1838 / 231 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

tihen und mitlern Provinzen des Preußischen Staats in Ge- meinen von einem solchen Umfange lebt, ist die Möglichkeit be- fonderer Elementarschulen für denselben gegeben. Die beträcht- liche Anzahl der Juden- Gemeinen von mehr als 500 Mitglie- dern in den vier Regierungsbezirken, welche allein fünf Neun- theile aller Juden ím icutiihen Staate enthalten, erweitert die Erwartungen von den Fortschritten der sittlihen Bildung, welche den Juden in diesem Landestheile möglih werden, in- dem sich die Möglichkeit besser eingerihteter Elementarschulen mit Sonderung der Kinder nach Geschlecht und Lebensalter er- df}net.

Sehr allgemein, und nicht blos den Juden besonders eigen, ist die Neigung zum Kleinhandel, überhaupt zu einer Ein- mischung zwischen dem Erzeuger und Verzehrer, um durch eine nicht selten entbehrliche Vermittelung zwischen beiden einen Er- werb zu gewinnen, der schon durch das Bewußtsein einer über- legnen Gewandtheit angenehm wird: aber zu verkennen ist nicht, daß einige Völker ein besondres Geschi> dazu, und eine vorzügliche Ausdauer dabei besißen; namentli<h dürften den Juden eigenthümliche Anlagen hierzu nicht wohl strittig zu machen sein. Jahrhunderte haben diese Anlagen zu großer Fertigkeit in ihrer Anwendung entwickelt, da die Juden nur erst in sehr neuen Zeiten die Fähigkeit, Grundstücke zu besißen und zünftige Gewerbe zu betreiben, erlangten, und bis dahin fast nur allein auf die Vermittelung zwischen dem Erzeuger und Verzehrer, dur<h Handel, Mäkeler- und Wechselgeschäfte angewiesen waren. Dienste solcher Art werden mit den Fort- schritten der Bevdlkerung und Gewerbsamkeit immer ge- suchter: aber das Bedürfniß wird bei der vorherrschenden Nei- gung sie zu leisten dennoch stets dur<h das Anerbieten überwo- gen. Jn der Bewerbung um Gewinn aus solchen Diensten entscheidet nun das Uebergewicht der durch Uebung ausgebil- deten Anlagen in solchem Maaße für die Juden, daß daraus eine Vervielfältigung solcher Dienste entsteht, die gemeinschäd- lih wird: denn jedes Eindringen zwischen Erzeuger und Ver- zehrer, das nicht durch deren eignes Bedürfniß erzeugt wird, nährt einen lästigen Diener auf beider Kosten. Wo die Juden in zahlreichen Gemeinen beisammen wohnen, entsteht indeß bald die Unmöglichkeit sih allein von solchen Diensten zu näh- ren; vorausgeseßt, daß eine gute Polizei weites Umherschwei- fen außer den Wohnsiben und offenbar widerrechtliche Hand- lungen verhindert. Es erwächst alsdann für die Juden selbst die Nothwendigkeit, andern Erwerb zu suchen: sie begannen in Polen schon längst Handwerke zu treiben, und diese Richtung ihrer Thätigkeit wird zunehmen mit der Gelegenheit, sie bei júdishen Meistern zu erlernen. So lange nämlich Handwer- ferlehrlinge der Regel nah nicht blos zum Erlernen des Ge- werbes, sondern auch zur Vollendung ihrer Erziehung der vä- terlichen Zucht des Meisters übergeben werden, bleibt das Ver- háltniß zwischen <ristlihen Meistern und jüdischen Lehrlingen stets sehr mangelhaft: und es ist daher nur zu hoffen, daß der Uebergang der Juden zu Handwerken viel schneller und willi- ger erfolgen werde, wenn sih er] ein Stamm von Handwer- kermeistern unter ihren Glaubensgenossen gebilder hat. Jn Landestheilen, wo Judenfamilien vereinzelt unter den Christen wohnen, is ein fruchtbares Heranbilden jüdischer Handwerker nicht zu erwarten: denn hier besteht fortdauernd die Möglich- feit hinlänglichen Erwerb aus Kleinhändler-, Mäkeler-, Pfand- leißher- und Kommissionsgeschäften zu ziehen. Bei der unvoll- kommnen sittlichen Bildung, welche mit \olcher Vereinzelung ge- meinhin verbunden ist, werden diese Geschäfte nur noch gewinn- reicher, und eben deshalb anziehender. Unter solchen Verhält- nissen dürfte selbst ein Verbot dieselben offen zu betreiben nur nachtheilig wirken, indem es Veranlassung gäbe, solchen Be- trieb unter den äußern Formen eines andern den Juden er- laubten Gewerbes zu verbergen, und dadurch diesem selbst eine verderbliche Richtung zu geben. Hiernach haben die östlichen Provinzen des preußischen Staats weit mehr Hoffnung als die westlichen zur gründlichen Verbesserung des Zustandes ihrer jüdischen Einwohner zu gelangen. Á

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Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Leben Washington's von Eduard Gehe. Mit einem Stahlstih, den Helden zu Pferde darstellend. Leipzig 1838. Verlag von W. Langewieshe in Barmen und Jserlohn.

Unter dem Titel: „Gallerie der Heldeu““ veranstaltet die Verlags- handlung eine Reihe von Lebensbeschreibungen berühmter Krieger, von verschicdenen Verfassern bearbeitet. Das Leben des Fürsten Blü- cher hat dicselbe eröffnet, und der zweite Band bietet uns das von Wasbington. Ju der Einladung zur Subscription sagt der Verle- ger: „Es ist cin erfreuliches Zeichen unserer Zeit, daß die gebildete Lesewelt sich mehr und mehr der Geschichte zuwendet. Dies würde in no< gréßerem Maße geschehen, wenn vicht unscre meisien Ge- schichtswerke zu wenig anziehend geschrieben, theils zu oberflächlich und unzuver!ässig, tbeils zu gelehrt, zu weitläuftig, zu tro>en und zu falt wáren. Man verlangt Geschichte, reine, unverfälschte Geschichte, aber nicht um si< dabei zu langweilen. Man verlangt die Geschichte in ciner solhen Sprache und Darstellung, daß es nicht cine Arbeit, sondern ein Genuß ift, sie zu lesen, und daß man sich dabei erwärmt, gekräftigt, erboben und begeisiert fühlen fann.‘“

Diesen Worten müssen wir aus innigster Ueberzeugung beistim- men. Vas Besireben die Geshichts-Darstellungen, sowobl der Form, wie au<h dem Juhalte na, anziehender und fruchtbringender zu machen, zeigt sich bei uns in allen Sphären derselben. Es ist dieses aber cine s<were Kunst: nur allmälig faun es zur Voliendung ges bracht werden, und bis dabin sind die Forderungen nicht zu hoch zu stellen. Man hat sich auch bier davor zu hüten, daß nicht „das Bes: sere sich als der schlimuste Feind des Guten“ bewäbdre. Da nun die Bildung ihren Kreis immer weiter zicht, da der Absiufungen iu- mer mehrere werden, so müssen auch sehr verschiedenartig bearbeitete Werke, namentlich in der Geschichte als dem allgemcinsten Bildungs- mittel, dargeboten werden. Nicht zu den leichtesten gehören aber dann die der oben bezeichneten Art, die sich dem weitesten Kreise der Leser: dem der allgemein Gebildeten überhaupt, empfehleu will. Gründlichkeit, Geschmack, Geist, belebende und anregende Jdeen und Reflexionen ; Befriedigung für Fantasie, Gemüth und Verstand, wer- den gefordert: dem allen zu genügen ist aber uicht so leiht, wie die nur zu oft glauben, welche fich in der Ausführung selbsi nicht versucht babeu.

Das vorliegeude Werk gehört zu deuen, welche in vielfacheu Be- ziebungen mit Erfolg dem Besseren iu der eben bezeihueteu Gattung nachfireben. Es hat aber mit einem nicht sehr günstigen Stoffe zu ringen, wenn es nämlich darauf ankommt, den Leser zu fesseln, zu unterbalten, zu blenden. Und doch erregt der Mann, wie die Zeit und das große weltgeschichtliche Ereigniß, in welchem Washington die erste Rolle spielte, große Erwartungen. Es sind keine glänzende Thaten a bericten, kcin rascher, energischer Heid, wle ein Ulexander, Cäsar, Friedrich, Napoleon, scht uns in Staunen, erfüllt die Welt mit sci- nen Wunderthaten. Es ist die Geduld, die Ausdauer, die Fésligfeil, der cdie, reine Charakter, den wir müäbsam gegen taufendfaches Unge- mac) ringen seben: gegen einen der Zabl, wie der Kriegskunsi nach überlegenen äußeren, gegen lästige innere Feivde, gegen Verrath, bö: sen Willen, Muthlosigkeit, Ungeschi>k, Viangel und Noth alier Art; und der endlicy den Sieg davonträgt. Es gewährt uns das Ganze auch nicht das Juteresse, welches wir am Tragischen nchmen. Der Held if zu einfach, zu schlicht, zu bürgerlich, und das Erschütternude, das endliche Unterliegen im angestrengten Kampfe gegen das Schicf- sal, schließt auch nicht das Gemälde. Wenn Washbington's Leden demnach auch cines blendenden Reizes ermangelt, so ist es um fo be- lebrender und dem Gemüthe wohlthuender. Die Einleitung und die Zeit vor dem großen Kampfe werden weniger ausprechend erscheinen ; aber mit diesem und nach seinem Ende hin geivinnt das Buch immer mehr an Juteresse.

Auf Einzelnheiten lobend oder tadelnd cinzugeben, können wir uns nit cinlassen. Eine Aeußerung fordert uns jedoch auf, noch einige Worte hinzuzufügen, da sie einen in so verschiedenartiger Weife aufgefaßten und überall und immer sich uns darbietenden Begriff angeht. Es heißt uämlich S. 77. „Doch unr der Friede ncunt die Mittelsiraße eine goldene, der Krieg fordert Entschiedenheit der Maß- regeln.“ Von den fieben Weisen mit ibrem: „Das Beste if das Maß‘ bis auf die neucsie Form des „juste milieu“, hat diescr Ves- griff eben so viele verschiedene Bezeihnungsweisen erfahren, als Miß- verstándnisse und Verwirrungen veranlaßt. Man hat ihn hinüber: gezogen und gleichbedeutend gesezt mit Halbheit, Unentschiedenhcit (wie hier), Schwäche u. s. w. Aber das is} eben unrichtig: er ist immer einer und derselbe, ein wahrer im Krieg, wie im Frieden, im engcn bäuslichen wie im weiten Staatéleben. Es wirken nämlich bei jeder That, bci jeder Maßregel und Anordnung, cine Menge, oft

zusammen und treten unter deu mannigfachsieu Umsiänden in die

Abmessen aller anfommt. Hier nun hat die Vernunft ihr Amt zn

ganz entgegengeseßter und feindseliger Verhältnisse und Momente ; Wirklichkeit, so daß es auf ein richtiges Erwägen, Beachten und

| aniveisß, sondern auch das Verschiedene, Anseinanderstrebende, ed shroffeu unvermittelten Gegensäge, zur Einheit verknüpft, sel söhnt, bindet oder beherrs<t. Dann entsteht das Rechte, Wahre nünftige, und das Maß bedeutet eben so viel, wie dies, dg L erste und wesentlichste Bestimmung der Vernunft an den Dingen! Das schle<te, u urichtige Maß, was man denselben aber A und der Mangel an Versöhnung oder Beherrshung der einzelnen d mente, oder au Kraft in der Ausführung, sind dann das, was dur g, beit, Einseitigfeit, Unentschiedenheit u. \. w. richtig bezeichnet 2 Die Jugend, die Leidenschaft, die Einseitigfeit, die Anarchie ind welche das Maß, Mittelstraßc und dergleichen Ausdrücke und $8, anfeinden und oft in üblen Ruf gebracht haben. rif

Bemerken wollen wir nur no< von dem in Rede stehen Buche, daß es im Laufe der Erzäblung öfters aus Altengjeel Stellen entlehnt. Mehrere, die aber hier entweder nicht gut tet paßten, oder ju ausführlih waren, wie z. B. die Versagt: Urkunde des Nord-Amerifanischen Freistaates, so wie auch Uthe Ergänzungen, finden sich, dreizehn an der Zahl, in einem Anh (S. 219—314) zusammen. N

Meteorologishe Beobachtung, 1838. Morgens | Nachmittags | Atends Nah einmalizy 18. August. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung, i | —— E Luftdru>.……. |337,01‘“Par. /337,94‘‘‘Par. 338,53/‘‘Par.f Quellwärme 7,90 y [E

Luftwärme „…. |4-10,209 R. |4-14,4 0 R. '—+-10,09 R.F Flufwärme 13,40 g E Thaupunkt ... |+= 8,09 Reli 7,99 R. 6,89 R. Bodenwärme 11,90 Dunstsättigung | 80 pCt. 63 pCt. 70 pCt, F} Ausdünstung 0,069« Wetter... | haibheiter. heíter. heiter. Niederschlag 0,012- Wivd..«« -- W. WNW. IWNW. Wärmewe<sel 4. 144 Wolkenzug « «+ _— W. -- +7,79,

Tagesmittel: 337,83‘ Par... +-11,99 R... 4-7,3v R... 71 pCt, Ayy

E L E S T A S E D D D D I Ea nt

Auswärtige Börsen, Amsterdam, 14. August. Niederl. wirkl Schuld 54/16. 5% do. 101’/g4. Kan.hy 247/24. 59/4 Span. 207/16. Passive —. Ausg. Sch. —, Zin, _ Preuss. Präm.-Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. —. Antwerpen, 13. August. Zins!. 6 Neue Anl. 20!/,. G. Frankfurt a. M. 16. August. Oesterr. 50 Met. 1065/2. G. 4/0 100"/,. 100! /.. 21/29) 60) Br. 1% 258%. Br. Bank - Actien 1722. 1720. Partial. (j 1511/4. G. Loose zu 590 FI. 125%/,. 1255/;. Loose zu 100 FI, 261,6 Preuss. Präm.-Sch. 66. G. do. 4/4 Anl. 1033/,. Br. Poln, Loy 660!/g. 6507/5. 59/0 Span. Anl, 11/,.11!/g. 21/50/0 Holl. 54/541 Eisenbahn-Actien. St. Germain $20, Br. Versailles rechte

I

Ufer 772!/,. 767!/,. do. linkes Ufer 609, Br. Strassburg-Basel ua, 437/54. Bordeaux-Teste —. Sambre-Weuse 448, 447. Leipzig-Drs, den 99. G. Köln. Aachen 102, Br. Comp. - Centrale -—.

Hamburg, 17. August.

Bank-Actien 1422. 1420, Engl. Russ. 108!/,. 5%/g Port. —, b, 3% —. Neue Anl. 19.

London, 14. August.

Cons. 39/, 94/4. og 102!/,. Neue Anl. 21!/;. Passive 4, 0E Ausg. Sch. 8/,,. 21/9/60 Holl. 54!/,. 359%, 102!/,. 59/7 Port. do. 39/7 2377/4. Engl. Russ. 113?/,. Bras. 82!/,. Columb. 27. Ma 2H Peru 17/5. Chili _—.

Paris, 13. August,

59/, Rente 11L 70. 3% 80. 95. 5% Neap. 99. 60. M

Span. Rente 22!/g. Passìive —. 3%/g Portug. —. Wien, 14. August.

59/0 Met. 107!/2. 4% —. 3% 81/5, 21/,/ h

Bank-Aetien 1440!/zg. Neue Anl. —. Königliche Schau)pieie.

Montag, 20. Aug. Im Schauspielhause: Correggie, Trauerspiel in 5 Abth. , von Oehlenschläger. (Herr L. Lw Antonio Allegri, als Gastrolle. Mad. Werner: Marte. He Grua: Guilio Romano. Dlle. B. Stich: Côlestine.)

Dienstag, 21. Aug. Jm Opernhause: Undine, die Vas ser-Nymphe, Feen- Ballet in 3 Akten, nach de la Motte Fow qué’s Roman, von dem Königl. Solotänzer Paul Taglioni Musik von Herrmann Schmidt.

Königsstädtisches Theater.

TEAE mwg Em AEnEEN E

Weißkappen. Komische Oper in 3 Akten. Musik von Auber.

Dienstag, 21. Aug. Der Vater der Debütantin. Posse i 4 Akten, von B. A. Herrmann. Vorher: Der Obrist va sehszehn Jahren. Lustspiel in 1 Aft, von B. A. Herrmann

In Vertretung des Redacteurs: Wentzel.

verwalten, nicht allcin indem sie jedem scinen Antheil, scin Maß, !

Gedrut bei A. W. Hapu

T

D E SERE R E R e T T: i T Es , e , - , - j Staat Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen aaten.

; ; j bedeutenden Vorzug derselben vor der Pariser Origi-| Der Einfluß des faftischen Jrrthuwmé Ortschaften und einzeln liegender ht Literarische Anzeigen. nal-Ausgabe und dem in den Niederlanden erutils: anf die nanutcr Grundstücke des Pren s Stuttgart. Bei E, Schweizerbart ist so[nenen Nachdrucke, Strafbarkeit versuchter Verbrechen T Va Mt eel Rg C eben ecrschienen und wurde an alle Buchhandlungen nach allgemeinen Prinzipien, nah den Grundsägen des E L Ye H x - i N gu ta

Deutschlands versendet, numentlich an E, S. Mittler S N i , Ç it Berücksichti taillone und Regimeuter, ferner der andrâth Deutschlan , i Bei mir sind erschienen: gemeinen Deutschen Rechtes und mit Berücksichtigung Kreise, Pfarrkirchen, Ober - Landesgerichte, Land

in Berlin (Stechbahn No. 3), Posen, Bromberg, Culin N x7 , der neueren Geseßgebungen und Gesez-Entwlirfe Kreise, Pfc en, -L ge , La : Phantasieen und Wahrheiten. gebung Vejes gerichte, Land- und Stadtgerichte, Friedensgeritlt

ind Gnesen:

s ] - E O Paten , e Leber den Menschen e Dr. C. E. Pfotenhaucr, f { A ; e R A i : L L Erfunden, gestochen und erläutert von Se “Vet on! selben gehören. Ju 25 Heften, jedes einen Rh“ und die Entwickelung seiner Föhigkeiten, M A M Ret E Docenten der Rechte au der Universität Halle-Wittenderg. Bezirk, oder 10 Bänden, jeder eíne Provinz ent:

es Mit Deutschem, Französischem und Englischem Text Lnperial- Quer Ato., in Umschlag geheftet. i i ini : ie dacolbs Suhsceriptions-Vreis °1 Thlr. 20 sgr. Secretair der Königl. Akudemie daselbat etc. Alle Buch. (ad Kunsthandlungen des n: und Aus- landes nehmen Bestellungen darauf an.

Leipzig, im August 1838. Ernst Fleischer. y

Von Obigem liegt ein Probe - Exemplar in der i ; 0 ;

i j 1 In Leipzig bci Jmm. Müller, in Berlin zu C i

beziehen durch die Euslinsche Buchhandlung (Ferd. Neunter (neue Folge, dritter) Band à 2 Thlr,

A Que Tee, Direktor der Sternwarte zu Brüssel, beständigem

Deutsche Ausgabe, im Einverständniss mit dem Herrn Verfasser besorgt und mit Anmerkungen versehen von De A. Rie S Nebst cinem Anhang. enthaltend die Zusätze des Herrn Verfassers zu dieser Ausgahe,

Velinpapier, 42% Bogen in gr. Syo. mit 7 lithoge. Jm Verlage der Gebrüder Reicheubach in Leipzig erschien und ist dur alle Buchhandlungen zu Herr Quetelet ist durch seine ausgezeichneten | baben, in Berliu durh Ludwig Dehmigke, Burg-

Tafelu, Preis 83 Thlr,

Lüderitzschen Kunsthandlung in Berlin, unter den Ï N « 2 P / ie enl ¿ * i S. 1 Linden No. 30, zur geneigten AÄAnsicht aus Müller).

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mann auf Liszkowo. 15

In Umschlag. 1 Thlr. 5 sgr.

Bei Levit in Bromberg ist erschieuen : j Anweisung zur Führung der Laudwirth- haft auf meinen Gütern von S. L, Nord-

oder sonstiger Unter- Gerichtsbehörden, wozu dib

haltend. Aus amtlichen Quellen zusa mengestellt von G. König. 1833 183% Preis 4 Thlr. 5 sgr.

7 C. von Wachsmaunn's Erzählungen und Novellen.

isi so eben an alle solide Buchhandlungeu als Forli seßung versandt worden und in der Plahn Buchhandlung (L. Ni ge) zu Berlin, Jägerstr. Nr.

Bei Fr. Schultheß in Zürich ist so eben erschie: [zu haben. Carl Foe in Leipzig nen und durch jede solide Buchhandlung zu bezieben, # in Berlin durch C. F. Amelang, Brüderjstr. Nr. 11:

statistischen Untersuchungen über die Geburts-, Sterb- straße Nr. 8, und in Neu-Ruppin : : i ë : 7 Für Dilettauten, junge Damen 1c lichkeits- und Populadons-Verhältnisse, über die Ent- Fundamental- Philosophie. L@ Gérusiemm T As Jn allen Buchhandlungen, bei E. S. Mittls wickelung der Körpergrösse und Een T Zon i A N e A e eli R E (Stechbahn Nr. 3), ist zu haben : / Menschen, über die Geisteskrankheiten und den Dr. F. C. Biedermaun, Mit Anmerkung g 1 Fr. Stoly's gründliche

Selbstmord, so wie durch seine Statistik der Ver- Privatdocenten der Philosop

brechen u. s. w. auch in Deutschland s0 rühmlichst

L. H. Daverio.

Fn N per ide N 8vo. Broschirt. 1 Thlr. 71 sgr. Anweisung zur orientalischen Malerei,

Transparent-Malerei und zum Uebertragen von Kupftt'

bekannt. dass wir nicht bezweifeln dürfen, es werde Dies Werk i} ein Versu, die Grundprobleme T A Gerucalemme RKbavatá Thea auf vol: Pappe d s ex, nebft Belehrungt

las vorliegende. sür den Naturforscher und Arzt, G wie für ach Philosophen , den Rechtsgelehrten und Ner geaen Fel Tod E O den National- Oekonomen gleich interessante Werk, weisen ‘völlig abweichenden We 7 zur Erledigun g L in welehem der genannte Gelehrte seine sämmt- bringen. Durch die gleichmäßige Rücksichtnahme. auf lichen Forschungen im Gebiete der Statistik mit Ein achheit und A emeinverständlichkeit wie auf Bezugnahme auf die Arbeiten anderer Gelehrten zu ïrenge Wissenschaftlihfeit der Forschungen so wie einem Gamen raroiniet hat, auch bei p diezelbe dar möglichste Vermeidung der Schulterminologie t günstige Aufnahme finde eren es sich bei unsern , , : p i 6 AZeLbaén jenseits Sai R Ges und des Kanals zu ist dafür gesorgt, das e n bloß me FRinera Bei F. Rubach in Berlin (Wallstraße Mr. 12), so|Leder- und Wachstuch - Waaren. Quedlinburg - 4, erfreuen hatte. Die zahlreichen Zusätze, mit denen| v Fah, sondern auc) a N enen zugänglich sey, sowohl der Verfasser als der Uebersetzer diese welche bei der Philosophie für die, wichti, sten Fragen zu haben:

des Lebens Belehrung zu suchen ein Bedürfniß fühlen. Alphabetishes Verzeichniß sämmtlicher

Dautsche Ausgabe bereichert baben, begründen einen

Edizione critica

di Torquato Tasso. riveduta e corretta

da Gio,. Gaspare Orelli. so wie Anweisungen, alle hierzu erforderlichen Lad Gr. 8vo. 2 Thlr. 75 sgr.

wie in allen andern Buchhandlungen, ist fortwährend|)G. Basse. Mit 5 lithographirten Tafeln.

das Firnissiren von Kupferstichen, Karten und fe Wasferfarben - Malereien, Relief - Arbeiten 11 ad, und Haar, Brouziren der Bilderrahmen 2c. betref]

, u i elle und Gummi- Aufiösungen n. dgl. m, zu verferti9 Für jeden Dilettanten der Malerei, für junge De

so wie insbesondere für Lackirer von Holz-- hei

Geheftet. Preis 15 sgr.

reußisde S

Allgemeine

(aats-Beitung.

t —————_——_——_——— ——

———————————

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

haben dem Superintendenten u Grimmen, im Regierungs-Bezirk Scralsund, den Orden dritter Klasse, dem Deich-Hauptmann der von Barsewisch auf EsaÆ, den Rothen Adler: Or- uts<h& Steinbrü> zu Aglo- Kreise Memel, die Rettungs-Medaille mit dem Bande

seihen geruht.

Fm Bezirk der Königl. Regierung zu Königsberg ist dem Predigtamts-Kandidaten Pr. pii!. Hendewerk die erledigte Pfarrstelle an der n Kirche zu Rossitten, Didzese Schaken, verliehen Predigtamts-Kandidat Friedrich Pfarrer der evangelischen Kirchen zu Deutsch. Wil- # berg und Georgenau, und der Predigtamts-Kandi- Julius Otto Eduard Meyhdfer zum lischen Kirche zu Barten beru

Se. Majestät der Köni

er Klasse, so wie dem

evangelische worden, der hars zum

Heinrich Kau l(-

weiten Predi- en und bestä- |

ger an der evange [tigt worden.

Angekommen:

Zeitungs-Nachrichten. A u $l[an d.

Frankreich.

Paris, 14. Aug. Die Königliche Familie verläßt heute Neuilly und bezieht die Tuilerieen, wo nun der Hof wahrschein- lih so lange verweilen wird, bis die Herzogin von Orleans von ihrer Niederkunft genesen ist.

Es fállt auf, daß der

erzog von Orleans an dem Besuche . Champlatreux am 11. August nicht Theil genommen Derselbe befand sih an demselben Tage auf dem Schlosse quencourt, 10 Lieues von Paris, das einem reichen Banquier nd Deputirten (Herrn Louis Leboeuf) gehört, zu Gaste, und nahm das Gestüt zu Viroflay in Augenschein.

Der heutige Moniteur publizirt eine Königliche Ordon- nanz, wodurch an der medizinischen Fakultät zu Montpellier ein neuer Lehrituhl für Operations- und Bandagen - Lehre errichtet

vird, Bisher wurde diese Disziplin in Verbindung mit der j ologie der äußeren Krankheiten in einem und demselben Rur\us und von demselben Professor vorgetragen. euen Professur ernennt für das erstemal die Regierung; für |

| 1830 19 » E O » a9 s. N » | 1831.24 9 » 9 »

| 1828 Montag, 20. Aug. Margarethe von Gent, oder: N} ede folgende Beseßung tritt öffentliche Bewerbung ein.

Die Akademie der Wissenschaften hielt gestern unter Vorsiß des Herrn Becquerel ihre öffentliche Jahres - Flourens las die Denkrede auf Antoine Laurent de Jussieu. Den einzigen Preis, welcher zuerkannt wurde (den Monthyon- hen für Experimental - Physiologie), erhielt unter 13 Bewer- hern ein Deutscher, Dr. Bernhard Heine von Wärzburg, für tine „Experimente und Untersuchungen über die Regeneration des Knochen - Systems.// Der Preis besteht in einer goldenen Medaille, 900 Fr. an W

Ueber den Unglücksfall, der sich vorgestern Abend auf der Eisenbahn nah Saint-Germain ereignet hat, anntmachung des Direktors der Compagnie, tire, und aus den Mittheilungen der gestrigen Abendblätter dolgendes hervor: Es war an diesem Sonntag durch das lange dermißte shône Wetter eine ganz ungewdhnliche Menge von Keisenden nah St. Germain hinausgelo>t worden. drängte sich nun die ganze Menschenfluth. auf einmal zu der bfahrt:Station bei Le Pecq und wollte nah Paris zurückge- afft seyn. Die Plá6e auf dem Convoi, der um acht Uhr ab- hig und eigentlich zur Aufnahme von Passagieren aus den un- rtshaften bestimmt war, wurden von den Der Convoi nahm bei Chatou und Ianterre noch eine große Zahl Personen auf; bei Asnières war deer Andrang noch größer, aber nur no< wenig Pläkze vorhan- Es wurden hinter dem Convoi Signal- Laternen ausge- jängt, welche aber der Conducteur des nachkommenden, um V'/2 Uhr von Le Pecq abgegangenen Wagenzuges erst dann ge- vahr wurde, als auf sein Herankommen die Menschenmasse, on welher die Bahn belagert war, erschroken auseinander- lebte. Da hatte er eben nur noch Zeit, den Dampf abzulas- mehr verhüten. agen des vorderen "Zuges wurden rannten gegen

Sibung. Herr

eht aus der Be- errn Emile Pe-

érweges liegenden ngeduldigen erstürmt.

r Zusammen vie funf hintersten

amotive an und wurden aus dem Gele&i,æ geschleudert. er hintere, anrollende Wagenzug erfuhr, den genommen, keinen bedeutenden Schaden. var im ersten Augenblicke unbeschreiblich ; h glich um Hülfe;

vordersten

ewaltigen Stoß ie Verwirrung die Verlebkten schrieen man flüchtete über Hals und Kopf aus den dns und von der Bahn hinweg, wo man neues Unglück be- tete, Zwölf Personen waren so \{<hwer beschädigt, daß man n Asnières unterbringen mußte, ihrer fünf nahm der aire, Herr Duchâtenet, in seinem Hause auf. Man hatte < Le Pecq Befehl geschickt, bis auf Convoi abgehen zu lassen. Die Trüm- Bahn heruntergeschafft lz auf den Rails liegen , so konnte e Arbeit nahm zwei Stunden weg ; ß brach die Ungeduld der zu Le Pecq wartenden Menschen- die Barrièren wurden eingestoßen, Bänke zer- erbrochen; Gendarmen und Dragoner aus

fort nah Paris und na „eitere Nachricht keinen "er mußten bei Fackel erden; blieb ein Stück neues Unglück geben,

chein von der

umult aus; agen, Laternen z

Saîínt Germain mußten einschreiten. Bei Asnières verlangten die Leute, welche Pläte genotumen hattea, mit Ungestüm an der Kasse ihr Geld zurü>;, zuleßt bra<h man die Kasse auf und etlihe Personen übernahmen das Auszahlen, wobei Mancher u kurz gekommen seyn mag. Von Mitternacht bis zwei Uhr Norgens waren die Convoi's wieder in Gang; úber 1090 Per- sonen haben jedo<h in St. Germain Nachtquartier suchen müs- sen. Herr Pereire macht bekannt, daß die Compagnie bereits vor dem Unfalle um die Autorisation eingekommen war7" tele- graphische Signal-Posten längs der Bahn anzubringen; auch jollen künftig der Stellen, wo der Convoi unterwegs*anhält, weniger seyn. Í

Paris, 15. Aug. Der Prinz von Joinville i gestern Nachmittag, von Luneville zurückkehrend, in den Tuilerieen eingetroffen. h

An der gütlichen Beilegung des unangettkhmen Handels mit der Schweiz is nun fast niht mehr zu Zweifeln, da die ¿¿Presse‘/, ein ministerielles Organ, zu Sbfichen giebt, die De Regierung werde,. wenn sie in der Sache ihren

weck erreiche, es mit der Form _ nicht so genau nehmen. „Es heißt‘/, sagt die Presse, „die Tagsa6ung wird auf die Fran-

E zdsische Note ablehnend antworten, Louis Bonaparte aber aus Se. Excellenz der General - Lieutenant | und kommandirende General des Sten Armee - Corps, von Thile Il., von T | Der Kdnigl. Sächsische General - Major und Ober- Stall- meister, von Fabrice, von Dresden.

freien Stücken die Schweiz verlassen, damit sie nicht um seinet- willen in Zwist mir Freunden und Nachbarn verwickelt werde. Das wäre der klägste Ausweg fär Beide, und Frankreich wird sich gern dabei zufrieden geben. Uns kann nichts willkommener seyn, als eine solche Lösung, wobei Frankreichs Verlangen, an

. seiner Ostgränze Ruhe zu haben, befriedigt und das alte, gute Vernehmen beider Länder nicht gestdrt wird; nur mit Bedauern und Widerstreben können wir uns zu unfreundlichen Schritten

gegen ein Nachbar-Volk entschließen, welches auf unsere Freund- schaft, auf unseren Schub die gerechtesten, in Frankreichs eige- nem Interesse wohlbegründeten Ansprüche hat.‘/ Die bereits

: verbreiteten Gerüchte von Feindseligkeiten und Gränzsperre schei-

nen indessen in den Ostfranzösischen Departements und ganz besonders bei dem Handelsstande zu Lyon und Marseille grd-

ßere Unruhe erregt zu haben, als in der Schweiz selbst. Lyon : unterhält einen täglichen lebhaften Verkehr mit der Schweiz;

dieselbe bezieht einen großen Theil ihres Waaren- Bedarfs für Consumtion und Fabrication uber Marseille. Mit der Han- delósperre wären die Französischen Departements \s{hlimmer ge- straft als die Schweizer:Käntote. Man hält der Regierung die

Zahlen ihres Tableau décennal du commerce de la France *) vor Augen, wonach der Werth der Jmporten und Exporten von und nah der Schweiz sich fúr die zehn Jahre 1827—1836

herausstellt, wie folgt :

Einfuhr aus der Schweiz Ausfuhr nach der Schweiz

zur Consumtion Französische

Jahr im oder Vevavbeitun« Produkte und I 4 Ganzen in Frankreich s im Ganzen Fabrikate

1827 17 Mill. Fr. 13 Mill. Fr. 37- Mill. Fr. 24 Mill. Fr. 19 » » 13 -y » 41 9 S T A 9

1829 20 » » l 3 » » 39“ L T9 »

C A S S » 182 N59 » 19 » » 56 O » 1833 31 » » 12 » 58S » 32 » » 1834 39 » » “18 % » » 0% » 18S E S De 9 » 18386 S » » 19 » O O S

, » ) » Es ergiebt sih aus diesen Zahlen allerdings, daß die Schweizer

keine shle<hten Abnehmer sind; hauptsächlich aber, daß der Transit sowohl nach, als von der Schweiz, von Jahr zu Jahr an Lebhaftigkeit und Bedeutung zunimmt, daß die Schweiz in den fünf Jahren 1832—1836 für 166 Mill. über Frankreich bezogen und für einen gleihen Betrag über Frankreich versen- det hat. Solche Zahlen gelten als die unwiderleglichsten Frie- dens-Argumente.

Aus Toulon vom 10. August wird gemeldet, daß der Erz- herzog Friedrih von Oesterreih am Tage zuvor einen Ausflug nah Hyères gemacht hatte, und sich nun zur Abreise rüstete. Er hatte sich des Morgens bei dem Vice- Admiral Jurien La- gravière verabschiedet und sich an Bord der „Guerriera“/ be- geben , die nur auf günstigen Wind wartete, um nach Gibral- tar abzugehen. Der Vice-Admiral machte no<h Abends am Bord seine Aufwartung. Eine ganz ungemeine Thätigkeit gerriane in Folge der am Iten eingelaufenen telegraphischen

efehle im See- Arsenal. Das Linienschiff „„Triton‘/ soll in kürzester Zeit nach Mexiko abgehen und man glaubt, die vier Bombardier - Schiffe seyen eben dahin bestimmt. Den 10ten Abends traf die Brigg „„Palinurus‘“/ mit wichtigen und eiligen Depeschen des Admiral Gallois an die Regierung auf der Rhede ein. Dieses Fahrzeug war von Smyrna nach Konstantinopel gesendet worden, hatte von dort Depeschen des Admiral Roussin mitgenommen, war am 23. Juli vor Tunis angelangt, und am 1. August von dort nach Frankreich unter Segel gegangen. Der 2. Juli war von der Französischen Flotte daselbs mit Kanonen - Salven, einem Diner am Bord des Admiralschiffes und mit allerhand Belustigungen für die Mannschaft gefeiert worden. Die Escadre des Admiral Stop- ford, 5 Linienschiffe, 1 Fregatte, 4 Briggs und 1 Dampf- boot, warf am 30sten Abends auf der Rhede Anker, schien jedoch bald wieder na<h Malta umkehren zu wollen. ;

In Toulon war am l10ten der telegraphische Befehl ein-

gelaufen, in größter Schnelligkeit die vier Bombardier - Schiffe „¡Vulcain““, „Cyclope‘/, „Volcan“/ und „Eclair‘/ auszurüsten. Der

Marine-Minister will täglih auf telegraphischem Wege von dem Fortgange der Arbeiten unterrichtet seyn. Der Fregatten-Capi- tain Ollivier soll das Kommando dieser Division erhalten.

Unter den Baro des „„Tartarus‘/, welcher die Ueberfahrt

von Algier nach Toulon in 49 Stunden, vom 4. zum 6. August,

°) Dieses „Tableau“ ifi in Nr. 180 der Staats-Zeitung näher

besprochen worden.

Berlin, Dienstag den 2lsen August

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gemacht hat, befindet si< der T wackere General Bro, der

nach siebenjährigem Aufenthalt in Afrika nach Frankreich zurü>- kehrt. Ihm ist das Kommando zu Valence (Drème) zuge- dacht. Aus Tunis vernimmt man, daß Admiral Gallois beim dortigen Dei mit großem Nachdru> die Abstellung der Beschwerden betreibt, über welche si< Frankreich zu beklagen ip Der Dei hat versprochen, die Einfälle der ihm tributären Araber in die Provinz Konstantine na<h Kräften zu hintertiet ben; auch sind mehrere Boten und Unterhändler des Achmetk Bey, die zu dem Pascha nach Tripolis gingen oder von dorther famen, aufgefangen worden. Ueber die Entschädigungen für die Französischen Kaufleute wird man wohl später ins Reine kommen. Jn Tripolis stand die Ankunft der Türkischen Flotte nahe bevor; es ging die Rede, sie wärde ein starkes Truppen- Corps ans Land seben. E

Der Capitain Bazoche, welcher das Franzéfishe Gesch1oag- der an der Küste von Mexiko kommandirt, soil seine Abberufung verlangt haben, weil er im Avancement gegen einen jüngeren, neulich zum Contre- Admiral beförderten Capitain zurü>geseßt sey. Der Contre - Admiral Baudin soll bestimme seyn, bedeus- tende Verstärkungen nah dem Mexikanischen Golf zu führen, den Oberbefehl zu übernehmen und zu einem entscheidenden An- griff zu schreiten. Man isst mit den Nachrichten von dort nicht esonders zufrieden, und meint, die Regierung hätte dem Ca- pitain Bazoche gleih von Anfang an eine größere Macht zu Gebote fiellen müssen.

Fúr den heutigen Tag, den Geburtstag Napolcon's, waren hon im Voraus beunruhigende Gerüchte ausgesireut. Die Polizei, hieß es, wäre abermals Unruhestistern auf der Spur ; eine Menge junger Leute sollte unter der Säule guf dem Ven- dômeplaß den Ruf: Es lebe Napoleon! Es lebe der Prinz Louis! erheben; auch würde eine neue Nummer des Woniteur republicain erscheinen. Die Polizei hat ihre Vorsichtsmaßregeln getroffen, allein es is weiter nichts geschehen, als daß eine große Menschenmenge sih, wie alle Jahre, um die Vendome-Sáäule versammelte und dem Andenken des Kaisers Kränze und Blu- mensträuße darbrachte.

Das Journal des Débats widmet unserm berúhm- ten Landsmann, Professor Ehrenberg, der sih gegenwärtig zu Paris befindet, einen eigenen Artikel, um sein Publikum mit dessen Entde>kungen und Verdiensten bekannt zu machen. Dec- selbe wird, nah kurzem Aufenthalte zu Paris, weiter nah Lons- don ehen. :

er gewesene Franzdsische General-Konsul in Mexiko, Ba- ron Deffaudis, ist, von Brest kommend, zu Paris eingetroffen.

Der Zudrang an der Eisenbahn nach St. Germain is, ungeachtet des Unfalls am Sonntage, vorgestern und gestern wieder sehr bedeutend gewesen. Die Einnahme am Sonutag betrug 24,700 Fr. und würde ohne jene Stdrung wohl weit über 30,000 betragen haben.

Großbritanien und Jrland,

Parlaments-Verhandlungen. Oberhaus. Siz- jung vom 14. Augufi. (Hamburger Börsenhalle.) ange hat sich nicht ein solches Gewitter über Lord Palmerston's Haupt entladen, wie diesen Abend im Oberhause; glü>klichers weise aber war es nur ein kalter Schlag, eine Petition ohne bestimmtes Resultat, eine Diskussion ohne Abstimmung, also auch eine Vertheidigung ohne Niederlage. Aber in Anregung gebracht wurden alle Fragen der auswärtigen Politik, so weit sie den Handel berühren, nicht bloß die Orientalischen, und die Fúhrer der Tories ließen sich darüber vernehmen: Brougham, Wellington, Lyndhurst und außer ihnen noch Lord Strangford, der sich dabei, wie Lord Brougham bemerkte, als einen utriux- que juris doclum, in den Verhältnissen des Ostens und Westens ( Amerika's) glei<h Bewanderten zeigte. Als Vertheidiger des Ministeriums trat nun der Chef des- selben auf, und später, als auch der s{hle<te Zustand der Britischen Flotte zur Sprache kam, Lord Minto, der Chef des Marine-Departements. Wir können hier aus der interessanten Debatte nur einige Hauptmomente mittheilen. Lord Lyndhurst, der den Reigen erdfnete, übergab eine Pe- tition aus Glasgow, versicherte, sie sey von den 600 angesehen- sten Kaufleuten, Rhedern und Manufakturisten der Stadt un- terzeichnet, theilte aus derselben mit, daß darin über die Beein- trächtigung der Britischen Handels-Jrnteressen in allen Theilen der Welt geklagt werde, behauptete, an all dem Unheil sey Niemand als Lord Palmerston {uld, tund ging dann zu den Beweisen über. Im Jahre 1836, sagte er, betrug Englands Ausfuhr im Allgemeinen 91 Millionen; im Jahre 1837 nur $5; die Ausfuhr von Englischen Manufakturen betrug im ers steren Jahre 78 Millionen , im leßteren nur 72; noch speziel- ler: Baumwollen - Manufakte im Jahre 1836 noch über 5u!/,» Millionen, im vorigen nur 42; wollene Stoffe resp. 6!/, und 4!/, Millionen, -— eben so mit Leinenstoffen, Seidenzeugen und dergleichen. Lord Lyndhurst berief sich auf eine dem an- deren Hause vorgelegte Tabelle. Als Ursach dieser Uebelstände wurde nun zuerst der Preußische Zoll-Verein angegeben. „Jedermann“, sagte der Redner, „weiß, mit welchen Schwicrigs feiten Preußen zu kämpfen hatte, bevor es gelang, die verschiedenen Deutschen Staaten zu einem HKandelsbund zu vereinen, und wcun Lord Palmerston uur die geringste diplomatische Geschicklichkeit anges wandt hätte, um diesen Widersaud der kieineren Staaten zu unters slügen, so hätie er den ganzen Plan der Preußischen Regierung ver- eiteln können. Statt dessen bewies man diesseits solche Theilnahm- losigfeit, solche Unachtsamkeit, daß allmälig ein Staat nach dem au- deren genöthigt war, dem immer weiter um sich greifenden Ver- eine beizutreten. Die Folge davon war deun die größte Beeinträch« tigung unseres Handels mit dem inneren Deutschland. Und nicht nur unsere Einfuhr dorthin vermiäüderte sich auf beunruhigende Weise, sondern eine andere Folge des neuen Systems war aut, daß in Deutschland Etablissements entstanden, welche mit Hüife des wohlfeilen dortigen Arbeitslohus, der guten Fluß- und Kcs ual - Schifffahrt uud der aus England hinübergeschafteu Y2a- schinen sh in den Stand segteu, nicht nur die cigenen Bedürsnéife des Landes zu befriedigen, sondern auch an auswärt‘gen Märkten u: {4

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