1838 / 289 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

schein der Dinge, einen Schweizer Bürger machen wollte. Wir wollen nicht fragen, inwiefern denn die Unabhäng- keit der Schweiz dabei interessirt war, dem Prätendenten von Straßburg einen sicheren Zufluchtsort und einen bequemen Mittelpunkt für seine Intriguen anzubieten; wir halten uns weit lieber bei den Gesinnungen der Anhänglichkeit für Frant- reich auf, welche der Vorort im Namen der Schweiz ausdrückt, bei den rúhrenden Erinnerungen an unser altes Bündniß, wel- hes wir zuerst ins Gedächtniß zurücriefen. Die Antwort des eidgenössischen Vororts, welche die Gemüther in Frankreich zu- friedenstellt, wird gewiß auch dazu beitragen, die in der Schweiz zu beruhigen, Und bald wird von einem Streit, der sich nur u sehr in die Länge gezogen hat, keine bittere Erinnerung mehr ci beiden Völkern übrig bleiben. “Bei uns wird nur die Op-

position in ihren Erwartungen getäusht werden. Man denke |

das Unglúck! Noch eine Sache, die sih ehrenvoll für die Re- gierung geendet hat; noch ein Erfolg für Frankreich und für das Ministerium. Die Opposition gefiel sih darin, die unentwirr- baren Verlegenheiten aufzuzählen, in die das Ministerium sich gestürzt hatte. Das Ministerium, hieß es, würde die Schmach einer Weigerung zu erleiden haben; es drohe zwar, aber nie- mals würde es den Muth haben, das Schwert zu ziehen. Wenn es Truppen zusammenzdge, würde sih der Gefahr ausseßen, Louis Napoleon eine Armee zu geben. Alle jene unübersteiglichen“ Schwierigkeiten hat das Ministerium dennoch Úberwunden; und zwar durch eine geschickte Mischung von Mä- bigung und von Festigkeit. Es hat sich um all’ die finstern Prophezeiungen der Öpposition nicht gekümmert; es hat auf seiner Forderung bestanden, weil sie gerecht war; es hat sich j Kriege gerüstet und dabei nicht aufgehört, eine friedliche

cilegung zu hoffen und durch Ueberredung und Sanftmuth an der Erlangung derselben zu arbeiten. Es hat Truppen zu- sammengezogen, ohne zu fürchten, daß, wie die Opposition be- hauptete, bei dem Erscheinen der republikanischen Fahne, Und des Napoleonischen Adlers unseren Soldaten die Waffen aus den Händen fallen würden. Jnmitten des Lärmes um sich her hat das Ministerium sein Ziel nicht aus den Augeu verlo- ren und hat dasselbe erreiht. Louis Napoleon is nicht mehr in der Schweiz! Ob die Schweiz ihn ausgewiesen, oder ob er sich freiwillig entfernt hat, darauf kommt es hier wenig an. Wir erlauben je6t der Opposition, die Großmuth und die Hoch- herzigkeit des Amnestirten von Straßburg bis in den Himmel zu erheben. Louis Napoleon soll ein großer Mann geworden seyn; zugegeben. Nur möge dieser große Mann außer Stand gesekt werden, einige Unglükliche, die ihn im Ernste für den Erben des Kaiserlichen Thrones ansehen könnten, zu verführen und in verderbliche Intriguen zu verwickeln; das ist Alles, was man verlangt. ir wissen sehr wohl, daß eine Verschwörung, daß aufrührerishe Schriften und dergleichen Kleinigkeiten die Opposition schr wenig rühren. Die Regie- rung aber, die genöthigt ist, zu unterdrücen und zu strafen, achtet etwas mehr darauf. Nach der Gnade, die sie gegen Louis Napoleon geübt hatte, erlaubt die Pflicht und Ehre ihr nicht, vor neuen Intriguen die Augen zu schließen. Die Mensch- lichkeit selbst nöthigte sie, strenge gegen einen Mann zu verfah- ren, der seinen Pardon nur angenommen hat, um sich von neuem sirafbar zu machen und Mitschuldige zu gewinnen. Wenn man es geduldet Hätte, daß Louis apoleon Emissaire nach Paris \chickte, um gewissermaßen feine Proclamation an die Mauern der Hauptstadt anzuschlagen, #0 würde man in der That die Geduld bis zur Feigheit getrie- ben, und der Empörung im Voraus ein ernstlihes Ver- theidigungs - oder Entschuldigungs - Mittel an die Hand gegeben haben; denn man hätte sich alsdann den Anschein ge- geben, die Provocationen zu erlauben. Die Französische Re- gierung war großmüthig genug gegen Louis Napoleon gewesen ; es war die höchste Zeit, daß sie daran dachte, gereht zu seyn. Diese Pflicht der Gerechtigkeit hat die Regierung geübt. Frank- reih hat Genugthuung erlangt , ohne daß es zur Gewalt seine Zuflucht zu nehmen brauchte, und dennoch gezeigt, daß es im- mer bereit seyn würde, zum Aeußersten zu schreiten, sobald seine Ehre und seine Sicherheit es nothwendig machen sollten. Was man auch geíagt haben môge, unser Bündniß mit der Schweiz wird nicht gestört werden. Wir nehmen keinen Anstand zu sa- gen, daß diese so glücklich beendete Sache eine von denen ist, für die das Land dem Minister am meisten Dank wissen wird, der sie mit so vieler Vorsicht und wahrhafcer Geschicklichkeit ge- leitet hat.‘ /

Der Minister-Rath war auch heute, wie schon seit mehre- ren Tagen, einige Stunden lang bei dem Conseils - Präsidenten versammelt.

Der General Sebastiani wird binnen kurzem von London iu Paris erwartet, der Herzog von Broglie ist bereits hier ein- getroffen, der Marschall Soult wird Ende November zurüleh- ren, und Herrn Dupin's Ankunft sieht man ungcfähr in 14 Ta- gen entgegen.

Vorgestern ereignete sich an einer der Barriëren von Paris ein Vorfall, der leicht die ernstesten Folgen hätte nach sich zie- hen können. Der aus 1 Corporal und 6 Soldaten bestehende Posten hatte sich total betrunken und gerieth in diesem Zustande auf den Einfall, seine Gewehre zu laden und alle Vorüberge- henden unter der Drohung zu verhaften, daß man Feuer ge- ben würde, wenn sie Widerstand leisteten. Schon war die

anze Wachtstube mit verhafteten Personen angefüllt, als eine Patrouille von 25 Mann hinzukam, die betrunkene Mannschaft ablójte und die Gefangenen in Freiheit schte. Der Korporal und die 6 Mann werden vor ein Kriegsgericht gestellt werden.

Der Moniteur parisien scheint bei den vielen Berich- tigungen, zu denen er genöthigt ist, auch nicht immer ganz mit der erforderlichen Vorsicht zu Werke zu gehen. So bemächtigen sh heute die Opposicions - Blätter mit großer Freude des nach- stehenden Faktums. Der „„Siecle“/ hatte angezeigt, daß eine Birtschrift wegen der Wahl - Reform bei dem Doktor Beisser deponirt sey. Der „Moniteur parisien“/ widersprach dieser Be- hauptung mit folgenden Worten: „Herr Beisser erklärt, daß keine Petition dieser Art in seiner Wohnung deponirt ‘sey, und daß er also über diesen Gegenstand nichts habe an den „Siècle‘/ schreiben können. ir fennen übrigens den guten Geist der Compagnie, der Herr Beisser angehört, zu gut, als daß wir nicht überzeugt seyn sollten, daß jeder- Versuch, Unterschriften in ihren Reihen zu sammeln, voll- kommen gescheitert seyn sollte.‘ Derselbe Doktor Beisser \chreibt darauf mit Unterzeichnung seines Namens und seiner Wohnung nachstehenden Brief an den „Moniteur parisien“/, der aber von diesem bis jest niht aufgenommen worden is: „Ihre angebliche Berichtigung, m. H., ist nichts als ein güti- ger Jrrthum. Jch enthalte mich, ihn anders zu bezeichnen. Jch habe, wie Sie sehr gut wissen müssen, die Erklärung, die Sie mir in den Mund legen, nicht abgegeben. Allerdings ist die in Rede stehende Petition in meiner Wohnung deponirt, '

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wo fie sich mit Unterschriften bedeckt. Jch ersuche Sie und né- thigenfalls fordere ich Sie auf, diese Reclamation in Jhre náchste Nummer einzurücken.“

Die angeblichen Schäke, die in den Kellern der Tuile- rieen gefunden seyn sollen, haben namentlich den legitimistischen Blättern so viel Stoff zu sarkastischen Bemerkungen gegeben, daß die Regierung jebt der Sache auf gerichtlichem Wege ein Ende machen wird. Ein in der „France“/ publizirtes Schrei- beu des Marquis von Giac, welches von jener Schaßhebung handelt, ist dem General-Prokurator überwiesen, worden.

Die Bank Laffitte, welche ihre Geschäfte unter der Firma

„Caisse générale du commerce et de Pindustrie“ betreibt, hat

jekt das erste Jahr ihrer Existenz vollendet. Während der drei ersten Monate war dieses Institut hauptsächlich mit seiner inneren Einrichtung beschäftigt. Es hatte im Anfang mit man- cheriei Schwierigkeiten, mit Mißtrauen und zum Theil mit ab-

| sichtlich erregten Vorurtheilen zu kämpfen. Viele Leute fürch- | teten, daß das Erscheinen der Laffitteschen Bank, die mächtige Bank von Frankreih zu einer verderblichen Nebenbuhler-

schaft anreizen würde. Andere fürchteten, daß es außer- halb der Operationen der Bank von Frankreich keinen hin- länglihen Plaß gäbe, um ein Kredit - Institut nach einem großen Maßstabe anzulegen, und daß man eine gewisse Ausdehnung der Geschäfte nur erlangen könne, wenn man si außerhalb der durh die Vorsicht gebotenen Gränzen bewege. Das Resultat hat alle diese Besorgnisse zu Schanden gemacht, und das kaufmäitnische Genie des Herrn Laffitte, welches unbe-

| denklich größer ist, als sein politisches, strahlt jeßt wieder in | seinem früheren Glanze. Es sind seit dem 2. Oktober 1837 bis

zum 30. September d. J. über 510 Millionen Fr. durch die Hände der neuen Bank gegangen, und zwar in folgendem stets steigendem Verhältniß: Jm 1sten Vierteljahr 49,595,000 Fr. Im 2ten Vierteljahr 102,107,000 Fr. Im 3ten Vierteljahr 158,760,000 Fr. Im ten Vierteljahr 199,565,000 Fr. GSTALMEIDATIENSTS AO920000900 R in Summa 510,027,000 Fr. Darunter befanden sich an diskontirten Wechseln 186,387,000 Fr., von denen 130 Millionen von Pariser Kaufleuten diskontirt und 56 Millionen durch Korrespondenz aus den Provinzen ein- gegangen waren. Die Summe der zirkulirenden zinstragenden Billets belief fich am 30. September d. J. auf 14,153,020 Fr.; die der nicht zinstragenden auf 504,009 Fr. Die Zahl der bei der Bank Laffitte erdffneten Konti's belief sich am #0. Septem- ber auf 2420. An der heutigen Börse hielten sh die Course der Franzd- fischen Renten steigend und sehr fes. Dasselbe war mit den Actien der Bank Lafitte der Fall; dagegen stellte sih in den Coursen der Eisenbahn - Actien wieder ein neues Sinken ein, und dieselben blieben ohne alle Ausnahme sehr ausgeboten. St. Germain schloß zu 660, Versailles rechts zu 580, Ver- sailles links zu 430 und Basel- Straßburg 360.

Der Semaphore de Marzjeille enthält den nachfol- genden Brief des Doktor Clot - Bey, den derselbe an einen Freund in Marseille geschrieben hat :

„Damaskus, 23. August.

Fch toeile Ihnen hler noch einige Nachrichten über die Angele- genheiten der Drusen mit, damit Sie alie Einzelheiten der Geschichte dieser Revolution, deren Ende ich Nbnen in meinem Briefe vom 23. Juli verkündigte, kennen lernen. Der Scheik Chuble, der Rachéa Und Hasbéa aaufgewiegeit und sich dann mit den andern Aufrährera unterworfen hatte, wollte, durch nachfolgendes Ereigniß bewogen, noch einen „lezten Handstreih““ ausführeu. Unter den Aufrührern von Rachéa befanden sich zwei Emire, weiche mit in den am 16. Xuli bewilligten Pardon begriffen waren und sh, mit einem Fir- man des fommandirenden Generals versehen, nah Hause begeden hatten. Drei Brüder des Emir Saad-Eddin, dic in der Armee diíen- ten, benußten einen Augenbli, wo die beiden Emire ohne Waffen waren, um den Tod eines Brudcrs zu rächen, der im Anfange der Revolution von jenen Beiden getödtet worden war. Sie wurden überfallen und ermordet. Dieses Ereigniß machte cinen großen Ein- dru auf die Drusen und es verbreitete fich das Gerücht, als ob dieser Merd auf Befehl des Prinzen verübt worden sey. Der Scheik Chuble, einer derjenigen, die in diasce Sache am meisten kompromittirt waren, fürchtete, daß ihm ein ähnliches Schicfsal bevorstebe, wenn er die Waf- fen pon sich lege, und wollte sich nicht unterwerfen. Als der Prinz

von diesem Attentat Kenntuiß erhielt, befahl er, daß die beiden Schul-

digen enthauptet werden solitea, aber diese batten bereits die Flut ergriffen, und sich nah Cypern eingeschifft. Der Emir Saad-Eddin, der in dem Verdacht staud, Anstifter dieses Mordes geweseu zu scyn, ward gcfänglich eingezogen. Der Scheik Chuble hatte unaefähr 400 junge Leute zusammengebracht, mit denen er sich na Balbek begad, um das Gebirge Jebel Hoia, wo fich die Druscu befanden, zu gewtu- nen. Die Nachricht von diesem Unternehmen fam nah Damaskus, als die Truppen bereits nach Ledja zurückgekehrt waren, und der fom- mandirende General sich bereits seit zwei Tagen in der Stadt befand. Der Prinz begab sich mit eincm Regimente Jufanterie und ziveien Abtheulungen ‘regulairer und irregulaircr Kavallerie auf den Weg, verfolgte ‘die Jusurgenten, schnitt ihnen den Weg ab, und hatte sie, nach oitertägiaen Märschen und Gegenmärschen, von allen Seiten nmzingelt. Die Aufrührer verlangten hierauf zu fkapituliren und ihr Gesuch wurde bewilligt. .Scheik Chuble begab fich zum Prinzen, und dieser war fo großwüthig, ihm nicyt uur das Leben, fondern auch seine Freiheit zu schenken; er fehrie vor zehn Tagen mit mehreren anderen Scheifks, zu Pferde und bewassnet, nah Damaskus zurück. Ex wohnte bei Babary-Bey, wo ich mich ebeu befand, und hier war es, wo ih diescn unternehmenden und mutbvollcn Euecrilla sah, den

man in mancher Beziehung mit Mina vergleichen fann. Er ti ein

Manu von ungefäbr 36 Jahren, hat cine untersezte Gestalt, fleine aber sehr lebhafte Augen, und trägt cinen braunen Bart. Scine

Nase if spiy und seine ganze Pbysiognomie verräth Schlauheit ; E, : A Ie R ! nannt worden; die ministeriellen Blätter glauben, daß diese V

nd Lisi. Jh habe mebreremale mit ihm gesprochen, und nich überzeugt, daß es ihm nicht an Geist und Beurtheilungófraft man- gut: Er hat mir sclb#t gestanden, daß er sich in die Revolution ge- fürzt habe, ohne cinen Zwet zu haben und aus bloßem Yutercsse am Kricaec. Er erkennt dic Großwuth des Prinzen dankbar an und ist ihm jeut völlig ergeben. Zweimal ist er verwundet worden. Jch habe seine Fußwunde, die er durch einen Flintenshuß erhaiten hatte, ge- heilt, und er schenkte mir dafür aus Dankbarkeit scine Lanze; diese besieht aus einer damaócirten Spitze, die auf einem schzehn Fuß langen Bambusrohr befestigt is. Nach oben zu i} dieselde mit zwei Straußfedern geschmückt, welche andenten, daß diese Waffe von Nie- mand als einem Krieger ersten Ranges geführt werden darf. Seine Untergebenen achten ihn als einen der ühnstien, tapfersien und un- ternehmendsten Schciks. Der Prinz erfreut sih der vollkommensten Gesundheit; er hat in diesem Feldzuge eine Ruhe und eine Mäßi- gung bewiesen, wie man sie in ähnlihen Fällen iu Europa nur ir- gend an den Tag legen kanu. Jch reise morgen ab, um mich zu dem Emir Béchir nach Dher- el - Kamar zu begeben, und hoffe, inuerhalb zwei Monate uach Aegypten zurückzukehren. (gez) Clot-Be y.“

Großbritanien und Jrland.

London, 12. Oft. Der offizielle Bericht über die Staats- Einnahme des le6tverflossenen Quartals und Ymands Zudees ist gestern erschienen. Es gie sich daraus, daß die Revenúüen in beiden Zeiträumen im Vergleich zu den entsprechenden von

| 1837 bedeutend zugenommen haben. In einzelnen Artik i eln

| gefunden; in der Post-Einnahme fúr das Quartal cin Augg

zwar cin Ausfall stattgefunden, aber im Ganzen is die N nahme überwiegend. Was die Zölle betrifst, \0 is die 7 nahme im Quartal am beträchtlichsten im Getraide. Jy d Accise haben die geistigen Getränke mehr, das Malz" wo ger während des ganzen Jahres eingebracht; ün Quas tal zeigt sich cine Mehr- Einnahme; es wird jedo bens daß Zahlungen in demselben mit eingerechnet worden, die j, vorigen Jahre schon im zweiten Quartale figurirten, indem Ï in der Accise gebräuchlich ist, daß man, wenn der Ertrag j einzelnen Artikeln sich am Schluß eines Vierteljahres noch A genau ermitteln läßt, die Summe desselben auf das folgen Quartal überträgt, wodur oft scheinbar ein beträchtlicher j, tershied in den Revenúen dieses Departements entsteht, t, V der Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Jn den Stempel Eintins ten und mehreren anderen Artikeln har eine Berineheuny iu

fr das Jahr aber ein Zuwachs; als Grund davon wird Uebertragung des Paketboot - Dienstes auf das Admi táté-Budget angegeben. Jn Zahlen stellen sich die verschiede Verhältnisse folgendermaßen: die Einnahme des Quartals, wh hes mit dem 10. Oktober 1838 s{loß, beträgt 12,349,075 j die des entsprechenden Quartals vom vorigen Jahre 11,693 1g Pfd., die Zunahme also 655,919 Pfund; die Einnahme t ganzen Finanz - Jahres, welches mir demselben Tage zu En ging, 43,628,683 Pfd., die des Finanz- Jahres, welches mit dy 10. Oktober 1837 schioß, 42,887,638 Pfd. , die Zunahme y das ganze Jahr also 741,045 Pfund. Der Haupt - Zuwag des Vierteljahres waren 388,492 Pfd. an Accise und 129/224 P anStempelgebühren. Aufdas Jahr kömmtin den Zöllen ein Zuwagy von 450,675 Pfd., in den Stempelgebühren 174,922 ‘Pfd. m in der Post 45,257 Pfd., dagegen eine Abnahme von 179,450 P in der Accise und von 46,223 Pfd. in den Steuern. Die hy positions-Blätter wollen in den Resultaten dieses Berichts nig den mindesten Grund dazu finden, dem Lande Glück zu wiy schen, weil derselbe, o erfreulih er auch aussehe, doch ga und gar hohl und trügerish sey, indem sämmiliche vermin liche Zunahme in den Einkünften nur von örtlichen und w, übergehenden Ursachen herrúhre und der Staat sich keineswegs von dem {wachen und stockenden Zustande wieder erholt hüt, in welchem er sich im vorigen Jahre zu derselben Zeit in Folz der Handels-Krisis von 182%/, 7, befunden, wo die Vierteljahti Einnahme einen Ausfaíl von 1,187,000 Pfd., den größten, du jemals vorgekommen sey, ergeben habe. Was die angebli Zunahme von 388,492 Pfd. in der Accise betreffe, so rühn dieselbe einzig und allein von der dur die Krönung fällig vermehrten Consumtion her, ja, es würde sich sogu wahrscheinlich ein Deficit in diesem Einnahme - Zweige heraus stellen, wenn die Krönung nicht stattgefunden hätte, da Vieh der Meinung seyen, daß dieseibe der Accise fas eine halbe M lion eingetragen habe. Der Zuwachs in den Stempei- Gebüh ren wird davon hergeleitet, daß seir vorigem Jahre eine Meng neuer Actien- und anderer Compagnien entstanden, was natür lih nur zufällig sey, und woraus man reinen allge:neineu Schl auf eine auch ferner zu erwartende gleiche Einnahme ziehen kêönu Noch seltsamer aber sey es, daß Herr Spring Rice, der Kanzler df Schazkammer, eine Summe von 65,000 Pfd. als Ertrag aus du Verkauf von Kron-Ländereien, mit in Anschlag bringe, als d ein Gutsbesißer, wenn er ein Stück von seinem Eigenthu verkaufte, jemals das dafür geldste Geld in seine Einnahme f das laufende Jahr mit einrechnen würde, statt bloß die Zinsey die ihm dasselbe, anderweitig angelegt, eintrúge, in der Ei nahme aufzuführen. In den Zöllen endlich werde im Verglei zu dem entsprechenden Quartal des vorigen Jahres mit eint Zunahme von 33,155 Pfd. geprunkt; man müsse sich aber dw bei in Erinnerung bringen, daß in dem vorjährigen Quart von Juli bis Oktober ein Ausfa!! von 917,060 Pfd. gez dasselde Quartal von 1836 siaitgefunden habe. Es müsse du her von dem angeblichen Zuwachs von 655,910 P. auf das Vierteljahr mindestens cine Summe von 615,871 Ph, abgezogen werden, nämlih 23,155 Pfd. an Zöllen, 384 Pfd. an Accise, 129,224 Pfd. an Stempel - Gebühren und 65,000 Pfd. als Ertrag aus dem Verkauf von Kronländereien. Hiernach kônne man beurtheilen, um wie viel sich der trautige Zustand von vorigem Jahre verbessert habe. Endlich wird aw geführt, daß der Schaß 4,778,000 Pfd. von der Bank habe entlehnen müssen, um die Zinsen der Staatsschuld, dit \\ für dieses Quartal auf 4,835,000 Pfd. beliefen, zu deen, {0 daj also fast die ganze Verzinsung der Schuld mit geliehen Gelde bestritten werde. Bei jo düsteren Aussichten sür Finanzen des Landes sey es daher wohl unveranttwortlid daß Volk und Parlament ihre Zeit mit Partei-Fragen und W bedeutenden Angelegenheiten verschwendeten, statt sich mit di wichtigsten Interessen zu beschäftigen. Von ministerieller Seilt wird hierauf nur erwiedert, daß man keinesweges aus den gebnissen des leßten Einnahme-Berichts übertriebene Folgerw gen machen wolle, daß indeß ein Zuwachs in den Einkünsu doh wenigstens als kein Zeichen von Verfall anzuschen su Als in den lebten Quartalen eine bedeutende Abnahme in dl Staats-Revenúen sih gezeigt, da habe die Opposition von nit als traurigen Vorboten des gänzlichen Verderbens und Unte gangs der Nation gesprochen, und jebt, wo sich wiedek eint Zunahme herausstelle, finde sie auch nichts Erfreuliches dati dies sey jedenfalls eine Jnkonfequenz, die sich nur aus Pari Motiven erklären lasse. :

Dr. Lufßington ist zum Richter am Admirals - Gericht 0

nennung allgemeinen Beifall finden werde, da Herr Lushingl0! einer der ausgezeichnetsten Rechtsgelehrten Englands isf. Sollte Sir John Herschel bei seiner Weigerung behartth den Posten eines. Präsidenten der Königlichen Societät anv nehmen, so is die Rede davon, Sir R. Peel in Vorschlag Þ° bringen. d Der Herzog von Lucca wird nächstens hier erwartetz es, s bereits Zimmer für Se. Königliche Hoheit in Beattie s Hol gemiethet worden. ; Der Prinz Capua ist mit seiner Gemahlin nach dem Kon tinent abgereist. di Die Zufuhr von Getraide jeder Art war in dieser Wo nur gering; der Englische Weizen wurde von den Múllern ga! aufgekauft , zu denselben Preisen wie am Montage , aber fremdem Weizen war nicht solcher Begehr wie in der von Woche. Ungeachtet des raschen Sinkens der Durchschnittsp i und des dadurch veranlaßten Steigens der Einfuhrzölle, a man jeßt doch ziemlih allgemein, daß die Aerndte, beson i die des Weizens, sich als sehr kärglih erweisen dürfte und det die Preise bis zur nächsten Aerndte bedeutend steigen wel w Einige erwarten sogar, daß noch vor Weihnachten der Bare Zoll wieder auf einen Schilling herunter seyn werde. 5 iw hingegen meinen, daß die schlechte Qualität des dieszährigen

ser Gegenstand wird wahrscheinlich einen wichtigen Punkt der nächsten Sitzung bilden. Vor einiger Zeit hörte ih von Männern, die wohl unterrichtet seyn können, daß die Berufung der Kammern für die Mitte Oktobers bestimmt sey; jedenfalls fann das Ministerium dieselbe nicht lange mehr verzögern, da am zweiten Dienstage des Novembers die Kammern von Rechks- wegen und cigenmächtig sich versammeln würden, man kann daher in den nächsten Tagen die Ordonnanz der Berufung er- warten. Die klerokratische Partei des Senates ist schon iân in Bewegung, um den Baron Stassart, der als Groß-Meister | der Freimaurer ein Unheiliger für sie ist, von dem Práäsidenten- Stuhle zu entfernen; der ÄAuserwähite dieser heiligen Schaar : ist Vilain X.

Preis verhältnißmäßig zu niedrig échal- so baldige Wiedereröffnung der Häfe Uebrigens waltet in er die Aerndte und die Beschaffenheit des Englands eingehen, so darauf verlassen kann. en sey meistentheils so- shlecht, rden gebrauchen können. Wenn *zinter über in Eng- s dürfte an Beimischung |

Weizens den als daß eine

7 fremden Weizen llen Angaben,

u erwarten wäre.

den verschiedenen Theilen lichkeit vor, daß man pten sogar, der Wei ar nicht w

sih wenig

Biele Müller ihn g wäre, so möchte man wohl d hr schlechtes Weißbrod haben (f und Alaun nicht fehlen. Ankáufe im Aus daher ansech Gewerbs - und C davon befürchtet man großen 2 Arbeiter in den Fabrik:-Bezirken. daß es auch im Auslande an Getraide am Ende nicht der hinreichende Dies Alles wird der láttern dringend zur Erwägung an- daß sie bei Zeiten die ndthige Vor- Einstweilen wird für | Britischen Konsuln auf | enaue Berichte über den Ertrag und erndte in den ihren Wohnsißen zu- nden einfordern sollte. erusalemer Kaffeehause cine Versammlung ‘inrichtung einer monatlichen Communication und Indien úber das Rothe Meer, die nicht Prásidentschaften und die Insel Ceylon um- ch durch die Meerengen bis Java er- Sir W. Horton, der ührte den Vorsitz în dieser W. Bentinck, der Gouverneur der Bank, | Rae Reid, und andere angesehene Kaufleute der Man glaubt jedo, daß weder rung noch die Ostindische Compagnie dieses Unterneh- erden. Bei dem jeßigen Verkehr mit Indien ; klang bei dem neuen Gebäude vorfuhr.

en ganzen

Jedenfalls wird man noch bedeu- das nächste Jahr machen müssen ; nliche Kapitalien nach außen wandern und ; Handelsverkehr entzogen werden, Nangel an Beschäfti- Hierzu kömmt

vem inneren nd als Folge

die Besorgniß, Zeit der Not u bekommen dentlichen B mit dem Rath, nen solchen Fall treffen möge. daß sie von allen

gestern von Berchtesgaden nach Trient begeben, wo Höchstdie- jelbe mit der Königin von Griechenland zusammenzukommen

und zur ehlen Î gedenkt.

Bedarf dort z Regierung

yn dürfte.

orge für ei | an sämmtliche abgehende und eintreffende Posten in demselben

ecémáßig gehalten , E Kontinent möglichst je Beschaffenheit ¿chst gelegenen G

Heute fand im att, um die wischen England ur dur die drei sondern sih au ° in Berathung zu zie

trecken \oll Y on Ceylon,

orige Gouverneur v ersammlung. Sir John

men daran Theil.

en unterstüßen w vird besonders darüber geklagt, daß die ‘Post die Pakete un- r Weise in Gibraltar und an anderen Orten aufhalte. ie in der „Allgemeinen Zeitung‘ vom Tten þ. enthaitene (ber in einer Anmerkung der Redaction von ihr selbst sehr bezwei- elte Nachricht von einem Offensiv - und Defensiv - Bündniß ' n England und der Pforte gegen Persien wird vom hie- sigen Courter eine seltsame Geschichte ' einlichkeit auch daraus hervorleuchte, daß in Wien ara Zten d., zu her Zeit man doch daselbst von einem fo wicht L venn es wirklich stattgefunden, hätte Kunde haben müssen, die Course der Staatspapiere ganz unverändert geblieben.

Ungeachtet der vom „Journa

genannt, deren Unwahr-

igen Ereigniß, |

l d’Odessa‘? gegebenen Erklá- | will der Courier doch von dem Giauben nicht ablas- | sicht habe, auf der Jnsel Sulina is unbestimmte Zeit hier verweilen, wie es heißt, um den Zustand * der Augen-Krankheit unsers Kronprinzen zu beobachten.

en, daß Rußland die Ab der Donau-Mündung nach und nach eine bedeutende Stade zu runden, die vermdge ihrer geographischen Lage in wenigen Jahren gewiß eine große Wichtigkeit erlangen und mit ihrer teren Schwester Odessa wetteifern würde; ja, dies Blatt er- lit im Geiste daselbst schon eine die Einfahrt in die Donau jeherrschende Festung.

Aus Quebek hat man Nachrichten bis zum Zten v. ord Durham befand sich noch daselbst und litt an den Folgen iner Erkältung; er konnte deshalb nur die allerdringendsten | Geschäfte vornehmen. Obgleich es jetzt ruhig in den Provinzen var, fürchtete man doch, daß der Feindseligkeiten bringen möchte.

inter cine Erneuerung der

Niederlande.

i Aus dem Haag, 15. Sept. rit.) ZJhre Kdnigl. Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Friedrich der Niederlande sind gestern Abend um hab 7 Uhr n erwünshtem Wohlseyn hier eingetroffen.

(Telegraphische Na ch-

Belgien.

Brüssel, 8. Oft. (L. A. Z.) Die Erhebung des Erz- bishofs von Mecheln zur Kardinalswürde hat dem Ministerium Gelegenheit gegeben, seine ganze Ergebenheit für die klerokra- Gegen das flare Wort mehrerer Artifel der Constitution, auf einige Ordonnanzen des Konsulats fich sübend, hat es demselben für seine Reise nach Rom 45,000 Fr. gegeben und seinen Jahrgehalt auf 30,000 Fr. festgeseßt. Die liberalen Blätter haben das Geseßzwidrige und Ausschwei- fende dieses Beschlusses klar bewiesen, aber weder die Organe des Ministeriums noch der fklerokratishen Partei haben eine Vertheidigung für ndthig gefunden. Einige Blärter behaupten, daß der Rechnungshof gegen diesen ministeriellen Beschluß pro- testirt habe; dieser Umstand scheint sich jedoch nicht zu bestätigen, und es ist den Kammern überlassen, die Constitution und den Staatsschat vor Verlebung zu bewahren, aber es ist wenig von dieser Versammlung zu hofen; die klerokratische Mehr- heit wird diese Verle6ung der Gesebße als eine ihrem Haupte | dargebrachte Ovation unter ihren Schuß nehmen. Seit einigen | agen spricht man bekanntlich von einer Aufforderung, welche de Merode und de Robiano an das Belgische Volk ergehen las sen wollen, um die Ankunft des Kardinal-Erzbischofs durch ein

ationalfest zu feiern; man soll sogar eine Denkmüúnze schlagen lassen wollen zur Verewigung dieses für Belgien so ruhm- und Sie ja nicht an der Mdg- Die Gerüchte über die bevorste- hende Errichtung eines Bisthums zu Antwerpen gewinnen im- mer mehr Bestand; die Ankunft des neuen Kardinals wird ohne Zweifel eine neue verdoppelte Thätigkeit in der klerokratischen Partei entwickeln, und schon kündigt man das Erscheinen meh- l n Journale ihrer Meinung an. Jn dieser: Augen- j like herrscht in der Oeffentlichkeit ein gewisser Waffenstillstand zwischen den Liberalen und Klerokraten; sie haben Beide ein- 6 Die der Priester - Herrschaft ergebenen Seelen aven vor wenigen Tagen einen großen Schmerz erleiden müs Der Bonaventurist Eggermont, Ex - Direktor einer Pen- N (Anstalt, is von dem Tribunal von Namur wegen Vergehen g nzucht, an seinen Zöglingen versucht, verurtheilt worden. Die di intniß solcher Beispiele wird stets unterdrückt von Denen, welch- ese Heuchler für die Bildung der J uhe, welche in dem politischen Leben augenblicklich herrscht, giebt n Partei Gelegenheit. die endliche Organisirung des nterrichts (enseignement moyen) zu verlangen. sche Partei besißt in den Portefeuilles des Ministeri- einen Gese6-Vorschlag, der ‘auch diesen Theil der Jugend- Hände giebt; die Umänderung er liberalen Partei verlangt, und die-

tische Partei auszudrücken.

glanzvollen Ereignisses. lichkeit eines solchen Planes.

ander nôthig.

ugend nöthig halten. Die

ildung vollkommen in ihre ses Planes wird von d E

11d

gst

Deutschland. Mäánchen, 12. Okt. Jhre Majestät die Königin hat sich

Leipzig, 15. Oft. Gestern ‘ist unser neues Post- gebäude feierlih eingeweiht worden, indem von 5 Uhr Abends

expedirt wurden. Der Haupt-Eingang, so wie der große Altan über demselben, war durch Laubwerk und Ses mit den Säch- sischen Farben verziert; die Schnellpost von Dresden selbst, fest: lich geschmückt und die Sächsische Krone vorn tragend, auch von acht blasenden Postillons, dem hiesigen Postmeister und einer zahl- reichen Menge von Zuschauern aus allen Klassen zu Fuß, zu Pferde und zu Wagen eingeholt und empfangen, fuhr, die erste, nach 5 Uhr durch das Hauptthor einz ein lauter Sbelzuf be: grüßte den Festzug, und vom Altan blies ein Musik - Corps: „„Nun danket Alle Gott“ und: „Den König segne Gott“, Die Gas-Beleuchtung und eine Erleuchtung des Haupt-Altans erhdßren bei einbrehender Dunkelheic das Jmposante dieses neuen prächtigen Gebäudes. Einéèn freudigen Eindruck machte cs, als um 5 Uhr die erste ‘Preußische Post, ebenfalls mit Laub- werk bekränzt, den Postmeister und mehrere Post - Offizianten von Mersebucg mit sih führend, unter schmetterndem Hörner-

Die Messe if still, wie sie begonnen und im Laufe von drei Wochen sih gezeigt hatte, zu Ende gegangen, d. h. ohne

besonderes günstiges Resultat, aber auch ohne Bankerott und Unglückéfali. Nur ein Gejschäst, dessen Gewinn sich freilich

unter mehrere Tausende vertheilt, hat von der Messe den besten | f _OAP s i f | Nub6e » . wi v j nta D My | zung die eidgendfsishe Militair: Auffichts: Kommisson beauftragt bai, Nuben gezogen: wir meinen die Leipzig-Dresdener Eisenbahn- | Á L E e d und welche Trnppen noch. jur Vertbeidigung déx Gränze von Genf bis Basel ausgerüstet werden müßten, oder ob die hon dascibst befiadlichen vermindert werden fönnen. Von dan Augendlick an, wo Louis Bonaparte sciue Übsichi, dic Sweiz sofort verlassen zu wollen, aussprach, und Fraufceich si wit diesem Sui- chluß zufrieden erflärte, baden wir die Differenzen zwischen der Schweiz und Frankreich als beendigt augesehen. Die Bewegnugt der Französisshea Truppen von Lyön, die son fcüber befoblen wor den waren, baben uns daher feine Besorguisse erregt, auch haden, #0 viel wir wissen, auf der agene Gränze der Franche Comré feine Be- wegungeu stattgefunden. W U

serer Seite cine freiwillige Demonstratiou um so weniger satifindein darf, als die Tagsatzung versammelt ifi und daher fofort diejeaigei Anordnungen treffen fann, die sie für zweckuäßig hält. Deshald de: schräufen wir uns darauf , uus iu deu Stand zu seyen, in vierund- wants Stunden unsere deiden eidgeubssischeu Kontingente zu vex-

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Gesellschaft, deren Dampfwagenfahrten in den drei Wochen wehl an 15,000 Rthlr. eingetragen haben mögen.

Die hiesigen pietistishen Auswanderer, aus eiwa zehn Fa- milien bestehend, verlassen in diesen Tagen ihr Vaterland, um in ungewisser Ferne ein zweites zu suchen.

Hannover, 12. Oker. (H. K.) Der Geheime Medizinal-Rath

Dr. von Graefe aus Berlin ist hier eingetroffen und wird auf

Der Freiherr von Rothschild is vergangene Nacht von

; Frankfurt hier eingetroffen. Auch verweilt seit einigen Tagen “der Kdnigl. Siciltanische Gesandte am Kaiserl. Russischen Bil

Fürst von Butera, in seiner Vater\tade Hannover. Der Fürst diente bekanntlih früher als Offizier in der Hannoverschen

! Armee.

Karlsruhe, 11. Oft. Der Großherzog und die Groß- herzogin von Oldenburg sind gestern Abend, von Bern kom- mend, hier eingetroffen und im Großherzoglichen Schlosse ab-

| gestiegen.

Neu- Streliß, 8. Okt. Se. Königl. Hoheit der

| Großherzo haben gestern in feierliher Audienz den Königl. | Dáni

nischen Kammerherrn, Grafen von Reventlow-Criminil, als außerordentlichen Gesandten Sr. Majestär des Königs von Dá-

nemarf empfangen und aus dessen Händen ein sehr freundli- hes Königliches Schreiben, begleiret von den ÎInsignien des

| Elephanten-Ordens, entgegengenommen.

Oesterrei. Wien, 9. Okt. (Nürnb. K.) Unser ehrwürdiger Riese,

siebenhundertjähriges Alter, scheint troß seiner bedeutenden Aus- besserung im Jahre iVi2, ernste Besorgnisse zu erregen. Man hat seine Grundfeste umzäunt, und errichtet Gerüste zur Spibe hinauf, um durch eine Kommission von Kunstverständigen die genaueste Práfung deshalb vorzunehinen. Von der Monte- negrinischen Gränze bestätigt sich die zeitweilig eingetretene Ruhe, aber eine definitive Beilegung des Streites mit dem kühnen, verblendeten Nachbarvölkchen möchte noch entfernt seyn. Die gestrige Hof-Zeitung bringt die Verleihung des Leopold-Ordens an den Oberst-Lieutenant Roßbach für die tapfere Zurückwei- sung der Ueberfälle an der Gränze, gleichwie früher jon Ge- neral Waldstätten- dekorirt worden is. Man muß die ge- máßigte Haltung der starken und duldsamen Oesterreichischen Regierung loben, die hier “eine Selbstverleugnung zeigt, wie sie mächtigen Nachbarstaaten gegen fkleinère elten eigen is, Es ist hierbei der Frieden Europa's mehr interessirt, als man wohl glauben möchte. An planmäßigen aufreizenden Jntríguen von Außen fehlt es nicht; so klein aber das Monke- negrinische Gebiet ist, dessen Bewohner etwa 15,000 Waffen- fähige zählen, würde ihre fanatische Tapferkeit, wozu leicht die unruhige Bevölkerung aus Albanien sich gesellte, und das felsigte, nur durch Pässe zugängliche Terrain, Öesterreich im Fall eines Angriffs zur Entwicklung eines Armee-Corps von wenigstens 30,000 Mann zwingen. Seit kurzem sind zwei unserer hdhe- ren Staatsbeamten als Verfasser von dramatischen Erzeugnissen auf den beiden Hof - Theatern aufgetreten; Ch. Kufsner im Burg - Theater mit seinem historischen Drama: „Die Malthe- ser‘, und der kürzlich zum Scaats-Kanzleirath ernannte Vesque von Púüttlingen mit der Composition einer Oper nah Schiller's Turandor auf der Hof-Opernbühne. Man scheint bei einigen age Buchhändlern einem namhaften Handel mit verbotenen

üchern auf die Spur gekommen zu seyn; neuerlich wurde nach gehaltener Visitation eines Bücherlagers ein Wagen da- von weggeführt.

Schweiz.

Luzern, 9. Okt. Wie verlautet, sollen dem Bundes-Prä- sidenten von Seiten des Herzogs von Montebello Erdffnungen gemacht worden seyn, die ganz befriedigend lauten, und denen zufolge die militairischen Vorkehrungen in der Schweiz als un- nôthig erscheinen möchten.

Luzern, 9. Oct. Der Langenthaler Nationalverein hat nun feinen Beschluß in Ausführung gebracht, indem er eine Aufforderung an die ganze Eidgenossenschaft, zu einer Revi- sion der Bundesverfassung erliep, Es ist eine dffentliche Zu-

| lung, die

crife an jámmtlihe Land- und Großräthe der Eidgenosseit- \chafc, insbesondere aber an die der Kantone Bern, Zürich, Aargau, St. Gallen, Luzern, Thurgau und Baselland. Es heißt darin u. A.: „An die Stelle des Vertrags der Herren und des Verkommnisses der Regierungen muß geseßt werden ein Bund der Völkerschaften und cine Eidgenossenschaft der Schweizerbürger. Das Volk muß nach unserer Väter Weise in Bund zurück, seine Stellvertreter mússen in die Bundes- behörden eingeführt, die Bundesverfassung auf einen wirklichen wahren Bund der Eidgenossenschaft begrüúnder werden. Dies ist die Ausgabe der Zeit, thut hôhs Noth. Sonst is keine Rettung, kein Heil. Nicht die unausldshlihe Faktionswuth im Innern, nicht der vershmitßte Notenspuk von Außen rich- tet uns zu Grunde; nein, sie wären eitel und nichtig, wenn nicht jenes s{chmähliche Angebinde des Bundesvertrages vou 1815 unsere Sinne verwirrte und unsere Kräfte lähmte, wenn dies Machwerk nicht ein Schlupfwinkel und eine Rúüstkammer fär unsere innern Feinde und eine Bresche für die äußern wáre. Wir könne weder in Friede und Ruhe leben, noch in Kampf und Krieg uns ungestört wehren , so lang auf der gan: e Nation der drückende Alp politischer Knechtschaft, diese

usgeburt raffinirter Despotie liegt. ‘“ Bern, 10. Okt. Nach allen Berichten von den Offizie-

ren, die auf ihren Sammelpläben sind, herrscht unter den Mi- lizen der beste Geist. Viele kommen zu ihren Hauptleuten, um von ihnen zu erfahren, ob es bald zum Marschiren komme, und sie ihrer Bereitwilligkeit zu versichern. Die meisten haben ihre Habersácke gepackt und ihre Waffen in gehörigen Stand

esezt. Von diesem Eifer sind aber nicht nur die Milizen be-

eelt; áltere Mánner, selbst solche, welche die Franzosen von 1798 her fennen, erklären sich bereit, sür das gefährdete Vater- land Gut und Blut zu wagen.

Liestal, 10 Oft. Durch vorörtlihes Schreiben vom ÎDten

d. M., welches den 10ten in der B zu Liestal ankam, wurde Basel-Landschaft aufgesordert, zwei

eine halbe Compagnie Kavallerie aufs Piquet zu ellen, was sogleich geschehen ist. Der Kriegs-Rath wurde permanent er- flárt, und, der Aufforderung des Vororts entsprechend, sind die skalamáßigen Geld-Beiträge alsobald abgesendet worden.

ataillone Jnfanterie und

Neuchatel, 8. Okt. Ju Folge der Tagsaßungs-Beschlússe

hat der S am 7. September Abends doc eidgendbssi- scheu Militair - Aufsichts - Kommission durch einen Courier nach- | stehendes Schreiben übersandt:

Wir daben erfahren, daß die Tagsagung in ibrer geftrigen Stz-

t

r sind daber der Mcinung, daß vou un-

ammela, und wir haben geglaubt, der hohen cidgenössischen Mili- tair-Kommission dies für den übrigens ganz unwadbrscheiulichen Fa meiden zu mssen, daß sie es für uöth1ig fiuden sollte, der Tagsazung die Vermedruug siatt der Vermioderung der jeyt versammelten Trup- pen vorzuschlagen. Wir siad u. s. mw.“ (Folgen die Uluterschriften.z

Spanien. Madrid, 4. Ott. Die gegenwärtige politische Lage Spa-

niens hat das Kabinet veranlaßt, noch einmal auf die bereits früher einmal angeknüpfcen diplomatischen Unterhandlungen zu- rúckézukommen. Zu diesem Zweck hat, dem Vernehmen nach,

der Herzog von Frias sogleich nach seiner Ernennung zum Pre-

* mier-Minister den Portugiesischen Hof zu gemeinsamen Schrir- | ten bei den großen Europäischen Mächten in vi auf dyona-

tische Anordnungen aufgefordert, da an eine bewassnete Jnter-

: Y " vention von Seiten Frankceichs oder Englands doch nicht zu der Thurm zu St. Stephan, gebeugt schon durch ein mehr als s s z

denken sey. Der Portugiesische Hof soll diesen Vorschlag mit Freuden Augn aaen haben. Die Bedingungen einer Vermäh-

Amnestie, die Anerkennung der Schulden, die Wie- dereinsesung Dom Miguel's als Jufanten und die Konsolidi- rung seiner Anleihe als eine Schuld Portugals sind hier , als Mittel zur Beendigung des Bürgerkrieges, allgemein der Ge- genstand der Unterhaltung.

Das Ausscheiden des Kriegs - Ministers, Generals Aidama, ist jegt entschieden, doch behált er sein Portefeuille bis zur Ernennung seines Nachfolgers. Man sagt, der Inspecteur der Kavallerie, Ferraz, habe die ihm gemachten Anerbietungen ab-

elehnt und es sollen daher Unterhandlungen mit dem General

Ein erdffnet worden seyn. Das Finanz - Ministerium soll, wie es heißt, dem ehmaligen Banquier Herrn Pedro Surra y Rull angetragen worden seyn; man glaubt jedo, er werde nur die Stelle als Unter - Staats -Secretair im Finanz Depar- tement annehmen.

Während Herr Weißweiler, Agent des Hauses Rothschild, nach Frankreich gereist ist, um sich mit seinem Chef über einige wichtige Punkte zu besprechen, hat die Regierung den General- Bergwerks - Direktor nach Almaden gesandt, um den Züstand der dortigen Quecksilber - Minen zu untersuchen.

Spanische Gränze. Man schreibt aus Elorrio vom 6. Okrober: „Gestern kam Maroto mit seinem Generalstabe durch unsere Stadt und {lug über Mondragon den Weg nach Navarra ein. Acht Bataillone, eine zahlreihe Kavallerie und Artillerie marschiren auf Maroto’s ausdrülichen Befehl über die Ebene von Alava. Er hat, wie es heißt, die Absicht, in Navarta 20 Bataillone Jnfanterie, 1000 Kavalleristen und eine imposante Artillerie zu versammeln. Jn Balmaseda sind sechs Bataillone und die shwere Artillerie unter dem Befehl des Don Carlos zurückgeblieben. Espartero hat Villarcago ver: lassen und folgt durch die Rioja den Bewegungen Maroto'’s. Caston hat den Befehl erhalten, die Stadt Villanueva anzu- greifen, wenn von Espartero keine starke Garnison daselbst zu- rúcfgelassen worden is. Tarragual war am öten in Sanguesa. Die Christinos unter dem General Leon wollten am 2ten über die Arga gehen, um ihn zu beunruhigen, sle wurden jedoch durch Garcia, der ihnen mit sieben Bataillonen den Weg ver: sperrte, daran verhinderr. Aus Saragossa schreibt man, daß Cabrera diese Stadt anzugreifen drohe."

Das Bulletin der Baskischen Provinzen enthäle ein von Don Carlos erlassenes Dekret, wodurch den Offizieren und Soldaten Balmasèda’s, die an dem Siege bei Quintanar

de la Sierra vom 3, Sept. Theil genommen hahen, eins Denk-

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