Alegre vom 19ten bringen au<h noch einen offiziellen Bericht úber einen zweiten Sieg der Regierungs-Truppen, die sih des Orts Villa do Rio Pardo, der von den Jusurgenten unter Bento Manoel besekt war, bemächtigt hatten.

Die Stadt Desterto und Umgegend in der Provinz Santa Catarina hat, wie unterm 24. Márz von dort gemeldet wird, durch eine Uebershwemmung großen Schaden gelitten ; nach sechzigtägiger Dürre waren nämlich die heftigsten Regen- gússe daselbst eingetreten.

Rio Janeiro, 21. April. Endlich ist es gelun- gen, die Jnsurrection von Bahia zu unterdrücen. Es waren die Pernambukaner, welhe am 13. März eine Batterie stürm- ten, deren Feuer sie sehr belästigte; der {wache Widerstand, den sie fanden, ermuthigte sie, weiter vorzudringen; der Enthu- siasmus wurde allgemein, und der Marschall Callado beschloß ihn zu benugen ; aus dem zufälligen Vorposten - Gefecht wurde ein allgemeiner Angriff, und schon am Abende des läten war die ganze untere Stadt im Besise der Legalisten, die Forts, in welche die Insurgenten sich geworfen hatten, gingen am 15ten úber. Um die ganze Farce wúrdig zu beschließen, woll- ten die Rebellen die Stadt in Brand ste>en; man hatte die Häuser mit Terpentin übergossen, und ihrer 60, meist Portu- giesen, zum Theil auch Engländern gehdrig, waren verbrannt, ehe das Eindringen der Kaiserlihen Truppen weiteres Unheil verhinderte. Es soll unter den Rebellen ein gewaltiges Blut- bad angerichtet worden seyn, und die Anzahl der Gefangenen wird auf 2750 angegeben; nur einem kleinen Trupp, unter An- führung von Bygino, gelang es, sich .in's Jnnere durchzuschla- gen; nach den neuesten Nachrichten ist dieser Trupp größtentheils zersprengt. Die meisten Häupter der Jnsurrection waren gleich anfangs ergriffen worden; nur der eigentliche Chef Sabino schien entflohen ; bis zum 21sten suchte man ihn vergeblich, da éndlich wurde sein Verste> verrathen, und man fand ihn ver- borgen im Hause des Französischen Vice - Konsuls Dugrivel. Dieser Schritt des Konsuls, welcher überdies vor der Haussu- <ung ausdrä>lich erklärte, er habe Niemand verborgen, erregte allgemeines Mißfallen; die in Bahia wohnenden Franzosen überreichten sogleih der Regierung cine Erklärung, daß sie das- selbe durchaus mißbilligten, und der hiesige Gesandte hat den Legations - Secretair , Grafen Ney hingeschi>t, um die Sache enauer zu untersuchen. Leider wird nur die Verhaftung dieser Verbrecher wenig nüben; der coigo criminal, que felizmente nos rege (es is dies der stehende Ausdru> der Brasilianer, und sein Doppelsinn ist ihnen wohl bekannt) ist ein trauriges Denk- mal des Jahres 1830, wo die Opposition es wagen durfte, ihn dem Kaiser zur Bestätigung vorzulegen, und wo der Kaifer die Schwäche hatte, ihn zu bestätigen. Die Milde, mit welcher alle Staatsverbrechen darin behandelt sind, ist wohl einzig in der Geschichte der Geseßgebung.

Als einen Beitrag zur Kenntniß des Brasilianischen Kurial- Styls fähre ih den Schluß einer Proclamation an, welche die Munizipalität von Bahia erlassen hat. Jhr Hauptzwe>>k ist, die Bäürger zu ermahnen, zu ihren Geschäften zurü>zukehren : ¿Der wahre Vaterlandsfreund is nicht der, der sih unberufen mit der Politik beschäftigt, sondern der bescheidene Bürger, der in der Ausübung seines Handwerks der Erste seyn will; um einen großen Namen zu erlangen, is es nicht nöthig, die Grund- lagen der Regierung zu untergraben, in jedem Berufe kann man groß seyn. Raphael und Michel Angelo waren Maler, und ihre Namen werden immer geehrt werden!‘/ Es heißt dann noch ausdrücklich: „Strengt Euch an, den Grad von Vollkom- menheit zu erreichen, zu dem diese und andere große Geister ge- kommen sind!‘ i:

Ein Theil der- in Bahia disponibel gewordenen Truppen is sogleih von der Regierung nah Rio grande geschi>t wor- den, und auch von hier aus lauten die Nachrichten günstig; der Präsident Eligiario hat die Insurgenten unter Bento Ma- noel (der nicht, wie ih Jhnen früher meldete, erschossen, son-

dnnen Sie daraus ersehen, daß die Division auf dem ganzen

gut Egemersen. Wie de es bei dieser Affaire hergegangen ist, Feldzuge, wobei sie den Feind qus mehreren auf dem Poft-

dern nur {wer verwundet worden war) über den Rio pardo