1838 / 268 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ger hinaus und durchwanderte dasselbe zu Fuß. Mit der den Französischen Seldaten eigenen Geschiklichkeit waren zahlreiche Decorationen und Trophäen improvisirt. Der Prinz unter- hielc sich mit Offizieren und Soldaten und ließ darauf manô- vriren. Nachmittags besuchte der Herzog die Hospitäler, gab Abends ein glänzendes Bankett und eröffnete den Ball auf dem Stadthause mit Dlle. Armand, der Tochter des Deputirten von St. Omer.

General Jacqueminot hat unterm löten ein Schreiben an die Wähler des ersten Pariser Bezirks erlassen, worin er für die zum 3. Oktober anstehende ersucht. y z

Zwei in der Provinz vorgefallene Bankerotte machen viel Aufsehen. Der Direktor der unlängst gestisteten Kommerz- und Industrie-Kasse zu Lyon, Jean Berard, is pldblich verscwun- den; er hatte alle Journale in der Hauptstadt und der Pro- vinz mit Annoncen und Prospektus angefüllt; unlängst jedoch sollen die Actionaire einige Besorgniß geschöpft haben, wie es wohl mic ihren Kapitalien stehen möchte; der Direktor fand es für gut, sich der drohenden Untersuchung zu entziehen. Zu Aix hat Herr Loubon, der an der Spite der dortigen Actien- Banéëé stand, einen Defekt von 1,200,000 Fr. gemacht. Bei der Revision der Kasse fand man wenig Baares, aber Loose aus verschiedenen Lotterieen zum Betrage von 500,000 Fr.

Der Geschäftsführer des „Messager““ ist in Folge der von Herrn Gisquet angestellten Klage vorgestern vor dem JInstruc- tions: Richter erschienen.

Das Journal des Débats theilte gestern mit großem Wohlgefallen ein Schreiben aus der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 15. mit, worin ein Freund des Prinzen Louis

- Bonaparte demselben zu Gem“the fährt, in welche faische und

seines Namens unwärdige Sccüung er sich, sowohl Frankreich als der Schweiz gegeuüber, verse6t habe. Heute enthält es wieder cinen sehr drohenden, kriegerish lautenden Artikel, worin úbcigens der Handel in einem neuen Tone besprochen wird. „Was es mit dem Schweizer Bürgerthume Louis Na- poleon’s für eine Bewandraiz in Rechr und in der That hat, darüber if kein Wort mehr zu verlieren. Die Frage teilt ich heute andecé: Ob die Schweiz allen Unrußhetäfiern, welche ge-

en die Nachbaritaaren etwas (m Schilde führen. zur Zuflucht Fücte, zum Stelldichein dienen wil. Denn dahin komiart es, wenn fie die Ausweisung Louis Napo!eon's verweigert. Wir reden ni<t aus Vecwuchung, noch aus blopem Hôrensagen. Wir versichern für ganz bestimmt, daß die Jtaliänischen Flücht- linge Mazzini und Gebrüder Ruffini sich wieder in der Schweiz befinden. Nicl,t minder wird es uns höchst wahrscheinlich, dap die befanntesten Háuptec der Contumacircen vom April- Prozeß her wieder mit dem Plan umgehen, chn vielleicht in diejem Augenbli> bereits ausgeführt haben, sich in der Schwetz zu sammeln und ein Comité-Directeur niederzusezen. Wir wissen re<t gut, man wird dies anfangs hartaä>ig ableugnen, allein die Bestätigung wird nicht ausbleiben. So macht der Sáú,uß, welchen die Schweiz Einem gewährt, allen jenen unverbesserlichen unruhigen Köpfen neue Hossnung. Mögen die Einsichtsvollen, die Friedliebenden in der Schweiz dies bedenken; wir vertrauen no< immer, man wird sich zum Rechten entschließen, nicht aus Mangel an Muth, einer grdßeren Macht gegenüber, sondern aus Alt-Schweizerischer Rechtschaffenheit und Treue gegen den Nachbar. Doch hat die Franzdösi\che Regierung auf jeden Fall ihre Maßregeln genommen ; zu Lyon, zu Besançon, zu Belsort werden in diesem Augenblicke Bataillone auf den Kriegsfuß ge- seht. Wir kdnnen nicht oft genug warnen, daß man in der Schweiz die Declamationen unserer Oppositions - Blätter nicht fár den Ausdru der Stimmung in Frankreich ansehe. Man lasse sich dur seine augenbli>liche Gereiztheit nichr verleiten, dec Französischen Regierung böse Absichten gegen die Schweiz zuzutrauen. Die Schweiz ist unser Bollwerk; wie sollten wir ihre Erniedrigung wünschen? Welchen Gefallen köônn- ten wie an der Vemüthigung eines tapferen und ehrenhaf- cen Volkes finden, welches von jeher mit uns verbündet gewesen, mit welchem wir wichtige und unzählige Jnteressen gemein haben. So leichtsinnig bricht Frankreich seine Freund- schascen nichr. Was wir gegenwärtig von der Schweiz verlan- gen, wäre sie seibst in ähnlichem Falle von jedem ihrer Nach- harstgaten zu fordern berechtigt, und Frankreih würde es ihr ohne Widerrede bewilligen. Auf dieses vollkommen gegenseitige Recht gründen wir unsere Forderung, nicht auf unsere Macht, nicht auf unsere Bayonnette. Ein Krieg mit der Schwciz wäre ein großes Uebel au für Frankreich; aber das größte Uebel fär einen Staat ist, sein Recht fordern und nicht erhalten.““

- Es sind Nachrichten von Martinique bis zum 12. August eingetroffen. Der Gouverneur, Contre-Admiral de Moges, hat die Sitzung des Kolonialrathes am 1. August mit einer langon Rede eröffnet. Dieselbe beginnt mit der tröstlichen Versicherung, es sey des Königs Wille, daß die Kolonieen nicht zu Grunde gehen sollen. Der Gouverneuer freut sich der O schenden Ruhe, berührt in sehr s{<onenden, verblümten Aus- drúcken die Frage der Neger-Cmancipation, und giebt beruhi- gende Auskunft über den Stand der Finanzen der Kolonie. Auch wird Hoffnung gemacht, daß der Handels - Verkehr mit dem Amerikanischen Festlande erleichtert, und Martinique zum Stapelort ausersehen werden soll. Ganz zulegt ist von den Zucker - Zöllen die Rede; allein hier scheinen die Verheißungen des Gouverneurs die Versammlung nicht besonders befriedigt zu haben; denn außer der Antworts - Adresse auf diese Rede, welche die Klagen der Kolonie sehè nachdrücklich zusammen faßt, i am 11. August noh_ eine besondere Adresse an den König votirt worden : „Sire! die Kolo- nisten von Martinique bringen ihre Klagen, bringen den Noth- schrei eines ganzen Landes an die Stufen des Thrones und bitten um Gerechtigkeit. Alle L an dem Schuß, der von dem Throne ausgeht, gleichen Anspruch, gleichviel, ob ihre Heimath im Mutterlande, oder jenseit des Meeres ist. Durch ungerechte, mißbräuchliche Zollan\äße wird unser Wohl- stand untergraben, das Erzeugniß unseres Bodens zu Gunsten Anderer entwerthet, unser Kredit ruinirt, unsere Häfen und Rheden liegen dde; Niemand kommt abzuholen, was wir erzeu- gen, und zu bringen, wessen wir bedurfen; der Mangel ist vor der Thúr. Sire, von Jhrer Weisheit und Gerechtigkeit erwar- ten wir \hleunige, nahdrü>kliche Hülfe. Wir bitten, den auf unserm Zueker lastenden Einfuhrzoll um 20 Frs. auf je 100 Ki- logramme herabzusezen und uns die Ausfuhr von 30,000 Fäs- sern Zu>ker nah fremden Häfen, sey es* unter Französischer, sey es unter fremder Flagge, zu erlauben. Dieser Hülfe bedürfen

wir in unserer dringenden Noth, um nur unsern Bestand bis zu dem Tage zu fcisten, da uns volle Gerechtigkeit zu Theil werden soll.’ Der Kolonialrath hat die beiden bisherigen Delegirten, den Baron Cools aus der Kolonie und Herrn Charles Dupin zu Paris mit großer Stimmen - Mehrheit wie- der gewählt:

Neuwahl um ihre Stimmen !

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Großbritanien und Jrland.

London, 22. Sept. Vorgestern sind Jhre Belgischen Ma- jestäten von Windsor nah Ramögate abgereist, wo sie sich ge- stern an Bord des Paketboots „Widgeon““ nach Ostende ein- \chiffen wollten. ; L

Der Prinz George von Cambridge geht heute von Kew nah Falmouth ab, um seine Reise dur< Europa anzutreten. Zunächst begiebt Se. Königl. Hoheit sich nah Gibraltar. Der Herzog und die Herzogin von Cambridge wollen eine Reise nah Schottland machen.

Gestern fand die halbjährliche Zusammenkunft der Eigen- thúmer von Bank-Fonds satt, und es wurde in derselben eine

| Divitende von 4 pCt. erklärt.

In einer Eisengießerei zu Newton, an der Eisenbahn zwi- chen Liverpool und Manchester, ist am 17ten d. ein Dampfkes- sel gesprungen, wodur< 6 Arbeiter auf der Stelle getödtet und die anderen gefährlich verwundet wurden.

Gegen die Vertheidiger der Korn - Geseße, welche sich be- sonders darauf berufen, daß mit den Brodpreisen auch der Ar- beitrslohn zu steigen pflege, führt der Spectator an, daß im September 1835 der Durchschnittspreis des Weizens 41 Sh. 9 Pee. fúr den Quarter betragen habe, im folgenden Jahre 49 Sh. $8 Pce., dann 58 Sh. 4 Pce., endlich in diesem Jahre

| 73 Sh. 2 Pce., so daß also der Unterschied zwischen dem ‘Preise cines Quarters Weizen in den Jahren 1839 und 1838 sich auf |

| 31 Sh. 5 Pce. oder auf 75 pCt. belaufe; der Arbeitslohn mußte | | also, wenn

17 Sh. 6 Pce. betragen, da er im Jahre 1835 auf 10 Sh. gestanden habe; daß aber dem nicht so sey, wisse jedes Kind. Das aenannte Blatt weist dann ferner nach, daß bei der jebi- gen Lage des Handels und bei den nächsten Aussichten für. den-

jelben au< fein Steigen des Arbeitslohnes zu erwarten ley. |

Die Zôlle vom fremden Weizen sind übrigens, wie man erwar- tete, da der Du: chichnittspreis geitern schon gefallen war, bereits von 1 Shilling wieder auf 2 Sh #8 Pce. fär den Quarter in die Hôhe gegangen, und man «alaubvr, daß ein ferneres Fallen 2s Durchlchniterpreises die Zdie bis nächsten Donnerstag auf 3, wo n<hr auf i) Sh. 8 ‘Pee. hinaufgetrieben haben wird. Die Zufuhc von Englischem Weizen war zwar an den gestrigen “¿artten nur gering, desto stárfer aber die von fremdem; beide Urien waren zu den leren Yeontagspreijen sehr gesucht. _ O'Connell hat einen dritten Brief an das Jrländijcze Bo!k erlassen, worin er dasselbe besonders vor den Englischen Radùi éalen warnt. Den guren Absichten der Minister läßt er vou tommene Gerechtigkeit widerfahren, \priht aber die Meinung aus, daÿ sie zu {wach scyen, um gegen die Tories etwas auë- richten zu können, und daß daher tecn dauernder Vortheil súr Jrland aus der jeßigen Verwaltung entsprießen dürfte, weil, wenn die Tories morgez ans Ruder kämen, Alles von ihnen würde umgestürzt werden, was Jrland durch den Marquis von Normanby und Lord Morpeth gewonnen habe. Dies scheint dem Courier etwas übertrieben, dieses Blatt glaubt vielmehr,

daß au<h ein Tory - Ministerium nicht so leiht im Stande seyn würde, die Segnungen wieder zu vernich-

ten, welhe Jrland dem jeßigen Ministerium verdanke. Eben so widerwpricht dasselbe den Ansichten .O'Connell's von den Englischen Radikalen und räth ihm, nicht so thdrichte Ver- sammlungen „- wie die in Birmingham und auf dem Palace- wt in London, für die wahren Repräsentanten der Radikal- Reformer zu halten; wie wenig Anklang die Tendenz - der Attwood-O*Connorschen Agitation: unter den arbeitenden Klassen in England finde, das gehe daraus hervor, daß faum 30090 Jn- dividuen auf dem Palace-Yacd sich eingefunden hätten; die ech- ten Radifal - Reformer, denen es wahrhaft um das Wohl des Landes zu thun sey, würde Herr O’Connell gewiß -auch stets als Freunde Jrlands sich bewähren sehen, und er möge nicht darauf ausgehen, die Reform - Partei noch mehr unter sich zu zerspalten, damit man _ nicht am Ende, als Seitenstúc? zu dem für gewisse Englische Staatsmänner sehr passend von ihm er- fundenen Ausdrucke „Tory - Radikale‘/, ihm selbst den Namen eines „Orangist-Repealer“/ gebe. :

Der hiesige Courier erwähnt jeßt auch der Nachricht, welche das in New-York erscheinende Französische Blatt „„l’Esta- fette,‘ worin die Geseßzlichkeit der Französischen Blokade von Mexiko besonders eifrig verfochten wird, kürzlich mittheilte, daß nämlich der Befehlöhaber des dortigen Französischen Geschwa- ders bereits Instructionen für den Fall eines wirklichen Aus- bruhs von Feindseligkeiten erhalten dabe, und daß nach einer in dicsen Instructionen enthaltenen Bestimmung angeblich alle Kaper unter Mexikanischer Flagge als Piratenschisse betrachtet und behandelt, das heißt, daß ihre Mannschaft gehängt werden solle, wenn nicht zwei Drittheile derselben aus Mexikanern be- stánden. Jndeß fügt das genannte Blatt hinzu, es müsse erst hessere Autorität für diese Nachricht haben, als die jener New- Yorker Zeitung, ehe es daran glauben könne, daß die Franzd- sische Regierung so grausame Instructionen erlassen haben sollte. „„Denn,“? fährt der Courier fort, „wenn ein Krieg zwischen Mexiko und Frankreich ausbräche, so würden alle Kriegsschiffe und Ka- per, die in den Mexikanischen Häfen ausgerüstet werden möch- ten, jedenfalls hauptsächlich mit Britischen und Nord-Amerikani- schen Seeleuten bemannt werden, die der hohe Sold locken würde, in Mexikanischen Dienst zu treten. Die ganze Marine der verschiedenen Súd- Amerikanischen Staaten hat jeßr Englische und Nord-Amerikanische Offiziere und Seeleute. Kann man nun wohl einen Augenbli glauben, daß England oder Nord-Amerika diese Leute ohne Weiteres ganz geduldig außerhalb deë Völker- re<ts wúrde stellen lassen? Unser Botschafter in Paris hat auch gewiß schon die Instruction erhalten, sch zu erkundigen, ob jene Nachricht wahr ist. ‘“ ;

Nach Berichten aus Demerara vom 5, August ist der Tag der vollständigen Emancipation der Neger dort eben so alúlich vorübergegangen, wie auf den Britisch - Westindischen Inseln; er war für die Neger ein Freudenfest, welches auch nicht durch die geringste Ruhestörung getrübt wurde; nur über den Tarif des Ärbeitslohns herrschen no< Differenzen zwischen den Pflanzern und ihren bisherigen Lehrlingen. Die Neger verlangten 10 Dollars für den Monat, was. einige Pflanzer auch geben wollten, andere aber verweigerten; diese Forderung ist etwas höher, als die der Neger auf Jamaika. Das Beneh- men der freien Neger wird übrigens sehr gelobt, und man scheint von der Uneinigkeit über den Arbeitslohn keine schlimme Folgen zu erwarten, sondern einer baldigen chlichtung dieses Streits entgegenzusehen. Dagegen soll, den Zeitungen von St. Lucia zufolge, unter der Sklaven-Bevölkerung der enachbarten Französischen Kolonie Martinique die Aufregung lear groß seyn. Die Französische Regierung hatte úbrigens , als orbereitung zu einer umfassenderen Emancipation, 200 Sklaven, die bei den öffentlichen Arbeiten verwendet wurden, die Freiheit gegeben.

Den neuesten Nachrichten aus Kanada zufolge, die bis

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er in demselben Verhältniß gestiegen wäre, jeßt | eingegangene Verpfüichtungen gegen

" den Professor Dr. Fuchs bestimmt,

gegen Ende Augusts reichen, befand sich Lord Durham noch in

| Montreal und hatte die Gouverneure der verschiedenen Nord-

Amerikanischen Kolonieen aufgefordert, dorthin zu fommen, un sich mit ihnen über den jeßigen Zustand der Britischen Besißun- gen in Nord-Amerika zu berathen.

Die Nachrichten aus Havaña gehen bis zum 10. August, Die im „„Courier“/ vor einigen Tagen enthaltene Erklärung, daß das Gerücht von einer dort entdeten politischen Verschwd; rung ungegründet sey, erweist sich nun doch als voreilig, denn dieses Blatt meldet jeßt selbst, daß, den leßten Berichten zu: folge, die Rädelsführer jener Verschwörung sih im Gefänçniß befänden, und daß man neue Unruhen befürchte. Nach Puerto Rico, wo es au<h unruhig war, hatte man von Cuba 6g Mann Truppen abgesandt, und in einigen Tagen soliten noch 409 folgen.

Deutschland.

Mänchen, 22. Sept. JI. MM. der König und di Königin sind am 29. September Vormittags von Mündchg nach Berchtesgaden abgereist. i

Wie die Allgemeine Zeitung meldet, is dem auf de Veste Oberhaus bei Passau gefangen fisenden ehemaligen Pro- fessor und Bürgermeister , Hofrath Behr, dur Königliche Gnade gestattet worden, bei Tage unter Begleitung einer litair:Ordonnanz sich im ganzen Umfang der Stadt Passau zu bewegen und aufzuhalten. :

Nach der Neuen Würzburger Zeitung haben fcüher die Universität Göttingen den Ruf als ordentlicher Professor an die medizinische Klinik nah München abzulehnen,

Se. Majestär der König har an den ersten Bärgermeister der Stadt Augsburg folgendes Schreiben erlassen : Herr ersier Bürgermeister Þr. Carron du Val! „Jch habe das Schreiber vom 160. September empfangen, mit welchem Sie Mir und Meiner vielgelicbten Gemahlin, der Königin Majestät, die von der Stadt Augsburg zur Srinnerung an das dicsjährige Uebungs Lager bei Augsburg geprägte Denkmünze überreichen. Jch habe es lebhaft bedauert, daß Meine, Gorilob nur kurze

| Unpäßlichkeit gerade in den Zeitpunkt fallen mußte, wo die grö

ßeren Uebungen der Truppen statthaben sollten, denen Jch bei: zuwohnen gedachte, uud wobei Mir das Vergnügen geworden wäre, unter den getreuen Bewohnern Augsburgs länger zu ver- weilen. Empfangen Sie, Herr Bürgermeister, Meinen Dank für die im Namen der Stadt Mir ausgedrückten Gesinnungen, welche werthhaltend Jch gerne erwiedere mit der Verficherung Mecner Kduiglichen Gnade. München, 17. September 1838 Ludwig.“ E L Stuttgart, 21. Sept. (Deutsch. Cour.) Seit Wieder- erdffnung des Landtags ist die Kammer der Abgeordneten mit Berathung des Gese - Entwurfs úber Kompetenz der Gerichte in Strafsachen beschästigt. Geseß und Verhandlung bieten we- nig allgemeines Jateresse dar. Alles wartet darauf, in welchem Zustande der Gejez-Entwurf über Entschädigung fär Wildschaden von der ersten Kammer zurückkommen wird. 4 Freiburg, 17. Sept. Seit zwei Tagen sind zur Vers sammlung der Deutschen Naturforscher Und Aerzte unter An: deren eingetroffen: Sace aus Neuchatel ; Tribolet aus Bern; Dr. Chevalier, Professor aus Paris; Prinz Karl Bonaparte von Musignano ; Bucland aus Oxford; de Candolle aus Genf; Strauß-Türkheim aus Paris; Dr. Wilhelm Arnold aus Zürich; Professor Stdber aus Straßburg ; Lardy, Bergrath aus Lau- sanne; John Bachmann aus Nord - Amerika; J. H. Fichte, Professor aus Bonn; Campbell, Chemiker aus Manchester; W. S. Macfarlane, Chemiker aus Glasgow; W. P. Schim- per, Naturforscher aus Mühlhausen ; Dr. Munfe aus Heidel: berg; Nr. Puchelt aus Heidelberg; Dr. J. Heine aus Kann- statt; Dr. Vogel, Professor aus Múnchen; Omalius d’Halloy aus Namur; Dr. Treviranus aus Bonn. DBis heute Abends sind etwa 350 Mitglieder eingeschrieben; darunter befindet si au< der Gründer dieser jährlichen Versammlung, Oken. Für das Unterkommen der zahlreichen Gäste ist aufs beste gesorgt.

O esterrei dch.

Wien, 21. Sept. Die Mailänder Zeitung von liten d. M. enthält ein tabellaris<h geordnetes Verzeichniß der Summen, welche von den Städten und Landgemeinden de Lombardei zur Feier der Krönung Sr. Majestät Kaisers Fe dinand I. als König des Lombardisch-Venetianischen Königreid/ oder der Anwesenheit des Monarchen, oder Seiner Durch

auf ihrem Gebiete, sür Feste und dfsentliche Freudenbezeugu j

gen, vorzüglich aber, nach dem von Sr. Majestät geäußert Wunsche, zur Gründung gemeinnübiger Anstalten und Stiftun gen bestimmt worden sind. Noch ehe diejes Verzeichniß ant lich bekannt gemacht worden war, theilte ein Korrespondent die „Allgemeinen Zeitung“/ in Mailand unter der Aufschrift: „Krb: nungs-Budget der Lombardischen Provinzen“ Folgendes daräbet mit: „Mailand, 6. Sept. Jn meinen bisherigen Briefen vet suchte ih, Jhnen ein shwaches Bild von den Festlichkeiten zu geben, welche die Anwesenheit des Kaisers hier und am Comet see bezeichneten; später hörte ich von dem bedeutenden Kosten Aufwande, der hierzu nöthig war, und weder von den städti hen Behörden, no<h von den Privatleuten und Gemeinden gescheut wurde. Dies führt mich auf den großen Reichthuw dieses Landes, der denn bei solchen Gelegenheiten sich am glän- zendsten kundgiebt, dem aufmerksamen Beobachter aber auch ik gewöhnlichen Zeiten nicht entgehen kann. Die Prachtliebe der Jtealiäner war von jeher weltkundig; allenthalben, um mit Dantt zu sprechen: tra Feltre e Feltre, finden sih Spuren hiervon ; dit kleinste Stadt is reih an prachtvollen Kirchen, großen Pal sten, endlosen Garten-Anlagen und den reizendsten Villen. Frei: lih hat späterer Unfall manche von diesen Bauten zu maler chen Ruinen umgestaltet, die Wasserleitungen getro>net, dic Parke verwildert, die s{dönsten Kunstwerke gebleicht und mit hun dertjährigen Staubschichten überzogen, und nur in den durch dén gläubigen Sinn des Volkes gewahrten Kirchen keinen Eingang funden. Dies gilt besonders im untern Jtalien. Nichr ohne Wehmuth vermag man den klassischen Boden Umbriens , das Latinergebirge und die idyllishen Gestade des Tyrrhenischen Meeres zu betreten, die in der tiefen Ruhe ihrer Umgebung jedwedem frishen Aufshwunge für immer entzogen scheinen. Fast möchte man glauben , es habe sich alles Leben nach den nôrdlichen Theile der Halbinsel gezogen. Die Lombardei leu<: tet hierin besonders voran. Hier is Alles Bewegung und Thä tigkeit. Dasselbe Gefallen an Kunstwerken und reichen Lebens verhältnissen findet in den unerschödpflichen Hülfsquellen des Lan des, dem ausgedehnten Grundbesize der höhern Stände, in del regen Betriebsamkeit der Mittelklassen und einer fast Allen eigen thumlichen weisen Sparsamkeit, besonders aber in den frühzeitig ausgebildeten städtischen Verhältnissen und der trefflichen Gemeinde Verfassung, vielfachen Vorschub und mehr als hinreichendé Mitte

her Befriedigung- So darf es nun nicht Wunder nehmen, wenn ie Stadt Como allein, mit einer Bevölkerung von faum mehr als 13,000 Seelen, für den feierlichen Empfang des Kaisers 30 000 Lire anweisen und überdies eine Summe von 105,090 aure zu Weren von dauerndem Nusen bestimmen konnte. Jn ‘leichem Sinne haben alle Lombardischen Städte und Gemein- theils für äußeres Gepränge, so wie es die Gelegenheit erheischte Und die Mittel gestatteten, theils für fortdauernde Denkmale und Werke der Menschenliebe fürgesorgt, um in dop- pelter Weise die Anwesenheit und Krönung Kaiser Ferdinand's y feiern. Von Wien aus war nämlich angedeutet worden, daß - Kaiser sich jedes Uebermaß von Prunk verbitte, und dafür gern gute und fär das Wohl des Landes gedeihliche Werke ins Le- jen treten sehe. Die Städte und Gemeinden beeiferten sich als- (ald, dem Kaiserl. Willen nachzukommen. Personen, wel en ine genaue Kenntniß des Landes und der hiesigen Verhältnisse ¡erúber ein Urtheil gestattet, können den Scharfblic der emeinden und städtischen Behörden, den praktischen Sinn, der úberall gleich das wahre Bedürfniß erkannte und zur Auf- ringung der Mittel Rath wußte, nicht genug rühmen. Ïn unglaublich kurzer Zeit hatten Städte und Gemeinden ihren Plan entworfen und die bendthigten Geldmittel angewiesen. elche Fülle von Reichthum, administrativec Gewandtheit und rattishem Verstande die Lombardei in sich schließe, wurdé jebt e klar. Man erstaunte úber die von den einzelnen Städten ‘i diesem Anlaß ausgeworfenen Summen, man wollte seinen Mugen nicht trauen, als die offiziellen Listen cinen Total-Betrag on mehr als neunthalb Millionen Zwanzigern auswiesen. Jch jehe aus diesen Tabellen, in welchè mir ein gefäl!iger Freund insicht gestattete, folgende Haupt-Notizen aus: Mailand giebt ir Feste und dffentliche Freuden- Feierlichkeiten (manikestazioni di ublicaesultanza) 215,600 Lire, 30,000 zur Ausstattung hundertfunf- ig armer Mädchen, 7000 auf freie Rückstellung verfallener \fäánder, im Ganzen 252,000 Lire; doch ist hierbei cine zu ôf- nilichen Zwecken erst zu bestimmende Summe nicht mit inbe- rfen. Monza steuert hierzu 17,706, die Gemeinden auf dem inde 285,136 Lire bei, so daß die Gesammt-Summe der von Scadt und Provinz Mailand getragenen Kosten sich auf 554,842 ire beláuft, wobei natúrlich die von den Gesellschaften der No- ili und- Negozianti veranstalteten Feste nicht inbegrifsen sind. Dessenungeachtet scheint diese Summe im Vergleich mit den von en übrigen Provinzen votirten Beiträgen klein; dieser Umstand rklárt sich jedoch durch die auf mehrere Mill. angeschlagenen Fosten der Erweiterung des Domplatzes, welche in jener halben Mill. nicht inbegriffen sind. Es handelt sich nämlich um nichts heringeres, als den sehr beschränkten Raum vor dem Dome a< allen Seiten hin zu einein großen mit Säulenhallen um- ebenen Piaße zu erweitern, was der Abtragung eines gan- en Staditheils ziemlich gleichkommt. Dieser kühne Plan ward or Jahren in Anregung gebracht, aber selbst der Lombardijche nternehmungsgeist zdgerte, auf ein so weitläuftiges und kost- pieliges Projekt einzugehen. Der Kaiserliche Besuch überwog ber au<h hier die lange gehegten Bedenklichkeiten, und vom ihsten Jahre an werden mehrere Qunderttausend Lire auf dem Jahres-Budget der Stadt Mailand erscheinen. Bereits eginnt man mit Niederreißung der Häuser hinter der Kathe- rale. Anfangs wollte man sich hierauf beschränken und den weiterten Plals der Kirche del Campo Santo mit dem Mo- umente ves Kaisers Franz {mü>en; der nahe Dom hätte aber esem Denkmale Eintrag gethan; so kehrte man zu dem ur- rünglichen riesenhaften Plane zurück. Die Provinzen und ihre dauptstádte erscheinen mit folgenden Summen auf der Liste: Ber- amo giebt 1,819,842, Brescia 1,856,134, Como 2,050,635, Cre- ona 1,210,935, Lodi 455,324, Mantua 138,797, Pavia 219,285, Sondrio 219,454, mithin die Lombardei die ungeheure Ge- mmt-Summe von 8,672,249 Oesterreichisher Lire. Um den derrn zu ehren und die Schaulust des Publikums zu befriedi- n, wurde von dieser Summe ungefähr eine halbe Million zu deleuchtung und sonstigem Festgepränge während der Anwesen- it des Kaisers in den verschiedenen Städten bestimmt; mit m übrigen Theile werden theils öffentliche Bauten bestritten, eils für Schulen, Kunst: Jnstitute und andere Lehr - Anstalten sorgt, und Werke der Mildthätigkeit geübt, worunter die usstattung armer Mädchen am häufigsten vorkommt. Seit ngen Jahren gehegte und immer vergeblich ihrer Ausführung

tgegenjsehende Pläne kamen nun wieder zur Sprache, und

erden demnächst ins Leben treten. Das eigenthümliche Ver- Maltniß der Lombardischen Städte, deren jede ihren reichen Adel t, der weder, wie in den meisten anderen Ländern, in der auptstadt residirt, noch seinen bleibenden Wohnsiß auf dem Inde nimmt, zeigt sich bei einer Betrachtung der verschiedenen wee, welche so große Summen erheischten und zugewiesen er- elten. So figurirt fast in dem Budget aller Städte die Er- eiterung der Straßen il retlisilo del corxo Herstellung tfallener Bauten und Verschönerung der Pläße und Prome- iden. Cremona allein verwendet zu solhen Zwecfen 126,000 re; Brescia, Mantua, Lodi sind nicht minder auf Verschdne- ng bedacht; steht in einer Straße, welche der Kaiser bei sei- m feierlichen Einzuge berührt, irgend ein Haus hemmend im Pege, so wird es ohne weiteres gekauft und abgerissen ein "chidsal, welches z. B. ein Haus anm Dompla6e traf und man- en Häusern in Mantua und anderen Städten bevorsteht. Nit welcher Schwerfälligkeit würde bei uns über dergleichen Dinge debattirtz; hier geht Alles in leichtem Fluge, wie von lbst, von der Hand, und dem ersten Gedanken folgt alsbald e Ausfährung. So sollte der Kaiser, von Monza kommend, Nailand dur die Porta Orientale betreten, um durch den ngen Corso, der den Namen dieses Thores trägt, und die orsia de’ Servi nah dem Dom _ und der Kaiserlihen Burg ziehen. Nun fährt aber die Straße von Monza durch ein deres Thor. Dem Uebelstande wurde auf die einfachste Weise bgeholfen, indem man eine neue Straße von Monza nach der porta Orientale zog. Binnen drei Monaten ward der Bau lossen, unternommen und beendet, und eine herrliche Kunst- aße mit doppelten Seitenwegen und zierlichen Wegsteinen hrt nun, wie dur< Zauber entstanden, dur< eben no<h ver- ssene Gegenden in schnurgerader Linie nah Monza. Diesem bolt ist nihts unmöglich; zu frischer Willenskraft gesellt sich Schärfe des Verstandes, ein praktischer Sinn und alte Kultur, nd unter dem südlichen Bn führen die ererbten Mittel icht und ohne besondéren Aufwand zum Ziele.“ Ungarische Blätter vom 15ten d. M. melden, daß die jt einigen Wochen in Pesth versammelt gewesene Reichstags- eputation ihre Verhandlungen , hinsichtlich der Erbauuno ner stehenden Brücke zwischen Ofen und Pesth, am ce September Abends zur vollsten Befriedigung beendigt abe. Diesemnach wird die Ausführung ihres grandiosen Na- onal-Unternehinens dem Baron S. G. von Sina oder der A m zu bildenden ‘Actien-Gesellschaft übertragen, welche die ruge auf ihre Gefahr und Kosten herzustellen und zu erhal-

ten, und dafár die Einkünfte dur< 97 Jahre zu beziehen hat. Es wird (wie bereits gemeldet) eine Kettenbrüe mit zwei Pfeilern und drei Bôgen werden, und ihr Standpunkt in der Gegend des von Nakoschen Hauses in Pesth und des K. K. Verpflegs-Magazins in Ofen seyn. Man glaubt, daß der Bau, den der Englische Architekt Hr. Clark leiten wird, in vier Jahren beendigt seyn werde.

Am 15. September, um 3 Uhr Nachmittags, brach ober- halb des Kaiserl. Fuhrwesen-Depots, in der Nähe der Artillerie- Kaserne zu Pesth, Feuer aus, und legte in weniger als fünf Stunden siebzehn Wohngebäude und beinahe dreißig große Schoppen und eingezäunte Pläße mit Vorräthen von verschie- denartigem Bauholz in Asche. Den angestrengten Bemühun- gen der Garnison und der Stadtbehörden gelang es, daß un- geachtet des - hestigen Windes, die Kaiserl. Depots und das Schiffamt gerettet, und gleichsam als Schußwehr, dem weiteren Vordringen der Flammen vorbeugend, erhalten wurden.

Schweiz,

Neuchatel, 18. Sept. Der geseßgebende Körper ist auf den 25. d. M. zusammenberufen, um die Antwort in Berathung zu ziehen, die auf die Note von Frankreich zu ertheilen ist.

Der hiesige Constitutionnel giebt zwar zu,“ daß sih in der Schweiz die öffentlihe Meinung zum großen Theile dafür ausgesprochen, daß man dem Verlangen Frankreichs in Bezug auf Louis Bonaparte nicht nachgebe, doch macht er bemerklich, daß dies nur darum geschehe, weil man der Masse in Louis Bonaparte einen unglücklichen Verbannten gezeigt, und die Masse dies geglaubt habe. Diese Ansicht sey jedo<h als grund- los zu befämpfen; die Ehre der Schweiz habe nichts dabei zu gewinnen, wenn Louis Bonaparte im Lande bleibe, währead

der Frieden und das Glück der Einwohner allerdings dabei auf dem Spiele stehe. Die Anwesenheit dieses Mannes könne den Verlust au<h nur eines einzigen

Schweizer Bürgers durchaus nicht aufwiegen; ja, sie rechtferti- gen die Ausgaben nicht einmal, die den Kantonen bisher schon die Berathung über diesen Gegenstand verursacht habe. Nie- mals kônne es etwas Entehrendes seyn, einer gerechten Forde- rung Genüge zu leisten: Frankreich sey aber völlig im Rechte. Das Straßburger Attentat habe die Lage Louis Bonaparte's véllig verändert. Wenn die Römische Regierung bei der An- kunft des Leßteren in der Schweiz seine Fortweisung verlangt átte, weil er damals cben an dem Aufstande im Kirchenstaat

heil genommen, so wúrde man allenfalls das sogenannte ¡1 ZU- fluhts-Recht‘/ als einen Vorwand haben angeben können. Der Kirchenstaat sey von der Schweiz so entfernt, es bestehe eine so gute Aufsicht über die dazwischen liegenden Länder, daß es in der That ein Luxus gewesen wäce, Louis Bonaparte den Schuß zu beneiden, den er hier gefunden. Anders verhalte es sich jedo jest, wo jener Fremdling dicht an den Thoren Frankreichs den Heerd der Conspiration errichtet habe, durch die er die Regierung dieses Landes zu untergraben hoffe. Seine Unternehmungen und Proclamationen hätten genugsam darge- than, daß er niemals ein eigentlicher Bürger von hurgau ge- wesen, und die Eidgenossenschaft habe durch scine leßten Hand- lungen das Recht verloren, ihn zu beshüßen. Ja, wie wenig dankbar Louis Bonaparte für das Gastcrecht der Schweiz sey, gehe unter Anderem daraus hervor, daß auf Französischem Bo- den sein erstes Wort gewesen sey, die Wälle von Hüningen wie- der errichten zu wollen, während doch bekanntlich die ganze

Licht der Weit erbli>t, eindringat und durch seinen ungcstêrten Aufenthalt daselbst die Uebciwolleuden ermutbigt und die Fur@isa- men einshüchtert. Lasset uns daher cineu neuen Lorbeer und dic Segenswünsche einer Bevölkerung erwerben, indem Jhr dicfelde von harter Bedrückung befreit. Mcine Vorhersagungen sind duc die Ereignisse bestätigt worden. Jbr habt Castilien ven der Negri- schen Expedition befreit uud diesem denfwürdigen Triumph felgte die Einnahme von Peñacerrada, iudem Jbr die fcindlihen Hülfs - Trup- pen shlugt. Auch heute werdet Ihr als rettende Engel erscheinen, um Caftilien zu befreiea und die Kühnheit der Feinde zu züchtigen, die uns vor den Mauern und Wällen beschäftigt glauben, hinter welchen sich die Feigheit derjenigen verste>t, die der Tapferkeit mei- ner braven Kameraden nicht zu widerstehen vermögen, die Jhr indeß auch hinaustreiben werdet, sobald wir als Sieger zurügekehrt sind. Xhr wißt bereits, wie man ihre Verschanzungen erobert und Estella tvird unser scyn, das verspricht Euch Euer General. Er wird Euch auf dem Wege deé Rubmes voraugebhen und für Euer Wohlergchen, so wie für das Vaterland, die Köbuigin und die Freiheit, fein Opfer scheuen ; Euer Vertrauen, Eure Lieve werden seine {hönste Beloh- nung seyu. Sevd auc fernerhin Muster der Subordination, des Enthusiasmus und der Entsagung, und der Sieg wird siets auf un- serer Scite seyn. Wir werden den Fricden erobern, na dem die Na- tion seufzt, und der edelsie Rubm, den Jhec in den Schoß Eurer Familien mit zurü>bringen werdet, wird" der scyn, daß Ihr zur Nord-Armee gehört habt. Die Eri: nerung an Eure Tugenden wird ewig in dem Herzen Eures Benerals fortlebe:. Espartero.“ Am 15. Sept. hat Don Carlos sein Hauptquartier nach Elorrio verlegt, und an demselben Tage ist der General Ma- roto mit bedeutenden Streitkräften und einer zahlreichen Artil- lerie von Durango, auf dem reten Ufer des Durango-Flusses, nach der Richtung von Bilbao abgegangen. Seine Avantgarde, die, wie es heißt, von dem aus Castilien zurü>gekchrten Bal- maseda kommandirt wird, ist bei Goldecano mit einem Theile der Garnison von Bilbao zusammengetroffen und hat dic\elbe gezwungen, sich nah Bilbao zurüczuziehen.

Die Quotidienne will wissen, daß der General Gomez den Befehl erhalten habe, mit se<hs Bataillonen nach Asturien zu marschiren, um von da einen Streifzug nach Galicien und Leon zu unternehmen. 1200 Karlisten jollen nah Jrun hin- marschirt seyn, um die Garnison von San Sebastian in Schach zu halten. -

Aegypten.

Alexandrien, 28. Aug: (Allg. Ztg.). Nach sicherer Kunde stellt Jbrahim Pascha nun, deRK Drusen und die mit ihnen verbundenen Beduinenstämme niedergeschlagen sind, seine Armee in drei Divisionen auf: die erste, aus irregulärer Kaval- lerie und Infanterie bestehend, am Taurus, unter dem Gous- verneür von Candien, Mustapha Pascha; die zweite bei Aleppo unter Soliman Pascha; die dritte bei Damaskus unter seinem persdnlichen Befehl. Der Viceködnig versichert ernsthaft, er werde selbst nah der Gegeno abreisen, wo Herr Joseph Rußegger in den Alluvionen des Flusses Ady und im Quarz der dieses Ge- wásser umgebenden Berge bedeutende Goldsand- Adern eätde>t hae. Unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen des Orients und bei der Gefahr, die das Klima wie die feindliche Gesinnung der dortigen Negecsiämme bietet, glaube ih nicht daran , daß der alte Mehmed Ali sich selbst an die Spite der neuen Expedition dahin stellen werde; aber diese bezeugt wenig- ¡tens die Wichtigkeit , die man auf des verdienstvollen Rußeg- gers Entde>ungen legt, obgleich die Oesterreichische Expedition sich aufgelöst und er selbst der erst aus dem Innern von Afrika zurüEgekehrt ist seine Entlassung gegeben hat. Die

Schweiz den größten Werth auf die Demolirung dieser álle geseßt habe. Spanien.

Madrid, 13. Sept. Dem Mundo zufolge, haben die Minister beschlossen, der Königin den Rath zu geben, die Adresse des Ayuntamiento dem politischen Chef der Provinz mit dem Auftrage zu übersenden, dem Ayuntamiento anzuzei- gen, daß die Königin mit großem Mißvergnügen aus der Adresse ersehen, daß die genannte Körperschaft sich auf eine ihr nicht zustehende Weise in Angelegenheiten gemischt habe, die nicht innerhalb ihres Wirkungskreises liegen. Auch soll der politische Chef zugleich den Befehl erhalten, solche Anordnungen zu tref- fen, daß dergleichen für die Zukunft verhindert werde.

Der Graf von Ofalia soll sehr zufrieden darüber seyn, daß er sich von den öffentlichen ‘Angelegenheiten zurückgezogen hat, und er fürchtet nur, daß die Königin und der Herzog von Frias ihn zwingen werden, den Gefandtschafts-Positen in Paris anzunehmen.

Der General O’Donnell hat das Großkreuz des Ordens Jsabella's der Katholischen erhalten, und dürfte dem Verneh- men nach in kurzem zum Vice-König von Navarra und zum Grafen von Andoain ernanut werden.

Man erwartet in kurzem das Programm des neuen Mi- nisteriums, das umfassender seyn soll, als frühere Dokumente der Art. Einige Personen behaupten jedoch, daß bereits meh- rere Minister ihre Entlassung eingereicht hätten.

Herr Southern, Secretair bei der hiesigen Britischen Bot- schaft, ist nach London abgereist.

Einer Proclamation des politishen Chefs von Valencia zufolge, besteht das Corps des Pfarrers Merino aus 1500 M,, die sich indeß in sehr traurigem Zustande befinden.

Die Karlisten unter Perdiz und Navarro sind durch die Truppen der Königin in der Provinz Avila geschlagen worden und haben 60 Todte verloren.

Spanische Gränze. Der General Espartero hat aus Artajona vom 8. September nachstehende pomphafte Proclama- tion an seine Armee erlassen, worin er derselben anzeigt, daß er sie nach Castilien führen werde:

„Soldaten! Die Ercignisse von Morella haben die Aragonischen Fnsurgenten so verblendet, daß sie sogar Truppen nach Castilien ge- fandt haben, wo Eure Aeltern, Eure Brüder, Euer Eigenthum sich befinden. Jch werde niemals zugeben / daß dieselben beschimpft oder cine Beute des Feindes werden. Da sie mih mit der Eroberung Estellas beschäftigt glaubten und mit einem zu großen Vertrauen er- füllt waren, das ihnen durh geheime Jutriguen eingeflößt worden war, so glaubten sie, den Krieg hinter Eurem Rücken führen, die Verbindungen abschneiden und das klassische Land der Freiheit, in dem nie die Karlistische Fahne wehen kaun, in Trauer versegen zu fönnen. Sie hofften, ungestraft auf demselben Terrain operiren zu können, das erst vor furzem der Schauplaß ihrer Shmach war, und wo cine starke Expedition durch Eure heroischen Anstrengungen und Eure Ausdauer völlig vernichtet wurde. Da ich jedoch stets wachsanm und auf meiner Hut bin, um sowohl die offenen als die heimlichen Projekte der Feinde du vereiteln, so verliere ih keinen der mir über- tragenen wichtigen Gegenstände aus den Augen. Jch gebe daher demjenigen Unternehmen den Vorzug, welches am meisten dazu bei- tragen fann, unter der Regierung der unsterblichen Christine und der von uns beshworenen Constitution, den Thron unserer unschuldigen Fsabella zu befestigen. Gefährten des Ruhmes, der Entbehrungen und der Gefahren! Lasset uns dem Feinde mit hinreichender

Macht entgegengehen, noch ehe er in das Land, wo Jhr das

Zeit wird kommen, wo die Gründe dieses Entschlusses des bra- oen Mannes näher werden bezeichnet werden können.

Dem Londoner Morning Advertiser wird aus Alexan- drien vom 26. Aug. geschrieben: „Am löten begaben sih Herr Cocklett und der Oberst Campbell zu dem Pascha, nachdem sie demselben am Abend vorher dur< Boghos Bei eine Mitthei- lung der Französishen Regierung vom 27. Juli übersandt hat- ten, worin gesagt war, daß man mit Erstaunen von der Absicht des Pascha’'s, sich für unabhängig. zu erklären, gehört habe. Thue er dies wirklich, so werde man es als nicht geschehen be- trachten und augenbli>li<h eine Flotte zur Blokirung Alexan- driens und der Syrischen Küste absenden. Man habe sich des- halb mit England, Rußland und Oesterreich berathen, und alle diese Mächte wärcn derselben Meinung und würden ihren Kons- suln ähnliche Mittheilungen an den Pascha übersenden. Schließ- lih wünsche man eine schriftliche Antwort des Pascha’s über seine künftige Absichten. Der Vice-König erwiederte, daß er die Note durchgelesen habe und über den unfreundlichen Ton, in dem dieselbe ALLOE worden, sehr erstaunt gewesen sey, da sie in dieser Beziehung mit der Mittheilung der Eng- lischen Regierung so 4 kontrastire, die allerdings auch den von ihm beabsichtigten Schritt mißbillige, aber doch auf eine freundschaftlihe Weise ihn zu überzeugen suche, daß er dadurch nur seine Lage verschlimmern , keineswegs sie verbessern werde. Er könne úbrigens die Französische Regierung versichern , daß er nichts Feindseliges gegen die Pforte beabsichtige. Jn weni- gen Tagen werde er seine jährliche Reise dur das Delta antre- ten, dann nach Kahira gehen und von da sich nah Senna begeben, um die Goldminen zu besuchen. Er hoffe, die Regierungen Frankreichs und Englands würden den Gegenstand no<h einmal in Erwä- gung ziehen , und seine Lage, so wie seine Verpflichtung gegen seine Familie beherzigen, der er es \{uldig sey, das Projekt der Bats nicht aufzugeben. Der Pascha wird also in wenigen Tagen Alexandrien verlassen und denkt am 1. Ok- tober die Reise nah Senna anzutreten, von wo die Gold- minen fünf Tagereisen zu Lande entfernt sind. Er hofft, den Weg in 25 Tagen zurü L und will mit dem Dampfboote womöglih bis Wadi Halfa gehen und von da die Reise zu Lande fortsesen. Neue Pestfälle sind hier nicht vorge- ommen. :

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 26. Aug. Die Gränz-Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritanien befinden sich no< immer auf dem alten Fle>, und das Gerücht, daß der Gou- verneur von Maine eine Jnspection und Aufnahme des streiti- gen Gränz- Distrikts beschlossen haben sollte, scheint unbegründet 'zu seyn, da man an der Gränze no< nichts davon weiß und noch nicht der Aernglie Schritt stattgefunden hat, aus welchem auf eine solche Absicht zu hließen wäre. Der Boston Daily Advertiser sagt in dieser Beziehung : „Die Lage, in welche die Gränz - Angelegenheit in Folge der ernstlichen Vorstellungen des Gouverneurs von Maine durch die leßte Debatte im Senat der Vereinigten Staaten und durch den vom Senate einstimmig angenommenen Bericht des richterlichen Ausschusses verseßt wor- den, ist ohnehin so günstig Le den Staat Maine, daß die Ergreifung fernerer Maßregeln von Seiten der O Ung eeres Staats für jekt unnöthig wird. Die Annahme jenes Berichts macht es

zur gebieterishen Pflicht für den Präsidenten der Vereinigten taaten, die Unterhandlungen mit Großbritanien so zu betrei-

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