1877 / 163 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Nichtamtliches... Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 14. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König beabsichtigten, Sih heute per Dampf- {if} na< Zriedrihshafen zu begeben, um dem König und der Königin von Württemberg einen Besu abzustatten.

Die Einnahmen an Zöllen und gemeinschaft- lihen Verbrau<hssteuern im Reich V en für die Zeit vom 1. April 1877 bis zum Schlusse des Monats Juni 1877 (verglihen mit der Einnahmé in demselben Zeitraum des Vor- |

jahrs) betragen: Zölle 26,234,562 # (— 3,918,679 M), |(

Rübenzu>ersteuer 2,857,386 H# (— 175,692 Á6), Salzsteuer

6,986,316 M (+ 664,009 ÁE), Tabakssteuer 395,012 M (— | 221,894 A), Branntweinsteuer 7,013,969 H (— 278,991 a Uebergangsabgaben von Branntwein 23,844 M (+ 10,043 M),

Brausteuer 3,998,699 # (+ 57,096 ), Uebergangsabgaben von Bier 214,398 # (— 5588 #), zujammen 42,009,414 M | (— 3,869,696 M).

In den deutschen Münzstätten sind bis zum | 7. Juli 1877 geprägt worden, an Goldmünzen : 1,128,244/200 4 | Doppelkronen, 346,923,470 A Kronen, 4,660,360 M halbe Kro- nen; hiervon auf Privatrehnung: 5,201,937,379 M; an Silber- münzen: 71,653,095 H 5-Marfkstü>e, 96,827,226 #4 2-Mark- stüde, 143,512,165 6 1-Markstü>e, 57,640,572 M S E 35,717,922 ÁÆ 80 S 20-Pfennigstü>e; an Nicelmünzen: 23,502,530 # 70 F 10 - Pfennigstücke, 11,657,813 M 75 S ö-Pfennigstüde;, an Kupfermünzen : | 6,213,207 4 44 S EPfennigstüde, 3,382,722 Æ 83 S | 1-Pfennigstü>e. Gesammtausprägung an Goldmünzen : 1,479,828,039 4; an Silbermünzen : 405,350,980 M 80 S; an Ni>elmünzen: 35,160,344 # 45 F Z; an Kupfermünzen : 9,595,930 Á 27 A.

Die Befugniß des Strafrichters, bei weselseiti- gen leichten Körperleßungen, re}p. Beleidigungen die Betheiligten oder einen derselben milder zu bestrafen oder über ur für straffrei zu erklären, hat, na einem Erkenntniß des Ober-Tribunals voni 15. Juni 1877, au auf wesel- seitige leichte Körperverleßungen re)p. Beleidigungen zwischen einem Privatmann und einem Beamten (oder einer Militär- person), wel<her zwar im Amte aber in nit re<tmäßiger Ausübung seines Amtes seinen Gegner gemißhandelt resp. beleidigt batte, Anwendung.

Der K. und K. österrcichisch - ungarische Botschafter Graf Kärolyi hat Berlin mit Urlaub für einige Zeit verlassen. Jn seiner Abwesenheit wird der Kaiserliche und Königliche Botschaftsrath Graf von Wolkenstein die Leitung der österreichish-ungarischen Botschaft als interimisti- scher Geschäftsträger übernehznen.

Der hiesige Königlich bayerishe Gesandte Freiherr Pergler von Perglas hat einen mehrwöchentlichen Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit des Gesandten fungirt der Legations-Rath Reither als interimistisher Geschästs- träger. : Der Che Präsdent der Ober-Re<hnungskammer, Wirk- liche Geheime Rath von Stünzner, hat einen mehrwöchent- iden Urxlaub angetreten und si< zunächst nah der Provinz Sachsen begeben.

Das deutshe Uebungsgeshwader ist, tele- graphischer Nachricht zufolge, am 13. d. M. von Jaffa nah Haifa in See gegangen.

Bayern. München, 12. Juli. (Allg. Ztg.) Der Kaiser von Oesterreih is, von Wien kommend, heute Morgen und die Kaiserin Elisabeth heute Mittag aus Feldafing hier eingetroffen. Die Kaiserlichen Majestäten und unsere Höchsten Herrschaften werden heute Nachmittag an dem zur Feier des Geburtsfestes der Frau Prinzessin Gisela im Palais des Prinzen Leopold stattfindenden Familiendiner theil- nehmen. Der Bericht des Finanzaus\chusses der Kammer der Abgeordneten über den Hauptetat der Militärver- waltung des Königreihs Bayern für das Vierteljahr vom 1. Januar bis 31. März 1877, sowie auf das Etatsjahr 1877/78 ist in der vergangenen Nat vertheilt worden. Was die Verwendung der dur< Abstriche erzielten Erübrigungen im Betrage von 40,972 H betrifft, so geht der Antrag des Ausschusses dahin: daß dieselben zum Zwe> der besseren Verpflegung in besonderen Fällen verwendet und die Position „Viktualien-Verpflegung“ um diesen Betrag erhöht werden solle. Wie der Bericht mittheilt, wurde im Ausschusse noch angeregt, daß au denjenigen Soldaten, welche freiwillig auf Urlaub gehen, sowohl für die Reise vom Garnifonsort in die Heimath als für die Rü>reise, die halbe Fahrtaxe zu gewähren seîi, und ein diesfälliger Antrag in Aussiht gestellt. Diese Anregung fand Zustimmung, und es ward von einem Antrage und Beschlusse deshalb abgesehen, weil einerseits der dabei be- theiligte Vertreter der Verkehrsanstalten niht anwesend war, andererseits der Kriegs-Minister erklärte, dahin wirken zu wollen, daß dem au von ihm gebilligten Wunsche der Ge- währung dieser Wohlthat an die Mannschaften entsprochen werde. Es wurde vorbehalten, den Gegenstand bei der Budget- berathung weiter zu verfolgen, falls er bis dahin nit er-

| erahtet. Der Lord-Advokat für Schottland erklärte, daß das

| ten. Das Geseß wurde s{ließli< mit 204 gegen 143 Stimmen

| di: sonderbaren Konsequenzen des entgegengeseßten Systems,

Mirtemb . Stuttgart, 12. Zuli. Die Kammer dérS ) Seghetren fahr heute das Gemeindebesteuerungs- geseß mit 24 gegen 4 Stimmen an.

Schweiz. Solothurn, 12. Zuli. (N. Zür. Ztg.) Das hiesige Obergericht hat den Prozeß, betreffend das Linderlegat, einstimmig zu Gunsten der Diözesankantone ent- schieden und den gewesenen Bischof Lachat in die Prozeß- fosten verurtheilt

Großbritannien und Jrland. London, 12. Zuli. E. C.) Jm Unterhause brate Mr. Mc. Laren gestern sein alljährli< wiederholtes Gese behufs Aufhebung der (vom Staate erhobenen) Kirchensteuern in Schottland ein. Der Antragsteller (liberaler Abgeordneter für Edinburgh, Prä- sident der Handelskammer dajelbst) enthielt si< einer aber- maligen Begründung seiner Vorlage. Konservativerseits ist man hauptsächlih deshalb gegen diefe Maßregel, weil man hie als einen Schritt zur Entstaatlihung der schottischen Kirche

Gesetz in dieser Form den Landbesißern ein Geschenk mit der Kirche gehörigem Gelde machen würde, er werde aber gern zu einer anderweitigen Abstellung der Uebelstände die Hand bie-

abgelehnt. i f Canada. Montreal, 10. Juli. (A. A. C.) Es ist eine Versammlung der Vertreter der Nationalvereine hier ab- s worden, in welcher die Orangisten als Christen eshworen wurden, ihren beabsihtigten Auszug am 12. d. M. aufzugeben. - Der Orangisten-Verein hat diesem dringenden Gesuche nachgegeben und heute Abend beschlossen, den Aufzug nicht stattfinden zu lassen, sondern nur einem Gottesdienst zur Feier des Tages anzuwohnen.

anfreih. Paris, 12. Juli. (Fr. C.) Das re- ub titanif he Juristen- Cour é veröffentlicht eine Denk- schrift und ein Rehtsgutachten über die Frage, binnen welcher Frist die Abgeordnetenwahlen auszuschreiben feien. Das Rechtsgutahten gelangt na juristishen Aus- führungen, die übrigens nur wiederholen, was die _republi- fanishe Presse seit Wochen erklärt hat, zu folgendem Schlusse : „Wir sagen es mit tiefster Ueberzeugung, der Wortlaut und der Geist des Geseßes, die Ueberlieferung, welche eine treff- liche Gesebesäuslegerin ist, die Vorarbeiten für die Verfassung,

alles dies ergiebt mit der größten Bestimmtheit, daß die neue Kammer spätestens binnen dreik Monaien nach der Auf- lösung der vorigen ernannt sein muß. Jede Erweiterung dieser Frist würde das Verfassungsge)eß in einer emer „wih- tigsten Bestimmungen verlegen.“ Wie der „Français“ an- zeigt, rüd>t die Herstellung der Liste der offi ziellen Kan- didaten so vor, daß sie in drei oder vier Lagen fertig sein dürste. Offiziós wird gemeldet, daß der Mar- hall Mac Mahon zu Ende des Monats einen Ausflug nah Bourges zum Besuche der dortigen Militär-Etablissements unternehmen werde. /

‘Von der „Cöln. Ztg.“ wird folgende Berehnun auf- gestellt: Frankreih (ohne Algerien) hat 275 Unter-Prä- fekten; von diesen wurden 225 Jeit se<s Wochen abgeseßt, zur Verfügung gestellt „oder zu anderen Funktionen berufen; nur 50 blieben im Amt. Von den 87 Präfekten behielten nur 13 ihren Posten, den sie vor dem 16. Mai inne hatten ; 74 wurden abgeseßt, zur Verfügung gestellt oder mit anderen Funktionen betraut. : 4 es

13. Zuli. (W. T. B.) Der spanische Minister des Auswärtigen, Silvela, ist auf der Durchreise nah Spaa hier eingetroffen und dur den spanischen Botschafter dem Marschall-Präsidenten- vorgestellt worden.

Spanien. Madrid, 10. Juli. (Ag. Hav.) Der Kon- greß hat einstimmig ein Vertrauensvotum zu Gunsten der Generäle, des Heeres, der Freiwilligen und der Behörden von Cuba angenommen. :

(Ag. Hav.)

Italien. Rom, 9. Juli. wv.) Der Kardi- nal Filippo de Angelis, Erzbishof von Fermo, erster Kar- dinalpriester und Kämmerer der römischen Kirche, ist gestern im Alter von 85 Jahren in Ascoli verstorben.

Griechenland. Athen, 12. Juli. Die „Pol. Corr.“ meldet: Der neuernannte Kaiserlih und Königlich österreichis<- ungarische Gesandte Graf Dubsky ist gestern Nachts hier ein- getroffen. Morgen erfolgt der Schluß der Sißzungen der Kammer. Jm Ministerium herrs{t bezüglich der auswärtigen Angelegenheiten die ungetrübteste Eintracht.

Türkei. Aus Serajewo, 7. Juli, wird dem W. „Frem- denbl.“ über die bosnishen Zustände geschrieben: :

„Die Regierung wendet ihre ganze Aufmerksamkeit Serbien zu. Außer den an der Drina stationirten 5 Bataillonen find no< 6 Bataillone aus Livno, Travnik, Banjalufa, Sienißa und Serajewo dahin abmarscirt, so daß sib jeßt 11 Bataillone regulären Mili- tärs an der jerbisden Grenze in jener Gegend bewegen. Am 4. d. M. erhielten die Militärlieferanten vom Mazhar Pascha Befehl, Pro- viant für 20 Bataillone Militär in Belina und Tuzla in Bereitschaft zu halten. Der Geasd'armerie-Oberst Halil Bey hat nit ein Bataillon, fontern aus Mangel an Geld nur 90 berittene und 90 unberittene Zaptiehs hierorts zusammengebracht, und ist aub wirkli mit den- selben am 2. d. M. nah Türkish-Kroatien abmarschirt, um bei der Bewältigung des dortigen Aufstandes mitzuwirken. Aus der Herz e-

ledigt sein sollte. Í

16 U (O L D) c t, MEN Fugen Generaldebatte der Kammer der Abgeordneten über den Geseßentwurf, betreffend den Hauptetat der Militärverwaltung, hob der Kriegs-Minister einzelnen flerifalen Rednern gegenüber hervor, daß der Betrag der Ausgaben für das bayerische iee zwar ein hoher sei, daß der innere Werth der bayerishen Armee si< aber auch verhältnißmäßig erhöht habe. Die Retabli jementsfkosten rex niedriger , als in den anderen deutjc<en Bundes- taaten. Eine neue Kreditforderung für den Zwe> der Bewaffnung der Jufanterie stehe niht in Ausficht ; das baye- rishe Jnfanteriegewehr sei niht nur kriegsbrauchbar, sondern stehe auch auf der Höhe der Zeit und sei allen anderen Ge- wehren ebenbürtig. as die in Elsa "7-4 ringen stehen- den bayerishen Truppen betreffe, so sei deren Abkom- mandirung L . auf Anregung des Deutschen Kaisers und auf Befehl des E von Bayern erfolgt. Er habe keine Ver- iva ung, dem König einen Antrag auf Zurü>berufung der- selben zu unterbreiten. Jn der Spezialdiskussion wurde der Hauptetat für das erste uartal 1877 na< den Anträgen des Aus)\chu}ses gene ebenso vom Hauptetat pro 1877/78

owina werden bei 2000 êraris<he Pa>tpferde na< Rumelien ge-

idt. Seit vier Tagen sind 600 über Serajewo nah Jeni-Bazar passirt. Die bosnish-herzegowinishen Deputirten haben eine Adresse an den Grofßvezier gerihtet, mit der Bitte, die bosnis-herzezowinische Bevölkerung, welche in der lebten N von der Insurrektion heim- gesu<t wurde, von dem Zwangsanlehen zu befreien. Bis nun ist in dieser Bezichung keine Entscheidung erflossen. Au< will man hier wissen, daß die Regierung. in . diesem Jahre doppelten Zehnt und zweifahe Steuern vom Volke ein- zubeben gedenke. Wenn dies geschieht, fo wird der ohnehin dur Banknotendifferenz und Handeléstotung während der verflossenen zwei Jahre stark geshädigte Handelsstand ganz zu Grunde gerichtet. In den Ortschaften Obadowaß und Skugrics des Bezirkes Gradacsaß, Kreis Zwornik, sind am 15. v. M. die rie<is-orientalis{<:n Kirchen au8geplündert und in einem Orte der Nahie Kotorski bei Derbend, Kreis Banjaluka, sind ein Christ und seine zwei Kinder durch die türkishen Militärdeserteure masjakrirt worden. Der Vali Mazhar Pascha hat den besten Willen, die Ordnung im Lande zu erhalten, doch werten leider seine Befehle gar ni<t von den Untergeordneten beachtet. Die Vorstandsposten der in Bosnien bestehenden jieben Kreise waren bis nun stets dur< unfähige, der Landes]prache niht mächtige Osmanen beseßt.“ l : (W. T. B.) Aus Semlin wird dem „N. W.

der serbishen Regierung verhafteten Anhänger der kfonser- vativen Partei beträgt 40, au alle sozialistishen Führer sind verhaftet. ; Schweden und Norwegen. Sto>ho!m, 11. Zuli. (H. N.) Jn dem Befinden der Königin if in den leßten onaten eine merkliche Besserung eingetreten. Dieselbe er- freute si< au< bei threr Landung in Helsingborg eines wohleren Aussehens denn seit lange, und liegt die beste T: nung vor, daß Jhre Majestät bald vollständig wieder hergestellt sein wird. Die Segelcorvette „Norrköping“ ging am 6. d. M. auf der Rhede von ChriGania vor Anker; -die- selbe ist auf der Uebungsreise mit Kadetten begriffen, und be- findet si u. A. der zweitälteste Sohn des Königs, Prinz Oscar, am Bord.

Dänemark. Kopenhagen, 11. Juli. (H. C.) Der König wird sih, wie die „Berl. Tid.“ erfährt, am Montag Nachmittag mit dem Dampfschiff „Sleswig“ nach Aarhuus und von dort nah dem Militärlager bei Hald begeben. An: DAUBEE Abend kehrt der König mit dem Kronprinzen hierher zurü.

Amerika. Meriko. (A. A. C.) Nathrichten aus Aca- pulco bis zum 16. Juni melden, daß Alvarez, Lerdo's Parteigänger, nah zehntägigem Bombardement der Stadt dur die Diazschen Kanonenboote, kapitulirt hat. Die Bedingun- gen der Uebergabe find no< nicht bekannt.

Afrika. Nach telegraphishen Berichten der „Daily News“ aus Alexandria vom 11. d. M. ist der Friede zwischen Aegypten und Abessynien no<h nicht abgeschlossen wor- den. Der König Johann weigert si< zu unterhandeln, weil sein Gesandter verhaftet worden war. Es steht eine große Schlacht bevor. Dur< ganz Abefssynien nimmt die Stimmung zu Gunsten Alamayo's, des Sohnes Theodors, zu. König Johann erklärte si bereit, zu Gunsten Alamayo's zu resigniren, und hofft, die britishe Regierung werde den FEN unterstüßen, da Jedermann Frieden und Wiederbelebung des Handels wünsche. Der Oberst Gordon ist mit einer großen Streit- macht in Darfur angelangt.

Der russisch-türkische Krieg.

St. Petersburg, 13, Juli: (W: T, B.) Die „Agence russe“ versichert , daß die Nachrichten über eine Konvention zwishen Rumänien und Serbien jeder Begründung entbehrten. Rußland und Oesterrei seien im Einverständniß darüber, beiden Fürstenthümern ihren guten Rath zu Theil werden zu lassen, ohne jedo<h für si das Recht der .Jntervention in Anspru zu nehmen.

St. Petersburg, 14. Juli. (W. T. B.) Was die Haltung Serbiens anbetrifft, so liegt hier nihts vor, was zu dem Glauben Veranlassung gäbe, daß Serbien aus seiner gegenwärtigen Haltung heraustreten werde. Die Behaup- tung, daß unser Vertreter in Wien wegen einer veränderten Haltung Serbiens mit dem Grafen Andrassy Unterhaltungen

chabt habe, daß er ein Eintreten Serbiens in die militärische Aftion angekündigt, daß Graf Andrassy gegen eine solche si< ausgesprochen und eine Beseßung Serbiens dur Oesterreich angekündigt habe, ist durhweg unrichtig. Herr von A E hat wéder zu derartigen Besprehungen Auftrag gehabt, no haben irgend welche Serbien betreffende Explikationen statt- gefunden.

Europäischer Kriegsschauplas.

St. Petersburg, 13. Juli. (W. T. B.) Vom Kriegs- \{auplag in Bulgarien wird der „Agence rufse“ gemeldet, die russischen Vorposten hätten Gabrowa erreicht.

Konstantinopel, 13. Juli. (W. T. B.) Hier ein- gegangenen Nachrichten zufolge find die Russen von Tir- nowa aus im Vorrü>en begriffen. Die Balkanübergänge sind von den Türken stark beseßt. i :

(W. T. B.) Aus Val izkoi bei Tirnowa 11. c. wird dem „N. W. Tagebl.“ vom 14. gemeldet : Die von Tirnowa zurü>gegangenen Türken, vier Bataillone Jnfanterie und einige húñdert Reiter, stießen zu Safvet Pascha, welcher mit 20 Bataillonen bei Kersowa, in der Nähe von Dsmanbazar, eine vershanzte Stellung bezog. Jn Frenchissar, wo sich Ee Militärdepots befinden, ist ein Pulverthurm mit 500 Kisten Pulve- in die Luft geflogen. : : L

Wien, 14. Juli. (W. T. B.) Telegramm der: „Presse“ aus Bukarest: Hier vorliegenden Nachrichten zufolge sind russische Eclaireurs vor Rusts<uk ershienen. Abdul Kerim Pascha zieht dem Vernehmen nah die türkfis<he Feldarmee na< S@humla zurü.

Varna, 13. Juli. (L. H. T. B.) Der Balkanpaß Selimno Jamboli wurde von zahlreichen, aus Schumla dorthin dirigirten Truppen beseßt. u

Wien, 14. Juli. (W. T. B.) Nach hiesigen Blätter- mittheilungen hat der russishe Eisenbahnunternehmer War- \hawsfi die Konzession zum Bau einer Eisenbahn zwischen Bender und Reni unter der Bedingung erhalten , daß die Eisenbahn binnen drei Monaten hergestellt werde.

Odéssa, 13. Juli. (L. H. T. B.) Zehn türkische Kriegsschiffe, welhe vor dem Hafen von Sebastopol kreuzten, zogen ji< wegen der dort massenhaft gelegten Tor- pedos wieder zurü. |

Konstantinopel, 13. Juli. (W. T. B.) Das tür- kishe Geschwader, welhes Eupatoria beshoß, is mit dem erbeuteten Schiff „Baltschik“ hier eingetroffen. j

Korfu, 13. Juli. (W. T. B.) Gestérn ist ein tür- fishes Transport-Geshwader mit gegen Montenegro ae Felde gestandenen Truppen unweit von hier vorüber

assirt. 5 Aus Bukaresst , 12. Juli, meldet das W. „Fremdenbl.“: Bis jeßt haben das V1, iX., X11, und X11. Armee-Corps, sowie die bulgarische Brigade unter General Skobeleff die Donau überschritten. Bei Sistowa werden ungeheure Proviant- vorräthe ‘aufgehäuft und sind dortselbst au passagere Feld- werke errichtet worden.

__— Der „Times“ wird über die Kriegführung der Türken geschrieben :

„Die häufig aufgeworfene Frage, warum die Türken nicht an- greifen und eine der russis{en Kolonnen auf dem re<ten Donauufer zu {lagen versuben, läßt si< dahin beantworten, daß die bei Sistowa über den Strom gegangene Kolonne des Centrums jeßt {on stärker ist, als die türfishe Armee, während das in die Do- brudscha eingedrungene mne Corps zu weit von der Linie Rust- \<uk-Shumla entfernt steht, als doß die türkis<e Hauptarmee

die Positionen bis Kapitel 11. Morgen sokl die Berathung fortgeseßt werden.

Tagebl.“ vom 14. gemeldet: Die Zahl der auf Anordnung

daselbe erreichen fönnte, ohne das nördliche Bulgarien preiszugeben

stellungen von Saim über Halifoglu bis Hadschiwali bezogen. Die Christen, welhe aus Armenien auf russishes Gebiet flüchten, werden in den mahomedanischen Theilen des Kau- fasus angesiedelt werden. Jn Alexandrapol werden aus Cis- kaukfasien Verstärkungen zur energischen Fortseßung der

und si< einem Angriffe im Rücken von Seite des Großfürsten Nikolaus auszuseßen. Die Türken können gegenwärtig kaum mit Aussicht auf, Erfolg die Offensive ergreifen; sie sind genöthigt, si defensiv zu verhalten oder auf den Balkan zurü>zuziehen.“ +e Aus Bukarest, 8. Juli, schreibt man der „Pol. Korr.” : p Z Mit den Operationen der Russen in Bulgarien geht es nur langsam vorwärts. Daran ift weniger der Widerstand der Türken \{uld, als die ungeheure Schwierigkeit, eine große Armee in dem verwüsteten und ausgefogenen Bulgarien zu verpflegen. Aller- dings war man auf diese Schwierigkeit vorbereitet, aber so groß, wie sie fi jegt herausgestellt, hat man si< dieselbe bei der ruffisen Intendantur do< niht geda<t. Dem Soldaten muß thatsächlich jedes Stü> Brot, jeder Bissen Fleis, den er verzehrt , na- geführt werden; von den bulgarishen Einwohnern ift nit allein ni<ts zu erhalten, sondern diefelben find in vielen Orten auf die Mildthätigkeit der Russen angewisen, um ihr Leben fristen zu können. Noch s{<werer ift die Verpflegung der Pferde der Kavallerie und Artillerie. An grünem Futter fehlt es in Bulgarien bis jeßt zwar no< nit; aber bekanntli< bedarf das Militärpferd eines kräftigen Körnerfutters, um die Strapazen des Krieges ertragen zu können. Davon finden die Ruffen in Bulgarien absolut ni<ts, und es muß der Armee deshalb au die Fourage für die Pferde vollständig nacbgeführt werden.

So lang: si< das Gros der russishen Truppen in der Nähe der Donau befindet, is die Verpflegung von Menschen und Pferden no< nit übermäßig s{wer, denn befanntli<h hat die Inteadantur an vershiedenen Punkten größere Magazine angelegt. Sobald aber der Vormars< in das Innere von Bulgarien angetrete- wird, be- ginnen die NINNER, Kein Fluß, keine Eisenbahn, keine ordent- le Straße, auf welcher der Proviant befördert werden könnte. - Die Pferde und Ocbsen, welche die Ruffen in Rumänien und Bulgarien als Zugvieh ihrer Proviantkolonnen vorfinden, sind von kleiner, s<wächliher Race. Oft müssen vier, se<8, aht von ihnen vor einen Wagen mit unbeteutender Last gespannt werden, und au< für das Zugvieh dieser Wagen muß der Proviant mitgenommen werden, wenn die Reise eine größere Ausdehnung gewinnt. Es bleibt somit dem russischen Oberkommando nichts weiter übrig, als für die Armee der Kombattanten in Bulgarien no< eine zweite Armee als Verpfle- ungstrain zu organisiren. Bis dies geschehen ist, dürfen sie fd in Bulgarien nicht weit.r vorwagen.

Es ist kein Zweifel, daß die russishe Armee au diese Schwie- rigkeit überwinden wird, aber wiederum mit einem Opfer von Zeit, Geld und Menschen.

(WV. T. B.) Aus Belgrad, 13. Juli, wird der „Pol. Korr.“ telegraphish berihtet, Osman Pascha hätte Be- fehl erhalten, si< mit einem Theile seines Corps marschbereit zu halten, um, falls nothwendig, das serbische Grenz-Ufergebiet zu belegen.

Wien, 13. Zuli. (W. T. B.) Die „Polit. Korresp.“ meldet telegraphis<h aus Cettinje von gestern: Suleiman Pascha steht no< immer mit 30 Bataillonen in Antiari. Der englische Konsul in Skutari ist, wie man sagt, mit einer wich- tigen Mission im Hauptquartier des Fürsten in Orjaluka ein- getroffen. Sämmtliche Znsurgenten aus der Herzegowina jollen si< am 15. c. in Ostrog versammeln, wo au< Fürst Nilita am 16. mit einem Armeecorps eintreffen soll. Die Montenegriner beabsichtigen die Okkupation einiger türkischen Grenzdistrikte.

Wien, 14. Juli. (W. T. B.) Telegramm der „Presse“ aus Cettinje: Der Ober-Befehlshaber der montenegrinischen Armee meldet, er habe am 10 c. die Türken an der Tara geshlagen und 6 türkische Dörfer in der Herzegowina zerstört.

_— Aus Ragusa, 12. Juli, meldet das W. „Fremdenbl.“: Die türkishen Behörden in Albanien und in Epirus ver- theilen nun unter die dortige mohamedanische Bevölkerun Waffen und Munition, da dieselbe für den Fall der Noth als Landsturm aufgeboten werden wird. Die Transpor- tirung der Truppen Suleiman Paschas na< Bulgarien geschieht mittelst einiger Schiffe des türkishen Mittelmeer- Geschwaders, die sih zu diesem Zwe>e nah Antivari begaben. Diese Truppen dürften jedo< erst Mitte August vollständig auf dem bulgarischen Kriegs|hauplaße erscheinen können. Im Süden Albaniens tauchen jeßt wieder einige Briganten- banden auf, welche diese von Truppen vollständig entblößte Gegend sehr beunruhigen.

Asiatischer Kriegsschauplasß.

St. Petersburg, 13. Juli. (L. H. T. B.) Vor den Mauern Alexandrapols ist eine Schlaht zu erwarten. General Tergukassoff wird si< über Kagysman mit den Hauptkräften vereinigen. Oberst Komaroff hat den Befehl erhalten, si< unter jeder Bedingung in Ardahan zu halten. Derselbe verfügt über 4000 Mann, 70 Geschüße, 7 intafkte Forts und einen für 8—10 Monate reichenden Proviant- und Munitionsvorrath. General Oklobshio steht zwischen Ofur- gety und Nikolai. Oklobshio wird si< mit General Alchassoff bei Poti vereinigen.

St. Petersburg, 14. Juli. (W. T. B.) Das wieder- holt auswärts ausgesprengte erücht, daß Ardahan von den Türken wiedergenommen fei, ist unbegründet.

(W. T. B.) Aus Odessa wird: dem „N. W. Tagebl.“ gemeldet : Ein Armee-Corps unter General Liptrom wird nah dem Kaukasus dirigirt.

Tiflis, 13. Juli. (W. T. B.) Nach einer offiziellen Meldung der Zeitung „Kawkas“ aus Alexandrapol vom 11. d. Mts. griffen starke Haufen Abchasier am 9. d. die russischen ¡Sre am oberen Laufe des Flusses Kob- lian-Tschai an; dieselberi wurden von Kosaken, Eclaireurs und Regulären mit großen Verlusten zurü>gewiesen. Auf russi- scher Seite betrug der Verlust 9 Todte und Verwundete. Nah einer weiteren amtlihen Meldung waren die türkischen Streitkräfte in dem Kampfe bei Bajazid nicht 30,000, sondern nur 13,000 Mann stark.

_Tiflis,.13. Juli. (L. H. T. B.) Fürst Sviatopolk Mirsfi übernimmt an Stelle des Generals Loris-Melikoff das Oberkommando.

_ Wien, 13. Juli. (L. H. T. a Der „Wiener Abend- post“ wird aus St. Meran gemeldet, daß zur Verstärkung der russishen Armee in Asien die Saratower Division in Eilmärshen nah dem Kriegsschauplaß- unterwegs sei. Auch das dritte Aufgebot der Donschen Kosaken sei dorthin beordert und würde na deren Eintreffen die Offensive wieder aufgenommen werden.

__Aus Tiflis, 11. Juli, meldet die W. „Presse“: Die russischen Truppen bei Kars ten östlih davon neue Auf-

Bezüglich der nah dem Kaukasus in Marsch geseßten (ELYALIERgEN enthält die „Cöln. Ztg.“ folgende Felten g: „Die Eisenbahn von Rostow am Don na< Wladikawkas im Kaukasus hat ungefähr 1200 en von den Eisenbahnen Worones,

tiren, tie fcit dem 29. Juni nah dem Kaukasus unterwegs sind, um die dortige Armee zu verstärken. Wie die nämlichen Berichte sagen, wurde in Baku und in Derbent am Kaëpishen Meer eine Flottille gebildet. Dieselbe ist dazu bestimmt, die Küsten zu vertheidigen und

[l zu werfen, daß in Folge eines Aufstandes im Kaukausus die f N TERINENER in- Georgien in die Gewalt der Aufständischen fallen en.

Allgemeine Verwaltungssachen : Verweifung von Ausländern aus dem Reich8gebiet. Marine und Schiffahrt: Beginn von Seesteuermann>- Prüfungen; Ertheilung eines Flaggenatteftes. Finanzwesen : Goldankäusfe Seitens der Reichsbank; Nachweisung der Ein::ah- men an Zöllen und gemeinschaftlihen Verbrauchsfteuern im Deutschen

Juni 1877; Status der deuts&en Notenbanken Ende Juni 1877 ; Statistik der deutshen Banknoten für Ende Juni 1877. Münz- wesen: Uebersicht über die Ausprägung von Reibsmünzen. Eisen- bahnwesen: Direkte Einführung der Linie Oelsniz-Zwi>kau der Säch-

der Einnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reih in den Monaten April bis Juni 1877. Konfulatwesen : Ernennungen, Ent- lassung. Personalveränderungen 2c.: Ernennungen beim Reichs-Ober- Handelsgericht.

Nr. 45 des „Amtsblatts der Deutschen Reih8-Poft- und Telegraphcnverwaltung*“ hat folgenden Inhalt: Ver- fügungen: Vom 6. Juli 1877. General-Verfügung an die Kaiser- lihen Ober-Postdirektionen, betreffend die Anbringung von Tafeln 2c.

a euerversiberungë-Anstalt an die Kaiser Wilhelm-Stiftung für die

Vom 10. Juli 1877. Eröffnung der Eisenbahn Camberg, Regie- rungsbezirk Wiesbaden, -Idstein.

Erkenntniß des Köniolichen Ober-Tribunals vom 31. Mai 1877:

S. 367 Nr. 3.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Beobachtungsmaterials zur Ergründung der Phänomene des Erd-

D

angestellten Beobachtungen waren es, die es Gauß und Weber er-

weitere Förderung gerade dieser Disziplin blieb Ermans Leben®8- aufgabe. Ihr ist no< sein lettes größeres, im Jahre 1874 in Ge- meinschaft mit seinem Schüler H. Petersen in Kiel herausgegebenes Werk, „Grundlagen der Gaußischen Theorie und die Erscheinungen des Erdmagnetismus im Jahre 1829“, gewidmet.

Nürnberg, 10. Juli. Am 16. August d. J. feiert das Ger- manisce T das Fest seines 2öjährigea Bestehens. Aus Anlaß dieser Jubelfeier wird der Gesammtverein der deutschen Geshichts- und Alterthumsvereine seine diesjährige Ver- sammlung während der Festwoche hier abhalten.

Lissabon, 7. Juli. (Ag. Hav.) Die afrikanishe Erpe- dition, bestehend aus dem Marine-Lieutenant Brito Capello und dem Jäger-Hauptmann Serpa Pinto ist na< St. Paul de Loanda

sischen Regierung im Interesse der Wissenschaft und der Civilisation die Territorien zwishen Anaola und Mozambique erforschen und die Verhältnisse zwischen den Flußgebieten des Zaire und d:s Zambese untersuchen.

“Das jüngst erschienene „Beiheft“ zum „Militär- Wochenblatt“ enthält Beiträge zur Geschichte der Kriege König Friedrihs II., sowie zu dessen Biographie, mit deren Veröffentlicbung hon im Jahre 1876 begonnen wurde. Es sind dies Berichte, welche der König theils eigenhändig geïcrieben, theils diftirt oder dur- forrigirt hat. Der Herausgeber, Professor I. G. Drovsen, theilt in den Anmerkungen jede Stelle mit, die aus des Königs Feder geflossen, erläutert die Entstehung jedes Berichtes und bietet damit einen interessanten Beitrag zur Geschichte der fridericianischen Zeit.

Land- und Forstwirthschaft.

Aus Osnabrü> wird unter dem 12. Juli geschrieben: Die Halmfruchternte scheint in diesem Jahre äußerst ergiebig zu werden. Die Aehren find groß und volltragend.

Aus dem Fürstenthum Lippe wird der „Bielefelder Ztg.“ vom 7. Juli berichtet: Es ist auffallend, wel<. großen Schaden in diesem Jahre Larven, Würmer und allerlei anderes Un'eziefer an den Saaten ganrihten. Man sieht fast überall dünn bestandene Weizen-, Gersten- und Haferfelder, was hier und dort- so weit geht, daß ganze Stü>ke umgea>ert werden mußten. Bei dem Umpflügen kamen dann die die Verwüstung anrihtenden Engerlinge (Larven des Maikäfers) zum Vorschein, und zwar in solcher Menge, daß die frishen Furhen mit denselben wie übersät waren. Um weiteren Schaden zu verhüten, ließen viele Landwirthe fie auflesen und tödten. Auch die Krähen halten \si< in großen Shaaren auf den Feldern auf und vertilgen die Engerlinge.

Gewerbe und Sandel.

Königsberg i. Pr., 13. Juli. Während des diesjährigen Wollmarkts3 sind im As{<hof 366 Ctr., in der Vorderwaage 246 Ctr., in der Mittelwaage 1139 Ctr., in der Hinterwaage 644 Ctr., dur die Getreidewäger 10,300 Ctr., privatim circa 2305 Ctr., in Summa 15,000 Ctr. Wolle gewogen worden, deren Durhschnitts- preis zu 106 Pfund si< für die feine Tuhwolle auf 165—180 A, geringe Tuhwolle 150—162 #Æ, Kammtwolle 156—168 #4, Schmubß- wolle 54—69 Æ beraus8gestellt hat. Die ganze Zufuhr ist mit Aus- nahme eines feinen Quantums, wel<es wegen mißlungener Wäsche keinen t fand, geräumt worden, P

__“— In der Generalversammlung der Landschaft der Pro- vinz Sachsen wurde der Rechenshaftsberiht für 1876 vorgelegt ; nah demselben find bis zum Sc{lüsse des vorigen Jahres 4,817,775 M in Provinzial-Pfandbriefen, 4,004,700 # in Central-Pfandbriefen, zusammen 8,822,475 Æ als Darlehne gewährt worden. Diese Dar- lehne stehen auf 139 Ritter- resp. Landgütern der Provinz Safen zur ersten Stelle eingetragen und sind dafür 14,968 Hektar 10 Ar 56 Quadratmeter im statutenmäßigen Werthe von 14,738,385 verpfändet worden. Von den als Darlehne gewährten Pfandbriefen ver 8,822,475 Æ# sind dur< Amortisation getilgt 388,725 # und na voraufgegangener Kündigung Seitens der Darlehnsnehmer zurüd- gezahlt 920,035 Es befinden si< mithin no< 7,513,725 # von 2A L aeg elten Pfandbriefen im Umlaufe. Der Reservefonds betrug

erationen gegen Kars erwartet.

_— Die Generalversammlung der Bren QUSCREn Ma- \s<hinenbauanstalt seßte die Dividende für das am 31. März d. I.

Elisabethgrad 2c. erhalten, um 55,000 Mann Truppen zu transpor- |

fall zu Verstärkungen nach dem asiatischen Kriegsshauplate für den |

._Nr. 28 des „Central - Blatts für das Deutsche | Rei,“ berausgegeben im Reichskanzler-Amt, hat folgenden Inhalt: "

Reich für die Zeit vom 1, April 1877 bis zum Schlusse des Monats |

sischen Staatsbahnen in den Bahnhof Zwikau. Zoll- und Steuer- | wesen: Errichtung und Befugnisse von Steuerstellen; Nachweisung |

als Wegweiser zu den Post- und Telegraphenhäusern bz. den einzelnen | Geschäftsstellen. Vom 5. Juli 1877. Zuwendung der Berlinischen |

Angehörigen der Deutschen Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung. |

Nr. 27 des Justiz-Ministerial-Blattes enthält ein |

| Veber den Begriff ron Arzneien im Sinne des Strafgeseßbuchs |

Am 12. d. M. ftarb hier der Professor Adolph Erman, | der fih zuerst dur eine wissenschaftliche Reise um die Erde bekannt | gemacht hatte, deren Hauptaufgabe die Beschaffung zuverlässigen | magnetismus war. Seine während der dreijährigen Dauer der Reife |

möglichten, die Theorie des Erdmagnetismus zu begründen. Die |

abgegangen, wo der Unter-Marine-Lieutenant Roberto Ivens si an- | {ließen wird. Die Erpedition wird auf Veranlassung der portugie- |

Jahren hat die Gesellschaft 21%/,, 25% und 224% Gewinn vertheilt. | Der im Geschäftsjahre (1876—1877) erzielte Bruttogewinn beträgt | 433,834 A Davon geben ab die regelmäßigen Abschreibungen mit 31,471 Æ, so daß als Reingewinn na< Einrehnung von 13,949 #,

[ Î j

Vortrag aus 1875—1876 402,362 Æ bleiben.

_— Ein Königlich niederländischer Beschluß vom 17. Juni 1877

| bezeichnet in Art. 1 diejenigen Grenzorte der Niederlande, in wel- < n es gestattet ist fremde Kupfer-, Bronze- und Niel-

| kupfermünzen, und zwar deutshe und belgische, gemäß Art. 8 des

¡ Geseßes vom 28. März in Zahlung zu geben, Art. 2 enthält die Tarifirung der betreffenden Stücke, nah welcher der deutsche Pfenni

| zus Cent zu rechnen ift, die größeren Stü>ke na< Verhältniß. Nad

| Arf. ê ift der gedahte Beschluß mit dem 1. Juli d. I. in Kraft

| getreten.

Havre, 13. Juli. (W. T. B.) Die heutige Wollauktion

| war etwas belebter. Preise sehr fest. Von 2333 Ballen wurden

| 788 Ballen verkauft.

Na dem Gefeßblatt hat am 6. Juni 1877 der Kaiser | von Rußland eine Entscheidung des Reichsraths genehmigt, dur | welche S. 1 des Art. 232 des Tarifs von 1868 dahin abgeändert | wird, daß der Eingangs8zoll für tafelförmige Pianos,

Pianinos und tragbare Orgeln auf 60 Rubel, derjenige für Flügel | und Kirchenorgeln auf 100 Rubel erhöht wird. Diese Erhöhung | tritt drei Monate nah ihrer Verkündigung in Wirksamkeit. New-York, 11. Juli. (A. A. C.) Die Zeichnungen auf die | neue 4prozentige Anleihe der Vereinigten Staaten überstei- | gen 18,000,000 Dollars iîn der Union und 2,000,000 Dollars in

| Europa.

| Verkehrs-Anstalten.

__ Bremen, 3. Juli. Die „Wes. Ztg.“ berihtet üb:r einen Ver- | su, von Bremen aus eine Handelsverbindung mit Sibi- | rien anzuknüpfez, wie folgt: In den rächsten Tagen wird von | Gothenburg der eisern: Dampfer „Frazer“, bisher der {wedis<en | Eisenindustriegefellshaft in Motala angéhörig, jeßt von Hrn. Alexan- | der Sibiriakow, einem russishen Großhändler, angekauft, in Bremer- | haven eintreffen. Dieses Si, von 158 britishen Registertons | Tragfähigkeit, wird hier eine Quantität Rohtabak und Zu>er laden, | darauf in London no< einige Mascinentheile, namentli< einen | kleinen zerlegbaren Dampfer, der später zum S{leppen von Fahr- zeugen auf dem Jenissei benußt werden soll, einnehmen und | über Tromsoce dur das Karishe Meer na< der Jenisseimündung | gehen, woselbst diese Ladung in Korepovskojn, einer Sommernieder- laffung der Jenisseifisherei (auf 71 Grad 20 nördl. Breite), gelös{t | werden soll. Die Führung des Schiffes, welhes im Herbst wieder | zurü>fehren soll, hat ein Bremer Kapitän, Hr. Dallmann, übernom- men. Die Vorverhandlungen wegen diefer Fahrt, dur< welche der | Versu gemacht werden soll, eine Seehandelsverbindung zwif zen Bremen und dem JIenifszi zu eröffnen, fanden zwischen Mitgliedern | der hiesigen Gesellschaft, Prof. Nordenskjöld in Sto>bolm, dem Ent- | de>er des neuen Seeweges, und Hrn. Alerander Sibiriakow ftatt.

Berlin, 14. Juli 1877.

_ Der Minister des Junern hat dem zur Förderung und Organi- sation der <ristliben Kleinkindershulen, der bewährten Hülfsanstal- | ten der Familienerziehung, und der mit ihnen verbundenen Gemeinde- ! pflege gegründeten Oberlin-Verein zum Bau eines eigenen Lehr- | und Gemeinde-Diakonifsenhauses (Oberlinhaus) zu Nowawes bei | Potsdam die Veranstaltung einer Hauskollefte in sämmtlichen | evangelishen Haus8haltungen der preußiswen Monarchie gestattet.

Am 11. d. M. ift zu Wildungen der Königliche Seminar-Direktor Merget verstorben.

Für den vom 11. bis 13. August in Stuttgart stattfindenden Feuerwehrtag ist das Programm endgültig festgestellt. Am Sonnabend, den 11. August, Vormittags 11 Uhr, wird die Ausstel - lung von Feuerli {geräths<aften eröffnet. Der Hauptkfesttag ift Sonntag, der_12. August. Früh 6 Uhr werden sämmtliche Geräth- schaften der Stuttgarter Feuerwehr aufgestellt. Der Festzug nimmt | um 10 Uhr feinen Anfang, ihm folgt um 113 Uhr die große Uebung | der Stuttgarter Feuerwehr. Mittags 3 Uhr findet eine berathende Versammlung statt, und auf 5 Uhr ift eine musikalishe Unterhaltung in der Liederhalle festgeseßt. Am Montag, den 13., werden zunächst Proben mit den autgestellten Geräthschaften angestellt, worauf die Fremden einen Rundgang dur< die Hauptstadt und deren Sehens- würdigkeiten unternehmen. Nachmittags besuchen die Theilnehmer fer SOTaIug die alte Reichsstadt Eßlingen, Abends den Silberburg- Sarten.

Aus Swinemünde schreibt man der „Nat.-Zig.*“ : Der im Juli 1875 im hiesigen Hafen in den Grund gebohrte englis<he Dampfer „Lady Katharina“ ift glü>li< gehoben worden und liegt seit längerer Zeit an dem unteren Theile des Bollwerks. Das Schiff, welches dur seine eigenen no< wohl erhaltenen Maschinen an feine jeßige Stelle gebrabt worden ist, zeigt an der Babordseite einen über 2 Meter langen Riß, der ihm von dem englishen Dampfer „Milo“ beigebracht worden ist. Der zwischen beiden Fahrzeugen ge- führte Prozeß {webt no< in der zweiten Instanz ; in der erften errang das leßtcre Schiff ein obsiegendes Urtheil. Die „Lady Ka- tharina“, wel<e 75,000 Æ Reparaturkosten erfordern würde, ift auf 180,000 abgeshäßt worden, (die Hebungskosten beliefen sich auf 150,000 ÆA). Ein von der Königlichen Regierung angeseßter Ver- faufêtermin ist indeß refultatlos verlaufen. i

Auf der S<neek oppe ist am 11. d. M. Swnee gefallen.

Als erstes Gastspiel an der Krollshen Oper fang Fr. Charles-Hir]s< am Mittwoch die Lady in der Flotowshen Oper „Martha“. Fr Charles-Hirsch besißt einen ansprechenden Sopran, do< von nit bedeutendem Volumen. Die Stimme ist sorgfältig gebildet und die Anwendung der verschiedenen Register erfreulih ; die Aus- sprache ift korrekt und das Spiel gewandt. Als Einlage im 4. Akt sang Fr. Charle8-Hirs< mit ausdru>svollem Vortrage ein russisches Volkslied, „die Natigall“, mit deutshem Text. Das Publikum zeichnete die Künstlerin dur mehrfachen Dacaporuf aus. Den Lyonel fang Hr. Schmidt-Herrman:. Der Sänger besißt einen hohen kräf- tigen Tenor, singt aber ohne richtige Anwendung der verschiedenen Register und überanstrengt hierdur< sein Organ, so daß daffelbe, abgesehen ron einzelnen Kraftstellen, häufig müde klingt und des Ausdru>8s entbehrt. Die Stimmmittel benöthigen deshalb einer sorgfältigen Ausbildung und eingehender Studien über die Verbindung zwis<en Kopf- und Bruststimme, namentli über die offenen Vokaltöne. Die Leistungen der übrigen Mitglieder der Krollshen Oper befriedigten im Allgemeinen. Fr. Stolle verseßzte in der Rolle der „dritten Magd“ dur< die drastishe Vortrags-" weise ihrer kleinen Solostelle das zahlrei< versammelte Publikum in die heiterste Stimmung. Im Herbst dieses Jahres wird Frl. Pauline Grossi, eine jüngere S{wester der Königlichen Opernsängerin und Schülerin des Professor Ruff in Wien, als Gast im Krollschen Theater ‘auftreten.

Im National- Theater gehen morgen bereits mit den Wiener Gästen die beiden für Montag angekündigt gewesenen drei- aftigen Novitäten in Scene, welhe si< in Wien einer günstigen Aufnahme zu erfreuen hatten, und zwar der Shwank „Eine Jugend- sünde“, worin Hr. Hartmann, und das Schauspiel „Didier“, worin Hr. Lewinsky in den Hauptrollen Gelegenheit zur Entfaltung ihres Talentes finden werden.

Die Herzoglich sa<sen-meiningensche Hof-Thea- tergesells<aft hat am 8. Juli ein längeres, sehr erfolgreihes Gasft- spiel in Frankfurt a./M. mit Swhillers „Wilhelm Tell“ be-

abgelaufene Geschäftsjahr auf 15/5 fest. - In den drei vorangehenden

\{lofsen.