1905 / 62 p. 58 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

N Ladenstein fei bereits heraus. Mein Schwager begab sich nn wieder nah meiner Wohnung in Hattingen zurück. Unter- wegs begegnete ihm der Zeuge Dellenberg; diesem teilte er mit, daß ih noh nicht zu Hause sei und Als der Grube sein müsse. Mein Schwager begab sih dann mit Eer zur Grube zurück, wo sie gegen 1/210 Uhr ankamen. Dieselben

ingen sofort zum Betriebsführer Kaebel und baten diesen, Das noch mal nachzusehen, ob ih niht mehr in der Grube sei. Kaebel erwiderte ihnen, ih wäre aus der Grube; wenn ih niht zu Hause wäre, würde ih wohl im Wirtshaus sein.

v. g. U. Fr. Ladenstein.

Vetriebsinspektor Kaebel gibt zu, daß der Schwager von “ernes am genannten Tage zweimal bei ihm Ftioden sein É Weiter erklärt derselbe: Nach der ersten Begegnung mit dem Vorgenannten habe ih mich sofort an den Marken- kontrolleur gewandt. Derselbe hat mir erklärt, es sei alles heraus. Deshalb mag ih auch wohl bei der zweiten Be- egnung mit dem Vorgenannten die Erklärung abgegeben hadev, daß Ladenstein tatsächlich ausgefahren und möglicher- weise im Wirtshaus eingekehrt sei. Jch habe aber dann die Angelegenheit doch noch mal untersucht und festgestellt, daß die Kleider noh in der Waschkaue hingen und Ladenstein noh in der Grube sein mußte.

Ih stellte . sodann den Markenkontrolleur hierüber zur Rede; derselbe erklärte nunmehr, Ladenstein habe die Marke

nicht selbst abgegeben, sondern er (Ho eister) habe selbige sich selbst in der Lamvenstußch bebt ia

v. g. U. Kaebel,==

erner erschienen. die Bergleute A. Wienhusen, 20 Ube alt, W. Dörndahl, 29 Jahre alt, und A. Schank, 26 Jahre ali, und gaben an: i

Im Monat Dezember v. J. haben wir im Revier des Steigers Franke vor einer Strebe im Flöôz Wilhelm gearbeitet. Wir hatten ein Gedinge von 150 pro Wagen. Für Nathschießen des Hangenden und Liegenden wurde nichts ver- gütet. Wir führten darüber Beschwerde, daß das Gedinge zu niedrig war.

v g U.

Aug. Wienhusen. Aug. Schank. Wilhelm Dörndahl.?

Die Bergleute Otto Nose, - 26 Zahre alt, August Alten- feld, 31 Jahre alt, und August Schank, 26 Jahre alt, haben im Januar im Flöôz Jda gearbeitet.

Dieselben erklären: l

Unser Gedinge stand auf 1,20 4 pro Wagen und nicht auf 1,00 f, wie es fälshlih in der Beschwerdeschrift heißt. Bei diesem Gedinge war es nit möglich, einen auskömmlichen Lohn zu verdienen. i

v. g. U. Aug. Schank. Oito Rose. August Altenfeld.

Der Obersteiger Hahne erklärt, daß das Gedinge von 1,50 M für den Wagen Kohlen im Flöz Wilhelm sih höher telle, als an anderen Betrieben in diesem Flöze im Felde er Zeche Ger Nachbar gezahlt sei, und wären dic Leute sehr wohl in der Lage tien, auf dieses Gedinge einen ordentlichen Lohn zu verdienen. Vislang sei weder Hangendes noch Liegendes vor diesem Arbeitspunkte nageschossen worden. Zur Zeit sei die Arbeit so weit vorgerückt, daß das Hangende und Liegende in der Ortsstrecke nachgeshossen werden müsse. Dafür sei das Gedinge seit Februar auf 2,00 f pro Wagen

Kohlen erhöht. Das Flôz habe dursnittlih eine Mächtigkeit von 50 em.

An dem hier in Rede stehenden Arbeitspunkte habe dasselbe an einer Stelle im Pfeiler eine Mächtigkeit von 0,40 m, da- gegen unten in der Strecke eine solche von 0,50 m.

Nach dem Steigerjournal des Steigers Franke haben die Leute an der obigen Arbeitsstelle 4,41 M. pro Schicht verdient.

Der Verdient im Flöôz Jda pro Monat Januar betrug für die Hauer Altenfeld, Schank und Nose 4,75 #6, pro Schicht. Für einen Wagen Kohle sind 250 s bezahlt worden.

v. g. U. Otto Hahne.

Die Hauer Felix Pawlißki, Luigi Trinca und Max Kößsch erklären in ihrer Eingabe folgendes: : Wir waren im November v. J. damit beauftragt, beim umauern des in Brand AOEE Flözes Sonnenschein auf er Zeche Baaker Mulde behilflih zu sein. Die Temperatur war derartig hoh, daß es die. Leute bis höchstens 1/,12 Uhr auszuhalten vermochten. Wir haben uns bei den betreffenden Beamten, auch bei dem Herrn Obersteiger Schmälter, bes wert, aber es hat nichts geholfen. Wir wurden noch_ obendrein ausgeschimpft. So sagte eines Tages in unserm Beisein der Betriebsführer Kaebel, als er in Begleitung des Obersteigers Schmälter vor die Arbeit kam und die Leute sih weigerten, weiter zu arbeiten: Das sind Kerls, „wie die es dem einen wirds übel, der andere beklagt sich über Kopf|hmerzen. Es war den Leuten aber nicht möglich, weiter zu arbeiten, und baten sie, ausfahren zu dürfen. Sie erhielten indessen keinen Schein zur Ausfahrt und haben eiwa eine Stunde am Schachte warten müssen, ehe sie vom Anschläger auf den Korb gelassen worden sind. : , Als weiterer Grund zur Beschwerde wird hervorgehoben, daß sie mehrfach aufgefordert seien, wieder vor die Arbeit zu gehen, troßdem fie sih in ihnen cin Weiterarbeiten unmögli war. R Auf Befragen erklären die Beschwerdeführer ausdrüdcklich, daß sie persönlich vom Obersteiger Shmälter nicht geschimpft worden sind. : : / Die Beschwerdeschrift selbst ist vom Streikkomitee ver- anlaßt und haben wir dieselbe nicht zu Gesicht bekommen. Wir stehen unter derselben auch nur als Zeugen vermerkt.

D L U. Felix Pawlißlky. Max Kößsch. Luigi Trinca.

Der Betriebginspektor Kaebel : Jm Novembec v. J. wurden auf meine Veranlassung die Branddämme im Flöz Sonnen-

Flözbrand erstickt sei. Leßteres war nicht der Fall, und mußten die Dämme schleunigst wieder geshlossen werden. Dieses ist eine sehr mühsame, angreifende Arbeit, die nach kurzem Aufenthalt vor Ort Kopfschmerzen bereitet und bei der hohen Temperatur vielfach Erbrechen hervorruft. Die Arbeiter mußten häufig aus dem Arbeitspunkt entfernt werden. Dieselben haben - selten länger wie 20 Minuten vor Ort ge- arbeitet. Troydem gingen die Arbeiten nur langsam voran, und wurde vielfah von den Arbeitern geklagt. i;

Ich habe mich deshalb veranlaßt gesehen, die Arbeiten statt von den Bergleuten durch unsere Beamten n aus- führen zu lassen. Die Bergleute mögen bei dieser Arbeit etwa drei Tage, die Beamten dagegen, sich einander ab- weselnd, etwa zehn Tage tätig gewesen sein.

Ih entsinne mih ni t, die vorerwähnten Aeußerungen ju den Arbeitern getan zu haben. Auch ist mir davon nichts bekannt, daß die bei diesen Arbeiten beschäftigten Leute vor ihrer Ausfahrt am Schachte eine Stunde warten mußten.

Ih habe damals selbst mehrfach die Leute bei meiner Ausfahrt mit auf den Korb genommen.

v. g. u.

acbel.

Geladen, aber nicht erschienen war der Beschwerdeführer Aug. Hallerberg. Derselbe beklagt si, daß er, um zu seinem Arbeitspunkte zu gelangen, dur den Bremsberg habe gehen müssen, weil auf der andern Seite ein Fahrüberhauen nicht vorhanden war. Durch das einzige Fahrüberhauen auf der östlichen Seite hätte er das {hwere Holz und die Schienen heraufshleppen müssen, da er allein au dem Arbeitspunkt gearbeitet habe. Nur mit aller Anstrengung sei es ihm mögli gewesen, 4,50 4. zu verdienen pro Schicht. : Betriebsinspektor Kaebel: Soweit ih mich entsinne, war Peter damals in einem in Vorrichtung befindlichen remsberge in*Flöz Sonnenschein auf Ort 2 Westen angelegt. Es ist richtig, daß das Fahrüberhauen zu der betreffenden Arbeit auf der entgegengeseßten Seite des Bremsberges war. Hallerberg mußte, um f seinem Arbeitspunkt u gelangen, unter dem hoqli

y legenden Gestänge des remsberges durhkriehen und weiter seine in seinem

Arbeitéorte befindlihe Sturzrolle passieren. Wenn die Sturz- rolle nit zugedeck war, fo haben die Hauer selbst daran schuld, denn es ist ihre Sache, dafür zu sorgen, daß beim Ver- lassen des Orts selbige zugedeckt wird, was dur Hinüber- werfen von einigen Brettern sehr leiht geschehen is. Jm Bremsberge stand nur Ort 2 in Betrieb. Eine Förderung ging in dem Bremsberge überhaupt niht um. Das estellte Gedinge kann ich als niedrig nicht bezeihnen. Nah Ausweis des Steigerjournals hat Beschwerde ührer im Januar 5,17 und im Februar 498 s pro Schicht verdient.

v. g. U. Kaebel.

Beschwerden der auf der Zeche Friedlicher Nachbar - Baaker Mulde im Bergrevier Hattingen arbeitenden Be

eschen, auch kenné ich den Inhalt nicht genau. 4 er dieselbe geschrieben, auch für mi unterschrieben hat, 1 ein guter C von mir,

trauen, da

estellt, wie er sih verhalten und wie wir ihn zujammen prochen haben.

in F Sonnenschein der Grube Sriedliher Nachbar ein Förder:

abhauen herzustellen, und zwar nur im Gedinge, bei welhell es niht möglih war, 2 e zu verdienen. 10 Æ für 1 m und 120 M

Gebirge war schlecht, wir mußten jede Schicht 4 bis 5 Was Wasser {höpfen. Als / s Betriebs

agte derselbe, das Gedinge wäre noch viel zu hoh, dazu Kamerad Vorkötter auf und klopfte mit der Hake Hangende. Plößlich fiel ein 2 Stein he zershmetterte ded oieravs orföties den Schä erbóit d wir einige Tage darauf das Gedinge n führer mit der Bitte uns in eine andere Arbeit

sofort, ih glaub L i anderes Steb S war am 11. oder 12. A h

gate eines Grundes gekündigt. Jch habe dann

D von Müller ziemlich

Gedinge nicht erhöht, weil ih dasselbe U ae BOEA, schien s Hangende besser zu angeführt. die D d darin, daß der

ages durch unanständiges Benehmen gröbli s 4

, F n ist er mit den beiden Brüdern Müller aufamm& e iten gearbeitet

Der Hauer Ernst Müller erklärt folgendes : 7 J Die mir vorgelegte Beschwerde habe ih nicht persönlih F.

Hallerberg,

und hege ich_ zu ihm das Ver“ er in seiner Beschwerde den See so dar:

m Juli v. J, erhielten wir den Auftrag,

Dasselbe be | für den Wagen Kohlen. D auf unser Bitten eines Tages

ührer vor unseren Arbeitspunkt

Kaebel

schönen Gebirge. Als er dieses sagte, sprang UP

n Vorkötter den Schädel. F bekamen, meldeten wir us des Mittags beim E - tr möge uns das Gedinge erho verlegen. Wir wurden

errevier verlegt und nach einigen

er auf der Zehe A endorf Arbeit angenom. , v, g. u.

Ernst Müller. er Vetricbsin

lt e er spektor Kaebel erklärt, daß der Sehne rihtig dargestellt sel, Kaebel

tatsächlich so zugetra9 : Cie Leute ündigt find, hat “Stat eins Hauer î j 1M vaue üller den Hilfsstei j beleidigt hat

ergriff Partei für seinen Kameraden

Daß die Leute

Der Lohn der Kamerodschaft, welche do at, betrug 408. i pro Schicht.

g. u. Albin Linß. Heinr. Tobeck. Ew. Mühlhaus. Knupe. Brenner. Kaebel. v, w. 0. Póöppinghaus. Florshüg. Schornstein.

Müller, Protokollführer.

einem derartigen Zustande befanden, |

schein geöffnet, um darüber Gewißheit zu bekommen, ob der

ergleut —— ———— nied Cz —— 4 Gegenstand Angegebene Beweiserhebung ist Ansicht der Untersuhungskommission E | der Beschwerden | Beweismittel erfolat dittid / über das Beweisergebnis

l î |

Friedlicher | I. Allgemeine Beschwerden. | Nachbar- | | Baaker | Insbesondere : Mulde. a. Niedrige Löhne,

j

führer Herberholz, | Klein, Hohaus, Wien-| busen, Dörndahl,

Schank, Rofe, Alten- | feld, Hallerberg, Ernst | Müller und Viedrich |

tri tigung der Flözver- äaderungen 2c. bei der Sedingestellung, d. Infolge Fehlens eines

e. Nicht genligente Berüek- Erklärung der Beleg- | V sichti ? schaftsvertreter.

t

Ausgabe der Lampeñ bie jungen Leute unter 18 Jahren genötigt, um ihre Lampen zu erhalten, den Waschraum E die älteren Mannschaften zu pafsieren.

6. Mangelhafter Verschluß | wie bei a. der Gezähewagen.

überreihte Eingabe des Wilhelm Mid

11. Einzelbeshwerden. : a. Zurückweisung des Hauers| Eigenes Zeugnis. oënißki von der Seil- fr und hierdurch ent- tandener Ausfall eines _ Lohnes für 2 Schichten. b. Dem Hauer Dopierala

(S{hluß in ter Zweiten Beilage.)

mit Aus- | nahme von Hallerberg | und Diedrih Müller, | welche nicht ershienen

waren. Vernehmung | des Obersteigers

| Zeugnis der Beschwerde- | 2E nebenbenannten | Die Löhne können nit als niedrig beides ee E P 5eugen E .

listen und Lohnbücher. Bernehntung der Dele-

gierten und der

figgenvertreter: Eint-

amtlichen is en über die ge- Wagen.

ierten und ter echenvertreter. Gel. | Von einer Vernehmun des Wilh. iel wurde auf Aatrag ter Delegierten Ab- stand genommen.

wie bei d.

Eigenes is und | Zeu enes Zeugnis u Beugn

Tônnges war mit Hilfe der Polizei nit zu ermitteln.

Allgemeine Mißstände, welche zu dem Ausstand be Belegschaft Veranlassung hätten geben könne find nit vorhanten,

Dieselben slellen sh durchschnittlih Löhne auf den sämtlichen Nach einzelne Löhne erkeblih unter de nber nung steher, erklärt ih dur die Art der dur) die ver» nah SOBE (Akkordarbeit), sowie

iedene Leistungsfähigkeit dec Arbeiter. agen ist

S H L C b n s i; üller. Hahne, der Dele- | Die Zahl der durchschnittlich genulllé ehnis der Vorlage von 23 Lohn-| gierten und der Zehen. als nieèrig zu bezeichnea. Auch das Erg” reinsten H büchern. vertreter. Einsicht- Ermittelungen über bie Zahl der n bermáßig ho b. Wagennullen. Zeugnis der Delegierten. nahme in die Lohn-| Flôzen geaullten Wagen kann nicht ü Kohle

der +

enannt werden. Wo die Reinhaltung À, Meh

id besonders \{chwierig gestaltete, war iasictidi

arbeit durch Erhöhung des Gedinge? Lenten L

ie vor diesen Betricbspunkten ver r Ana E

in die| waren troy der verhältnismäßig große env: E Nachwei- gestrihenen Wagen durchweg befriedig

e e ernehmung der Beleg-| Ein Nachweis für die Berechtigung der Bes) j haftsvertreter und

des Zechenvertreters.

Ecklärung d f M besonderen Schalters gar tier ne R Vernehmung der Dele, n

ist nicht erbracht.

der Es ift ein auerciherd weites, zur Ausgabe Fe Lampen kestimmtes Schalter tatsächlich qué # Waschkaue für die jungen Leute vorham nut Bequenilichkeit ist dieses Schalter bis getrof wenig benußt worden. Es ist Vorsorge s€ ute daß in Zukunst die Lamven für die jungen N sämilih an dieser Stelle vera folgt werden- l

Sh

, Ein Bedürfnis zur Abänderung des bisherigen Tie blusses ist nit erwiesen, da der Tranépot

agen und die Verausgabung der Gezähe statt- lnt Aufsicht hierzu angestellter Personen ndet.

Eine Beweiserhebyn Erledigt d Berggewerbe, ts{eidung vot F erübrigte sih infolge ‘11. November 1904: Kläger if ult seiner Kla Anrafung des Berg-

gewerbegerichts. is der Bergleute

kostenfällig abgewiesen worden. }

: der vorgelegten Markenkontrolle ist die Angabe ollen vier Schichten eugnis des Wetter- der, Schneider, ict tig. Bet der Vernehmung wurde Dopierala / intereinander gesirihen | Tontrolleurs Chr. Wiegand, des Ober- mehr is falscher Angaben überführt. Innerhalb.

w Derselbe konnte| Schneider, des Berg- ere Swmälter,| vier Lagen wurden dem Beschwerdeführcr angeblih wegen Schlag- manns Wiegand und des Einfahrers Rosen-| 1 Schichten an verschiedenen Tagen gestriden. wetterentwidelung in des Bergmanns h Betriebs. inen Nachweis, daß die Streichung zu Unrecht ' seinem Ueberhauen nicht Tönnges. inspektors Kaebel, des| erfolgt ist, konnte Be]hwerdeführer nicht erbringen-* arbeiten. Startentontroseurs j

Î nbeck.