1877 / 182 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E D Lei E Au

A0 F Raa

L j :

be Rd o R

al

I M

G G5 nd F “ic Det gdepata

mie M ÁLLE B R I «éin t: BA s L E E ep A gran t M T T K

arate Ad V Ai ch at

haE Lig iner are mp wat E E VT 5 7 E o E HEUR S

M E

O Pr

L A r at d

i E rc E rp

wns R e t R

von Wasa, Vater Jhrer Majestät der Königin Caroline von Sa@ssen, ist gestern Abend 11 Uhr nah längerer Krankheit in einem Alter von 77 Jahren 8 Monaten 3 Wochen und 6 Tagen am Königlichen Hoghsger zu Pillniß sanft verschieden. Jhre Majestäten der König und die Königin sowie die ge- sammte Königliche Familie find durch diesen Todesfall in tiefe Trauer verseßt worden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 6. August. (W. T. B.) Kaiser Fans Jgojef ist gestern nah Js{hl abgereist. Das „Fremdenblatt“ erkiärt die Nachricht, der österreichische Militär- bevollmächtigte, von Behtolsheim, sei mit einer Spezial- mission des zaisers Alexander an den Kaiser Franz Josef beauftragt worden, für unbegründet.

3. August. Wie hiesige Blätter melden , Janin auh die auf die Geldbejshaffung zur Decckung der Mobilisirungskosten bezüglihen Verhandlungen im Bureau des Reichs - Finanz - Ministers bereits ihren Anfang genommen. Die „Presse“ {reibt über den Gegen- stand, nachdem sie konstatirt hat, daß im Ministerrathe

fein bestimmter Plan zur Geldbeschaffung ins Auge gefaßt |

wurde: „Man konnte sich damit bescheiden, dem Reichs-Finanz- Minister die Ermächtigung zur Beschaffung der für die mili- tärische Bereitschaft erforderlihen Summe zu ertheilen. Fm Ganzen dürfte es si hierbei um rund 25 Millionen Gulden handeln. Wohl wird Baron Hofmann keine Schwierigkeiten finden, dieselben aufzubringen. Jm Augenblicke ist noch-nicht befannt, welche Transaktion er wählen wird. Für das Wahr-

scheinliste, da es sich der Sache nach von selbst empfiehlt, | Voltenn wir, daß der Reichs-Finanz-Minister den Acceptations- | redit der großen Jnstitute in Anspruch nimmt. An einem bereitwilligen Entgegenkommen is nicht zu zweifeln, da der | gemeinsamen Regierung nicht gut zu versagen ist, was der |

Ee 2 e 5 2 | serve i î 5 i iben 3 F c ei österreichishen und ungarischen Regierung gewährt worden. Zu- | Reserve in die Städte, um si einreihen zu laffen. Im Zeitraume

dem verfügt der Reihs-Finanz-Minister über den Stellvertreter- fonds und die in seiner Verwahrung befindlichen gemein- jamen Aktiven, welche zur Basis des Vorschußgeschäftes ge- nommen werden können. Selbstverständlih wäre hierbei die Mitwirkung der Nationalbank in Betracht zu ziehen, welche übrigens gern den Esfompt bewilligen wird, wie sie ihn bei dem Vorschusse an Ungarn, wie bei dem Vorshusse an Oester- rei bewilligte, von welch leßterem noch 10 Millionen zurüd- bezahlen sind. Es wird somit, wie wir annehmen zu können glauben, der finanzielle Theil der eventuellen Bereitschasts- nahme zum Mindesten ohne Störung des Geldmarktes Und

ohne Jnanspruchnahme außerordentlicer Mittel seine Erle- |

digung finden.“

Pest, 3. August. Was die ungarischen Blätter über die Beshlüsse des am Dienstag Mittags abgehaltenen zweistündigen Kronrathes mittheilen, stimmt im Wesent-

lichen mit den bezüglichen Mittheilungen der Wiener Blätter | longbi, Agrinion, Corfu, Leufas und Karpenision aufgestellt, ais

überein. Der „Hon“ weiß hierüber Folgendes zu berichten : „Minister-Präsident Koloman Tisza ist am Mittwoch früh von Wien nach Pest zurückgekehrt. Fn der Mobilisirungs- frage herrscht zwischen den beiden Regierungen, wie au zwischen den Mitgliedern des gemeinsamen Ministeriums volle Uebereinstimmung sowohl über die in Aussicht genommenen Maßregeln als auch über die End- ziele Berselben. Die nächsten Entschließungen hängen von den Entwicklungen auf dem Schlachtfelde und zum Theile von der Aktion der auswärtigen Diplomatie ab. Alle Daten, welche bisher über Zahl und Dislozirung der zu mobili;.renden Armee-Corps in die Oeffentlichkeit gelangten, beruhen auf falsher Jnformation; die diesbezüglichen Fest- stellungen werden im Zeitungswege nicht veröffentlicht. Die österreichish-ungarishe Monarchie steht der Zukunft mit der vollen Kenntniß der Lage und mit der ihren Aufgaben ent- sprechenden Kraft gegenüber. Von einer Gebiets-Annexion ist niht die Rede; eventuell kann es sich um eine Fntervention im Jnteresse der Humanität handeln, ganz gewiß aber wird von der Geltendmachung der vitalen Jnteressen der Monarchie die Rede sein.“ Dem „Pester Lloyd“ wird aus Wien ge- schrieben, es lasse sich das Ergebniß des Ministerrathes dahin resumiren, daß dem Grafen Andrassy bezüglih des „wann“ und „wie“ der vom Ministerrathe beschlofsenen Maßnahmen vollständig freie Hand gelassen worden sei. Es sei also eben so unmöglih zu sagen, ob die Maßnahmen sofort ergriffen werden, oder ob sie noch auf sich warten lassen werden, da es ganz von dem Ermessen des Grafen Andrassy abhänge, der Krone die Anordnung derselben, beziehungsweise die Ver- fügungen in Betreff der Ergänzung der zur Aufstellung an den Grenzen bestimmten Truppen zu empfehlen. Die Hauptsache sei, daß durch den übereinstimmenden Be- schluß der Minister die Basis für die Entshließungen der Krone geboten worden ist, und daß es nunmehr “in dieser Angelegenheit keiner weiteren Konferenzen bedarf. Die Be- rathungen, die nun nachfolgen werden, könnten sich nur auf die Ausführung beziehen und unter diesen Erwägungen werde voraussihtlich jene über die Beschaffung der erforderlichen Mittel den ersten Plaß einnehmen. Was nun diesen Punkt betrifft, so sei man wieder auf den Plan einer Verpfändung der Reichsaktiven zurückgekommen. Wie es heißt, jollen der Regierung diesbezüglich schon seit längerer Zeit Seitens der heimischen Finanzkräfte verschiedene Propositionen vorliegen.

Großbritannien und Jrland. London, 3. Augzist. (E. C.) Das Unterhaus hat gestern das Schulamts- geseß für Schottland zum dritten Male gelesen.

4. August. (W. T. B.) Jn der heutigen Unter- haussißung wurde die Bill, betreffend die südafrikanische Konföderation, in dritter Lesung durch Akklamation an- genommen. s

(Cöln. Ztg.) Der Dubliner Homerulerausschuß hat die Einberufung einer nationalen Homeruler-Konferenz während der Parlamentsferien zur Erwägung der Parteilage

beshlofen.

Frankreih. Paris, 3. August. (Fr. Corr.) Gestern Abend hielten die in Paris amwvesenden Mitglieder der Linken des Senats eine ziemlich zahlreiche Zusammenkunft, „Die Nachrichten, welche man sih aus den Departements mit- theilte“, chreibt das „Journal de Débats“, „lind geeignet, über den Éxfolg der liberalen Sache in den bevorstehenden Wahlen die. zuversihtlihsten Hoffnungen einzuflößen“.

(Sn. Zig.) Nach einer Berehnung, welche die Republikaner nach den ihnen vorliegenden Departe- mentalberichten gemacht haben, wollen sie mit Bestimmt- heit darauf bauen können, daß die nächste Deputirtenkammer 400 bis 410 Republikaner erhalten werde. Der Contre-

Admiral Baudin ist gestern, im Alter von 77 Jahren, in Douai gestorben. 4. August. Das „Journal officiel“ meldet die Er- nennung des Bischofs von Luçon, Le Coq, an Stelle des verstorbenen Msgr. Fournier zum Bischof von Nantes.

Spanien. Madrid, 3. August. Die amtliche „Ga- ceta“ meldet, daß der König vorgestern Abend in Vigo ein- getroffen und Nachmittags nach Coruña weitergereist ist, Morgen (am 4.) wird Se. Majestät Lugo besuchen, am 5. sich nah Ferrol begeben und am 7. nach Gijon zurückfehren.

Jtalien, Nom, 5. August. (W. T. B.) Der „Courrier d’Italie“ erklärt gegenüber den Gerüchten von einer Spannung zwischen Oesterrei und Jtalien, nah authentischen Fnforma- tionen bestehe zwischen den Kabineten von Wien und Rom vol l- ständiges Einvernehmen. Die Bestrebungen der ita- lienishen Regierung gingen dahin, daß keines der großen Interessen Oesterreichs in Mitleidenschaft gezogen werde. Man wisse in Wien, daß Jtalien keine Annexions- oder G°biets- reftifizirungsvelleitäten habe, daß Jtalien seinen Einfluß in friedlihem Sinne ausübe und die herzlichen Beziehungen mit allen, besonders mit den Nachbarstaaten aufrecht zu erhalten

wünsche. _ Griechenland. Athen, 29. Juli. Z1 schreibt man der „Pol. Korr.“ von hier: „In ganz Griechenland herrscht jeßt ein so bewegtes Leben, als ob die Nation {on am Vorabende der Krieg8aktion gegen die Türkei stände. Beiträge an Geld und Waffen so wie das Zuströmen der wehrfähigen Jugend sprehen für den Ernst des Momentes. Athen und die andcren Städte Griechenlands entfalten eine fieberhafte Thätigkeit, während Dörfer und Weiler von der männlichen Be- völkerung verlaffen werden. Unter den Klängen der Musik, begleitet von fämmtlihen Bewohnern der verschiedenen Ortschaften, ge- folgt von festlih ges{müdckten Jungfrauen, ziehen überall die aus- geloosten Mannschaften des ersten Aufgebotes der außerordentlichen

von 5 Tagen, no vor dem gestellten Termine, fanden sib sämmt- liche Mannschaften ein und die Erhöhung der Armee auf 27,000 Mann ist bereits eine vollendete Thatsache. Die außerordentlichen Reservisten werden direkt dem steh:nden Heere zugetheilt. Die erste Einübung erfolgt {hon in den gegenwärtigen Garni- sonen. In 15 bis 20 Tagen werden sodann die Lager- pläge in Akarnanien, Theben und Tripolis bezogen werden, woselbst die Vorarbeiten zur Aufnahme der Truppen fast {on beendigt sind. Was nun die Aufstellung der Armee betrifft, so erhalten die beiden Corrs den Namen: Armee-Corps des Festlandes und peloponnesifces Armee-Corps, die vier Divisionen dagegen, aus welen die Armee- Corps bestehen, die Namen: Athen, Missolonghi,- Patras und Corfu. Die beiden ersten Dipisionen bilden das erîte Armee-Corps, die beiden letzten das pelzonnesische. Jede Division umfaßt zwei Regi- menter, also im Ganzen 8 Regimenter, deren Site in Athen, Chalcis, Livadia, Lamia, Patras, Nauplia, Missclonghi und Corfu sind. Die 20 Bataillone, aus denen diese Regimenter bestehen, werden in Athen, Chalcis, Theben, Hypate, Amphifsa, Livadia, Lamia, Stylida, Gardifi, Patras, Kalamas, Nauplia, Tripolis, Karvassara, Misso-

hauptsählich in Nord - Griechenland. Unabhängig von dieser Auf- stellung und Kompletirung des stehenden Heeres dur reguläre Truppen geht die Bildung der freiwilligen Sâgerbataillone vor si. Mehr als 1500 Jünglinge sind in der leßten Woche aus allen Theilen der Türkei eingetroffen, um si in diese Bataillone einreihen

zu laffen.“

Türkei. K4nstantinopel, 27. Juli, Der „Pol. Korr.“ wird von hier églleben „Der Verkehr zwischen hier und Adrianopel if bis zur Stunde noch ununterbrochen. Ueber Adrianopel hinaus is aber Alles bereits gestört... Ein Theil der Strecke Jamboli-Adrianopel ist in den Händen der Russen und vorgestern hat eine starke russishe Abtheilung die Marizza überschritten, den Bahnhof von Hasköi mit Dynamit in die Luft gesprengt und den dortigen Stationsvorstand Klish mit seiner Familie und dem übrigen Stationspersonale als Gefangene fortgeführt. Die Bulgaren in dem ganzen Adria- nopler Thale sind in vollem Aufstande. Die Rußjen haben Waffen und Uniformen an die Bulgaren vertheilt, die nun- mehr überall, wo sie erscheinen, für Russen gehalten werden und Schrecken vor si her verbreiten. Die Yacht „Fzzedin “, welche vor Kurzem in einer Missiowr ins Mittelmeer entsendet wurde, ift heute hierher zurückgekehrt. Was Midhat Pascha betrifft, so ist es gewiß, daß der Sultan, nachdem er fi Nedif Paschas entledigt hatte, seinen ersten Sekretär Saib Pascha beauftragt hat, an Midhat Pascha nah Plombières- zu telegraphiren, daß er sich freuen werde, Midhat wieder in Konstantinopel zu sehen und auf seine Rathschläge in der gegenwärtigen kritischen Situation rene. Gleichzeitig wurde Midhat verständigt, daß die Yacht „Jzzedin“ Befehl erhalten habe, sich ihm in Brindisi zur Ver- fügung zu stellen. Midhat Pascha beeilte \sih, telegraphisch dem Sultan zu danken, gleichzeitig jedo zu erklären, daß er sih niht entschließen könne, hon jeßt nach Konstantinopel zurüczufkfehren, da er glaube, im gegenwärtigen Momente seinem Vaterlande im Auslande dur irgend eine Mission, zu welcher er sich vollständig zur Verfügung stelle, mehr nüßen zu fönnen.“

5. August. (W. T. B.) Der Sultan hat die Her- absezung der Gehälter aller Beamten auf die Hälfte bis zur Beendigung des Krieges angeordnet. Die Pforte hat an die Vorstände der christlihen Gemeinden in der Türkei die Aufforderung gerichtet, eine aus Christen bestehende Miliz zu organisiren, welche in Gemeinschaft mit der Gensd'armerie für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit Sorge tragen soll. Von offizieller Seite ver- lautet, Namyk Pascha sei zum Präsidenten des Kriegs-

erihts ernannt worden, welches mit der Aburtheilung Redif

aschas, Abdul Kerim Paschas, Echref Paschas und anderer betraut ist. Reouf Pascha, welcher heute vom Sultan empfangen wurde, wird Konstantinopel morgen wieder ver- lasen. Das Journal „Stambul“ ift suspendirt worden. Der „Levant-Herald“ hat die Erlaubniß zum Wiedererscheinen erhalten.

Aus Belgrad meldet das „N. W. Tageblatt“ unterm 6. telegraphisch: Der Mobilisirungsbefehl ist für die Milizklasse ersolgt. Die Aerzte haben binnen 48 Stunden einzurüden.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 2. August. (Hamb. Nachr.) Beim nächsten Jahreswechsel wird eine große Veränderung im Offizierspersonal stattfinden. Der König hat nämlih bestimmt, daß das Offiziers-Pensionirungs- Geseß mit Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten foll, und da ein großer Theil der Offiziere und Unteroffiziere der Armee die im Geseße vorgeschriebene Altersgrenze erreiht hat, so erwartet man sehr zählreihe Verabschicdungen. Bei einer Gage von nicht über 1000 Kronen behält der Pensionirte, den

ir Situation

|

Bestimmungen des ebes zufolge, sein volles Gehalt; für

Gehalte e. 1 n 6000 Kr. beträgt die Pension 80 pCt.

und für alle Gehalte über 6000 Kr. 75 pCt. Die Alters-

grenze für Generäle is 65 Jahre, für Regiments-Chefs 60,

ne E - Offiziere 55 und für Compagnie - Offiziere re.

Dänemark. Kopenhagen, 3. August. (Hamb. Nachr.) Die zur Rechten gehörenden Politiker haben bisher im Vergleih zur Linken nur geringe Thätigkeit bei Ver- breitung ihrer Anfichten und Bekämpfung ihrer Gegner ent- wickelt. Jeßt scheint das Verhältniß jedoch anders werden zu wollen, indem die Rechte an vielen Stellen, wo sie sich früher nicht rührte, den Kampf mit Ernst aufgenommen hat und namentlich darnach strebt , sich zu einem gemeinschaftlichen Vorgehen zu organisiren.

_ Afrika. Egypten. Alexandria, 5. August. (W. T. B.) Die Konvention zwishen England undEgypten, be- treffend die Abschaffung des Sklavenhandels, ist von dem Kbedive und dem englischen Bevollmächtigten gestern unter- 2eihnet worden.

Der rufsfisch-türkische Krieg.

Wien, 4. August. (W. T. B.) Die „Wiener Aben d- post“ schreibt, in der europäischen Presse trete die richtige Auffassung der Motive und des Zweckes der militärischen

aßregeln, welche in Oesterreih-Ungarn für g-wisse Eventualitäten in Ausficht genommcn worden seien, immer deutlicher hervor. Einige Mißverständnisse, welche hier und da noch vorwalten, könne man s{chwerlich als ganz unfreiwil- lige bezeihnen. Einer sehr sahgemäßen Würdigung der öster- reichish-ungarishen Politik begegne man in der deutschen Presse, insbesondere habe die „Norddeutshe Allgemeine S mit einer kurzen Bemerkung das eigentliche Ziel dieser Politik getroffen, wenn sie andeute, daß der Grundzug derselben in dem konsequenten Bestreben liege, die Gefahren einer Verallgemeinerung des Krieges möglichst auszuschließen oder hintanzuhalten.

ft fs [Me DET „Cöln. Ztg.“ unterm 5. aus Wien gemeldet wird, bleibt Midhat Pascha dort in einer Vertrauensstellung und entbehrten alle anders lautende Mitheilungen über Midhat Pascha jeder Begründung.

_ London, 3. August. (E. C.) Jn Southampton wurde gestern eine Konferenz zur „Förderung einer gesunden und ehrenhaften Politik in der Orient- frage“ abgehalten, welher u. A. Sir George Campbell, Unterhausmitglied für Kirkvaldy, sowie der Historiker A. Free- man anwohnten. Mr. Gladstone und Mr. Bright ließen ihre Abwesenheir brieflih entshuldigen. Eine der adoptirten Re- solutionen protestirte gegen jedwede militärishe Okkupirung Gallipolis, Kretas oder Egyptens Seitens Englands ohne vor- heriges Einverständniß mit den anderen nihtkriegführenden Mächten Europas, sowie gegen irgend welche Maßregeln, welche England in einen Krieg mit Rußland verwickeln könnten. Weitere Beschlüsse befürworteten die Eröffnung der Dardanellen, des Bosporus und des Schwarzen Meeres für die Flotten aller Nationen, sowie die Gewährung einer administrativen Unabhängigkeit an die europäischen Provinzen der Türkei. tr

Europäischer Kriegsschauplaß.

St. Petersburg, 4. August. (W. T. B.) Heute ist ein Kaiserlicher Utas veröffentlicht worden, durch welchen 188,600 Mann der Landwehr 1. Klasse zu den Fahnen einberufen werden. Der Utas, welcher vom Kaiser in Biela am 22. Juli unterzeichnet ist, wird von der Bevölkerung mit allgemeinem Enthujiasmus begrüßt.

Aus Bukarest, 3. August, meldet die „Pol. Korr.“: Der englishe Militëör-Attaché im russishen Hauptquartiere Kolonel Wellesley, ist nah London, wohin er berufen wurde, abgereist. Seine Beziehungen zu den russischen Militärautoritäten waren in der leßten Zeit die herzlichsten. Gestern sind viele türkische Familien, welche seit der Beseßung von Nikopolis durch die Russen in der Umgebun fampirten, nah Nifkopolis Fp E Me LY E Jhnen loß sich auc eine Anzahl marodirender Baschibozuks an, welche alsbald in der Nacht ein Attentat auf mehrere rumänische Wachposten ausführten. Jn Folge dessen wurden zwei Baschibozuks getödtet, sieben verwundet und acht ergriffen.

Bukarest, 4. August. (W. T. B.) Abtheilurgen der im Balkan gemachten Gefangenen treffen täglih im rus- sishen Hauptquartier ein.

Konstantinopel, 5. August. (W. T. B.) Der Mi nister der Auswärtigen Angelegenheiten hat an die Vertreter der Pforte im Auslande folgende Mitthei: lung gerichtet : Die Russen sind bei Jeni Zagra vollständig geshlagen worden. Unsere Truppen verfolgten den in Un- ordnung fliehenden Feind bis Hain-Boghaz. Suleiman Pascha hat diejes Defilé beseßt. Die Verluste der Russen sind be- trähtlih. Zwei Kanonen und eine große Menge Montirungs- stüce fielen den Kaiserlichen Truppen in die Hände.

Konstantinopel, 5. August. (W. T. B.) Wie ver- sichert wird, ist Kasanlik von den Türken wieder genommen worden. Am Freitag hat zwischen Widdin und Kalafat ein Bombardement sat er z

Wien, 4. August. (W. @ B.) Die „Polit. Korresp." läßt sih aus Petersburg vom heutigen Tage telegraphiren, daß in Folge eines aus dem Hauptquartier der Operations armee in Bulgarien eingetroffenen Kaiserlichen Ukas die unverzüglihe Mobilisirung des gesammten Garde- Corps und mehrerer Armee-Divisionen angeordnet sei. Der größte Theil des Garde-Corps und einige Armee- Divisionen würden sofort zur Operationsarmee in Bulgarien abgehen. Der übrige Theil der neuerdings mobilifirten Lrup- pen würde zur Verstärkung der Kaukasusarmee verwandt wérden.

Wien, 4. August. (W. T. B.) Telegramme des „N. W- Tageblatt.“ Aus Rasgrad, 3. d.: Adil Pascha beseßte, von Lowatscha kommend, ohne Gefeht Selvi bei Tirnowa. 4000 albanishe Reiter sind zur Verstärkung Osman Paschas 11 Plewna eingetroffen. Aus Bukarest: Die Kanonade zwishen Rahowa und Beket dauert noch fort. Auf sämmt- lichen Bahnen der Moldau und der großen Wallachei ist wegen der Truppentransporte der Personen- und Güterverkehr ein- gestellt. Minister-Präsident Bratiano wird heute aus dem rusfischen Hauptquartier hierher zurükehren. _

Eine Meldung der „Cöln. Ztg.“ aus Wien vom 5, berichtet, daß General Zimmermann die Dobrudscha ráumé-

um die Armee des Großfürsten Nikolaus zu verstärken und ;

tigt, daß Selw i von den Russen aufgegeben worden sei. best ien August. (W. T. B.) Te

„Presse“.

vor ihrer Konzentrirung einzeln zu {lagen und felbst gegen

ein fonzentrirtes türki)ches Corps G aufs Aeußerste be- |

haupten, weil der Rückzug der russi : Balkan das Signal zu einér Massenermordung der Christen jenseits des Balkans sein würde. Fugleith erklärte General Gurko, daß er nicht im Stande sei,

Aus Konstantinopel, 4. d.: Türkische Truppen, welche bisher in Schumla standen, haben den Balkan in der Rich- tung auf Jamboli überschritten, um das Corps Suleiman Paschas zu verstärken.

“Wien, 5. August. (W. T. B.) Telegramme des „N.

Derbent bei Kasanlik und machte viele Gefangene. Aus Konstantinopel: Der Vizekönig von Egypten wird noch 6000 Mann Hülfstruppen stellen. Aus Varna:

sehr stark befestigten Positionen zurückgewiesen. Wien, 6. August. (W. T. B.)

Kasanlik beseßt, welches von den Russen geräumt wurde. :

Der Verkehr auf der Eisenbahn zwishen Schumla und Rust- uf ist auf seiner ganzen Strecke wiederhergestellt. Fdayet

Pascha hat eine russische Kolonne bei Medischini geschlagen. ; Leßteren Ort haben die Russen verlassen. Osman Vascha hat |

das Großkreuz des Osmanie - Ordens und Adil Pascha einen Ehrensäbel erhalten. j k Zur Situation auf dem Kriegsschauplaße wird der „Pol. Korr.“ aus Galaßt, 1. August, gemeldet: „Die strategishen Bewegungen der fämpfenden Armeen sind so weit gediehen, daß die verschiedenen Theile derfelben bereits Fühlung mit einander haben. Die Treffen bei Plewna waren die ersten taktishen Folgen dieser Situation. Dort, wo man es «am wenigsten erwartete, hat die zweite Periode des Krieges angefangen. Die militärishe und politishe Lage des türkischen Reiches zwingt die türkischen Heer- führer zu einem cnergischen Vorgehen, und zwar ohne Zeitverlust zu eincr offensiven Defensive. Die neue Triebkraft der Armee mat si fühlbar. Die keilförmige russische Aufstellung, welche Nik opolis und Sistowa als Basis und die drei beinahe an einander grenzen- den Balkanpässe als Spie hat, bot sih als Angriffsobjekt dar. Der ungefähr 200 Kilometer lange und 60 Kilometer breite Streifen Bulgariens, welchen die Russen von der Vonau bis zum Balkan innehaben, war und ist noch Angriffen von Osten wie von Westen ausgeseßt und Fawbleute s{üttelten bedenklid den Kopf, als die Russen mit seltener Kühnheit den Balkan überschritten, indem sie das Festungsviereck und die türkfiswe Operations- armee auf der einen Seite, die Armee Osman Paschas auf der anderen förmlich ignorirten und, Diebietshs Feldzug na- abmend, auf Adrianopel marschirten. Mehemed Ali Pascha scheint nun diesem Urtheile Recht geben zu wollen und zu versuchen, die gewagte russische Aufstellung zu dur{brechen. Alle Nachrichten aus Bulgarien stimmen darin überein, daß dem Durchbruchsversuche Osman Paschas bald ein E der Schumla-Armee auf die Fantra-Linie folgen wird. Alle Kämpfe, welche bei Ras grad und Rufst\chuk gemeldet werden, bezweckten nur, die ruj- sische Kriegéleitung über die wahre Richtung des türkischen Vorstoßes zu täuscen und die Armee des Großfürsten-Thron- folgers aufzuhalten und zu beschäftigen. Wenn nun auch der tür- fische Offensivstoß die russishe Krizegsleitung nicht unvorbereitet findet, so bleibt doch immer fraglich, ob leßtere über genvg Kräfte verfügt, um zuglei Rustscuk zu belagern, Osman Pascha nah West- Bulgarien zu verdrängen, den Vorstoß über den Balkan fortzuseßen und endlich dem tehr gefährlichen Flanfkenangriffe Mehemed Ali's zu wider- stehen Die Lage ist rür die Russen keineswegs vortheilhaft. Nur große Berstärkungen und taktishe Efolge könnten den Russen das {on Er- langte sichern. Die russishe Südarmee seßt ihren Vormarsch auf Her- manli in zwei Kolonnen fort. Die eine Kolonne hat, von Esfi Sagra ausgehend, die Marica überschritten und bei Hankiöi die große Heerstraße erreicht, di: über Hermanli nach Adrianopel führt; die andere hat von Jeni Zagra aus dur das Sarlithal über Kara- bunar den Bahnknotenpunkt Tirnovi erreiht und rückt das Marica- thal hinunter, um \sih bei Hermanli mit der ersten Kolonne zu ver- einigen. Am Abhange des Balkans haben die russishen Ab- theilungen beinahe alle wesilihen Balkanpässe beseßt und be- festigt, ‘so daß im Falle eines Rückzuges ibrer vorrüdcken- den Corps die verfclgend: türkishe Armee am Balkan den Widerstand finden würde, den sie selbst den Russen bei der Forcirung dieses natürlichen Bollwerks hätte entgegenseßen sollen. Außerdem arbeiten zahlreiche russishe Abtheilungen an der Herstel- lung einer Straße durch den Balkan über Hankiöi und {hon jeßt fönnen Artillerie und Train über diese Straße leiht ins Tundscha hal gelangen und von dort den {on im Maricathale operirenden Kolonnen folgen. Während das verstärkte 8. Corps unter General Radetfi aus Thracien in die rumelische Ebene übergeht, marschirt eine andere minder starke Kolonne (Leuhtenberg und Mirski) über Calofer und Ceperlic auf Philippopel, welches in den nächsten Tagen besetzt werden wird. Durch diese Operationen haben die Russen jede Landverbindung ¡wischen Adrianopel und dem Reste der europäischen Türkei unter- brochen, und die tüurkishe Armee in Rumelien ist nur auf ihre eigenen Kräfte angewiesen. Die Rettung der Türkei kann nur von Norden kommen. Zwischen Osman-Bazar und Tirnowa wird die Entscheidung fallen, denn nur dort giebt es eine kampffähige tür- fishe Armee im strengen Sinne des Wortes. Die russische Kriegs- leitung ignorirt diese Umstände nicht. Dieselbe hat in den leßten Wochen wenigstens 80,000 Mann Verstärkungen nachrücken lassen, und die Zu- züge dauern noch ungeschwäct fort. Das fünfte Corps ist son in Linie ge- treten, der größte Theil des 2., 10. und Abtheilungen des 7. Corps find im Begriffe, dasselbe zu thun und die rumänische Armee tritt mit 25,000 Mann in die Aktion. Diese Kraftentfaltung zeigt, daß man s im russishen Hauptquartiere über das Kritische der Lage keiner äushung hingiebt und enschlofsen ist, die ganze Macht einzusezen. Die Ereignisse um Rustshuk haben durch die ewegung Mehemed Alis auf Tirnowa an Wichtigkeit verloren. Die Kämpfe bei Pizanza und anderen kleinen Ortschaften zwischen Rasgrad und Ruftshuk waren nur usammen stöße zwishen Vortruppen des russishen Belagerungs-Corps und türkfishen Abtheilungen, welche die rechte Flanke der auf der Jantra- Linie vorrückenden Schumla-Armee decken und den türkischen Vorstoß masfiren sollten. Das russishe Corps des Generals Zimmer- mann if durch die {on erwähnte Offensivbewegung der Türken nach Westen degagirt worden und rüdckt, Silistria bei Seite lassend, in der Richtung von Rasgrad vor, hat aber wenigstens noch aht Tagemärsche, um wirksam seine Operationen mit denen des Centrums zu fombiniren. Die rumänische Kooperationëarmee theilt fich, wie {on gemeldet wurde, in zwei Theile, 10,000-Mann unter General Manu sollen von Nikopolis aus auf Plewna vorgehen und 25,000 Mann passiren die Donau wahrscheinlich an der Jiu-Mündung; 10,000 Mann blei- ben in Kalafat und Ciuperceni, um an der Donau Wache zu halten.“

_ Ragusa, 4. August., (W. T. B.) Der Weg von Tre- binje nah Ragusa is von den Jnsurgenten beseßt. Niksic leistet troy des: heftigen Bombardements Widerstand.

5. x legramme der ; Aus Tirnowa über Kronstadt: General Gurko !

i i Laschas | meldete, er werde sich bemühen, die Truppen Suleiman Paschas | nit ohne große Opfer genaue Details hierüber werden noch

Telegramm des „N. | m Tageblatt“ aus Schumla: Suleiman Pascha hat |

Ueber die Belagerung von Nifksic wird der „Pol. Corr.“ aus*Cettinje, 27. Juli, gesiern:

„Nachdem die zwei leßten Vo e von Niksic eingenommen sind, haben die montenegrinischen Truppen nur noch eine Aufgabe zu erfüllen, nämli die Erstürmung der Festung selbs. Glei nach der

immer nit gemeldet erfolgten Einnahme des einzigen tüchtig ar-

n Truppen über den | mirten Blockhauses Klatschina errihteten die Montenegriner auf der

zuerst eroberten Höhe von Trebesch Positionsbatterien gegen die

| Festung, da feine Flankenbeshießung mehr zu befürchten war. Auf ¿TE | diesem Punkte sind gegea 14 Kanonen gegen die Festung postirt, dar- , alle von russischen Truppen ;

jenseits des Balkans beseßten Dörfer zu behaupten, ohne eine ;

vollständ ge Zersplitterung seiner Streitkräfte herbeizuführen. | zerstören und zu diesem Behufe sind gestern hier von Seite der

unter au einige von den jüngst eroberten, welche noch brauchbar befunden wurden. Man will gleizeitig die eroberten Befestigungen

russishen militärishen Vertretung Sprengversude mit Dynamit ge-

| macht worden. Damit scheint man fi nicht nur aus übertriebener : Vorsicht zu beeilen, sondern weil man fand, daß die thurmartigen | Blockhäuser der weiteren Belagerung nur hinderlih sein könnten, | während z. B. die Höhe von Trebes nicht nur wegen ihrer Nähe, : ( N | fondern hauptsächlich darum den Belagerern willkommen war, W. Tagebtatt Aus NAvarao. Qui ey Tara r | er Erstürmung von Esfi Zagra die Russen bis | wegen. U T folgte nah | 8 Zag 1 | äußerst heftiges und konstantes Feuer gegen die Montenegriner, das : nit einmal des Nachts ganz aufhört. Merkwürdiger Weise scheinen | es aber die LIONE E W die Mellen onen des Feindes ab- E Z : E E Irn a. | gesehen zu haben, da noch fein einziges jeftil di inif Mehemed Ali Pascha hat die Angriffe der Russen auf feine ; gien m y : elitziges reti die tihonbeptgektsmen

weil sie sich in den - offenen Verschanzungen viel leihter be- wegen. Uebrigens unterhalten die Türken aus der “Festung ein

Batterien erreichte; sie suhen mit Vorliebe die Infanterie auf,

Schießen des Niksicer Festungskommandanten stellt sich da- ber als eine unnüte Munitionsvershwendung heraus. Die bei der Eroberung der Blockhäuser gemachten Gefangenen werden im Hauptquartiere zurückgehalten. Unter ihnen befinden \ich viele Bürger von Nifsic, deren Frauen gestattet wurde, ihre gefan- genen Männer zu besuchen, die fich überhaupt einer guten Behand- lung erfreuen sollen. Man bezweckt dadur, die Garnison und die Einwohnerschaft von Niksic, die das Schlimmste befüichteten und

! zv jedem Verzweiflungeschritte bereit waren, zu überzeugen, daß

ihnen eventuell die montenegrinische Gefangenschaft nit allzuhart fallen dürfte. Nicht desto weniger soll die Niksicer Besaßung ent- {lossen sein, sich cher in die Lust sprengen zu lassen, als si einem so erbitterten Feinde auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Es spielen sich übrigens mitunter gemüthlihe Scenen ab zwischen den Belagerern und Belagerten. Als sich die ersten Montene- griner nah den Kämpfen im Ceta-Thale auf . den Nifkficer Höhen zeigten, riefen ihnen die Türken aus den Blohäusern zu, wa® sie hier denn thäâten, da sie doch Cettinje vertheidigen sollten? Man glaubte nämli in Nifkfic, daß Suleiman stets auf dem Vormarsche auf Cettinje begriffen sei, da man dort über den Abzug der türfki- cen Armee nicht unterrichtet gewesen zu sein scheint. Sichere.n Vernehmen nach besteht die Besaßung von Niksic aus niht mehr als einem Bataillon Nizams, meist aus Bosnien, und zwei bis drei Bataillonen Bürger von Niksic. Der Kommandant der Festung ist magyarischer Abkunft und heißt Skender Bey (Sandor) Unter den Belagerern herrscht eine lustige Stimmung. Um die Lagerfeuer wird bei Mitternacht gesungen und getanzt, die Tage von Krstac und Goransko sind aus dem Gedächtnisse entschwunden, und neue Thatenlust hat sid der Montenegriner bemächtigt. Nur die dem Nifksicer Thale benachbarten Bataillone, wie die Cjeschivci und Zuvljani sind’ unzufrieden. Der Wille des Fürsten, daß im Falle der Kapitulation keinem Niksicer ein Haar gekrümmt werden foll, hat diese Leute, welche mit den Niksicern ihre Blutfehde ausfechten mödten, verstimmt. Heute hat das Bombardement begonnen, und zwar hauptsächlich von der die Festung nicht unbedeutend überragen- den Höhe von Trebesch aus. 200 Pauplguaccer des Fürsten ist seit gestern in Slano, in der nächsten Nähe von Niksic.“

; Aus Skutari, 25. Zuli, wird demselben Blatte ge- meldet :

„Nachdem die Truppen Suleiman Paschäs_ auf 21, theilweise dem Vizekönige von Aegypten gehörigen Transportdampfern und auf 4 Panzerschiffen eingeschifft worden waren, verließen 12 türkische Bataillone Skutari und \{lugen den Weg über Prisrend ein, um die Garnisonen von Novibazar und Nish zu verstärken. Die be- rittenen Baschibozuks der Herzegowina, 500 Mann an der Zahl, traten auch den Rückweg über Prisrend an. Am 20. Juli begab fi Ali Saib Pascha mit seinem Generalstabe nach Podgorißa, wohin aub der Vali folgte. Es foll daselbft die neue Ordre de bataille, inéle’ondere bezüglih der Vertheilung der Baschibozuks, festgestellt werden. Vorige Woche kamen abermals Baschibozuks aus der Provinz Priérend hier an. Es waren ungefähr 1000 Mann aus Te-towa und 1000 Mann aus Kalkandelen. Aus Dibra kam der aus früheren Kriegen mit Montenegro bekannte Albanesenführer Flias Pascha mit 30 Reitern an. Bereits früher waren aus Dibra 1500 Mann und 30 Reiter hier eingetroffen. Mathia hatte nur 200 und der Bezirk Prisrend 1200 Mann gestellt. Das hier rer- einigte Kontingent beträgt daher 4900 Mann zu Fuß und 60 Reiter. Den Befehl über diese Schaaren soll Jlias Päscha erhalten. Derselbe ist mit 60 Reitern nab Podgoritza abgegangen. Eine 400 Mann starke Abtheilung von Baschibozuks aus Tirana kam zu Schiff in Antivari an nnd wird dort zur Bewachung der Grenze verwendet. Die 300 Baschibozuks aus Janina stehen in Muritschi. Die Aibanesen aus Ipek, Jakowa und Gussinje, welche unter Ali Pascha am Lom nnd an der Tara gegen Montenegro kämpften und wegen Mangels an Gewehren, Munition und Nahrung si zerstreuten, weigern sich, abermals ins Feld zu rückden. Auch die Baschibozuks der Provinz Skutari find größten- theils zu ihren Familien zurügekehrt. Dieselben werden aber er- forderlichen Falles in der Stärke von 6000 Mann willig zur Ver- theidigung des Landes herbeieilen. Ali Saib Pascha verfügt im Ganzen über 15 Bataillone regulärer Truppen, d. t. 9000 Mann, über 7 Bataillone Musteßafiz, d. i. 2800 Mann, über 5200 Baschi- bozuks aus anderen Provinzen und über 6000 Albanesen“.

Asiatischer Kriegsschauplaßt.

St. Petersburg, 5. August. (W. T. B.) Dem „Golos“ wird aus Kurükdara vom 4. d. telegraphirt: Moukhtar Pascha habe seine überflüssige Bagage nah Kars gesendet. In dem türkischen Lager soll Dissenterie ausgebrochen sein. Her englishe Militär-Attaché, Kambell, ist in Folge eines Zerwürfnisses mit Moukhtar Pascha nah Erzerum abgereist. Die Ben der beiderseitigen Armeen find ‘unverändert.

onstantinopel, 4. August. (W. T. B.) Meldungen vom asiatischen Kriegsschauplaße bestätigen, daß die e gegen Moukhtar Pascha die Offensive ergriffen aben.

Nr. 31 des „Central - Blatts für das Deutsche Reich“, herausgegeben im Reichskanzler-Amt, hat folgenden Jn- halt: Allgemeine Verwaltungssachen: Mittheilung, betreffend Rinder- pest; Verweisung von Ausländern aus dem Reich8gebiet. Finanz- wesen # Goldankäufe Seitens der Reichsbank; Na Se sung der Ein- nahmen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchs teuern, sowie anderer Einnahmen im S en Reich für die Zeit vom 1. pril 1877 bis zum Schlusse des Monats Juni 1877. Münzwesen: Vebersicht über die Ausprägung von Reichsmünzen. Zoll- und Steuerwesen: Befugniß ciner Steuerstelle. Marine und Schiff- fahrt: Erscheinen des zweiten Nachtrags zu der amtlichen Liste der Schiffe der deutschen Kriegs- und Handelsmarine mit ihren Unter- \cheidungssignalen vom Jahre 1877, Eisenbahnwesen: Betriebs- eröffnung der Strecken Zabern-Wasselnheim und Barr-Shledtstadt in Elsaß-Lothringen. Konsulatwesen: Einziehung zweier Bize- Konsulate 2c.; Exequator-Ertheilungen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Straßburg, 4. August. (Straßb. Ztg.) Die Kaiferlihe Universitäts- und Landesbibliothek hat wiederum eine reiche B ücherschenkung zu verzeichnen, welche ihr aus Madras in Oftindien von den Herren Professoren Oppert und Duncan, dem Direktor Macdonald, dem Richter Innes und dem Kurator Krish- namashun daselbst übermittelt worden ist. Die Schenkung besteht zum größten Theile aus indischen Merken, von welchen das hervor- ragendste und interessanteste ein religiöses mit Telngu-Schrift ir Tamil-Sprache verfaztes Sammelwerk ist, dessen Inhalt eine Bes schreibung der dem „Vishnu“ geweihten heiligen Orte in 4900 Ge- fängen bildet. a

London, 2. August. (E. C.) Vor Kurzem starb der Rechts- gelehrte Samuel Warren, über die Grenzen Englands hinaus be- fannt als Verfaffer des Buches „Tagebuch eines verstorbenen Arztes“, das zuerst in „Blackwoods Magazine“ ershien. Außer diesem in mehrere Sprachen überseßten Werke {rieb er: „Ten Thonusand a Year“, „Now and Then“, „Moral and Intellectual Development of the Age“ u. a. Ferner rührt von ibm eine Reibe juristisher Werke ber. Von 1856 bis 1859 war der Verstorbene konservatives Unter- hausmitglied.

„Florence“ ist nach der Cumberland-Insfel abgegangen, um dort eine zeitweilige Kolonie anzulegen, welche als Ausgangspunkt für die vor- bereitete amerikanische Nordpol-Erpedition dienen foll. Zwei Naturforscher gehen mit, um meteorologishe Beobachtungen

Land- und Forstwirthschaft. Zürich, 3. August. (N. Zürch. Ztg.) Die Direktion des In- nern mat auf die Thatsache aufmerksam, daß die Neblaus dur englische und amerikanische Reben in die Schweiz eingeschleppt wor-

s E ir | (nz stellen. | welhe sich aber in fo gut gedeckten Stellungen befindet, daß | S sie no% feinen namhaften Schaden gelitten hat. . Dieses |

| den ift, daß die Einfuhr derselben deéhalb mit größter Strenge über-

wat werden müsse, und daß ferner eine erneute genaue Untersuchung amerikanischer und englischer Weinstöcke, sowie der umliegenden Wein- berge angezeigt sei. Es werden daher alle Weinbergs- und Reben- besißer auf diefe Thatsachen aufmerksam gemacht und, falls sie im Besitz solcher seit den leßten 10 Jahren eingeführten Rebsorten find, aufgefordert, hiervon ihren betreffenden Gemeindebehörden Kenntniß zu geben und gleichzeitig zu bemerken, ob diese Reben oder folche, in deren Nähe irgend welche krankhaften Erscheinungen zeigen.

Gewerbe und Handel.

Die Rathenower optische SFndustrie-Anstalt (Busch) vertheilt für das am 31. März c. becndete Geschäftsjahr keine Divi- dende. Nach Bestreitung der Abschreibungen mit 26,107 F und der Ausfälle an Forderungen mit 9650 Æ bleibt ein Nettogewinn von nur 377 M

__ Zwickau i. S., 5. August. Heute fand hier programmgemäß die Eröffnung der Internationalen Ausstellung von Ma- \{chinen, Geräthen und Rohstoffen für den Betrieb der Ge- werbe der Bleicher, Decateure, Drudckter, Färber, Hut- macher, Posamentiere, Segelmacber und Wäscher att, Und ed UL diese Ausftellung als eine wohlgelungene hon jeßt zu bezeihnen. Die Ausstellungs-Kommission besteht aus den Herren Th. Burghardt, Berlin; S C Qx: Geer, Mühlhausen; F. C. H Karstadt, Hamburg; J. Köhler, Cöln, A. Müller, Zwickau. Der Letßtere eröffnete im Namen und Auf- trage der Kommisson die Ausstellung mit einer Rede, in der als Zweck der Ausstellung die Absicht bezeihnet ward, dem Fachmann und dem Laien ein Bild von dem vorzuführen, was zu den betref- fenden Gewerben gehört und dem Publikum die Möglichkeit zu geben, Interesse an derartigen Objekten zu nehmen. Am 6. und 7. August wird der mit der Ausstellung verbundene Kongreß der verwandten Gewerbe der Bleicher, Decateure, Drucker, Färber, Hutmacher, Posamentiere, Segelmacher und Wäscher Deutschlands im Hotel zum Deutschen Kaiser hierselbst stattfinden.

Antwerpen, 4. August. (W. T. B.) Wollauktion. S{hluß. Von den angebotenen 2838 Ballen wurden 2128 verkauft. Preife für Buenos-Ayres-Wollen unverändert, für Montevideo-Wollen un- regelmäßig. Vorrath 36,500 Ballen.

Ole oen deutschen Eisenbahnen haben auch die fran- zösischen Bahnen, einer Mittheilung der „B. Börs. Ztg.“ zu- folge, gegen das Vorjahr erhebliche Mindereinnahmen aufzuweisen. Folgendes sind die Brutto - Ergebnisse einiger Hauptbahnen im ersten Semester 1877, gegenüber denen der Vorjahrsperiode: Die Nordbahn hat 34 Millionen Francs weniger, die Ostbahn 0,98 Mil- lionen Francs, die Orleans-Bahn 1,38 Millionen Francs weniger. Die Lyoner Bahn hat ihren bedeutenden Uebershuß der ersten Monate bis auf 40,000 Francs wieder eingebüßt. Die Westbahn hat nur noch einen Ueberschuß von 200,009 Francs durch die Ein- nahmen ihrer neuen ireigbabüen erzielt. Die Südbahn allein zeigt ein günstiges Resultat, da sie ein Plus von 0,95 Millionen Franes

aufweist. Verkehrs-Anstalten.

New-York, 4. August. Das Postdampfschiff „Rhein“ vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 21. Juli von Bremen und am 24. Suli von Southampton abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.

Berlin, 6. August 1877.

Die evangelisch-lutherishe Konferenz innerhalb der preußischen Landeskirche wird am 29. und 30. August d, J. in Ber- lin zusammentreten.

Rüdesheim, 2. August. Die Borarbeiten zur Grundstein- legung für das Nationaldenkmal auf dem Niederwalde find in diesen Tagen in Angriff genommen worden.

Die diesjährige Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeihenlehrer tagte vom 1—3. d. M. in Cöln. Die Versammlung hat u. A. folgende Resolution angenommen - „Die fachlihe Ausbildung der Seminar-Zeichenlehrer war bisher eine nicht genügende; es ist zu fordern, daß dieselben eine passende Kennt- niß in der Ornamentlehre, der Farbenlehre, der darstellenden Geometrie und insbesondere in d:r Methodik des elementaren Zeichenunterrichts besißen“.

Stockholm, 3. August. (Hamb. Nachr.) Das Feuer in Sundsvall is seit Mittag begrenzt, nahdem über 22 fe t-« gevanne eingeäschert worden. er angerihtete Schaden ist fehr be- eutend. :

Im National-Theater eröffnete am Sonnabend Hr- Karl Mittell vor einem gut beseßten Hause, welches den Künstler bei seinem Erscheinen freundlich begrüßte, sein Gastspiel als Havalin sin „Fabrikanten“ und als Konstantin in „Cin moderner Barbar“ nnd fand, von den einheimischen Kräften wirksam unterstüßt, wohlver- diente Anerkennung. j E j Im Friedri ch-Wilhelmstädtishen Theater hat die Operette „Die Portraitdame“ einen weit befferen Erfolg, als man anfänglich erwartete. Die bisherigen Vorstellungen waren verhält« nißmäßig gut besucht und das Stü fand lebhaften Beifall.

München, 4. August. Die verschiedenen Zeitungsnachrichten: über bea fupuae Veränderungen im Status der hiesigen Hof - bühnen, die in vielen Kreisen Beunruhigung hervorriefen, sind, wie die „Südd. Presse“ aus bester Quelle vernimmt ranvles ; es' be- ruhen dieselben theils* auf Gerüchten, theils auf Mißverständnisseu..

Weder im Personal noch im Repertoir der Theater werden eingrei-

fende Veränderungen beabsichtigt. Eine offizielle Darlegung des Sach=- verhaltes dürfte binnen wenigen Tagen zu erwarten fein.

London, 4. August. (Cöln. Ztg.) Der amerikanische Schooner

16 F E E P

T EETEEDÓ D

Ce