1838 / 332 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Majoritäe. Jn dem vorliegenden Guizot, durch die Coalition auf den Präsidentenstuhl ge- sest, nicht mehr der Gegner des Herrn Dupin, des Herrn Odilon Barrot, oder jedes anderen Staatsman-

nes, sondern die Fahne seyn, welche die Coalition ge-

gen das Ministerium aufpflanzt; seine Ernennung würde der erste Oppositions- Aft der neuen fkoalisirten Majorität seyn. Nach den constitutionnellen Regeln, deren Sieg doch der Haupt- zweck der Coalition seyn soll, müßte alsdann der König den Herrn Guizot zu sich berufen, und nicht allein seinen Rath über die Bildung eines neuen Kabinets einholen, sondern die- ses Kabinet vorzugsweise aus den Freunden des neuen Präsi- denten zusammen seßen. Es wäre alsdann natürlih und par- lamentarisch, daß die Conseils-Präsidentschaft sogleich dem Chef der Doktrine angeboten würde; und man weiß nur zu gut, daß dies der geheime Wunsch des Hofes ist. Es ist leicht, wenn man ru- hig am Schreibtische sißt, die Dinge nach Gefallen zu ordnen: Diesem die Präsidentschaft zu geben, unter der Bedingung, daß er sich damit begnüge, Andere zu einer uneigennüßigen Mitwirkung zu verurtheilen und wieder an Andere die Portefeuilles zu ver- theilen. Aber in den ernsten Kämpfen auf der Rednerbühne regeln sich die Dinge nicht ganz so leiht. Die Kammer kann sich keine stillschweigende Bedingungen vorbehalten, und wenn man einen Präsidenten ernenut, so pflegt man sein Votum nicht zu motiviren. Die Coalition geht daher dem einzigen Ziele entgegen, welches sie erreichen kann: der Rehabilita- rion der Doctrinairs, ihrem Wiedereintritt in das Ministe- rium und der Verschiebung unserer Freiheiten. Man wirft uns vor, die Präsidentschafe des Herrn Dupin der des Herrn Guizot vorzuziehen, als ob es sih in diesem Augenblicke nicht um etwas weit Wichti eres, ais um eine per- sônliche Vorliebe handle. Es handelt fih darum, zu wissen, welche Politik in der Kammer den Sieg davontragen soll: die der Doctrinairs, welche man 6 Jahre lang an der Arbeit gesehen hat, oder dée der gemäßigten demokratischen Partei, die noch niemals ernsilih und frei das Ruder geführt hat. Es handelt s{ch darum, zu wissen, ob die Opposition und das linke Cen- trum alle ihre Kräfte zum Vortheil der Prinzipien und der Männer der Doktrine, oder zum Vortheil ihrer eigenen Mei- nungen aufbieten sollen. Was das Coalitions - Ministe- rium betrisst, welches einer solhen Präsidenischaset folgen soll, so wäre dies noch eins jener unmödglihen Bündnisse, wo zwei eutgegengesezte Streitkräfte sich neuctralisiren, wo jede Wirksamkeit durch die gegenseitigen Zugeständnisse, die man sich machen müßte, gehemmt wird. Was die selisame Unterschei- dung betrifft, die man hinzufügt, daß es sich gegenwärtig nicht um eine Frage der Freiheit, sondern um eine parlamentarische Frage handle, so gestehen wir, daß wir dies nicht recht begrei- fen. Will man in der That damit sagen, daß man zufrieden wäre, wenn die Kammer das Ministerium stärze, und sih dar- auf beschränke, von dem neuen Ministerium zu verlangen, daß es unabhängig vom Einflusse des Hofes regiere? Dies wäre in Wahr- heit zu abgeshmackc. Wie! Jhr wollt den Widerstand bloß um seiner selbst willen, die Schlacht aus Vergnügen an der Schlacht? Euch läge in der That nichts an den Folgen des Sieges? Der Zweck wäre bloß die Unabhängigkeit des Ministeriums und diese VaeSlangtes sollte nicht zugleich das Mittel seyn, die- ses oder jenes Regierungs - System zu verwirklichen, diese oder jene Politik in Ausführung zu bringen? Wenn man wirklich das damit sagen will, so haben wir darauf nur zu erwiedern, daß ein Coalitions-Ministerium seiner Natur nach gerade das- jenige Ministerium is, dem die Unabhängigkeit am \{hwierigsten gemacht wird, und so würde also die Coalition nicht einmal das Resultat erlangen, mét dem sle sich jezt begnügen zu wollen er- klärt. Der Messager erwiedert auf diese und âhn- liche Bemerkungen des Temps Folgendes: „Der Temps

spricht sich lebhast gegen das Bündniß der Opposition mit den | j N | tralpunkt der Umtriebe ist New-York, wo sich ein Haufen thä-

Doctrinairs aus. Wir erbliken durchaus keinen Nutzen darin, uns auf eine Polemik áber diesen Gegenstand einzulassen. Wir halten jenes Bündniß für nothwendig, und betrachten dasselbe,

wenigstens dem Prinzipe nach, für eine beschlossene Thatsache. ;

Die Opposition war einstimmig über die folgendermaßen gestellte Frage: muß man, im Interesse der parlamentarischen Lehrsäße

den von der doctrinairen Partei angebotenen Beistand, um den |

Sieg jener Lehrsäge zu sichern, annehmen? Keine Zustimmung, seibst die nicht der Fractionen der äußersten Linken i| ausge-

blieben; der „Temps“/ ist bis jegt allein seiner Meinung. | Nun heißt aber ein altes Sprichwort, daß es Jemand gäbe, |

der kiúger sey, ais irgend ein Anderer, und dieser Jemand sey die ganze Welt. Wir glauben daher, daß der „Temps“ sich trrt,- und daß die ganze Welt Recht hat. Außerdem sind wir ver Meinung, daß es bei dieser Frage eine andere Meinung oon großem Gewichte giebt und die man nicht unbeachtet las- sen darf. Man wird uns zugestehen, daß das Ministerium besser ais irgend ein Anderer die Dinge zu unterscheiden weiß, die ihm gefährlich zu werden drohen. Wohlan! Von allen Krêften, die man bis je6t gegen das Kabinet gerichtet hat, war feine, die lebhafter seine Besorgnisse und seinen Zorn erregt hâtte, als die Vereinigung der Parteien, dic es die Coalition nennt, Man sieht plöslih bei Gelegenheit der Broschüre des Herrn’ Duvergier von Hauranne ein Journal, welches man die alte Garde der ministeriellen Armee nennen kann, alle Morgen auf dec Bresche erscheinen und mit einem ganz ungewohnten Eifer seine Batterieen abfeuern. Wir glauben daher, wie“ ge- sagt, daß der „Temps'‘‘ die Interessen der Opposition verkennt, wenn er versucht, ein Bündniß zu hintertceiben, dessen Existenz das Kabinet so tief beunruhigt.“

Der Marschall Clauzel gedenkt, nach einem kurzen Aufent- halte i der Provinz Algier, noch einen Besuch in der Provinz Bona abzustatten und dann sogleich nah Frankreich zurückzu- fehcen. Er hat mehreren seiner hiesigen Freunde geschrieben, daÿ er zeitig genug in Paris eintressen werde, um an den Debatte; Über die Adresse, als Antwort guf die Thron-Rede, Theil zu ntedmen.

Die Erfolge der Dlle. Rachel gränzen wahrhast an das Wunderbare. Gestern, als sie zum erstenmale die Rolle der Roxane in Naecine's „„Bajazet/“ spielte, eine Vorstellung, die sonst kaum einige Hunderte von Zuschauern herbeigeloct haben würde, waren die Thüren des Theaters schon von 3 Uhr Nachmittags an dicht umlagert, und als um 6/2 Uhr das Haus gedffnet wurde, waren in wenigen Minuten alle Pióhe beselzt, und es jollen gegen 1000 Personen umgekehrt seyn, ohne Billets erhalten zu können. Der Beifall, den Dlle. Rachel auch in dieser Rolle erhielt, läßt sich mit nichts, als mit den Aeußerungen des Publikums bei Talma's {dnsten Dar- stellungen vergleichen. Wenn einige Journale behaupten, daß die Jüdin Rachel nur dem Eifer ihrer Glaubensgenossen ihre mertwürdigen Erfolge verdanke, so muß man nach der gestrigen Vorstellung wenigstens gestehen, daß die Juden einen großen Cinfluß auf das Pariser Publikum ausüben.

alle besonders wärde Herr |

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| Großbritanien und Zrland.

London, 23. Nov. Gestern wurde im auswärtigen Amts ein großer Kabinets-Rath gehalten, der zwei Stunden dauerte, und heute soll ein zweiter stattfinden. Man glaubt, daß die Belgischen und Kanadischen Angelegenheiten der Gegenstand diéser Berathungen seyen. Das Gerücht, daß das Parlament sehr bald eröffnet werden solle, wird heute von den ministeriel- len Blättern für ungegründet erklärt; sie versichern, es werde am 4. Dezember noch bis zu der gewdhnlichen Erdffnungszeit, nämlich bis Ende Januars, weiter prorogirt werden.

Der Themse - Tunnel isst jeßt bis auf 110 Fuß von der Gränze des niederen Wasserstandes auf der Nordseite fertig.

n der Oxfordstraße hat ‘die Legung neuer Trottoire be- gonnen, wobei man alle neueren Methoden erprobt, um zu er- mitteln, welches die zweckmäßigste is.

Radikale Versammlungen finden jest auch Nachts bei Fackel- schein ftatt; so vor einigen Tagen eine zu Oldham, dem vor- maligen Sitze William Cobbets ; dann eine zweite zu Rochdale, welcher gegen 30,000 Menschen beiwohnten. Beidemal war Feargus O’Connor der Hauptredner. Auf einer Versammlung zu Nottingham wurde der bekannte Dr. Wade zum Abgeordne- ten au den „Londoner Konvent“/ ernannt. f

Es hat sih eine Gesellschaft M, weiche dahin strebt, der Vershwendung, die in den Ausgaben für den Lord-Mayor stattfindet, Einhalt zu thun. Aus einem Berichte derselben geht hervor, daß, wenn an Staatêtagen der Lord-Mayor in seiner vergoldeten Kntsche ausfährt, derselbe von einem Heere unnüßer Leute begleitet wird. Die meisten derselben sind übermäßig be- soldet. Der Schwerdtträger erhält 460 Pfd. 2 Shill. 2 Pce., der Fluß - oder Wasser - Bailiff (Gerichtsperson bei feierlichen Wasserfahrten) 503 Pfd. ; kurz, die Ausgabe für dieses zufäl- lige meist unndthige Gefolge beläuft sich auf 5842 Psd. 5 Sh. 11 P. Die Besoldung des eigentlihen dem Lord - Mayor bei- gez ouen D Denato ist noch höher: der Kämmerer ezieht 4473 Pfd. 3 Sh. 6 P., der Stadtschreiber mit seinen Untergebenen über 3000 Pfd.; die Gesammtsumme der Besol- dung dieses Personals ist 14,790 Pfd. 17 Sh. 3 P. Die Be- wachung der Guildhall (des Stadthauses) kostet jährlich 1409 Pfd. 6 Sh. 4 P. Unter anderen Ausgaben kommt quch fol- gende vor: die Herren Gemeinde- Räthe zu lehren, vor der Königin herzureiten, und Pferd-Miethe, 121 Pfd.

Nachrichten aus Westindien vom 22. Oktober lauten günstig, nur auf Jamaika wollen bei hohem Grundzins und Miethe die Neger nicht gegen niedrigen Lohn arbeiten.

Der Morning Herald will wissen, bei Hofe sey man stillschweigend übereingekommen, den Namen Durham's nie zu nennen. :

Die ain Mittwoch Abend wit dem Packetschiff „Garrick“/ eingegangenen beunruhigenden New-Yorker Nachrichten in Be- bus auf Kanada erhielten am folgenden Morgen durch direkte

riefe aus Quebek ihre Bestätigung und wirkten sogar nach- theilig auf die Englischen Fonds. Noch scheint indessen in Ka- nada nichts Wichtiges vorgefallen zu seyn; es ist nur erst von Vorbereitungen und Zurüstungen die Rede, und zwar scheinen es, wie der Courier bemerkt, nicht sowohl Kanadische als viel- mehr Nord- Amerikanische Unterthanen zu seyn, welche sich in starker Anzahl. an der Gränze versammelt hatten, um in Ka- nada einzudringen, und, fügt der „Courier““ hinzu, da die Amerikanische Regierung nicht die Macht hat , sie (s , so war wenig Zweifel, daß die Briti- chen Truppen mit ihnen zu kämpfen haben würden. Privatbriefe aus Quebek schiloern die Verhältn(sse mit düsteren Farben. So heißt es in einem Handelsschreiben: „Das Kom- plott um uns her nimmt eine Gestalt an, die man si vor drei Monaten nicht träumen ließ. uh je6t schließen noch Viele die Augen, um nur nicht zu sehen, was vorgeht. Der Cen-

tiger Jntriganten ein Geschäft daraus macht, Patrioten fär die

inter-Campagne anzuwerden; es sollen schon an 60,000 Bür- ger der Vereinigten Staaten zur Theilnahme an der Expedition ein- geschrieben seyn. Man darf zugeben, daß diese Zahl sehr übertrieben is; allein wenn auch nur ein Zehntel davon gewafssnet an der Gränze stände, als Kern einer Amerikanischen Hülfs-Legion, so wäre die

Sache ernsthaftgenug.‘““ Der MorningHerald will gar wissen, |

die Feindseligkeiten hätten an der Kanadisch - Amerikanischen Bränze schon bcgonuen. Der Quebek - Mercury vom 20. Oktober berichtet, Graf Durham habe den Oberbefchlshabei der Truppen, Sir John Colvorne, auf den nah der Abreise des General - Gouverneurs interimistisch die Regierung der Ko- lonie úbergeht, mit den ausgedehntesten Vollmachten bekleidet und ihn ermächtigt, so viele Streitkräfte, als ihm zur gehörigen Vertheidigung der Gränze so wie zur Erhaltung der Ruhe und Sicherheit im Innern nothwendig schienen, zum aktiven Dienst heranzuziehen. An der Londoner Börse war in den lebten Tagen das Gerücht verbreitet, daß Graf Spencer ver- muthlich “der Nachfolger Lord Durham's in Kanada seyn würde. Der Courier weis dies Gerücht zwar auf keine authenti- sche Quelle zurückzufähren, glaubt aber, daß kein passenderer und allen Parteien genügenderer Mann zu diesem Posten auf- gefunden werden könne, als Graf Spencer.

Die Nachrichten aus Persien haben die durh die Kana- dischen Berichte etwas gedrückten Ccnsols wieder gehoben.

Niederlande.

Aus dem Haag, 24. Nov. Man hat den hier befindlichen Mitgliedern der zweiten Kammer der Generaljtaaten die Antworten der Regierung auf die Bemerkungen der Sectionen über den Gese6-Entwurf in Betreff der Aushebung der National - Miliz fúür 1839 mitgetheilt. Die Regierung stüßt sich hauptsächlich darauf, daß das Fundamental-Gesck nur für die Friedens-Zeit die Entlassung derjenigen Aufgebote, deren Mannschaft ihre fünf Jahre abgedient, vorschreibe; daß man dadurch, daß jähr- lich nur ein Aufgebot entlassen werde und ein anderes unbe- stin;:mten Urlaub erhalte, Alles gethan habe, was bei dem jeßigen unbestimmten Zullande unserer öffentlichen Angelegenheiten gesche- hen könne, ohne das Interesse des Landes zu sehr bloßzustellen ; daß man durch Reduzirung deé Kontingents auf seine ursprünglichen durch das Gecseb vom $8, Januar 18/7 bestimmten Gränzen von dem bereits durch das Gese vom 28. November 1818 auf- gestellten Prinzipe abweichen würde, wonach selbst in Friedens- zeiten die jährlihen Kontingente im Nothfall utn 1 Mann auf 300 erhöht w-rden können; daß allerdings zur Vertheidi- digung des Landes füc die Stunde der Gefahr noch gehn Auf: gebote im aktiven Dienst seyen oder dem Staat zur Last lägen. Alle Aufgebote der National-Miliz, deren Mannschaften ihren fünfjährigen Dienst abgemacht haben, befinden sich auf unbe- stimmten Urlaub. Uebrigens sind viele Milizen dieser Aufge-

bote, die im Dienst geblieben waren, ihren Familien zurückge: geben werden, wodurch, insoweit der Dienst des Landes

| es. erlaubte, den dringendsien Bedärfnissen deg | abgeholfen wurde. Was den von den Sectionen aué gesprocheny Wunsch betrifst, die Corps der Studirenden definitiv zu gen lauben, so bemerkt die Regierung, daß“ es nicht gerecht en würde, den Studirenden ein Vorrecht zu nehmen, welches i L durch die Geseze in den Jahren 1835 und 1838 zuerf ne worden. Durch Beibehaltung dieser Bestimmungen ges übrigens den Milizen, die durch das Loos ausgehoben wett

kein Unrecht, denn alle Personen, die noch in diese Frei-Cory

eingetreten sind, wurden zur mobilen Schutterei gerechnet uy)

von dem Kontingent ihrer Gemeinde in Abzug gebracht.

dererseits sind durch die bereits im Jahre 1833 festgeseßten stimmungen, keine Studirende mehr in jene Corps aufzun

men, alle Nachtheile beseitige. Was endlich die Entla! einer größeren Anzahl von Aufgeboten betrifft, so bemertt de Regierung, daß es fúr den Augenblick nicht angemessen es würde, die Streitkräfte, den Belgischen Rüstungen gegenüh zu vermindern, daß aber, sobald die Unistände es gestattety man die erforderlihen Maßregeln treffen werde, um diejenig Mannschaft, die nicht absolut nothwendig ist, abzudanken ed auf unbestimmten Urlaub zu entlassen.

Der Staatsrath hielt vorgestern eine außerordentliche, plby E Sig{ung, in welcher der Prinz von Oraniy präsidirte. :

Das Journal de la Haye, welches den Artikel d ¡eDandeléblad‘/ gegen die Antwort - Adresse der Belgischen R, präsentanten - Kammer wiedergiebt, fügt demselben folgende Y, trachtungen bei: „Wir dürfen nicht fürchten, daß die eben s unsinnigen als unbilligen Ansprüche ‘der Belgischen Repristy tanten ernstlich von der Belgischen Nation unterstüßt wetdy möchten, tro6 der Versicherung, welche ihre Vertreter geb und wir verzweifeln nicht daran, endlich die Gerechtigkeit u) die Vernunft bei einem Volke wieder zur Heri schaft gelan zu sehen, welches wir durchaus nicht mit einer Anzahl Besesy ner verwechseln, die sich den Namen der Vertreter der df lihen Meinung angemaßt. Sobald die fünf Kabinette, vern durch Gesinnungen und Jnteressen, auf energische Weise, wi sie nicht anstehen sollten, ihre Absicht kundgegeben Haben iwey den, daß man nicht ungestraft mit der Heiligkeit der feinlih eingegangenen Verpflichtungen spielen dürfe, wird die wahr Meinung Belgiens an- den Tag kommen und jene Ye trüger beshämen, wélche dieses Land in neues Unglück y stärzen beabsihtigen. Die Belgischen Repräsentanten haben Frankreich zu \{mähen gewagt, indem sie ihre Hoffnung aus gedrückt, daß dieses Land sich ihrer Unredlichkeit beigesellen werde. Wir seßen mehr Vertrauen in die Billigkeit Ludwi Philipps, um nicht überzeugt zu seyn, daß das Kabinet di Tuilerieen nächstens alle ungünstigen Gerüchte, welche seit eini gen Tagen über seine Absichten im Umlaufe sind, auf die glän zendste Weise widerlegen wird. Niemals wird der weise Fürst, welcher Frankreich regiert, vergessen, was Kaiser Nikolaus ant wortete, als der Erstere ihm bei seiner Thronbesteigung den Wunsch ausdrückte, seinerseits mit allen Europäischen Staaten

‘Rath, der um

druck erzeugt haben. Diesen Morgen ging ein G erer „Ls nach E und um 12 Uhr war Minister- and 2 Uhr noch anhielt. Der gestern Abend aus Paris angekommene ourier hat Befehl empfangen, sich bercit u halten, um noch heute mit Depeschen fär den Eranzosen nach Paris zurückzukehren.

Belgien. 4. Nov. In Zeit von zweimal 24 Stunden

ússel, 24. ( sind bier N ‘Kabinets - Couriere’ angekommen; der eine, aus

aris von

ig un f den Kön'9 und seßte seinen Weg nah dem Haag fort,

zus L Englischen Gesandten und dem Minister des Aus-

dem er deDeoeschen übergeben; der dritte ist gestern angekom-

ebhaften

E úberbrachte Schreiben des Königs der Franzosen an |

sich sogleich nah seiner An-

ig der Belgier; er begab j / e L ' Dies und die Nachricht, daß

kunft in das Königliche Palais.

aus London baldigst Depeschen zu erwarten seyen, hat die all:

ine Aufmerksamkeit erregt; man weiß, daß die Konferenz e his, den 21sten d. M., eine offizielle Sißung hal- ste. i : s Bie Repräsentanten - Kammer beschäftigt sich neh immer mit der Diskussion des Stempel-Gesetes. Das tert ns für: das z3 Millionen ohne Inbegriff des Generalstabes, bestehen. Î Urlaub sind 27,677 Mann bezeichnet, und die Reserve soll aus 30,000 Mann bestehen. Außerdem sind die erforderlichen Be- willigungen für 14,241 Pferde und 39 Artillerie-Batterieen ge-

fordert worden.

Deutschland.

Mänchen, 21. Nov. Gestern Abend 10 Uhr endete der Staatsrath im ordentlichen Dienst und Kabinets-Secretair Sr. Majestät des Königs, Dr. Michael Bernhard v. Grandauer, Commandeur und Ritter mehrerer Orden 2c. nach einem 3 mo- natlichen Krankenlager sein thätiges und (in den leßten zehn Jahren) überaus einflußreiches Leben.

Darmstadt, 23. Nov. weiten Kammer der Stände erfolgte die Abstimmung über den ntrag der Staats Regierung auf Verlängerung des Finanz- Geseßzes vom 26. Juni 1836 fär das Jahr 1839, welcher ein- stimmig angenommen wurde.

Weimar, 26. Nov. Unser Landtag wurde gestern | durh das Großherzogliche Staats - Ministerium Vormittags | 11 Uhr im Sibungs - Saale unserer landständischen Versamm- |

Die vorgelesene Propositions-Schrift, 15 geschrie-

lung erdffnet. - é beantragte unter Anderem auch die

bene Folio - Bogen stark,

Erwägung von 44 Geseß-Entwärfen, und unter diesen sind wohl

die wichtigsten: Ablsdsungs:-Geses, Umlegung der Einkommen-

Steuer von Grund und Boden, Entwurf eines neuen Straf-

Gesebuches, mit Zugrundelegung des Königl. Sächsischen, all-

König der |

errn Lehon abgefertigt, überbrachte Depeschen fär | E den E des Auswärtige; der andere fam |

nahe |

Jahr 1839 beträgt nahe an r., und zwar soll das Heer aus 48,192 Mann, e Zu einjáhrigem |

In der gesirigen Sißung der |

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Makaronistadt, bei so geringem Zeit- und Kosten: Aufwand zu machen. Das vorgestern nah der Levante abgegangene Dampf- boot „Baron Eichhof‘/ hatte viele Passagiere an Bord, von diesen führe ich namentlich an: Lord Southampton mit Ges mahlin und Gefolge, Fi Roy, Färst Konstantin Morusi, | Fürstin Klara Maurokordato ,- Marquis d’Espinoy, St. Luce, | die Aerzte Dr. Neuner, Dr. Bernhard und Hoffmann, welche | in die Dienste des Großherrn treten, und endlich eine für

Dein Zante und Athen engagirte Jtaliänische Opern - Gesell- | schaft.

| I tali en

| Rom, 17. Nov. (A. Z.) Obgleich es nun keinem Zweifel | mehr unterworfen is, daß die fremden Truppen das Päpstliche | Gebiet bald vetsassen werden, ist doch die Zeit ihres Abzugs | noch nícht ganz bestimmt. Man sagt, er finde zu Ende déeses | Monats statt, doch Offizielles ist noch nichts darúber bekannt. Ein von Paris darûber erwarteter Courier, der jeden Augen- lick eintreffen fonn, soll den definitiven Termin mitbringen. Bei dem jevigen guten Vernehmen der betheiligten Regierungen ist nicht zu erwarten, daß sich noch Schwiecigkeiten in Hinsicht | der Entfernung erheben. Man sagte, der Abzug solle an einem und denisclben Tag erfolgen. Dies ist unmöglich. Die Oester- reichischen Truppen stehen bis Catolica und Pesaro, von wo aus sle mehrere Tag:märsche bis zum Po haben, währeud die Franzosen in Ancona ihre Einschissung in Einem Tage vollenden können. Gleichzeitige Entfernung ist der biliige Vorschlag, welcher ge- " macht wurde, und der wird ausgeführt. Hier wird der Aus- | gang dieser Sache nah ihrer ganzen Wichtigkeit gewürdigt, | ohne jedoch großes Aufsehen zu machen. Anders ist es in den | Gegenden, wo die Truppen so lange Zeit standen, sich die Ach- | tung aller Woßlgesinnten erwarben, mit den Bewohnern in freundschafilichen Verhältnissen lebten, und fas von Allen gern | geschen waren. Dies gilt hauptsächlich von den Deutschen | Landéleuten, die, ohne den Franzosen in irgend etwas zu nahe | treten zu wollen, sich durch ihre Mannszucht auszeichneten, | während sie in den Zeiten der Auf:egung nicht selten eine | schüßende Macht fúr die durch ‘Parteihaß Verfolgten gegen ihre | Verfolger waren. Die hier eingetroffenen Briefe aus Bologna und der Romagna sprechen Bedauern aus, die fremden Krieger Hier sagt man, daß die in leßter

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baid verlieren zu müssen.

Zeit mehrfach vorgefallenen Reibungen zwichen einzelnen Fran- |

| zdsishen und Römischen Soldaten, wobei es blutige Köpfe ge- | sekt hat, am meisten dazu veranlaßt haben, auf die Entfernung der Fremden anzutragen. ; i | Seit einigen Tagen spricht man von einer neuen Anleihe, die bei dem Hause Torlonia negociirt werden soll. Wir theilen die Nachricht mit, ohne ihre Wahrheit verbürgen zu fönnen. Spanien. Spanische Gränze. Man schreibt aus Bayonne vom

21. November: „Seit zwei Tagen fehlen die Posten aus Ma- drid und es scheint sich demnach zu bestätigen, daß Cabrera die

in friedlihen und freundschaftlichen Beziehungen zu bleiben; 7711/0 lange‘‘‘/, antwortete der Kaiser, „,„als diese Beziehun gen sich auf die bestehenden Verträge und auf den festen Wil len gründen, die dadurch feierlich anerkannten Rechte und Pflich ten, so wie die Gebiets-Besi6ungen, aufrecht zu erhalten, lange wird Europa eine Bürgschaft des Friedens darin finden, welcher selbs fär die Ruhe Frankreichs so nothwendig ist.“

Demselben Blatt wird aus Brüssel geschrieben; „Großes Aussehen macht die hier eingetroffene Nachricht, di man dem Holländischen Kabinet unter der Hand die Anttwot mitgetheilt habe ,- welche die Londoner Konferenz auf die Not des Ködnigs Wilhelin. zu ertheilen beschlossen hat, und welche besagt, daß in Bezug auf die Territorial: Frage keine Aenderung mit dem Traktat der 24 Artikel vorgenommen, der den Bes giern. zuerkannte Theil der Schuld aber reduzirt werden solle, Man hatte immer noch gehofsst, daß die Vorßellungen unserer Regierung bei der Französischen eine Abänderung desjenigen Theiles des Traktates hervorbringen würden, welcher Luxemburg und Limburg den Holländern zuspricht, die leßten Briefe aus Paris aber haben alle Hofsnung ín dieser Hinsicht vereitelt."

_ Amsterdam, 25. Nov. Das Handelsblad von heute Abend theilt einen Privatbrief aus Paris vom 22|en mit, der die zuersî vom „Handeléblad‘/ angedeutete, dann vön der „Mot ning-Post‘/ und dem „Courier“ näher bestimmte und später aué Brüssel und dem Haag bestätigte und durch Frankreichs pldblide Erklärung entstandene Verzögerung des Konferenz-Beschlusscs her erörtert. Als man vernommen, dap die Konferenz ihrem Endbeschlusse nahe gewesen, hätten Frankreih und Belgien Schritte gethan, um diesen Endbeschluß, wo nicht zu vereitelt, doch zu verschieben, Sebastiani habe eine Mißbilligung der gebenen Zugeständnisse und van de Weyer den Befehl, in Nichts u willigen, erhalten. Außer Zweifel \cy, daß das Benehmen dée Königs Leopold einen nachtheiligen Eindruck auf die. Mächtt der Konferenz gemacht. Daß Frankreich seinem Nachbar mit Thaten beistehen werde, fände in Paris so wenio. Glauben, ali daß Frankreich sih hergeben würde, ihn zur Unterwerfung un ter die Beschlüsse zu zwingen. So verwickelt indeß die Frag! jeßt auch scheinen mdge, werde sie doch schnell erledigt werden; Ludwig Philipp see einen zu hohen Werth darauf, bei Eröff nung der Kammern das Ende dieses Zwistes anzeigen zu kön nen, besonders um den ungünstigen Eiudruck der Räumung An fona’s zu neutralisiren. Jedenfalls denke Niemand daran, daj aus dieser Angelegenheit ein Krieg entstehen könne.

Der hiesige Avondbode bringt folgendes Privatschreiben aus Brüssel vom 22sten d. M.: „Man meldete die Ankunst des Marschalls Gérard in Belgien. Dieses Gerücht scheint aber folsch zu seyn. Es befinden sich indessen seit einiger Zeit in Belgien ein Oberst und ein Capitain der Französischen Ar mee, welche im Auftrag der Französischen Regierung die Stel lung der Belgischen Armee von Staats: Flandern bis an die Preußische Gränze aufnehmen müssen. Auch bestätigt es sich daß ein anderer Französischer Offizier topographische Aufnah- men im Luxemburgischen ausführt. Ferner soll der Französische General, Baron Hurel , Chef des Belgischen General: Stabes, seit kurzem in einem lebhaften Briefwechsel mit dem Kriegs Minister in Paris stehen. Ferner glaube ich Ihnen. be rihten zu fônnen, daß mehrere der ersten Lieferanten von Lebensmitteln und Fourage für die Belgische Armet vom Kriegs - Ministerium aufgefordert wurden, eventuelle Kontrakte abzuschließen, um die Garnisonen und Festuna?4 an der Holländischen Gränze mit Vorrath zu versehen. Gestern Abend is hier in größter Eile ein Couricr von Paris angekom men, welcher schr wichtige Depeschen, die Holländisch: Belgische Sache betreffend, überbracht haben fell. ie Depeschen wul- den ohne Verzug dem König Leopold eingehändigt, während er

noch beim Díner saÿ. Der Jnhalt der Depeschen soll einen

Straße beseßt hat. Ein Reisender hat aus Santander die z0gthume 2c. Nach Vorlesung der Propositions-Schrist nahm | Nachricht überbracht, daß die Truppen Merino's in Castilten der Herr Finanz-Minister, Freiherr von Gersdorf, das Wort | von neuem geschlagen worden sind und daß er mit dem Rest und sprach mit kcâftiger, gediegener Rede den Wunsch aus, daß | seines Corps durch die Encartationen nah Biscaya zurückge- das zeitherige gute Vernehmen und das alte Vertrauen, welches kehrt ist.“ zeither gegenseitig zwischen dem Großherzoge und den Ständen obge: | waltet habe, auch von dem jetzigen Landtage gewahrt und | ekrästigt werden möge. Es wurden hierauf nach der Ent- fetiunia des Großherzogl. Staats - Ministeriums der Rath Dr. Paulsen und der Land - Rath Dr. Bartholomäus Kühn zu Ge- hlen des Land-Marschalls gewählt; denn bekanntlich ist unser

gemeine Einführung des Preußi chen Mänzfußes im Großher-

Túrkel.

Der Morning Chronicle wird von ihrem Korrespon- denten in Konstantinopel unterm 31. Oktober Folgendes ge- schrieben: „Die Differenzen zwischen Enaland und Persiea,

die noch vor kurzem eine so a gaeone Wendung nehmen zu achrichten zufolge (s. Staats-

» Russischen Botschafters nunmehr nachgegeben und den Polni-

schen General Chrzanowéfki nebst allen übrigen in der Türkischen Armee befindlichen Polnischen Offizieren aus der Armee ent- lassen. Sie befinden sh je6t in Bagdad. Man erwartet hier einen neuen Schwedischen Gesandten, Baron von Troil, nachdem seit aht Jahren kein Repräsentant Schwedens sich hier befunden hat. Herr Bulwer hat die Absicht, noch erst nach England zu gehen, ehe er sich auf seinen Posten nach St. Petersburg begiebt und wird uns in kurzem verlassen.“

Die Times enthält ein Schreiben aus Konstanti- nopel von demselben Datum, worin folgende, gewiß sehr über- triebene Nachrichten enthalten sind: „Briefe aus-Erzerum erwähnen eines in Georgieu gegen Rußland ausgebrochenen Aufstandes. Nach einem Gerüchte sollen die Lesghier die Sradt Schira geplündert und gänzlich zerstört und 6000 Russische Trup- pen nicdergemeßelt haben. Man glaubte, die Empôrung werde sih über die ganze Provinz verbreiten. Es hieß überdies, daß ¿wei Russische Generale von den Leéghiern, die in großer An- zahl nicht weit von Tiflis versammelt wären, ermordet worden seyen. Jn dieser Stadt soll große Unzufriedenheit herrschen, und man erwartete täglich einen Angriff der Lesghier. Dieser Ausbreitung der Jnsurrection schreibt man den Befehl des General - Gouverneurs dieser Provinz zu, an den Gränzen die Dauer der Quarantaine zu verdoppeln und feinem Fremden zu gestatten, das Land zu verlasscn. Briefen aus der Krimm zufolge, ist die Russische Flotte mit 15,000 Mann Truppen nach Redut-Kaleh gesegelt, wo dieselben ausgesch.ft werden sol- len, um nah Georgien zu marschiren.““

Inland.

Swinemünde, 26. Nov. (B. N. d. O.) Schifffahrt. In Folge der heutigen stürmischen Witterung Und des ein- gehenden Stromes is unser Strom im Fahrwasser wieder vom Eise frei, wogegen solches auf den Flächen und den Nebenströmen noch festiliegt. Die eingekonmenen Schiffe haben sämmilich an die Stadt geholt und liegen sicher.

Aachen, 18. Nov. Jubiläum. Der katholische Ober: Pfarrer Court in Erkelenz feierte am 21sten v. M. eun Z'jähriges Priester-Jubiläum. Auf eine würdige und liebevolle Weise hatte die Pfarrgemeinde, vereint mit den Lokal: Behör- den, die Festlichkcicren veranstaltet, denen der Präsident der Kd- niglihen Regierung und der fkatholische Konsistorialrath mit beiwohnten, um dem Jubelzreise die Jusignien des ihm von des Königs Majestät verliehenen Rothen Adler: Ordens vierter Klasse zu überreichen.

| Landbau und Gewerbe. Mit dem Ausfall der Aerndte ist der Landmann in den nêördlichen Kreisen unseres Regierungs: Bezirks überall ziemlich zufcieden, in manchen Ge- genden, wo die nasse Witterung des Sommers nicht so Iáds lich eingewirkt hat, volllommen. Nicht so isf es in den súdièe chen Kreisen Eupen, Mon:joie, Schleiden und Malmedy, ob- gleich auch hier die Kartoffel: Aerndte als ergiebig bezeichnet werden faun.

Mit reger Thätigkeit ist der Ackerömann zur Bestellung der Wintersaat-Felder geschritten; in den nördlichen Kreisen stehe der Raps \chôn, und die übrigen Wintersaaten, in günstiger Witterung bestellt, lassen ein erwünschtes Ergebniß vorher sehen, wenn nicht spätere außerordentliche Ereignisse die Hoffnung ver- nichten. Man hat allgemein wahrgenommen, daß die Winters Saaten auf den früher mit Kalk gedüngten Aeckern vom Schnek- kenfraß verschont geblieben sind, weshalb die Anwendung die- ses Dúngungs-Mittels immer mehr in Aufnahme kommt. Im

y stand der Wahl des Hospodaren bezeichnet man eine von ihrem

Land - Marschall Freiherr von Riedesel auf Lebenézeit gewählt. | Heute werden sämmtliche 44 Geseh -Entwürfe na Sectionen abgetheilt und Morgen werden diese Sectionen selbst gewählt. | Die Herren Landstände waren wie gewöhnlich gestern zur Groß: herzogl. Mittagstafel eingeladen worden. ;

Von der srüher schon erwähnten Röhrschen Reformations- Predigt wird eben die sechste, mit einigen Anmerkungen | vermehrte Auflage gedruckt. Bis jctzt sind bereits 10,000 Sxem- | plare abgeseßt. i

Lúbeck, 26. Nov. Die Neuen Lübeckishen Blätter | enthalten in ihrer neuesten Nummer das Budget der freien ; Hansestadt Lübeck súr das Jahr 1838. Einnahme und Aus- | gabe sind in demselben auf 748,904 Mark 9 Schill. angegeben, jedoch befindet sih unter leßteren ein Reserve-Fonds zu unvor- | hergesehenen Ausgaben mit 48,021 Mark 8 Schill. angeführt.

Oesterreich.

Wien, 20. Nov. (A. Z.) Der Wallachische Oberst Alcxa Sandres (unter diesem Namen reist der Hospodar der Wallachei, | Fürst Ghika) is in“ Begleitung des Wallachischen Obersten Kon- | stantin Chereéko und des ihm anverwandten Beiza Scarlat Ghika hiec angekommen und im Gasthofe zur Kaiserin von | Hetterreih abgestiegen. Obgleich der Hospodar das strengste Incognito beobachtete, so war das Wiener Publikum doch bald | von seiner Anwesenheit in Kenntniß gesekt, und die Verbreitung | der abenteuerlihsten Gerüchte die nächste Folge hiervon. Ach glaube mit Bestimmtheit versichern zu dürfen, daß das Ziel die: | ser Reise des Hospodaren nicht Wien, sondern Triest ist, wohin ihm der Oberst Chereéko auch bereits vorauégegangen ist. Es soll von einer Vermählung die Rede seyn, id 7 in' Triest die | nôthigen Einleitungen getreffen werden sollen. Als den Gegen-

Gatten getrennte Russishe Gräfin S... n. |

Pesth, 17. Nov. Jn der lezten General: Versammlung | der Stände unseres Comitats wurde eine Repräsentation an | Se. Majesiät den Kaiser beschlossen, daß derselbe gnädigst eine | Kontumaz gegen Einführung infizirter Thiere an den Gränzen der Moldau und Wallachei anordnen möge, da man überzeugt ist, daß alle Vichseuchen in Ungarn nur von diesen Fürstenthü- mern hetkommen.

Triest, 13. Nov. Von Seiten der hiesigen Dampfschiff- | sahrts - Gesellschafce des Oesterreichischen Lloyd is wieder ein | neues Vereinigungsband mit den jenseitigen Ufern angeknüpft | worden, indem zu den regelmäßig statthabenden Fahrten nah | Venedig, der Levante und Dalmatien eine vierte nach Ancona | inzugekommen is. Von nun an geht regelmäßig alle acht age ein Dampfboot direkt nach leßtgenannter Stadt, und | wei Tage darauf von dort zurück nach Triest. Außer dem | ortheile, der dadurch für den Handel erwächst, ist noch ein anderer fúr das Reise - Publikum dabei in Betracht zu ziehen. | Erwägt man, daß man auf diesem Wege in kaum vollen sechs | Tagen eine Reise von Wien nah Neapel machen kann, wie | viele dürfien sich da bewogen finden, den Karneval in Rom | mitzufeiern und dann einen Absteher nach der Lazzaroni- und

| stimmig die allgemeine Aufregung als so bedeutend , daß, hät- | ten die Dinge noch länger jo fortgedauert, eine Revolution ausgebrochen wäre, die den Schach vom Thron gestoßen haben

fann, ohne dem Feuer der Batterieen ausgeseßt zu seyn. Dies

| dieses abgeschmaceten Gerüchtes fann ih nur anführen, daß der

| den ganzen Winter in See lassen wird, damit die Mannschaft

wellen schienen, sind den leßten Zeitung Nr. 329 Art. Persien) gänzlich beigelegt und unser Einfluß is wieder hergestelle. Man kennt zwar die näheren Bestimmungen des von dem Schach abgeschlossenen Vertrages nicht, indeß scheint so viel gewiß, daß er den Stolz desselben etwas demüthigt und ihm cine tüchtige Lehre für die Zukunft giebt, denn was ihn am meisten zur Unterzeichnung bewog, war der Umstand, daß 30,000 Mann Britischer Truppen zum Entsaß der Stadt Herat herbeirückten, und daß er einsah, er werde, wenn er sih noch länger weigere, zuleßt genöthigt seyn, noch nachtheiligere Bedingungen einzugehen. Hätten ihn indeß auch diese Grunde nicht bestimmt, so würde er doch gezwungen worden seyn, von seinem absurden Unternehmen abzustehen denn dic Briefe aus allen Theilen des Landes schildern ein-

wárde. Diese Briefe erwähnen nichts von den Bewegungen unserer Truvpen in Buschir, dagegen meldet das „Journal de Smyrne“/, nach Berichten, die demselben über Aegypten zuge- gangen, daß die Britischen Truppen j-t beschäftigt sind, am Eingange des Persishen Meerbusens Befestigungen zu errich- ten, so daß in Zukunft kein Schiff dort eins oder auslaufen

bedarf jedoch der Bestätigung. Jn den lehten aht Tagen herrschte große Bewegung bei der Pforte, Und es fanden hâufis ger als gewöhnlich, Minister: Conseils statt. Man bringt dies mit dem Gerüchte in Verbindung, der Admiral Roussin habe bei seiner leßten Audienz beim Sultan demselven erklärt, daß die Französische Regierung den mit England abgeschlosse- nen Handels - Traktat entschieden mißbillige. Zur Widerlegung

Franzdsishe Botschafter mit dem leßten Dampfboote Depeschen erhielt, worin der Traktat volllommen gebilligt und ihm an- befohlen wird, denselben sofort zu unterzeichnen. Was die größere Geschäftigkeit in diesem Augenbli betrifft, so glaube ih, daß dieselbe nicht bedeutender ist, als gewöhnlich um diese Zeit kurz vor dem Ramasan, wo man noch vor dem Beginn der Festtage die dringendsten Geschäfte zu erledigen suche. Man trägt sich seit einigen Tagen auch mit Gerüchten von Ministe- rial-Veränderungen; ich hoffe jedoch, daß sie ungegründet sind, denn eben diesen häufigen Veränderungen is die Hälfte alles Unglücks zuzuschreiben, das die Türkei betroffen hat. Die je6i- gen Minister sind-shon weit über die gewöhnliche Zeit im Amte, und Alles geht so ruhig seinen Gang, daß ich nicht einsehe, wo eine Veränderung stattfinden kênnte, wenn es nicht etwa ge- schieht, um Halil Pascha wieder unterzubringen, den der Sul- tan, wie es heißt, auf die Bitte seiner Tochter wieder anzu- stellen beabsichtigr. Das Türkische Geschwader wird in eini- gen Tagen von Vurla nah der Vaßka - Bai zurückehren ; man weiß jedoch nicht, ob es hierher kommen wird, ob- gleich einige Fahrzeuge bereits hier eingelaufen und abgetakelt worden sind. És steht zu hoffen, daß der Sulcan die Flotte

auch das Mandoriren in schlechtem Wetter lerne. Einem

Gewerbe-Betrieb und Handels-Verkehr

sind seit dem Schluß

des Monats September keine wesentliche Veränderungen beob: achtet worden. Die jeßigen Woll-Pretse sind zwar der Tuch- Fabrication nicht güúnjtig, doh nimmt diese eher zu als ab. | Die Tuch-Fabriken zu Montjoie und Zmgenbroich erfreuen si | eines lebhasten Ganges, und dasselbe {äßt sih im Allgemeinen von den Berg: und Hüttenwerken sagen. Jn Aachen seht | man im Begriff, auf einem eignes dazu angekauften großen Terraín außerha!b des neuen Theater-Stadr-Viertels eine Et: | senbahn-Wagen-Fabrik von großer Ausdehnunz anzulegen. So- | viel sich jeßt annehmen läßt, wird dieses Etablissement, welches sich nicht bloß auf die Bedürfnisse der Rheinischen Eisenbahn

großen Viaduft der Eisenbahn statt,

resfrist bewirft werden wird.

beschränken soll, viele Hände beschäftigen.

Eisenbahn. Am Lösten v. M. fand hier zwischen Aachen und Burtscheid die feierlihe Grundsteinlegung zu dem welcher über die Tiefen daselbst hinüber führen soll, und dessen Vollendung binnen Jah: Die Eisenbahn?Arbeiten übers haunt schreiten jet mdalich rash vorwärts, und beschäftigen

eine große Zahl von Arbeitern gegen guten Lohn.

Berliner

Den 29. November 1

838.

B ö e 66

4mtlicher Fands- and Feid-Coura-Zetiel.

Pr. Coar.

Briefe aus Bagdad zufolge, hat der Sultan dem Gesuch des

a o r. Lenr. N| Brief. | Geld. N Brief. | ald. Ai -Achuid-Son, jd 1:33 102! /2 Pomm. Pfandbr. |3d 101 !/2 -_ Pr. Eugl. Obl $9.| 4| 193 21‘ fEur- u. Neun. do.i2h 101, | Prán:Scb.d.Sech.|—-| 0685/5 | 68!/; ISehleaicche do.| d 1045/, is Karm.Obln. C! 4| 103! 2 | Rückst, C. uad Z. Nimm. Int. Seb. do. 4| 1022/4 | Seu. d. R. a. N.L-| 93 _ Berl. Biadt-QtL.! 4| 1927/5 di Königs, do. |4| —_ Gold al marco [—| 215, 212 /, Elblager do: |44j - Nene Ducaten |--| 184 Dans. do. ia Ta.j—| #8 _— Friedrichad'or |—-| 182 | 18 Weatpr.Fseandtr. zl 101 !/ 4 —_ And. Goldmüng- aroah. Fon. do. 4 10A7/, | 1043/5 fen a 5 T —-| 18's 122/, Ostpr. Pfaudhr. 321 1103/4 êNieranto E S pr C . fr. k Wechsel- Cours L Thir. ou 59 Ser Amsterdan ec oooooo 0000 250 Fl Kurs - 120 '/s dos oco. 000000 259 Fi. 2 Mt. 139?/, 139/s Hauberg «oco... 5200005 300 Mk. Kurs 1505/, | des e090) 401009 e « « « 309 Mk, 2 Mt. 150 1493/4 Toudon eoceooooeooo . 1 LSt, 3 Mt. vis 6 213, Paris +c.oo0o0o00000000005 o. 300 Fr. 2 Mt. | 797/12 Wien în 20 Xr. ace. o0000 150 Fl, 3 Mt. 101!/, Augsburg eee e000. o. 150 Fl. 2 Mt. 101*/s Breslan 0000000000009. 00.5 100 Thl. 2 Mt. 99/5 Leipzig eo. 00000200005 100 Thl. 8 Tags 102 Frankfurt a. M. WZ. eoo0o00. .. 150 F1. 2 Mt. 1013/5 Petersburg 900020020920 232300995 100 Rbl. 3 Woch. 31/2 30!1/., H C T E E

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