1838 / 284 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Großbritanien und Jrland.

London, 6. Oft. Als zwei wichtige Momente in der Englischen Geschichte werden die beiden in diesem Jahre zur Ausführung gebrachten Maßregeln: die vollständige Aufhe- bung der Sklaverei in den Britisch-Westindischen Kolonieen und die Abschaffung der Schuldner-Hasft, leßtere jedoch mit Aus- nahmen, von den ministeriellen Blättern besonders hervorgeho- ben. Die erstere dieser Maßregeln ist bekanntlih am 1. August in Kraft getreten, die andere am lsten dieses Monats. An jenem Tage hörte die Zwangs-Arbeit der Neger auf, und an diesem wurden einem Theil der eingesperrten Schuldner in England die Thüren des Gefängnisses geöffnet. Die Zahl der nah den Bestimmungen des neuen Geseßes freigelassenen

Schuldner belief sich indeß in London nur auf 50, wogegen |! | Rücksicht auf die Konfession der Mehrzahl der ehemaligen Frei-

369 in Haft blieben. Dies hat in den Beschränkungen seinen

1170

hafte Schaar freiwilliger Jäger, wohlgerüftet und für den Feld- dienst eingeübt, auszog, um vorläufig bei der Berennung von Mainz verwendet zu werden. Eine zweite Abtheilung folgte im Februar; das ganze Corps aber, etwa 600 Mann stark, rúckte hierauf in Frankreich ein, wo es bis Grenoble gekom- men war, als der erste Pariser Friede geschlossen wurde. Von allen diesen Kriegern is, einer deshalb angestellten Recherhe zufolge, noch etwa die Hälfte am Leben; ja selbst bei demjenigen Corps der Stadtwehr, dessen Kern sie bildeten, befinden sich noch mehrere Offiziere und Unteroffiziere aus jener Zeit in Thätigkeit. Unter dem Vorsibe eines dersel- ben, des Hauptmanns de Barg, t nun ein Fest - Comité ins Leben getreten, das vorläusig folgende Bestimmungen hinsichtlich der bevorstehenden Jubelfeier getroffen hat. Es soll dieselbe am

Grund, welche das Oberhaus, abgesehen von den bdswilligen |

und betrügerischen Schuldnern, die von Anfang an ausgeschlos- sen waren, durch Sonderung der Schuldforderungen in ver- schiedene Klassen noch in der Maßregel vorgenommen, die aber die Reform-Partei auch mit der Zeit zu beseitigen hofft.

Der Britische Legations - Secretair in der Schweiz, Herr George Edgcumbe, ist in gleicher Eigenschaft nah Hannover versesk und an seine Stelle der bisherige erste Attaché bei der Britischen Gesandtschaft in St. Petersburg, Herr John Fra- ser, zum Legations - Secretair in der Schweiz ernannt worden. Der erste Attaché bei der Gesandtschaft in Wien, Herr Arthur Magenis, geht als Legations-Secretair nah Florenz.

Herr Macaulay, früher einer der ausgezeichnetiten Parlag- ments- Redner der Whig-Partei, der in den lebten Jahren einen bedeutenden richterlichen Posten in Ostindien bekleidete und auf seiner Rückkehr von dort unterweges verunglückt seyn soute, ist wohlbehalten hier eingetroffen; man glaubt aber, daß er den Winter in Jtalien zubringen werde; die Oppositions - Blätter wollen daraus entnehmen, daß er das Staatsschiff der Whigs für verloren halle und seinen parlamentarishen Ruhm nicht durch Unterstübung einer nicht mehr zu rettenden Sache aufs Spiel seßen wolle.

Die Pariser Zeitungen meldeten in der vorigen Woche das Fallissement eines der bedeutendsten Banquierhäujer zu Livorno, was hier und auf dem Kontinent nicht geringes Aufsehen er- reate. Dagegen wird nun aber von einen hiesigen ministe: .el- len Blatte versichert, daß die Schulden jenes Hauses, der Firma Moores, Ulrich und Compagnie, sich nur auf 200,000 Lire beliefen, und daß dasselbe die Mittel besibe, alle seine Ver- bindlichkeiten vollständig zu erfüllen, ja, daß ihm noch ein Ueberschuß bleiben werde, und daß man daher nichts zu be- fürchten habe.

Jn ministeriellen Blättern wird eingeräumt, daß unter den Truppen in Kanada die Desertion in der lesten Zeit über die Maßen um sich gegriffen habe; auch erkláren sie mit Bedauern, daß unter den Truppen in Westindien eine furchthare Sterb- lichteit herrsche.

Deutschland.

München, 7. Okt. (A. Z.) Diesen Mittag wurde bei der günstigsten Witterung das Volksfest auf der Theresien: Wiese begangen. Jm Jahre 1810 bei Gelegenheit der Vermählung des damaligen Kronprinzen, nunmehrigen Königs, ins Leben getreten, ist es heute zum 29sen Male wiedergekehrt. Leider fehlte, wie voriges Jahr, auch diesmal die E Sr. Majestät des Königs. Der Prinz und die Prinzessin Christian von Dänemark befanden sih im Pavillon, und äußerten laut ihre Verwunderung über das Großartige dieses Schauspiels. Um 2 Uhr wurden durh den Minister des Jnnern die Preise an die Landwirthe vertheilt, und nach 3 Uhr begann der Wett- lauf von 30 Rennpferden. Die Rennbahn, genau den vierten Theil einer Deutschen Meile betragend, wurde in weniger als 11 Minuten viermal umritten. Von irgend einem Unfall oder einer Stdrung ist nichts bekannt geworden.

Leipzig, 10. Okt. Der Michaelis - Meß - Katalog, d. h. das allgemeine Verzeichniß der Bücher, welche von Ostern 1838 bis Michaelis 1838 neu gedruckt oder neu aufgelegt wor- den sind, is erschienen, und füllt nebst dem Anhange von Schriften, die künftig erscheinen sollen, neunzehn Bogen. Die a!s erschienen angegebenen Werke, darunter auch die ausländi- schen, sowie die Erd- und Himmelskarten, welche zusammen auf 16!/, Bogen verzeichnet sind, mögen nah einer ungefähren Be- rechnung die Zahl von 3000 übersteigen. Unter den Verlegern sind Basse mit 55, Manz in Regensburg, der sich hauptsächlich mic dem Verlage von Schriften in ultramontanem Geiste dbe- faßt, ebenfalls mit 55, Reimer mit 44, Voigt in Weimar mit

38, Hahn in Hannover mit 31, Baumgärtner mit 28, Cotta mic 2% und Brockhaus mit 27 Verlaas- Artikeln verzeichnet.

Die Nachrichten über das die Maschinenbau - Actien - Ge- sellschaft in Chemnis betroffene Brand-Unglück lauten nach der | Bekanntmachung des Direktoriums beruhigender, als anfangs. Die durch das Feuer ruinirten Gebäude sind sonach versichert gewesei:, und die durch die Assekuranz zu erlegende Summe wird hinreichend seyn, den erlittenen Schaden herzustellen, ohne daß durch jenen Brand für die Actionairs, die ohnehin bei dem niederen Stande der Actien nicht sehr ermuthiat sind, weiterer Nachtheil zu befürchten wäre.

Die mit dem l3ten d. M. zu Ende gehende Michaelis- Messe ist für die Dampfwagen - Fahrten unstreitig am einträg- lichsten gewesen. Jn der Zeit vom 30. September bis 6. Okto- ber sind zwischen hier und Dahlen in 44 Fahrten 9108 Perso- nen und zwishen Dresden und Oberau 6711 in 42 Fahrten, sonach zusammen 16,119 Personen befördert worden.

Weimar, 9. Okt. Nachrichten aus Neapel zufolge, hat si Se. Hoheit der Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar an diesem Tage dort mit dem Dampfschif} nach Genua e€inge- chit, um die Rückreise nah Holland anzutreten. Sein älte- ser Sohn, Prinz Wilhelm, begleitet ihn. Die Frau Herzogin ist mit den übrigen Kindern in Neapel zurücgeblieben, um ißre Schwester, die verwittwete Königin von England, auf derea Reise nach Malta zu sprechen.

Frankfurt a. M., 7. Oke. (Leipz. Allg. Ztg.) Das 25jährige Jubelfest der Mitwirkung von Frankfurts freiwilliger Kriegerschaar zum großen Befreiungs- Kriege soll am 1i. De- zember feierlic) begangen werden. Un diesem Tage nämlich war es, wo im Johre 1813 der damalige General-Gouverneur von Fcanfksuct, Prinz Philipp von Hessen-Homburg, den Waffenruf an die hieñge Bevölkerung ergehen ließ. Welch einen lebhaften Anftlang aber jener Ruf bei den Frankfurtern fand, csgiebt sich aus der chatsache, daß bereirs vor Ablauf Januars eine nam-

| Korrespondenzblatt bemerkt , ¡ | Chaussée zu gebende Richtung, sondern die Eintauschung | der Hamburger Enclaven 2c.

| gen. Man fand seinen Leichnam von 40 Dolchstichen durch-

vorbesagten Tage mit Gottesdienst eróffnet werden, der, aus

willigen, in einer unserer lutherischen Haupt - Kirchen, wahr- scheinlih in der Katharinen-Kirche, gehalten werden soll. Wegen etwaiger an diesem Tage stattfindender Paraden der Stadtwehr, oder eines Theils derselben, sollen noch besondere Verabredun- gen mit den Behörden gepflogen werden. Um 4 Uhr Nachmit- tags vereinigen sich die ehemaligen Feldfreiwilligen zu einem Bankett im großen Saale des Gasthauses zum Weidenbusche, zu welchem als Gäste die beiden regierenden Bürgermeister, die Kriegszeug - Herren (die oberste Militair - Behörde), die Commandeurs u. \. w. eingeladen werden sollen. Daß der Bankettsaal mit militairischen Emblemen und Erinnerungszei- chen an jene große Zeit geshmücckt wird, so wie auch Geschüz- zesdonner und Glockengeläute die Festfeier verkündigen und be- gleiten werden, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Die Fest- wan werden jedoch in bürgerlicher Kleidung erscheinen, ohne Zweifel, um die unnöthigen Kosten zu vermeiden, die mít der Herstellung ihrer Uniformen verknüpft seyn würden. Da auch aus Weßlar und dem Fuldaschen in jener Zeit Freiwillige un- ter Frankfurts Banner sich stellten, so solien diese eingeladen werden, sich der Feiec des Jubelfestes anzuschließen. Am nächst- folgenden Tage werden, so hört man, sämmtliche Corps unserer Stadtwehr zu Ehren unserer Freiheitskämpfer einen glänzenden Ball geben. : i

Die schon vor einigen Wochen, in Gemäßheit deshalb er- lassenen gerichtlichen Erkenntnisses, verkündigte öffentliche Ver- steigerung von 1134 Stück Aciüien der Leipzig-Dresdener Eisen- bahn fand vorgestern um die Mittagsstunde im Lokale der Bör- | senhalle satt. Es wurden dieselben in Loosen vou je 590 Stück zum Ankauf gebracht und zu verschiedenen Preisen, von 95!/, | 96'/, pCt., den Meistbietenden zugeschlagen. Man glaubt, es | sey der ganze Actien - Betrag oder doch der bei weitem größere Theil desselben in den Händen desjenigen Wechselhauses geblie- ben, auf dessen Veranlassung die Versteigerung stattfand.

Die auf Privatwegen hier eingehenden Nachrichten aus der Schweiz geben zu erkennen, daß man sich dort keineswegs der Hoffnung hingiebt, die Mißverhältnisse mit Frankreich auf gütlichem Wege ausgeglichen zu sehen, selbst nachdem durch Ludwig Napoleons freiwillige Entfernung der eigentliche Streit- punkt wenigstens faktisch beseitigt worden. Jn Bern nament- lich scheint eine große Aufregung zu herrschen, wie unter Ande- rem aus einem Schreiben erhellt, das auszugsweise um so eher mitgetheilt zu werden verdient, weil dessen Verfasser an der Spike eines großen Handelshausfes steht, sonach am Kriegs- láärm wohl feinen Gefallen findet, auch seine Familie zu den angesehensten Geschlehtern des Kantons gehört. Das Schreiben ist vom 3. Oktober datirt, also wenige Tage nach Wiedereröffnung der Tagsaßkung abgefaßt worden; in dem- selben aber liest man folgende merkwürdige Stellen: „Die Dro-

ungen Frankreichs und das Vorrücken zweier Französischen

rmee- Corps gegen unsere Gränzen haben alle Gemüther in große Aufregung versest. Eine Aufforderung ist an sämmtliche Milizen ergangen, sih zur Ergreifung. der Waffen in Verfas- sung zu seben, indeß die Offiziere den Befehl erhalten haben, nach den Versammlungspunkten ihrer Bataillone auf der Stelle abzugehen. Jch selbst werde, da dieser Befehl auch mich be- trifst, nach Abfertigung der heutigen ‘Post die Feder gegen den Degen vertauschen und innerhaib weniger Stunden abreisen. Der Entschluß steht bei uns fest, der Französischen Armee einen | harten Stand zu bereiten, sofern das Tuilerieen - Kabinet auf | seineu ungerechten, schmachvollen und empdrenden Forderungen besteht.“

Hamburg, 10. Okt. Der Altonaer Mercur meldet Folgendes: „Als den Gegenstand der Verhandlungen fär die

|

| drei Monaten hier an Fethi Ahmed Pascha richtete; zugleig | spricht der Sultan den Wunsch und die Heffnung aus, daß d

die Festungs - Arbeiten am linken Ufer der Etsch und hierauf einem von der Brigade des General - Majors 5 ausgeführten Mandver bei. Jn den Palast zurückget,| empfingen Se. Majestät der Kaiser um 1 Uhr Nachmitta N verschiedenen Behörden, welhe Höchstdenselben von dem 6, verneur Grafen von Spaur vorgestellt wurden. Hierauf ey, en Se. Majestät den hoffähigen Adel und geruhten"

ishof, die Generalität und die vornehmsten Beamten J Tafel zu ziehen. Nach aufgehobener Tafel verfügten & Ihre Majestäten, von dem Erzherzog Vice-König und S, Gemahlin, den Erzherzögen Franz Karl, Ludwig und Joha J dem Gouverneur und dem Provinzial-Delegaten Hofrath Erd herrn di Pauli begleitet, in das Gebäude der Handels, F Y

ser und die Kaiserin, nebst den Erzherzögen, ein von de

4 . . . . . $o. cietà degli Anfioni filocorei in den an das philharmonische 3 j

dea

Aale

Rom, 29. Sept. (A. Z.) Heute Vormittag is Ra hid Pascha von hier nach Florenz abgereist, von two er it nach Venedig begeben wird. Vorgestern hatte er, nit v Großkreuz der Ehren-Legion geschmückt, nebst seinen drei Ez, nen und deren Erzieher, einem Französischen Abbe, eine AÄudiy, beim Papste, von welchem er mit all’ der Auszeichnung etysy gen wurde, auf welche nur der Botschafter einer christlidg Macht Ansprüche machen könnte. Lange Zeit unterhielt si y

beim Abschied mit werthvollen Geschenten; auch seine Beglei wurden reichlich bedacht. Heute zirfulirt im Publikum in

an den Papst, worin er im Namen des Grop - Suítans dj Freundschafts-Versicherungen erwiedert, welche der *Hapsi

ser Friedens-Bund durch nichts getrübt werde. Den chrisilihy Unterthanen im Türkischen Reich gelodt er Freiheit ihrer Kitg und ihren Personen Schuß gegen jede Unbill.

Bekanntlich haben Stadt und Umgegend von Spoleto sh einer Reihe von Jahren durch immer sich wiederßolende Ey beben stark gelitten; unverbürgte Nachrichten melden je6t, d kärzlih in dem nahen. Gebirge, nach einem starken Regen, tj Bergsturz stattgefunden habe, aus welchem dann ein erstiendy Schwefeldampf emporgestregen, so daß man seitdem wehr alsj in Furcht sey, es könnte sich dort ein thätiger Vulkan entwieh,

den könnte. tigung. Die vielen Reisenden, welche auf allen Wegen gegentwät tig nach Rom ziehen, haben auch dieses Jahr solchen Reiz fl die Straßenräuber gehabt, daß, troß aufgestellter Militairposten die Umgegend seit einigen Wochen unsicher ist. Erst vorgesten wurde eine Französische Familie, funfzehn Miglien von hic auf der Straße von Florenz überfallen und ihrer Baarschaste beraubt. Das herbeigeeilte Militair seßte den Räubern na und war so glücklich, einige davon einzufangen und gebundy hierher zu bringen. Hoffentlich werden sie ihrer Strafe nit!

Milde mit diesen Menschen nichts auszurichten ist.

S panien.

Madrid, 29. Sept. Gestern versammelten sich etwa Deputirte der ehemaligen Majorität und beschlossen, alle nd außerhalb Madrid befindlichen Deputirten ihrer ‘Partei einzult den, sich schnell hierher zu begeben, damit sie bei der Eröffnun die Majorität hätten. Man sagt, sie wollten die Erwähluy des Herrn Jsturiz zum Präsidenten der Kammer durcseben,

der Minister Ruiz de la Vega, zum Herzog von Frias beruft; es handelte sich jedoch nur um die Forderungen der Fran schen Regierung wegen der Wegnahme des Französischen Schif fes „Vigie““ durch Spanische Fahrzeuge im Jahre 1824,

Der Morning Chronicle wird aus Saragossa von 28. September geschrieben: „So eben ist hier die Nacricht

und die National-Garde von Tamarite und den benagbarien

Batra, dem Pfarrer von Vidcamp und Anderen geschlaget, an 109 getddtet und 180 zu Gefangenen gemacht haben; unte

Kommissarien, welche unsere Regierung nah Hamburg oder | Leßteren befindet sich der Pfarrer von Vidcamp. Auch wurdet

Wandsbeck sendet, und deren neulich unser Kopenhagener Kor- respondent erwähnte, bezeichnen andere Blätter, wie das Kieler nicht die der Altona - Lúbecker

: Das Etne därfte das UAn- dere nicht ausschließen.“ Deter

Wien, 6. Oft. Man schreibt von der Montenegrinischen Gränze vom 26. September: „Die zu Dobrota unter günsti- gen Vorbedeutungen begonnenen Friedens-Unterhandlungen zwi- schen dem Vladika von Montenegro und der Oesterreichischen Kommission sind unerwartet unterbrochen worden, indem der Vladika durch Eiiboten die Nachricht erhielt, daß der Statt- halter von Bosnien eine Gesandtschaft nach Cetinje, der Resi- denz des Vladifa, gesandt habe, um die zerschlagenen Unter- handlungen wegen des Bezirks von Grahowo von ueuem auf- zunehmen, ein wiederholter Beleg für unsere fruhere Mit- theilung, daß den Türkischen Autoritäten von Seiten der Pforte eine friedliche Ausgleihung dringend anempfohlen wor- den seyn muß. Die Gesandtschaft, aus 12 Personen bestehend, ist bereits in Cetinje angelangt, und der Vladika hat sich auf die Kunde hiervon sogleich ebenfalls dahin auf den Weg ge- macht.‘

Die Schlesische Zeitung berichtet aus Galizien vom 3. Oktober: „Jn Krakau ist wieder ein politischer Mord vorgefallen. Das Opfer desselben ward ein Russischer Agent, der vorzugsweise dazu verwendet wurde, die in Krakau sich avfhaltenden Deserteure und Flüchtlinge zur Anzeige zu brin-

bohrt, das Mord- Justrument mit umgebogener Spike tief in das Herz gedrückt,‘

Wien, 7. Oft. Nachrichten aus Verona zufolge, besich-

tigten Se. Majestät der Kaiser am 27. September Morgens, nachdem H: chstdieselben die Generalität und das Offizier-Corps empfangen hatten, in Begleitung des Erzherzogs Johann, der

eine Menge Flinten und Kriegs-Vorräthe erbeutet. Gut u terrichtete Personen, die in Unter-Aragonien Verbindungen Ut terhalten, haben mir erzählt, daß in Cabrera’s Hauptquarti! große Uneinigkeit herrscht. Er und die Mehrzahl seiner Of

in Catalonien, so wie über andere zwischenliegende Punkte, di zweite durch das Herz der Gebirge, nämlich über MonrojW

Catalonien gehe. Diese, befestigten Linien würden den Tru pen der Königin zu Stü6punkten dienen und zugleich verhir

Der mit Hagel vermischte Regen stürzte di ganze Nacht hindurch in Strömen herab, begleiter von Dow ner und Bli6. Am Morgen bot die Umgegend von Saragoss ein trauriges Bild der Zerstörung dar. Ein kleiner Bach, d! Huerva, welcher an der Stadt vorüberfließt und die Haup! Promenade durchschneidet, war über seine Ufer getreten und hatte die hôlzernen Brücëen Santa San Jose wegaerissen und dadurch den Dörfern und Häusern auf der anderen Seite abg& schnitten. Auch der Ebro iff zu einer in so kurzer Ze! unbegreiflichen Hôhe angeschwollen und führt Früchte, Bäunt, Bretter und andere Dinge stromabwärts; gestern Nachmittaß famen auch der Leichnam eines Mannes und zwei todte Pferd! den Strom herab. Das Fährboot, welches während der Aué' besserung der steinernen Brücke Personen und Wagen über de? Strom seßt, ist untergesunken. Auch der Gallego-Fluß ist seht angeshwollen. Der Postillon, welcher das Brieffelleisen mi! den Briefen aus Enaland und Frankreich hierher bringen sollt verfehlte bei dem Unwetter die Brücke bei Canfranc und geri?! in den Dragon-Fluß. Er selbsk rettete sich durch Schwimmel/ das Pferd fand man jedoch am Morgen todt am Ufer liege? das Felieisen befand sh noch am Sattelknopfe.““

die Umgegend.

übrigen Erzherzöge und des Feldmarschalls Grafen Radebki,

wohn |

mer, um die in den dortigen Sälen veranstaltete Gewerbe, stellung in Augenschein zu nehmen. Abends beehrten de: q,

¡ ter stoßenden Sälen veranstaltetes Ballfest mit Ihrer Gegenty, F

auf Madrid los marschiren.

Papst mit diesem merkwürdigen Mujelmann und entließ j, E den; ich habe jedoch nicht die eigentliche

\chrifc eine von Redschid Pascha gehaltene Französische Anrey f

welcher der Untergang für die ganze fruchtbare Landschaft wr Doch bedarf das ganze Gerücht noch der Besi

entgehen, da die Regierung endlich einschen muß, daß dus

Gestern wurden die Ex-Minister Ofalia und Pando, fo

eingegangen, daß die Reserve- Brigade von Unter - Arazonien f

Ortschaften die Karlisten unter Gravat de Mousenet, Griset d /

ziere sind Catalonier und werden deshalb von den Aragoniern geha)! Fi Diejenigen, welche das dortige Terrain kennen, sind der Meinun} daß das einzig sichere Mittel, Cabrera’s Macht zu bre} C darin bestehe, daß man befestigte Linien anlege, von denen di der, die der bewassnete Friedens-Zustand an den Rand des Ab- | erste úber Alcaniz, Teruel, Viñaros in Valencia und Tortos! f

Aliaga, Ares und San Mateo in Valencia und La Cenia i}

dern, daß die Karlisten das Land durchstreiften. Vorgeste!! , Abend entlud sich ein furchtbares Unwetter úber Saragossa ut?

Lugracia und fi die Verbindung n!

alencia, 2d. Sept. Es ist hier bereits das Programm der Festlichkeiten erschienen, welche bei Gelegenheit der sechs- hundertjährigen Feier der Eroberung Valencia's durch den Eónig von Aragonien, Jaime 1., und die Vertreibung der Mauren aus dieser ‘Provinz am 8., 9., 10. und 11. Oftober zattfinden sollen. Früh am ersten Tage wird das in Valencia aufbewahrte Schwert des Königs von dem Thore des Cid, durch welches er seinen Einzug hielt, in feierlicher Prozession durch die Hauptstraßen der Stadt getragen. Am folgenden Tage wird ein Hochamt abgehalten, und Nachmittags findet eine allgemeine Prozession statt. Die beiden anderen Tage, der 10te und Ilte, find dentlichen Belustigungen gewidmet ; auch werden an beiden Tagen Abends Feuerwerke abgebrannt.

ck panische Gránze. Man schreibt aus Logroño vom 99, Sans daß R Espartero , der sich mit 7000 Mann n Miranda del Ebro befinde, am 30sten daselbst erwarte. Es cine Karlistische Expedition solle bei Mendavia über den Don Carlos werde sich an ihre Spitze siellen und

in M hieß, E Ebro gehen,

Portugal.

Sin einem von der Morning Chronicle mitgetheilten Schreiben aus Lissabon vom 24 September heißt es: „Die Königin besucht noch immer das Theater wie gewöhnlich, doch) sieht man táglich ihrer Niederkunst entgegen. Gestern wurden | von dem Fort und Kastell und später von den Portugiesischen Schiffen, die auch ihre Flaggen aufzogen, Satven abgefeuert. Man sagte, es sey ein Prinz oder eine Prinzessin geboren wor-

Veranlassung erfahren Î éónnen. Am Tage vorher war der Jahrestag der Ankunft der Eónigin in Lissabon, aber wir haben so vielerlei Jahreétage Ï von Schlachten, Constitutionen und Revolutionen, nicht zu ge- denken der Heiligen - Feste und der Prozessionen, daß es nicht leiht is, zu sagen, warum so viel Pulver verschossen wird, oder warum wir fröhlich seyn sollen. Bajoa durchzieht das Land Ì} nah Gefallen. Vorgestern kam er uns so nahe, daß man sagte, er sey nach Lissabon gekommen, um die neue Oper „Robert E der Teufel“/ zu hören; vielleiht hat er sich auch das neue Drama „„Remeschido's Leben und Tod‘’ mit ansehen wollen, welches zum großen Aerger unserer Theater - Moralisten, aber zur großen Freude unserer Theater - Besucher hier aufgeführt worden ist und worin Remeschido ziemlich gut wegkommt, fo daß es eher geeignet ist, Mitgefühl für denselben zu erregen. Das Volk muß jedoch um jeden Preis Vergnügungen haben, mag au daraus entstehen, was da wili.‘“

AEqy ten.

den der Pforte rücfständigen Tribut in Wechseln auf Marsezlle gänzlich abgetragen. f

| Ruhe unter den Diplomaten, welche durch die kriegerischen Entwürfe des Pascha's nicht wenig in Bewegung gejekt wa- ren, wieder hergestelle. Man wird sih aber sehr täuschen, wenn man glaubt, Mehmed Ali denke an keine Unabhängigkeit mehr, und man habe ihn, wie man sich in den großen politi- chen Salons auszudrücken beliebt, „zur Raison gebracht.““ Wir behaupten auf das bestimmteste, daß der Status quo un- mdglich im Orient auf die Dauer zu halten is. Mehmed Ali ist gezwungen, die Unabhängigkeit zu erringen, darin allein lie- Ï gen die Chancen der Zukunft für ihn. Der Zwitter-Zustand Ï des Status quo ruinirt ihn, er fann seinem Untergang auf diese Weise unmöglich aus dem Wege gehen; es giebt keinen denk- baren Zufall, der ihn aufhalten könnte, während ein glücklicher | Krieg \chnell Alles beseitigt, was sich drohend gegen ihn auf- thürmt. Der Aufstand der Drusen im Hauran-Gebirge ift | zwar gänzlich unterdrückt, dagegen stekt die kompaktere Masse | der úbrigen Drusen unter dem Emir Beschir, die früher immer auf die Seite Jbrahim's waren, jeßt ziemlich drohend da. Sie wurden bewaffnet und zur Hülfe aufgeboten; es frägt sich aber * nun, ob sie niht Präâtensionen machen werden und ob diese Jbrahim bewilligen wird. Sollte jeßt der Krieg gegen den | Sultan ausbrechen, so werden sie unzweifelhaft auf der Seite

© Mehmed Ali's seyn; ein Anderes ist es aber, bricht der Krieg i i d B nah 6 7 Monaten Ala: Ein ähnlicher Fall | ruhen, dessen Blätter die Namen der verschiedenen Schlachten is es mit den Syrien umwohnenden Beduinen und } und Gefechte angeben, denen der Verstorbene im Laufe seines

| Unter dem Kranze, der si

# mit den Arabern in Hedschas. Die erste Schlacht wird über # alle diese Stämme entscheiden. Fällt sie glücklich für Jbrahim F aus, so tritt Alles unbedenklich auf seine Seite, im entgegen- F geseßten Fall wird nicht Ein Stamm ihm treu bleiben. Es

Alexandrien, 16. Sept. (Allg. Ztg.) Der Pascha hat | gea:

Hierdurch wird für den Augenbli die |

117

Kündigung sämmtlicher bis dabin definitiv anerfauuter Rentcü, ünd |

deren Ablösung wird am 1. Januar 1839 bewirkt. Jede späterhin

fesigesczte Rente ij künftig gleichzeitig mit der Ausfertigung des

Anerkcuntnisses zu kündigen und noch Abiauf der vicrteljährigen |

Kündigungsefrisi abzulösen. L )

$. 2. Das bierzu erforderäche Kapital wird aus den Betricbs-

M Dit» Fonds des Finanz - Ministeriums unverziuélich vorge- | oer.

$. 3. Statt der ven den Mediat-Städten uach $.6 des Gesetzes

aufzubringenden vollen Geld - Beträge ivrer Abgaben und Leistungen

sollen dieselben uur

a) den Betrag der den Grundherren na $. 7? des Gefes zuste: henden, sowohl der bereits fesige‘ekten, als der noch festzusezen- den Renten vom 1. Januar 1834 ab bis zum Tage der Adld-

fung, also 30 pEt. weniger zu zahlen und E b) den Ersag des nach $. 2 dieses Erlasscs aus den Fonds des

Finanz-Ministeriums hergegebenen Kapital-Borschusses zu leisten

haben.

Hinsich!lich der grundherriiwen Ubgaben-Rückstände aus der Zeit vor deux Jahre 1834 bicibt es bci den Bestimmungen des $. 6 des (Geset,es. &. 4. Denjenigen Mediat-Städien, welche durch die aufgehodeneu gewerblichen und persönliczen Abgaben befonders belafiet gewesen sind, und denen wegen ihrer Mitreilesigfeit der Ersaß des nach vor: | ecbendem &. 3. b. ihuen vorzuschießenden Kapitals besonders {wer | fallcn würde, soll cin angemessener Erlaß daran gewährt und vou | ibrer Schuld abgeschrieben werden. Die dazu zu verwendende Summe darf den Betrag vou 15pEt. des gesammten Ablösungs: Kapitals nicht | überschreiten. S E y !

$. 5. Die in jeder Mediat-Stadt in Folge des $. 6. des Geseyes | für die Jahre 1834/2, ausgeschriebenen Gemeinesteuern werden voll: ! ständig eingezogen und zunächst zur Zablung der nah vorstehendeu $. 3. a. bis zum Schluß des Jahres 1833 von jeder Stadt zu zah- | iend:n Rente, der sich ergebende Ueberschuß ader zur theilweisen Er- | fiattung des vorgeschossenen Ablösungs - Kapitals verwendet. |

&, 6. Der Finanz-Minister bat unter Konkurrenz des Minisiers | des Inner? die Summen fesizuseyen, welche jede Mediat-Stadt vom }. Fannuar des Jahres 1839 ab, zur Zablung der Rückstände au noch fesizusezende Reuten vom i. Jancar 1834 ad bis zum Tage der Ub- ¡ösung und zur Rücfersiattung des vorgeschossencn Ablösungs - Kapi- tals jährli aufzubringen hat. Dieser Jadres - Betrag darf jedoch cbne Zustimmung Seitens der Mediat-Städte in feinem Jahre böber als diejenige Summe geselit werden, weiche sie nach $. 6 des Gesetzes zu zahlen gehabt haben würden. Hinsichtlich des Verfahrens bei Re- partition dieser Beiträge bewendet es bei dea ertheilten Vorschriften. Die Regierungen haben jedo die Veranliagungs - Rollen zu voUzie: ben, die Erbebung dur die Elementar : Empfänger der Staats: Steuern besorgen zu lassen und das Einzichungs - Verfahren in glet: cer Art wie bei den Staats- Steuern zu leiten. /

H. 7. Die Mediat-Städte stclicu über das von ihnen zu erstat- tende Kapital Anerfenntnisse in zwoeen Exemplaren aus, wevon das einc, mit dem Visa der Regierung verfcben, ihneu zurückgegeben wird. Die Abzahlungen erfolgen vierteljährlich durch die Kreis- Kassen an die Regierungs. Haupt - Kassen zu Posfcu und Bromberg acacn Quittung, die von den Regierungen unter dem Anerkeuntnisse,

welches sich im Besitze der Siadt befindet, ausgefelit wird. Zu g!c1- zer Jerit bewirkt die Regierung die Abschreibung auf dem zweiten Eremplar des Unerkenntnisscó, welches na vollendeter Abzabluug des Kapitals guittirt und cbenfalis zurücégegeben wird. :

S. 8. Bei dem im Gesche und in den ergangenen Jnfstructionen vorgeschriebencn Verfahren, wegen Ausfertigung und Eimösung der den Grundherren ausgestellten uud noch auszustellenden NRenten-An- erfeuntnisse behält es scin Bewenden, das Geschäft der Amortisation s- Kasse schließt mit der vollendeten Ablösung und der Finanz» Minister bat das Recimungswesen nach den in Folge dieser Verordnung vers änderten Bals E zu orduen.

erlin, den 29. August 1838. P l y Friedrich Wilhelm.

An das Staats- Ministerium.“

arte at L - a A E Amd R

Berlin, 12. Okt. Aus der hiesigen rühmlichst bekannten Werkstatt des Goldshmidts Sr. Majestät des Königs, G. Hos- sauer, ist so eben wieder ein Kunstwerk hervorgegangen, das nicht bloß wegen seiner vorzüglichen Ausführung, sondern auch wegen seiner ernsten Bestimmung in diesen Blättern wohl er- wähnt zu werden verdient. Es is ein Schmuck, den die Her- ren Offiziere des Garde-Corps dem Sarge bestimmen, welcher die sterbliche Hülle ihres ehemaligen kommandirenden Generals, des Herzogs Karl von Mecklenburg-Streliß Hoheit, umschließt. Derselbe besteht in einem mit einer Epheu-Guirlande verzierten Kissen, auf welchem die Königs - Krone und ein Lorbeer - Kranz

thatenreichen Lebens beigewohnt. | auf der Vorderseite des Kissens befindet, liegt das Schwert, das der Herzog im Befreiungs - Kriege geführt, und auf den drei anderen Seiten des Kissens liest man die Jnschrift: „Die Königl. Preußischen Garden ihrem verewigten Anführer, dem

fommt nun diesen Augenblick Alles darauf an, sih nicht un-

Hand, jet äußerst thätig sind. Dies weiß Mehmed Ali recht # gut, und dies ist einer der Gründe, warum er erklärte, nun die Waffen ergreifen zu wollen. Ein anderer noch wichtigerer Grund liegt in dem Mita Aegyptens und seiner übrigen Län-

l

grundes gebracht hat, und worüber wir uns schon ausgespro- E chen haben. Mag sich auch nun die Diplomatie auf das Ru- E hekissen legen und Triumphe feiern, der Friede wird nicht cher erhalten werden, als bis der Status quo gebrochen ist.

E Der Vice-König is gestern nach Kahira mit seinem Nil- 7 Dampfschiff abgereist. Man spricht wieder von einer Reise nah dem Sennaar zu den Goldgruben; allein diesem Gerüchte legen wir auch nicht den geringsten Glauben bei; es ist, wie J die frúßer so viel besprochene Expedition nach Bagdad, nichts als ein Ableiter, um die allgemeine Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Punkt abzulenken.

f Fnland.

Berlin, 10. Okt. Dem 30sten Stäk der Gese6-Samm-

: lung entnehmen wir noch die Allerhöchste Kabinets-Ordre

# vom 29, August 1838, betreffend die Abänderung des in dem |

1 Gesetze wegen Aufhebung der persönlichen und gewerblichen Ab- 5 gaben und Leistungen in den Mediat-Städten der Provinz Po- Î jen vom 13. Mai 1833 vorgeschriebenen Verfahrens bei Ablô- sung der den Grundherren zustehenden Entschädiguags- Renten : „Auf den Bericht des Staats-Ministeriums vorm 3. d. M. ver- ordne Jch, zur Vereinfachung des in dem Gesey wegen Aufhebung der gewerblichen und persönlichen Abgaben und Leislungen in den ediat-Städten der Provinz Posen vom 13. Mai 1833 vorgeschrie- benen Verfahrens bei Ablösung der den Grundherren zustehenden Entschädigungs-Renteu, so wie zur Erleichterung der Mediat-Städte be Aufbringung ibrer nach $. 6. des Geseyes zu leistenden Beiträge &olgeudes : $- 1, Vor dem Ablaufe des dritte Duartals 1838 erfolgt die

nüßerweise Feinde auf den Hals zu ziehen ; dies kann aber bei | Ï einem verlängerten Status quo sehr leiht der Fall seyn, da die | E Intriguen des Divans, mit dem Gelde Mehmed Ali's in der |

Herzog Karl von Meklenburg- Strelitz.‘“ Kissen, Krone und Lorbeer- Kranz sind aus massivem, stark vergoldetem Silber über-

gefallen. Von dieser det Königl. Regierung bereits überwtese- nen Summe sind an neun Städte 500 Kthlr. vertheilt, und /

| fár die ländlichen Ortschaften der hiernah noch verbleibende

Betrag von 367 Rthir. 12 Sgr. zur Anschaffung von Feuer-

Lösch-Geräthschaften bestimmt worden. j

Trier, 5. Okt. (Köln. Ztg.) - Des Könias Majestät

hohen auf die Allerhôchstdenenselben von dem Königl. Regierungs-

ath und Rittmeister a. D. Herrn Bärsch überreichte kleine

historische Schrife über König Johann von Böhmen, Castel 2c, welche derselbe zu einem wohlthätigen Zwecke herausgegeben, huldreihs geruht, zur Beförderung dieses Zweckes demselben ein Gnadengeschenk von zehn Friedrichsd’or zu úbersenden, und

solches durch folgendes gnädiges Handschreiben begleitet :

„Ich danke Jhnen für die Mittheilung der mit Jhrer

Eingabe vom 3ten d. M. eingesandten kleinen Schrift und lasse Jhnen zur Beförderung des wohlthätigen Zweckes, welchem der

Erlds für dieselbe gewidmet is, die

eikommenden zehn Frie-

drichéd’or überschien.

Berlin, den 22. Seprember 1838. (gez.) Friedrih Wilhelm.“

Aachen, 7. Okt. Kommunal-Schulden-Tii- unz. Die Gesammt-Summe der zur Liquidation gekom-

enes Masse der Kommunal-Schulden des Reg. Bez. Aachen, mit Einschluß der laufenden Zinsen, betrug bis einschließlich

1837: 2,559,732 Rthlr.

Am Ende des Jahres 1837 blieben

noch zu berichtigen 386,563 Rthlr 232/, Sgr. Von diesen aber waren 170,050 Rehlr. theils unaufkündbar, theils kontestirt u.\. w., se daß die liquide Schuld damals nur 216,513 Rthlr. betrug.

aus geschmatvoll gearbeitet, und das Ganze gereicht der Werk- | statt, der es seine Entstehung verdankt, zur größten ae Dem | Vernehmen nach, wird eine Deputation des Garde- Corps die-

j

| ses leute Zeichen der Erinnerung an seinen zu fcüh dahingeschie- |

| denen Führer heute nach Meklenburg geleiten, wo dasselbe am ; | I6ten, als am Jahrestage des biutigen Gefechts bei Möckern, |

auf den in der Großherzoglichen Familiengruft zu Mirow bei- geseßten Sarg des Verewigten unter angemessener Feier nie- dergelegt werden soll.

Königsberg, 7. Okt. Handel. Der Han- del mit Holz, t

Bezirk, a M in Memel, lebhaft gewesen; die alten Waa- ren- Vorräthe daselbst sind meistens aufgeräumt, und wurden neue Einkäufe in Holzwaaren fortan stark betrieben. Schi ff- bau. Dieser wird in Memel fortan lebhaft betrieben, und sehen gegenwärtig daselbst sieben Schiffe auf dem Stapel. Im Monat September sind in Memel 54 (worunter 47 mít ! Ballast), in Pillau 44 (22 mit Ballast) eingegangen; und in | Memel 81 (worunter 1 mit Ballast) und in Pillau $9 (1 mit

Ballast) aus gegangen. i Gerber Et In der Nacht vom 11, zum 12. Sepy-

| tember is es dem Orts-Vorstande von Rudau, im Kreise Fisch-

S D E

_———

! hausen, gelungen, eine ganze Diebesbande, aus 10 Personen bestehend, aufzuheben. Der aus der Anstalt in Tapiau ent: lassene Vagabonde Borchert wollte ein l4jähriges Mädchen tdd- ten, um, wie er vorgiebt, untergebracht zu werden.

-— Königsberg, 9. Okt. Feuer: Versicherungs- Gelder. Von der zu gemeinnüßigen Zwecken bestimmten älfte des Reingewinns der Aachen-Münchner Feuer-Versiche- rungs-Gesellshaft von 60,000 Rthlr. für 1837 sind auf den Re- gierungs-Bezirk Königsberg nach dem Verhältniß von 3,321,339 Rthlr. als daselbst laufenden Versicherungs - Kapitals zum Ge- sammt - Kapital von 149,720,915 Rihlr. 1167 Rthlr. 12 Sgr.

Getraide und Leinsaat ist im hiesigen Regierungs: |

welchem bekanntlich der Herzog schwer verwundet wurde, |

| Bis zum Schluß des Jahres 1838 wird diese sich auf 189,205

Rthlr. 263/, Sgr. verringern, und déeser Rest, mit Ausnahme der Schulden der Stadt Aacher: und der Gemeinde Erkelenz, in $ Jahren getilgt seyn. Die Schulden der Stadt Aachen werden am Ende 1838 noch 116,135 Rthlr. betragen; dagegen in diesem Zeitpunkte vier Kreise, Geilenkirchen, Jülich, Mont- joie und Malmedy, ganz \chuldenfrei seyn.

Sicherstellung gegen Feuer.

An M. fam im Jahre 1831 in dem Stallgebäude eines Gasthofes Feuer aus. Hart an demselben befand sich eine Nicderlage , die zu einem benachbarteu Hause gehörte und die mit einem Doppei : Dae verseheu war. Es dauerte nicht lange und der Dacbstuhl flaud in Fiammen; jedo wurde das ganze Äbbrennen der Niederlage dur die Lösch - Anstalten verhindert und dennoch mußte das Gebäude abd- aebrohen werden, da es ganz ruinirt war. Beim Wiederaufbau aab der Eigner das FTraufcn - Recht gegen seinen Nachbar auf, iudem er die Niederlage nur mit cinem haiben Dache bedectte dieselbe unten ganz massiv und oben auf 6 Zell massio vou allen Seiten ocrblenden, auch nocz einen Fuß höher als das Dach war, die Rückwand nach dem Gasthofe bin, massiv aufführen ließ, damit bei cinem äbnliczen Unglücke das Feuer den Dachstubi nicht angreifen köunte. Leider brach na Verlauf von sieben Fahren in dem nämlichen Stalie des Gasthofs Feuer aus, und obgleich sich cine Menge Heu und Stroh auf dem Boden befand, was cine gewaltige Gluth verbreitete, so blieb die Nicderlage doch unversehrt. Dies dient zum Beweise, daß eine 6 Zoll starfe Verblendung der Feuersgluth widerstehen fann. Es if daber, befonders bei Neubauten, wo die Hinter- und Seitcu- Gebäude der Nachbarn nahe angränzen, zu empfehlen, selbige nur mit cinem halben Dache zu versehen, wenigstens auf 6 Zoll massiv zu verblenden und mit jiarkem Puy zu bekleiden, wodurch die schnelle Verbreitung des Feuers verhindert wird. ch

Meteorologishe Beobachtung.

1838. Morgens ! Nachmittags | Abends | Nacd einmaliger 11. Oktober. 6 dr, 2 Ußr. 10 Udr, Beobachtung. | p

Luftdruck...++ 336,26‘‘Par.] 335 40‘Par.|333,91‘Par. f Quetwärme 74% F, Luftwärme .…. [4 7,62 R.! 44-1029 R.|4- 83% R. Flußwärme 9,29 R. Fhaupunkt ... |-+- 669 R. | 4 6,99 R. [4 6,29 R. Bodenwärme 9,69 3, Dunslsättigung | 90 oCt. 75 pEt. pEt. Ausdünftung 9,042 N. etter... - 4 iräbe. trübe. trübe, Niederschlag 0,031‘/ Nb. Wind... ch- e W. S, L8. Wärmewetsel -=j= 10 23 Wolkenzug »« + | W | -+-À 59,

Tagesmittel: 33522“ Par... +8,79 R... =#-6,69 R... $2 pEt. 2W.

B erliu ert Bre Den 12. Oktober i838.

n H MPE G ZTNZTZ AREE T E O

Amtlicher Fonds- und Geld-Cours-Zatieldl.

“Fr. Vonr. S e. Cour,

N| Brief. | Geld. N} Brief. Geld. Bte-Belkutd-Seb. |4|10211/, 2! 102%/j fOstpr. Pfaudbr. |3#| 1007/5 | Pr. Engl. Obl. 30./4| 1031/4 | 1923/4 iPourm. Pfavdbr. (4 L Prämßch,.d.Seeb.|—| 67! /, | 67 do, do. |32/ 1017/5 D Kurm.Obl.m.1.C.|4| 1035/; | 103! [Kur- u.Neum, do.|32/101!/,„! 1018/2 Nm. Int. Sch, do. 4| 1033/s Schlesische do. 4| 105 aen Berl. Stadt - Obl. 4| 103, | Bückst. C. uud Z. Königsb. do. (4 Sch. d. K. u. N.|—| 94l/, un

| Elbiogr do. 43) E Gold al marco |—| 213, | 214! /, Dauz. do, iu Th.|—| 48! /, | —- Neue Ducaten |— 18/, E Westpr.Pfandbr.| 4} 101S/g Friedrichsd’'or |— 13!/, 13 do. do. |32 100?/, And, Goldmün-} |

Grossh, Por. do.|4| 105 zen à 5 Thl, |-| 13/, 123, Ostpr. Pfandbr. |4| 1018/, [Disconto e 3

Auswärtige Börsen,

Amsterdam, 7. Oktober. Niederl, wirkl. Sehuld 533%, 59%, do. —.

Nenus An —.

Kanz-Bili, 24/4.

Antwerpen, 6. Oktober. Zins, D ¿ Neue Anl. 175/; g. Br. !/4, G. Frankfurt a. M., 9. Oktober. Gaxterr. dls Met. 1063/,. G. 40 100! /s. Br. 21/29/60 Us Br. 14 WD/,. Br. Bank-Actien 1787. 1735. Partial - Obi. 151! Br. Loose zu 500 FI. 127!/g. 126°/sg. Loose zu 100 FI. 27ò. G. Prenss. Präm.-Sch. 663/,. G. do. 4%/g Anl. 1031/4. Br. Poln. Liunse 66?/4. 663/,. 59/6 Span. Anl. 8. 7?/g. 21/4%/, Holl. 527/g. 5213/16. Rizenbabhn-Actien. St. Germain 700. Br. Versailles rechtes Ufer 615. Br. do. linkes Ufer 460. 445. Strassburg - Basel 375. G. Bordeaux - Teste —. Sambre-Meuse 440. G. Leipzig - Dresden 96.

Br. Köln- Aachen —. Comp.-Centrale —. Hamburg, 10. Oktober, Bank-Actien 1442. 1440. Engl. Russ. 108!/,. 59/4 Port. —-, do. 39%, Neue Anl. —. s

Paris, 6. Vktober. 59, Rente 109. 30. 3%, 80. 90. 5°/, Neap, 100. 55. Syan, Rente 0. Passive 4!/s. 89%/, Portug. —.

59/9