1838 / 248 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Ausscheiden Redschid Paschas aus dem Minister: Conseil. Red- \{hid Pascha wird Konstantinopel unverzüglich verlassen und als Botschafter nach London gchen. Darf man gewissen in Pera umlaufenden Gerüchten trauen, so bezôöge sich seine Mission allein auf die Aegyptischen Angelegenheiten. Einige Personen

schreiben jedo seine Entfernung den zahlreichen Jntriguen zu,

die im Türkischen Ministerium beständig im Gange sind, und glauben, daß er seine Entlassung von einem Posten, den er nicht länger zu halten vermocht, nachgesucht und erhalten habe. Die von ihm vorgeschlagenen ERNTEgen scheinen für den gegen- wärtigen Zustand der Türkei zu liberal gewesen zu seyn, und obgleih er nah der Entlassung Akif's und Halil Pascha's fest zu stehen schien, muß er doch zuleßt die Opposition zu stark ge- unden und daher eine andere Laufbahn fär sich ausersehen haden, um dem drohenden Sturm auszuweichen. Aus Per- fien sind keine neue Nachrichten eingegangen, doch hält sich das Gerücht noch immer, daß der Schach von Persien die Belage- rung von Herat aufgegeben habe und sich nach Mesched zurück- tehe. Man will auch wissen, daß noch 8009 Mann Britischer

ruppen bei Buschir gelandet seyen und unverzüglih nach Schiras marschiren würden. Beide Orte sind etwa 130 Eng- lische Meilen von einander entfernt, und der Weg dahin führe durch sehr shwierige und gefährliche Bergpässe.““

Aegypten.

Kahira, 3. Aug. (A. Z.)" Obgleich man sich mit Frie- densgerüchten oder vielmehr mit denen von Akkomodirungen e] so spricht der Anschein doch ganz dagegen. Alle

ruppen, die noch in Aegypten stehen, werden allmälig nach Syrien geschickr. Vorgestern sind . die lebten zwei in Aegypten stehenden Kavallerie-Regimenter aus Ober- Aegypten hier ange- kommen, und sogleih durch die. Wüste nah Syrien abmarschirt. Dasselbe geschieht heute mit zwei Jnfanterie-Regimentern, und 2 andere, die noch hier garnisoniren, haben ebenfalls den

efehl zum Aufbruch erhalten. Auf diese Weise wird sich so ziemlih die ganze Macht Mehmed Ali's an der nördlichen Syrischen Gränze versammeln, und damit sie in ihren Opera- tionen nicht gehindert werde, hat die Armee in Arabien den Befehl erhalten, alle Feindseligkeiten fürs erste einzustellen.

Ein sehr beklagenswerther Vorfall hat hier, wie in ganz Aegypten, alle Franken höchst unangenehm betroffen, und nicht wenig beigetragen , ihrer hon gesunkenen Achtung den leßten Stoß zu geben. Der Französische Konsul hier, ein junger, aber auch sehr anmaßender Mann, hatte auf einen sehr unbe- deutenden Grund hin einen unter Französischer Protection ste- henden Italiäner dieses Schußes beraubt, und ihn der Tärki- schen Justiz, d. h. dem Türkischen Sto, überantwortet. Auf Reclamation des Desterreichisches Konsuls ward er jedoh aus dem Gefängniß entlassen, und als er einige Tage darauf in Beglei- tung einiger seiner Landsleute dem Französischen Konsul im Fran- ken-Quartier begegnete, und ihn deshalb zur Rede stellte, erhielt er statt aller Antwort einen Peitschenhieb in's Gesicht. Man riß nun den Konsul vom Pferd, und demonstrirte ihm auf eine etwas derbe Weise ad hominem sein Unrecht. Da die Jtaliä- ner und Franzosen hier schon seit langer Zeit im Kriege liegen, so konnte ein solcher Anlaß nicht verfehlen , sogleich zur Natio- nalsache zu werden. Man nahm Partei pro et contra, der Streit erhitte sich, ein Duell war die Folge, und derselbe Jta- liäner ward von einem andern Franzosen, niht dem Konsul, {wer verwundet. Als der Pascha hiervon in Kenntniß gesetzt ward, gab er den Befehl, sogleih alle dabei Betheiligten zu exiliren. Jn Europa würde dergleichen nur zur Chronique scandaleuse gehören, hier aber is ein solher Vorfall von vieler Wichtigkeit. Er macht die Türken zu Schiedsrichtern zwischen den Europäern, giebt ihnen Gelegenheit, eine Autorität gegen sie auszuüben, und läßt sie Reflexionen machen, die alle zum Nachtheil der Europäer und namentlich der Konsuln ausfallen, von deren Machtvollkommenheit man ihnen große Begrisse bei- gebracht hatte. Möge aus diesem unglücklichen Ereigniß we- nigstens die Lehre hervorgehen, daß die Willkär, mit der einige Konsuln nur zu geneigt sind zu herrschen, ihre Gränzen hat, und Niemand, am allerwenigsten aber ein Repräsentant des R Europas, das menschliche Gefähl mit Füßen treten darf.

Inland.

Breslau, 1. Sept. Am 30. August starb der Gymna- sial - Direktor und Professor Dr. Friedrih Schmieder zu Brieg. Er war am 6. Oktober 1770 zu Eisleben geboren und e sich als Schriftsteller, besonders durch Ausgaben alter Klas-

ier, bekannt gemacht.

Antrag, 10,000 Actien auf die Staató- Fonds zu übernehmen,

1923

vinzial-Blätter enthält: Wie tief die Neigung zum versdhn- lichen Beisammenleben der Katholiken mit den Evangelischen in Schlesien begrändet und wie diese friedliche Gesinnung von den oberen geistlichen ets beider Konfessionen und vorzugs- weise von den katholischen immer genährt worden is, legt sich durch die Bereitwilligkeit zu Tage, mit welcher an den Orten, wo bei dem einen Konfessionstheile Verlegenheit um Abhaltung des Gottesdienstes entstand, von der anderen Konfession die zu deren Gebrauch dienenden Kirchen geöffnet wurden. Sechs Kirchen, und zwar in Reinerz, Rosenthal (Brieger Kreis), Steinkunzendorf (Reichenbacher Kr.), Milban (Glogauer Kr.), Reichenau (Saganer Kr.), Ebersdorf (Sprottauer Kr.), dffne- ten die Katholiken den Evangelischen zur bleibenden Benubung, und in Mocker (Leobschüßer Kreises) erbauten sich 1822 beide

Mitbenubun

mien von '/,

tien-Rate nicht eingezahlt hatten, war der Eintritt in die 6 neral- Versammlung verweigert, denen, welche die Rate nach dem 1. Februar , aber bis zum 18. Joni gezahlt atte die Conventionalstrafe erlassen worden.

Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft soll eine Uebereinkunft

der Rhein-Weser-Bahn -abzuschließen gesucht werden.

Minden, 31. Aug. Pferdezucht. Der im Kre Wiedenbrück seit einer Reihe von Jahren bestehende Priva Verein zur Beförderung und Veredelung der Pferdezucht f am Ven d. M. eine Musterung der diesjährigen Fohlen abz halten und für die besten der vorgeführten 73 Fohlen 4 P;

Mit der Düsseldor

dieser Bahn gegen Bahngeld, zu den Zweä,

m G C E

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

Ne 248.

bis 1 Fr.d’or ertheilt.

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Konfessions-Verwandte nach der Zerstörung ihrer Kirche durch Brand cine gemeinschaftlihe Kirche. Drei Kirchen, und zwar die evangelischen zu Steinau, zu Parhwiß und zu Schurgast, sind den Katholiken, so wie die drei katholischen Kirchen zu 1838.

Guttentag, Lubliniß und Ober-Glogau, den Evangelischen bis | 4, September. zur Herstellung eigener Kirchen zum zeitweisen Mitgebrauch überlassen. 93 fatholishe Begräbniß-Kirchen dürfen bei Beer- digungen evangelischer Leichen nach der bischöflichen Anordnung vom 6. Mai 1805 fár immer zu den Trauer-Feierlichkeiten be-

Katholischen ein einiger friedlicher Sinn. Die Pfarr-Kirche

G eitsch (Guhrauer Kr.) hat von dem Prinzen Friedrich der | *8esmêtte!:

Meteorologishe Beobachtung. Morgens | Nachmittags

Luftdruck.…. .. |338,51/‘‘Par. Luftwärine ... |4+- 7,79 R. |—+-17,69 R.|-4-11,59 R} Flußwärme 13,20 ; Thaupunkt ... |+ 6,99 R. [4+ 8,39 R. |\ 4+ 7,79 R.} Bodenwärme 12,20

Amtlihe Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben den bisherigen Land- und tgerichts-Direktor Goltd ammer in Köslin zum Ober-Lan- chts:-Rath bei dem Ober-Landesgerichte in Frankfurt a. d. O.

Abends Nach einmalign

6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung,

| |

337,76‘‘‘Par. | 337,11‘‘‘Par.} Quellwärme 7,40 g,

nubt werden, und beide Religions-Parteien bauten sich zu die- | Dunftsättigung 71 pEt. 40 pEt. 65 pCt. J Ausdünftung 0,029 zu ernennen geruht. sem Behufe in Bunzlau .und Ldwenberg gemeinschaftliche Begräb- | Wetter... heiter. S L o E | : S niß-Kirchen. So waltet in Schlesien zwischen Evangelischen und E: VO: E (ai L +1 Angekommen: Se. Durchlaucht der Kaiserl. Russische

General der Infanterie, General - Adjutant und Staats - Mini-

7,79 ‘4 o. 2,30 R... 7,69 R... Y è 2 A R. R E Ds ster des Kaiserl. Hauses , Fürst Wolkonsky, aus den Rhein-

iederlande als bleibendes Andenken seines Besuches (den 8. uni) ein großes gegossenes silbernes Kreuz mit daran geheftecrem Christus und dazu gehdrigem massivem Postament von 1/4 Elle Höhe und 7 Pfd. Gewicht von Haag aus zum Geschenk erhalten. Wenn das unausgeseßte Bestreben aller Verwal- tungen dahin geht, die Fortschritte zu kontroliren, welche die geistige Bildung der Nation macht, so geht auch das Bestreben der Milítair- Verwaltung dahin, an dieser Kontrole Theil zu nehmen, und wird, in Bezug auf die alljährlich in das stehende Heer eintretenden Jndividuen, der Grad ihrer Schul-Bildung sorgfältig erforscht und für die Förderung ihrer Kenntnisse, bei

21/5.

Zins1. 53.

avf diese Weise eintretenden Ersaß - Mannschaften waren von 100 1833: $,s pCt., 1834; 9,8 pCt., 1835: 8,4 pCt., 1836: 7,6 pCt., 1837: 5,9 pCt., 1838: 6,01 pCt. ohne allen Unterricht. Baraus erhellt, daß sich die Zahl der Leute, welche gar keinen Schul-Unterricht genossen haben, vermindert. So lange der Wasserstand dec Schifffahrt günstig war, haben von Weizen bedeutende Versendungen stattgehabt. Raps, Röôthe und Ta- ba, den man nah Poien sucht, finden raschen Absaß. Eisen hatte zu festen Preisen stete Abnahme. Geringer war der Be- gehr nach Zink und dieser. daher im Preise gewichen. Nach aumwollen-Manufaktur-Waaren war wenig Nachfrage. Die Fabrikanten entlassen daher viele Arbeiter, die jest noch durch Feld - Arbeit ihr Fortkommen finden. Leinwand, deren Absat über See, zumal bei der fortdauernden Blokade Mexiko’s, und nach Polen wegen Strenge der Russishen Gränzsperre, aus: nehmend stockt, kann jebt gleichfalls nur wenig gefertigt werden. Der Baron von Cottwiß zu Nimptsch hat einen Versuch, die 50/, Rente gemeine Brennnessel zu Gespinnst zu benußen, gemacht, und f span. ie 21 es sind von den gewonnenen {chdnen Garnen Proben der dko- nomischen Section. der vaterländischen Gesellschaft übersandt worden. Die Tuch - Fabrication erhält sich in thätigem Gange, daher war Schafwolle fortdauernd gesucht und fand, } Actien 1445/4 wenn Zufuhr aus Polen stattfand, zu den bisherigen guten Preisen raschen Absatz. Obgleich die Kohlen: Bergwerke stark betrieben werden, so läßt doch der gesteigerte Verbrauch Vor- râthe niht aufkommen. Minden, 27. Aug. Rhein-Weser-Eisenbahn. Nach dem, was über“ die Verhandlungen der am 18. Juni hier abgehaltenen dritten General-Versammlung der Actionaire (St. Ztg. Nr. 205) bekannt geworden, is über den Bauplan Fol- gendes beschlossen: 1) Die Arbeiten werden sofort bei Minden (wo Alles dazu vorbereitet ist) begonnen und bis zur schiffba- ren Lippe fortgeseßt; 2) die Arbeiten auf der Strecke zwischen Elberfeld und Witten werden so betrieben, daß mit Eröffnung des Tunnels auch diese Strecke in Betrieb geselzt werden kaun ; Máhrchen in 3) die Arbeiten am Tunnel bei Linderhausen werden fortgesekt; | dirt 4) die Strecke von Mülheim bis Deuß wird vollendet; s) al- zu 5 les dieses mit steter Beschränkung und unter Berücksichtigung sowohl der vorhandenen als der zufließenden Geldmittel. Der

Ufer 745. Br. 99. G.

3% Neue

Ausg. Sch. 8!/, do. 3% 23!/,.

Lustspiel in 4

war schon früher von des Königs Majestät zurückgewiesen wor-

Breslau, 1. Sept. (Schles. Ztg.) Vermischte Nachrichten. Das August - Heft der S lesien Pr o-

den. Den Jnteressenten, welche die ausgeschriebene erste Ac-

A u s

cn in extenso inserirten Proflamen vom heutigen

Allgemeiner Anzeiger für dic Preuß

n 10,159 Thlr. 1 sgr. 3 pf., soll Bekanntmachungen. y am 9, April 1839, Vormittags 11 Uhr, zu g. an der Gerichtsstelle subhastirt werden. T Mit Beziehung auf die den Straisundischen Zeitun: Hypotheken-Schein sind in der Registratur einzusehen. dem die planmäßig zu emittirendeu 50 Actien à 500

E E E L ———- o

Actien - Gesellschaft zum Auffinden von Steinkohlen im Kreise Schleusingen.

Taxe und) Die Actlen-Zeichnung if mit heute geschlossen, uach-

Thaler gezeichuet sind.

age werden auf den Antrag des Herrn Obersten,

Königl. Flügel-Adjutanten und Gesandten am Kasseler|Die Londoner Union-Lebensversicherungs- Zuli c. berathenen und als Unterlage des gericht-

Hofe, Wilhelm Ulrich von Thun, alle und jede, welche

an die in Neu-Vorpommern belegenen Güter Schlem-| wird durch die Unterzeichneten zur serneren Theil-|g / 1eu

min, Eickhof, Zornow, Neuenrofì, Schlemmincr An- [nahme empfohlen. 100 ‘traum v a Punktationen werden daher die Herren Actionairs zu

tbeils, und die von Thunsche Partifel in Ahrenshagen, [ren ist vertlossen, seit diese Societät ihren Wir- hofe zum Kaiser

so. weit solche Lehngüter sind, als Agnaten, Gesammt- ungar es i D IaSIRe na eruNneLa ape in eIauoe 4nder oder Anwärter Ansprüche und Forderungen [langen Periode hat sie vielfältige Bewelse 1brer i i i

haben tion dieser Gitter, biermit [Reellirät gegoben, sie gewährt ihren Interesseuten [pr Abwesenheit, dur ein Mitglied der Gesellscaft,

geladen, solche, so wie etwanige Widersprüche. gegen | vollkommene Sicherheit durch ibren garantirenden welches mit einem an die Direction abzugebenden Voll-

i m Extrabeuten beabsichtigte Allodification | Fonds, schliesst dieselben von aller Verantwortlich- 4 LLOII d die von Deut CEITLY s f keit bei Verlusten aus und lässt gleichwohl Theil machts- Mandat zu versehen ist, ihre Vertretung zu

den 13. August, den 3. oder 24. September,|unehmen an dem Nutzen aus dem Geschäft, welcher 1 alle L Jahr ermittelt vie E ala Love en vor dem Königl. Hofgericht anzumelden uud zu beglau- |des Veberschusses den Versicherten zukommen ässt. s Pr E E E des Ausschlases und Sän ver Ab- |Im Jahre 1841 wird wieder eine Dividende declarirt Schumaun. Frenzel. weisung, womit durch den am 15. Oktober c. b. 10 zu werden, und es ist zu bemerken, dass nicht nur die publicirenden Präklusiv-Abschied verfahren werden wird. | bereits geschlossenen Versicherungen dazu concur- fien N E ars alle O von nit ial. L ofgericht von ommern|ab auf ganze Lebensdauer gemacht werden. Auch E A Dofge L P das Risiko der Seereisen Tad des Aufenthalts in| J fremden Klimaten kann bei dieser Societät ver-|findet die Dampfschifffahrts - Verbindung gg Re- sichert werden. Anträge zu Versicherungen sind /|gensburg und Linz an folgenden Tagen bei den Unterzeichneten zu machen, wWoselbst unent- geltlich Pläne verabfolgt werden. Berlin, im September 1838.

haben, Behufs der Allodification dieser

der Güter, in einem der folgenden Termine:

Morgens 10 Uhr,

Datum Greifswald, den 5. Juli 1838.

ügen. v. Möller, Praeses.

Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 21. Juli 1838. Das in der Bischofósiraße Nr. 12 an der Ecke des neuen Marktés belegene Grundstück, zur Kredit: Masse des Korbmachermeisters ZJoebish gehörig und taxirt

Agonten der Londoner Union - Lebens-

Nach Art. 14 der in der General-Versammlung am

Sócietät lich zu vellziehenden Societäts-Kontrakts genehmigten

G 2 s 4: q . 92 h- p , - : t Schon ein Zeitraum von 2 Jab-| ner zweiten General-Versammlung im hiesigen Gast-

am 4. Oftoder d. J., Morgens 9 Uhr,

bewirken haben. Erfurt, den September 1838. D Direction. Henke. Krautheim.

Herrmann.

Dampfschifffahrt auf der Donau.

n den Mouaten September und Oktober d. J.

att:

Abfahrt von Regensburg am 5., 9., 16., 23., 30. Sep- tember, 7., 14., 21., 28. Oktober;

Abfahrt von Linz am 1., 6., 11., 18.,, 25. Septbr,,

Poppe & Comp., 2., 9., 16., 23, 30. Oftober.

Auswärtige Börsen.

Niederl. w 5v/0 Span. 19, Preuss. Präin.-Sch. —.

Prenss. Präm.-Sch. 663/g. G. do. 49/6 Anl. 103!/4. G. Poln, Loc 66/2. 663/4. 5O/o Span, Anl. 101/g. 10. 21/299 Voll. 53 Eisenbahn-Actien. St. Germain 822!/,. Br. Versailles recht nig präsidirte Nachmittags in einem mehrstündigen Conseil Bordeaux -Teste —. s Köln- Aachen 102. Br. Comp. - Centrale

Bank-Actien 1427. 1425. Engl. Russ, 1087/4. 59/0 Port.

Cons. 39%, 94. oe —. Neue Anl. 20. Passive 4 . 21/29/60 oll. 54,

23!/,. Peru 18, Chili —.

. Pasaive 4!/,. 39% Portug. —.

59% Met. A: 49% a è:

Donnerstag, 6. Sept. Jm Schausptelhause: Marie, als Gastrolle.) Hierauf: Ein Ballet.

Königsstädtisches Theater.

Donnerstag, 0. mälde in » Rahmen, frei nah dem Französischen, von \ Angely. Vorher: Frau oder Schwester ? Lustspiel in l Al

nach dem Französischen, von H. Gempt. Freitag, T. Sept. n

(Herr Ludwig T Rustan, als Gastrolle.)

Fn Vertretung des Redacteurs: Wen tel.

ischen Staaten.

Gegenden. PAbgereist: Se. Excellenz der General der -Jufanterie,

Gouverneur von Berlin und Präsident des Staats-Rathes, Fréi- herr von Müffling, nah dem Meeklenburgschen.

Der Königl. Schwedische Minister - Resident am Kaiserl. Türkischen Hofe, von Tro il, nah Konstantinopel.

Amsterdam, 31. August. irkl. Schuld 543/16. 50% do. 1013/,. Kanz. h Passive 43/4. Ausg. Sch. —. Zint, Poln. —. Oesterr. Met. 103!/,.

Antwerpen, 30. August. Neue Anl. 183/,.

Zeitungs-Nachrichten.

Frankfurt a. M., 1. September.

vorhandenem guten Willen, gesorgt. Von den bei der 1ten Oesterr. 59%, Met. 1067/,«. G 4% 100. G. 21/59 uan d. Division , in das L selbiger gehdrige l10te und lite } 597/,, “1% 0 Br. Bartl - Actien 1719. 1717. Pra M F f i ch Infanterie-, Âte Husaren - und 1ste Kürassier- Regiment | 151. G. Loose zu 500 Fl. 1255/5. 125!/2. Loose zu 100 Fl. 262,( gu ae L

Paris, 1. Sept. Gestern machten die Kanonici des Ka- oll. 537/16. 533M yitels von St. Denys in den Tuilerieen ihre Aufwartung. Der do. linkes Ufer 585. Br. Strafsburg-Basel 425, ß und

Sambre-Meuse 4371/2. Br. h Abends die Gesandten von Oesterreich, Preußen, Ruß-

land, England, Württemberg, Spanien und den Vereinigten Staaten von Nord'- Amerika bei sich. Der Königlich Würt- tembergishe auperordentliche Gesandte und Bevollmächtigte, General von Fleishmann, hat dem Könige in einer besonderen Audienz ein Schreiben seines Souverains überreicht, wit der Meldung von dem Ableben Sr. Hoheit des Herzogs Heinrich von Wärttemberg. Der Hof legt deshalb auf 5 Tage Trauer an. Das neueste Bülletin über die Gesundheit der Herzogin von Orleans und des Prinzen sagt in aller Kürze, daß Beide s wohl befinden.

Der König hat in diesen Tagen ein Geschenk an die Kd- nlgin Victoria nach London gesendet. Es is ein äußerst präch- tég und kunstvoll gearbeiteter Schreibtish. Die Königin soll ihn als ein Zeichen dankbarer Erinnerung für den Empfang ent- gegen nehmen, welcher dem Herzog von Nemours bei seiner jüngsten Anwesenheit zu London zu Theil geworden ist.

Gestern Abend is der außerordentliche Gesandte Rußlands beim Hofe des Schachs in Persien (zu Teheran), Baron Alexander von Bode, zu Paris eingetroffen.

Graf Montalivet is gestern nah seinem Gute Lagrange, im Departement des Cher, abgereist. Während seiner Abwe- e übernimmt der Conseils -Präsident das Portefeuille des

innern.

eipzig - Dresden

Hamburg, 3. September.

Anl. —.

V3

London, 31. August.

3% 102!/,. 59/% Port. l

Engl. Russ. —. Bras. 84. Columb. 25!/,. M

Paris, 30. August. 111. 15. 39%, 80. 70. 59/0 Neap. 99. 55. y

Wien, 31. August. ; 3% 81. 22/0 _—. 1% -—_—e B A Neue Anl. 63213/, g.

Köni lihe Schauspiele. id é s Zurüksezu lle. Engha

Abth. , vom Dr. C. Töpfer. (D

steter Instanz vor dem Königlichen Gerichtshof zu Douai zu

unsten des Geschäftsführers Herrn Delebecque und des Druk-

fers Herrn Dubois ent\ichieden worden. Das Urtheil erster

stanz wird kassirt und der auf die Pressen und das úbrige

e e, D oes f geitgte Gag aufgehoben. err ; i Fi Odilon Barrot hatte für die Appellanten das Wort geführt.

À Átten von E “Ben eid Die Entscheidung wurde mit großer Freude aufgenommen und bawe, Regisseur des B K. Hoftheit soll durch zin Banket und einen Ball gefeiert werden.

Sept. Der Dachdecker. . Komische G

Die Zeitungen sind heute zum größten Theile mit Akten- stüken über den Brossardschen ‘Prozeß angefüllt, der nun am 27sten v. M. zu Perpignan wirklich begonnen hat. General Brossard befand sich bereits drei Monate zu Oran, als Gene- ral Bugeaud im April 1837 herüberkam und das Kommando Gedrudt bei A. W. Hay übernahm. Bis zum September äußerte sich Bugeaud in sei-

j nen Berichten an den Kriegs - Minister mit großem Lobe über S den Géneral. So schrieb er unterm 6. und 21. April: „Für die Verproviantirung von Tlemsen ist durh den Kontrakt, wel- hen Brossard mit dem Juden Ben - Durand abgeschlossen hat, vortrefflich und so überreichlih gesorgt, daß der Kommandant Ca-

übernehmen in Linz die Reisenden und Waaren

Wien, Pesth, Konstantinopel 2c.

Megeusus , im Auguit 1838.

Die ae ca der ayer.-Württemb erg. p! Donau-Dampfschifffahrts-Ge sellschaft.

Tlemsen überlassen könnte. General Brossard hat uns dadurch einen großen Dienst erwiesen. Bei dem furchtbar schlechten Wetter wäre unsere wenige Kavallerie und alles Lastvieh unserer Verbünde- ten aufgerieben worden, wenn wir die Lebensmittel aus der Umgegend hätten beitreiben sollen.““ Unterm 25. Juni aber- mals: „Dieser General scheint mir durch Talent, Charakter, durch seine speciellen Kenntnisse , seine gründliche Einsicht in das Kriegs- Und Verwaltungs-Wesen, durch seine an Hülfsmit- teln unerschdpflihe Gewandheit vor allen zu der Mission geeig-

Bekanntmachung, | in Beziehung auf die Anmeldung der alt landschaftlih Polnischen Pfandbriefe. Wir übernehmen, Behufs der am 1. Oktober d. in Warschau zur Verloosung kommenden landscha\} Polnischen Pfandbrie e, deren Anmeldung und ders sichtigen die uns darüber zugehenden Nummern -* gaben bis zum -15ten d. Mts. q Berlin, deu 3. September 1838. i Nathan, Gebert & Comp Linden Nr. 13.

ten und Handel und Ackerbau in Aufnahme zu bringen. Wenn mehrere unserer hôchsten Offiziere eine geringshäßige Meinung von ihm hegen, so ist daran wohl sein leichtfertiges- Reden schuld ; ih finde jedoch, daß diese Leichtfertigkeit sich nicht auf sein Han- deln ‘erstreckt, sondern daß er unter allen Umständen überlegt Und fönsequent zu Werke geht. Er befindet sich allerdings in mißlichen pecuniairen Verhältnissen, allein ih traue seiner Eh- ccMhastigkeit und sehe darin kein Hinderniß, ihm einen wichti- get“ Posten anzuvertrauen. Jch erlaube mir, bemerklich u machen, daß die Regierung aus allen Rüsichten der der Gerechtigkeit, Klugheit und Moralität dafür Sorge tragen muß, verdienten Männern eine ehrenvolle, ausreichende Existenz zu sichern. Genägt sie diesen gerechten Ansprüchen , so darf sie Um so Gas gegen diejenigen verfahren, die fich selbs bezahlt machen. ch bin überzeugt, daß General Brossard mich auf meinem Posten sehr wohl ersetzen wird.’ Unterm 2. Juli em- Pfiehlt Bugeaud den General nochmals zum Kommando der

Oran; er beruft sich auf Brossard's frühere Dienste Und macht bemerklich, daß derselbe seit 1830 gar nicht berücksich-

Literarische Anzeigen.

An zee i g e i | Von den v. Kamp hen Annalen der Pré schen innern Staatsverwaltung is jet: 2Ate Hest des Jahrgangs 1837 erschienen, welches erren Abonnenten hierselb in den Vorm® unden von 10—1 Uhr bei mir gefälligst in EmE, nehmen wollen. Jn den Provinzen wird ds binnen 8—14 Tagen zu erhalten seyn. Berlin, am 4. September 1838, Schmidt, Ho ah. unter den Linden Mk

Die Dampfschiffe der K. K. Oesterr. Gesellschaft

Versicherungs - Societät, fiehen mit den diesseitigen in direkter Verbindung und

aalicitarifeitih : tigt worden sey. Der General-Gouverneur Damrémont reibt

Der mehrerwähnte Prozeß des „Liberal du Nord“ ist in

wgnac ein Drittheil seiner Vorräthe an die ärmsten Einwohner von -

net, den Frieden in dieser Provinz (Oran) aufrecht zu’ erhal-

unterm 9. Juli 1837 an Bugeaud : „„Auf Jhren Brief, worin vom General Brossard die Rede ist, kann ich nur bemerken, daß ich diesen Offizier fast gar nicht kenne; ich erinnere mich nur, daß mein Schwager, General Foy, der ihn während der Spanischen Feldzúge eine Zeitlang zum Adjutanten hatte, sehr strenge und ungünstig über seinen Charakter urtheilte. Da Sie mir in- deßso viel Gutes von ihm sagen, so werde ich, wenn der Minister mich seinetwegen befragt, ihm nicht zuwider seyn.“/ Jm September wendet sih das Blatt auf einmal. Bugeaud erstattet am 6. Sep- tember von Oran einen langen Bericht an den Kriegs-Minister ; er gesteht, daß er sich volllommen über Brossard getäuscht habe. „„Nach Allem, was ich jeßt weiß, glaube ich, daß er zu Allem ähig ist, wobei er Geld gewinnen und seinen arg zerrütteten ermdgens-Umständen aufhelfen kann; und doch wird ihm dies nie gelingen, da er den Weibern und aller Art der Verschwen- Vans S Es ist. Er hat mit den beiden Schlachtvieh-Lieferan- ten Ben-Durand und Puig unter einer Decke gesteckt und den Intendanten zu Oran (dieser selbst ist bei der Sache unschul- dig) zu einem nachtheiligen Kontrakt halb überredet, halb enöthigt; dafur erhielt er von jenen Beiden ungefähr 20, Fr. Dies brachte ich durch \charfes Zuseben von Ben-Durand heraus. Durch ein Wort, welches ein Araber aus der nächsten Umgebung Abdel-Kader's fallen ließ, kam ih einem noch ärgeren Handel auf die Spur. Mir wurde nämlich be- richtet, 19 der Unsrigen wären ein paar Tage vor dem Frie- densschlusse an der Tafna gefangen genommen und zum Emir eführt worden. Jch gebe einem jüdischen Kaufmann, der nach ascava ging, ‘einen Brief an den Emir mit, worin ich die Leute zurückfordere. Abdel-Kader befiehlt augenblicklich, sie frei zu lassen. Einer von den Häuptlingen spricht: „Wie, Sultan, u Hiebst ihnen ihre Gefangenen umsonst heraus? Hast Du doch die Deinigen theuer bezahlen müssen.“ Das Wort fiel mir auf, ih ließ von allen Arabern in den Umgebungen des Emirs Er- fundigungen einziehen. Die meisten sagen aus, eben die nach Tlemsen geschafften Lebensmittel wären der Preis für die Gefangenen gewesen. Der Emir selbst, bei all’ seiner Verschwiegenheit, gab cinem Ordonnanz -Öffizier, dem Spahi- Lieutenant Louis Allegro, ungefähr das Nämliche zu ver- stehen. Jch fragte Ben-Durand, was er von der Sache wisse, und er gestand unweigerlich: für- die Lebensmittel wären dem Emir die Gefangenen herausgegeben worden, da derselbe sich aus religiösen Gründen oder Vorwänden geweigert habe, den Ungläubigen dergleichen für Geld zu verkaufen; die Summen, welche das Französishe Gouvernement zahlte, hätten ev und Brossard unter sih getheilt; ihm, Ben-Durand, wäre aber we- nig übrig geblieben, da er gar zu viel an die Leute des Emir Rae abgeben müssen, welche zu dem Handel geholfen. Es be- and sih aber von den Gefangenen, die der Emir zurückver- langte, ein großer Theil zu Marseille. Brossard und Ben- Durand stellten mir unaufhörlich vor, wie wesentlih es den Friedens{chluß erleihteru würde, wenn man dem Emir diese Leute zurückgäbe. Ueberdies habe General Rapatel die Sache so gut wie zugesagt, als bei einer früheren Gelegenheit der Emir so höflich war, 0 Franzosen unentgeltlich freizugeben. Jch ließ mich überreden und schrieb, man sollte die Gefangenen aus Marseille kommen lassen. Sie trafen gerade ein, als der Friede an der Tafna ge- {lossen wurde, und ih gab dem General Befehl, sie sofort zu den Jhrigen zu senden. Am anderen Tage. nahm ih zwar diese Ordre zurúck, weil es mir angemessener schien, die Her- ausgabe in meiner Gegenwart eschehen zu lassen; aber sie wa- ren {on fort. Mittags hatte Brossard sie empfangen und frúh am anderen Morgen, als kaum der Tag anbrach, wieder weggeschickt. So hat der General die Würde Frankreichs, seinen Fein- den gegenüber, chwer kompromittirt; denn natürlich E der Emir, für die erkaufte Rückgabe dieser Gefangenen keine Vergeltung shul- dig zu seyn, und hat sich geweigert, die zum Sklavendienst weg- gr Weiber und Kinder unserer Douairen herauszugeben.“/ eneral Bugeaud trägt auf unverzügliche Abberufung Brof- sard’s an, hást es übrigens für seine Pflicht, die Regierung von etlichen weiteren vertraulichen Aussagen Ben-Durand's in Kenntniß zu seßen, welche allerdings, wofern sie mit der Wahr- heit bestehen, den General noch viel s{hwerer als alles Obige graviren dürften. Unterm 21. September 1837 berichtet Gene- ral Bugeaud an den Kriegs - Minister über mündliche Explica- tionen, welche er Tages zuvor mit Brossard gehabt hatte. Er gesteht, daß die unglückliche, verzweifelte Lage des Generals ihn e habe. „Jch beshwöre Sie‘/, hätte Brossard unter ‘l nen gerufen, „um der unschuldigen Meinigen willen, stärzen Sie mih nicht ins Verderben.’ Da der General die Absicht zu erkennen gab, sich mit einem ausführlichen unumwun- denen Bekenntniß und mit einer Darstellung seiner bedräng- ten Lage, unmittelbar an die Gnade des Königs zu wenden, & ließ General Bugeaud sich sogar bewegen, ein Fürwort für ihn beim Könige einzulegen. Dieses Schreiben Bugeaud's an den

König, gleichfalls vom 21. September 1837, welches der Kriegs: |

Minister übergab, liegt den Akten ebenfalls bei; desgleichen die

wörtlih aufgeseßte und von 2 Zeugen unterschriebene Unter- |

redung, welche am 20. September zwischen Bugeaud und Bros- sard stattgefunden. Aus der langwierigen Jnstruction haben sich nun vier Punkte der Anklage gegen den General ergeben : Erpressungen (concussion), Versuch zur Bestehung öffentlicher Beamten, unbefugte und strafbare Einmischung in fremde, mit dem militairischen Stande und Grade dés Generals unverträg- liche Geschäfte, endlih sogar der Vorschlag eines Komplottes zu dem Zwecke, die Einwohner der Stadt und Provinz Oran gegen die Königliche Autorität unter Waffen zu rufen. Der Mare- hal de Camy Tholorier präsidirt im Kriegsgericht; Major Robert von. 17ten Linien - Regiment is Berichterstatter, die Vertheidi- gung führt Herr Boinvilliers aus Paris, unter A ee

dvokaten von Perpignan: Paris und Lafabrègue. as ge- wöhnliche Sibungs - Lokal des Kriegsgerichtes konnte für diese Verhandlung nicht zureichen; man hat daher die alte Kapelle auf dem Donjon der Festung für die Sißungen eingerichtet, und General Castellane hat die Anordnung getroffen, daß die

Berlin, Freitag den 7m September : 1828,

Thore zur Citadelle dem Publikum geöffnet bleiben, so lange

der Prozeß dauert. Dieser Donjon, vormals ein Palast der

Aragonischen Könige von Majorka, ist heute von den dreifachen

Vefestigungs - Linien der Citadelle eingeschlossen. Die Sihung

des Kriegsgerichts ist Montag den 27. August um 10!/, Uhr Vor-

mittags eröffnet werden. Jm Chor der Kapelle, die ein altes Bauwerk

aus dem llten Jahrhundert ist, nahm der Tisch mit den Sesseln fár die Richter, die Stelle des Hochaltars ein. Zu Füßen der drei zum Chor hinanführenden rothen Marmorstufeu nehmen der Angeklagte und die Vertheidiger Plak. Der Raum die}- seits des Gitters ist dem Publikum eingeräumt, zwei kleine Ka- pellen zu beiden Seiten den Journalisten, eine anstoßende Beicht- Kapelle für die Zeugen niederen Ranges, ein besonderes Ge- mach fúr die höheren Offiziere, desgleichen für General Brof- sard und seine Familie. as Gericht besteht außer dem obge- nannten Präsidenten aus den beiden Maréchaur des Camps, Galz- Malvirade und de Bar , einem Obersten und einem Ba- taillons - Chef von den leichten Truppen, einem Capitaii vom Geniewesen und einem von den Chasseurs ; Capi- tain Vautrin, vom Uten leihten Regiment, fungirt / als Königl. Kommissarius. Zuerst werden -die Ordonnanzen und Aktenstücke verlesen, - kraft welcher das Kriegs-Gericht konstituirt ist, darauf verliest der Greffier Roland: die Aktenstücke der Ja- ftruction , die schriftlichen Zeugen- Aussagen und die Protokolle der zu Paris, Algier, Oran u. \. w. niedergeseßten ‘Verhôrs- Kommissionen. Diese Verlesung währte 4!/, Stunde, und zwar, nah dem Gebrauch der Kriegs-Gerichte, in Abwesenheit des Angeklagten. Darauf erscheint General Brossard in seiner Parade-Uniform als Marechal de Camp und mit dem Offizier kreuz der Ehrenlegion angethan, jedoch ohne Degen. Seine Haltung is ernst und ruhig, er grüßt die Richter und nimmt neben seinem Vertheidiger Pla. Der Präsident verliest die Anklagepunkte und cane das Verhdr mit dem Angeklagten selbst. Die Art und Weise seiner Verhör - Abnahme wird als ausgezeichnet gerühmt. Um 5 Uhr {loß die Sißung, um des andern Tages um 10 Uhr wieder zu beginnen.

Die Last-Korvette „„Fortune“/, welhe von Toulon nach dem Mexikanischen Golf segelte, hat unterweges ihren Kommandan- ten , den Fregatten-Capitain Launay-Onfray, verloren. Ju der Nähe von Gibraltar hatte das Fahrzeug 5 Tage lang ‘mit con- trairem Wind und Strömungen zu kämpfen. Jn oer Nacht vom 7. zum 8. August befand sich der Capitain auf dem Hin- terdeck, und unterjuchte dás Segelwerk , welches Schaden ge- nommen hatte; auf einmal war er verschwunden. Eine halbe

Stunde später zog ein Bootsmann den Leichnam des Unglück- lichen aus dem Wasser. Der Capitain war vollblütig und dem Schwindel unterworfen, sein Gesicht am Tage zuvor rôther als gewdhnlih. Wahrscheinlich also is er in einein Anfalle des Schwindels über Bord gestürzt. Am Vten früh warf die Kor- vette auf der Rhede von Gibraltar Anker. Am 9ten wurde die Leiche des Capitains ans Land gebracht und mit militairi- schen Ehren beigesezt. Der Schiffs - Lieutenant Vidal hat das Kommando der „Fortune‘/ übernommen, die ihren Weg nach Mexiko fortseßt. (So wird aus Toulon vom 27sten nach Brie- fen aus Gibraltar gemeldet. Die Erzählung hat jedoch man: ches Unwahrscheinliche.) Von Tunis unterm 10. August ist die Nachricht eingegan: en, daß Admiral Stopford von seiner Regierung Befehl er- balten hat, mit seinem Geschwader nach der Levante zu gehen.

Großbritanien und Jrland.

London, 31. Aug. Während die „Morning Chroniclec““ ißre Polemik fortwährend nur gegen die Tories richtet, ver- shont der „„Courier‘/ auch die Minister nicht mit Vorwürfen, die zwar immer mit vieler Delikatesse geschrieben sind, aber doch durch ihre häufige Wiederkehr dem Kabinet nicht sehr an- enehm seyn können , da sie eine Spaltung unter der Reform- Partei, der Stüße des Ministeriums, hervorzurufen drohen.

chwäche und Jnkonsequenz is es vorzüglih, was den Mini- stern vom „Courier‘/ vorgerúckt wird; überall, wo ein Ver- gleich zwischen den Parteien stattgefunden habe, sey es iminer das Ministerium gewesen, welhès Opfer gebracht habe, nicht die Opposition, und nach Lord. John Russell's ¿e6ten Aeußerun- gen im Unterhause in Bezug auf das Resultat der Verhand- lungen über die Jrländische Munizipal - Bill müsse man fürch- ten, daß die Annäherung oder, mit anderen Worten, die Nach-

giebigkeit der Minister gegen die Konservativen noch entschiede- ner hervortreten werde. Da die anderen miyisteriellen Blätter | zu diesen Bemerkungen ganz schweigen, so darf man wohl glau- | ben, daß die Majorität des Kabinets wirklih den Wunsch hegt, ! die begonnene konservativere Richtung weiter zu verfolgen.

| Dem Vernehmen nach, wird sih der Marquis von Clan- | ricarde zu Anfang des Monats Oktòber auf einem Linienschiffe | nach seinem Gesandtschafts-Posten in St. Petersburg begeben.

Einer der Kapläne der Königin, Dr. Hook, Vikar von Leeds, hielt am 17. Juni eine Predigt, in welcher“ er so lei- denschaftlich gegen die katholische Kirche sprach und so viel po- litische Themata, namentlich auch das Appropriations- Prinzip, in Anregung brachte, daß Jhre Majestät sih veranlaßt gefun- don hat, ihn von seiner Kaplan - Stelle zu entlassen. Die To- ries in Leeds sind sehr unzufrieden über diesen Schritt der a und wollen denselben dem Einflusse O’Connell's zu-

reiben.

Die Times bringe jebt fast täglich Artikel über die aus- wärtige Politik, die darauf berechnet sind, die beiden Minister Lord Palmerston und Lord Mintso als zur Führung des Staats- ruders durchaus untúchtig darzustellen. Gestern richtete sie ihre Angriffe vorzüglich gegen den Leßteren, den See- Minister, in- dem sie ihm vorwarf, daß er Englands Marine in den kläglich- sten Zustand habe herabkommen lassen, während die Seemacht Rußlands, Frankreichs und Aegyptens raschen Schrittes zu- nehme, und daß er selbs durch das Verfahren an der Spani- schen Küste anderen Mächten ein shlimmes Beispiel hinsichtlich | der Anordnung von Blokaden gegeben habe, \o daß ih dieser