1908 / 93 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Großbritannien und Jrland. -

Ükter dem Vorsiß des Königs Eduard, der vorgestern uus Viarriz in London wieder eing?{roffen war, hat, ¿W. T. B.“ zufolge, am Nachmittao, desselben Tages im Bud>ingham-Palast eine Sißung des Geheimen Rats statt- gefunden, bei welcher Gelegenheit der König die neuen Minister

empfing. Vos Frankreich.

Vorgestern hat ein Ministerrat stattgefunden, in dem, nach einer Meldung des „W. T. B.“, die Lage in Marokko sowie die französisch-deutsche Konvention, betreffend die Gr enz- regulierung in Kamerun, deren Unterzeihnung bevor- steht, Def eoten wurde. gers wurden die Meinungen aus-

etausht über die in Vorbereitung befindlichen diplomatischen Atte über die Ost- und Nordsee abkommen.

Rußland.

Die russish-japanishen Verhandlungen, betreffend den Fischereivertrag, sind, nah einer Meldung des „W. T. B.“, ins Sto>en geraten, da zwischen dem Minister des Aeußern e ¡ayanichen Gesandten Meinungsverschiedenheiten ent- tanden sind.

Der Minister des Auswärtigen hat, wie die „St. Peters- burger Telepraphenagentur“ aus zuverlässiger Quelle erfährt, wegen des Ueberfalles der Grenzwache bei Beliasuver dur< den russishen Gesandten in Teheran bei der persischen Regierung ernste Vorstellungen erhoben und die Forderung gestellt, daß zur Unterdrü>ung des Räuberunwesens energische Maßregeln ergriffen und die Schuldigen bestraft werden. Dies wurde aud von dem persischen Minister versprohen. Aus Baku und anderen Punkten des Kaukasus wurden Ver- reu für die Grenzwachen an der persischen Grenze ab- gesandt.

Die Duma hat vorgestern das Amurbahnprojeki endgültig in dritter Lesung angenommen. Auf der Tages- ordnung der gestrigen Sißung stand der Etat des Mini- steriums des Aeußern. Nach dem Referenten ergriff der Minister des Aeußern Jswolski das Wort;

Wie das „W. T. B.* berichtet, leitete der Minister seine Rede ein mit der Erklärung, daß das Ministerium des Aeußery bereits mit der Ausarbeitung wünschenswerter Reformen begonnen habe, der Revision des Etats der Vertretungen im Auslande müsse aber die Reorganisation der Zentralverwaltung vorangehen. Das Haupt- interefse konzentriere si gegenwärtig auf Verbe serung des Shi >- fals der Christen in der europäishen Türkei. Zur Grreihung dieses Zieles habe Rußland bereits im Jahre 1897 ein Abkommen mit Oejterreih-Ungarn getroffen, das ses Jahre später dur< das Müristeger Programm erweitert worden sei. Auf dieses Abkommen könne man den diplomatischen Terminus nProtocole de désintéresse- mont“ anwenden. Es sei klar, daß, wenn die am meisten beteiligten Mäthte sich verpflichteten, keine territorialen Vorteile oder Erwerbungen an den Grenzen der Türkei zu suchen, fie einen durchaus günstigen Boden für eine energische, wenn au friedlihe Einwirkung auf die S behufs Dur@führung der Reformen schaften. So aßten au< die übrigen europäishen Mächte dieses Abkommen auf. Der Redner fuhr dann fort: „J< übernahm das Abkommen mit Oesterreich-Ungarn als eine Erbschaft, die mir als sehr wertvolle Garantie eines friedlihen Ganges auf der Balkanhalbinsel erschien. Ich trat die Erbschaft in dem Aen an, als Rußland, erschüttert

dur< Krieg und {were irren im Innern, der Ga- rantien gegen jegliche auswärtige Verwi>klungen bedurfte, Bor - alm war” h um die endgültige Vquidierung

der Folgen des Vertrages von Portsmouth und die Schaffung etner festen politischen Ordnung im fernen Often besorgt und ih war gleichzeitig energis< bemüht, den ia Händen Nußlands und Oesterreichs Ungarns befindlihen Apparat zur Bessecung der Lage der maze- donishen Christen bestens auszunußen, Ih richtete meine ernst-ste Aufmerksamkeit auf die Verwirklichung der besonders wichtigen Justiz reform; zu diesem Behufe wurde ein bezüglihes Fi ausgearbeitet, das den Mächten vorgelegt wurde. Dabei be tand die Annahme, daß das von den Mächten genehmigte Projekt der Pforte Übergeben und voa den Vertretern der Mächte einmütig unterstüßt werde. Im vollen Bewußtsein meiner Verpflihtuagen bin ih stets bestrebt ge- wesen, Mittel ausfindig zu maten, um den uns so nötigen auswärtigen Frieden vor Gefahren zu bewahren und die gewünschten Resultate zu erzielen.“ Der Minifter ging hierauf auf das Projekt der Balkan- bahn über, mit dem der österreihis<-ungarishe Minister des Aeußern in den Delegationen hervorgetreten sei, und gab einen RNükbli> auf die Ausführungen der russishen und auswärtigen Presse über dieses Projekt, aus denen gefolgert werde, Rußland müsse ih dem österrethis<en Projekt energis< widerseßen. Demgegenüber erkläre er (der Minister), sein Ziel sei nicht, diplomatishe Siege zu erringen, sondern die Sicherung der Realinteressen des Staates herbei- zuführen unter Beseitigung der Umstände, die zu gefährlihen Ver- wi>lungen führen könnten. Daher sei ec mit keinem Protest gegen das Projekt der Sandschakbahn oder die Interpretation des rtifels 29 des Berliner Vertrags dur< Oesterrei<-Ungarn oder das Ab- kommen von 1897 hervorgetreten. Glei<wohl habe erx seine Augen nit dagegen verschließen können, daß das Projekt wesentlich die Sach- lage auf der Balkanhalbinsel verändere. Die Vereinigung des bosnischen Bahrn-yes mit dem türkischen erscheine als ein wihtiges Faktum der auwärtigen Politik. Könne man es zunächst au< nur ein wirtschaft. lihes nennen, so werde es doch sehr ernste politische Folgen haben. Jedenfallskönne man das Faktum nur alszweifellosen Vorteil Oesterreih- Ungarns auf der Balkanhalbinsel betachten. „Rußland“, fubr der Minister fort, „hat auf der Balkanhaltinsel nur einen Zwe>: Förde- rung des Wohls der einzelnen Balkanstaaten und Besserung des Loses der Christen in der Türkei. Daher können wir ohne Neio oder Mißgunst auf die von Oesterreich-Ungarn erworbenen Vorteile bli>en. Gleich- zeitig müssen wir aber darauf bedacht sein, daß daraus weder für die Balkanstaaten no<h für die Christen in der Türkei ein Nachteil ent- steht. Deshalb sind wir statt mit einem Proteste mit dem Vorschlag hervorgetreten, alle für die Balkanstaaten nüßlich erscheinenden Bahn-

Pläne zu unterstüßen. Zum Beweise, daß der uns leitende, von den

Mächten sympathish aufgenommene Gedank: in Europa richtig beurteilt ist, weise ih auf die leßte Rede des italienishen Ministers des Aeußern Tittoni im Parlament hin, mit dem ih sage, der Bau der Sandschakbahn kann Desterreich-Ungarn niht bestritten werden. Für Rußland ist es um fo natürlicher, die Balkanstaaten hierbei ju N weil es selbst keine Konzessionen auf der Balkanhalbinsel sucht. Selbst Oesterreich-Ungarn hat si mit unserem Vorschlage im Prinzip einverstanden erklärt, und damit hat der Zwischenfall end-

ültig jede Schärfe verloren. Doch nit die Bahnfrage, sondern die DurGführung der unaufschiebbaren Ke-formen in Mazedonien bleibt die Hauptaufgabe, zu deren Verwirklihung ih alles aufgeboten habe. Die öffentliche Meinung Rußlands hat die englishen Vor <läge sehr sympathish aufgenommen. Auf den ersten Bli> verdiene i tatfählid

orwürfe, daß ih nit sofort mi< auf das entsciedenste den Vorschlägen angeschlossen habe und mit einem Gegenprojekt hervor- getreten bin. Jh muß daher meine Handlungêweise erklären. Jn einer seiner lebten Reden führte der ergril@e Minister des Aus- wärtigen aus, England dürfe, wenn es jene Vorschläge zur mazedonischen Frage mache, in keinem Falle getrennt von andern Mächten oder un- abhängig oder im Wider|pruche mit dem europäischen Konzert handeln. Das würde für den allgemeinen Frieden gefährlih sein. Was gefährlich für England ist, ist doppelt gefährlich für Nußland. Rußland kann Ÿ nidit, wie notwendig au< die Durchführung der mazedonischen

esormen ist, um dieses Zieles willen der Möglichkeit kriegerisher Ver- wi>lungen aussetzen. eim Auftauhen etnes Projektes müssen wir abwägen, ob es Aussiht habe, von allen Mäten

J în veüem Umfange

angenommén zu werden, well davon die Annabme seitens der Türkei abhängt. Das Projekt Sir Greys eathäit aber Punkte, die weder Aussicht auf einmütige Zustimmung der Mächte, no< auf freiwillge Annahme dur den Sultan haben. Als ih mit den Modifikationen der Sen Vorschläge hervortrat, mußte ih alles aufs sorgfältigste vermeiden, was der Sultan als eine Verleßung seiner Hoheitsrehte hätte ansehen können. Maßnahmen, wie die Grnennung eines Generalgouverneurs sind in den Augen des Sultans gleihbedeutend mit dem Anfang der politis<hen Trennung Maiedoniens vom türkischen Besig. Mit großer Befriedigung kannt ih mitteilen, daß das meistinteressierte Oesterreih-Ungarn gegen die Heranzkehung aller Mächte zur aktiven Teilnahme an den Neforines keine Einwendungen erhebt und das Gegenprojekt in vollem Umfange angenommen hat. Auch‘ Deutschland hat seine Zustimmung ge- geben. Besonderes Gntgegenkommen hat Rußland bet Frank- reich gefunden, mit dem es st< in vollster Harmonie und herz lihen alliierten Beziehungen befindet. In ganz fkategoriser Form hat si< Italien angeschlossen. Die Antwort Englands läßt erwarten, daß zwis<hen dem St. Petersburger und dem Londoner Kabinett ein endgültiges Einverständnis erzielt werden wird. Gngland läßt zwei der s{<wierigsten Punkte fallen, nämli<h die Ernennung eines Generalgouverneurs und die Reduzierung der türkishen

Truppen. In betref der übrigen Punkte dauern die Ver- hamlungen fort.“ Wenn man sage, führte Iswolski weiter aus, das europäishe Konzert sei in ter Vergangenheit den

Zielen der Politik Rußlands im Often lets in den Weg getreten, so sei das teilweise rihtig, do es set irrig, zu glauben, daß die Geschichte sich immer wiederhole. Das Konzert wäre feindlih gewesen, als es den Verdacht hatte, Rußland verfolge auf der Balkanhalbinsel egoistishe Zwecke und territoriale Erwerbungen. Wenn kein Zweifel bestehen - könne, daß Rußland nur die Paz fierung Mazedontens, die Grhaltung des status quo und des Gleihgewihts auf der Balkan- halbinsel anstrebe, fo sei darauf zu rehnea, daß die das gleiche Ziel verfolgenden Mächte einmütig mit Rußland handeln werden. Rußland gebe etnen deutliden Beweis seiner aufrihtigen Friedensliebe und nehme in seiner Politik keinerlei gefährliche Veränderungen vor, die Grundzüge seiner Politik blieben unverändert. Gr hege au betreffs der Ds Deutschlands keine Zweifel. Der Fürst Bülow habe ganz offen erklärt, daß von Deutschland kein Gnt usiasmus zu erwarten sei für unausfübhrbare oder gar gefährlihe Vorschläge. Der Vorschlag Rußlands jedo erscheine der deutshen Regierung niht nur nicht unausführbar oder gefährlih, fondern habe im Gegenteil ihre volle Billigung. Daher sei er vollkommen überzeuzt, die Vorschläge würden die loyalste Unterstüßung Deutschlands finden; die überaus freundshaftlihen Beziehungen zu Deutschland seien keinen Augenbli> unterbrohen worden. Daß es ihm gelungen sei, ein durch- führbares Projekt zu |\<afen, beweisen ihm aus yver- \<hiedenen Städten Bulgartens zugegangene zustimmende Tele- ramme. Gr sei überzeugt, daß die Christen Mazedontens Petreifen werden, daß, wenn thnen Rußland einerseits die größte moralishe Unterstüßung erweise, es andererieits nichts unternehmen könne, was zu einem bewaffneten Konflikt führen würde, da La in erster Linie des Friedens bedürfe zur Wiederherstellung seiner in den leßten Jahren erschütterten Kräfte. Bei den Angelegen- heiten im nahen Often müsse Rußland ein gesunder Egoismus leit-n, der am Ende au für die Balkanstaaten und Völker nüßliher wäre, die in Rußland ihren natürlichen Freund und Verteidiger Fhen würden und ein starkes und blühendes Rußland brauchten.

Nah dem Minister Itwolski spra< der Kadettenführer Miljukow. Er führte- aus, bei dem Mürzsteger Abkommen sei nur Rußland selbstlos geblieben, während die anderen Mächte den Nußen davon gehabt hätten. Die russische Diplomatie habe es niht verstanden, dem leßten Mgen en diplomatis<en Er- folg Aehrenthals vorzubeugen. ite Sandschakbahn den Händen Oesterreihs den Weltweg na Indien, auf

wahrshzinlih au England täne Post befördern

werde. sei daher klar, daß Oesterreihß ni<ht nur wirishaftlihe Vorteile von dieser Bahn erhalte, sondern in gewissem Maße sei au< die internationale politische Lage verändert. Wenn England eine edle Posc annehme, so riskiere es nichts dabet; es ge- winne im Gegenteil in den Augen Europas, während Rußland, wenn es dasselbe tue, Verpflichtungen auf sid; nehme. Das russische Pro- jekt enthalte einen gesunden Kern, der die mazedonishen Reformen auf den re<ten Wez bringe, auf dem man si vielleicht Englands Vorschlägen nähere, jedo ohne Komplikationen. Der Redner ging dann auf die Er- eignisse an der persischen Grenze, namentlich {in der Provinz A erbeidschan die die Scheidewand zwischen dem Es und englischen Einfluß bildet, ein und wünschte von dem Minister Aufklärung über diese Frage. Die übrigen Redner billigten im allgemeinen das B des Ministeriums des Auswärtigen. Die Sozialdemokraten erklärten, daß sie gegen da3 Budget stimmen würden, weil die russische aus- wärtige Politik abenteuerlih sei und stets die soziale und politische Reaktion unterstüge. S

Die Duma nahm darauf den Etat des Minisleriums des Auswärtigen an. t s s s

—. Wie die „Birshewija Wjedomosti“ meldet, sind auf Befehl des Kaisers vom 15. April die aus dem Port Arthur- Prozeß bekannten Generale Fo>, Smirnow und Reiß wegen häusliher Verhältnisse mit Pension verabschiedet worden.

Rumänien.

Der Minister für A>kerbau, Jnudustrie und Handel Carp ist nah einer Meldung des „W. T. B.“ bis zur Ernennung eines Nessortministers einsiweilig mit der Leitung des neu- geschaffenen Ministeriums für Sande! und Industrie beiraut worden.

Der Finanzminister Costinesco hat vorgestern der Kammer einen Gesehentwurf, betreffend die Verteilung der Gesamtproduktion von Petroleum für VBeleuchtungs- zwe>e auf alle Destillerien des Landes und die Feststellung eines Maximalverkaufspreises, unterbreitet.

Die Kammer hat, einer Meldung des „W. T. B.“ zu- folge, gestern das Handelsüberein kommen, den Aus- lieferungsverirag mit Nordamerika, das Anti- Petroleum-Trustgeseß und das Rekrutenkontingent in der vorgeschlagenen Stärke von 44 000 Mann auf Grund der gweijährigen Dienstzeit einstimmig angenommen.

Schweden.

Die Regierung hat vorgestern, „W. T. B.“ zufolge, im Reichstage . einen Gesetzentwurf eingebraht, betreffend den Ankauf der Svappavara- und Leveäniemie- Erzfelder sowie anderer Erzfelder mit einem Erzgehalt von über dreißig Millionen Tonnen durch den Staat zu dem Gesamt- preise von 81/7 Millionen Kronen, wovon fünf Millionen aus- gezahlt werden sollen. Für den Rest erteilt der Staat der Luossa- vara-Kirunavara:-Gesellschaft das Recht, in den Jahren 1915 bis 1932 im ganzen neun Millionen Tonnen Erz mehr auszubeuten, als kontraftlich festgeseßt worden ist. Hierfür bezahltdie Gesellschaft 31/2 Millionen Kronen bar und leistet ferner eine Abgabe an den Staat von drei Kronen für die Tonne von der Hälfte der genannten neun Millionen Tonnen. Auf diese Weise wird die vom Staat ausgelegte Summe von fünf Millionen Kronen mit Zinsen amortisiert, sodaß die jeßige Auszahlung

überliefere

udget

“nur als Vorschuß zu betrachten ist. Der Kontrakt mit der

vappavara-Gesellshaft muß vor dem 1, Juli 1908 erfolgen, ta bien Leitpuktt die Uebernahme statifindet. Mit dem Ankauf gelangt der Staat in den völligen Besiß der nord- bottnishen Erzfelder, wodur er die Kontrolle über den Erz- export ausüben kann. / :

Amerika. N

Der amerikanishe Senat hat, „W. T. 2 O dem Vertrage mit Großbritannien, betreffend p ässern a! des Fishereibetriebes in den Binnengewä t ieh der canadishen Küste entlang, und Ss n U Ap erg ünen mit Norwegen und Po gestimmt. [et Jm Repräsentantenhause hat der Abg, go vorgestern einen Gesegentwurf, betreffend Einseßung Grundla mission, die ein Geseß für ein auf wissenschaftlicher vorbereittt beruhendes Finanz- und Geldumlaufssy stem liederndt soll, eingebracht. Die Kommis sion soll bestehen aus 11Min Persön: Senats, 11 Mitgliedern des Repräsentantenhauses un nt werde lichkeiten, die von dem Präsidenten Noosevelt cs wie sollen. Die Einbringung des Gesehentwurfs is ‘Hank: nd „W. T. B.“ mitteilt, durch die leitenden Finanz, bi Handelsorganisationen veranlaßt, um die E zu be das andere zur Erörterung stehende Geldumlaufsge A kämpfen. i

T

Asien. x Rußland angrenzenden ugt Gebiet herrsht, nah Meldungen der St. P i Telegraphenagentur, völlige Anarchie. Der a agtid gierungstelegraph ijt zerstört. Da aus der Ansicd L ele d auf die russishen Truppen geschossen wurde, l rias heibeigeeilte Verstärkung ein Gefecht, bei dem Za9 in Brand geriet. - Während des Brandes explodiertc Häusern Patronen. i

; j rit Jn dem an persish!

i Afrika. . „n Dotui s Wie aus Colomb Bechar unter dem gestrigen en 1 meldet wird, hat zwischen französischen Tr P efti es einer Harka O EN ende am Col Tabzaza 0 Gefecht stattgefunden, das für die Marokkaner B hierübtl laufen ist. Depeschen des „W. T. B.“ berich" wie folgt : in Sl q Am Mittwoch segte si eine Harka Eingeborent® 4 Beweg mehr al4 2000 Mann zu Fuß und 300 Neitern fran en um Bent Unif zu gewinnen, als aber drei Kolonntn i S Truppen thr den Weg verlegten, \<wenkte s 1 Ama i ab, ohne Zweifel in der Absicht, den De uf erreichen. Auf dem Marsche dahîn stieß P Pert Kompagnie Sahara - Spahis von dem Vortrab der K0 Perlauf 2 und yerwi>elte diese in ein lebhaftes Gefecht, in dessen Spahis 1B Spahis getötet und dreizehn verwundet wourden- D Si h. di < zurü> und nahmen ihre Toten und Verwundele® lonnen, ut 0 General DaOs befabl nun den Vormarsch von vier Obersten iet i rka zurü>zuwerfen, Die Kolonne unter dem ntspann d t tieß am Col Tabzaza mit der Harka zusammen, und es pie Harts Lie heftiger Kampf. Die franzö} jen Truppen zerstreute met * voníd Lien sie energis<h auf etner Stre>e von zehn i urúd, A Gingeborenen ließen zahlreihe Tote und Verwundels ¡fihen Tei eine Fahne und ein Schnellfeuergeshüz. Die franz fizier, und d A einen Verlust von 19 Toten, darunter einen Offi undert Verwundeten, unter ihnen zehn Offiztere.

Statistik und Volkswirtschaft.

; Arbeiterwe<sel. Gewebe! / Die Jahresberichte der preußis<en Regierungs- und im v über dié Lage der Industrie und der gewerblichen A Mang & gangenen Jahre sind mit Klagen über den zunehmenden allen @ zuverlässigen, tüchtigen Arbeilskräften und über den in eat ati werbezweigen herrschenden starken Wesel der Arbeiters Unstetio! Die Wirkungen dieser dur die Arbeiternot begünftigten gten machen sih niht nur für die Arbeiter selbst und für die erwie sondern au für bas gesamte öffentlihe Leben in [{<w wird e Weise geltend. 2 H 20 L So A Berdienb en Arbeiter ein Wetse ufig Erböhung n und Verbesserung setner Lebenshaltung zur Folge habe zall

er wobl nur dann, wenn er ein geen Arbeiter i}, der adi seinem Fah dieselben Arbeitsbedingungen und dteselben den i er

ndet. Die am meisten we<selnden ungelernten Arbeiter wi ering elten in der ersten Zeit ihrer neuen Beschäftigung cle guol Lohn erhalten. Ist jedo< mit dem Wesel der Arbeitofe v au ein Wohnungswechsel verbunden, so ist besonders e heirateten Arbeiter der Schaden zweifellos erheblich. j pekuniären Shädigungen kommt oft au eine erhd in Dikcacht, da der Arbeiter in dem neuen- Betrieb 1 Ginriht gearbeitet ijt und die Maschinen sowie die E Nachwels p no< nit genau k.nnt. Ein vollständig einwandfreter 5 Arhell i die Abhängigkeit der Zahl der Unfälle von dem Umfange, 0 Unl we<sels läßt si allerdings nur s<wer erbringen. Pu Mufl i nehmer ershwert ein starker Wechsel der Arbeiterschaft d hat n erhaltung eines geordneten regelmäßigen Betriebes Un yalitat eine Verminderung der Produktion in quantitativer und qL liebt Hinsicht und somit wirt/baftlihe Nacteile zur Folae- x, Hin! wird au das gesamte öffentliche Leben dur<h das {tar es n Perfluten der Aibeitershaft in Mitleitenschaft gzzogen. fi wel immer die besten Elemente sind, die die Arheitsstelle hu 9 Sieb d so kann si ein ungünstiger Ginfluß auf die öffentlihe Fus e eltend machen, ferner können Unregelmäfigkeit des S tigfcit Merchuita der Gemeindelaslea die Folge der Unse Arbeiter sein. lle sind T Die Gründe für den häufigen Wechsel dex Arbeitsste verschit

den Berichten der Gewerbeaufsihtsbeamten fehr

artig. Am häufigen wird das Arbeitsyerhält-ts E wm 1öst in der Hoffnung, anderwärts höheren G rbeit lehtere, den persönlihen Wünschen mehr entsprechende

citer finden. Von wesentlihèm Einfluß auf den Wechsel der M in e die Art dez Betriebes, der in der Industrie überhauP, «fti ung! einzelnen Industriezwetgen zeitweilig herrschende Besdo Gebe

und die hlermit verbundenen Lohnschwankungen. Leb strie [8 mit

gang, angestrengte Tätigkeit in all welgen“ der i: reihlihe Arbeitsgelegenheit und pee GewerbsmögliGt erun ist dem Arbeiter in der Regel Anlaß gegeben, höhere Lohn eres hei

è zu stellen, und er ist leiht genei t, wenn diese nicht ohne ist, willigt werden, - feine Achten e zu wedseln, weil er haftio dié dem lebhasten Wettbewerb jederzeit wieder lohnende [fa LeG me zu finden. Umgekehrt bei rüdgängiger Konjunktur. Biele eitor Ursache für den Wesel au in der Beschaffenheit der Berhalle" ht und Betriebseinrihtungen sowie in dem persönliche ers Arbeitgeber, Betricbsleiter Und Meister. Die ArbellE 1 u immer mehr darauf, daß die Arkbeitsstätten geräumig, Was“) ¿nte gelüftet find und daß au<h die Nebenanlagen, A pre, erungen Ber kleide«- und Aufenthaltsräume den modernen Anfo1 le raf y Nicht selten sind ferner hygienische [üstigung dur< Staub und Dünste, hohe Tem (ens für das Verlassen der Arbeitsstelle. nl pin l e Dieser Hinsicht au die persönlisdn het, N? per und Verhältnisse der Arbeiter. Wie die Erfah allgemeinen die weiblichen Arbeitskräfte leichter e T Beschäftigungsstelle geneigt als die männlichen. #5 zurü>zuführen auf die stärkere Neigung des weibliche en eine Br U zum Teil darauf, daß viele Arbeiterin! brochene an trengende Tätigkeit ni<t vertragen un

Grunde gezwungen sehen, TBrs Beschäfligen0, gheren "Maße f

weise oder dauernd aufzugeben.