1877 / 129 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

aminand bei seiner Meldung zum Examen ausdrüdlich an- E Rg daß er das Examen zum Zwecke der FrlapanA der ualififation zum Landwirthschaftslehrer zu machen wünscht.

Der Vors L und ui Milgliever Ne ta jeve t e landwirthschaftliche Lehranstalt zu errichtenden rüfun - mission E von dem Minister, dessen Ressort die betref- fende Anstalt angehört, ernannt. L E

Das Examen selbst besteht aus eimer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Die schriftliche Prüfun muß die Bearbeitung eines Themas aus dem Gebiete der ¿andwirth- schaft und eines Themas aus dem Gebiete der Naturwissen- ati umfassen. 2

Der Examinand hat das Recht, aus den unten für die mündliche Prüfung genannten naturwissenschaftlichen Diszï- plinen diejenige zu bezeihnen, aus welcher ihm das natur- wissenschaftliche Thema zu bestimmen ist. Für jede schriftliche Arbeit isst eine Zeit von mindestens 6 Wochen zu gewähren.

Die mündliche Prüfung muß si erstrecken über das ganze Gebiet der Landwirthschaft und über Physik, Chemie, Botamik mit besonderer Rücksicht auf Pflanzenphysiologie, Zoologie und Thierphysiologie, Mineralogie und Geologie, Grundzüge der National-Oekonomie und des Landwirthschaftsrehts.. j

Die Prâädikate für die schriftlichen Arbeiten, wie für den Ausfall der mündlichen Prüfung werden durch Abstimmung in der Prüfungskommission festgestellt, nachdem der zunächst be- theiligte Examinator sein Votum zuerst abgegeben hat. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende. Auch das dem Befähigungzsatteste beizufügende Gesammtprädikat wird dur Abstimmung in der Prüfungskommission festgestellt. :

Neben den Prädikaten über den Ausfall der Prüfung in den einzelnen Fächern muß das dem Examinanden auszustel- lende Zeugniß die ausdrückliche Erklärung enthalten, daß der ode Hue von dem die Prüfung vornehmenden Kollegium für befähigt zum Lehrer der Landwirthschaft an einer Land- wirthschaf\ts\ ule gehalten wird. i 4 N

Diesem Befähigungsattest fann ein Gesammtprädikat in den Ausdrücken: genügend, gut, sehr gut beigefügt sein. Das Befähigungzsattest dar nicht ertheilt werden, wenn der Exa- minand in einer der 3 Hauptabtheilungen der Landwirth- schaftslehre, in landwirthschaftlicher Betriebslehre oder Pflanzen- bau oder Thierzucht oder în dreien der übrigen Fächer unge- nügende Kenntnisse gezeigt hat. Man elhaste Kenntnisse in je einem der, außer der Landwirthscha\ts ehre, oben genannten Fuer, wenn der Examinand wenigstens eine allgemeine Be- anntshast mit den Hauptlehren der betreffenden Disziplin nachgewiesen hat, können durch besonders tüchtige Kenntnisse in je einem anderen dieser eer _kompensirt werden. Bei den drei Abtheilungen der andwirthschastslehre findet jedo eine solche Kompensation nicht statt. Jm Uebrigen ist das Ur- theil des Examinatoren-Kollegiums über die Befähigung des Examinanden zum Landwirthschaftslehrer ein völlig freies ; als Minimum des in den einzelnen Disziplinen zu Ver- tangenden ist die vollständig sichere Beherrshung des be- treffenden Lehrpcnsums der Landwirthschaftsschule anzunehmen.

Kann dem Examinanden bei sonst genügenden Leistungen in der Mehrzahl der Fächer wegen ungenügender Kenntnisse in einzelnen Fächern das Besähigungsakte nicht ertheilt wer- den, f fann ihm von dem das Examen abhaltenden Kollegium ein, bei demselben Kollegium abhzuhgltendes NocheraWodttestts gestattet werden. Dieses Nachexramen dar} niht früher als 6 Monate nah dem ersten Examen stattfinden.

Js der Ausfall des Examens ein so ungenügender ge- wesen, daß der Examinand als {berhaupt nicht bestanden er- flärt werden muß, so muß die Prüfung vollständig wiederholt werden, diese Wiederholung darf frühestens nach Jahresfrist eintreten. |

Das Befähigungsattest zum Lehrer der Landwirthschaft

iebt nur die Berehtigung zum Unterricht in der Landwirth- chast selbst, nicht auch zum Unterricht in den übrigen Lehr- gegenständen an den Landwirthschaftsschulen.

Auf Dozenten der Landwirt chaft an den höheren land- wirthschaftlichen Lehranstalten finden diese Vorschriften keine Anwendung.

Ausnahmen von diesen Bestimmungen fönnen nur mit Bewilligung der beiden unterzeihneten inister eintreten.

Berlin, den 9. Mai 1877. Der Minister für die geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-An-

gelegenheiten. Dr. Falf

Der Minister für die land- wirthschaftlichen Angelegen- heiten.

Dr, Friedenthal.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 5. Juni: Se Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute früh von Babels- berg nah dem Neuen Pa ais zu der um 9 Uhr dort statt- O O des Lehr-Jnfanterie-Bataillons, nahmen dajelbst nach der esihtigung einen kurzen Vortrag des Ge- neral-Adjutanten von Albedy entgegen und kehrten um 11 Uhr mittelst Extrazuges von der Wildparkstation aus na Berlin zurü. 4

Mas empfingen Se. Majestät den Hofmarschall Gra- fen Perponcher, den General-Jntendanten der Königlichen Schauspiele von Hülsen und den Kommandanten General- Lieutenant von Neumann.

Um 2 Uhr erfolgte mittelst Extrazuges die Abreise Sr. Majestät nah Liegniß.

FJhre Königliche Hoheit die ATaA Landgräfin

Sre e von Hessen, Prinzessin Anna von reußen, ist am 3. d. M., 34 Uhr Nachmittags, zu Schloß

Panker von einer Prinzessin glücklih entbunden worden.

_— Die von einigen Blättern gebrachte Nachricht, als habe zwischen dem außerordentlichen Botschafter in onstantinopel, Prinzen Reuß, und dem Großvezier ein Etikettenstreit statt- us und als habe leßterer unterlassen, dem Herrn Bot- chafter vor Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens seinen Besuch ean, entbehrt jeder Begründung. Prin Reuß ist am 26. v. M. von Sr. R dem Sultan cinen worden, und am e ister L ihm fowohl der Be Edhem Pascha als der Minister des Aeußern, Safvet Pascha, seinen ersten Besuch erwidert.

Die vereinigten Aus\chfisse des Bundesraths für Rehnungswesen und für die Geschäftsordnung, sowie der Ausschuß für Rechnungswesen hielten heute Sißungen.

.

wegen Entlastung b nung von desrath nachdem

Landeshaushalt dem

-

sei, daß die Rehnungen

Briefsendungen bestehend aus S. M. „Friedrich Carl“ und

ts. nah Gibraltar

„Hertha“ von dirigiren. Königsberg, 5°. vinziallandtag von eröffnet worden.

heute ab

die Zeit vom 1.

etatisirt, | von 6000 é ergiebt.

der Besserung laufende

Fürstin eingetreten. Notiz über

übernehmen. Der

Elsaß-Lothringen für 1874 in seiner Sizung y im Gese, betreffend die Landesgeseßgebung für Elsaß-Lothringen au esprogen, daß die Rehnungen über den undesra viel, ob der leßtere bei der Feststellung des betreffenden

Sachsen-:Koburg-Gotha. K0 0 Journ.) Gestern ist das Gese, betreffend den für den Staatshaushalt des Herzogthums Auenrs au Juli 1877 bis zum L, 10 das Abgabenge)eß für das Herzogthum Coburg auf dieselbe Etatsperiode zur Publikation gelangt. Nach dem ersteren ist die Einnahme mit 810,409 # und die Ausgabe mit 804,400 M

o daß sich ein Einnahmeübershuß bez. Reservefond

Reus j. L. Gera, 1. Zur Reuß 1. L. ist

Ueber die vom Reichstage besjlossene Resolution

gemeinen ReG- t der Bun- vom 17. v. M. beschlossen, daß,

ezüglich der al

und Landesausshuß, gleih- Haus- iht, zur Entlastung vorzulegen sind,

ft des Bundesraths dagegen nichts zu erinnern

über den Landeshaushalt von Elsaß-

Lothringen für 1874 dem Landesausshuß beziehungsweise dem Reichstage zur Entlastung vorgelegt werden.

Als Aerzte haben si niedergelassen: Dr. von Frag- stein-Niemsdorf und Dr. von Hoffmann in Wiesbaden, sowie Dr. Lauß in Montabaur.

für S. M. Nebungsgeschwader,

Schiffen „Kaiser“, „Deutschland“, „Preußen“, find bis incl. 8. d. (via Malaga), vom 9. bis incl. 18.

d. Mts. nah Malta (via Syrakus) ‘und vom 19. bis incl. 91. d. Mts. nah Port Saïd, diejenigen für S. M. S.

bis auf Weiteres nah Gibraltar zu

Juni. (Tel. d. R. A.) Der Pro- reußen ist heute Vormittag 10 Uhr

Koburg, 3. Juni. (Dresd. oranschla

30. Juni 1881, jowie

Jn dem Befinden eine nach haltige Die in den Zeitungen um- bevorstehenden Rücktritt des

Juni.

den

Ministers von Harbou entspricht nicht der Wahrheit. Der Minister, der sih zur Zeit in Ems befindet, ist auf dem Wege völliger Genesung und dürfte demnächst die Geschäfte wieder

Landtag wird in der ersten Hälfte

dieses Monats einberufen werden.

Tabellen mitgetheilt

lautet nur wenig. Die

Ánnahme vorgelegt man jedem neuen

treten. Ueber die Fra garische Deputation no

—— (i RUNE, Minister wurden, jüngsten Tage

treffend die Einberufun zufolge, völlig unbegrü! Budapest abgereist ,

ont. Rev.“ zufolge,

Bedingungen auf drei, ‘5. Juni. : Reichsraths beschlossen netenhauses für Et nächsten Monats. Pest, 3. Juni. rischen i „Pester Korre)pondenz'

| von selbst indirekten Steuern, \p und das diesfällige

Monarchie einer

langten die Mögli nach zwei entgegengese

zwar den An erwartet werden kann.“

5. Juni.

stärkt worden.

Schweiz. Bern

A

scheine, behufs vorü

Oesterreich - Ungaru- A gestrigen Sißzung des Steuer-Reformaus)chu})}es wurde ein vom Referenten vorgelegter Gesetzentwurf, y Eintritt der Wirksamkeit der neuen Steuergeseße, durchberathen - und angenommen. i uer der 1. Januar 1879 als S für den Be- ginn der Wirksamkeit der Steuer-Reformge

Die „Presse“, schreibt: „W

Die hier wie das „Frmdbl.“ meldet, im Laufe der von dem empfangen. Die neuerdings auftauhenden Meldungen, be-

L. H. T. B.)

Regnicolar - Deputation

folgenden Bericht: „Die Konferen währte über vier Stunden und beschäftigte sich ausscließlid mit der Frage der Steuerrestitutionen. Es versteht sich ( daß eine so eingehende Diskussion dieser nicht stattfinden fonnte, ohne zugleih das ganze Gebiet der

ründlihen Kritik feiten einer radikalen Lösung der gten Richtungen hin zur Sprache, förm- a Anträge wurden indessen nicht gestellt und man einigte sich {ließlich dahin, unter gewissen Vorausseßungen den von der Regierung bezeihneten Mittelweg zu betreten, welcher

: sprüchen Ungarns nur zu einem gerecht wird, dessen Annahme jedoch eben deshalb von dem Billigkeitsgefühle der österreichishen Vertretung um }0 eher

folge ist die Garnison von

Wien, 3. Juni. Jn der

betreffend den Jm Sinne dieses Geseß-

ejeße normirt. ie wir hören, wird dié

Ee L HFULEyvEer verw S en 5

ps F 9

halten und werden in derselben Seitens der Regierung die

von der Deputation verlangten Ergänzungen der Daten und werden. Ueber die

baldige Verständigung der beiden Quoten-Deputationen ver-

Aussichten auf eine

ungarische Deputation hat, wie aus

den telegraphisch berichteten Mittheilungen der „Pester Korresp.“ erlan eine ganz neue Berechnungsart eststellung der Steuerleistung beider Reichshälsten aufgestellt, und si allem Vermuthen nah bereits darüber geeinigt, wel- cher Quotenvorschlag der österreichishen Deputation zur werden soll. Schlüssel zur Berehnung der Beitrags- leistung beider Reichshälften für den gemeinsamen Staats- haushalt, welcher etwa eine viren könnte, zweifellos

hinsichtlich der

Oesterreichischerseits wird

Mehrbelastun Oesterreichs invol- mit aller Entschiedenheit entgegen- e der Zollrestitution ist die un- nicht jchlüssig geworden.“

weilenden ungarischen

Kaiser wiederholt in Audienz

g der Delegationen, sind

der „B. K.“ 1det.

Minister Trefort ist nach

wohin ihm Minister-Präsident Tisza gen wird. Der Finanz-Minister von Pretis hat, der

die aus dem leßten Vorshußgeschäste

noch restirenden zehn Millionen Gulden unter den bisherigen

eventuell auf sehs Monate prolongirt. Die Klubobmänner des

die Vertagung des Abgeord- ide dieses oder spätestens für Mitte

Ueber die heutige Konferenz der unga-

veröffentlicht die

rage jell der Verzehrungssteuern, zu berühren erhältniß zwischen beiden Theilen der zu unterziehen. Es ge- rage

kÉleinen Theile

Das ungarische Abgeordnetenhaus wird am 9. d. M. seine er t aua nach den Pfinglrien halten.

T. B.) Dem „Pesti Naplo“ zu-

rsowa durh Honveds ver-

„01. Mai.

(N. Zür. Ztg.) Der

Bundesrath verlangt von der, Bundesversammlung die Ermächtigung zur Herausgabe verzins[li

er terminirter Ka f sa- bergehender Deckung von Rechnungs-

defi ziten und von unvorhergesehenen außerordentlihen Aus aben.

E A 4. Juni. (Köln. Ztg.) Der Nationalrath wählte

zum Präsidenten den seitherigen Vize-Präsidenten Marti, zum

Vize-Präsidenten Philippin ; der Ständerath zum Präsidenten

den seitherigen Vize-Präsidenten Hofmann, zum Vize-Präsi-

denten Vesaz. : Chux, 1. Juni. Bei den Wahlen zum Regierungs- iberalen gesiegt.

rath haben die

Großbritannien und land. London, 2. Juni. (E. C.)

L der gestrigen Sißung des Unterhauses brachte Lord

Hamilton einen Antrag ein, welcher den, ustand der Nord- ostküst e wegen Mangels an Zufluchtshä en der Regierung zur ernstesten Beachtung empfahl. Von Sheerneß bis zum Firth of Forth sei auf einer 400 Meilen langen Küste außer dem Humber kein einziger Hafen, wo _Schiffe bei s{chlechtem Wetter anlaufen könnten. Abhülfe sei im Jnteresse der Schiffahrt unbedingt wee, Der Redner hielt es auh für erforderli, an der ordostküste einen Kriegshafen an- zulegen. Es entspann sich eine längere Debatte über den An- trag, in der gegnerischer]seits hauptsächlich auf die Nichtrathsam- feit des Eingreifens der Staats ewalt aufmerksam gemacht wurde. Hafenan!agen blieben besser der Privatunternehmung überlassen. Diesen esihtspunkt machte sih au der Prásident des Hand:lsamtes, Sir C. Adderley, zu eigen. Die Anlage eines Kriegshafens, für welche allerdings bedeutende Autori- täten sich ausgesprochen, bemerkte derselbe, würde nothwen- digerweise weitere Befestigungen nothwendig machen, und da- mit stehe ein bedeutender Geldaufwand in Aussicht. Er em- fehle deshalb die Verwerfung des Antrages. Bei der Ab- timmung fiel demgemäß der Antrag gegen eine bedeutende Mehrheit. :

(A. A. C.) Lord und Lady Odo Russell sind von Berlin hier zu cinem zehntä igen Aufenthalt eingetroffen. Der gegenwärtig hier weilende Gesandte des Emirs von Kaschgar, Syad Yacub Khan A oray, ist der „Times“ zufolge der erste Botschafter aus Mittclasien, der je England bejuhte. Er is der zuverlässigste Rathgeber des Emirs, dessen Schwester die zweite Gemahlin des aters von Yacub Khan ist. Vor etwa 10 oder 12 Jahren wurde er n einer Spéezial- mission na Calcutta und St. Petersburg gesandt, um die englishe und russische Anerkennung der Unabhängigkeit von Kaschgar zu erlangen. Seine Familie ist eine der edelsten und ältesten in Turkestan. Er is} mit der Tochter des geist- lihen Haupts der Mohamedaner von Kaschgar vermählt.

= 4: Fun. E T. B.) Nach einem bei der Admiralität eingegangenen Telegramm des Kommandanten der in den Gewässern von Peru stationirten englischen Flotte aus Jqui- que vom 1. d., hatte das den peruanishen Jnsurgenten gehörige Thurmschiff „Huascar“* Piraterie gegen eug liche Stag taa gay Ss begangen. Die Kriegsschiffe „Schah“ und „Amet yst“ griffen deshalb dasselbe am 99. v. Mts. bei Yeo an. Der „Huascar“ entkam zwar bei hereinbrechender Dunkelheit, wurde a ber stark beschädigt.

Frankreich. Paris, 2. Juni. Das „Journal officiel“ verdsfenttige abermals eine Reihe von Person alverände- rungen, die sid) auf die Posten von 35 Unter-Präfekten, msi (Konoral-Sofrotäron und eine Präfek ur-Rathes' erstrecken. Die meisten der Neuangestellten ha en fchon unter der Regie- rung vom 24. Mai 1873 gedient. Jm Ganzen hat Hr. von Miete bis jeßt seit seinem Amtsantritte 137 neue Unter-

räfeften bezw. General - Sekretäre ernannt. Am leßten Sonntag weihte der Erzbishof-Kardinal Guibert in der Rue Cassette hierselbst ein neues Lokal für einen tatho- lishen Verein von Handelscommis ein. Jhm standen der Maire des 6. Arrondissements und ein Advokat des Kassa- tionshofes, Fr Robinet de Clery, zur Seite; der Roman- schriftsteller Paul Féval entzüte, wie die „Semaine religieuse“ meldet, die Anwesenden durch die naive Art, wie er in einem Vortrage eine bretonische Legende zum Besten gab. Der „Moniteur“ erklärt heute, der verhaftete Präsident des Pariser Gemeinderaths, Bonnet Duverdier, stehe unter der An- flage, „zur Ermordung des Präsidenten der Republik auf: gefordert zu haben.“ ____— 83. Zuni. Das „Journal officiel“ veröffentlicht folgende Note: „Seit aae Tagen haben verschiedene Blätter ih gestattet, die Namen der bei dem Präsidenten der Republik bealaubigten Botschafter in ihre Polemiken zu ziehen und sich über den e Umgang derselben in Urtheilen zu ergehen, die ebenso bedauerlih als unrichtig sind. Die Regierung hält es für ihre Pflicht, diese Blätter zu einem rihtigeren Gefü le für Anstand und die den Ver: tretern der fremden Mächte {huldigen Rüfsihten zurüzu- rufen.“ Das amtliche Blatt veröffentliht heute wieder Ernennungen, die sich auf 9 Ünterpräjekturen, 1 General-Sekretariat und etwa 12 Präfektur-Rathsstellen, ferner auf 15 Friedensrichter und 39 Friedensrichter Stellver- treter erstrecken.

4. Zuni: (W. T. B.)

Herzog von Broglie empfing heute die Mitglieder des Handelstribunals und sprah sich gegenüber denselben über den Kabinetswechsel aus. Derselbe habe keinen al deren Zweck gehabt, als die Ordnung im Lande sicherzustellen. Die Regierung wünsche niht nur den Frieden, sondern ne auch Alles thun, um die Aufrechterhaltung desselben zu ichern.

Italien. Rom, 4. Juni. (W. T. B.) Gestern Abend bewegte si eine demonstrirende Volksmenge zum Qu? rinal, zog sich jedoh in Folge des Einschreitens der Sicherheit® wache unter dem Rufe: „Es lebe der König, es lebe die Ver fassung“ zurück. Sodann zog die Menge nah dem Gebäude d Ministeriums des Fnnern unter dem Rufe: „Es lebe der König, es lebe Nicotera“. Auch hier wurde dieselbe jedoch von der Polizei zurückgewiesen. Jn der heutigen Sißung der De: putirtenkammer erklärte der Minister Nicotera auf cin bezügliche Anfrage, die gestrige Demonstration sei verbote! worden, weil die Regierung Grund hatte anzunehaen, daß sich dex eine Kundgebung der Ergebenheit gegen den König beabsihtigenden Néenge andere Gabioiduen mit der Absich! angeschlossen hätten, Unordnungen hervorzurufen. 2

Im Ministerium des Fnnern werden vier wid tige Gesetze vorbereitet, die aber erst im Herbst dem Par!0 mente zugehen werden, und zwar: 1) ein Geseß zur Refor der Verwaltung frouwee Stiftungen, 2) ein BUA zur Reorg(/ nisation des Staatsraths, 3) ein solches zur ereinfahung der Gemeinde- und Provinzialverwaltung und ein viertes

zur Reform der Polizeiverwaltung, die nah englicher Sitte den Gemeinden anvertraut werden foll.

Der Ministerpräsident F

Griechenland. Athen, 4. Juni. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer nahm eine solution, betrafen? die Bildung eines Fusionskabinets, an. Der inister- Präsident Komunduros berichtete über die bezüglichen Unter- handlungen mit den Parteiführern. Bei einer gestern statt- ps Demonstration verspra6 Komunduros, ven Bürgern

fenübungen zu gestatten.

(W. L. B.) Kammer gewünschten Bildung eines Fusionskabinets eine Besprehung mit Deligeorgis, Trifupis und Zai- mis gehabt, in welcher der Hauptsache nah digung erfolgte, so, daß eine persönliche Mitwirkung der erger drei Parteiführer bei der Bildung des neuen Ka-

inets als nahezu gewiß angesehen werden kann. Ueber die

Komunduros hat wegen der von der (6. N) Der-König Oskar wird am 26. Juni eine Reise nach

|

| |

2 L} übungen bei è eine Verstän- | gen beizuwohnen

iesigen Militärbezirkes in Aussicht genommen, in den

atern finden Festvorstellungea statt, die Stadt wird im Ee Flaggenshmucke prangen und Abends festlich be- leuhtet werden. Dem „Rothen Kreuze“ fließen die feinen

humanitären Zwecken gewidmeten Gaben reihlich und aus- giebig zu.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 2. Juni. chonen antreten, um während einiger Tage den Truppen- i 1 m 1. Juli wird die Königin, über deren Befinden jeßt befriedigende Nachrichten einlaufen,

| in Sophienruh erwartet.

Person des Conseilspräsidenten soll in der morgenden Sißung |

der Kammer verhandelt werden.

Türkei. Aus Konstantinopel, 26. Mai, erhält die „Pol. Korr.“ über die leßten Softademonfstrationen folgenden ausführlicheren Bericht :

über die Einnahme von Suchum-Kaleh und über den Aufstand im Kaukasus trug man hier stolz das Haupt. Die ganze Begeisterung

war aber wie mit einem Schlage vernichtet, als die Nachricht von |

dem Falle Ardahans eintraf. Die Voraussicht bewährte si, daß der geringste Mißerfolg auf dem Kriegsshauplate die öffentliche Ruhe in $ onstantinopel gefährden dürfte. So ist es auch gekommen. Gestern in aller Frühe vereinigte si cine große Anzahl von Softas, Männern und 2 eibern, lauter Türken, am Landungsplaße von Sirkedji - Skelessi, um Redif Pasha und Ma mud Damat Pascha abzuwarten, welche sich_ von hier auf die hohe Pforte zu begeben pflegen. Der Erstere erschien nit zur gewohnten Zeit. Nur Mah- mud Damat Pascha zeigte sih. Kaum hatte ihn die Menge bemerkt, so wurde er verhöhnt und mit Beschimpfungen überhäuft. Er dur- schritt ruhig die Menge und seßte scinen Weg zu au nur auf die drohenden Volksmassen einen Aber diese Volkskundgebung war nichts im Vergleiche mit der De- monstration der Softas, welche einige Stunden später in der Kam- mer der Abgeordneten stattfand. Ihr Korrespondent wohnte dieser Sitzung bei. Man berieth das Wahlgeseß. Mehrere Minister waren anwesend, und die Gallerien waren gefüllt. Die Sißung sollte {hon geschlossen werden, als der griehishe Deputirte Sara- fiotti das Wort verlangte, um über die Frage des Militärdienstes zu sprechen, welchen die Regierung der ni tmuselmanischen Be- völkerung des Kaiserreies aufzuerlegen gedenkt. Kaum hatte er die Tribüne bestiegen, als ein Lärmen, S{breien und Rufen von Aufen losbrach. Der Lärm kam vom Sofia-Plaße her, auf welchen die Fenster des Parlamentsgebäudes hinausgehen. Man sfah viele Hunderte von Softas durch alle anstoßenden Straßen heranstürmen. Die Menge wuchs lawinenartig, und bald war der mehr als 3000 Menschen fassende Play vollständig von Softas be- seßt. Sie zogen drohend gegen die Kammer, in welcher nun eine unbeschreiblihe Verwirrung losging. Die Minister ergriffen die lucht. Die Deputirten eilten theils den Ausgängen, theils den enstern zu; andere stiegen auf die Bänke, um besser die Vorgänge auf der Stcaße zu übersehen. Das Publi- kum verließ die Gallerien in der größten Unordnung. Nur der Aen Achmed Vefik Pascha verlor die Geistesgegenwart nicht.

r gab der der Kammer zugetheilt:n Abtheilung Soldaten die Weisung, das Eisengitter zu sperren und den Tumultuanten das Ein- dringen in das Parlament zu wehren. Sodann licß er die Softas ersuchen, eine Deputation zu entsenden. Das Gitter öffnete ih und sechs Softas traten unter Gsforte einiger Soldaten in den Sißungs8- saal. Es wurde ihnen eine Bank angewiesen, auf welcher sie Plaß nahmen. Auf Au ddetung des Präsidenten nahm Einer derselben a Front und hielt mit bewegter Stimme ungefähr folgende An- prache:

„Gott wolle unserem Padischah ein zuges Leben verleihen. Wir wollen niht das Verderben unseres Vaterlandes. Wir sind Alle bereit, unseren leßten Blutstropfen zur Vertheidigung unseres Landes und unserer Religion zu vergießen. Aber wenn es so weiter geht, wie bisher, so geht bald Alles zu Ende und werden wir Alles verloren haben. Wie steht es mit Ardahan? Auf welche Weise wurde Ardahan von den Russen erobert ? Weshalb hat die Regierung keine Details veröffentliht? Hier liegt ein Verrath vor, und die Haupt- verräther sind der Seraskier Redif Pascha und der General-Direktor der Artillerie Mahzwud Pascha. Warum haben fie Ardahan, einen der Hauptplätze des Kaiserreiches, unter Bedeckung von: nur 5 Ba- taillonen gelaffen? Wie steht es mit unseren Kräften? Eristiren se nur auf dein Papier? Wir wissen, daß es so ift, Dank diefen E Wir wollen sie nicht mehr. Wir verlangen ihre Ab- eßung.“

Der Präsident antwortete, er betrachte ihren Schritt als un- nöthig, da die Kammer, welche das Volk repräsentire, bereits dies Alles bedacht und die nöthigen Maßregeln getroffen habe. Er er- suchte sie, sie möchten si beruhigen und diese Antwort ihren Auf- traggebern überbringen. Aber die Softas zeigten \ich von dieser Ant- wort wenig befriedigt und verlangten Aufklärungen über Ardahan. Die Ulemas mengten sich in die Unterredung, es folgte eine große Rerwirrung, endlih wurde die Sißung aufgehoben, und die Softas wurden höflich vor die Thüre geseßt, wo sie mit dem Rufe: „Es lebe der Padischah!“ empfangen wurden. Der Präsident der Kammer durchschritt einige Minuten später die Menge und begab sih auf die hohe Pforte, von wo er, gefolgt vom Grofvezier und den anderen Ministern, in den Kaiserlichen Palast gelangte. Daselbst wurde ein Ministerrath abgehalten. Infolge dieses Conseils publizirte das Amtsblatt in einer Ertraausgabe die Verhängung des Belagerungs- zustandes über Konstantinope und Umgebung.

Aus Konstantinopel, 1. Juni, wird dem W. „Frem- denbl.“ gemeldet: Die Arbeiten bei den Befestigungen, mit denen die Hauptstadt versehen werden otl, sind in der Gegend des Marmora-Meeres schon im vollen Gange und gedenkt die Regierung nun die Zahl der bei diesen Arbeiten beschästigten Personen bis auf weitausend zu ver- mehren, um so diese Befestigungen baldig vollendet au e Die Kaimes wurden auch in den afrikanischen Besizungen des Sultans eingeführt und ist dadurch e erth des Goldes im Paschalik Tripolis bedeutend ge- tiegen.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 31. Mai. Ein Courier mit der Flagge des „Lutfi Dshelil“ ist, wie der „St. Pet. Herold“ meldet, am Sonntag in Zarsskoje-Sselo eingetroffen, um diese Trophäe dem Kaiser zu überreichen. Wie den „St. Pet. Wed.“ aus Plojeschti unterm 20. d. M. geschrieben wird, ist auch von dort ein Courier mit der Flagge des „Chiwsi-Rachman“ ierher abgegangen. Derselbe Courier üb-:rbringt auch die Bombe, weldhe" bei der Station Braila in Anwesenheit Sr. Kaiserlichen Hoheit des Ober- Kommandirenden niederfiel. /

5. Juni. .) Nach einer Verordnung des Ministers des Junnern tritt das wider den „Golos“ er- lassene Verbot am 6. cr. außer Wirksamkeit ; der „Golos“ wird daher morgen wieder erscheinen.

Warschau, 28. Mai. (St. Pet. Herold.) Ueberall werden Vorbereitungen zum Empfange des Kaifers getroffen, der auf seiner Reite an die Donau hier einige Tage zu verweilen beabsichtigt. Für den zweiten Tag der An- wesenheit des Kaisers ist eine Revue über die Truppen des

| ein fast 8 Spalten füllendes

Dänemark. Kopenhagen, 3. Juni. Högebro's „Dansk Folketidende“ und das heutige „Morgenblad“ bringen anifest derLinken, das

| sich gegen das Ministerium und die allerunterthänigste Vor-

| stollung aus Anlaß des provisorischen

Finanzgesetes richtet,

! und zuleßt ziemlich drohend alle Anhänger der Partei auffordert,

| sich dem Seit ungefähr 8 Tagen hat sich hier viel zugetragen. Erfreut | e.

fort, ohne ! Blick zu werfen. |

| Palmöl wurden

| „Dagstel.“ schreibt : Es ist eine L

‘Nachrichten hervor, daß

Grundgeseß-Wahrungsverein“ anzuschließen. i e Kommission zur Auzsarbei- tung eines Gutachtens über die Anlage eines Nothhafens

am Kattegat eingeseßt worden. Afrika. Egypten. Aus Cairo wird dem Reuterschen

| Bureau unterm 1. d. M. gemeldet: „Hier eingegangene Briefe

aus Khartum (Nubien) bestätigen ein jüngst in Umlauf ge-

| wesenes Gerücht, daß eine Revolution in Darfur aus- | gebrochen ist. ) | Khartum befand, beabsichtigte,

Gordon Pascha, der sich am 3. Mai in r a! t sich in wenigen Tagen nah dem aufständischen Distrikt zu begeben.“

(W. T. B.) Aus Madeira vom 4. Juni wird emeldei : Die Blokade von Dahomey isst, nachdem er König eine n auferlegte in 500 Orhoft Palmöl be- stehende Strafe erlegt hat, aufgehoben worden. Von dem 200 Orhoft mit dem Liverpooler Dampfer „Gambia“ nach England versandt. Nach hier eingegangenen Nachrichten ist dieser Dampfer am 18. v. Mts. bei Kap Palmas total gescheitert, auch die Post und die Kontanten sind dabei verloren gegangen. Nur die Passagiere und die Mannschaft wurden gerettet.

Der rufssisch-türkische Krieg.

Cöln, 5. Zuni. (W. T. B.) Nach einer Meldung der „Kölnischen Zeitung“ aus Pera von gestern hat die Pforte die Note des österreichishen Botschafters, Grafen Zichy,, vom 31. v. M. in Betreff der Beschränkung der Freiheit der Donauschiffahrt unterm 3. d. M. dahin beantwortet, daß die Rebellion Rumäniens gegen die Pforte die Ursache des Rerbotes der Schiffahrt zwischen Orsowa und der Mün- dung des Timok gewesen sei. Bei dem auf die Freundschaft mit Oesterreich gelegten Werthe habe der Serdar Ekrem jedoch im Sinne des von Graf Zihy geäußerten Wunsches Weisungen ertheilt, und knüpfe daran nur die Bedingung, daß alle Schiffe sih bei Adakaleh untersuchen lassen müßten, daß ferner die Mündung des Timok nicht überschritten werden dürfe, daß allen Schiffen unter russisher und rumänisher Flagge die Schiffahrt verboten bleibe, und daß endlich die gemachten Zu- geständnisse wegfällig würden, wenn ein Mißbrauch derselben oder eine Ausdehnung des Krieges über den Timok hinaus eintreten sollte.

_ Brüssel, 4 Juni. (W. T. B.) Der Med ver: öffentlicht eine Korrespondenz aus St. Petersburg, in welcher gesagt wird: Wenn Rußland nah dem Uebergang seiner Ârmee über die Donau sein Programm durchführen fönnte und wenn ferner die feste Haltung der europäischen Mächte gegenüber der Pforte die ihr durch die russischen Waffen ertheilten Lehren vervollständigen würde, so könne ein billiger und angemessener Friede geschlosen werden, ohne daß es nothwendig sei, den Krieg bis zum Aeußersten fortzu-

seßen.

- Dasselbe Blatt erklärt die Nachricht des „Daily Telegraph“, wonach der Kaiser von Rußland jogleih nach seinem Eintreffen in Plojesti ein Manifest an die Slaven Europas zu erlassen gedähte, für mehr als absurd.

Das „Journal de St. Petersburg“ schreibt:

„Zndem wix unsere Ueberzeugung aussprechen, daß die europäische Diplomatie dem Studium derjenigen Ko 1: binationen S vermittelst deren der Friede im Orient in dauerhafster und die auf dem Spiele stehenden Interessen möglichst voll- ständig befriedigender Weise hergestellt werden könnte müssen wir denno bescheidentlichst daran erinnern, daß sie nicht schon jeßt ihr Urtheil über alle Phasen der Ereignisse vorweg- nehme und daß die elementarste Klugheit sie darauf hindrängt, ihre künftige Marschroute niht durch im Voraus mit allen Einzelnheiten entworfene Programme zu belasten, als sei sie bereits sicher, den entgegenstehenden Heeren und Völkern jede Etappe vorschreiben zu können.“

Aus Bukarest ist die „Pol. Korr.“ in den Stand geseßt, den Wortlaut einer Note des rumänischen Mini- sters des Aeußern vom 13./25. Mai d. J. an die diplo- matishen Agenten und General-Konsuln der Großmächte in Bukarest zu veröffentlichen :

Herr Agent! Die Proklamation des Serdar Efrem, begründet auf den Instruktionen der Hohen Pforte vom 17./29. April d. I., deren in meiner Cirfularnote Erwihnnne, ges{ah, welche ih am 6./18. Mai d. I. an Sie zu richten die Ghre gehabt habe, ist von fo wenig vortragen Maßregeln gefolgt gewesen, daß zu efürchten ist, die onau werde nah dem Frieden für lange Zeit internationalen Handel nit dienen können. In Wirklich-

meinem Departement zugegangenen

eht aus glaubwürdigen, ehörden das Donaubeti

dem keit die osmanischen_ mit zahlreichen Torpedos übersäen, ohne die geringste Veranstaltung zu treffen, um später die Stelle zu bestimmen und zu erkennen, welche sie verbirgt. Die Versenkung der Torpedos ist ganz dem aan überlassen, und sind dieselben nicht methodish an Der

angel der in solchen Fällen übliden Vorsichten Seitens der osmanishen Behörden wird diese selbst verhindern , ihre Kriegs- werkzeuge an dem Tage wieder aufzufinden und zu entfernen, wo die Kriegserfordernisse aufbôren würden die Donauschiffahrt zu behindern, und an welchem die Befaßrung des Stromes ihre gauze Sicherheit für den Handel wiedergewinnen sollte.

Sie werden gerne zugeben, daß es von einem hervorragenden Interesse ist, daß der {hon durch die ge enwärtigen Ereignisse und durch die verhängnißvoller Weise vom Kriege nah sieh gezogenen traurigen Nothwendigkeiten ]o {wer berührte internationale Handel nit noch nah Beendigung der Geisel en durch eine zwangs- weise Einstellung zu leiden habe. Diese Einstellung würde aber eîn- treten und unbegrenzt zum allgemeinen Schaden si verlängern, wenn die osmanische Regierung fortfahren würde, die unerläßlichen Vor- sichten außer Acht zu lassen. L i

In Konsequenz und auf Grundlage der vorstehenden Erwägungen habe ih die Ehre, Herr Agent, Sie zu bitten, Ihre guten Dienste

bei dem Kabinete von daß die H. Pforte eingeladen formelle Weisung zu geben, allen von der elementarsten begleiten.

Ich kann die gegenwärtige Mittheilung nit s{ließen, ohne hinzuzufügen, daß die russfishen Militärtehörden ihre Torpedos erst na einer mit Rg INEE Genauigkeit vorgenommenen Erhebung der Versenkungspunkte legen, welche in ein.m gegebenen Augenblicke gestatten werden, sie zu erkennen und berauszuztehen.

Genehmigen Sie, Herr Agent, 2c. 2c.

. eintreten zu lassen, um zu erlangen, werde, ihren Behörden dringlih die die Torpedolegung im Donaubette mit Voraussicht erheishten Vorsichten zu

Cogalniceänu.

Europäischer Kriegsschauplaßÿ. E Konstantinopel, 4. Juni. (W. T. B.) Vom Kriegs- shauplaßg an der Donau wird gemeldet, die Rumänen hëtten in Folge einer gestern zwischen Widdin und Kalafat stattgehabten Kanonade ihre Befestigungsarbeiten verlassen müssen. Die Montenegriner seien energish angegriffen worden. Die Sciffahrt auf der Donau von der Mün- dung des Timok - bis zur österreichishen Grenze ist wieder

freigegeben worden.

Konstantinopel, 5. Juni. (W. T: V) Hier em- gegangene Depeschen aus Rustshuk melden, daß gestern von dem Fort Salkane aus der Hafen von Giurgewo be- schossen wurde. Die Versuche, kleinere russishe Truppen- abtheilungen in Barken über die Donau zu seßen, wur-

den zurückgewiesen. i

Wien, 5. Juni. (W. T. B.) Telegramm der „Presse“ aus Bukarest vom 4. d.: Heute Nachmittag hat von Kalafat aus ein heftiges Bombardement gegen Widdin statt- gefunden.

Wien, 5. Juni. (W. T. B.) Telegramme des „Neuen Wiener Tageblattes.“ Aus Giurgewo: Gestern entglei ste bei Baneasa auf der Linie Bukarest-Giurgewo ein russischer Mil itärlastzug. Personen find dabei niht zu Schaden gekommen, nur der Bahnverkehr erlitt eine zweistündige Un- terbrehung. Bei Beket fand gestern zwishen Rumänen und einem durch eine türkische Batterie unterstüßten türkischen

tonitor ein Artilleriekampf statt. Die türkische Batterie wurde zum Schweigen gebraht und der Monitor zum Rückzug gezwungen.

Aus Rust\chuk meldet man dem W. „Frmdbl.“: „Von Truppenbewegungen verlautet absolut nichts mehr. Nur die lebten Reserven, shon bejahrte Leute, treffen noch immer hier ein. Da die nöthigen Uniformen nicht zu be- schaffen sind, dienen viele in ihren Civilfkfleidern,“ und haben so allerdings eine ganz täuschende Aehnlichkeit mit den gefürhteten Baschibozuks.“

_— Eine Korrespondenz des W. „Fremdenbl.“ aus Rust\cchuk, 21. Mai, giebt die gegenwärtige Effektiv? stärke der Donauarmee an auf 243 Jnfanterie-Bataillone 52 Schwadronen und 69 Batterien, oder, per Bataillon 630—640 Mann gerechnet, auf 155,000 Mann JFnfanterie, 6300 Reiter und 7200 Mann Artillerie, also mit Hinzurehnung der Festungsartillerie, tehnishen Truppen 2c., sowie Der Mustehafiz-Bataillone auf ein Totale von rund 180,000 Mann mit etwa 400 Feldgeschüßen.

Ein russischer Bericht, der den Untergang Des „Lufti Djelil“ schildert, sagt u. A.: „Seeleute, welche die Katastrophe mit angesehen daban, versichern, daß der Kapitän des Monitors sich tapfer und standhaft während des erbittert- sten Feuers unserer Uferbatterien am Play gehalten habe. So gedenken kompetente Männer mit einem guten Wort des

todten Feindes.“

(W. T. B.) Telegramm des „Neuen Wiener Tageblattes“: Belgrad, 4. d. Die serbische Negierung hat gegen die Be- sezung der Drina-Fnjel Bujukliche dur die Türken Protest erhoben und fordert unter Androhung von Gewaltmaßregeln die Räumung derselben. Fn dem von der serbishen Regie- rung in dieser Angelegenheit an die europäishen Mächte gerichteten Cirkular\chreiben wird betont, daß eine Wieder- Wg derartiger Vorkommnisse die Neutralität gefährde.

elgrad, 4. Juni. (L H. L. B.) Das serbische Kriegsschiff „D eligrad“ passirte, troß der von türkischer Seite deklarirten Donausperre unbehelligt Adakaleh. -

Wien, 4. Juni. (W. T. B.) Der „Politischen Kor- respondenz“ wird aus Ostrog gemeldet: Fürst Nikita führte seine Truppen am 3. Juni aus dem Distrikte von Bielopaulice nach der Herzegowina, um sich mit dem Corps zu vereinigen, welches unter Vukotits die Dugapässe besetzt hält. Die türkischen Truppen bei Veljebodo versuchten vergeblich durh eine Vorwärtsbewegung gegen die Rasinjer Anhöhen die Vereinigun beider Truppentheile zu vereiteln, die Türken wurden vielmehr zurückgeworf en. In Al- banien sind die Türken gegen Spuz vorgerüdt.

London, 5. Juni. (L. H. T. B.) Ein Telegramm der „Times“ aus Belgrad meldet, daß der englische Konsul Fremann Bosnien bereise, um den Zustand der JFnsurgenten zu untersuchen. :

Aus Serajewo, 6. Mai, wird dey W. „Frem- denbl.“ über die bosnischen Zustände u. A. geschrieben :

„Die öffentliche Unsicherheit ist im Zunehmen be- griffen. So lange die Wiaterkälte dem Raubgesindel den Auf- enthalt ir. den Wäldern nicht gestattete, waren wenigstens die nit insurgirten Gegenden dieses Landes ungefährlich. Seitdem aber die milde Frühlings8zeit eingetreten mes aus dem Innern die mee a über bereits gebildete ? äuberbanden, sowie über die bevorstehende Organisirung anderer hier an. Thatsache is e8, day bereits Privatleute in der zwei bis drei Stunden von der Landes- hauptstadt entlezenen Umgegend in der jüngften Zeit ausgeraubt worden sind. Selbst die österreihisch-ungarifsce Kon- sulatspost, welche seit ihrem 26 jährigen Bestehen von keiner Men- \chenseele angetastet oder belästigt wurde „wird jet nicht verschont. Auf der Lo von Serajewo nach Brood wurde dieselbe in der Nacht zwishen dem 20 und 21. d. M. in der Gegend von Focsa, zwischen Doboj und Derbend, von Räubern überfallen und mit einem Kugel- regen übershüttet. Glücklicherweise war die Nacht bewölkt ; weder der Postcourier Ahmed Aga und seine Diener, noch die Postpferde wurden hierbei verlegt. Die Post flüchtete sich vorwärts nach Der- bend und der sie begleitende berittene Gensd'arm, welcher einige Schritte FEN ihr ritt, entrann in das nächste Dorf zurück. Der General-Gouverneur Mazhar Pascha, dem dieser Vorfall zur Aennuts gebracht wurde, hat dem hiesigen österreihish-ungarischen Generalkonsul darüber fein Bedauern ausgedrückt und feierlich\t zu- gesagt, daß er die Maßnahmen treffen werde, damit die Thâter eruirt und dem Gerichte übergeben werden und sich ein solches Er- eigniß nit mehr wiederhole. Er hat bereits die Anstalten getroffen, daß der österreichisch-ungarishen Post die genügende Begleitung auf der Fahrt nah Brood und zurück beigestellt werde.“

Mai geht der

Aus Priedor in Bosnien vom 29. W. „Presse“ folgende Nachricht zu:

‘Das christliche Dorf Omaschka, eine Eisenbahnstation zwischen Priedor und Banjaluka, i} in der verflossenen Nacht