1838 / 215 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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gen, die von einem Ende der Jnsel zum anderen widerhallen Was die Zehnten- Bill betrifsc, so gebt immerhin der Kirche die Million, der Zehnten-Krieg wird dennoch fortdauern. erstôórc Jhr Eure Aussicht, die i Lord Howick hat Recht, und seine Prophezeiung wird“noch eher in Erfüllung gehen, als er glaubt.“ Was nun die Minister thun werden, nachdem sie von neuein die Erfahrung gemacht, daß sie der Opposition am Ende doch in vielen Punkten nachgeben müssen, weil sie gegen das Oberhaus nichts vermögen, daß sie aber andererseits da- durch bei der liberalen Partei an Popularität verlieren, das muß die nächste Folge lehren; na<h einer Aeußerung des ministeriellen „Courier‘/ möchte man fast glauben, daß sie nach einiger Zeit das Parlament auflösen und noch einmal den Ver- such mit neuen allgemeinen Wahlen machen würden, weil es ihnen nicht möglich scheine, bei dem s#o geringen Unterschiede

würde.

Durch diese Munizipal - Bill Zehnten - Bill ruhig durchzuführen.

in der Stärke der beiderseitigen Parteien im Unterhause auf

die Länge etwas Ordentliches auszurichten.

wort besonders die geheime Abstimmung bei den Parlaments- Wahlen und außerdem etwa die Abschaffung der Korn- Geseßze anempfohlen. ;

Der. Herzog von Bedford hatte den Marschall Soult noch auf einige Tage nach Woburn- Abtei eingeladen, und es sollte ihm zu Ehren ein glänzendes Fest dort gegeben werden, aber der Marschall mußte die Ehre ablehnen, weil ihn, wie er sagte, wichtige und unumgängliche Pflichten nah Frankreih zurü>>- zukehren nöthigten.

Aus Kanada sind heute Zeitungen vom 30sten v. M. hier eingegangen. Die Quebek - Zeitung enthält einen von Lord Durham unterm 28. Juni erlassenen Befehl, wel- hem zufolge Wolfred Nelson, R. S. Bouchette und andere in den Gefángnissen zu Montreal befindliche Jnsurgenten, da sie ihre L Ie] Gen Absichten eingestanden und sich dem Willen ÎJhrer Majestät unterworfen haben, nah den Bermu- das - Jnseln transportirt werden sollen, von wo sie bei Todes- strafe niht na<h Kanada zurückkehren dürfen. Diese Strafe sollen auch Papineau und die anderen Jnsurgenten - Chefs, de- ren Aufenthalt man nicht kennt, erleiden, wenn sie sich in Ka- nada betreffen lassen. Die Mörder des Lieutenant Weir sind jedo< von der in diesem Befehl enthaltenen Vergünstigung aus- eschlossen. Aus denselben Blättern erfährt man auch, daß Lord

urham einen speziellen Rath zur Verfügung über die Kron- Ländereien ernannt hat, der aus folgenden Mitgliedern besteht : Dem. Vice- Admiral Sir C. Paget, dem General - Major Sir J. Macdonnell, dem Oberst - Lieutenant C. Grey , dem Oberst G. Coupar und Herrn C. Buller. Jn einem Schreiben aus Quebek vom 25. Juni heißt es: „Die Sendung des Oberst Grey nah Washington ist von Resultaten begleitet ge- wesen, die für die Jnteressen dex beiderseitigen Regierungen in jeder Hinsicht befriedigend sind. Unterstüßt durch die gemäßig- ten, aber entschiedenen Vorstellungen, deren Ueberbringer dieser Offizier war, ist Herr Fox im Stande gewesen, von der Re- ierung der Vereinigten Staaten etwas mehr als ein bloßes ersprechen des Beistandes in einer Sache zu erlangen, die jeßt eine gemeinsame geworden ist, nämlich in der Unterdrückung des Marodirens an der Gränze. Es is eine Bill im Senate durchgegangen, wonach unverzüglich eine Streitmacht von 6000 Mann an der Amerikanischen C Ane: entlang aufgestellt wer- den soll. General Macomb ist zum Befchlshaber derselben er- nannt und hat überdies den Auftrag, mit den Britischen Be- hörden gemeinschaftlih auf die gänzlihe Ausrottung des Räu- bernestes hinzuwirken, dur<h welches die Tausend Jnsela beun- ruhigt werden. Auf dem Ontario - See will man zwei Kriegs - Dampfbdte, ein Amerikanisches und ein Engli sches, aufstellen. Auch der Erie - See wird in ähnlicher Weise bewachr werden. Bei diesem guten Vernehmen und auf- richtigen Wunsche des Zusammenwirkens zwischen den Verei- nigten Staaten und - Großbritanien dürfen wir wohl hoffen, die Ruhe no< einmal und bald hergestellt zu schen. Einige Amerikanische Zeitungen haben zwar behauptet, Oberst Grey sey in Washington nicht um besten aufgenommen worden, dies ist jedoh nicht der Fall. Er wurde dur< Herrn Fox bei dem Präsidenten eingeführt und fand die freundli<hste Auf- nahme.’ Die Behauptung hiesiger Tory- Blätter, daß der Befehlshaber der Truppen in Kanada, General-Lieutenant Sir J. Colborne, si<h deshalb von seinem Kommando zurückziehen wolle, weil er si< mit Lord yar überworfen habe, wird von dem Schwager des Ersteren, Herrn Yonge, in öffentlichen Blättern für durhaus ungegründet erklärt; dieser führt meh- rere Briefe Sir J. Colborne’'s an, aus denen hervorgeht, daß dieser schon längs, scines Gesundheits - Zustandes wegen, den Wunsch gehegt hatte, sobald die Umstände es irgend erlaub- ten, von seinem Posten entbunden zu werden. Eben so erweist s< nun der Vorwurf übertriebener Prunk- sucht, den die Torp-Blätter dem Grafen Durham mit Hinsicht auf die innere Einrichtung des Schiffes „Hastings“, das ihn na< Kanada brachte, gemacht hatten, als ganz aus der Luft gegrifsen. Dieses Schiff ist jeßt von Kanada zurückgekehrt und liegt im Hafen von Portsmouth noch ganz so, wie es bei der Hinfahrt eingerichtet war. Viele Personen haben es besucht, um die angebliche Pracht seiner Auss<hmüd>ung zu sehen; aber wie groß war ihr Erstaunen, als sie ni<ht nuc gar feinen Glanz, sondern im Gegentheil die größte Einfachheit, ja in manc<en Theilen des Paterials völlige Aermlichkeit vorfanden.

Niederlande.

Amsterdam, 29. Juli. Dem Handelëblad wird von seinem Korrespondenten in London unterm 27sten d. geschrie- „Die Konferenz hat diese Woche noch keine Sißung ge- habt; man s<eint fein Protofoll erdffnen zu wollen, bevor man nit über die Sache dur vielfältige Rücksprache einig zu wer- den gesucht hat. Herr Dedel (der Niederländishe Bevollmächz-

tiate) soll auf das bestimmtese erflárt haben, in die fkürz- lié erwähnten Ansichten Frankreichs nicht eingehen zu fön- nes. Welchen gland einsélagen wird, ift no< nicht ganz far. Der Punkt der râ>ständigen von Belgien s{<uldi-

gen Renten iff keine der geringsien Schwierigkeiten der Sache; mzwis<en wird es an der Niederländischen ierung nicht lie- wean diese niet bald ihre Erledigung findet. Die unlängst

Dede! úbersandten Znfiructionen siad von der Act,

Freunde des Rechts uud dec Billigkeit mit Grund das Vertrauen búrsea, daß man von Holland feine Opser fordera G UICI5 MEL D losiges OgnEn.

Die Zeitung vou Vließingen giebt ihr Erstaunen und Desfremdven f zu crfennen, daß das Englische Dampf- bert, wem der Frs von die Uebversahrt von Lon- don uh Antwerpen gem44t ber der Britischen au< die Delgiicye F995: euge gen úatze (s. Bréissel) uns auf diese

; j Für einen solchen Fall wird der liberalen Partei von jenem Blatte als Losungs-

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Weise writ diesen von Holland no<h nicht anerkannten Farben auf der Schelde vor Vließingen vorüber gekommen sey.

Belgien.

Bräfssel, 30. Juli. Die Belgischen Zeitungen legen eine besondere Wichtigkeit auf den Umstand, daß auf dem „„Menai“‘/, mit welchem der Fürst von Ligne in Antwerpen an- langte, die Belgische Flagge neben der Englischen aufgepflanzt gewesen, und daß die Schelde so zum erstenmale von einem Schiffe unter Belgischer Flagge Lees worden \ey.

Es heißt, daß Herr Dujardin, General - Secretair im Fi- nanz - Ministerium, den Auftrag erhalten werde, an den Ver- handsungen der Londoner Konferenz, insofern dieselben sih auf die Schuldfrage beziehen, Theil zu nehmen; auch spriht man von der Absendung eines zweiten Bevollmächtigten, der Herrn van de Weyer unterstüßen wird.

Die Handels-Kammer von Courtrai hat eine Deputation nach Brüssel gesendet, welche beim A'cinisterium die Verbindung der Schelde und Lys vermittelst eines Kanales zwischen Bossuit und Courtrai durchseßen soll.

Die Fürstin Constanze von Salm ist nah einem mehrtägi- gen Aufenthalt hierselbst nah Dik abgereist: Dieselbe wird nächstens eine vollständige Ausgabe ihrer Werke erscheinen las- O ist gegenwärtig mit der Abfassung ihrer Memoiren be-

tigt.

Die Belgischen revolutionairen Blätter sind jeßt besonders erbittert gegen den Staats - Minister von Meulenaere, der jeßt Gouverneur von Westflandern is und zur Zeit der Unterzeich- nung der 24 Artikel Minister der auswärtigen Angelegenheiten war. Dem Einflusse dieses Staatsmannes schreibt man es na- mentli< zu, daß der Provinzialrath von Westflandern keine Adresse gegen die 24 Artikel, wie sie in den anderen Provinzen zu Stande kam, unterzeichnen wollte.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 27. Juli. Die Stats-Tídning zeigt an, daß zwar, wic andere Blätter gemeldet, der Major Brande- lius, Commandeur einer Schwadron Bürger - Kavallerie, cine Schrift in Bezug auf die leßten unruhigen Auftritte der Haupt- stadt, nach den Wahrnehmungen, die er beim Patrouilliren ge- machr, abgefaßt und dem Ober-Statthalter übergeben habe, daß es jedoch unrichtig sey, wenn zugleih gesagt werde, der Leßtere habe sih veranlaßt gefunden, über diese Schrift, in welcher die Entfernung des Justiz-Kanzlers Nerman und des Hof-Kanzlers von Hartmannsdorf als wünschenswerth bezeihnet wurde, Sr. Majestät dem Könige zu berichten.

Der Reichsftändische Justiz-Bevollmächtigte, Herr Landin, hat bei dem Höchsten Gericht eine Denkschrift eingereiht, in welcher er darauf anträgt, das Swea- Hofgericht zur Verant- wortung zu ziehen, weil in dem Verfahren gegen Crusenstolpe einige ÜUnregelmäßigkeiten vorgefallen seyen. Namentlich soll unterlassen worden seyn, dem Könige die Sache anheimzustel- len und Gründe dafür anzugeben, daß man den Angeklagten zu einer höheren Strafe als dem geseßlichen Minimum verurx- theilt habe.

Dänemarfk.

Kiel, 1. Aug. (Hamb. N. Z.) Die neue Zoll - Ver- ordnung für die Herzogthümer Schleswig und Holstein, datirt vom 1. Mai 1838 und bestehend aüs 353 Paragraphen, ist er- schienen. Wir heben aus derselben folgende hauptsächliche Be- stimmungen hervor. Die Landes -Gränze bildet zugleich die Zoll-Gränze, insoweit nicht an der südlichen Holsteinischen Gränze die Organisirung der Zoll - Aufsicht die Ausschließung einzelner Landestheile mit sih bringen sollte. Altona bleibt „wegen sei- ner besonderen Lage und Verhältnisse“/ außerhalb der Zoll- Linie, cbenso Wandsbeck. Alle realen und personellen Zollfrei- heiten hôren unter Vorbehalt der dafür auszumittelnden Ent- l<ädiguug auf. Die Durchfuhr durch hiesiges Territorium ist fär alle Waaren, welche von fremden Orten nach fremden Orten

transportirt werden, gegen Erlegung tarifmäßiger Durchgangs-

| Abgaben, oder soweit der Tarif solches ausdrüklich besagt, ab- | gabefrei erlaubt- und für die nicht den Oeresund, die Belte und | Schleswig - Holsteinischen Kanal passirenden Waaren kommt der

allgemeine Transit - Zolltarif zur Anwendung. Dieser beträgt für solche Waaren, welche seewärts von der Ostküste der Her- zogthümer ausgehen, oder Waaren, die landwärts nach der Ostküste und in östlicher Richtung dur die Herzogthúmer tcan- siciren, 10 Schilling Courant pro 100 Pfund Brutto, und für Waaren, die scewärts von der Westküste ausgehen oder land-

. wärts nach der Elbe oder Westküste und in westlicher Richtung

transitiren, d Schilling Courant pro 1009 Pfund Brutto. Un- ter den gänzlih vom Transit- Zolle befreiten Waaren bemerkt man hauptsächlih Erzeugnisse des Landbaues uno der Vieh- zucht, auch Thee, Tauwerk , Asche aller Art, gemünztes und ungemünztes Geld und Silber. FJnländische Fabrik - Er- zeugnisse können zollfrei in Dänemark eingeführt werden; nur für raffinirte Zucker ist während drei Jahren die Hälfte des Schleswig - Holsteinishen Einfuhr - Zolls fär fremde raffinirte Zucker zu erlegen. Alle Landes-Produkte der Herzogthümer und des Königreichs passiren gegenseitig frei ein, eben so fremde verzollte Waaren, leßtere unter resp. Itachlegung des Differenz-Zolles, wenn am ‘Ankunftsorte hdherer Zoll statt- findet. Von der Zoll- Angabe und Passir- Zettel sind befreit, sobald sie innerhalb der Zoll-Gränze zu Lande versandt werden, gänzlich zollfreie Waaren, inländische Erzeugnisse des A>kerbaues und der Jndustrie, und fremde Waaren, deren Zoll nicht über 3 Rthlr. 6 Schill. Courant beträgt. Die Herzogthümer nehmen mit denselben Berechtigungen wie das Königreich, an dem Kolonial-Handel Theil; auch in Altona bleibt es in dieser Rúck- sicht beim Alten. Die Auéfuhr-Prämie für raffinirten Zucker beträgt 2 Rihlr. 14 Schill. Courant pro 100 Pfd., und für Syrup $8 Rthlr. 6 Schill. pro 1000 Pfd. Jeder Schiffer muß, wenn er von einem fremden Hafen oder Altona kommt, über seine gelammte Ladung mit Connoissementen und eventuell mit einem Verzeichnisse, so wie zugleich mjt einem vidimirten Manifeste verschen seyn. Die Abgabe von Schiffen , die aus der Fremde angekauft und eingeführt werden, ist für Schiffe von Eichenholz, je nachdem sie unter oder uber 10 Kommerz- Lasten trächtig sind, zu 12 Rthlr. 24 Schill. und 6 Rthlr. 12 Schill. festgesest; Schiffe aus Föhrenholz bezahlen eine gerin- gere Abgabe. Die Schiffslast-Gelder werden nur für so viele Kommerz - Lasten berechnet, als die bei einer Zollstätte ausgela- denen oder eingenommenen Waaren betragen. Transit-Wäaren sind von der Erlegung von Lastgeldern befreit. Jn Contraventions- sachen steht die Wahl (ichen der Entscheidung auf dem gerichtlichen oder administrativen Wege frei, mit Ausnahme der Fälle, wo die ge- sesliche Strafe die Summe von 10 Rehlr nicht übersteigt, in wel<zen Föllen die General - Zollkammer entscheidet. le Zoll- Klarirungs - Sporteln betragen Alles in Allem bel der Ein-,

„nah Beendigung ihrer Reise im Auslande zu Anfang Lite

Aus- und Durchfuhr 6 pCt. vom Betrage des Zolles Schiffs -Klarirungs -Sporteln in der ausländischen Fahrt Schill. Cour. pko Autamerzlas in der inländischen 2. 3 Rbschill. oder !5/;; Schill. Cour. Aus dem Tarife cat Einfuhrzoll heben wir folgende Artikel heraus: Baumw, Manufakte pro 100 Psd. 9 Rthir. 18 Schill. Cour. , Ry, frei, Eisen in Stangen und Bändern pro 100 Pfd. 11}/ S4 Ballasteisen pro 100 Pfd. 6!/, Schill., geschmiedetes Eis 100 Pfd. von 11!/, Schill. bis 1 Rthlr. 22 Schill., Eiseys pro 100 Psd. 1 Rthlr. 45?/, Schill. , Hopfen pro I e 3 Rthlr. 36 Schill., Kaffee pro 100 Pfd. 1 Rthlr. l4', @ Porzellan pro 100 Pfd. von 6 Rthlr. 12 Schill. bis Bn Seide und Seidenwaaren aller Art pro 100 Pfd. 1g V 36 Schill. , Taba, unfabrizirt, pro 100 Pfd. 46?/, S4 fabrizirter Rauchtaba> 3 Rthlr. 36 Schill. , Schnupf 5 Rihlr. 10 Schill. , Cigarren 20 Rthlr. 40 Schill. Wey, Fässern pro 30 Viertel 5 Rthir., in Flaschen pro 100 Fi, 5 Rehlr. 10 Schill. , Wolle pro 100 Pfd. 31/4 Schill, Þ und Halbtuch pro 100 Pfd. 20 Rthlr. 40 Schill., Ki, und dergl. 7 Rthlr. 39 Schill, Waaren von Wolle und & pro 100 Pfd. 18 Rthlr. 36 Schill., Thee pro 400 Pfd. 6 Fj 24!/, Schill., Zucker, roher, pro 100 Pfd. 1 Rthlr. 303/, Sth von St. Croix 1 Rthlr. 2 Schill. , raffinirter pro 100 9 4 Rehlr, 8 Shill., alles in Courant.

És is nunmehr gewiß, daß die Prinzessin Vilhelmi nebst ihrem Gemahl, dem Herzoge von Holstein - Glützhy,

ihren Wohnsiz auf dem Königlichen Schlosse hierselbst beit werden.

Deutschland.

Reèegensburg, 24. Juli. Jhre Majestät die Kaiserin y Rußland und Jhre Kaiserl. Hoheit die Großfürstin Alexan trafen gestern Nachmittag um 3 Uhr (auf der Hintreise 1 München) von einem zahlreihen Gefolge begleitet Und v1 p freudigsten Erwartung einer großen Volksmenge begrüßt, hie ein. Eine früher angekommene Estaffette hatte Jhrer Hui der verwittweten Frau Fürstin von Thurn und Taxis (Unt JFhrer„Majestät) ein eigenhändiges Schreiben überbracht, wi mit Allerhöchstdieselbe der Bitte, das Mittagsmahl in dg Fürstlichen Palais einzunehmen, auf die freundlichste Weist \prochen hatten. Eben so war der Kaiserl. Russische Gesand am Bayerischen Hofe, Herr von Severin, Vormittags y Empfange eingetroffen. Am Absteige-Quartier von der verwitt ten Fürstin von Thurn und Taxis, von der Herzogin Syh von Württemberg, gte: Prinzessin von Thurn und Taxis, und dem Fürsten von Thurn und Taxis empfangen, begaben Zh Majestät Sich auch alsbald in den dur<h Reichthum und shma> gleich sehr ausgezeichneten Fürstlichen Equipagen in Fürstliche Palais, wo das Mittagsmahl, zu dem außer den ti heren Personen des Kaiserlichen Gefolges und dem Hertns sandten von Severin auch der Königl. Bayerische Gesandte u Petersburger Hofe, Graf von Lerchenfeld, beigezogen zu s die Ehre hatte, eingenommen wurde. Nachdem Jhre Kais Majestät in dem Fürstlichen Palais bis Abends verweilt hi fuhr Allerhöchstdieselbe, von der Frau Fürstin von Thurn u Taxis begleitet, nah dem benachbarten Gräflich von Lerche dischen Schlosse Köfering, wo das Nachtlager gehalten und wo sodann am nächsten Tage dic Reise fortgeseßt wurde.

dúnchen, 30. Juli. Der Direktor des allgemei Krankenhauses, Ober- Medizinalrath und Professor von t ist gestern, 54 Jahr alt, mit Tode abgegangen.

Die Sängerin Dlle. Lußer, die hier mit großem Bei in mehreren Gastrollen aufgetreten war, wurde kurz vor Abreise auf ihrem Zimmer von einem Menschen überfallen, ! ihr, mit dem Pistol in der Hand, Geld abforderte. Sie ihm in der Angst einiges zu, und da bald darauf Leute hinz kamen, so entfloh der Räuber, der jedo<h bald von der Pol ausfindig gemacht worden und, wie es heißt, ein geistesfrant Mensch seyn soll.

Wärzburg, 27. Juli. Der erste Wollmarkt hier 1 am 20sten d.' beendigt, und ‘das Resultat davon fann ux mehr als glänzend angesehen werden, weil es eben der t war. Von den zum Verkauf ausgeseßten 1167 Bayer Centnern Wolle wurden nur 17 Ctr., über deren Werth | die Besiker nicht einigen konnten, wieder zurückgezogen, wd also 1150 Ctr. als verkauft erscheinen. Unter dittem Quan befanden sich selbst einige Partieen, deren Verwerthung auf anderen Märkten versucht, aber nicht realisirt worden n Die Preise wacen von 69 Fl. aufsteigend bis zu 170 Fl. 1 Ctr. bedungen worden, so daß der summarische Erlôs auf L 90,000 Fl. angeschlagen werden fann. Nicht nur die W der rúühmlih bekannten o Stammschäferei Waldbtun der Heerden der Grafen von Schönborn und Castell, der herren von Dietfurt, von Fuchs, von Habermann u. A. t den gleih denen von den Färstl. Löwenstein - Rosenbergüäs Schäfereien vorgelegten Mustern als Rene in Quit und Wäsche erkannt, sondern auch mehrere Oekonomen, S6 Spekulanten und einzelne Landleute führten sehr s{<höône Bi so daß die Mehrheit der Vorräthe in hochfeinen und m feinen Sorten bestand, während auch Abtheilungen von nairfein und ordinair zu finden waren. Wenn auch die P! gegen jene der Norddeutschen Märkte als geringer erschein

so waren doch die Verkäufer ‘ved nan was sich son

dem schnellen Absaße beweist, we man auch über den ® shäftsgang selbst, wie die in der UnFkwißheit des Erfolges f Kostenscheu bewerkstelligten Lokal-Einrichtungen nur Anerken des hôrte. Der größere Theil der zu Markt gebrachten war zwar von den Erzeugnissen des Kreises Unter - Fran? doch hatten auch {on einige Schäferei- Besißer der Nah Staaten an der ihnen dargebotenen Verkaufs - Gelegenheit ! tigen Antheil genommen, so wie auch die Käufer aus Fabrils ten, Kaufleuten und Spekulanten des Jn- und Auslar bestanden.“ Ein Korrespondent des Kölner Handel Organs fúgt diesem Berichte no<h Folgendes hinzu: „W Zweifel wird dieser Markt, der hon das ecstemal zu so erf lichen Resultaten führte, in der Folge noch immer mehr an Bedel? gewinnen, und daher auch für die Rhein; Preußischen Fabriken günstige Gelegenheit zu direkten ÉEinkäufen bieten, und so B nach dieser Richtung den Wollzüchter mit dem Fabrikanten direktere Verbindung segen. as an geringeren Qualit vorkommt, eignet sich freilich nur für den Landverbrauch, en fand man für 100 bis 120 Fl, den Bayerschen C son eine so zarte flússige Locke, die bei einer reinen Ws wie sie viele Gutsbesiger durchführen, für bessere Fabrikate 98 geeignet erscheint, während einige osten noch feinere Quai ten, die aber auch bis 160-170 Fl., ja selbst der Bayer? Centner bis 100 Preußische Thaley bezahlt wurden, und theilweise für achsen, theilweise für Frankfurter M nung erstanden wurden, - au<h den hd<sten Anspruch

als 4—5000 Centner ' Thronfolger von Rußland haben nicht nur die zu Hôchstihrem

nah Homburg zurü>gekehrt.

__ stattfand. Die 1 : _ eins versammelt und zogen dann mit Musik, Fahnen und militairi-

| Präsidenten- Tisch errichteten Rednerstuhle ausgebracht; alle stan-

“dung, einige Abschweifungen kamen allerdings auch in den

“ten gleich lástig,, und es wärde daher die

eh vie

friedigt haben dürften. “Leicht können nächstes Jahr 2000

entner und mehr an den Markt kommen, da es nur des Beispiels bedurfte, um die Wollbesizer zur Vorlage auf diesen Markt zu bestimmen, da im Vergleich zum Gg en Resultate die Kosten nicht in Anschlag gebracht werden dürfen, und da es sich fast durhweg nur um eine Tagereise handele, um mehr

ier fonzentriren zu können.“

annover, 1. Aug. Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst

Dienste bestellten Personen vom Hofe und vom Militair, so wie Künstler und Andere mit reichen Geschenken, sondern auch die hiesigen städtischen und vorstädtischen Armen mit einem Geschenke von 150 Louisd'or und die Armen zu Herren- hausen mit einem Geschenke von 25 Louisd’or bedacht. Der lekte Tag der Anwesenheit Sr. Kaiserl. Hoheit ward vorgestern Abend noch durch eine hôchst glänzende Jllumination im Her- renhäuser Garten, so wie einen Thé dansant daselbst gefeiert. Die so sinn- als geshma>volle Erleuchtung gehört unfehlbar u dem Gelungensten, was wir in dieser Arr je hier- aufgewie- n haben; der shône Garten in Alt- Frauzösishem Styl mit seinen hohen He>ken, vielen Statúen, beleuchtet dur< tausende von Lampen, machte einen herrlichen Effekt. Als Hauptstand- punktdie große Treppe des Gartens genommen, war der innere freie Theil des Parks durch unzählige in viere>iger Form geordnete Py- ramiden erleuchtet, die Zwischenräume wurden durch auf den Rasen sh shlängelnde Figuren erhellt, welche die Form eines s{<dnen Parkets annahmen, und perspektivischh ward der A UN grun dur<h einen von unzähligen Lampen erleuchteten! Obelisken ge- hlossen, in dessen Mitte der doppelte Adler prangte, und vor welchem die Haupt-Fontaine raushend ihre Wassermassen in die Höhe warf. Der innere Hof war gleichfalls dur<h Erleuch- tung der Nischen geziert, so wie in der Mitte des eisernen Tho- res, der Hauptfaçade des Schlosses gegenüber, der Buchstabe A mit der Krone glänzte; 9!/, Uhr nahmen die Höchsten und Hohen Herrschaften Plaß an den nach den Garten führenden Fenstern, und ein Zapfenstreich, dur<h sämmtliche Musik-Corps der Garnison ausgeführt, erdffnete das {<ône Schauspiel. Eine unzählige Menschenmasse hatte sich dort eingefunden; die größte Ruhe und Ordnung herrschte aller Orten; der am Tage ab- wechselnd trübe Himmel hatte sich aufgeklärt, und so wirkte nichts nachtheilig und stôrend auf diese shône Festlichkeit. Frankfurt a. M., 1. Aug. Se. Durchlaucht der Landgraf von Hessen-Homburg ist vorgestern von Schlangenbad

An demselben Tage traf der Erbprinz von Sachsen - Wei- mar, von Wiesbaden kommend, hier ein.

Der Königl. Preußische Kammergecihts-Rath von Strampf ist hier angekommen, um den in der nächsten Woche nah Ber- lin V Den Geheimen Regierungs - Rath Mathis bei der Bundes- Central - Kommission zu erseßen.

Unsere Stadt ist bereits von den meisten Fremden, welche das Sängerfest dl befr gezogen, verlassen worden; der größere Theil dürfte wohl befriedigt von hier abgereist seyn, und nicht allein, weil das Fest der Freuden viele darbot, sondern weil auch keinerlei Ruhestörung vorfiel. Der vorgestrige Tag kann aber in der That als der Haupttag des Festes bezeichnet wer- den. Das Wetter, das am Morgen regnerish gewesen, hellte sich gegen Mittag auf und so war denn auch alsbald die ganze Bevölkerung unserer Stadt auf den Beinen. Aber auch die Bewohner der Umgegend strômten massenweis unserer Stadt u. Schon nach 1 E beseßten Tausende von Menschen die

fer des Main von der Brücke an bis nah dem Sandhof. Tausende zogen gleich nach dem Forsthause, wo das Konzert im Freien änger hatten sich im Lokal des polytechnischen Ver-

scher Begleitung nach dem Wasser, wo die Einschiffung nach dem Sandhof statifand. Bei dem Zug durch die Straßen wurden die Sänger mit starken Acclamationen begrüßt, so wie auch auf der Wasserfahrt, die indessen nicht zum Besten ausfiel und sehr LANDE wurde. Das Konzert am Forsthause sollte schon um 3 Uhr Nachmittags beginnen, nahm aber erst um 6!/, Uhr Abends seinen Anfang. Der Zuhdrer mögen es einige Tausend gewesen seyn. Mehrere der Quartette mußten wiederholt wer- den; der Total-Eindru> des Konzerts im Freien war aber nicht imposant. Erst gegen 9 Uhr trat der Sängerzug den Rückweg an und fam um 10 Uhr auf der glänzend erleuchteten Mainlust an, wo das Bankett nach dem Eintritt der regierenden Bür- germeister bald darauf seinen Anfang nahm. Es war von der Vitterung wenig begünstigt, denn die Nacht war feucht und kühl. Déssenungeachtet blieben die Meisten bis 4Uhr Morgens anwesend und die Lebten verließen erst um 8 Uhr Morgens die Mainlust. Eine Menge Toasts wurden während des Banketts von dem am

den mehr oder weniger mit der Tendenz des Festes in Verbin-

Reden vor, allein der A CRE sah sich nicht veranlaßt, diesel- ben zu unterbrechen. Jede Rede, jeder Toast wurde von gro- ßem Jubel begleite. Um Mitternacht stellten sich auch die Matrosen zum Bankett ein. Wie man hört, so wird nach Tilgung der nicht unbedeutenden Kosten eine ansehnliche Summe als erster Fonds ' der Mozart-Stiftung übrig bleiben und es steht P n daß er auch durch fortdauernd freiwillige Beiträge 0 stark vermehrt werde, daß die Stistung ungesäumt ins Leben treten kann. Das Fest4¿LComité wird in den ersten Tagen noch Ux BekanntmahunMber däs Resultat des Sänger-Festes er- assen. :

Jtalien.

Rom, 6. Juli. Nachdem die gewöhnlichen Feier- lichkeiten am Festtage der Apostel Petrus und Paulus diesmal während der Anwesenheit Jhrer Majestät' der verwittweten Kd- nigin von Sardinien begangen worden, hat der Papst am 30. Juni seine Sommer- Residenz auf dem Quirinal bezogen.

Der durch die Energie und Strenge, welche er bei den leßten Unruhen in Sicilien entwickelte, bekannte Marchese Del- ‘carretto, Königl. Neapolitanischer Polizei Minister, verweilte seit längerer Zeit hier, um etnen Lieblingsplan der Regierung von Neapel persönlich zu betreiben. Die beiden Fürstenthümer

öontecorvo und Benevent, bekanntlich dem Kirchenstaate gehd- tige Enklaven, von denen das leßtere Jtiger Fruchtbarkeit wegen ‘berühmt: ist, sind bei den strengen Zoll-Systemen beiden Staa- T âpstliche Regierung in die Abtretung ebenfalls nicht ungern einwilligen, wenn die Entschädigung ausgemittelt wäre. Verschiedene Pläne sind von

eapel vorgebracht worden. Nach dem einen Gu die Päpst- liche Feglerung in den Besiß der bedeutenden Farnesischen Gü- ter, welche dem Könige von Neapel gehdren, tretea und außer- dem eine bedeutende tee erhalten: Wenn gleich bei dem j [om Zustande der Finanzen eine solche Abfindung für Rom

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auf eine Entschädiguna“ an Gebiet verzichten, und fär diesen Fall scheint man von Rieti bis in das Thal von Roveto hin- ein die Flüsse Salto und Garigliano zur Gränze machén zu | wollen. Die Einwohner des Theils der Abruzzen, welcher auf | diese Weise an den Kirchenstaat fallen würde, sind über den Fortgang der Ran in der lebhaftesten Besorgniß und äußern dur< Vorstellungen und Adressen ihren Wunsch, bei Neapel zu bleiben. Allgemein ist bei diesem wa>eren Ge- birgsvolke, welches zur Zeit der Französischen Jnvasion in blu- tigen Aufständen seine Tüchtigkeit bewies, die Anhänglichkeit an den König und eine sehr entschiedene Abneigung gegen jede an- dere Herrschaft.

Ein auffallendes Beispiel, wie verderblich die mißtrauische Hütung den Archiven und Bibliotheken werden kann, bietet eine Begebenheit dar, die das allgemeine Stadtgespräch gewor- den ist. Der Familie Doria-Pamfili gehört ein Kollegium für angehende Geistliche, von Jnnocenz X. gestiftet, welchem aus dem Aldobrandinischen Erbe reihe Schäße von Urkunden aus der Zeit Clemens VIII. zugefallen waren und in einem streng verschlossenen Archive bewahrr wurden. Neulich fand sih aber bei einem Wursthändler (pizzicarnolo) ein Stü der Korrespon- denz Clemens VLllI. mit. der Nunciatur in Spanien vor. Auf Befragen erklärte der Eigenthümer der Bude, er habe einen anzen Stoß solcher Papiere von dem Koch des Kollegiums Pamfili und dem Küster der anstoßenden Kirche S. Agnese ge- fauft. Man erschri>t, dffnet das Archiv und findet 28 Schränke leer. Auf besonderen Befehl des Kardinals Lambruschini geht der bedeutendste Gelehrte Roms, Professor Sarti, in Beglei- tung von Gendarmen in alle ähnlihen Buden und Verkaufs- Lokale der Stadt und fállt dur<h seinen großen Eifer sieben Schränke von neuem; die übrigen 21 sind l°er geblieben. Thorwaldsen wird uns bestimmt verlassen. Sobald die Dä- nische Fregatte, welche zu seiner Verfügung gestellt worden, in Livorno segelfertig ist, wird er mit dem Bildhauer Herrn Ma- thià aus Berlin abreisen.

Neapel, 19. Juli. Am 16. d. M. überreichte der neue Kdnigl. Sardinische Gesandte am hiesigen Hofe, Marchese Crosa de Vergagni, Sr. Majestät dem Könige sein Beglaubi- gungs-Schreiben.

Die Prinzessin Marie Luise Charlotte von Sachsen is am 16. d. M. von hier nah Rom abgereist.

Spanien.

Madrid, 18. Juli. (Allg. Ztg.) Der Redacteur des „Patriota‘‘, Herr Prato, von Geburt ein Piemonteser, wurde in der Nacht vom löten in seiner Wohnung verhaftet und unter Bedeckung nach Santander abgeführt, um dort nah dem Aus- land eingeschifft zu werden. Der Patriota stand im Solde Mendizabal’s und forderte täglich zu offenem Aufruhr auf; auch soll Herr Prato in eine Verschwörung verwi>kelt gewesen seyn, an deren Spike angeblich der Agent des Laffitteschen An- lehens, Herr Misley, stand. * Leßterer wurde gestern Vormit- tag in seiner Wohnung verhaftet und ihm angekündigt, daß er nah Santander abgeführt werden solle, um sich ebenfalls nach Frankreich einzuschiffen. Herr Misley schrieb darauf, mit Ein- willigung der Behörde, vier Briefe, an den General Quiroga, an den General Cordova, an Herrn Safont und an Herrn Pita Pizarro, und fuhr um ò Uhr Nachwittags aus dem . Thore von Madrid. Noch vor wenigen Tagen hatte Herr Misley im Patriota Mittheilungen über die früheren, von ihm geleiteten Verschwörungen gemacht, und versichert, daß er einst einem Jtaliänischen Herzoge die Krone von Jtalien angeboten hätte. Als man Herrn Misley verhaftete, befand sih gerade ein Adjutant des Generals Ramorino bei ihm, und sonder- barer Weise kam le6bterer um dieselbe Stunde aal an, als Misley aus dem Thore fuhr. Der Herzog von Fezensac, der sehr für Ramorino eingenommen ist, hat ihm nämlich die Er- laubniß ausgewirkt, hierher zu fommen, und ertheilt ihm sei- nen besonderen Schuß. Es heißt auch, daß Herr Piermarini, ein Neapolitaner, Direktor des musikalischen Konservatoriums, und dessen Gemahlin, welche bisher als die vertrautesten Günst- linge der Königin galten, und in engen Verhältnissen zu Herrn Misley. standen, verhaftet wären.

Spanische Gränze. Der Sentinelle des Pyrénées wird aus Estella vom 21. Juli Nachstehendes gemeldet : „Ein jun- ges Mädchen, welches ein geheimes Schreiben eines Karlistischen Oberst-Lieutenants der Jnvaliden an den Christinischen Befehlsha- ber überbringen sollte, ist von den Karlistischen Außenposten ange- halten, hierher gebracht und gestern zugleich mit dem Oberst-Lieute- nant erschossen worden. Zwei andere Personen, die auf Aussage des Lekteren verhaftet wurden, hatten dasselbe Schifsal. Der General Maroto hat eine Verschwdrung unter den Stabs-Offi- zieren seines Corps entde>t und bereits 17 derselben, unter denen die Gouverneure der Forts Rocamodor und Santa Barbara, erschießen lassen. Gestern ging eine Depesche von Cabrera ein, worin er meldet, daß auch unter seinen Stabs- Offizieren ein Komplott entde>t’ worden sey, das den Zweck ge- habt habe, die Forts und befestigten Städte dem General Oraa zu überliefern. Neun der Haupt - Rädelsführer wurden mit dem Tode bestraft. Jch erfahre so eben, daß das oben erwähnte junge Mädchen die Tochter des Oberst - Lieutenants war. Dem Vernehmen nach, sollen die Generale Villareal, Simon la Torre, Elio und Urbistonde ein Kommando erhalten.“

TULEEL

Konstantinopel, 9. Juli. (Journ. de Smyrne.) Die Verbesserungs-Pläne, mit denen man seit einiger Zeit umgeht, werden nun wohl bald ihrem größten Theile nah zur Ausfüh- rung kommen. Die erste und vornehmste Berüksichtigung wird man dem Ackerbau und Handel angedeihen lassen, deren Zu- stand schon längst die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich gezogen hat. an spricht viel von der Abschaffung verschiedes ner Monopole, dur< welche der Aufschwung dieser Gewerbds- zweige so sehr gehindert wird. Die Gerüchte von Veränderun:

en in der Besebung mehrerer hohen Aemter zirkuliren son A (ange; daß man denselben nicht den geringsten Glauben mehr enkt.

Dem Vernehmen nach, beabsichtigt die Regierung in Eng- land eine Anleihe von vier Millionen Pfund Sterling aufzus nehmen, und Fethy-Pascha soll den -Auftrag haben, die Unter- handlungen mic zwei Londoner Banquiers, welche sih zur Uebernahme dieses Geschäftes bereit erklärt haben, zu leiten. Obgleich dieses Gerücht hier sehr verbreitet ist, so bedarf das: selbe dennoch sehr der Ves gnt: der Sultan hat weniger als jeder Andere fremder Anleihen nôthig, da die Türkei sehr vatn rets darbietet und die Einnahmen die Ausgaben übersteigen.

eicht am vortheilhaftesten wäre, so will man doch dier nicht

Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers Nikolaus soll

die Russische Gesandtschaft wegen der Trauer, in welche den Sultan p Tod der Prinzessin Mihrimah verseßt hat, feine

Festl

' freigegeben zu seyn.

ichkeiten veranstaltet haben. Der Getraide- Handel scheint der That nah vollkommen Nach Entrichtung ciner mäßigen Abgabe,

welche dem Käufer zur Last fällt, und welche nur einmal abge-

| tragen wird, hat der Aerbauer nichts zu zahlen.

daß

Man hofft, auf diese Weise die Hauptstadt immer reihli< und ohne

Einmischung der Regierung mit Getraide versehen seyn wird.

Man behauptet, daß Herr Henry Bulwer , der Englische

Gesandtschafts-Secretair, und ein Französischer Gesandtschafts- Secretair nah den Gränzen Syriens abgehen werden, um et- nen Konflikt zwischen den Truppen des Sultans und Mehmed

Ali's zu verhüten.

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Der angebliche Bestimmungsort dieser Her- ist Brussa. Das unter Toskanischer Flagge segelnde Dampfboot „„Ge-

neroso‘/ ist am Sonntag Morgen hier eingetroffen; dasselbe war

bei

Bemähungen nicht losgemacht werden.

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mission niederzusezen geruht obigen Gegenständen zu beschäftigen haben wird. mission, welcher im ráumt worden is, wird die Resultate ihrer Berathungen und

ten aus Bairut vom 27. genheiten nehmen täglich einen beunruhigenderen Charakter für Mehmed Ali an, und das Feuer des Aufstandes ist von neuem angefacht worden; derselbe verbreitet sich täglih weiter im Ge- birge, und erhält sogar dur<h häufige Desertionen Verstärkun-

seiner Armee noch vergrò jevt noch gén li<h unbekannt, und bei der Unsicherheit der

ege, die fa wohl noch lange auf weitere Nachrichten warten müssen.““

haben 183

Gallipoli gesirandet, und konnte in zwei Tagen troß aller ies gelang erst, als Kapudan Pascha, der mit seiner Flotte bei Gallipoli vor

Anker las, demselben zwei Schisse zu Hülfe sendete, und per- \sónlich alle

Anordnungen leitete. er. „Generoso‘/ hai weiter en Schaden gelitten, und konnte seine Reise fortseßen. Die in der Türkischen Zeitung enthaltene (bereits erwähnte)

Verordnung über die Éinsebung einer Kommission für A>erbau und Handel lautet vollständig also: „Ueberzeugt, daß der we>mäßige Betrieb des Ackerbaues, des Handels und des Wewerbswesens für das Glúf der Bevölkerung und den Wohl- stand des Landes von größter Wichtigkeit ist, und von dem Wunsche beseelt, daß zur Förderung und Entwielung jener gemeinnükigen Beschäftigungen im Osmanischen Reiche auf- munternde Erleichterung Werk (geseht und die estste

inge angewandt werden mögen, hat Se. Hoheit der Sultan

egeben, die nöthägen Maßregeln ins rundsátze der Wtaatswirthschaft zur ung einer normalen und wohlthätigen Ordnung der

e aus tauglichen Jndividuen bestehende permanente Kom- welche sich ausschließlih mit Diese Kom- forten-Gebäude ein eigenes Lokal einge-

e sonstigen Entwürfe dem Minister des Aeußern, Reschid

Pascha, mittheilen, die derselbe Sr. Hoheit zur Einsicht und Genehmigung vorlegen wird. gen,

| Der Staatsrath des Auswärti- uri Efendi, ist wegen seiner Fähigkeiten zum Präsidenten ser Kommission ernannt, welche aus noch fünf redlichen und

kenntnißreihen Männern zusammengeseßt seyn wird. Die ver- einte Wirksamkeit dieser Beamten soll die Erörterung sámmtli-

r auf die natürlichen und industriellen Hülfsquellen der Tür- bezüglichen Fragen umfassen, und insbesondere die Förde-

rung des Ackerbaues, des Handels und der verschiedenen Ge- werbe zum Gegenstande haben, zu welchem Ende die Mitglie- der der Kommission ermächtigt sind, auch außerhalb mit erfahr- nen und kunstverständigen Männern sich zu berathschlagen.““

S yr ien.

Das Journal de Smyrne bringt folgende Nachrich- Juni: „Die Syrischen Angele-

n aus dem feindlichen Lager. Es is die Nachricht verbreitet,

daß die Aegypter eine vollständige Niederlage und bedeutende

erluste erlitten hätten. Wie es scheint, hat Jbrahim Pascha

die Drusen verfolgt, nahdem er in einem früheren Treffen einige

ortheile über sie davongetragen, diese aber häben sich in den

Engpässen von Horan wiedergesammelt, und in einem verzwei- felten Kampfe ein \hre>li<hes Blutbad unter den Aegyptern angerichtet. Pascha’'s Verlust auf mehr als 6000 Mann belaufen. diesem blutigen Treffen haben die Drusen wieder ihre frühere Stellung eingenommen. Für Ibrahim Pascha muß dieser Un-

Nach den mäßigsten Angaben soll sich ae a

ll von sehr ernsten Folgen seyn, da er die Demoralisation gert. ie näheren Umstände sind bis

alle von den Drusen beseßt sind, wird man

Vereinigte Staaten von Nörd-Amerika. New-York, 9. Juli. Die Session des Kongresses soll

heute geschlossen werden; es war in der leßten Zeit kaum noch die hinreichende Anzahl von Mitgliedern anwesend, um die no< übrigen Geschäfte zu erledigen.

Herr Felix Grundi ist zum General-Prokurator der Ver-

einigten Staaten ernaunt worden.

Den lesten Nachrichten aus Kanada zufolge, hat si: in m Zustande der dortigen Angelegenheiten wenig geändert ; das erucht, daß Navy-Jsland abermals von den Rebellen beseßt

worden sey, wird für ungegründet gehalten.

Inland. Berlin, 4. Aug.-— Nachtrag zur Geburtstags-

Feier Sr. Majestät des Königs. Obgleich das Wetter nicht sehr günstig für die Vergnügungen im Freien war, welche gestern am Geburtstage Sr.

ajestät des Königs den Bewoh- rn der Hauptstadt von allen Seiten dargeboten wutden, so

waren do<h alle Versammlungs -Orte zahlreih besucht. Es herrschte überall der unbefangenste Frohsinn, und ungeaäch- tet des größten Gedränges an vielen nirgends ein Unfall oder die geringste Stórung der Ruhe be- merkt worden. Bis spät in die Nacht hinein wogte die Menge

Punkten i doch

r Schauenden dur die Straßen und von einem Orte um

die Stadt herum zum anderen, um die Feuerwerke, Jllumina- tionen u. \. w. zu betrachten oder an Vergnügungen Theil zu nehmen. Nad

angen: „„Zur i ie des Königs vertheilte heut das hiesige Bürger-Rettungs-

träglich ist uns au no< erst die An

eige zu- Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes

r. Ma-

Eintausend Vierhundert Rthlr. an eilf würdige, un-

i uldet pt Bürger - Familien und verabreichte den sämmtlichen

der von Erin hen Stiftung unterstü

ordentliches

ärger - Jubelgreisen, welche aus den Fonds kt werden, ein außer: eschenk. Berlin, den 3. August 1838.‘

Frankfurt a. d. O., 1. Aug. Feuer-Versicherun g.

Jn den hr Kur: und Neumärkischen E

nde gehörigen Städten des hi i ¿ Bezirks

U Ceinde fangene “bur eide 117 Vie rte an Gebäuden verloren haben: 5 Wohn:, 2 Ba>-+ und raußäuser, 116 Seiten: und Stallgebäude oder Scheunen, 3