1838 / 186 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

E E bener dre S:

E E S Ii Ec di Rz

jv

prt

N

Fd fr i

den. Von hier find die. Herren Wahl und Krdyer als Theil-

nehmer des Zuges bereits designirt und abgereist.

Aus Kinkidbing wird berichtet: Von dem zum Verkauf auf den leßten Wollmarkt zu Kallundborg gebrachten 58,000 Pfund Merino-Wolle, wurden c. 35,000 Pfund verkauft, wor- unter c. !/, hier aus dem Stift, welches einen erfreulichen Beweis liefert, welche Fortschritte die Schaafzucht in wenigen oren in einer Provinz gemacht hat, wo dieser Zweig der

andwirthschaft nur wenig geachtet war.

G Deutschland. Hannover, 3. Juli. Die hiesige Zeitung berichtet

jest in ihren fortgeseßten Mittheilungen in Bezug auf die Ver- | | schlagen und den größten Theil derselben gefangen genommen Die „„Hof-Zeitung““ enthält jedoch noch nichts hierüber. |

Einer anderen Erzählung zufolge, hätten die Karlijten zioischen Tembleque und Madridejos, nach einem mdörderischen Gefechte, Auch bei der

handlungen der zweiten Kammer über die einzelnen Paragraphen der Verfassungs - Urkunde. Kapitel, welches von dem Königreiche, dem Könige, der Thron- folge und. der Regentschaft handelt, wurde mit den dazu ge- maçhten Kommissions - Anträgen angenommen. Berathung des zweiten Kapitels, welhes von den Rechten und

erathungen der

Verbindlichkeiten der Unterthanen tm Allgemeinen handelt, wur- !

den alle einzelnen Paragraphen mit den dazu ge\tellten Kom- missions- Anträgen genchmigt; als aber das ganze Kapitel in Frage gestellt wurde, erhob ch eine sehr lebhaîte Debatte. So ecflärten sich Herr Christiani, wie die Herren Lang und Don- ner auf das entschiedenste geaen die Annahme dieses Kapitels, weil ihnen die Art, wie die Reehrsverhältnisse der Unterthanen darin geregelt seyen, vorzügli aber die rüsihtlich der "Presse getroffenen Bestimmungen, welche gegen den 4v\ten Paragraphen des Staats - Grundgeseßes unendlih zurüständen, durchaus nichts)agend erschienen und ihren Ueberzeugungen gänzlich wi- derstrebten. Die Herren Klenze, Höpeden und Jakobi sprachen dagegen in Bezug auf die zuleßt angeregte Frage die Ansichr aus, daß woh! fein wesenticher Unterschied zwischen den die Presse betreffenden Bestimmungen des Sraats- Grundgeseßes und der Ve1 fassungs- Urkunde stattfinde, da Alles auf die Auefütrung ankomme, man möge nun die, Präventien oder Represjion zum Prinzip machen, und eine {elbji\tändige Gesetzgebung scy über- dies jet wegen der Beziehungen zum Bunde mer den größten Schwieciakeiten ver knüyst. Vön .den früher genannten Abgeord- neten wurde hierauf erwiedert, daß. gerade jet, im Zustande einer Willkär, ein um s größe:er Werih auf das vom Löchsk seligen Könige verheißene Peinzip- der Preßfreiheit zu legen sey, als die Regierung in der lezten Diät die Thunlickeit der so- fortigen Vorlage einer Preß-Geseßgebung anerkannt habe, und dieselbe nur wegen dringenderer Geseße unterblieben sey. Ein Mitglied der Kammer erklärte sich aus dem Grunde gegen das ganze Kapitel, weil dasselbe nur. dahin gehe, die Rechte der Vonecanen e hwächen, während doh die Beseitigung der bestandenen Verfassung die Uebermacht der Regierung auf das entschiedenste bestätige; ihm scheine deshalb auch nur durch festes und entschiedencó Auftreten für das Wohl des Landes gewirkt werden zu können. Mehrere andere Mitglieder wellten hon in dem Einbringen des Verfassungs. Entwurfes eine unzweideu- tige Verlezung der Rechte der Unterthanen schen. Als man am Schlusse der Berathung zur- Abstimmung Über das ganze Stat schritt, wurde dasselbe mir 28 gegen 27 Stimmen ab- elehnt. z

s Darmstadt, 2. Juli. Jhre Majestäten der Kdnig und die Königin von Bayern sind heute Mittag um 2 Uhc, beglei- tet von Zhrer Königl. Hoheit der Erbgroßherzogin, zum Be- suche bei des Großherzogs Königl. Hoheit eingetroffen, im Re- fidenz-: Schlosse abgetreten und, nach cingenommener Meittags- rafel, nah Aschaffenburg zurückgekehrt.

Hechingen, 24. Juni. Gestern Abend is Jhre Kaiserl. Majestät die Herzogin von Braganza, Schwester unserer Erb- prinzessin nebst JZhrer Prinzessin Tochter Hier eingetroffen, um einige Wochen bei der Fürstlihen Familie zu verweilen.

Frankfurt a. M., 3. Juli. Der hiesigen Ober - Posi- Amts - Zeitung zufolge, dürfte sih die bevorstehende Reise Sr. E Kaisers von Rußland bis an den Bodensee auê- dehnen.

Ocsterreidc.

Wien, 28. Juni. Der Kaiserl. Russische General der Kavallerie, Graf von Witt, ist von Odessa hier eingetroffen und wird sich von dier nah Teplit begeben.

Der General Fürst Karl Liechtenstein wird Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland während seines Aufenthalts in den Oesterreichischen Staaten als dienstthuender Kammerherr beige- geben werden.

Triest, 26. Juni. (Allg. Ztg.) Die Nachricht, daß die Englische Escadre von Neapel abgesegelt sey und“ sich gegen Malta gewendet habe, um im Fall einer feindlichen Kollision Mehmed Ali's mit der Pforte hindernd einzuwirken, 9 sich veilkommen bestätigt. Briefe aus Corfu berichten darüber Fol- gendes: „Die Englische Escadre, welche unlängst nah Neapel gesegelt war, is plôslih umgekehrt und hat die Richtung nach Malta genommen, von wo sie alsbald nah Alexandrien unter Sege! gegangen is. Man weiß, daß sie daselbst bereits ange- kommen is und cine ehrfurchtgebietende Stellung eingenommen hat, so daß Mehmed Ali sih {hwerlich mehr beikommen lassen wird, etwas gegen die Pforte zu unternehmen. Auf diese An- zeige hin hat man sich hier sehr „beruhigt, und die Geschäfte nach dem Orient gehen ihren gewöhnlichen Gang.“

Schweiz.

Luzern, 30. Juni. Durch Kreisschreiben vom 27sten d. M. zeigt der Vorort den Ständen an, daß im Kanton Schwyz eine Convention zwischen den Herren Näff und Ab: Yberg zu Stande gekommen und daß demgemäß die dasigen Angeleg-n- heiten cine günstigere Wendung genommen hätten. Ueber die Form der zwischen Herrn Näf und dev Regierung von Schwyz ausgewechselten Aktenstücke will jedoch der Vorort für jebt feine t6afgebendt Ansicht aussprechen. *

Spanien.

Madrid, 23. Juni. Die ‘allgemeinen Debatten über das Zehnten: Geseb sind in der heutigen Sibung des Senats noch nicht beendigt worden. Nur zwei Rediter haben sich hdren lassen, aber die Rede eines Jeden nahm die Hälfte der Sikzung ein. Herr Martin de los Heros sprach gegen und der Bischof von Cordova fâr die Fortdauer des Zehnten. Uebermorgen wird Herc' Calatrava, Ex-Prásideat des nah den Ereignissen von La Granja gebildeten Ministeriums, gegen das Gesel sprechen. Dic Deoutirten-Kainmer hat in ihrer vorgestrigen Sipung die von dem Ministerium verlangte ¿Aurorisirung zur Forterhebung der Abgaben bewilligt und beschäftigte sich heute mit der Diskussion des Gesetzes über den Elementar-Unterricht. Einige Mitglieder dieser Kammer wollen, wie es heißt, darauf antragen, daß alle Deputirte, die bei den leßten Wahlen ernannt worden sind und

| Es hat

Das erste '

77Ï

während der ganzen Session ihre Pläke nicht eingenommen ha- ben, oder die sih in den ersten vieczehn Tagen der neuen Ses- sion nicht einstellen, als ausgeschieden betrachtet werden solien. Man glaubt jedoch, daß die Kammer auf einen Antrag dieser

Art niche eingehen werde.

Seit drei Tagen spricht man unaufhdrlih von einer Ver- änderung des Ministeriums, an die übrigens Niemand glaubt, denn man is allgemein überzeugt, daß Gerüchte dieser Art von

| einer Partei auëgehen, an deren Spive der Ex-Minister Pio be, und die sich unablässig bemüht, die gegen:

| Pita Pizarro se wärtigen dger der Krone in Mißkredit zu bringen. l

habe.

sich eines aus Andalusien kommenden Convoi’'s bemächtigt.

Briefen aus Murvtedro vom 15. Juni zufolge, hat sich unter den Soldaten der daselbst stationirten Legion von Porto ! ein solcher Grad von Jnsubordination gezeigt, daß der Gene- | ral Oraa genöthigt gewesen ist, 2 Mann erschießen zu lassen | | Tage vom 18. bis 21. Márz darauf erwiederce. renz fand demgemäß am 19. Márz start. Hiernach Que

er

und 18 ins Ge-fängniß zu selzen.

Am 1%. Juni “Abends is die aus Estremadura kommende ; Poî etwa eine Legua von Santa Cruz de Retamar won de! | er | angen fortgeführt und |

waffneten und berittenen Karlisten at 1+ ias worden. Conducteur und der Postillon wurden ge die Korrespondenz verbrannt.

Spanische Gränze. otrientales liest man: Taragona, welche von der monatlichen Pension, die ihnen nach Aufhebung der Klöster bewilligt worden war, seit drei Jahren nicht einen Pfennig erhalten hatten, benußten die Anwesenheit

| des General: Capitains in Taragona, um ijm ihre traurtge

Lage vorzustellen. Der Baron von Meer ertheilte auch sofort die nôthigen Befehle zu ihrer Unterstüßung und überzeugte sich selbst, daß dieselben ausgeführt wurden. Es wäre zu wünschen, er hâtte bei dieser Gelegenheit Rechenschafc gefordert über die Verwendung der Einkünfte des großen Klosters Poblet, die hin- reichend seyn würden, die Pensionen der Geistlichen der Pro- vinz zu bezahlen, da allein die Einnahme vom Oel mehr als 20,090 Piaster beträgt. Der General Trillo, Gouverneur von Tortosa, is zum Kommandanten der Stadt und des Distrikts Tarazona ernannt worden. Jn Barcelona herrscht voll- fommene Ruhe und auch die seit drei Jahren suspendirt ge- wesene Prozession am Frohnleichnaméfeste ist ohne alle Std- tung vocbergegangen.“/

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 9. Juni. Hiesige Blätter theilen nach- stehenden, iúr die Folgen des jcgigen Geld: Systems der Ver- einigten Staaten bezeichnenden Fall mit: „Ein Mann hatte eine Note der Rochester-:Bank von zwei Dollars gestohlen und war deshalb vor Gericht gestellt worden. Sein Vertheidiger stellte jedoh dem Gerichtshofe vor, daß er nah den Geseßen des Staats kein Verbrechen begangen habe, denn da das Aus- geben solcher Noten gegen die ausdrücklichen Bestimmungen des Statuts sey, so habe der Angeklagte etwas gestohlen, das ei- gentlih nichts sey. Die Richter immten nach furzer Bera- thung dieser Ansicht bei und der Gefangene wurde frei gelassen.“

Man hält es nicht für wahrscheinlich, daß die an Herrn Biddle ergangene Aufforderung, die Errichtung einer Bank in New-York betreffend, zu einem Resultate führen werde. Man hat in der That diejenigen , welche an der Deputation Theil nahmen, in Verdacht, daß sie dabei von Privat-Absichten gelei tet würden, und selbst dem großen Finanzier persönlich ver- vflihtet seyen. Die hiesigen Kaufleute und Banquiers würden cs sich zur Schande anrechnen, wenn sie es zugäben, daß von einem Fremden, einem Eingebornen eines benachbarten Staa-

tes, hier eine Bank errichtet würde und es also den Anschein | Sie wollen ' jeßt selbs eine Bank nach einem solchen Maßstabe begründen, daß das Projekt des Herrn Biddle dadurch unausfährbar wer- |

hâtte, als wären sie unfähig, dies selbst zu thun.

den dúrfce. Ten 4.0: 0 d.

Salzbrunn, 1. Zuli. Aufenhalt und Neisen der | Hdôchsten Herrschaften in Schlesien. Heute Morgen trafen Se. Majestät der König hie! selbs ein und wohnten dem Gottesdienste bei. Abends gegen E Uhr stiegen Allerhöchstdie-

Fhrer Majestät der Kaiserin und der | ‘dniglichen Familie, vor dem Brunnens | hofe ab, und nahmen in den Kaiserlichen Gemächern den Thee |

selben, in Begleitun übrigen Glieder der

cin. Das sehr zahlreih umher versammelte Publikum erfreute

sich ôfters des Glückes, Se. Majestät selb) und den umgeben ; den Kreis Hôchstihrer Familie, bald vor dem Hause und bald ' Nach einge- ' nommenem Thee geruhten die Allerhöchsten Herrschaften sich zu | Fuß in das A zu begeben, welches bald von den überall ; ewohnern und Gästen U ranns gefüllt war. |

chsten Gäste wieder i

tajestät der Kdnig geruhten, in Salz- |

am Fenster oder auf dem Balkone zu erblicken.

nachfolgenden Auch am 2. Juli beglückten die Allerh den Brunnen - Ort und Se. dem geschmackvoll erbauten Brunnenhause einen Becher brunn anzunehmen, welchen der Geh. Hofcath, Dr. Ze:nplin, Allerhôchstdemzelben darbot.

Koblenz, 2. Juli. (Rh. u. Mos. Ztg) Jubelfeier des Generals von Borstell. Mit würdigem Glanze wurde die Jubelfeier des kommandirenden Generals, Herrn von Borstell, hier begangen, vor Allem verherrlicht durch die Gegenwart Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilhelm, Sohnes Sr. Majestät, Höchstwelcher vorgestern Abend hier eingetroffen ist und bis zur vollen Beendigung des Festes unter uns weilen wird. Vieles hatten wir uns von dieser Feier versprochen, aber auch die kühnsten Erwartungen sind übertrof- fen worden. Von allen Seiten waren Fremde herbeigestrômt und Abgeordnete zum Feste gekommen; Alles wetteiferte, dem edlen Greife den wohlverdienten Zoll der hôchsien Verehrung und Liebe darzubringen. Wohl nie ist ein Jubelfest am Rheine gefeiert worden, zu dessen Verherrlichung so viele Kräfte zusammengewirkt, wohln ie ein Mahl wie das gestrige in unserem Schlosse gefeiert wor: den, an demso viele Personen so verschiedenen Standes und Ranges Theil genommen und die Gefühle der Anhänglichkeit an den Fürsten und Seine erhabene Familie und die der Verehrung eines Mannes, der sich um den Staat und insbesondere um die Rheinlande so verdient gemacht har, in so herzlicher Weise sich ausgesprochen haben. Der Einzelheiten, die einer Erwähnung würdig sind, waren zu viele, die ganze Feier hat eine zu hohe Bedeutung fär uns, wir möchten sagen, für das ganze Land

! gehabt,

als daß wir es heute schon wagen dürsten, eine ny einigermaßen vollständige und angemessene Beschreibung liefern zu wollen. Wir behalten deshalb cine umfassendere Fest: Be: schreibung einem der nächsten Blätter vor. Nur Eines wollen wir hier erwähnen, die {die Anerkennung, die der Hochver diente gefunden, indem nämli Se. Königl. Hoheit der Prin

zen Adler-Orden in Brillanten zugestellc haet.

Berlin, 6. Juli. Berichtigung. Der Kuraty der Rheinischen Friedrih-Wilhelms-Universität zu Bonn, Hey

Februqy

ch hier das Gerúcht verbreitet, daß der General Narvaez die Karlisten unter Palillos bei Tembleque total ge- |

Im Journal des Pyrenées | „Die Ordenégeistilichen der Provinz |

Geheime Regierungs - Rath von Rehfues, wurde im

1837 beauftragt, mit dem Erzbischofe von Köln, Freiherrn v | Droste zu Vischering, über die von demselben erhobenen Ein * wendungen gegen die Vorlesungen einiger DS der dot; © G E 4 L zu halten E | Er fand sich indessen durch eine Krankheit genöthigt, der weit: F “hei blieb jedoch | ren Einleitung zur Ausführung dieses Auftrages vierzehn Tag math scheinen i | lang

tigen tarholisch- theologischen Fakultät eine

Anstand zu geben und erst unterm 15. März erging da

her

Die Konfe:

die Stelle in der b:kannten Schrift: Darlegung des fahrens der Preußischen Regierung gegen den Erz:

bischof von Köln (jaz. 31, Zeile I8 und 19 von oben, in" !| der Quart - Ausgabe), wo die Schuld der Verzögerung jener | Konferenz dem Prälaten beigemessen wird, auf einem Jrrthua, dessen Berichtigung die Pflicht der Gerechtigkeit eben sowoh!

gegen den bei der Entstehung desselben in keiner Weise A ligten Herrn Universitäts: Kurator, als gegen den Hercn bischof erfordert.

günstig gewesen, daß auf den Juseln Usedom und Wollin und jenseits der Divenow 27i8/, Tonnen Häring gepackt werden konnten. Ueberhaupt sind in diesem Jahre 856! /4 Tonneu

ring E gepackt, als in dem gleichen Zeitcaume des Jahr

er Fisch fállt so vorzügli groß und s{hôn aus, daj! die Tonne in mehreren Packereien mit 6 Rehlr. bezahlt witd, | Da der fast alle Nachwittage sich einstellende Nord- oder Nord: ostwind den Häring unserer Kiste näher bringt, mithin es sh des Fanges lohnt, so wird diejer bis zur Mitte des Monats f

1837.

Juli fortgeseßt werden.

Nachstehende Allerhdchste Kabinets-Ordre in Bes

tref der Heimathscheine wird durch das Potsdamer und

die sämmtlichen anderen Amtsblätter der Monarchie bekannt!

gemacht :

„Da nach Zhrem Berichte vom 20. November v. J. Mei nen Unterthanen ein zeitweise beabsichtigtes Unterkommen tn der Schweiz und in den Deutschen Bundeéstaaten durch das

Verlangen der Beibringung von Heimathscheinen Scitens der F dortigen Behörden ei schwert wird, während bither in Meinen} Staaten keinem unbescholtenea und anscheinend arbeitsfähigen f Ausländer ein solcher Aufenthali versagt worden ist, so geneh: mige Jch auf Zhren Antrag, daß von jeßt an folgende Grund: F - sápe hierüber zuer Anwendung gebracht werden : 4 1) Um den Preußischen Unterthanen ein einstweiliges Unter: f Bundesstaaten und in

kommen in den übrigen Deutschen der Schweiz, Neuchatel cingeschlossen, möglih zu machen, können denjelben künsrig Heimathscheine na diesen Län- dern insofern ertheilt werden, als in dem betreffenden auswärtigen Staate ißre Zulaffung zu einem temporairen Aufenthalte von der Beibringung eines Heimathscheins noch ferner abhängig gemacht wird. Dergleichen Hei mathscheine dürfen den Jmpetranten daher nur dann ct theilt werden, wenn dieselben die Preußischen Staaten

nicht definitiv zu verlassen, sondern nur einen temporairen F fortzuseßen be: F

im Auslande zu nehmen oder absichtigen, und dieses in ihrem Gesuch erklären.

2) In jedem Heimathscheine ist besonders zu bemerken, daß derselbe seine Gültigkeit verliere, sobald erweislih der In- haber ausdrúcklih in den Unterthan - Verband des Staa- tes, in welchem er sih aufhält, das dortige Unterthans- Recht nach dortigen Gesetzen still- \schweigead erwirbt.

3) Die Ertheilung des treffende Provinzial-Regierung.

Aufenthalt

4) Die Heimathscheine werden in der Regel auf die Dauer U H j Lg gleichen Prinzipien beurtheilt werden, auf keine andere i ei

von drei Jahren ausgestellt, Und es bleibt den Provin- zial- Regierungen überlassen, dieselen demnächst noch um zwei Jahre zu- verlängern. Ablauf der fünf gesucht, so is zuvörderst die Autorisation des Ministe- riums des Innern und der Polizei einzuholen.

Wenn sih aber gleich bei der ersten Ausstellung des | von dem Vittstellec bescheinigten im Auslande, z. B. der Ueber:

Heimathscheins aus den Zwecken scines Aufenthalts nahme einex Pachtung auf bestimmte Jahre, die Dauer seines Aufenthalts im Auslande im Voraus abmessen läßt, so sind die Provinzial: Regierungen befugt, den Heimath- schein gleich auf die ganze Dauer dieser Zeit, auch, wenn dieselbe die Frist von drei oder fánf Jahren übersteigen sollte, auszustellen. ; 5) Die diesseitigen Behörden sind befugt, von allen Un- terthanen solcher Deutschen Bundesstaaten, in welchen die zeitweise gestattete Zulassung Preußischer Unterthanen von der Beibringung eines wird, so wie von Angehörigen der Schweiz, die Beibrin- gung eines Heimathscheins in allen Fällen zu erfordern, in welchen dergleichen Aueländer nicht in den Preußischen Unterthan: Verband einzutreten beabsichtigen, sondern nur zeitweise einen Verdienst und Aufenthalc in dem diesel tigen Staate suchen, oder wo ihre Aufnahme in da Preußische Unterthaa-Verhältniß aus irgend einem Grunde unzulässig scheint. Jch überlasse es Jhnen, diese Bestimmungen durch die. Regierungs - Amtsblätter zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

Berlin, den 20. Mai 1838.

x Friedrich Wilhelm. n

die Staats-Minister von Rochow, Grafen von Alvensleben und Freiherrn von Werther.“

Von den frühesten Zeiten her besteht in der Schweiz der Grundsa6, daz Ausländern, insofern sie nicht das Bürgerrcch! in dem betreffenden Kanton zu erwerben Willens und im Stande sind, dort weder cine Niederlassung auf cine Reihe von Jah!

noch / bloßen Reise überschreitet,

selben einen ! bi cine Basheiniguus ihrer kompetenten vaterländischen

“VOEA

A upt oder weni s Wilhelm im Namen Sr. Majestär dem Jubelgreise den Schwar! * weder: Überhaupt e uan

s)

der Schweiz aufzuhalten, Ì der Schweiz in größerer Ï ten aufzuhalten pflegen.

Î auf den Verkehr

man dasselbe au E, : L 2 zur E s Die Rickwirkung hiervon war die, daß nach

und nach immer mehrere der sem Systeme anschlossen, jet : "* Deutscylands Eingang gefunden hat. Zudieser Ausdehnung einer ur- sprünglich nur aus den eigenthümlichen Verhälenissen der Schweiz hervorgegangenen Verwalrungs- Mapregel trug besonders der Um- * stand bei, daß man in derielben ein Mittel gefunden zu haben graue Wbipiduum durch längeren Aufenthalt in dem etnen Sraate einer Angehörigkeit zu dem Staare, in welchem es « feñher seine h | , | anderen Worten, ob fär den früheren Heimathsstaat eiae Ver- pflichtung Æ langerem ¿ Fallen unten

sein Vorschlag zur Abhaltung der beobsichtigten Konferen? an den Herrn Erzbischof, welcher umgehend (unterm 17ten desse? ben Monats) durch Bestimmung eines der drei vorgeschlagen

( E E L

Swinemünde, 30. Juni. Häringéfang. .-| Ó Wind und Wetter sind demselben im verflossenen Monate “s

vertauschen zu wollen,

deres Verfahren beobachtet worden. einzelner Provinzen der Monarchie und die inländischen gewerb- lichen Verhältnisse überhaupt ließen es theils wünschenswerth, theils unbedenklich erscheinen, an dem von jeher befolgten Grundsakte festzuhalten :

aufgenommen wird, oder]

Wird von dem Inhaber bci Jahre eine weitere Verlängerung nach:

Heimathscheins abhängig gemacht

cin zeitweiser Aufenthaft, welcher die Gränzen eine? anters gestattet G als E _ sogenanten Heimathschein beibringen, d. é L Behörde, ihrer bisherigen Heimath ent- binnen eines S wee s

immten Zeitraums fein Hinderniß entgege1steht. Dieser l undsab 1st später auch von denjenigen Süddeutschen Regie- rungen angenomrnen worden, deren Unterthanen, bei der Nähe

wonach ihrer Wiederaufnahme in

der Schweiz, in einem lebhafteren Verkehr na der leßteren gin Chen R daher häufiger in den Fall kommen, auf eine

ur Betreibung ihrer gewerblichen Verhältnisse sich in eltiang 3 e Tie denn auch umgekehrt Angehörige Zahl sich in den Säddeutshez Staa-

Ertheilung und Erforderung von Hei- in den Süddeutschen Staaten nicht wir der Schweiz beschränkt; vielmehr brachte ch allen übrigen Deutschen“ Staaten gegenüber

Das System der

Deutichen Regierungea sich die- so daz dasselbe jevt sajt in allen Staaten

um den häufig vorkommenden Zweifeln vorzubeugen, Heimath hatte, verlustig gegangen wäre, oder, mit

noch vorhanden sey, das betreffende Individuum nach Aufenthalte im Auslande, und zwar in den meist-n

nur zeitweiser Aufenthalt im

Vorzugsweise wurde daßer in-den [Da oi

die einen Anspruch auf Erwerbung des dottigen Hei-

Von Seiten der Preußischen Regierung is bisher ein an- Die geographische Lage

feinem unbescholtenen und arbeitsfähigen Auslän- der den zeitweisen Aufenthalt in den Königlichen Staaten zu versagen oder nur zu erschweren. Es wurden solche Ausländer

F zugelassen, ohne daß man von ihnen die Beibringung eines F Heimathscheines forderte; umgekehrt aber fand man es auch nicht fr angemessen, Preußischen Unterthanen, die einen zeit- weisen Aufenthalt im Auslande nehmen wollten, Heimathscheine diesseits zu ertheilen.

Mit der zunehmenden Ausdehnung des Systems der Hei-

mathscheine stellten |ch jedoch der Durchführung des in Preu- ßen bestehenden, davon abweichenden Verwaltungs-Grundjaßzes nach und nah der Schwierigkeiten immer mehrere entgegen. Während nämlich die Preußischen Staaten nach wie vor den Auélándern Behufs eines zeitweisen Aufenthaltes offen blieben, sahen sih die Preußischen Unterthanen von einem großen Theile der Deutschen Staaten ausgeschlossen, ja sogar nicht selten, nach einer viele Jahre hindurch den Leßteren zu gut gekommenen nüßli- en Thätigkeit der betreffenden Individuen, bloß um deswillen aus denselben entfernt, weil sie der Bedingung, von der dort ihre Zulassung, so wie ihr fernerer Aufenthalt daselbst abhängig ge- macht wird, nämlich der Beibringung von Heimathscheinen, nicht zu genügen vermochten, da ihnen solche von den Preußi- | schen Behörden in Anwendung des bestehenden Verwaltungs-

Heimathscheins erfolgt durch die be- E

Grundsabes nichr ertheile werden konnten. Eine Aenderung dieses Mißverhältnisses aber ließ sich, so lange nicht in ganz Deutschland die Heimaths-Verhältnisse &r Einzelnen nach vôdl-

se herbeiführen, als daß auch die diesseitigen Behdrden er- mtchtigt würden, unter bestimmten Vorausseßungen sowohl an Inländer Heimathscheine zu ertheilen, als auch von Auslän- dern dergleichen Dokumente .zu erfordern. Durch die vor- stehende Allerhöchste Kabinets: Ordre ist dem diesfällgen Be- därfniß ein Genüge geschehen.

Wie der Zweck einer diesfälligen Anordnung nur darauf gerichtet seyn konnte, die Nachtheile zu beseitigen, welche für die Preußischen Unterthanen durch das Nebeneinanderbestehen zweier entgegengesckter Systeme über die Zulassung von Aus- ländern Behufs eines zeitweisen Aufenthalts erwuchsen, so stellte dieser Zweck gleichzeitig auch die Gränzen fest, innerhalb deren die Preußische Regierung sich zu der Maßregel der Ertheilung und Erforderung von Heimathscheinen veranlaßt sehen mochte. Es kam nämlich erstens darauf an, den cigenen Unterthanen den zeitweisen Aufenthalt auch in denjenigen Staaten möglich zu machen, wo als Bedingung desselben die Beibringung ei- nes Heimathscheines gefordert wird. Hieraus folgt von selbst, daß; die Ertheilung von Heimathscheinen an. Preußische Unter- thanen in allen den Fällen ausgeschlossen bleibt, wo sich die Lebz- teren nah Staaten begeben wollen, in denen sie auch ohne einen Heimathschein zeitweise Aufnahme finden, und daß nur den Unterthanen derjenigen ‘Deutschen Sraaten, welche die zeit

weise Zulassung Preußischer Unterthanen von dec Beschaf-

fung eines Heimathscheines abhängen lassen, auch wieder in den diesseitigen Staaten die Beibringung eines solchen Dokumentes zur Pflicht gemacht werden kann. Zweitens aber handele es ch berhaupt nur vm Fäile, wo Jemand nicht cine definitive Niederlassung, den Eintritc in ein neues Unterchané-Verhältniß beabsichtigt, sondern nur vorübergehend und zeitweise sich im Auslande aufhalten will. Aus dieser Räückücht geht mithin die Nothwendigkeit hervor , Heimathscheine nur auf bestimmte, verhältnißmäßig beschränkte Zeiträume, die sich nah der Natur des Aufenthalts-Zweckes verschieden regeln können, zu ertheilen und außerdem ihnen die Bestimmung hinzuzufügen, daß sie ihre Gälcigkeit veilieren, sobald erweielich der Inhaber aut- drücklih in den Unterthans - Verband des Staates, in welchem er sich aufhäit, aufzenommen wird, oder das dortige Unterthans-

den ungünstigsten äußeren Verhältnissen desselben, | auf Verlangen einer aut ländischen Behörde wicder aufzunch- | Î men? Allerdings konnte ein solcher Zweifel selten entjitehen, | sobald cinem Ausländer ein auch) Lande allein unter der Bedingung gestatcet wurde, daß er cinen Revers beibrachte, worin seine bisherige Heimaths-Behèrde dic Verpflichtung anerkannte, entweder jederzeit oder während einer bestimmten Reihe vonJahren ihn wieder bei c) aufzunehmen. Sraaten denjenigen Üüusländern die Beib:ingung eines mathscheines zur Pflicht gemacht, welche, ohne gerade ihr bis- heriges Unterthans. Verhältniß auédrücklich mit einem anderen sih im Auelande unter \olchen Verhätt- | nissen vorübergehend oder auf längere Zeit aufzuhalten beab- | sichtigten, : mathrechtes cntweder wirklich oder doch scheinbar herbeiführen konnten.

| schau.“

| von ciner scitenen Volenètunug-

775

Recht nach dortigen Geseßen stillschweigend erwirbt. Von die- sen Gesichtépunkten ist bei den Bestimmungen ausgegangen wor- den, welche mit der vorstehenden Kabinets-Ordre die Allerhdchste Genehmigung erhalten haben. Wohl bleibt es zu wänschen, das die eben erläuterte Maßregel dazu beitragen möge, das Verfahren der cinzelnen Deutschen Bundesstaaten Hinsichts der Regulirung der Heimaths- Rechie mehr und mchr auf übereinstimmende Grundsäße zurückzuführen.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Leben der Kurfärstin Luise, gebornen Prinzeß von Nas- sau-Oranien, Gemahlin Friedrich Wilhelm des Großen, Kucfürsten zu Brandenburg u. st. w., treu geschichtlich dar- gestellt, zunächst für religidse Freundinnen vaterländischer Vorwelc, von Joh. Wegführer. Leipzig 1838.

Vor kurzem ist i1 diesen Blättern (in Nr. 159) erst die Rede gewesen ven dem großen Ku: fäürsien se)bst, in der Anzeige der „Ee- ichichte des P eußische Staais von Stenzel, 2r Th.“', welches Buch gerade sc!ne Zeit umfaßt. Jett hab:n wir Gelegenhcit, von sciner ersten Gemablin zu sprechen, der rieslleiht in ipren Verbäitnissen

| ctne eben so seltene und hohe Siclle gebührt, als ibm in den seinigen.

Zugleich werden wir auch wieder an zwei andere Lebensbeschrei- bungen libhaft erinnert, die vor yicht langer Zeit ein paar glänzende Frauengestalten aus unseren Füistenbause uns vorgeführt daben, nämlich an die „Denfkwürdi-feiten aus dum Leben der Herzogin Do- rothca Sibylla von Liegniß und Bricg von Schmidt (2e Ausl. Brieg 1838)“ und an das „Leben der Kouigin von Preußcu, S0: phie Charlotte, von Varnhagen von Ense (Beclin 1837)“. Jene wac aus deu Brandenburgischen Hause cntspressen, die Toch: ler des Kurfürsicn Jobanai Georg, dicse de Schwiege:tochter unse- rer Kurfürsiin, aus dem Hannoverschen Hause, dem dicsseitigen ver: schmelzen. Wenn unser Blick daun, durch die Gruppirung diíser drei Vilder angeregt, weiter über deu ganzen Hohenzollernschen Ah- nezusaal hinschmweifi, so muß sich natüruch der Gedante fo leicht in uns erzeugen, daß bier nicht alleia ciùe ungewéhnuliche Zahl auêge- zeihneier Männer, sondern aucz-.uicht minder herrlicher Frauen, un- iere Verebrina und Bewunderung ia Anspruch nimmt.

Daun müssen wir es sebr erfreulich finden, daß die Lebens : Ve- chreibung übeihaupt immer sorgfältiger und häufiger den Fleiß der Geschichischreiber beschüftizt, Dre biograpbische Dacfteßungswcise, d. i. diejuige, wo ausgezeichnete P:rsecueo, und deren Juneres, ihr Thun und Leiden, den Mittelpunit ausmabcn, und die greßen allge- minen Staais- 1d Weit-Ereianisse das Eniferntere, Umberlieaende und nur der Hiutergrund des Bildes siud, führt die Jugend am gecizneisten {2 das weite und unendlich verschlungene Gedut der Ge- ichchte cin. Ste begreift noci) nit den innern Zusammenhang und abet noch nicht die Gehe:mua1sse des Weligcißes, die fich in der Er- h:iunuagsweit offenbaren —- wie Schiller sagt: „das ist das wabre Gehcimuiß, was Jjcdem csfei vor Augen liegt und er doch nicht er- Aber cbeu so sebr macht die Viographie auch wieder auf eincm béheren Standpunkte der Ausfassung sür die Ecreifien den Schluß der Geschichts - Betrachtung. Wenn man die Welt erst als organisches Ganzes und ais Gegenständliches betrachict hat, so ift cs

cine Ergänzung und Beendigung dieser GeiFesrichtun-, nun auch das |

Intdividueile als solches zu scinem Rechte some zu lassen und ven

som ans auh wieder in die äußere bunte Welt hinauszuschaucn, |

ibre Wecbsel-Bezichung mit dem Einzel..en und seinem Jch (Mifro- foémus) fo vollständig erfassend. Endlich if bei dem Gedenken der genann en d:ei Biograpbicen noch darauf hinzuweisen, daß cs eben nur die von Fraucn sind, und daß man nun auch von dieser Seite das Laugversáumite in seín gutes Recht cinzusezen sich getrieben fühlt: den Frauen ihren Unlheil an dem vieljeitigen und vollständi- gen Gange der Weltgeschichte endlich zukommen zu laffen.

Das Leben unserer Kurfürstin Luise bietet nicht viele frappante Ercignisse dar. Es emfaitet sich vor uns als das ruhige Bild der still, geräuschles wicfenden Gattin, Matter und Fürßin; es if aber Frémmigfeit, freilich zum Theil in den Formen ibrer Zeit, und rast!ose Wirksamkeit - sind ihre Grund- ¡lige Sie war die Tochter Friedrich Heinrich's von Oranien und 1627 geboren. Eine sorgfältigere Ecziebung und Ausbildung ihres Geisles, als e Fraucn, zumal in jener Zeit, gewöbnlich wurde, er- fäbigten sie mit dieser Klarheit, Sicherhcit und Schärfe, nicht allein ibre nächsten Anaelegenheiten zu besorgen, sondern ib-em Gatten in den wichtiigslen Staats: Angelegenbeiten den 1refflichsten Rath zu er- theilen, so daß er oft nah ibrem Tode shmerzlich ihren B. istand auch in dieser Hinsicht vermißte. Wir schen sie in allen Beziehungen in

der glücklichsten Laage, und deanech waren ihrem Glücke nur zu eft hi shmerzliche Erlebnisse beigemiscki, denen j1 fein Sterblicher entsliebt. Ungeirübt und ven der scliensten Reinheit blieben aber stets- ihre ebelichen Verhältnisse. Nur einmal bercitete sie ich selbst traurige Siunden, iad:m sie diesclben mit den Staats-Rücksichten in Verbindung brachte und dicsen nachstehen zu müssen glaubte; aber sie wurde von dem überraschten Kmfürsten auf die zarteste und liebe- vollsie Weise aus diesen ibren Bedeuflichkeitin gerissen. Oranienburg und das Waisenboaus dasclb sind die sprecheudsten Denkmale ihrer landeémütterlihen Sorgfalt ; scu}t war ihr L:ben nur eine Reibe ven Wobh!thaten und beilsamen Auordnuagen, wie die Gegenwart sie eben beischte. Das Nähere ihres L-bens wollen wir den PLesexn in dem Aubre selb}? näher fenncu zu lernen nicht vorgreifen. Sie starb im ahre 1667.

Wenn trir so den edelsien Gegenstand vor uns haben, so läßt dagegen die Darstellung viel zu wünschen übrig, und besonders Vieles darans entfernt. Vergicichhen wir sie mit den beiden vorher genannten Lebensbeschreibungen, so ist weder der glücklich gehaltene a!tertbümliche schlichte Ton vou Sibyllens BViograpbie, mit den lebens: vollen bedeutsamen Sitten- und Zeitbiideru (wo wir nur au das eine „den Singemcister““ oder den Jesuiten erinnern wollen), noch die Mii- Nerband i1 bioarapbischen Darstellungen im Tone der Gegenwart, wie sie uns in Sophie Charlo!te vorliegt, irgend anzutreffen. Wir crfeunen geru den Fleiß und die große Liebe an, mit welcher unser Verfasser gearbeitet bat, nud die denn auch nicht verfehlt, zum eftern auf dea Leser wobl'huend überzuzehen. Das reicht aber für die man- nigfac-21 Ansodderungen nicht bin, welche die Gegenwart au Kritik, bisto:ishe Kunst und reine objeftive Darstelung macht. Der Ver: fa r 1hut, als wein cr seinen Téchtern das Leben dcr großen Frau erzählie, und hat sch dadurch die Gelegenheit bereitet , überall mora: lische, religiése und andere Betrachtungen einzusireuen. Dergleichen siad sets zu verwerfen; aus dem objeftiv gebaltenen Gegenstande muß unbewußt díese sittliche Wirkung in dem Beschauer sich von selbst erz-ugenz der Erzäbler darf nicht selbjt vortreten. Wenn wir alo av ch gern die besten und reinsten Absichten und Gesinnungen dem Ver-

sasser zugesteben. so würden dice Betrachtungen doch fchon, der h:No- rischen Tbeorie nach, zu verweisen scyn. Ader cs fommt auch nech hinzu, daß man viele, wenigstens a1ders gfaßt, und andere, als aanz

fordern müßte, wie, um nur ciu Bebpiel süc die legte Art anzusüh- ren, S 17 die über die hemizen Freier der reihen und armen Mäd- chen. Von der Würde des bio ischen Stils wollen wir auch nur cin Beit zel aeben S. 93: „Trog dieser Amort... landete Karl Gustav in scinem Pommern, marschirte wie ein kleiner Napoleon, d. h.-obne anzufragen, durch die Mafen u, st. w.“ ¿ Wenn, w'e wir boffffcn, das Vuch seines sons\igen Wertbes we- gen cine zweite Aufiage erlcben solite, so würde dec Verfasser viel- lcicht vou diesen Bemerkungen cinigen Nutzen zi.hen. Wir glauben, das auch nech andece Veurtheiler, die webl now näber auf Anderes cingeben mgen, als uns zu thun der Raum gestattet, uns bierin

b.iTimmcn werden? s

Handbuech der Gefchichte der Medizin. Nach den Quellen bearbeitet von Michael Benedifker Lessing. Erster Band. Die Geschichte der Medizin bis Harvey (1628). Berlin, 1838. gr. 8.

Der täglich fortschreitende, Alles überwältigende Eatwickelung€- gang menschlicher Fähigkeiten hat in neuester Zeit mehr als je rorher die Nothwendigkeit und das Bedürfniß erkannt, in dem ernsten, ror- urtheilsfreien Studium der Geschichte cinen sicheren Maßstab jeucr Fortschritte zu befigen, um die Resultate des Vergleichs einer voraus gegangenen Zeit mit der gegenwärtigen cinander gegenübersicllen und zu Gunsten oer ciuen oder anderen entscheiden zu kênnen. Wern irgend ciner Wissenschaft der segensreiche Erfolg, der aus der An- shauung der Vergangenheit und ihren Folgerungen sür die Jebtiwelt hervorgeht, überhaupt zu Statten kommt, so kann sich die Arznci- funde am wenigsten dieses heilsamen Rückbliks cntübrigen, da ihre bochwichtige und dur das von ihr bcdingte Menschenwchl so cin- floßreicze Tendenz die schwierige Aufgabe für sie stellt, stets die öIrr- thümer und F:hlariffe zu umgehen und zu vermeiden, die im Gefelge ciner verkehrien Zeitrichtung nicht seiten unter cinem unschciubaren Gewand? die ewige Wabrbcit, wenn auch nur für Augendlicke, zu verdrängen vermochten. Wie schr namentiich der heutigen Heilkunde, troy der unleugbaren Erwæciterung und Vervollkommnung, die alie Zweige der Naturwissenschafien in neuesicr Zeit erreichten, ein folcher Rückblick crnsllih Noth thur, wird denen am empxfinèlichsten sübibar, welze die gewonneue Summe unserer theuer erfauften Einsichicn durch phantastish spcfulative, für das Leben unbranhbare Mißgcfstal- ten und durch die Ausgcburten einer beschränkten und engherzig herr- chenden Systcmsucht verdrängt zu seben fürchten. Ohne Geschich!e

ungchörig und unbedeutend, unter j der Bedingung atnisgischic}en,

der Medizin würde uns das tréftlihe Bewußtseyn enigehen, daß diese Erscheinungen mit der Zeit eben so den fo!gerihtigen längst be- währten Erfahrungen in der Arzneifunst weichen müssen, wie auch im Leben der Natur diz ihr scheinbar am meisten zuwiderlaufenden Ereignisse sch cndlich dcù ewigen Geseßen der Wahrhcit und Did: nung zu fügen pflegey. So giebt die Ee‘chichte denn auch dem Arzte die siwcrsie Fübrung in den bunt wcchselnden Wirren sciner Wabhr- nehmungen ; sie ist-ihm der Kompaß auf dem Meere der Bcobach1un- gen. Diesen cvidenten Nuten, der durch den historischen Standpuukt vermittelt wird, fühblend, hat unscre sür Geisteseutwickelung so um- sichiig besorgie Regierung chou längst durch Errichturg von Libr- stüblen der Geschichte der Medizin auf unseren Hochschulen jencm Bedürsnisse Genüge geleistet, während man z. B. in Frankreich erst scit wenigen Jabren uns hicrin nachgcfelat isi. Eine so weie liche Fürsorge mußie uatürlich den regsamsten Eifer wecken und erhalten, der denn alich gerade in uusercm Vaierlaude die bedcutendsien und à ichtigsten historischen Schriften der medizinischen Ltteratur her- vorbrachte. Als cine Frucht ähnlicher Bestrebungen dürfen wir das oben angezeigte Wik beirachten, dessen Verfasser sich um so cher az.t- \c{loß, dem bisberigen Mangel cines Handbuczes der Geschichte der Heilkunde, das zugleich als Grundlage bei afadcmischen Vorlesungen dienen konnte, abzuhelfen, als idm dadurch Gelegenheit ward, eine von mchrjäbrigen historishen Studien untersiütte Lieblings- Jdee in wirflihe Auéführung zu bringen. Er licfert uns somit in diesem ersien Bande scines Handbuchs in vier naturgcmäßen Abtheilungen die wissenschaftliche Bearbcitang der Medizin von den lUrzeiten dis | auf Hippekfrates, daun während der BVlüthezeit der Hellenischen Vil- dung, besonders in den vielgestalteten Philosophen-:Schulen, bis hinab auf Galen und weiter hinunter in den verschiedensten Chancen der | siafendcn Wissenschaften, bis zu ihrem gänzlichcn Verfall durch die | robe Gewalt barbarischec Völkerzüge. Endlich folgen die Araber, die

Salcrnitanishe Schule v. \. w., die geistige Belcbung des 15ten Jahr- bunderts mit den selbständigen Forshuugen der Aerzte, bis, mit“ der Entdeckung des Blut-Kreislaufs durch Harvey, cin Wendepunkt für die gesammte ärztliche Kenntniß herbeigeführt wurde. So weit dieser erste Band, während ein zweiter bald nachfolgender sh bis auf die neueste Zeit ersirccken wird. Der Verfasser bat seine schwierige Aufgade mit musterbaftem Fleiße gelöst, und uns in ciner gedrunge- nen übersichtlihen Darstellung cin vollkommenes Gemälde der rc ibm beirachtcten Zeiten und Menschen geliefert, dessen leichtem Ue- berblicke wir cine Total - Aushauung ohne langweilende Auéführlich- feit verdanfen, iudem in unterhaltender und passender Form die trockcnsten Einzelhciten vortreten und unser Juteresse festhalten, sto daß das Buch auch außerhalb des mediziniswen Publifums die Auf- merksamkeit vieler Gebildeter auf sich zu zichen nicht verf.h- len wird. Um die Einheit der Entwicfelungs-Gesepe des menschlichen Geistes noch cvidentcr zu machen, ist stets der allgemeine politische und sittliche Stantpanft der Zeiten, wo er von Einfluß für die Geistesrichtung ist, berüctsichtige worden. Gründliches Wissen, ver- bunden mit Gcschmaf und gesunder Kriiik, so wie cizenes sorgfälti- ges Juelten - Studium und dadurch bedingties tieferes Eingchen in den Gegensiand, machen dies Werk besonders brauchbar für den Leb- rer und Fo1scher (selbst auf philosophischem und kirchengeschichtlicyem Getiete). Für den Lernenden, und vornchmlich auch für den prafii- schen Arzt, werden der sließende Vortrag, bei immer g'eichem Fest halten am Juteresse und inneren Zusammenhange, die befciedigendfle Belehrung, uud die getroffenen äußeren Einrichtungen eine große | Bequem!ichfcit beim Gebrauch gewähren. Zur Belehrung und Un- terbaltung hat der Verfasser cinige merfwürdige Beilagen binzugesügt, wic z. B. die älteste Medizinal - Versassunz des Königs Noger von Sicilien und Kaiser Friedrichs 11, die Statuten des großen Hoépi- tals der Riüiter zu Jerusalem vom Jahre 1181 (aus cinem Manus- \fr’pt der vatifanischen Bidbliothel) u. a. Wir beschließen die Anzrige dieses Buchs, das cine bis jeyt b:stchende Lücke in der Literatur auf so bedeuterde Weise ausfülti, mit dem aufrichtigen Wunsche, daß der Verfasser Muße und Gelegenheit finden möge, sein Wert baid voll- euden zu konnen. Cte ti

Berliner B Or Ga Den 6. Juli 1838. Amtlicher Fonds- und Geld-Cours-Zettet.

u Fr, Cour. es r. Cour, | [& Brief. | Geld. N| Brief. | Geld. | Bt.-Schald-Sch. (4| 103 !/g 1022/3 {Osipr. Pfaudir. 34] E Pr. Engl. Obl. 30:/ 4 1031/4 | 1023/, [Poum. Pfandbr. | 4} Es PramSch.d.Seeh—| 052/; | Gs f do, do, 31] 1065/5 Kurm.0Obl. C! 4 103%, 103! {4 ¡Kur- n.Neum. do.| 4 1007/2 Nu. Tut. Sch. do) 4 1023/, Schlesische do./4 104!/, R Berl. Stadt - Ubi. 4| 1033/, | 1627/2 JRüeckst. C. und Z. Köuigsb. do. [4| Sch. d. K. u. N.|-| 91/, | 90!/, Elbiuger do. 4354| Gold al marco 215%, | 2153, Daaz. do. in Th.——| 433, Neue Ducaten |—| 18/4 —_ Westpr.Pfandbr.| 4| 1013/, [Friedricbhsd'or |-—-| 13?/3 13!" do. do. 343) 99?/z And. Goldmün-|— Grofab. Pos. do. 4| 105/, | 1045/g Îrenà 5 Thl, |—-| 132/35 | 131, Ostpr. Pfaodbr. M | 1013/, [Viscouto -— 3 A

Kdöniglihe Schauspiele.

Sonnabend, 7. Juli. Im Schauspielhause: Der Gefan- gene, Lustspiel in 1 Aft, von A. v. Kotzebue. (Herr O. Bethge, vom-Kènigl. Hofcheater zu Hannover: West, als Gastrolle ) Hierauf: Von Sieben die Häßlichste, Lustsviel in 3 Abth. und einem Vorspiele, von L. Angely. (Herr O. Bethge: Erni Hellwald, als Gastrolle.)

Königsstädtisches Theater.

Sonnabend, 7. Juli. Der Rattenfänger von Hameln. Romantisch- komische Oper in 3 Akten. Musik vom Kapellmei- ster Franz Gläser. 0) è

Sonntag, 8. Juli. Zum erstenmale wiederholt: Was? Posse in 4 Akten, von Dr. A. E. Wollheim.

Ju Vertretung des Redacteurs: Wengtel. Gedrudckt kei A. W. Hay u.