1900 / 273 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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‘einen kleinen Revolver am Riemen über die Schulter gehängt

Sänsften befindliche Reitkncht Chou ist nah der Gesandischaft zurüdgekommen, und der Vorreiter Liu is nah dez, Tjungli Yamen geritten und hat dort von der Mordthat Meldung er- stattet. Er hat auf dem Yamen einen ihm von Gesicht be- kannten Abtheilungsdirektor (Sekretär) gesprochen, dessen Namen er niht wußte. Ein Prinz oder Minister ist nah Liu's glaubhaften Angaben um die für unseren Besuch fest- geseßte Zeit ‘niht auf dem Yamen gewesen.

Liu ist von einem Beamten des Yamen nach der Gesandt- schaft zurüdgeleitet worden. An der Stelle, wo Herr von Ketteler ermordet wurde, hat eine zerfeßte Sänfte noch auf der Straße gestanden. Von der Leiche ist nichts zu schen ge- wesen. Auf die Frage des den Liu begleitenden cinesishen Beamten nah dem Verbleibe der Leiche haben die Leute auf die der Tsung-pu-Hutung gegenüber bei der Polizeistation in die Hatamen-Straße mündende Quergasse gezeigt. Dort hinein sei die Leiche geschleppt worden.

Jch bin der Meinung, daß der Kaiserlihe Gesandte Herr Freiherr von Ketteler von der Kugel des Bannersoldaten dur den Kopf geschossen, sofort lautlos todt auf seinem Sitze zusammengesunken is. Ob Herr von Kitteler eine Schußwaffe bei sich führte, kann ih mit Sicherheit niht an- gebén. Er pflegte auf Gängen außerhalb der Gesandtschaft

zu tragen. Auf dem verhängnißvollen Gange habe ih den Revolver niht gesehen. Herr von Ketteler kann ihn aber untéergeshnallt getraçen oder in die Sänfte “gelegt haben. Jedenfalls wiß ih jedoch mit voller Bestimmtheit, daß der erste Shuß, wéel{her fiel, von dem Bannersöldaten gegen den Kopf des unglücklihen Gesandten gefeuert wurde, und daß weder Herr von Keiteler, noch ih, noch irgend Jemand von unseren Leuten überhaupt geshossen hat.

Daß durch die Mitnahme der bewaffneten Eskorte von 1 Unteroffizier und 4 Mann unséres Detachements der Gesandtenmord hätte verhindert werden könner, halte ih für unwrvahrscheinlih, glaube vielmehr, daß dadurh nur weitere 5 für die Vertheidigung der Stellung in Peking höchst werthvolle Leben verloren gewesen wären. Ein unmittelbar nach dem Attentat von einer Offiziers - Patrouille unseres Dctachements nach der Hatamen-Straße gemachter Vorstoß ist mit einem aus der Rihtung der Mordsielle kommenden starken Gewehrfeuer empfangen worden, sodaß er aufgegeben werden mußte. Ueber

die Einzelheiten des Vorstoßes bin ih nicht unterrichtet.

“Jh halte die ruhlose Blutthat für - einen sorgfältig vor- bereiteten Racheakt eines oder mehrerer hochstehender Vertreter der inesishen Regierung, die Herr von Ketteler in seiner offenen, männlihen Art des doppelten Spieles und der Kollusion mit den Faustleuten in leßter Zeit wiederholt und zum theil ins Gesicht beschuldigt hatte. Dies waren haupt- \ächlich:

Kang-yi, Jung-lu, Prinz Tuan, Ch'’ung-li, Herzog Lan, Yiñg-nien, TD'ung-fu-hsiang u. A.

Jh werde in dem oben angegebenen allgemeinen Ein- drucke bestärkt durch folgende Jndizien:

1) Das Yamen wußte durch die Note vom 19. Abends, daß der Gesandte am 20. um 9 Uhr Morgens kommen würde, um die beiden Prinzen zu sprehen. Nach des RNeitknechts Arigaben war aber um die Zeit weder ein Prinz noch irgend einer der Minister auf dem Yamen. Warum hatte man nicht abgeschrieben oder wenigstens einen reitenden Boten mit der Absage geschickt, wie das ünter ähnlichen Umständen stets ge- shah? Man hat dies unterlassen, um den Gesandten in den Hinterhalt zu locken.

2) Die Leute, welhe die Mordthat ausführten, waren nicht etwa Marodeure oder Angehörige der gewaltthätigen, wegen ihres Fremdenhasses und der Freundschaft zu den Faust- leuten bekannten irregulären Korps, sondern in voller Uniform befindlihe, augenscheinlich mandschurishe Bannertruppen.

3) Dieses Exekutions-Kommando hatte unmittelbar neben einer Polizeistation Stellung genommen, welche dem Polizei- Präsidenten Ch’ung-li (\. obige Namen) unterstand. Die deutsche Gesandtschaft besaß gewisse für Ch'ung-li und andere Beamte des Polizei-Präsidiums kompromittierende Schrift-

| Neis essen“.

stücke. Dieselben stammten aus einem von unseren Soldaten ausgendmmenen Neste der Faustleute, und es ging aus den Papieren hervor, daß Ch'’ung-li u. \. w. in Verbindung mit der Sekte standen.

Die Mordgesellen müssen sih, um die Ankunft des Ge- sandten abzuwarten, in und bei der Polizeistation aufgehalten haben. Sobald die Sänften in Sicht kamen, haben die Mann- schaften der Polizeistation, denen unser Vorreiter ich bin von der Station aus bei jedem Vorüberkommen stets sichtlich beobachtet worden längst genau bekannt war, uns als „Deutsche Gesandtschaft“ identifiziert und die Henkersknechte haben sich an der Station mit aller Muße aufgestellt. Sie müssen die Gewehre \hußbereit auf. der uns abgewandten (linken) Seite gehalten und lautlos in Anschlag gebracht haben, als wir heran waren. Die Aufstellung des Kommandos war so, daß die Sänfte des Gesandten bereits bei dem äußersten Posten derselben angekommen war, als der ver- hängnißvolle erste Schuß fiel. Durch diese Aufstellung wurde uns ein Entkommen nah rückckwärts unmöglih gemacht.

4) Es war auf den Kaiserlihen Gesandten, nicht auf einen Fremdenmord überhaupt abgesehen; sonst hätte man niht mich, wenn auch aus mehreren Wunden stark blutend, entrinnen lassen. Mit Gewehren bewaffnete Soldaten, die mich noch weiter hätten verfolgen können und die mich unter anderen Untständen gewiß auch noch weiter verfolgt hätten, um mir den Garaus zu machen, waren genug vorhanden. Aber der Auftrag lautete auf den Kopf des Gesandten. Der Auftrag war erledigt und die Leiche des Ministers hatte für die Schurken mehr Jnteresse als meine Person.

5) Der Ueberfall ist nicht von den Faustleuten aus- gegangen; denn eine unter dem Einflusse der Sekte stehende Soldateska würde auch die cinesishen Gefolgsleute der Fremden nicht haben entrinnen lassen. Es ist aber von unseren 11 Leuten nur Einer, und zwar offenbar zufällig, dur einen Streifs{huß verleßt worden. Den RNeitkneht Liu sah ih, als ih die Ecke der Shih Tajen Hutung nahezu erreicht hatte, auf ‘dem Pferde îin geringer Entfernung vor den Sänften halten und rückwärts s{hauen. *)

Man hat den uns begleitenden Chinesen kein Leid anthun wollen. Das widerspricht strikt den Gepflogenheiten der Faustleute, deren Wuth sich gleihmäßig - gegen Fremde, Christen und alle solhe Chinesen richtet, welche „der Fremden

Obige Angaben sind an beiden auf das Attentat folgenden Tagen zunächst in Form von Bleistiftnotizen im Hospital niedergeschrieben, und sobald ich im Bette aufsizen konnte, mit Tinte zu Papier gebracht.

Peking, Britische Gesandtschaft, den 4. Juli 1909.

gez. Heinrich Cordes.

Anlage 2 zum Bevbichte der Kaiserlihen Gesandtschaft

zu Peking

vom 29./8. 1900. Verhandelt Peking, den 21. Juni 1990.

Vor dem unterzeichneten Dolmetscher bei der Kaiserlichen Gesandischaft erscheint der Gesandtschafts-RNeitknecht Liu-yu-chèûg und giebt, über seine Kenntniß von dem Ueberfall auf den Kaiser-

in Uebersezung wiedergegebene Erklärung ah:

„Gestern Vormittag gegen 9 Uhr, als der Herr Gesandte sich mit dem Dolmetscher Cordes auf das Tsungli Yamen begab, ritt ih, wie gewöhnlih, den Sänften vorauf. Als wir auf der Hatamenstraße bis vor den Eingang ‘der Tsungpu- h’utung (Gasse) gekommen waren, fielen von der linken Seite der Straße, wo sich eine Polizeiwache befindet, plôßlih Schüsse und einige chinesishe Soldaten drangen, mit Gewehren be- waffnet, auf die Sänften ein. Die Sänftenträger, wohl durch

*) Von dieser Stellung aus hat Liu in die Sänfte des Gesandten hineinsehen können. Herr von Ketteler hat nah seiner nachträglichen Angabe „todt auf seinem Sihe gesessen. Der Oberkörper is gegen

lichen Gesandten Freiherrn von Kelteler vernommen, folgende |!

das Schießen erschreckt, ließen die Sänsften niederfallen, Ih sah noch, als ih mich umdrehte, wie der Herr Gesandte in die Sänfte zurügesunken regungslos dalag, und 1vie der Dolmetscher Cordes, anscheinend verwundet, davoneilte. So s{hnell ih konnte, ritt ich darauf zum Tsungli-Yamen, wo nux ein Sekretär anwesend war. Diesem erstattete ih Anzeige von dem Vorfall und er schickte darauf einen Beamten mit mir an die von mir ‘bezeihnete Stelle. Dort sah ih nur noch das Gerüst einer Sänfte stehen.

Vorübergehende Leute sagten, daß man den Leichnam des Herrn Gesandten in eine anlieg: nde Gasse geschleppt habe; der Name der Gasse ist mir entfallen. Jh wurde darauf in die chinesishe Wachtstübe am Hatamen- Thore geführt, von wo ih in die Kaiserliche Gesandtschaft zurückgelangte.

Die vorstehende Verhandlung ist dem Zeugen in chinesischer Sprache vorgelesen, von ihm genehmigt und, da er deg Schreibens unkundig, mit scinem Handzeihen an Stelle dex Unterschrift versehen worden.

gez. lj Geschlossen wie obtn. gez. Dr. Merklinghaus. Anlagé 3 zum Berichte der Kaiserlihen Gesandtschaft zu Peking vom 29./8. 1900. Peking, den 16. August 1900.

Auf die am heutigen Tage von cinesishen Anwohnern der Hatamen-Straße erstattete Anzeige, daß die Leiche des am 20. Juni d. J. ermordeten Kaiserlihen Gesandten Freiherrn von Ketteler in einer Seitengasse der Hatamen-Straße be- graben sei, begab sich der unterzeichnete Kaiserlihe Geschäfts- träger mit den nahbenannten Personen :

1) Stabs- und Gesandtschafts-Arzt Dr. Velde,

2) Oberleutnant Graf von Soden, Detachementsführer,

3) Leutnant von Loesch, kommandiert zur Kaiserlichen Gesandtschaft,

4) *Referendar Dr. Merklinghaus, ‘Dolmetscher bei der Kaiserlichen Gesandtschaft,

5) Kanzleischreiber Pifrement,

zur Feststellung des Thatbestandes an Ort und Stelle.

Es wurde Folgendes festgestellt :

In der „Shuai-fu Hutung“ genannten Seiten- gasse der Hatamen-Straße, wenige Schritte von der Stelle entfernt, wo nah Angabe des Dolmetschers Cordes, die Ermordung stattgefunden hatte, war an die Außenmauer eines auf der nördlichen Seite der Gasse gelegenen Hauses ein Erdhügel aufgehäuft, unter welchem ein großer chinesisher Holzsarg vor- gefunden wurde. Nah “Oeffnung des äußeren massiven und eines inneren leihten Deckels fand sich eine schon stark in Verwesung übergegangene Leiche vor.

Dieselbe wurde von sämmilihen Erschienenen :

1) an der Farbe und Länge des Haupthaares, 2) an der Farbe und Form des Schnurbartes, 3) an der Größe und Gestalt des Körpers, 4) an den bei der Leiche vorgefundenen Kleidungsstücken, als diejenige des Kaiserlihen Gesandten, Freiherrn von Ketteler anerkannt.

Hierauf wurde der Sarg geschlossen und nach der Gesandt: chaft überführt.

Die vorstehende Verhandlung wurde den Erschienenen vorgelesen, von denselben genehmigt und unterschrieben.

gez. Velde : Graf von Soden von Loesch Dr. Merklinghaus Pifrement. Geschlossen wie oben. Der Kaiserliche Geschäftsträger.

die Nücklehne gefallen und der Kopf hat weit nach hinten übergehangen.“

gez. von Below.

fommandeur der 10. Kavallerie-Brigade, und dem General-

hit Eichenlaub, Jon Heydebreck, bisher kommandiert zur Dienstleistung

Deutscher Reichs-Anzeiger

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0 26 Do

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : dem Generalmajor z. D. Klockmann zu Rostock, zuleßt

ajor z. D. von Sanden zu Köln, bisher Kommandeur der 7, Anfantetl&Beigade, den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse

dem Hauptmann im 4. Garde-Feld-Artillerie-Negiment

im Königlichen Marstall, dem Pastor emer. Bernhardi zu Vottberg im E D ohn in Kerzlin, und dem tegierungs-Dekretär a. D. Beber zu Danzi Rothe lrDres vierte las z tg den Rothen ein Dijhof von Hildesheim Dr. Sommerwerck acobi den Königlichen Kronen-Orden erster lasse, ugs dem Generalmajor z. D. von Wa rendorff, Komman- nien des Truppenübungsplazes Dóöberiß, den Stern zum jniglihen Kronen-Orden zweiter Klasse, dem Obersten z. D. von Weddig zu Eberbach in Baden sher Kommandeur des Jnfanterie-Regiments Graf Bülow n Dennewiß (6. Westfälisches) Nr. 99, den Königlichen onen:Orden zweiter Klasse, dem Guts- und Kalkbrennereibesißer Crone zu Uetter- igen im Kreise Altena, dem Steueramts-Assistenten a. D. iauka zu Okslinden im Kreise Heydekrug, bisher in irchlen, und dem Stadtförster a. D. Hencker zu Oliva sher in Danzig, den Königlichen Kronen-Orden vierter Klasse, O rien Seurer Habart zu Nogzow im Kreise dlberg-Körlin den Adler der Jnhaber ‘óntglichen Haus- e don Hohenzollern, «Znh des Königlichen Haus em Eisenbahn-Lokomotivführer a. D. akob Kn bn-Deuß das. Kreuz des Allgemeinen Coo L M dem Fürstlichen Wildmeister Gustav Schmidt zu Prökel- ß im Kreise Mohrungen, dem bisherigen Gemeinde-Vorsteher drn zu Priesiz im Kreise Wittenberg, den Eisenbahn-Weichen- lern a. D. Neffgen zu Herzogenrath im Landkreise Aachen, her in Geilenkirhen, Prinz zu Oberwinter im Kreise Ahr- ler undS che u len zu Neersbroich im Kreise M.-Gladbach, dem senbahn-Maschinenwärter a. D. Knott zu Bedburg im Kreise tgheim, den Bahnwärtern a. D. Darius zu Mer enich im eise Düren und Jüngg en zu Elsdorf im Kreise S ain, Oberholzhauer Kutscher zu Lerbah im Kceise Zellerfeld Gutsfämmerer Conrad zu Pillupönen im Kreise Stallu- hen, den wosmeistern Köwel zu Mose im Kreise Wolmir- ves L Steen im Kreise Wanzleben und p virien K oleßki zu Laxdoyen im Krceise Nas heine Ehrenzeichen “N E y n Kreise Nastenburg das em Schiffsführer Hermann Schlodowizki zu Danzi d dem Fisher Wilhelm Cn zu Wee A Kreise tiwald die Rettungs-Medaille am Bande zu verleihen.

Deutsches Rei.

jgg ne Majestät der Kaiser haben im Namen des ul en Xausmann Juan F. Taltaoull y Galens zum hit in Mahon (Znsel Menorca, Spanien) zu ernennen

| Dem bisherigen Ni .&@ , . Ÿ gen Vize-Konsul des Reichs in Frederikshald e Vaastad, ist di c E st ertheilt worden. E E SOLSNIOE S an Nelchs-

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Dem Kaiserlich und Königlich G ungaeilen

sul Freiherrn Ka j j e arl Weis von Teufenstein in Breslau amens des Reichs das Exequatur ertheilt worden.

j Von dem Kaiserli ü

| K0ljerlihen Konsul für den brasiliani

h j ilianishen io Catharina, General-Konsul von A s in } Kons | otanopolis), ist der Kaufmann Anton Brandl | war-Agenten in Laguna bestellt worden.

Jn der Ersten Bei

Staats-Ay e, Oeilage zur heutigen Nummer des „Neichs- e nei ers wird die Nachweisung der Eiti- | die Zeit in P E F estéuer im Deutschen Reich N Vftober 1900 veröffent B bes

Königreich Preußen,

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d Majestät der König haben Allergnädigst geruht: mission Dr. h bei der Königlichen General: | Geheimer Regi ünster i. W. den Charakter

5)

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des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers Verlin §W., Wilhelmstraße Nr. 32.

L Berlin, Donnerstag, den 15. November, Abends.

lasse d mit dem persönlichen Range der Räthe vierter „dem General - Kommissions - Sekretär Maciete vsfi i Düsseldorf den Charakter als Rechnungsrath 1 vet

ar e AO der König haben Allergnädigst geruht: em Postmeister Jaeger in Pillkallen den C ; Rechnungsrath zu T4 fonte f O

der Wahl des Oberlehrers am Gymnasium und Real- gymnasium in Düsseldorf, Professors Dr. Reinhold Braun zum Direktor des Reolgymnasiums nebst Gymnasium. in Hagen i. W. die Allerhöchste Bestätigung zu ertheilen.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Die Oberförsterstelle Dammendorf im Regieru Dl D gierungs- e Frankfurt ist vom 1. Februar k. J. ab tederwüll zu eßen.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

, Bekanntmachung. O bein Berggewerbegeriht in Walden 1. Sl. ist dem Bergmeister Jllne r daselbst die fommissarifs2 Wahrnehmung der Obliegenheiten des Vorsißenden unter gleichzeitiger Betrauung mit dem Vorsig der Kammern Walden- burg und Neurode dieses Gerichts übertragen worden. Berlin, den 13. November 1900. Der Minister für Handel und Gewerbe. Im Auftrage: von Velsen.

Ministerium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Bekanntmachung.

. Auf Grund des § 16 Abs. 4 der Vorschriften bet die Prüfung der Nahrungsmittel: Chemie A staatlichen Anstalten zur technischen Untersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln, an welchen die nah Nr. 4 im ersten Absatz des genannten Paragraphen naczuweisende praktische Aus- Lide 9 S S T kann, das Landwirthschaft- Je Fnititut der Universität in H S ich- A E sität in Halle a. S. gleich- Berlin, den 8. November 1900. E Der Minister der geifilihen, Unterrihts- und Medizinal-Angelegenheiten. Jm Auftrage: Kügler.

Dcr bisherige Privatdozent in der medi inishen Fakultät in E u n Pegur8 Dr. Gott, De atu ist aupyerordentlihen Professor in der medizinishen F 4 der Universität Breslau ernannt worden. ita

Evangelischer Ober-Kirchenr@th.

__ Der bisherige Gerichts - Assessor Kurt Hain in Berli ist Lun Konsistorial - Assessor ernannt und t Sönleiidan Konsistorium der Provinz Schlesien überwiesen worden.

Bekanntmachung.

Für „die Provinz Sachsen wird die nächste Turn - lehrer-Prüfung zu Halle a. S. vom 7. März 1901 ab und die nächste Turnlehrerinnen-Prüfung zu Magde- burg vom 6, Mai 1901 ab stattfinden. Das Nähere über diese Prüfungen enthalten unsere jetzt E S Io E F Tanüitimachutigén in den

attern der Königlichen egierunge Merseburg und Erfurt. s E Magdeburg, den 12. November 1900.

Königliches Provinzial-Schul-Kollegium.

Trosien.

Nichkamlliches. Deutsches Reich,

Preußen. Berlin, 15. November.

Seine Majestät der Kaiser und König trafen ern Abend 71/2 Uhr in Trachenberg ein, wurden auf dem ahnhof daselbst von dem Herzog zu Trachenberg empfangen

Thü im dial - Kommissar, Oekonomierath Sch imbke i t im gleihnamigen Kreise den Cbaratee D Uan

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1900

Heute früh um 9 Uhr begaben Sich Sei in Cas herrlihem Wetter in das S ch Seine Majestät bei

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin ertheilte gestern Mittag im hiesigen Königlichen Schloffe dem eie Staatssekretär im Ministerium des Innern, von Bischoffs- hausen, und dem Rektor der Friedrih-Wilhelms Universität Professor D. Dr. Harnack die nahgesuchten Audienzen. :

Jn der am 13. d. M. abgehaltenen Plenarsißung de Bundesraths gedahte der S etuente, Eta des Innern, Staats-Minister Dr. Graf von Posadowsky- Wehner zunächst der verdienstvollen Theilnahme, welche der bisherige Königlich württembergische Bevollmächtigte, Staals- Minister 2c. Dr. Freiherr von Mittnacht an den Aufgaben und Arbeiten des Bundesraths genommen hat. Nach dem Eintritt in die Tagesordnung wurden der Entwurf zur Berin des statistischen Waarenverzeichnisses und des Verzeichnisses der Massengüter sowie der Entwurf eines Ge- seßes über den Verkehr mit Wein 2c. den zuständigen Aus- shüssen überwiesen. Von einer Mittheilung über die Jahres- berichte der Gewerbe-Aufsichtsbeamten für 1898 wurde Kenntniß genommen. Dem Entwurf eines Geseßes wegen Seststellung eines dritten Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für 1900 und dem Entwurf einer Berordnung über die Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung wurde die Zustimmung ertheilt. Genehmigt wurden ferner die Entwürfe der Etats auf 1901 für den Reichs- gHnvalidenfonds, für die Pcest- und Telegraphcnverwaltung, für die Verwaltung der Eisenbahnen, für - den Reichskanzler und die Reichskanzlei, für das Reich2amt des JZnnern, für das Reichs-Schagamt, für den Rechnungshof und für die Reichs- druckerei. Außerdem wurde über den seitens eines Reichs- beamten gegen feine Zwangsverseßung in den Ruhestand ein- E Rekurs und über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. ;

Am 192. d. M. ist der Senats-Präsident des Köniali Oberverwaltungsgerihts Dr. Julius E nach s Oil S ieh E geschieden.

„„_ Am 24. Mai 1836 als Sohn eincs evangeli en Geist- lichen zu Naumburg a. S. geboren, îtudierte gd 1855 bis 1858 auf der Universität Halle die Rechte, wurde daselbft zum Doktor promoviert und trat am 22 Sep- tember 1858 als Auskultator bei dem Kreisgerihi zu Eisleben in den Staatsdienst. Am 2. September 1263 wurde er zum Gerichts-Assessor und am 14. Februar 1868 zum Kreisrichter ernannt. Als solcher fungierte er in Düben und Merseburg. Jm Jahre 1874 wurde er als Zustitiarius in die allgemeine Verwaltung übernommen, aus diesem Anlaß zum Regierungsrath befördert und der Regierung zu Marienwerder Überwiesen. „Mitte:s Allerhöchster Bestallung vom 12. No- vember 1883 erfolgte seine Ernennung zum Verwaltungs- Vf s baa Otis in Königsberg und im Zuni 1884 seine Be- tallung zum Vorsißenden des Seeamts daselbst für die Dauer jenes Amts. Durch Bestallung vom 25. April 1889 als Oberverwaltungsgeriht8rath berufen, wurde er 1894 auch im Nebenamt zum Mitgliede des Bundesamts für das Heimathswésen ernannt. Aus diesem legzteren Amt schied er aus, als er durch Allerhöchste Bestallung vom 21. Februar d. J. zum Senats - Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts be- fördert wurde. /

, Der Präsident und die Mitglieder des Oberverwaltungs- gerichts rühmen dem Verewigten ih einem ihm gewidmeten Nachrufe reiche diensilihe Ecfahrung, sicheres Urtheil und treuestie Hingabe an seinen amtlichen Beruf nach, Ei enschaften, mit denen eine große Bescheidenheit und Freundlichkeit in ge- winnender Weise gepaart waren.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Gnei- senau“, Komnandant: Kapitän zur See Kretschmann am 13. November in Malaga angekommen. : S. M. S. „Kur fürit Friedri ch Wilhelm“, Kom- mandant: Kapitän zur See von Holßzendorff, ist heute von Schanghai nah Nanking in See gegangen. i S. M. S. „Hela“, Kommandant: Korvetten - Kapitän Rampold, geht am 17. November von Wusung nach as , S. M.S. n e Komraandant : Korvetten- oerner, an demselben Tage vo inki Buhu in See. L ge von Tschinkiang nah as Lazarethschiff „Gera“, Detahementsführer : Marine- ice arat Dr. Arendt, ist gestern in E cin- n. Der Dampfer „Prinz Heinrich“ mit dem Fähnrichs- Transport für das Kreuzer-Geshwader, Transport, führer: Kapitänleutnant Blomeyer, ist gestern in Aden an- Ca und an demselben Tage nah Colombo weiter- en.

und nah dem Schlosse geleitet.