1905 / 62 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

O S R E E

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“Verwaltung der chinesischen Ei

Der Général Küropatkin meldet ferner dem Kaiser unter dem 11. d. M., 10 Uhr 40 Minuten Abends :

Der Feind griff heute nur die Nahhut des 3. Sibirishen Armee- korps an. Die 1. Armee, die vor der anderen gestaffelt ist, seht den Rückzug auf die für alle Armeen angegebeaen Stellungen fort. Nah dem heute eingegangenen Bericht des Kommandeurs der 3. Armee hat die Nachhut dieser Armee heute eine Stellung auf der Mandarinen- straße, 25 Werst von Tieling, beseßt. Vor dieser Nachhut zeigten fih nur kleine feindliche Abteilungen, besonders Kavallerie. Vom 28. Februar bis zum 11. März cins{ließlidh ind 1190 verwundete Offiziere und 46 391 verwundete Soldaten eva kutert worden.

Die „St. Petersburger Telegraphen-Agentur“ meldet : Vom 7. März um 6 Ühr früh bis zum 9. März griffen die Japaner die russische linke Flanke und die Stellungen am Schaho an. Sie erlitten große Verluste an dieser Front. Die Japaner umgingen allmähliÞ unter hartnä>igen Gefehten den russischen rehten Flügel und näherten ih den Kaisergräbern. Am 9. März wurden von den Japanern andauernd Angriffe auf die Eisen- bahn unternommen; mit Mühe gelang es den Russen, die Ortschaft Ungentun zu halten. Japanishe Geschosse fielen auf die Bahn- linie. Um die Umgehungskolonne der Japaner von seinem Flügel zurü>zuwerfen, sammelte der General Kuropatkin große Streitkräfte gegen Tschenitun seitlih von Siaogusa und ging zum Angriff vor, wobei er E selbst mitten im Gawdhrfener befand. Heftiger d mit Staub hinderte die Operationen. Das Dorf Tschenitun wurde genommen, do griffen die Japaner abermals vom Flügel her an und glichen den teilweisen Erfolg der Russen wieder aus. An Busen La Rin ante ie Fopaner. die südlichen Stellungen der rü>ten. Die 4 è bon Osten und Westen zur Bahn vor- Japaner drohten Mukden z pmzingeln. Daher

wurde ‘in der N e u zurü>zugehen. A 0. arr d. M. der Befehl er eilt, nah Tieling

l 11. März d L En I dame le, d M D a L Stan, de nied on L gc eie ne dle Del dauerte - den ganzen Tag an enitun liegt. Der Artilleriekampf

nordöstli< von Mukden gelegene Tf u dapaner SleiSuitia Lb Ucta

kleine japanishe Abteilungen di seit dem Durchbruch bei Kiu die rufen Truppenteile in der Flanke

Die „St. Petersburger Te

weiter aus Tielite vom gestrigen Tuben Agentur“ meldet „Das Hauptquartier befand si am 9. d: M. i

Rückzug auf Tieling begann in der Nacht des 10" pdukden, e

Lag und Nacht bis zum 12. d. M. fortgeseßt. Während « und wurde

wurden die anderen Trains auf der Mandarinen N L UAS

denen si das Hauptquartier befand, hi straße, unter japanischen Artillerie beschossen die uo Süden gekonvitder R

dem sie dur unsere Truppen bei Kiusania ge war, a

den Erd herrschte völlige Unordnung ; B LTA Dies

gusammnen Bew efonders groß war die Unordunune, i zu

den R ee Oa LUnN Pouho. Die Verwirrung, die A

ar Meisen ra E E Stunden Bus Staubwolken b

: , Und Ftniternts hinderte, Weg einzuhalten. Die Trains, di j tamen, drängten die Truppen zurü; M die Panie ta e an-

nnen die T eli P urüdiufüren. uppen fi zu sammeln und die verlassenen

Derselben Agentur wird ausg richtei : M ie russischen Truppen nähern Die Japaner rüden nördli langsam vor. in Bericht des Marschalls O : 10 März in Tokio eingegangen e ns: in der Nacht vom Ju ver Richtung auf Serb ang griff eine japa nis he Ab- teilung den an Fahl om Sind, der die Höben nördli von Fus<un beseyt hl er des Hunho abo haben die Japaner den nf Seie E E Sen und Norden von Me bel, shlicher fon tin und greifen thn im | en an. em l des 10. Märk, lösen f A eaen are Nuffen auf und even fd in völliger Un ifden und: der Eisenbahn r ä T Landstraße von Mul e Nach barsa fon zurü und jestcién fich in der Gegend voil Mukden, wobei Mukdens bis Shanwa ilen nördli vol! ; die japanische Infanterie und 7 rets ihr Feuer auf U des Feindes bis zum Beginn der Zei richtete. Cine Me en ns der ZJapanor erreichte Puh o, O r ben 8 beträchtliden S en ‘orer Bericht des Marschalls Oyama, der a Gin weiler gs in Tokio ein en ist, meldet: 11. März na denen Heeresabteilunges ver E Feind von e e her ind bracten ihm „bédeutende Berluste bei ¿ fie ; u e « Ar e eilen nördli Ma: ras Nahm an 11. e Verfolgung des s N Laie y unho 1 orgen de „von Puho na orden Kean De graf, Nasen des, Beide, ter N pur j dgemeng r ussen ausbeas s einem blieilidh. In der Nähe von Mulden ier iei und ergaben ngtei Abteilungen- des in die Flucht geshlagenen jezt mit vers pre verwidelt. Diese leisten andauernd Widerstand Feindes L Kd Haufen von russishen Leihnamen werden überall

oder erge Marschall Oyama meldet ferner unter dem

Tieling vom heutigen Tage

sih d P, En rigen bei Tielin g,

gef er A 26 500 Gefallene auf dem Schlachtfelde. L M A i aggon i uns find 5 mite ateonen, 15000 Koku Getreide, 55 000 Koku Fut 25 Million Meisenbahnschienen, 2000 Pferde, 23 Wagen, in denen si n de 1, 1000 Wagen mit Rleidungsstü>en, eine Million & Del rot 70.000 Tonnen Brennmaterial, 60 Tonnen Heu, L E Ie , die Bel u gi Mgen Fen auf 90 000 Mann, die Verluste der Japaner er “Mann gela ? ¿ auf 41000 * anische Kriegsminister Terauchi hat, wie das ‘Der Jap Phtet ytershe Bureau“ berichtet, dem Marschall Dyama, den f eren Und Mannschaften telegraphisch seinen Glückwunsch O A Siege ausgesprochen, Jn seiner Antwort schreibt der farschall Oyama den Erfolg dem Kaiser sowie der Un- L und Tapferkeit der Offiziere und Mann- u. sa Aus Tientsin vom gestrigen Lage Pieeigteit U R u“: nvorhergesehener ) le Bureau“: Jnfolge unvorh El ebahn len des ves wisen JInkou—Kaopantse— Pag ntin E Mus a ta aut weiteres an; man sage, da L Gnt eidung auf Verlangen der japanischen Militärbehörden er- eit die auf die Beförderung ihrer Munition dringe.

i Afrika. j

Der Prinz Adalbert von Preußen ist gestern von Kairo nah Port Said zurückgekehrk.

Die „Agenzia Stefani“ veröffentlicht ein Telegramm des italienischen Generalkonsuls in Zanzibar an den Minister des Aeußern, in“ dem das Gerücht von einer Niedermeßelung der Bewohner von Merka (siche Nr. 61 d. Bl.) für fals< erklärt wird.

ukden in Abteilungen -

Dem „Reutershen Bureau“ wird aus Port Louis (Mauritius) von heute gemeldet: Der Dampfer „Akbar“ sei dort von Vohémar (Madagaskar), das er am 8. d. M. ver- lassen hate, eingetroffen und berichte, daß dort das Gerücht gas Has russishe Geshwader befinde si< no< in

ossibé.

Parlamentarische Nachrichten,

Die Schlußberichte über die vorgestrigen Sißungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Zweiten und Dritten Beilage.

Jn der heutigen (162.) Sihung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Jnnern, Staatsminister Dr. Graf von Posadowsky-Wehner beiwohnte, ehrte das Haus zunächst das Andenken des Abg. Linder (Zentv.), Vertreter des Wahlkreises 5 Schwaben (Kaufbeuren), der, wie der Präsident mitteilte, in seiner Heimat verslorben ist, in der üblichen Weise. :

E e die zweite Beratung des Reichshaus- haltsetats für 1905 im Etat des Reichsamts des S bei dem Ausgabenkapitel „Bundesamt für das

imatwesen“ fortgeseßt. : “Abo. D E, Das yslatte Land .in den östlichen

deutschen Landesteilen wird erbeblih benacteiligt dur< die Unter- sügungewoknsigges gebung. Die Provinz Ostpreußen hat feit 1895 7—8 9/0 ihrer Bevölkerung dur< Auswanderung verloren. Diese Ab- ewanderten findet man wieder zum 1 Teile in den Regierunzs- ezirken Arnsberg und Düsseldorf. Aehnlih liegt es mit der Ab- wanderung aus Westpreußen und Posen. Durch die Kranken- und Unfall- versicherung ist ja manches gebessert; aber es bleiben noch viele Härten übrig. Die Reichsgesezgebung follte Wandel schaffen, und zwar in ni<t allzu ferner Zeit. Au die Bestimmung über die Armen- mündigkeit müßte geändert werden ; statt des 18. müßte das 16. Lebens- jahr geseßt werden. Es ist eine Unbilligkeit, daß die östlichen Landes- teile für die e O von Personen aufkommen sollen, die ihre An-

ehörigkeit zum Heimatsorte längst aufgegeben ha n.

x Ee ribiekreitie des Innern, e E Dr. Graf von Posadowsky-Wehner: Im Reichsamt des Innern ist cine sehr erhebliche Abänderung der alten Novelle zum Reichsarmengeseß bereits fertiggestellt, und wir hoffen bestimmt, daß sie dem Hause bei feinem nächsten Zusammentritt zur Beschlußfassung vorgelegt werden kann. Das Kapitel wird bewilligt, desgleichen O für das S ever nee die entscheidende Dis- ziplinarbehörde, die Behörde für die Untersuchung von Seeunfällen. E S :

Bei den Ausgaben für das Statistishe Amt be- merkt der \

Abg. Erzberger (Zentr.): Die Art und Weise, wie in Deutsch- land die Streikstatistik aufgenommen wird, hat immer wieder zu er- bebliGßen Anständen Veranlassung gegeben. Es ist im Gegensaß zu Frankreich und Oesterrei bei uns in Deutschland die Polizei, welche diese Statistik aufnimmt und dabei notwendig einseitig verfahren muß. Jedes Anrufen der Polizeigewalt oder der Staatsanwaltschaft wird aufgeführt, aber über den Erfolg wird keine Mitteilung gemacht. Nun wollen wir niht haben, daß auf Grund dieses ganz falschen Bildes nahher Material zu einem neuen „Zuchthausgeseß“ aus dieser Statistik geshlagen wird. Will man diese Art der Aufnahme fortseßen, so muß au angegeben werden, wie oft das Anrufen erfolglos blieb, wie oft die Polizei zu Unrecht eingeschritten ist usw. Mit der Erweiterung der Raten der Arbeiterschaft würde. ja überhaupt die Zahl und die Ausdehnung der Streiks sehr zurü>gehen; aber diese neue Organisation wird ja no< ni<t so bald gegeben sein. Bis dabin aber sollte die Bundesratsverordnung von 1891 wenizstens8 -no< in der Richtung erweitert werden, daß bei der Feststellung der Streikstatistik die Gewerbegerihte mitzuwirken baben.

i a Dr. Potthoff (fr. Bag). Der gegenwärtige Leiter des Statistis<hen Amts hat für die Veröffentlichungen seiner Mitglieder eine Art E eingeführt. Damit würde dieses zu ciner N Dgs ehörde gestempelt. Ein gewisses politis<es Moment ist a dur< die Affiliterung der Abteilung für Arbeiterstatistik hinein- N worden; aber das sollte nur ein Grund mehr sein diefe [bteilung endli<h zu verfelbständigen. Daß die Absicht bestehen könnte, eîne solche politishe Behörde aus dem Amte zu machen, halte ih für absolut ausges<lossen; man sollte aber {on der leifesten Regung eines solhen Argwohns entgegentreten.

(Schluß des Blattes.)

Das Haus der Abgeordneten nahm in der hêutigen (160.) Sißung, welcher der Finanzminister Freiherr Gi Rheinba en beiwohnte, zunächst in dritter Beratung die Gesepentwürfe, betreffend die Erweiterung der Stadt- kreise Dortmund und Königsberg, ohne Dobatis an und seßte aur die zweite Beratung des Staatshaushalts- etats für das Rechnungsjahr 1905 fort.

s E Etat der Staatsshuldenverwaltung be- mänge j

Abg. Dr. Newoldt (freikons.) das umständlite Verfahren bei einem dauernden Wechsel in der Person des Empfangsber Ü n Slnsen aus dem Staatosduld nd. j l n gsbere<htigten für : nterstaatssekretär Dombois erkennt an, daß dieses Verfahren ein umständlihes sei. Für vorübergehende N ae seten R Erleichterungen getroffen worden. Für den Fall eines dauernden E on fet das Deites ens umständlich, aber es olle in Erwägung gezogen werden, bei der Revision des Stag; . bus eine Péreiaiatbing eintreten zu lassen. N L A

Der Etat der Staatsschuldenverwaltung wird bewilligt ae Os T E a on über die Verwaltung des Staatsshuldenwesens im E - jahr 1903 für erledigt erklärt. [ 8 Sodann nimmt das Haus die Beratung des Etats der Preußischen Zentralgenossen\<aftskasse wieder auf.

Abg. Dr. Faßbender (Zentr.): Zur Entschuldung des Grund- besibes gehört zweierlei: billiges Geld und ftarke Amortisation. Die vorhandenen Pfandbriefinstitute, die diesem Zwecke dienen, haben verschiedene Belethungsgrenzen und au< sonst einen \<werfälligen Geschäftsverkehr. Es wäre zu erwägen, ob ni<t insbesondere zur Erleichterung der Beleihung an zweiter Stelle den ländlihen Kreditgenossenschaften die Mitwirkung der Zentral- genossenschaftskasse -in irgend einer Form gesidert werden könnte. Kleine Lat sind viel unabhängiger von den Wechselfällen des eldmarktes als große Genossenschaften. Dem Gedanken, die Genoffenschaften zur Grundlage auch der ganzen Entschuldungsaktion zu machen, ist au< der Erlaß des Landwirt- aftsminislers entgegengekommen. Viele Genossenschaften geben heute

on Amortisationsdarlehen, aber se behalten sih immer die Kündigung vor, Man sollte den Genossen|<aften den gesamten Verkehr des Einzelnen mit den Pfandbriefinstituten in die Hand geben. Daß dem Einzelnen damit sehr ge wäre, liegt auf der Hand.

Ab . Kreth: (konf): Von dem Zusammens{luß der genossen- schafil: en Bestrebungen für die Landwirtschaft, von dem neuen Reichöverband und«seiner gemeinsamen Arbeit ist init Zuversicht eine frische, fröbliche Entwic>elung des ganzen Genoßsensaftéwesens zu er- warten. Eine zu weitgehende Zentralisation- für das ländliche Kredit- wesen würde andererseits ein Fehler sein. Einstweilen {eint allerdings

der Partikularismus über den Zentralismus gesiegt zu haben. Die

weiteren Ausführungen des Redners werden bei der großen Unruhe des Hauses im Zusammenhange nicht verständlich.

Es nimmt hierauf der Finanzminister Freiherr von Rheinbaben das Wort. Bis zum Schluß des Blattes be- teiligen sich an der Debatte d die Abgg. Stull (Zentr.) und von Arnim-Züsedom (kon}.). l

Nr. 20 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, heraus- M eben im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, vom 8. März hat olgenden Inhalt: Wettbewerb für ein Schiffshebewerk bei Prerau im Donau-Oder-Kanal. Vermischtes: RNothenburger Verband akademischer Architektenvereine deutsher Sprache. Tantallampe. Shwißen einfacher Fenster. Durhs<hlag des Simplontunnels. Bücherschau.

Kunst und Wissenschaft.

In Wien ist, wie ,„W. T. B.“ meldet, der Senior der dortigen Maler, Ru dolf Alt, gestern früh gestorben. Er war ebendaselbst am 28. August 1812 geboren, erhielt von seinem Vater, einem tüchtigen Lithographen, künstlerishen Unterriht und besuhte später die Akademie in Wien. Er widmete si< hauptsächli< der

rospekten- und Os und malte zahlreihe An- ihten aus Italien, besonders in Aquarell (1835—40 und 1865—72), die meist in Privatbesitz übergingen. Im Ighre 1874 erhielt er von seiner Regierung den Auftrag zu einem Zyklus von Darstellungen der bervorragendslen Bauwerke des österreihis<hen Kaiserstaats sür bie Sammlung der Akademie

Land- und Forstwirtschaft.

Landwirts<haftlihe Versuche auf den Nieselgütern der Slart Berlin im Aubes 904

Wie heute in der Lantwirtschaft aller Kulturländer anerkannt wird, daß nur dur die intensivste Anwentung neuerer wissen!<: ft lier Erkenntnisse eiu lukrativer Betrieb möglich ift, wobei natürli die praktische Handhabung der Landwirtschaft und namentli au eine gewisse kaufmännische Tätigkeit in bezug auf Beschaffung der nötigen Hilfs\toffe und Dea Produkte Vorbedingung ift, so will man auch auf den großen Rieselfeldern der Stadt Berlin dur ziel- bewußte Durchführung wissenshaftlicher Grundsäße auf Grund klarer Erkenntniß der rihtigen Vorbedingungen die höchsten möglihen Erträge aus dem Landbau zu erzielen suchen. Bei der Neuheit der ganzen Verhältnisse der NRiesellandwirt- schaft, die im Vergleih mit dem übrigen A>erbau besondere Eigen- tümlickeiten hat, erschien es als notwendig, zunähst grundlegende Versuche anzustellen. An diese Aufgabe ift der Direktor ter städtischen Nieselgüter, Professor Dr. A. Backhaus, herangetreten, und er hat jest in einer 122 Seiten ümfassenden Schrist die wichtigsten Er-- ge De e LAMO Ia A Versuchstätigk-it auf den Rieselfeldern veröffentlicht.

* Im Garten zu Blankenburg wurden auf mehreren hundert paelen die verschiedensten landwirtschaftlihen Kulturpflanzen in ezug auf ihre Anbaufähigkeit für Rieselfelder erprobt, wobei si

besonders Mais, Luzerne und verschiedene Futterpflanzen, hauptsächli neuere Sorten der bisber angebauten Arten, als wichtig erwiesen. Wenn so “auf kleinen Parzellen im Garten gewissermaßen das erste Tasten ausgeführt wurde, fd beschäftigte man sich bei den rar S baus- versuchen im Felde namenllih damit, die ertragrei<sten Sorten der Kulturpflanzen zu ermitteln und auch gleichzeitig Saatgut für die Groß- kultur zu gewinnen. Es ergaben p bei den einzelnen Sorten Ertragss s{hwankungen auf 1 ha bei Gerste von 6127—9803 kg, bei Hafer von 8450—11 489 kg, bei Sommerweizen von 7246—9420 kg, bet Roggen von 9419—12 559 kg, bei Zu>kerrüben von 29 428—37 240 kg, bei Kartoffeln von 3897—35 274 kg. Diese Zahlen beweisen die hohe Bedeutung dieser Versuhe. Wenn {hon dur< die Wahl der Sorten, alfo ohne besondere Kosten, Mehrerträge um das 14fahe und Doppelte möglich find, so muß dadurch der Reinertrag der ganzen Landwirtschaft E aen, ins r o< interessanter, weil ganz neue, in der son / o schaft unbekannté Ver ältnisse behandelnd, Gi A Sd ergebnisse. Die Bewässerung wurde in dêm vorigen, tro>enen Sommer versuchsweise bei Gafer Sommerweizen, Gras und Hanf angewandt, um die Gefabren der Tro>enheit zu bekämpfen. Es wird ein Nugen dur die Bewässerung von 116,25 auf 1 ha bei afer, 185,20 Æ bei Sommermweizen, 40,17 M bei einem Schnitt ras nachgewiesen. Mit Necht wird deshalb dárauf aufmerksam ge- macht, daß hier in erster Linie der Hebel zur Erhöhung der Erträc e auf Nieselfeldern anzusezen fei. Die angestellten Düngun d. versuche ergaben mehr negative Resultate, d. h. auf den Nielel: feldern werden sol<e enormen Nährstoffmengen zugeführt, daß eine völlige oder teilweise Beidüngung wenig Erots brikgt In Anbetracht der Bedeutung des Grasbaues für die Niesel- [landwirtschaft wurden Versuche über die besten Gräser und ibre Herkunft durchgeführt, wobei si< das italienische Naygras aus Schottland am besten bewährte. In einer Reihe von weiteren Ve suchen ist die Frage verfolgt worden, wie die quantitative und nals lative Ernte des Rieselgrajes durch die Anzahl der Scnitte beeinflußt wird. Es hat sich gezeigt, daß bei viermaligem Schneiden ebenso viel Ernte erzielt wurde, wie bei fe<smaligem. Namentlich sind die E gebnisse aber in bezug auf den hohen Nährwert des Grases wid; L Le 4 1,20 Æ für 100 jg berehnet, während der Verkaufs e S ieselgrases im Dur<hschnitt der leßten Jahre nur 50 H Weitere Versuche waren die über die Drill v 1 e weite und Ha>- u vlollen wid auf Grund deren eine Erhöhung der Drillweite j ie Versuche über Bodenbearbeitung erstre>ten si n D 1 ament- li auf das Tiefpflügen. @8s wurde auch Pflugprüsung mit

Î cine etwa 20 verschiedenen Pflügen angestellt, wobei in dem Kipppflug ein weil es die Aptierung

Gerät ermittelt wurde, das für Rieselfeld nicht Die P S Bedeutung ff e e Prüsung neuer Geräte und Maschin t T E L j e en erstre>te A f cinen Sdelbenfultivator, auf einen neuen A>erwagen und auf Die Versuche über Eigenschaften und

Wirkung des

Sli>s ergaben gewisse Bekämpfungsmaßregel Kalamität des Rieselfeldes. Es wird C E n A

dur< Verbrennen zu verwerten, wenn er

ab, ; Lai ist, dur tiefes Unterpflügen ihn e billige t he

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Fischereiversu<e wurden ausgeführt, u i - Drainwasser der Rieselfelder aénsigead E sind, as a Lie von Fischen zu ermöglihen, und um zu sehen, ob dadur ein [ufrativerer Betriebszweig gewonnen wird. Unter schr ungünstigen Verhältnissen wurden Erträge von 50 bis 200 (A auf 1 Morgen dur Fischzucht erzielt, und selbst die anspruhévolle Forelle gedieh in den Drainwässern der Nieselfelder vorzüglich. :

Die Hanfanbauversuche sollten die Frage lösen, ob tiese widtige Handelspflanze für Rieselfelder von Bedeutung isl. s zeigte sih ein sehr gules Wachstum und eine befriedigende Qualität des Hanfes, sowie etne vorzügliche Bekämpfung des Unkrauts durch diese rashwüchsige Pflanze. Der augenblidlihe Preis von 21 M für den Zentner läßt aber das Risiko einer kostspieligen Fabrik nicht zu. Würde man mit Sicherheit auf 30 M für den Zentner renen können, so dürfte der Hanfbau für Nieselfeldlultur eine wichtige Rolle

spielen können.

*) Landwirtschaftliche Versu<he auf den Nieselgütern der Stadt Berlia iuisSabre 1904. Von Professor Dr. A. Backhaus, Direktor der [itides Nieselgüter. Mit 11 Textabbildungen. Berlin, Verlags- E buhhandlung Paul Parey. Preis 44

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