1838 / 262 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

stungen, unter den größten Schwierigkeiten, eine unabhängige und ehrenvolle Stellung zu erwerben giwul Unter ihnen hat man keine Parteiung gesehen, sie haben einander nicht gegen- seitig Verräther gescholten, sie brachten keinen Haß aus dem Vaterlande in die Verbannung mit. Mit einem Worte, sie- L Jtaliänischen National-Charakter in Frankreich Ehre gemacht.

Im Stadttheater zu Straßburg haben am 9. Abends Un- rußen stattgefunden. Es sollte nämli die erste Vorstellung einer Deutschen Schauspieler- und Sänger- Truppe seyn, die fár das nächste Jahr engagirt ist. Die Französische Oper und Operette ist somit vom Theater verdränge. Damit war eine Partei im Publikum * unzufrieden und degrüßte das Aufziehen des Vorhanges mit Murren und Pfeifen, worauf von der an- depin Seite mit Bravorufen und Beifallklatschen erwiedert wurde. gewicht der Zahl, was in Straßburg sehr natärlih it. Als das Pfeifen aus dem Parquet nicht aufhören wollte, stieg das Publikum des Parterre auf die Bänke und fing an, Hausrecht zu gebrauchen. Die Polizei schritt ein, die Ruhestörer wurden entfernt und die Deutsche Oper zu Ende gespielt. Die Besieg- ten wollten vorgeben, die Direction hätte für den ersteu Abend zahlreiche Frei:-Billets an handfeste Leute ausgetheilt. Sie wer- den es aber nicht ándern. Volk und Bürgerstand in Straß- burg sind Deutsch, und nur der Beamtenstand und was daran hängt, mag nach Französishem Schauspiel und Singspiel ver- angen. i

In die Menagerie des Pflanzen - Gartens ist ein seltener

und merkwürdiger Gast eingezogen, ein Tapir nämlich aus ; Süd-Amerika, von dem Franzöfishen Konsul Crouan zu Belem | in der Brasilianischen Provinz Para eingesendet. Dieses plumpe |

Nüsselthier, ein Mittelding von Schwein und Ey iusieros hält sich in den feuchten Uferwaldungen der Süd- Amerikanischen Strôme auf. Für die Naturforscher hat es ein großes Jnter- esse, weil es in dem Bau seines Skelettes und in seiner Orga- nisation den großen vorweltlihen Pachydermen nahe kommt, welche vor aller Menschengeschihte an den Ufern des See's, in dessen Becken heute die Seine fließt, in dichten Riesen-Wal- dungen gelebt haben mögen. Das im Pflanzen-Garten befind- liche Thier ist ganz sanft und folgsam, leckt seinem Herrn die Hand und läuft ihm nah wie ein Hund.

Die neuesten Depeschen des General Galbois aus Konstan- tine sollen von der Art seyn, daß man den Ausbruch von Feind- yeligkeiten mit Achmet Bey zu erwarten hat. 5 Stämme sollen dem Frgteran Hülfs - Mannschaft u stellen versprochen haben. General Galbois, heißt es, mdchte ihnen gern durch einen raschen Marsch zuvor über den Hals kommen, allein seine In- structionen lauten strenge dan, daß er ohne Autorisation vom General - Gouverneur keine Feindseligkeiten anfangen soll. Er muß also erst nach Algier melden, und darüber verstreicht Zeit

und Gelegenheit.

Börse vom 15ten. Französische Rente ist im Steigen und besonders die 5proc. ed Ra Gegen Ende des Mo- nats wird sie wahrscheinlich noch mehr in die Hdhe- gehen, in- dem zum 22sten d. die Zinsen fällig werden, und alsdann im- mer Geld zu placiren ist. Unter allen industriellen Actien be- haupten nur die Großen (zum Nennwerth von 5000) der Laf- fitteschen Kommerz - und Industrie: Kasse ihren Kredit, da die monatliche dffentliche Rechnungs - Ablage für den August aber- mals sehr günstige Resultate ergeben hat; sie stehen auf 5500 bis 5510. Das Bitume Dez- Maurel erlebte ein abermaliges beispielloses Sinken von 975 auf 750.

Großbritanien und Jrland.

London, 14. Sept. Man glaubt, ‘daß die Königliche Börse nach Verlauf von drei oder hôchstens vier Jahren nach ihrer Zerstörung in größerem Maßstabe wieder aufgebaut seyn wird, während zum Wiederaufbau der beiden Bartameits: Häuser , die schon im Oktober 1834 niederbrannten, noch nicht ein Stein gelegt worden, ja noch nicht einmal der Plaß fest bestimmt ist, wo sié gebaut werden sollen.

Nächsten Montag wollen die hiesigen arbeitenden Klassen, unter Leitung des Handwerker-Vereins, auf dem Palace-Yard eine große Versammlung, halten, um die Grundsäse einer #0- genannten Volks-Charte in einer Reihe von Beschlüssen darzus- legen. Allgemeines Wahlrecht soll die Grundlage dieser Charte bilden. Die ministeriellen Blätter suchen ihnen zwar einleuch- tend zu machen, daß ihre Forderungen viel zu ausgedehnt seyen, um auch nur bei den Mittelklassen Eingang zu finden, indeß rühmen sie doch die Ruhe und Mäßigung, mit der, allem An- hein nach, in der beabsichtigten Versammlung zu Werke ge- gangen werden soll, denn man will nicht nur keinen Zwang und keine Einshüchterung gegen diejenigen Arbeiter an- wenden, die es nicht angemessen finden, der A M U RA, Mee zuwohnen, sondern man hat ausdrücklich unter die an die Stra- ben:-Écken gehefteten Plakate die Bemerkung geseht, daß die Arbeiter, die etwa fürchteten, ihre Brodherren möchten es ihnen entgelten lassen, nicht zu erscheinen brauchten. Jn den zu hal- tenden Reden sollen alle leidenschaftlichen Aeußerungen vermieden werden, und die anzunehmenden Resolutionen sollen nichts Auf- __reizendes enthalten. Unter den Parlaments - Mitgliedern, die

sih in der Sa einfinden wollen, nennt man die Her- ren Leader, ene und Attwood. Die Reden sollen aber haupt- sáchlih von Handwerkern gehalten werden. Der Ober - Bailiff von Westminster wird den Vorsiß führen.

O'Connell bezeichnet in seinem ersten diesjährigen Schrei- ben an das Volk von Jrland folgende Punkte als Hauptge- genstände der jeßigen Agitation: 1) Vernichtung der Orangi- stischen Partei, 2) Reform der Gerichtshöfe, 3) Einseßung ein- sihtsvoller und unparteiisher Sheriffs, von. denen die Wahl der Geshworenen abhängt; 4) Verbannung des Parteigeistes aus den Reihen der Geschworenen; Revision der Friedens- richter - Bestallungen , 6) gange ufhebung der Zehnten, 7) Munizipal: Reform , 8) Ausdehnung des Wahlrechts bis zu dem Maße, in welchem es je6t in England und Schottland bes- steht endlich 9) Repräsentation Irlands in gleichem Verhält- niß mit Großbritanien.

In den Arsenalen herrscht jegt eine bedeutende Thätigkeit ; in einem derselben wurden kürzlich sogar am Sonntage die Ar- beiten fortgeseht. Jn den lebten Tagen sind fortwährend Ver- stärkungen nach Kanada eingeschifft worden.

Der Marquis von Clanricarde und seine Gemahlin wer- den sich auf dem Kriegsschisfse „„Pique// in diesen Tagen nah St. Peters urg einschiffen. / ;

er Englische Oberst Considine, der je6t als General in Diensten des ZA von Tunis steht, ist eifrig sleung Ver Tunesischen ‘Armee beschäftigt.

err Green hat einen neuen Versuch gemacht, mit seinem

mit der Organi-

Die Deutsche Partei hatte jedoch offenbar das Ueber- |

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27,000 Fuß erreicht; die Kälte war in diesen hohen Regionen sehr empfindlich.

Die hiesige literarische Gesellschaft der Polenfreunde, unter deren Leitung die Feste in Beula-Spa zum Besten der Polni- schen C G gegeben wurden, hat bei dem leßten Feste, des ungünstigen Wetters wegen, einen Verlust von 300 Pfd. erlit- ten, und ihre Fonds sind in einem solchen Zustande, daß sie den Unglücklichen, von denen viele dem Hungertode nahe sind, nicht die geringste Unterstüßung mehr verabreichen kann.

Aus Trinidad wicd jet gemeldet, daß durch einen Be- {luß der Kolonial - Versammlung vom 25. Juli auch für diese Kolonie verfügt worden ist, sämmtliche Neger ohne Ausnahme | am 1. August dieses Jahres ganz sar zu geben. Sonach wäre | jeßt in dem ganzen Britischen Westindien kein Sklave mehr | vorhanden.

Nach Berichten aus Montevideo vom 13. Juli hatte | Fructuoso Rivera sich zwar noch nicht vor der Stadt selbst ge- | zeigt, doch fürchtete man sein baldiges Erscheinen, da Oribe,

der betanntlich die Präsidentur schon niedergelegt hat, ganz ohne

Truppen war und daher keinen Widerstand mehr leisten konnte. | Die Kammern waren mittlerweile zusammenberufen worden und | hatten beschlossen, daß Unterhandlungen mit Rivera eingeleitet | werden sollten, zu welchem Behuf drei Deputirte an ihn abge- | sandt worden waren. Rivera soll die Unruhen ín der Brasi- | lianishen Provinz Rio Grande angestiftet haben, und man be- | fürchtete daher feindselige Schritte von Seiten Brasiliens, viel- | leicht auch eine Blokade, wenn er an die Spiße der Republik | Uruguay gestellt werden sollte.

Niederlande. | Amsterdam, 13. Scpt. Während dieser Woche sind die | Course der Holländischen Schuld - Dokumeute immer weichend gewe- ! sen, weil täglich viele fleine Verkäufe davon bewirkt wurden. Ju- | tegrale und Kanz-Billets wurden davon am meisteu betroffen, da ‘er- | stere von 345/, e bis 337/z pCt. und die anderen von 24!!/, 6 Fl. bis | 241/; Fl. heruntccgingen; mit den Actien der Handels - Gesellschaft giag es eben so, weil sich weniz Käufer für die ausgcboteuen Var- tieen meldeten, so daß man gesteru zu 1677/zg pCt., also um mehr als 1 pCt. billiger scif Lèontag anfommen founte. Vou deu Eisenbahn- Actien schetut die Speculation sich ganz zurückziehen zu wollen, die- selben wurden stark ausgeboten und Rheinische zuleyt zu 104?/g pCt. abgelassen. Desterreichishe und Russische Fonds blieden preishaltend ; Ardoin-Obligationen schwankten zwischen 18%, und 187/,6 ÞCt.; die jüngste Preis-Verbesserung derselben zu Antwerpen blieb gestern hier _fast ohne Einfluß. Alte Griechische Obligationen wurden diesc Woche wieder cinmal umgesezt und erlangten bri lebhafter Frage den merk- lich höheren Preis vou A à 15!/, pCi. Auch nah Brafilianischen Dbligationen stellte fich, mchr Begehr ciu, wodurch selbige auf 82!/2 pCt. stiegen. Der Gelduzarkft ist unverändert geblieben.

Am: Getraidemarkt spürte man diese Woche etwas mehr Neigung um Einkaufen, sowohl auf Speculation als zum Verbrauch, wodurch ei der Zurückhaltung der Jubaber vud der geringen Auswahl für

schöne unter Schloß lagernde Particen Weizens ctwas höhere Preise angelegt wurden; geringere und rothe Sorten sind häufiger am Markte und erlangten die vorigen Preise. Es wurde verkauft unter Schloß: 132pfünd. Rostocker Weizen anfängs zu 306 Fl., später zu 310 Fl., 130pfünd. weißbunter Polnischer 333 Â, 126pfünd. Braun- schweiger 288 Fl.; zum Verbrauch 125pfünd. bunter Poluischer 308 Fl, 126pfünd. Rostocer 295 Fl. Eine Ladung Libauer Roggen, 116 Pfd. schwer, im Entrepot wurde zu 186 Fl. abgelassen; Verbraucher zahl- ten für 121pfünd., Preußischen, Pommerscheu Roggen 212 Fl. Ju Übrigen Artifeln fand wenig Umsay statt.

Belgien.

Brüssel, 14. Sept. Der hiesige Gemeinde-Rath hat gestern einstimmig eine Adresse an den König votirt, in welcher er sich gegen die Vollziehung der 24 Artikel ausspricht. Die Luxemburger und die Limburger werden darin für ge- borene Belgier erklärt, die auch gesonnen seyen, Belgier zu bleiben. Ganz Belgien habe den festen Willen, sie nicht auf- zugeben, und das constitutionnelle Oberhaupt, das es sich ge- wählt, werde es darum auch als seine erste Pflicht betrachten, diesen Willen des Landes zu achten. Aber nicht bloß gegen die Gebietstheilung spricht sich der Brüsseler Magistrat aus, son- dern auch gegen die Tributs-Zahlung, wie er es nennt, die dem Lande durch den „Leoninischen Vertrag‘/ der 24 Artikel aufer- legt werde. Wollte man dem Lande die Entehrung eines jähr- lichen Tributs zumuthen, so könne man sicher seyn, daß man dadurch eine neue Revolution vorbereite.

Deutschland.

München, 15. Sept. (A. Z.) Das heutige Bulletin úber den Gesundheits - Zustand unseres Königs ist hôchst erfreulichen Inhalts. em Vernehmen nah, werden slch Se. Majestät nächsten Donnerstag nah Berchtesgaden begeben und einige Zeit dort zubringen. Unrichtig ist die Angabe hiesiger Blät- ter, daß der General - Major von Greis Se. Königl. Hoheit den Kronprinzen nah Berlin begleitet habe.

Hannover, 17. Sept. Se. Majestät der König sind heute Morgen von Magdeburg hier wieder eingetroffen. Se. Majestát. hatten Magdeburg gestern Abends 7 Uhr verlassen.

Stuttgart, 14. Sept. (Deutsch. Cour.) Se. Durch- laucht der regierende Fürst Friedrih Herrmann Otto von Ho- ' henzollern-Hechingen (geboren den 22. Juli 1776) ist, wie wir aus Berichten von Hechingen vernehmen, in Folge eines Schlag- anfalles vorgestern daselbst verschieden. Ihm succedirt sein Sohn, der bisherige Erbprinz Friedrich (Wilhelm Herrmann Konstan- tin, geboren den 16. Februar 1801). In den leßten Jahren und während der Krankheit seines Vaters e der Ecbprinz bereits die Regierung des Fürstenthums. Das Hechingensche Haus hat nur einen Agnaten, den Kaiserl. Oesterreichischen Ge- neral - Feldmarschall, Prinzen Franz Xaver, Oheim des verstor- benen Fürsten, welcher aber bereits 81 Jahre alt ist, und nur einen noch unverheiratheten Sohn hat, den Kaiserl. Oester- reichischen General - Feldwachtmeister , Prinzen Friedrich Franz - Anton (geboren den 3. September 179). Ï

Stuttgart, 16. Sepr. Stände- Verhandlungen. Abgeordneten-Kammer ; and vom 15. September. Am Mi- nister « Tische befindet sich Geheime Rath von Schwab. Die Sigung,. seit der am 28. Juni d. J. verkündigten Vertagung wieder die erste, beginnt gegen 12 Uhr mit einer Bewillkomm- nungs - Rede von Seiten des Präsidenten, worin derselbe den Wunsch und die Hoffnung ausspricht, daß das begonnene shwierige Werk zum glücklichen Ende gelangen möge. Sodann verliest Geheime Rath von Schwab die Entschließungen der KASen Regierung über die endliche Redaction einiger Titel des E Diejer Vortrag wird der Justiz- Gesetgebungs- Kommission zur Begutachtung übergeben. Da der während der Vertagung von der Regierung eingebrachte

Abend die Schaulustigen. ¿gânge zum Dome

hung uud Bestrafung der in dem Straf- Geseß- Entwurfe ge nannten Verbrechen und Vergehen von der yePEes Kommis: sion bereits begutachtet worden ist, so wird beschlossen, die Be, rathung desselben in der nächsten Sibung, Montag 9 Uhr, vor; zunehmen. L

Karlsruhe, 15. Sept. Am verwichenen Donnerstag wg, ren die hier versammelten Landwirthe von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog auf die Domaine Stutensee zur Besichtigung der dortigen landwirthschaftlihea Anstalten geladen gewesen und daselbst mit einer Collation bewirthet worden. Pes wer: den dieselben Augustenburg, das Mustergut Sr. Hoheit deg Herrn Markgrafen Wilhelm, besuchen, wo unter Anderem mit den verschiedenen Pflugarten ein Wettpflügen veranstaltet wer, den wird. Zum Schlusse der Festwoche ist heute Abend großer Ball im Museum, unò morgen verlassen die meisten der sem; den Landwirthe, zum Theil um den Versammlungen des Ry turforscher- Vereins in Freiburg beizuwohnen, unsere Sradt, in der die lebten Tagen her, nah den mannigfachen Freuden und dem geräuschvollèn Treiben, Alles wieder in den stilleren und gewohnten Gang zurückgekehrt ist. 2

Schweiz.

Solothurn, 11. Sept. Unser kleiner Rath hat in hew tiger Sizung beschlossen, beim großen Rathe nah dem Guy achten der aus Herrn Rigaud und Monnard bestehenden Min derheit der Tagsabungs- Kommission den Antrag zu stellen, der Gesandtschaft die Instruction zu ertheilen: Da es aus den der Tagsabung vorgelegten authentischen Berichte erhelle, es genieje Louis Napoleon Bonaparte die Rechte eines Thurgauischen Staats búrgers, und da nach den Bestimmungen der Staats-Verfassung des Kantons Thurgau sowohl, als nah dem Bundeëstaatsärttt irgend eine exzeptionelle Fortweisungs - Verfügung gegen densel ben nicht ergriffen werden darf, soll in diesem Sinne eine Anv wort auf die vom 1. August datirte Note der Französischen Botschaft erlassen werden. Bei diesem Anlaß soll die Tag sabung daran erinnern, daß, indem sie die Obliegenßeiten re spektire, welche ihr das Völkerrecht auferlegt, sie auf Erfällung alles desjenigen wache, was dasselbe in Bezug auf Nachbar: staaten vorschreibt. Unverweilt hat sich die Tagsaßung sodann wit denjenigen Maßnahmen zu befassen, die hinsichtlich der neuen Verumständungen zu ergreifen wären, in welche die Schweiz zu stehen kommen möchte. |

Zürich, 14. Sept. (Schweizer Bl.) Die folgende Adresse an unseren großen Rath, von den in Zürich anwesen den Obersten des ersten Bundes-Auszuges ausgegangen, wird gegenwärtig den sämmtlichen Offizieren zur Unterzeichnung zw geschickt: „An den Poueo Großen Rath. Herr Präsident, WaYgeadtee Herren! ie Forderungen Frankreichs, daß ein

chweizer-Bürger ohne gerichtliches Urtheil aus der Eidgenost senschaft entfernt werde, das Recht und die Ehre der Schwe gleich verleßend, die e ula mit welchen dasselbe diese For: derung unterstüßte, die Haltung mehrerer Schweizerischer Mw R welche unverkennbar das Gepräge der Furcht und

chwäche an sich, tragen, die Zweifel in den Willen, Fähigkeit und Muth der Wehrmänner, durch welche die Furchtsamet ihre Ansichten zu unterstüßen versuchen, machen es den Offizio ren zur Pflicht, das bisher beobachtete Stillschweigen zu br- hen, und dem Hohen Großen Rathe in einer Adresse, unt Beachtung der durch den $. 6. der Staats- Verfassung vorgeschriv benen Form die Erklärung zu geben, daß sie nicht muthlos zurü treten, sondern mit Freuden den Kampf für Shre, Recht und Freiheit bestehen werden, und damit die Bitte C NDEEE, bei der Ertheilung der Jnstructión nur das Recht und die Ehre der Schweiz ins Auge zu fassen. Die Offiziere wissen, daß dieser Kampf, wenn er losbricht, von ihnen und von dem Vaterlande überhaupt, bedeutende Opfer fordert; allein sie wissen eben so gut, daß wenn die Unabhängigkeit "und die Ehre der Schweij, die kostbarsten Güter einer Nation, wie im vorliegenden Falle auf dem Spiele stehen, auch die Freiheit im Jnnern gefährdet ist. Mit Vergnügen haben die Wehrmänner sich in den Waffen geübt in der Hoffnung, dadurch befähigt zu werden, die Erbtheile der Vi- ter für sich und ihre Nachkommen bewahren zu können; was würden jene Arbeiten, was würde das Wehrwesen nützen, wen man jeder Forderung des Auslandes entsprehen würde? Ce

Vertrauen Sie, Tit., auf Jhren Widerstand, er wird Jhr Ver! trauen rechtfertigen; der Muth und die Kraft is nicht von ihm gewichen, und in ihm wohnt das Gefühl, daß, wo die Freiheit, wo das Vaterland ruft, keine Opfer zu groß sind. Ueberzeugt, daß es der Wahlspruch jedes Schweizers seyn -'soll: „„Wahtt deine Pflicht, komme was da will!“ legt der. Unterzeichnet Jhnen mit Hochachtung diesen Ausdruck seiner Gesinnungen vor. Genehmigen Sie die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung und Ergebenheit.“

Jtalien.

Mailand, 8. Sept. Bereits am Tage vor der Krönung wurde . den Schaulustigen der Anblick der Eisernen Krone zu Theil, welche im feierlihen Zuge von- Monza abge! A und nah Mailand gebracht wurde. Durch den ganzen

orso di Servi und den Corso der Porta Orientale wurden die bei feierlichen Anlässen gewöhnlichen Teppiche aus den Fenstern und Balkonen ausgehangen. Jn einem prachtvollen Hofwagen erschien die alte Krone der Longobarden, welche Tags darauf auf das Haupt des Königs der Lombardei und. Venedigs gese6t werden sollte. Der Ursprung dieser Krone ist bekannt. Der Sage nach, ward sie von der heiligen Helena aus einem Passions - Nagel geformt und an Geschenk gegeben. Durch den heiligen Gregorius gelangte sié nah Rom und an die Longobarden-Königin Theodolinda. Diese erbaute das Schloß und die Kirche von Monza und in leßtere - ward mit anderen kostbarem Schmucke das Kleinod bewahrt. Im Laufe der Zeit wurde die Krone nah Avignon gebradh so geschah es, daß gegen die Echtheit der Monzesischen Kront sich Zweifel erhoben. Im Jahre 1717 entstand hierüber ein Prozeß, der jedoch zu Gunsten der Monzeser entschieden wurde

Am Gen fand die feierliche Krönung Kaiser Ferdinands statt. Die Schwierigkeit, Billets für den Dom zu erhalten,

Ferne herbeistrdmenden Fremden gewachsen war. Jn dem Pa laste dés Guberniums drängten sich von früh Morgens bis zuw

Am Tage der Feier waren alle 2 von einer ungeheuren Menschenmasse besch! as diplomatische Corps versammelte sh bei dem Russischen Botschafter, Herrn von Tatistscheff, und fuhr in langer agen“ reihe nah dem Erzbischöflichen Palaste, von wo es durch einen

Ballon in höôhere Luftschichten zu dringen, und eine Höhe von

Geseß-Entwurf über die Kompetenz der Gerichte zu Untersu-

unterirdischen Gang in das Innere des Doms gelangte. Dies

wiß ist der Beschluß, welcher auch nur theilweise ungern Forderungen entspricht, das Grabgeläute unseres o See Un i

onstantin zum

nahm in demselben Maße zu, als die Zahl der von Nah und

auf das pompòsesie und mit einem ungeheuren Auf- es Le von Sammet, Seide, und anderen kostbaren Stoffen, “it gemalten Kartons, bunten Glassampen und dergleichen aus- caffirt. Der Marmor - Dom war ganz vershwundenz in m großen Bau hatte ein neues, leicht gezimmertes Ge: ‘ude Plah gefunden. Man kann nicht leugnen, daß die ' caliáner eigenthümliche Prachtliebe in dieser ungeheu- erschwendung von edlen Stoffen eine gewisse Be- iedigung finden mußte; der gute Geshmack und ein feiner Gunfésinn können sich aber wohl kaum damit befreunden. Die edéutsame Handlung der Krönung ging mit würdigem Ge- ránge vor sich. Der Erzbischof von Mailand, unter Assistenz s Patriarchen von Venedig, beide Kardinäle, seßten dem aiser die Krone auf das Haupt. Nach vollendeter Krônung cigte sich der Kaiser in vollem Ornate dem versammelten Volke uf der Altane der Burg unter ungeheurem Jubelruf. Jn dem hdnen Karyatidensaal fand hierauf das Bankett statt, an wel- vem die Glieder der Kaiserl. Familie, die beiden Kardinäle und ver Pápsilihe Nuntius Theil nahmen. Miß Clara Novello, velche im verflossenen Winter das Berliner Publikum durch hre reine Metallstimme entzúckt hat, Miß Kemble, Madame Aoberlechner und Madame Poggi fangen während der Ta- 4. Die Illumination der Stadt, welche für den Abend an: jesazgt war, wurde durch Regen gestört, nicht so der Jubel des os und der ganzen Bevölkerung, welcher noch durch den in er Gazetta di Milano am selben Abende bekanut gemachten

ét der Kaiserlihen Gnade gesteigert wurde.

Mailand, 9. Sept. Gestern (am Feste Mariä Geburt) verfágten Sich Jhre Majestäten der Kaijer und die Kajiserin, on Jhren Kaisecl. Hoheiten den Erzherzögen begleiter, um 10 Uhr Morgens in feierlihem Zuge in die Basilica di S. mbrogio. Am Eingange der Kirche wurden Jhre Majestäten on dem Kardinal - Erzbischof empfangen, der Allerhdchstdensel- en das We:hwasser reichte. Nachdem Jhre Majejtäten unter em im Presbyrerium auf der Eoangeliien - Seite errichteten Fhconhimmel Plas genommen hatten, wurde der Ambrojianit _ (he Lobgesang angestimmt und dann das Hochamt gehalten, nach essen Beendigung Jhre Majestäten mit Jhrem Gefolge inmit- n einer unermeßlihen Volksmenge, die in allen Straßen und uf allen Pläßen, durch welche der Kaiserliche Zug ging, die jut mit Freudenruf erfüllte, in die Burg zurücffuhren.

Am selbigen Tage ist die eiserne Krone mit denselben Fei- lichkeiten, wie bei der Uebertragung, von Mailand wieder ah Monza zurückgebracht worden. Bei diesem Anlasse hat er Erlauchte Monarch zu befehlen geruht, daß, nebst der ei- ernen Krone, auch das Königliche Schwert und der Mantel, vie bei der feierlihen Ceremonie der: Krönung gebraucht wor-. jen waren, zum immerwährenden Andenken einer fär die Lom- jardisch-Venetianischen Staaten so beglückenden Feier im Schaße es Doms von Monza aufbewahrt werden sollen. Das Scep- er und der Reichsapfel sollen im Schaßze von St. Marcus zu Venedig aufbewahrt und seiner Zeit mit Feierlichkeit dahin bertragen werden.

Mailand, 11. Sept. Vorgestern musterte der Kai- r in Begleitung der Kaiserlichen Familie die hier versammel- n Truppen auf dem Waffenplate. Jhre treffliche Haltung er- egte allgemeine MBUNLC E, Abends gab. die Stadt Mai- and in der Skala einen Ball, bei welchem der berühmte Wies er Walzer-Virtuos Lanner das Orchester leitete. Das Thea- er war glänzend erleuchtet und die Logen von einem der glän- endsten Damenkreise gescchmück. Die Herren trugen Unifor- en oder den Spanischen Mantel über der Civil - Kleidung. Von der Kaiserlichen Loge führte eine breite, mit Sammet be- gte: Treppe ins Parterre. Vor 10 Uhr erschienen der Kaiser nd die Kaiserin und wurden mit endlosem Jubel begrüßt, hrend die Musik ihre Fanfaren ertdnen ließ. Der Hof be- ab ch hierauf inmitten des Gedränges auf das Parterre, auf ie für diesen Abend dem Publikum preisgegebene Bühne und vieder nah der Loge zurück und wurde auf jedem Schritte von dem Jubel der Anwesenden begleitet.

Leider ist nun seit einigen Tagen Regenwetter eingetreten. Doch ging gestern Morgens die Einweihung des Friedensbo- gens, unter welchem der Kaiser, an der 7 dige des Hofstaates nd der Generalität der Erste, hindurchritt, bei heiteren Son- enblicken vor sich; nur das für den Abend angesagte Feuer- werk des Wiener Pyrotechnikers Stuwer, dem sein bekanntes Buignon auch in Mailand treu blieb, mußte des in Strômen allenden Regens halber unterbleiben.

Rom, 8. Sept. (Allg. Ztg.) Konsulat - Berichte aus nfona melden die Ankunft Jhrer Majestät der Königin von Briéchenland im dortigen Hafen auf einem Kriegs-Dampfschiff, velches eine Quarantainezeit von sieben Tagen zu halten hat. Die Königin reist im alunghe Inkognito unter dem Namen

iner Gräfin von Missolunghi. Privatbriefe von Ankona mel- den wohl die Ankunft vou Griechischen Schiffen und daß das Berücht in Umlauf sey, der König von Griechenland werde dort rivartet, von der Gegenwart der Königin aber scheint int der Stadt noch nichts bekannt gewesen zu seyn. Am 13öten d. ist nun der Tag, an welchem der Papst im Ronsistoriuy Monsignore Fieschi und den Erzbischof von Mecheln, [Monsignore Engelbert Sterckx, als Kardinäle publiziren wird. Am Uten wird ein zweites Konsistorium gehalten, worin die neuen Eminenzen zum erstenmal in die hohe Versammlung ein- geführt werden und den Kardinalshut empfangen. Damit der Erzbischof bald wieder in seine Erz-Didzese zurückkehren könne, werden alle Forinalitäten so {nell als möglich vollzogen. Jn beiden Konsistorien werden außerdem noch viele Bischöfe kreirt, worunter einige für Deutschland. Der Papst fuhr heuie Vormittag, wie alljährlich an diesem Tage Mariä Geburt nach der Kirche S. Maria del Popolo und nahm auf dem Wege dahin das in dieser Woche dur eine neue Façade und eine prachtvolle, marmorne Vor halle vollendete Postgebäude in Augenschein. Jn den Straßen, durch welche der Papst fuhr, hatten sih viele Menschen ver- sammelt, welche, auf den Knieen laut rufend, seinen Segen an- lehten. Das Militair war auf mehreren läßen in Reih? und Glied mit fliegenden Fahnen und Musik-Corps aufgestellt. Auf qu Plabe vor der Kirche, welche die Zahl der hinstrômenven ndächtigen nicht fassen konnte, bildeten Bürger - Garden und ilitair Spalier, durch welche der Papst mit seinem zahlrei: hem Cortége zum Tempel fuhr.

Spanien.

Madrid 8. Sept. Das Ministerium is endlich consti- tuirt; Stern Ábend uni 8!/, Uhr haben dié Mitaliedes e neuen Kabinets der Königin den Eid geleistet und heute Mor-

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die Minister von 2 bis 5 Uhr versammelt, Einberufung der Cortes, die, wie es heißt,

um \ich über die am 30. Oftober stattfinden soll, und über den Unterhalt der Armee zu berathen. Der Polizei: Präfekt hat, in Folge der Ministerial - Verän-

Man bezeichnet- Herrn

derung, seine Entlassung eingereicht. Tarancon als seinen Nachfolger.

Spanische Gränze. Man schreibt aus Logroño, daß die Nord - Armee, deren verschiedene Corps sich an der Arga vereinigten, aus 50—35,000 Mann, 80 Belagerungs-Geschüßen ur.d 100 Feldstücfen bestehe. Sie sollte in der Nacht vom Vten vor Estella ankommen. Briefen aus Bayonne vom Uten zu- folge, war jedoch bis zum Vteu bei Estella noch nichts vorgefallen. Die Sentinelle des Pyrénées orientales meldet, daß die Karlistishen Truppen am 21. August in die Flecken Hospitalete, Bordeta und Sans eingedrungen seyen und ihre Vorposten bis auf Kanonenschuß-Weite von Barcelona vorge- schoben hätten.

Túrkei.

Die Morning Chronicle enthält ein Schreiben aus Konstantinopel vom 22. Auaust, worin es he'ßt: „Die von Seiten der Türkei vollzogene Ratifizirung des Handels - Trak- tais wird nicht nur unserem Handel mit ' diesem Lande eine festere Basis verschaffen, ‘als dies bisher der Fall war, sondern die Türkei wird auch, durch die großen Veränderungen, welche in der inneren Wohlfahrt dadurch entstehen, eine hdhere Stufe unter den handeltreibenden Nationen einnehmen. Der Traktat, welcher noch am Abend vor der Abreise Redschid Paschas un- terzeichnet wurde, unterscheidet sich fast gar nicht von dem, der vor zwei Jahren so entschieden von der Türkei zurücfgewiesen wurde. Obgleich es noch nicht möglich ist, eine Abschrift davon zu erhalten, so fann ih doch so viel mit Bestimmtheit sagen, daß von den Ausfuhr - Artikeln eine Abgabe von 12 pEt. und von den zum Verbrauch im Lande bestimmten Einfuhr-Ar- tifeln noch 3 pCt. erhoben werden sollen; die Transit - Artikel zahlen, wie ih glaube, dasselbe, wie fcüher. Die Erzeugnisse des Landes sind daher bis zu dem Augenblicke, wo sie zur Aus- fuhr oder zum Verbrauche kommen, von allen Abgaben frei, und den fremden Waaren ist die freie Circulation im ganzen Lande gestatiet. Die Abgabe von 12 pCt. von Ausfuhr - Arti- feln mag im ersten Augenblick hoch erscheinen , allein dies ist nur scheinbar, denn früher betrugen die inneren Abgaben von manchen Artikeln 30, 50, ja 100 pCt. Die Regierung wird dabei gewinnen, denn da die Einsammlung dieser Einkünfte bisher an die Nascha's und Gouverneurs der Provinzen ver- pachtet war, so gelangte nur ein kleiner Theil davon in den Schab. Da aber jet die Produzenten von den Abgaben be- freit und dieselben von den fremden Käufern oder Konsumenten entrichtet werden, so wird die Production ungeheuer zunehmen. Jn dem Preise der Seide, dieses wichtigsten Erzeugnisses der Túrkei, muß nothwendig eine beträchtlihe Reduction eintreten. Dasselbe wird mit den Farbewaaren und dem Opium stattfin- den, die beide bisher zu den Monopolen gehörten.“

Inland.

Berlin, 20. Sept. Feuerschaden. In der ver- gangenen Nacht brach nach 11 Uhr in Lichtenberg Feuer aus, wodurch 2 Bauerhöfe und 1 Kossäthenhof in Asche gelegt sind. Den herbeigeeilten Sprißen gelana es, gegen 2 Uhr des Feuers in so weit Herr zu werden, daß keine weitere Gefahr für den Ort zu befärchten war. Ueber die Entstehung des Feuers hat sih bis jeßt nihts Weiteres ermittelt lassen, als daß dasselbe hinter dem einen der abgebrannten Gehöfte, wo kiehnen Strauch gelagert war, ausgebrochen is und sich sofort dem nächststehen- den Gebäude mitgetheilc hat.

D D D L E T

Danzig, 12. Sept. Schifffahrt. Im August sind

eingegangen ausgegangen in Pillau 90 (57) £5 (5) Schiffe » Memel 88 (74) 124 » » Danzig 173 (133) 213 » » Elbing 2 (1) 5 »

Die eingeklammerten Zahlen zeigen an, wieviel von den vor- stehenden Schiffen bloß Ballast geladen hatten. Mehrere bei Befahrung des Drausen - See's vorgekommene Unglücksfälle, welche hauptsächlich darin ihren Grund haben, daß die dazu gebrauchten Fahrzeuge, die sogenannten Lodjen, in den Borden zu s{hwach und an beiden Enden zu stumpf und zu niedri sind, haben die Danziger Regierung veranlaßt, eine zweckmäßi- gere Bauart fär dieselben und andere Polizei - Maßregeln „/ be- sonders eine Revision und Bezeichnung der tüchtig befundenen, vorzuschreiben.

Liegnis, 17. Sept. Kloster-Gesellschaften. Jn dem Jungfrauen- Stift der reuigen St. Maria Magdalena zu Lauban legten am 23sten v. M. vier Kandidatinnen nah voll- endetem Noviziat ihk Ordens: Gelübde mit Einschluß des beson- deren Gelúbdes der Krankenpflege ab, wodurch nunmehr die Zahl der Konventualinnen bis auf 18 vermehrt ist.

Aachen, 14. Sept. Vermischte Nachrichten. Hat in dem hiesigen Regierungs-Bezirk auch der Roggen häufig dur Nässe gelitten, hat er nicht überall ganz trocken einge: \cheuert werden können und mag er hin und wieder im Felde bei der nassen Witterung schon gekeimt und ausgewachsen seyn, so kann die Roggen - Aerndte doch größtentheils eine ganz befriedigende ge- nannt werden. Dagegen war sie beim Weizen überall eine mehr als mittelmäßige und ebenso bei der Winter- und Som- mer-Gerste. Der Buchweizen ist an manchen Orten zu {nell gereift und läßt darum nur einen mittelmäßigen, der Sommer-Saame dagegen einen vorzüglichen, für das Miß- rathen des Winter-Saamens entschädigenden Értrag erwarten. Zum größten Theil ist der Hafer in den nördlichen Kreisen in einer sehr befriedigenden Quantität und Qualität schon einge- bracht, und- wo er noch nicht so weit ist, verspricht er ein gutes, ja mitunter vorzüglich reiches Resultat. Jn den südlichen Kreisen Montjoie, Eupen und Malmedy sind die Sommerfrüchte noch weit von der Reife entfernt und. lassen bei länger andauerndem Regenwetter von der Hafer-Aerndte eben so wenig als von der Heu- Aerndte hoffen. Bei Erbsen, Bohnen und Kartofs- feln is die Aussicht ziemlich gut, aber durch bessere Witterung bedingt. Die Garten-Gemüse sind allenthalben gut gera- then und im Ueberfluß vorhanden; der Marktpreis derselben

kelenz ist die Flahs- Aerndte recht gut ausgefallen und einige Ve im Scidenbau haben Fortgang. Der Roggenpreie auf hiesigem Markte, welcher bis auf 2 Rthlr. 2 Sgr. 2 Pf. pro Scheffel gestiegen- war, hat sich auf 1 Rthsr. 24 Sgr. 6 Pf. R r während der Weizen, welcher zu Anfang des Monats zu 2 Rthlr. 21 Sgr. 9 Pf. stand, am Ende des Monats zu 3 Nthlr, 2 Sgr. 8 Pf. notirt geblieben is. Der Handelsverkehr jet m Allgemeinen etwas mehr Schwung gewonnen und die b- thätigkeit ist im Steigen, da der sich gleichbleibende Cours der taats-Papiere das Vertrauen zur Fortdauer des Eurepäischen Frident vermehrt und zur freiern Verwendung der Betriebs-

apítale ermuniert.. Dec Fremden- Verkehr wäßrend des vers- flossenen Monats war äußerst lebendig, ja lebhafter als er seit langer Zeit gewesen. Die hiesigen und Burtscheider Bäder wurden ziemlich zahlreih besucht und, ungeachtet des ungünsti- gen Wetters zum Reisen, fanden sih doch bei dem hier auf der Brander Haide am 27sten und 20sten stattgefundenen Wett- rennen viel mehr Zuschauer und Liebhaber ein, als zu erwar- ten war, seitdem die Wettrennen auch in Brüssel, Lüttich und Dússeldorf gleichsom jährlich feststehend geworden sind. Am 27stten ward zu Robertville, Kreises Malmedy, der Grund- stein zu einer neuen Kirche gelegt. Ueberhaupt werden die Kirchen-, Pfarr- und Schulhaus-Bauten gegenwärtig mit Eifer und Liebe betrieben. Wo die Gemeinden nur die Aussicht haben, die Baukosten in Terminal-Zahlungen mit bil- ligen Zinsen abtragen zu können, sind sie gern dazu geneigt, und übershäten sogar zuweilen ihre eigenen Kräfte.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Berlin. Am 16. September fand der Gehülfe der Berliner Sternwarte, Herr Galle, mit dem großen Rcfraktor in der Gegend, in welcher der Komct erwartet wird, einen sehr schwachen Nebel vou etwa 2 bis 3 Minuten Durchmesser, der während einigen Stunden fortzurücken schien. Der Unterschied des Ortes von der durch Herru Bremiker vorausberechneten Ephemeride betrug in der geraden. Aufs steigung 2/2 Minuten, ín der Declination 1/2 Minuten, um welche die Ephemeride beide zu groß Wb. Am folgenden Tage fand sich ciu ganz ähnlicher Nebel an der Stelle, wohin der Komet indessen forts gerückt scyn solite. Der Unterschied mit der Ephemeride war vou leiher Größe. Wenn, wie diese Umstände vermuthen lassen, der ge- ehene Nebel der erwartete Komet war, so haben sich die Berehnuuu- geu des Herru Bremiker auf das schönste bestätigt.

Die ungemeine Lichtschwäche des Objektes, die keine der genaue- ren Arten der Beobachtung gestattete, macht es im höchsten Grade zweifelhaft, daß der Komet mit weit schwächeren Justrumenten auf anderen Sternwarten schon so viel früher, wie einige öffentliche Be: CREEGONEREE es versicherten, gesehen worden e sollte. Buch bes stärken die näheren Angaben über die sehr verschtedenen ODerter, wo der Komet erschienen scyn sollte, Feden, der etwas genauer darauf eingeht, in ber Vermuthung, daß die Beobachter schwache Sterne und Nebel mit dem Kometen verwechselt haben mögen, obue hinlängliche Ueberzeugung von ihrer Bewegung erhalten zu haben.

E.

B erli ar Dres Den 20. September 1838.

Amtlicher Fonds- und Geld-Caurs-Zettet.

S| Brief. “Gala S Bre | “Geld. St.-Sehuld-&Web. |4| 103!/; | 1022/4 [Ostpr. Pfandbr. |34| 100 1005/ Pr. Kngl. Obl. 30,| 4| 103! E 1023/4 arif Pfandbr. |4| /8 Mt PrämSch.d.Seeb.|—| 67 661/, f do. do. [3j 101/, | Kurm.0bl.m.1.C.|4| 1035/, } 103!/g [Kur- a.Neum, do.|32 102!/, 1013, Nu. Int. Sch, do.| 4| 103!/ chlesischs do. 4] 1043/ Berl. Stadt - ObL|4| 1033/, | 1031/4 [Rückst. C. und Z. G Königsb. do, i‘ aa “s Sell. d. Ks e N. 953. ——— Elbinger do. 43] Gold al marco |—| 2151/7 | 2141/, Dauz. do. io Th.|—| 49 —=- Neus Docaten |—| 181/, ais Westpr.Pfandbr.{4| 1015/g Friedricbsd’or |-| 137/12) 131/14 do, do. |3}| 1007/, | 1003/4 jAnd. Goldmün. Grossb. Pos. do.| 4| 105! /, —_ zen àè d Thl |-| 135/,ck 12! 1, Ostpr. Pfandbr. |4| —— 11015/s Diacouto bié A d 4 e Wechsel-Cours. Tue, ‘u 20 Byr. rief. } G d. Amsterdam ÉS ris dabies 250 Fl Lurz 4 l pee d e 0 eee. 00. 250 FI. 2 M. 140%, C E epo v o ube 300 Mk. Kurz 151 l «av do. odo.) o... 200 Mk. 2 Mt. 1503/; R Lendon doe... eee... 1 LSt. 3 Mt. 6 23/5 —_— D L A bl ecoi bia a C Red 300 Fr. 2 Mb 80!/ 4 Zeus, Wien in 20 Xe. «ooooooo. 150 Fl 2 Mt. 101!/, lis Augsburg «o... 0.0... ». 150 Fl 2 Mit. 10! | Broulan ooooo 00600 100 TuL 2 Mt. 99!/, ide Leiprig «e... .... lte abu Ce 100 Tul. 8 Tage 102 Frankfurt a. M. WZ. ...... 1350 Fl. 2 Mi, 1013/, | Peteraburg «ooo o cane cer 100 RbL 3 Woch, | 30!/, Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Schuld 8318) q. Do do, 1 ¡ederl. wirkl. Schu 16° lo do. 1017/,. Kans- 24/9 S S a. 187/31 f Passìve —, ‘Ausg. Sch n Zina O _. 0 n

Preuss. Präm.- . OQesterr. Met. —. Antwerpen, 14. September. ZinsL. 53/4. Neue Anl, 183/,.

. Franksurt a. M., 17. September.

Oesterr. 59/7 Met. 1065/2. G. 4#%/5 100!/,. G. 21/,0/0 N95 Br. 1% 253%/,. Br. Bank - Actien 1724. 1722. Pee OIT 151!/¿. G. Loose zu 500 FI. 126. 1253/,. Loose zu 100 FI. 269!/,. G. Preuss. Prám.-Sch. 663/,. G. do. 4v/, Anl. 103. G. Poln. Loose 665/,. 663/,. 59/0 Span. Anl. 9. 8?/g. 21/,9/ Holl. 53!/,. 53.

Visnenbahn-Actien. St. Germain 760. Br. Versailles rechtes Ufer 670. 665. do. linkes Ufer 525. 520. Strassburg - Bazel 385. Br. Bordeaux - Teste —. Sambre-Meuse 440. 435. Leipzig-Dresden 981/,. G. Köln- Aachen 100. Br. Comp.-Centrale

Hamburg, 18. September. Bank-Actien 1430. 1427. Engl. Russ. 108?/.. 59% Port. do. 3% Neue Anl. —.

Paris, 15. September. 5% Rente’fin cour. 109. 50. 3V/o fin cour. 80. 9%. fin cour. 100. 30. Portug. -—.

59/4 Span. Rente 20/4. Paséiíve Aus aa

Wien, 13. ‘September.

2512 lGgankAntien 2: Neue Anl B00 Tf S 2/10 Dae Lo

gea nahmen sie Besig ‘von ihren Portefeuilles. Heute waren

erhält sich jedoch ziemlich hoh. Nicht weniger ergiebig zeigen sich die Futterkräuter, Klee und Grummet. Jm Kicite EËr-