1838 / 341 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

von Ober - Kanada. Die dsffentlichen Bau- Unternehmungen in den Vereinigten Staaten werden in gewohnter Ordnun fortgese6t. Die Journale von Virginien verkünden die Erdff- nung einer neuen Eisenbahn zwishen Richmond (der Haupt- stadt von Virginien) und Peterburg nah Appomatox, von wo aus cine andere Eisenbahn südlich bis Roanoka läuft und so die große Linie zwischen Boston und New - Orleans fortsebt. Dicse Eisenbahn is merkwürdig in ihrer Art. Keine Bahn in der Welt bot wohl größere Schwierigkeiten dar: und um so mehr verdient die Kunst und Schnelligkeit Anerkennung, womit Herr Moncure Robinson, der mit dem Bau derselben beauf- tragt war, alle Hindernisse überwunden hat. Richmond liegt an den Wasserfällen eines großen Flusses. (James-River), welcher in dic Bai von Chesapeake munder. DieStadt ist aufeinemPlateau erbaut, welches sich auf der einen Seite des Flusses ausdehnt; um nun wit der Eisenbahn von Richmond aus bis an das entge- aengeseßte Ufer des Stromes zu gelangen, mußte man, da der Strom hier eine Viertelmeile breit ist, eine Brücke von unge- heurer Länge und Höhe erbauen. Diese {wierige Unternch- mung ist im Laufe eines Jahres begonnen und beendigt worden. Die Brücke von Richmond hat eine Länge von 2857 Englische Fuß (ungefähr 900 Metres). Die Länge einer Seine- Brücke in der Umgegend von Paris ist ungefähr 150 Metces, also der sechste Theil. Die Höhe jener Brücke ist an beiden Seiten des Flußbettes 18 Metres, also das Doppelte von der Höôdze der unsrigen. Sie ruht auf steinernen Pfeilern und auf ¡9 Bogen, die mindestens 50 Metres auseinander liegen; es ist selten, daß bei uns bei steinernen Brücken die einzelnen Bo- gen mehr als 30 Metres auseinander liegen. Diese Art von BHrúcken, zu denen ein Architekt in New - York, Herr Town, die erste Jdee gegeben hat, zeichnen sih eben so sehr durch ihre Solidität, als durch ihre Kühnheit aus. Die Brücke selbst ist fast ganz aus Holz erbaut, und zwar aus Bohlen, die 3 Zoll dié und 1 Fuß breit sind. Es sind bei der ganzen Brücke nur 720 eiserne Bolzen gebraucht worden, deren Länge 12 Zoll bei einem halben Zoll Durchmesser beträgt. Sie wird von außerordent- lih dúnnen Pfeilern getragen, denn diejenigen der Brücke von Richmond sind an dem obersten Ende nur 4 Fuß dick, und doch erhalten sie das Gleichgewicht vollkommen, denn die Wa- genzüge fliegen mit einer Schnelligkeit von 10 Meilen in der Stunde darüber hin, ohne sie im geringsten zu erschüttern. Eine in jebiger Zeit besonders zu erwägende Hauptsache ist die, daß die Construction dieser Brücken verhältnißmäßig sehr we- nig kostet. Die Brücke von Richmond, welche mit besonderer Sorgfalt gebaut und mit einem doppelten Geleise versehen ist, har nur 110,009 Dollars (d. i. 600,000 Fr.) gekostet. Eine gewöhnliche steinerne Brücke, welche über die Seine führt, êostetr, obgleich sie nicht den sechsten Theil der Länge hat, in Paris oder dessen Umgegend mindestens 2 Mill. Fr. Einige neue Staaten, z. B. Illinois und Indiana, deren Einwohner- zahl ungefähr 1 Million beträgt, die über einen Flächenraum, der drei Fünftel von der Größe Frankreichs beträgt , ausge- sireut ist, unternehmen jeßt auf eigene Kosten die Herstellung cines Netzes von Verbindungswegen , das: aus Kanälen und Cisenbahnen bestehen soll, woran man schon mit großer Thä- tigéeit arbeiter. Das. bemerkenswerthe: Resultat dieser Anstren- gungen wird zunächst die Eröffnung dreier Wasserwege zwischen den Bassins des Sanct Lorenzo und des Mississippi seyn: der eine Weg führt über Rockriver, der zweite durch Jllinois und der dritie úber Maubée und Wabash. Hiernach wird ein Fahrzeug, das von Quebeck, unter dem 46sten Grade der Breite, abgeht, drei neue Verbindungswege haben, um Neu- Orleans zu erreichen, das 16 Grade südlicher liegt, nachdem es dur die vershiedenen Flússe, Kanäle und Seen cinen Lauf von mehr als 1000 Stunden zurückgelegt hat. Der Staat Ohio hat diese Verbindung auf seinem Gebiete {hon durch cine regelmäßige Communication eröffnet.“

Großbritanien und Irland.

London, 1. Dez. Die Regierung soll, ministeriellen Blät- cern zufolge, die Absicht gehabt haben, den vorigen Gouverneur von Ceylon, Sir Wilmot Horton, an die Stelle des verstorbe- nen Sir Robert Grant zum Gouverneur von Bombay zu er- nennen, aber der mißlihe Gesundheits-Zustand desselben machte es ihm unmöglich, diesen Posten zu übernehmen; daher hat man sich nun an Sir J. Carnac gewendet, der sich früher meh- rere Jahre in Ostindien aufgehalten und dort genau mit den BVerßUtnissen jenes Landes bekannt gemacht. Seine Einwilli- gung ist bereits erfolgt, und es wird in Folge dessen nächstens eine neue Parlaments - Wahl fär Sandwich stattfinden müssen, welches jekt von Sir J. Carnac repräsentirt wird. Von Sei- | ten der Liberalen will Sir Rufane Donkin als Kandidat auf- | rreten. Die Tories dürften ihm vielleicht einen ihrer früheren dortigen Kandidaten, Herrn Grove Price oder Sir Brook Bridacs, gegenüber stellen.

Der Graf Pozzo di Borgo, der erst kürzlich das Unglü@Æ hatte, sich am Fuße zu verleßen, hat sich am Donnerstäg wie- der durch einen Fall in seiner Wohnung im Gesicht verwundet.

Nach der Brighton Gazette soll zu Anfange des Früh- lings ein Geschwader von sechs Linienschiffen ausgerüstet wer- den, da man glaubt, daß eine Russische Flotte nah Wiederer- ofaung der Schifffahrt aus der Ostsee in das Mittelländische 5Neer gehen werde.

Aus New-York vom 9. November hat man dié wichtige Nachrteht erhalten, daß in Kanada neuerdings eine Rebellion ausacbrochen ist. Briefe aus Montreal vom 5. November ge- »: cinioe nähere Details darüber.

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ben ( i Das Kriegsgeseß war in “Nt ec Fanada wieder proflamirt worden. Viele Lopalisten

Y 7 (nbänger der Englischen Regierung) hatte man in der Graf-

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(ar Acadien ermordet; ein Corps von 3000 Rebellen zog im 92nve herum; genug der Bârgerkrieg war von neuem entbrannt. 5 war soaleih ein bedeutendes Truppen-Corps von Montreal der Grafschaft Acadien beordert worden. Das Dampf- „Prinzeß Victoria“/, weiches ein Artillerie - Déta- ement nach Laprairie bringen sollte, wurde von“ den Rebellen zweimal in Brand gesteckt, aber noch glück- ih gerettet. Am 4. November griff einm Trupp von 2406 Rebellen das Haus des Herrn Brown zu Beauharnois

- und nah kurzem Gefecht mußten sich die Herren Brown, Ell’: der Júngere und andere Loyalisten ihnen als Gefangene “even. Ueber das Schicksal derselben hat man noch nichts “fahren. In Montreal waren mehrere angesehene Männer, iz in die neue Jusurrection verwickelt shienen, unter Anderen der Präsident der Volksbank, Herr Viger, und sein Bruder, hemaliges Mitglied des geselgebenden Naths, verhaftet wor- n. An die Freiwilligen hatte man einen neuen Aufruf er- fen, unb sie wetteiferten in der Erfüllung ihrer Pflicht. Die

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H zuser inder Stadtund den Vorstädten wurden durchsucht und viele

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fündigte, daß in

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modore über einige 50 Bôte gebieten.

Blatte der St. Ztg.), schlecht bewährt.

möglich war. Vei Abgang der leßten Nachrichten, gestern Communication mit der Fregatte möglich war. Der Graf hatte die Absicht, zwei Tage in der Wohnung des Generals Ellice zu Plymouth zu verweilen. Sobald die Nachricht von der Ankunft der Fregatte sich verbreitet hatte, ward eine öffentliche Versammlung im Stadthause zu Plymouth unter dem Vorsiße des Mayor gehalten, um “eine Adresse an den Grafen zu bera- then, die einstimmig angenommen wurde und folgenden Jnhalts war: „Mit aufrichtiger Ehrerbietung und Beistimmung haben wir Jhre Bemühungen betrachtet, Gerechtigkeit durch Milde zu mäßigen und bei der Unterdrúckung des Aufstandes den Samen wahrer Freiheit in einem durch lange und verderbliche Ereignisse zerrütteten Lande auszustreuen. Erlauben Sie uns, unsere volle Ueberzeugung auszusprechen, daß Jhre Landsleute mit uns innig jene Ereignisse beklagen werden, welche Jhnen die Macht und die Gelegenheit geraubt haben, Jhre Absichten vollständig auszu- führen. Wir glauben, Mylord, daß das Volk mehr thun wird. Indem es auf die standhafte und unwandelbare Unterstüßung blickt, welche Sie der Verbesserung unserer Staats-Einrichtun- gen gewährt haben, die der gesellschaftliche Zustand gebieterisch verlangt, wird es Jhre Rückkehr freudig begrüßen, mit der festen Zuversicht, daß die Sache, mit welher Jhre ganze öffent- lihe Laufbahn verbunden is, frishes Leben und neuen Auf- {wung durch ihre redlichen , geschickten und kräftigen Anstren- ¿uen fúr dieselbe erhalten werde.’ Die Sprecher in der

ersammlung waren, wte der Globe sagt, meist Ultraliberale, und aus ihren Bemerkungen will man schließen, daß diese Par- tei die Rückkehr des Grafen Durham als ein günstiges Ereig- niß für ihre Sache betrachte; ob mit Grund, wird das künftige Benehmen des Grafen zeigen. Herr Charles Buller isst in Kanada zurückgeblieben und wird über New-York nach Eng- land heimfkehren. Der Globe erwähnt zugleich des Gerüchtes, Lord Durham werde bis zur Eröffnung des Parlaments seinen Aufenthalt in Brüssel nehmen, wo eine Wohnung für ihn ein- gerichtet sey.

Zu Dublin fand am 24sten v. M. die erste Kirchspiels- Versammlung statt, um das neue Agitations-System zu unter- stüßen. Folgenden Aufruf hatte man an die Kirchspiels-Be- wohner von Saint-Michan in Umlauf geseßt: „„Männer von Saint -Michan, erhebt Euh! Irland war ehemals eine Na- tion: es muß, es wird wieder eine Nation seyn. Unser Wahl- spruch ist: Gerechtigkeit oder Aufhebung der Union!“ Man hatte zum Versammlungsorte ein halbzerstörtes Gebäude ge- wählt, das früher eine katholische Kapelle war. Herr O'’Con- nell fam kur} vor 2 Uhr an; er hielt eine Rede, worin er von neuem seine Lieblings-Argumente vorbrachte. Herr Atkins zeigte an, daß 300 Vorläufer in der Pfarre eingeschrieben jeyen.

Nachrichten aus Demerara vom 18. Oktober zufolge,

wollen sehr viele Arbeiter in einem der fruchtbarsten und bis jebt am besten angebauten Bezirke der Kolonie das Land ver- lassen und anderswo Arbeit suchen. Als Ursache geben sie die Härte an, womit die Obrigkeiten jede etwa vorkommende Ver- nachlässigung der Arbeit bestrafen. Aus Mexiko wird in den neuesten Nord - Amerikanischen Zeitungen gemeldet, daß am §. Oktober in Tampico wieder eine Revolution der Föderativ-Partei gegen die Central - Regie- rung ausgebrochen war, und daß die Truppen beider Parteien einander bereits entgegen rúten. Man erwartete wichtige Er- eignisse, da auch das neue Französische Geschwader dem Mexi- kanischen Meerbusen sehr nahe war. Der Prinz von Joinville war am 20. Oktober in' Havanna eingetroffen, in Nord-Amerika allgemein, daß gleich nah seiner Ankunft an der Mexikanischen Küste energische Maßregeln von Französischer Séite gegen Mexiko beginnen würden.

Niederlande.

Amsterdam, 3. Dez. Das Handelsbíad schreibt aus Brússel vow 2en d.: „Was auch die Brüsseler patriotischen Zeitungen darüber sagen mögen, die-Holländisch-Belgische Frage nähert sich ihrer Lösung. Bereits vor einem Monate waren alle Mitglieder der Konferenz darüber einig, daß der Traktat der 24 Artikel ausgeführt werden müsse, und wenn einige Mächte in gewisse Modificationen hinsichtlich der Schuld gewilligt haben, so geschah solches in der Voraussebung einer baldigen Annahme und Ausführung, die jedoch jeßt verzögert worden, nachdem der General Sebastiani neue Jnstructionen erhalten, und der Kö- nig Leopold persônlih sih bemüht hat, das Prinzip geltend zu machen, daß fár die abzutretenden Gebietstheile eine Entschädigung solle stattfinden können. Lord Palmerston war eben so über Belgiens Anmaßungen und Unredlichkeit, als über das s{hwankende Benehmen Frankreichs unwillig, und er er- klärte, daß die Englische Regierung lieber den Beschlüssen der drei übrigen Mächte beitreten, als an einem neuen Arrangement Theil nehmen werde, wodurch Holland zu neuen Opfern gezwungen würde. Bei diesem Stand der Dinge und der kriegerischen Haltung, der Belgischen Kammer gegenüber, hat König Leopold geglaubt, seinen Secretair, Herrn von Praet, nach London schicken zu müssen, um einige Modificationen oder mindestens einen Auf- {ub zu erlangen. Morgen oder Dienstag beginnen in der Repräsentanten-Kammer die Debatten über die Bewilligung ei- nes außerordentlihen Kredits zur eventuellen Bewassnung von Belgien. Die Kammer wird bei dieser Gelegenheit wahrschein-

crsteckte Wasfen aufgefunden. Die Thore von Montreal waren ge-

lich einen Bericht über den Stand der Unterhandlungen ver-

sperrt und starke Pikets zu ihrer Bewachung aufgestellt. Sir John Colborne hatte eine Proclamation erlassen, worin er ver- Folge einer bereits in offene Rebellion aus- gebrochenen verrätherishen Verschwörung sogenannter Patrioten im Distrikte von Montreal alle Personen, die als Theilnehmer an dieser Verschwörung und Rebellion verhaftet oder gefangen genommen würden, nah dem Kriegs-Geseß bestraft werden soll- Die Insurgenten - Haufen um Montreal stehen unter der Leitung des Doktor Nelson, die in der Umgegend von Quebek, de- ren Zahl, wohl sehr übertrieben, auf 25,000 angegeben wird, werden von den Rebellen Theller und Dodge befehligt. Auch in Ober-Kanada : sollen bereits 1000 Mann, die aus dem Staate Ohio herka- men, das Fort Malden angegriffen haben, und der bekannte Freibeuter Bill Johnston soll auf dem Ontario: See als Kom- Auf diese Weise hätte b sich denn die Ansicht des Korrespondenten einer Englischen Zei-

tung, daß an eine Erneuerung der Feindseligkeiten in Kanada nicht zu denken sey (siehe den Artikel London im gestrigen

Als die Fregatte „„Inconstant‘/, welhe den Grafen Dur- ham und seine Familie am Bord hat, am 26. November nach 10 Uhr Abends im Sunde bei Plymouth vor Anker gegangen war, erhob sich ein heftiger Súdwest-Wind, und auch an den folgenden Tagen ging die See so hoh, daß die Landung nicht

Abend, wüthete der Sturm noch immer so heftig, daß keine

und man glaubte |

Geld- |

langen, eben so wie sie sich dafür erklären wird, die rung der 24 Artikel mit den Waffen in der Hand zue füh, pfen; das Ministerium wird jedo nichts sagen und kann red: sagen, denn die Dinge sind in der leßten Zeit ohne sein ichts: | wirken behandelt worden; die Absendung von Truppen Mit | dem Luxemburgischen scheint jedoch- durchaus nicht glaubt s Was die militairishen Maßregeln und die Vermehrun daf, Belgischen Streitmacht betrifft, so braucht man sich darum t,* Sorge zu machen, denn Europa wird sich durch sie jet gs so wenig als Holland im Jahre 1831 \{hrecken lassen. en weiß in Holland noh recht gut, was alle die {dnen Au an

die man 1831 an allen Straßen - Ecken der Belgische frufe, | las, für Folgen hatten.“ gischen Sti

Ein anderer Belgischer Korrespondent des Handel j meldet: „Seit der Votirung der Adresse in der Reprüse | ten- Kammer, besonders aber seit in den Sectionen auf Q | Nothwendigkeit einer Vermehrung des Heeres gedrungen s den, hat der Berichterstatter des Kriegs -Budgets angekündie, | daß die Regierung die nöthigen Maßregeln nehme, um a : Heer auf den vollständigen Kriegssuß von 110,009 Mann A | bringen. Dies Alles geschieht jedoch bloß, weil die Regieru die Kammer und das Volk befriedigen will, denn jedem Nat | denken ist es klar, daß an feinen ernstlichen Krieg gedacht wird, Man hat die Gewißheit, daß die Konserenz einstimmig beschlos; sen, die Gebietsfrage nicht weiter zu erôrtern. Diejenigen Mit, | glieder der Konferenz, die Hollands Interesse vertreten, vuly, | gen die Ausfuhrung des Traktats der 24 Artikel, sobald Holland d | Modificationen hinsichtlich der Schuld angenommen; die Gesandtey Frankreichs und Englands wollen dagegen, daß alle finanziell | Bestimmnngen, selbst die Liquidationen des Syndikats, geregeh | werden, bevor die 24 Artikel selbs ausgeführt würden. S wollen sogar, daß die Uebergabe der abzutretenden Provinzy | nôthigenfalls stattfinde kraft eines zwischen Holland und B | gien abzuschließenden besonderen Vertrages.““ | An der hiesigen Börse sind gestern und heute die Fonds

| gestiegen, weil das Handelsblad versichert hatte, daß das Y Französische Kabinet sich jeßt ebenfalls viel willfähriger in Ve- |

zug auf die Holländisch - Belgische Frage zeige. Das genann Holländische Blatt dem diese Nachricht ebenfalls aué Brisa zugegangen war, fügt indeß heute hinzu, daß die offizielle Ve stätigung derselben noch zu erwarten scy.

D LIOTYH,

Brúfssel, 3. Dez. Vorgestern Abend empfing der König den Grafen F. von Merode und arbeitete hierauf mit dem Kriegs-Minister. Gestern um 2 Uhr führte der König den Vorsí6 in cinem Minister-Rath, welcher bis halb 5 Uhr dauerte,

Der Kriegs - Minister hat die Pferde - Eigenthümer, Land- hauer und Pferdezüchter benachrichtigt, daß durch zwei Kom- missionen zum Ankauf von ungefähr 1500 Pferden für den Dienst der Artillerie und der Feld - Spitäler „werde geschritten werden. Die erste dieser Kommissionen wird ‘unverzüglich ihre Ankäufe in den Provinzen Luxemburg, Namur, Lüttich, Lim burg und Brabant beginnen. Dem Vernehmen nach, hat dit Kriegs-Minister auch Befehl gegeben, die Infanterie-Soldatén in den Artillerie-Mandvern zu üben. Durch denselben Minister ist den verschiedenen Corps - Chefs der Armee der Befehl übe macht worden, unverzüglich alle Beurlaubten einzuberufen. Auh wurde vom Kriegs - Ministerium am Isien d. Abends der fehl an die Central- Apotheke von Brüssel übersandt, unverzüg

| lich eine gewisse Anzahl Kasten, enthaltend Arzneien, Char F

| pie, Binden und dergleichen, für eine Division, zu bereiten: | Man brachte einen Theil der Nacht mit Vollziehung diesev Befehle zu, und gestern früh gingen Pakwagen mit den be- stellten Gegenständen in der Richtung von Namur ab. Man versichert, diese Gegenständè seyen für das Luxemburgische be: stimmt, nah welchem Punkte hin eine Division der Armee ihre Concentrations-Bewegung schon begonnen hat.

Auf der Eisenbahn zwischen Gent und Termonde is däs Rad eines Waggons gebrochen, und drei andere Waggons, welche diesem folgten, wurden durch die Gewalt des Stoßes ganz zerbröckelt. Glücklicherweise waren sie mit Waaren bela den, und man hatte kein anderes Unglück zu beklagen.

Deutschland.

Leipzig, 0. Dez. Unte den im 19ten Stücke des diesjährigen „Geseß- und Verordnungs-Blattes für das König: reih Sachsen‘ enthaltenen Geseten ist die vom 7. November 1838 Yatirte Landgemeinde- Ordnung unstreitig das wichtigste: Es werden durch 73 Paragraphen in 6 Abtheilungen die Vet

ältnisse der Landgemeinden auf eine diesen nur vortheilhaft Weise geordnet und darin die Gränzen zwischen der Aufsicht der Obrigkeit und Regierungs-Behörde, wie der eigenen Vertval! tung der Landgemeinden. scharf gezeichnet. Dabei soll die Land? | gemeinde-Ordnung auch auf kleinere Städte angewendet wet den, weshalb eine besondere vom Ministerium des Innern (t | lassene Verordnung erschienen ist. Ein anderes Geseß von he sonderem Interesse ist das vom 8. November, die Ausmittelutng | des steuerfreien Grundeigenthums betressend, zu dessen näherer ' Ausführung zwei aus dèêm Finanz- Ministerium Hervorgegan gene Verordnungen erlassen' worden sind. | Heute feierte der Ober-Hofgerichts-Rath Pr. Blümer hier sein övjähriges Doktor- Jubiläum. “Nicht insofern ein solches “Fest selten begangen wird, sondern weil der Genannte als frü heres Mitglied des hiesigen Raths, als Sächsischer Landstand in der Zeit vor 1831 und als Schriftsteller" (über die Medea des Euripídes, ein Familien - Theater von neuen Französischen Lieblingsstüken 2 Bde, über die Jdee des Schicksals in den Tragddien des Aeschylus, über die Geschichte des Theaters in Leipzig, Zusätze zur Land- und Ausschußtags-Ordnung von 1728) zum Theil zu den öffentlichen Charakteren gehört, glaubten wir, auch hier dieser Feier gedenken zu müssen, die von nahen und entfernten Freunden des Jubilars, von verschiedenen Vereinen, gelehrten Gesellschasten, den hiesigen Behörden auf würdige | Weise und durch Ueberreichung ‘einer silbernen, geschmackvoll gearbeiteten Votivtafel bégangen wurde.

Die Actien der hiesigen Eisenbahn-Gesellschast sind kürzli wieder auf 94!/, pCr. gestiegen. lig und genau abgedruckten Eisenbahn-Kassenscheine sind so wée nige gewesen, daß diese selbst gar keine Erwähnung verdienen,

einer großen Anzahl falscher, nachgemachter Scheine der Art geschlossen und blicét hätte. Von weit größerem Nachtheil fúr dieselbe möchke der Abgang des Englischen Wagenbauers Worsdell seyn, wenn es! sich anders bestätigt, da derselbe dem Justitute der hiesigen Wagenbau - Anstalt bisher mit großer Thätigkeit vorgestanden hat. Die Personen - Frequenz vom 25. November bis 1. De- | zemher beträgt hier und in Dresden in 58 Fahrten 3023, was

daß dem Rômi

Der ausgegebenen , nicht vôls *

wenn man nicht aus jener „Unvorsichtigkeit‘/ auf die Ausgabe

einen Nachtheil fär die Gesellschaft darin er

; rhältnisse früherer Summen gering, indessen bei lid ar Zahreszeit niht unbedeutend ist.

Oesterreich. ú i f 27. Nov. (A. Z.) Der Russische hronfolger, der n (X Mien und Neapel begiebt, wird in Wien erwartet. Herr von Tatitscheff Monats wieder hierher d rath i der wesentlichsten Punkte des neuen vom Hofra } Einige ceiteten und theilweise der allerhôchsten Sanction eits unterlegten Rekrutirungs- Systems der Oesterreichischen mee sind: die Herabse6ung der früheren Capitulations - Zeit 14 auf 10 Jahre, dann die Alters - Bestimmung, des | lendeten 20sten Lebensjahres / statt des bisher üblichen a _fâr die Dienst - Fähigkeit des Rekcuten. Möglicher illéár bei der Rekruten - Aushebung auf dem Lande ist da- rch vorgebeugt, daB bei Erschöpfung der Anzahl junger Leute 20 Jahren, derjenige aus der Altersklasse des 21 sten Jahres wählen is, welcher in derselben um Monate, Wochen, oder nur um einen Tag der älteste ist. Wir sehen auch bald n Erscheinen des neuen Kriminal-Geseßbuches entgegen, das x wesentliche Milderungen bei der Strafbemessung enthalten rfte. So soll, wie verlautet, statt des lten erst das 18te hr als der Zeitpunkt bestimmt seyn, der einen Fall zum Ver- | gen macht. Fälle, welche bisher unter der Rubrif: „schwere lizei:Uebertretungen““ aufgeführt sind, werden diese Benennung t der von „Vergehen“ im Gegensabe der höhern, mit ,„„¡Ver- | chen‘ bezeichneten , vertauschen. Die neuen Kriminalges\eße sterreichs werden somit ungleich milder als die kürzlich ins hen getretenen Sächsischen eyn, bei deren Entwurf der Ver- Ger von 14 Jahren der trafe der Stokprügel unterzogen rd, und ein Prúgelwillklomm und eine derlei Abfertigung m Weggehen aus dem Zuchthause, aufgenommen is, Straf- immungen, die ín dem 33 Jahre wirksamen Oesterreichischen traf-Koder nicht enthalten sind, und eben so wenig eine Auf- hme im neuen finden werden.

Triest, 28. Nov. (Séhles. Ztg.) Berichten aus Athen folge, wäre der Zustand des Königreichs im Allgemeinen sehr riedigend und außer dem ewigen Hader mit dem Englischen sandten, Herrn Lyons, gäbe es in diesem Augenblicke viel- cht nichts, was die Zufriedenheit des Königs stôren könnte. efanntlih will Herr Lyons dem Königreiche durchaus eine verale Verfassung aufzwingen. König Otto soll auf seiner eise durh Rumelien zwar viele Beweise von Liebe und Er- henheit empfangen, aber auch viele Klagen, besonders über nfáge, Willkür und rúcksihtslose Erpressungen bei Eintrei- ng der Abgaben haben vernehmen müssen. Der vom nig ertheilte Trost schneller Abhúlfe hat die Gemüther hr besänftigt und gewiß wird dieses Versprechen nicht ne kräftigen Nachhalt seyn. Des Königs Besuch wird rum jekt {hon in jenen Gegenden als ein vom immel bescheertes Glück gepriesen. Von den beiden Pro- ften der Errichtung einer Escompte- oder einer Hypotheken- anf in Griechenland soll besonders das leßtere dem König x Annahme empfohlen worden seyn; der Minister des Jn- en aber, von dem Französischen Minister - Residenten unter- jt, dagegen gestimmt haben, weil der Antragsteller, Werry n Smyrna, verlangte, daß die Griechische Regierung sich rpfichte, durch 12 Kahre kein Papiergeld auszugeben oder rch die Escompte-Bank ausgeben zu lassen. Werry soll des- 1b seinen Antrag zurückgenommen haben, und Eynard’s Es- )mpte-Bank-Projekt, das den faktischen Kredit Griechenlands enigstens für einige Zeit zu erhdhen geeignet ist, triumphirt nah höchst wahrscheinlich.

Italien.

Rom, 27. Nov. (A. Z.) Die Französischen Kriegsschisse varen nach der gestrigen Post noh nicht in Ancona angekom- ven, doch erwartet mana sie bald zu sehen, da der Wind, wel- jer ihre Fahrt hinderte, seit einigen Tagen umgeschlagen ift. die Oesterreichischen Truppen sind bereits im Abzuge begriffen

d werden überall von den Bewohnern der Städte, in denen e stationirten, als werth und lieb gewordene Gäste, welche jan ungern entläßt, auf dem Wege begleitet. Der Graf Zichy, Major und Attaché der hiesigen esterreichishen Botschaft, ist

r Res , künftigen stes Früßjahr e nach Anfang nächsten

sern von Bologna zurückgekehrt, wohin er als Courier ge- |

ingen, um ins Hauptquartier die Befehle seiner Regierung m Abzug der Truppen zu überbringen. Mit dem lebten ranzdsischen Dampfboot wurden von Civitavecchia aus nach oulon die Papiere úber den Abzug der fremden Truppen rch die hiesige Französische Botschaft spedirt. Der Abzug ird, wie früher berichtet, mit Ausgang dieses Monats er-

\lgt seyn.

Während nach verschiedenen Berichten aus Spanien es |

en Anschein nimmt, als ob die Anhänger der Königin sich anz von der Kirche zu trennen gesonnen wären, wissen wir ier , daß gerade in der leßten Zeit durch fremde Banquiers ie nicht unbedeuteude Summe von 900,000 Franken bei der )äpstlihen Dataria fúr Dispènsen eingeliefert wurde, welche inzig und allein aus dem Theil von Spanien kam, wo die Regierung der Königin anerkannt ist. Die Direction der Sparkasse sieht sich in ihrem Streben ur die allgemeine Theilnahme, welche sich bei allen Ständen er Bevölkerung kund thut, sehr unterstüßt. Die vielen kleinen Bei- âge, welche in den lezten Monaten, seit so vieleFremde hier sind, ein- jingen (an einzelnen Tagen oft § bis 10,000 Scudi), beweisen, Chen Volk nicht der Sinn für Sparsamkeit fehlt, ohl aber, daß ihm früher die Gelegenheit abging , kleine er- parte Summen mit Sicherheit auf Zinsen legen zu fônnen. Der gefeierte Komponist, Ritter Spontini, ist aus Jesi, iner Stadt im Kirchenstaat, seinem Geburtsort, hier eingetrof- en. Bei seiner Anwesenheit in jener Stadt hat er eine nam- afte Summe (hier sagt man 10,000 Scudi) zur Errichtung iner Monte de Pietà (Pfandhaus) deponirt, und sich dadurch den Dank seiner Mitbürger erworben.

Neapel, 22. Nov. (A. Z.) In dem Königlichen Palaste berden bedeutende Verschônerungen -vorgenommen, hauptsäch- ch nah dem Arsenal und dem Meere zu, indem die dortige derrasse auf die ganze Länge des Gebäudes vergrößert wird, h daß der darauf angebrachte Orangenhain eine bedeutende dehnung erhält. Diese, so’ zu sagen, \{chwebenden Gärten befinden sich unmittelbar an den Gemächern der Königin, welche dort, 100 Fuß über der Meeresfläche lustwandeln kann und us’ den duftenden Gebüschen der herrlichsten Aussicht genießt

der lächelnde Golf, links der Vesuv, gegenüber die majestä- tischèn Berge von Castellamare, die lieblihen Auen von Sor- rento und rechts die frokodilfôrmige Jnsel Capri mit ihren ko-

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Rdmischer Paläste erblickt. wo San Carlo liegt, hat man ebenfalls große

dem man das alte Schloß abbrechen will, um das Theater frei

herzustellen. Jhre Majestäten werden deswegen

funfc von Sicilien den rechts vom Schlosse gelegenen Fremden- Rest des Winters darin zu verweilen.

Palast beziehen, um den

Spanien.

Madrid, 24. Nov. Der die allgemeinen hältnisse und die Dane Spaniens zu d Mächten betreffende Theil der Adresse des Sen wortung der T

„Señora! um J durch die Einberufung der Cortes gegeben, barkeit darzubringen. Er wird mit j örderung der Absichten Ew. Majestät witwirkfen. 1ch, zu crfahren, daß der zwischen Ei. Majestät,

er Senat naht si Ew. Majestät den Tri

selben am 18. August desselben Ja in Kraft siad, und der Seuat hofft, Reg nichts unterlassen werde, damit sowobl die in feln enthaltenen Bestimmungen die wirkfamsie halten, als auch der große Zweck, den man

| dieses Traktats vor Augen gehabt, erreicht werde.

Jhrer erhabenen Tochter zu den Mächten, weiche den, sind ohne Zweifel sehr zufriedenstellend. D Ehre, Ew. Majestät hierzu,

tige Verbündete, die Königin vou Großbritanien,

neue Ansprüche auf die Dankbarkeit der Spani Die Reclamationen, welche Ew. Majestät aub durch Vermittelung Jhrer Verbündeten es zu er sere Feinde aus den Ländern, dabene Tochter nicht anerkannt haben, j find cin Beweis der besonderen Sorgfalt Ew. Maj wünscht, daß die Resultate dem von Ew.

bei diesen Reclamationen auf Alles, was D dert, Rücfsicht genommen und zugleich die Bestim drupel- Traktats geltend gemacht worden sind.“

der Adresse ist, wie das obige, cin reiner Wiederha

tionen für die Generale Cleonard und Cordov Königlichen Befehl für den Lebteren, dem fie ihr Bedauern darüber ausgedrückt,

Lieutenant und Deputirter sich an die Spiß gestellt, ihm befiehlt, Sanjuanena zu übergeben. forderung an seinen Patriotismus und seine die Sache der Königin. Man erfährt jedoch General Cordova sih geweigert hat, diesem leisten.

Der General van Halen nachgesucht, und die Minister fen von Luchana aufgefordert, gesandten 4000 Mann der Reserve - Generals van Halen zu eutlassen, allein

schüßen. L aal Der einzige General, welcher bis dieje

Capitain Galicien's. Bloß aus dieser Prov einige Geldmittel zu. Auch diese werden de entgehen. Die Deputirten dieser Provinz h

Galicien’'s von jet an in ) sollen. Der Minister war genöthigt, Die

einzuwi

ea vorlegen.

rals Cordova, als Präsidenten derselben,

Energie zu handeln. Ankunft in Sevilla ein glänzender Empfang

armten sich unter ten Volks.

Namen „Armee des Südens“/ führen soll. Wan will wissen, daß Espartero nach

werde.

Saragossa, 24. Nov. Gestern ist

des Generals Pardiñas. mit 10 Bataillonen Jnfanterie und riñena. Cabrera hat die Richtung nach T und fährt 1500 Rekruten und eine unermeßli

kräfte zu Gebote stehen,

ragossa’s proklamiren werde.

Spanische Gränze. nées wird aus Pampelona kret gegen die Karlisten noch selbst ausgeführt worden sey. unter denen einige sehr reiche, sen und erhielten meistens *Pà Eigenthum konfiszirt werden würde,

Zu- Bayonne wollte man

Der Sentin

strenger, als

wissen ,

rie, über die Arga gegangen sey, einen anderen Theil habe. Espartero soll

trirt haben.

Inland. Berlin

lossalen Felsenwänden, auf deren Gipfel man die Trümmer

Auf der entgegengese6ten Seite,

ron-Rede lautet folgendermaßen : bnen für den neuen Beweis des Vertrauens, den Sie ihm

Eifer und aus allen Kräften zur

Großbritanien, dem Könige der Franzosen und der Königin von Por- tugal abgeschlossene Traftat vou 22. April 1834, so wie die zu dem- ahres gemachten Zusat-Artifel, noch daß die Regierung Ew. Majestät

so wie zu der Anerfkeunung der unbes- sireitbaren Rechte unserer Königin durch die hohe Pforte Glü zu wünschen. Es gereicht uns zu nicht geringer Freude, daß Ihre uáchs-

Antheil an diesen Unterhandlungen genommen und sich dadurch

deren Regierungen Ihre er- feine Untersiüßung erhalten,

Majestät beabsichtigten

wichtigen Zwecke entsprechen mégen und er zweifelt nicht , 9 die National - Ehre erfor-

Die Regierung hat einen Courier abgesandt,

worin die Königin, nach- daß ein General-

sofore das Kommando dem Brigadier Der Befehl {ließt mit einer Auf-

hat wiederholt um Verstärkung haben auch mehrmals den Gra- die vor kurzem zur Nord-Armee Armee zu dem Corps des sie haben stets die Ant- wort erhalten, daß diese Truppen der Nord-Armee unentbehr- lich seyen, um Castilien gegen einen Angriff der Karlisten zu

Regierung den gebührenden Gehorsam leistete,

Conseils - Präsidenten begeben und verlangt, daß alle Einkänste der Provinz selbs verwendet werden

Minister haben die von Herrn Safont gemachten Vor- {läge zur Verproviantirung der Armee auf ein Jahr ange- nommen und werden dieselben unverzüglich den Cortes zur Ge-

us Sevilla ist die Nachricht eingegangen, Gerichtshof der Provinz und das Artillerie-Corps sich geweigert haben, die Autorität der neu errichteten Junta und des Gene- anzuerkennen. Der Ge- neral Cleonard hält sich in Cadix auf und ist entschlossen, mit Dem General Narvaez wurde bei seiner

General Cordova war ihm entgegengegangen dem sturmischen Beifallsrufen des versammel-

Die Regierungs - Junta wird sich zunächst mit der Bildung einer Armee von 25,000 Mann beschäftigen, die den

und mit 10,000 oder 12,000 Mann nach Andalusien marschiren

Halen mit einem zahlreichen Stabe hier angekommen und be- fahl sogieich, ein.n Karlistischen Offizier zu erschießen geltung für den auf Cabrera's Befehl erschossenen Der General Ayerbe war am 23sten 600 Kavalleristen in Ca- Teruel c

ich

Die Unthätigkeit van Halen's, dem weit überlegene Streit- hat hier großen Unwillen und eine bes

deutende Aufregung veranlaßt, und man fürchtet, daß auch das Volk zn den Waffen greifen und die Unabhängigkeit Sa-

geschrieben, daß daselbst das De-

Vierzehn Karlistische Familien, wurden aus Pampelona verwie- Pásse nah Frankreich. Ob ihr wußte man noch nicht.

8. Nov. Das 37\te Stúck der Geses-Sammlung enthält nachstehende Allerh dch ste Kabinets-Ordre vom

lâne vor, in-

dei ihrer Rük-

politischen Ver- en auswärtigen até zur Beant-

hoczachtuugsvoll, but seiner Dank-

Der Senat freut der Königin von

den Zufat - Arti- Ausführung er- bei Abschließung Die Verhältnisse sie anerfannt ha- er Senat hat die

einen so thätigen er erworben hat.

cfohlen hat, um langen, daß un-

estát. Der Senat daß man mungen des Jua- Der übrige Theil ll der Thron-Rede. mit Jnustruc- a und mit einem

e der Bewegung

Ergebenheit für so eben, daß der Befehl Folge zu

n Augenblick der ist der General- inz flossen seither r Regierung jebt aben sich zu dem

lligen.

daß der hôchste

zu Theil. Der und Beide um-

Madrid kommen

der General van

als Ver- Adjutanten

che Beute mit

hier

elle des Pyré- in der Hauptstadt

daß Maroto am

24. November, mit einem Theil seiner Jnfanterie und Kavalle- auf Tafalla zu marschire und seiner Truppen nach Lumbier detaschirt seine Streitkräfte in Calahorra fkonzen-

11. November 1838, betrefsend die Declaration des ÿ. 79. Tí- tels 35. der Prozeß Ordnung über die außerordentlichen und willkürlichen Leibesstrafen in fiskalischen Untersuchungssachen - „Auf Xbren Bericht vom 30. September d. J. erklärc Jch, im Einverständniß mit Jhrer Ansicht, daß im §. 79. Tit. 35. der Pro- - Ordnung nicht bezweckt worden if, die in fisfalischen Unter- Ofen zu erkennenden außerordeutlichen Leibesftirafen iu ihrer längsten Dauer auf sechs Wechen Gesänguiß zu beschränken, wic cinige Gerichtshöfe irrtbümlih annehmen. Dicse Beschränfung ist vielmehr nur für den in zweiten Sayze des angeflihrten §. 79. ge- dachten Fall angeordnet, wenn geseulich auf cine willfürliche Leibes- sirafe zu erfeuncn if. Der §. 79. stellt daber die beiden folgenden, Lou einander ganz unabhängigen Regeln auf:

1) Js die ordentliche Strafe des denunziirten Verbrecheus eine Leibesstrafe, so muß der Richter die außerordeutliche Strafe &, 75. a. a, O.) in ciner gelinderen Gattung und vou fürzerez

auer bestimmen.

2) Tritt bei dem Verbrechen geseulich eine willkürliche Strafe cin, so fann diescibe, wenn der Richter eine Leibesstrafe sür anges messen erachtet, niemals über sechs Wochen Gefängniß ausge- dehnt werden. (§. 35. Tit. 20. Thb. 11. A. L. R.)

Sie haben diese Belehrung den Gerichten mitte! Vefauntmachu2g

dieser Meiner Order durch dic Gescz - Sammiung zu eröffneu.

Berlin, den 11. November 1838.

Friedrich Wilhelm. An die Staats- und FXustiz-Miuister v. Kampy und Mühler.“

Berlin, 7. Dez. Heute früh um 12 Uhr geruhten Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm, Sohn Sr. Majestät des Königs, einer Deputation des Kurmärkischen Kommunal-Land- tages Audienz zu ertheilen und die ehtfurchtsvollen Giäfwünsche zur Geburt der Prinzessin Tochter huldreihs aufzunehmen. Potsdam, 7. Dez. Kurmärkisches Landarmen- wesen. Nach amtlichem Berichte befanden sich am Schlusse des Jahres 1836 in dem Landarmenhause zu Strausberg: 289 Männer, 58 Frauen und 112 Kinder, zusammen 459 Jn- dividuen; im Jahre 1837 sind eingeliefert worden : 728 Mäu- ner , 126 Frauen und 35 Kinder. Gestorben sind 32, ander- weiter Abgang betrug §45, so daß am Schlusse des Jahres 1837 im Hause verblieben 471. Von 247 arbeitsfähigen Per- sonen wurden durch Wollen-Spinnerei, Leinwand- Fabrication, Tuchweberei, Gypsstampfen, Schneider- und Schuhmacher- Ar- beit 1c. die Summe von 8536 Rthlr. in 306 Arbeitstagen ver: dient. Durch häusliche Beschäftigungen und Oekonomie- Arbei: ten wurden außerdem 1734 Rthlr. erspart. Der Verdienst der Kinder beträgt 209 Rthlr. Jn der Abtheilung des Land- Armenhauses bei Wittstock fär: Verpflegung von Hospitaliten und Blôddsinnigen hatten sich “am “Schlusse des Jahres 1836 bes funden: 69 Blödsinnige, 111 Hospitaliten und 10 Kinder, im Jahre 1837 wurden eingeliefert : 11 Blödsinnige, 45- Hospita- iten und 7 Kinder und am 31. Dezember dieses Jahres waren 209 Personen in der Anstalt. Durchschnittlih befanden si in diesem Rechnungsjahre täglih 196 Köpfe in dem Hause. 107 Personen haben durch verschiedene Beschäftigungen 391 Rth(r. verdient und der Anstalt an Ausgaben §36 Rthür. erspart. Im Provinzial - Invalidenhause zu Wittstock wurden im Jahre 1837 úberhaupt 101 Jnvaliden verpflegt und 99 em- pfingen in dieser Zeit 3648 Rthlr. Verpflegungsgelder. 181 Jn» validen, einschließlich deren Frauen und Kinder, blieben am Ende des Jahres 1837 vom Naa Rege noch zu verpfie- gen. In der Land-Irren-Anstalt zu Ne u - Ruppin befan den sich am Schlusse des Jahres 1836 noch 146 Geisteskranke, im Laufe des Jahrrs sind rezipirt worden 26. Es starben 14, geheilt wurden 7 entlassen und 4 nach der Anstalt f Wittstock translozirt, 147 aber verblieben am Schlusse des ahres 1837 ín der Anstalt; 90 konnten periodisch zu núßlichen Arbeiten an- gehalten werden und verdienten dadurch 1034 Rthlr, an Aus- aben ersparten sie der Anstalt außerdem 792 Rthlr. Die Ammtlichen Kosten für Verpflegung und Bekleidung, einschließ- lich der allgemeinen Administrationskosten, haben im Jahre 1837 betragen: in der Anstalt zu Strausberg für im Durchschnitt täglich verpflegte 437 Häuslinge 24,407 KRthlr.; zu Wittsto ck für durchschnittlich täglich verpflegte 76 Invaliden und 196 Pfleg- linge 14,275 Rthlr. , zu Neu - Ruppin für durchschnittlich täglich unterhaltene 145 Geisteskranke 9701 Rthlr.

Der Abschluß des Vermdgens-Zu- baar und inf Werth der

: Zins tragen-:] NRaturali- standes des KurmärkischenLand- sdeu Dokum.| Bestände. Armen-Fonds

Nthl. Sg. Pf. ergab am Schlusse des Rechnunagsjahres 1836 einen Bestand von...

und weiset am Schlusse des Rechnung&- f f jahres de 1837 einen Bestand nach von 25352| 2 10/9649/24] 9

Stettin, 6. Dez. (Stett. Ztg.) Jubelfeier. An den gestrigen Tag knüpsten sich für alle Bewohner unserer Stadt erhebende Erinnerungen. Fünfundzwanzig Jahre sind verflossen , seit Stettin von Französischer Herrschaft befreit wurde. Das Lied „„Nun danket alle Gott 2c.“ ertônte in feier- lihen Klängen am frühen Morgen von dem Thurm unserer ehrwürdigen Jacobi - Kirche herab und erdffnete die Feier des Tages, welcher auch bisher alljährlih in weiteren und engeren Kreisen unserer Stadt festlich begangen ward. Die Kasino- Gesellschaft feierte denselben durch einen Ball in dem s{dnen Bôrsenhaus-Saale, eben so die Gesellschaft der Abendhalle u. \. w. Stettin, 6. Dez. Am 2ten d. M. wurde der Kommunal-:Landtag Alt-Pommerns geschlossen.

Jubiläum. Am öten d. M. beging der Land: Syns- dikus, Justizrath Calow, hierselbst seine funfzigjährige Amts- Jubelfeier. Er wurde von dem Herrn Ober-Präsidenten und von mehreren Deputationen und einer großen Anzahl seiner vielen Freunde und Bekannten beglückwünscht, bei welcher Ge- legenheit der Herr Ober - Landesgerichts - Chef- Präsident Böcti- cher dem Jubelgreise die ihm von der Gnade Sr. Majestät des Kdnigs huldreichst verliehenen Insignien des Rothen Adler-Or- dens vierter Klasse anheftete und ein sehr gnädiges Handschrei- ben des Herrn Justiz-Ministers úbergab , die Justiz-Kommissa- rien aber einen silbernen, geschmackvollen Pokal berreichten. Bei dem veranstalteten Festmahle hatten sich gegen 150 Theil:

mer eingefunden. neh gef 5. Dez. Schulhäuser. Durch

Bromberg, - : den unglücklichen Brand vom 7. Juli 1834, welcher fast die ck wurden auch die

anze Stadt Schneidemühl in Asche legte,

dasigen evangelischen und katholischen Schul - Lokale ein Raub der Flammen. Des Königs Majestät geruhten, zu ihrer Wie- derherstellung eine allgemeine Kollekte Allergnädigst zu bewilli- en, deren Ertrag sih auf 6483 Rthlr. 18 Sgr. § Pf. belief. Ebenso wurde ein Theil der der verheerten Stadt Allerhdch| ugetheilten Bauhülfsgelder zum Betrage von 1526 Rthlr. 19Sgrx. ¡ Pf.- zum Besten der Schulen angewiesen. Mitc diesen wesentlichen Beihülfen ward es möglich, sowohl ein evangeli-

Nthir. Sg. Pf.

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sches als ein fatholisches Schulhaus, welche resp. zu 6257 Rehlr. W Sgr. 8 Pf. und 3911 Rthlr. 29 Sar. 9 Pf., zusammen

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