1908 / 101 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

wefangenen ist seit E von 1562 auf 977 i. J. 1904/05 n . F. 1905/06 gesunken. _Vorwiegend Ù die fort sehte Steigerung der auf Grund des Aller- sten Erlasses vom 23. Oktober 1895 bewilligten Ausseßungen der Strafv ollstre>ung zurückzuführen. Es wurden nämlich trafaussezungen bewilligt: im Jahre 1899/1900 4168 Personen, darunter 3374 jugendlichen, i. J. 1904/05 8941 Personen, darunter 7630 jugendlichen, i. F. 1905/08 10 179 Personen, darunter 8675 jugend S 5 i Anträge auf vorläufige Entlassung zu längerer Bua oder Gefängnisstrafe verurteilter Gefangenen, die drei Vier 0 mindestens aber ein Jahr der thnen auferlegten Strafe verbüßt un < während dieser Zeit gut geführt haben (S 23 des Reithöstrafgeseß- us), find nah $ % des Reichs strafgeseßbuh3 au für Strafgefangene dieser Art, die in Preußen in dem Minister des SFunern unterstehenden Strafanstalten und Gefängnissen die gegen sie erkannte Strafe s üßen, zur Entscheidung des Justizministers zu bringen, Bo der die betreffende Anstaltsverwaltung zu hôren ist. u Rechnungsjahre 1905/06 sind für 460 (im Vorjahre f 417, i. I. 1903/04 für 409, i. I. 1902/03 für 386) Gefangene, L in Anstalten der Verwaltung des Innern oder in Beslngnier e Justizverwaltung eine längere reiheitsstrafe verbüßten, Antr ge l vorläufige Entlassung dem Justizminister unterbreitet und e a 460 Anträgen 292 oder 63,48 9/0 (in den drei Vorjahren f E 62,83 0/0, 243 ober 59,41 9% und [1902/03] 206 oder 53,9 21) bes willigt, 168 (gegen 155, 166 und 179) abgelehnt worden. B e Strafanstalten und Gefän nisse der Verwaltung bes Innern en t davon 281 (in den dret Norjabren, 971, 263 und [1902/03] 265) geste h 153 (153, 140, 128) bewilligte und 128 (118, 123, 137) S Anträge, auf die Gefängnisse der Justizverwältung 179 (in den M Vorjahren 146, 146, 120) gestellte, 139 (109. 103, 78) bewilligte un 40 (37, ‘43 49) abgelehnte Anträge. Die Zahl der in den are anstalten und Gefängnissen der Verwaltung des VFnnern oder in a Gefängnissen der «Austiverwalans ge T elkictige nah der Dauer threr Straszcit einen a 93 des MNeichs\trafgeseßbuhs hätten stellen tunen, einen soldben aber nid geit baben, I dh Bat e o : dn Konferenzen der Anita ( der Aussibigtommissionen im Bereiche der Justizverwaltung abge worden ist, {steht nicht fest. Daß die letztere Zahl nicht unerheblih ist, folgt daraus, daß im Geschästsbereie der Verwaltung des Innern im Jahre 1905/06 339 Anträge hon Zuchthausgefangenen und 182 E Gefängnisgefangenen von den Anstaltsfonferenzen abgelehnt, also gar na erst dem Justizminister zur Entscheidung unterbreitet worden sind. T e oben an erster Stelle erwähnte „Statistik der zum Ressort des PLeuniE en Ministeriums des Innern gehörenden Strafanstalten und Gefängni se enthält über die vorläufige Entlassung von Insassen der Dot er au bereits Angaben für das Jahr 1906/07. Danach wurden un u<thausgefangenen, die von ivilgerihten verurteilt waren, ein- ließli der im Vorjahre uner edigt gebliebenen, 537 Anträge a vorläufige Entlaffung gestellt, von denen 195 von den Anstal N Tonferenzen befürwortet und 109 oder 20,3 9% genehmigt wurden ; un von Militärsträflingen gingen, eins<ließli<h der im Vorjahre un- erledigt gebliebenen, 14 Anträge ein, von denen 8 von den Konferenzen befürwortet und 7 oder 50 9/0 genehmigt wurden. Auf 4807 Ent- lassungen von Bua g Nen kamen im Jahre 1906/07 116 vor- en oder 2,4 9/0. L luf O af der Bewilligung vorläufiger Entlassung hat in den vier Jahren 1902/03 bis 1905/06 in 7, bezw. 3, 10 und 8 Fällen stattgefunden, und zwar in 1, bezw. 0, 3 und 3 Fällen wegen eines Verbrechens oder Vergehens der gleihen Art, in 2 Fällen, bezw. 0, 1 und 1 Falle wegen eines Verbrehens oder Vergehens anderer Art und in 4, bezw. 3, 6 und 4 Fällen aus anderer Veranlassung.

M ord, Totschlag und Hinrichtungen in Preußen e E des Jahres 1906.

on sämtlichen Standesämtern sind im Jahre 1906 dem König-

Ube Sia Landesamt Nachrichten ‘über 696 (491 männliche und 205 weibliche) Personen, die dem Morde usw. zum Opfer ge- fallen sind, jugegangeR dis E wurden davon erwachsene Per- ä escle etroffen. j

sonen Ren ang von Zahlen der lebenden Bevölkerung im Staate und in den einzelnen rovinzen war das Ergebnis folgendes. Es starben dur Mord usw. von 100 000 Lebenden der

Bevölkerung:

im Staate

1,86 überhaupt, davon 2,66 m., 1,08 w. Pexsonen in den Provinzen:

2,89 0,29 Ï Ostpreußen . . 1,53 w v 1 v 1 » T Ui d sp . 2,29 u v 3,71 v 0,84 " B e I 0 40805, Obi Brandenburg « 1,67 v » L v 116 u Q ommern 1,60 u 2,0 x 1 7 v r osen . . 1,51 v " 2,30 y 0,7 v " S(|lesien H w S 5 n " Sa C 1 w » 1 v l " Shlehwig-Holstein V x x has L 1 E 2 ve . i v v r e 1 " » alen E 3,03 » " A r 4 " » essen-Nafsau e 1A v x 44/00 y 088 Q » heinland . . 1,86 u " 2 " (2% v : Hohenzollern . . 298 » 0/1» C Werden die für die einzelnen Provinzen gewonnenen ahlen

TEs d die im Verhältnis zu 100 000 Lebenden Inb ti 1906 gegenübergestellt, so treten nachstehende Unter- \hiede hervor. Die höchste Verhältniszahl der in den Poren vorgekommenen Morde usw. ist mit 3,03 (absolute Zahl: SR n Westfalen ermittelt. Es folgen Hohenzollern uit 2,93 (2), f N R mit 2,26 (112), Westpreußen mit 2,25 (37), Rheinprovinz s E C Hessen-Nafsau mit 1,74 (36), Brandenburg mit 1,67 ( M asen mit 1,61 (48), Pommern mit 1,60 (27), Ostpreußen m 1,53 (31), Posen mit 1,51 (30), Hannover mit 1,45 (40), Schleswig- Holstein mit 1,33 (20) und Berlin Landespolizeibezirk mit 28 (33), 183 Hinrichtungen im Jahre 1906 sind in den vor- slehenden Zahlen berüd>tsichtigt; sie betrafen nur Männer, davon je i Maün in den Provinzen Brandenburg, Schlesien und Hannober,

e 3 Männer in d änner n der Rheinprovinj.. Provinzen Posen und Sachsen und 4 M

Wird die Art der Ermordung untersust, so ist in den Jahren Hüte ‘als Dies Silfte die Hülfte der Gemordeten sonst alljährlih

tei / nämli im Jahre 1906 341 on Caters teils erstochen N

von 688, 1903 363 von 680, 1909 zac2, 815 von 690, kommen a , 325 von 580. Diesen Zahlen biernad as En die Summen derer, wel<he dur< Ershießen,

welhe dur< Eritränk g Ersti>ken und dur< Erwürge nken , dur< gewalsame Tôtungen in Jahre 1906 entfallen auf den. Von 100 der

tehen 28,55, Ershlagen 21,37, Erschießen 14,79, Ertränken 7,32, ( , Erschlag 6,30, 'Erhängen 1,76, Schnitt nien 7,32, Erstiken 6,30, Erwürgen

i. d. Hals 1,76, von der Treppe usw. 1,02 Biere 096, œrpitten 1,17, Sturz

ötungen- ohne nähere Angabe der Art derselben 9,37. Am nied g derjenigen, welhe dur< Verbrennen ums bent LER De M

1906 waren es 1 männlihe und 1 weibliche Person (0,29). even; Die Beweggründe für den Mord und den Dolschio n erforschen

ist die Aufgabe der Kriminalpsyhologie und der Kriminalstatistik: Jedoh weisen die vorstehenden Zahlen bereits mit Sicherheit darauf in, daß selbst eine übermäßig starke Anhäufung von Menschen an eetkehrs- und Arbeitsmittelpunkten (Berlin) für LS allein ein pro- ntual hohes Vorkommen dieses {weren Verbrehens nit bedingt. on Interesse sind no<h besondere Angaben über 73 Hinrichs»

Len von 66 männlihen und 7 weiblichen Verbrechern, die in den 1903" Unf Jahren vollzogen sind. Im Jahre 1902 wuïden 19, bedeutend weniger, nämli<h nur 9 Männer, 1904 aber

Der stete Rückgang dieser Zahl ist .

; er, 1905 dagegen wieder nur 5 Männer, 1906 aber 18 fnner ‘hingerihtet. Von Frauen verfiel nur eine kleine Zahl diesem Schi>ksal, nämlich 3 im Jahre 1902, nur je 1 in den Jahren 1903

4, 2 im Jahre 1905; 1906 ist keine Frau hingerihtet worden. L Metersiht a Hinrichtungen na) Provinzen für die genannten fünf Jahre zeigt, daß in der Provinz Schlesien die meisten Hin- ri{tungen vollzogen find, und zwar an 10 Männern und 1 Frau. &n der Provinz Brandenburg sind glei<falls 10 Hinrichtungen von Männern vorgekommen, die meisten in der Strafanstalt Plötensee bei Berlin, die standesamtlih niht zu Berlin, sondern zu Tegel, des- halb zum Kreise Niederbarnim, Regierungsbezirk Potsdam, gehört. 9 Hinrichtungen wurden an Männern in _ der Rheinprovinz ausgeführt, ebenso an Mävnern 8 in der Provinz Sachsen, 7 in Hannover, 6 in Posen, b in Ostpreußen, je 3 in Pommern, Wesifalen und Hessen- Nassau und je 1 in Westpreußen und Shleswig-Holstein. Die Zahl der bingerihteten Frauen betrug je 2 in den Provinzen Ostpreußen und Posen und je 1 in den drei Provinzen S(hlesien, Sachsen und Hannover. (Stat. Korr.)

Zur Arbeiterbewegung.

Der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe hat, wie die „Voss. Ztg.“ mitteilt, na< mehrstündiger Sitzung den am Montag gefällten Sgiedaspru< der dret Unparteiishen an- genommen (val. Nr. 100 d. Bl). Den Vorsiß führte der Baurat Felish. Die Annahme des Sthiedsspruhs erfolgte mit allen egen Stimmen. Etwa 500 Vertreter aus allen Orten DeutsGlands nahmen an der Versammlung teil. Die Ab- geordneten des rheinis<-westfälishen Gebiets enthielten si< der Stimmenabgabe, versprachen aber, bei thren Auftraggebern eben- falls für die Annahme des Schiedsspruches einzutreten. Der Zentralverband der Maurer Deutschlands hielt gestern abend eine außerordentlihe Generalversammlung ab, um si ebenfalls mit dem Ergebnis der zentralen Vertragsverhändlungen in bezug auf das Lohngebiet Berlin und Umgegend zu beschäftigen. Der Gauleiter Silbershmidt gab zunächst ein Bild über den bis- herigen Verlauf der Einigungsverhandlungen. Sei au< dur< den neuen Mustertarif cine wésentli<è Veränderung gegen die bestehenden Verhältnisse niht ges<affen und kein materieller Sieg errungen, so wurde jedoch eine bedeutende Vershlimmerung abgewehrt. Jn der {ih anschließenden äußerst lebhaften SN eine sih zum Teil sehr scharfe Angriffe gegen eine Annahme des Schiedsspruhs geltend; die Abstimmung sollte heute (Mittwoh) in den einzelnen Bezirken statt- finden. Man rechnet auf die Annabme des Schiedsspruchs.

Anschließend an die Verhandlungen im deutshen Baugewerbe, haben gestern früh vor dem Berliner Gewerbegeriht Eini-

ungsverhandlungen im deutshen Malergewerbe (vgl. Nt. 89 d. Bl.) ihren Anfang genommen. Die Schlichtungs- fommission des Baugewerbes, bestehend Magistratsrat von Schulz - Berlin, Gerihtsrat Dr. Prenner - München und Dr. Wiedfeldt - Efsen, hat au< die Leitung dieser Verhand- [lungen übernommen. Glei<h na< Eröffnung der Sißung kam es zu lebhaften Auseinandersezungen wegen Teilnahme der Hirsch- Dun>ers<hen Gewerkschaften, von denen der Erste Vorsitzende, Land- tagsabgeordneter Golds<midt anwesend war. Hierzu fällte, unter nach- heriger Berü>ksichtigung eines Zusatzantrages des „Verbandes der Maler“, die Schlihtungskommisfion den Schiedsspruch, daß außer dem Nerband der Maler die christlihen und der Gewerkverein prozentual ihrer Mitgliederzahl als Kontrahenten des Einheitstarifmusters zu renen sind. Fernere Vereinbarungen betreffen die Ausdehnung des Tarifs auf alle vom Kampf betroffenen Gebiete und Städte Süddeutshlands, Leipzig und Wismar fowie die no< im Jahre 1908 ablaufenden Tarife, darunter Groß-Berlin. Die neuerdings bereits abges<lossenen Dae bleiben bestehen. Die Verhandlungen follten heute fortgesetzt werden.

Die Etuifabrikanten in Pforzheim, die den organisierten Arbeitern für den 2. Mai gekündigt haben, beschlossen, wie die „Köln. Ztg." erfährt, die unorganisierten Arbeiter wie diejenigen Arganislertene Verständigung suchen, weiter zu beshäftigen. (Vgl.

T. . .

aus

Wohlfahrtspflege.

Ein Fürsorgeaus\<uß hat si< auf Anregung der städtischen R E Siu 12: Fa in Siegen ebildet. Die erste Beratung fand unter Leitung des Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Holtgreven aus Hamm statt, der bekanntli< in diesem Orte eine Urt Jugendgerihtshof zuerst in Deutschland ins Leben gerufen hat. Sämtliche Richter, zwei Geistliche, zwei Schulleiter, mehrere Helferinnen und Mitglieder der Armenverwaltung nahmen an der Sitzung teil und stellten na< einer warmherzigen Ansprache des Vorsitzenden die Saßungen fest. Sie bezeihnen als Zwe> der Ein- rihtung: 1) s< der Kinder derjenigen Eltern anzunehmen, die infolge von Krankheit, Bedürftigkeit, Abwesenheit von Hause oder aus anderen Gründen #< ihrer minderjährigen Kinder nicht fo annehmen können, wie es deren körperlihes und sittlihes Gedeihen erfordert ; 2) a. eine Körper- saft zu bilden, die bei strafbaren Handlungen von Schulkindern zwischen dem vollendeten 12. und 18. Lebensjahre, vor Sens des Straf- verfahrens oder bevor Anklage gegen sie erhoben wird, ein Gutachten darüber abgibt, ob die Minder frigen bei Begehung der slrafbaren Handlungen das E der na esessen haben, das zur Grkenntnis ihrer Strafbarkeit erforderlich ist; b. die Kinder, bet denen das Vor- bandensein dieses Maßes der Einsicht verneint ist, zu _verwarnen und < ihrer, sowie auch derjenigen, die vor die Strafgerichte gebracht werden, anzunehmen, um fie vor weiteren Verirrungen zu bewahren ; 3) dem Vormundschaftsgeriht in allen Fällen die erforderlichen An- zeigen zu machen und si mit ihm in Verbindung zu seßen. Da- bai bleibt die am 12. März 1902 gebildete, unter der Leitung des Armenamtsyorstehers stehende Ortsgruppe des Deutschen Haupts- vereins für Jugendfürsorge, eine Einrichtung, die sich eng an den Ge- samtwaisenrat anlehnt und in der ttlihen und wirtschaftlichen Förderung der minderjährigen Jugend ihre Hauptaufgabe sieht, nah wie vor in Tätigkeit. A

leinwohnungen und Wohnungspflege. Der Alt o- Ea, und Sparverein verfügte am Sabreolhlub 1907 über 153 von ihm erbaute Häuser mit 1309 Wohnungen, 9 Läden und dem Vereinsbureau. Der Buchwert dieser Häuser belief \i< auf 5 345 551 «6 An unbebautem Terrain und an in Ausführung be- grifenen Bauten beläuft si< der Aklivwert auf 267 670 6 Die Spareinlagen und Einzahlungen der Mitglieder betrugen Ende 1907 3774497 4. Der wirtschaftliche Dru> machte s< im abgelaufenen Jahre innerhalb der Vereinswirksamkeit be- sonders geltend; es mußten von 844180 #& Sparein- lagen des Jahres 363 860 4 und von 81464 #4 Geschäfts- nteileinzahlüngen des Jahres 41675 #4 an 584 ausgetretene Mit- Asèder zurü>gezahlt werden. Der Mitgliederbestand ist, bei Neu- s tritt von 403 Mitgliedern, etwas zurückgegangen; er betrug Ende 1906 no< 5436 (darunter 2829 Arbeiter und Handwerker und 2056 Witwen und Laa vayegtn Ende H E erker und en ; Et S und Bauverein hat dur den Neubau von dret Diusern mit 26 Wohnungen die A E Serie ei amilienwohn : ti e e ibeewerbskosten 468 769 6 und „an Baukosten 16 613 4 aufgewandt. Der Verein hat eine Wo deo Lau aestellh, die ständig die Wohnungen revidiert: stadt wird anesie ‘unst- und Kunstgewerbeausftellung in DIALO 4 nber e S {alausstellung für Arbeiterwohnungen E hun A i Arbeiterhäuser mit vollständiger innerer Ginr E La S Preise der Gebäude werden < zwis L ) Vez (für Einfamilienhäuser) und 8000 f (ür De fneen joll den Preis Et beriteigen. ae ür Lübe> wird demnächst ein von 660 4 n<t U é

neues Gese über die Wo nungspflege für die Stadt“ und die Vor- orte in uit treten.

Kunft und Wissenschaft.

Die diesjährige ordentlihe Ge amtsißung der

gd des Kaiserlihen Ar<häologishen Jn-

u hat in den Tagen vom 23. bis 26. April in Berlin statt- gefunden. i:

Der deuts<he Arhäologe Carl Maria Kaufmann, der seit Jahren mit Ausgrabungen der Menasheiligtümer in der Mareotis- wüste beschäftigt ist, hat seine Arbeiten jeßt beendet, Sie es dur Freilegurg der Bäderbasilika in der Thermenan lage der Menasstadt zu einer Bestätigung der Annahme des Gelehrten geführt, daß im Haup paligran der Basiliken ein heiliger Quell vorhanden gewesen sci. Die „Aegyptishe Corre- spondenz* meldet - über die Freilegung der Bäderbasilika, die kurz vor dem Abs<luß der Ausgrabungen gelang, daß die Basilika einen eigenartigen Typ aufweise, einen vierten Basiliken- stil: sie ist eine Basilika mit Gegenapsiden von 20 m Länge und 13 m Breite. Die Reste der 12 einst das Dach stüßenden Säulen, yon denen nur cine vollständig erhalten ist, die Kapitäle und Kreuze lassen es wahrscheinli< erscheinen, daß die Bäderbasilika im fünften Jahr- hundert erbaut wurde. Im Südschiffe des breisiffigen Baues fand man eine Reihe von Badezellen und im Hauptschiffe zwei in Marmor gefaßte Wassershöpfstellen. Das heilkräftige Wasser wurde ver- mutli< aus einem Quell hinter der Menasgruft in einer etwa 200 m langen Leitung mit geringem Gefälle in die Basilika geführt. Von der ganzen Thermenanlage wurden etwa zwei Drittel freigelegt. Neben dem Heiligtum lagen Privatbauten, auf die si die Ausgrabungen au erstre>ten. Es wurden Fundamente, Keller- und Kanalisationsanlagen aus dem 5. bis 9. Jahrhundert sowie eine Zisternenanlage von 17 m Tiefe aufgede>i. Ferner fielen dem Forscher eine Reihe hochinterefsanter Kleinfunde in die Hände: Bücher und Zahlungsanweisungen der Verwaltung des Nationalheiligtums.

Bet der Vereinigung für staatswissenshaftlihe Fort- bildung finden die ersten Einzelvorträge Donnerstag, 30. April, und L 1. Mai, Nachmittags 5 Uhr, im großen Hörsaal des Kgl.

unstgewerbemuseums, Prinz Albrechtstr. 7a, statt. Professor Dr. Lichtwark-Hamburg wird über den „Städtebau* (die Anlage der Stadt) spre<hen. Eintrittskarten werden in der Geschäftsstelle

der Vereinigung, Schinkelplay 6, unter den üblichen Bedingungen ausgegeben.

Literatur.

König Karl von Rumänien von Paul Lindenberg (Ferd. Dümmlers Verlagsbuhhandlung, Berlin). Dieses, jegt in zweiter Auslage ersheinende Werk, dessen erste anläßlich des 40 jährigen Regierungsjubiläums König Karls im Jahre 1906 zur Ausgabe gelangte, bietet ni<t nur cin fesselndes Lebensbild des Fürsten aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen, sondern au< mannigfate interessante Beiträge zu der bewegten Entwi>klungsgeshihte der Donaustaaten. In erster Linie \Pibuécn die rei< illustrierten Blätter den Werdegang Rumäniens, dessen Entstehung aus der „Moldau und Walachei“ und das allmählihe Herausbilden eines national - rumänis<hen Staatsbewußtseins, sowie den Einfluß der Schubherrschaft der „Pforte". Als dann im Laufe der Zeiten der Thron der Fürstentümer, aus einer Hand in die andere übergehend, gewissermaßen ein Spekulationsobjekt der „Hospodare*“ geworden war und politischer Verfall mit Ben Niedergang zugleih ein- trat, erschien allen wahren Patrioten nur ein fremder Fürst als alleiniger Retter. HierdurÞ wollten die Rumänen einerseits all den Zwiespalt und Parteihader, den die Wahl eines einheimischen MNegenten wieder heraufbes<woren hätte, endgültig beseitigen und eine Gewährschaft für Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Krone hafen, anderseits aber au< ihr junges Staatswesen in den großen Familienkreis der europäishen Staaten leihter einführen, um ihm dadur Halt und Stütze zu geben. Nachdem zunächst die Wahl auf den Grafen von Flandern gefallen war, der sie, hauptsähli< wohl infolge Widerstandes Napoleons TIT., ablehnte, wurde im Jahre 1866 fast einstimmig Prin Karl von Hohenzollern vom rumänischen Volke gewählt. Eigentümlihe Wege der Weltgeshihte: ein Sprosse des- selben Geschle<ts, aus dem Friedrih VI., Graf von Zollern (Burg- graf von Nürnberg), bereits 1396, vereint mit einem rumänischen Heere unter Fürst Miscea, vor Nicopolis, oberhalb der Donau, für König Sigismund von Ungarn gekämpft hatte, sollte ziemli 500 Jahre | äter dort seinen siegreichen Einzug halten. Doch bis es dazu kam, wel<

eilen, dornenvollen Pfad hatte der neuerkorene Fürst vorerst no< zu wandeln! Hier seßt nun der interessanteste Teil des Lindenbergschen Buches ein und zeigt in anschaulicher, spannender Schilderung den weiteren Lebenspfad des Zollernfürsten und wie er s{< immer inniger mit den Geschi>ken des von ihm dur<h man<e Fährnifse zu ruhiger Entwi>klung geleiteten Landes vers<lingt, bis si< die Wieder- geburt der Nation unter dem Königsszepter Karls 1. im Jahre 1881 vollzogen hatte. In harter, selbstloser, unermüdliher Tätigkeit hatte der Herrscher Numäniens bis zu diesem Tage Stein und Stein pflicht- und ztelbewußt aufgeführt, ni<t zum wenigsten in dieser Arbeit dur< seine kunstsinnige, edle Gemahlin Elisabeth (Carmen Sylva) unter- stüßt. Besonders anziehend iff au<h die Beteiligung rumänisher Truppen im russish-türkishen Kriege und die führende Stellung des damaligen Fürsten Karl geschildert, sowie die dadur gewonnene politische Unabhängigkeit, welche die spätere Grhebung zum selbständigen Königreih gewissermaßen vorbereitete. Das 40 jährige Regierungs- jubiläum des Königs bildet dann den S(luß der lesenswerten Srift und gibt Anlaß zu einem warmherzigen Rü>kbli> auf die segensreiche Wirkjamkeit des Mannes, dem Rumänten setnen festgesiherten Play unter den Staaten Europas zu verdanken hat.

Land- und Forstwirtschaft. Die Viehversicherung in Bayern.

Nah dem Geshäftsberiht der bayeris<hen Landes-Viehversiche- rungsanstalt für das Versicherungsjahr 1. November s B07 umfaßte die Viehversiherung dieser Anstalt bei Beginn des Berichtsjahres 1552 Ortsvereine (gegen 1523 im Vorjahre), am S@lufse 1614 Ortsyereine mit 81552 Mitgliedern und 520 776 Tieren mit einem Versicherung8werte von 85 489 565 4 (1572 Vereine mit 79 113 Mitgliedern und 505 769 Tieren bei einem Versicherungswerte von 80 125505 # im Vorjahre). Auf einen Ortsverein kamen im Durchschnitt 51 Mitglieder mit 199 versicherten Tteren. Der Versicherungswert stellte si< dur<s{hnittli< auf 267 46 für ein Viehstü>k, für Rindviehstü>ke allein auf 315 4 nach der Früh- jahrs- und 312 4 nah der Herbstnahshau. Im Vorjahre betrug der Durchschnittswert eines Nindviehstü>es 306 #46. Beteiligt waren an der Versicherung 9,04 9/9 aller dur< die Viehzählung vom Jahre 1904 ermittelten Tiere (8,61 9/5 im Vorjahre).

Von den 10 418 Entschädigungsansprüchen wurden 10 330, d, \. 3,22 9/0 der versicherten Tiere, für begründet erachtet, und zwar :

6771 = 65,55 9% für notges<latete, 3347 = 3240 , umgestandene, N 20 S ceiélabiete Tiere, leßtere auf Grund der Schlachtviehversiherung. Der Gesamtbetrag für die festgeseßten Entschädigungen belief \si< auf 1985 292,40 #4 egen 1814058,24 46 im Vorjahre. Aus der Verwertung von teren wurde ein Erl88 von 671 097,07 4 erzielt, sodaß si< die Nettoentshädigung auf 1314195,33 6 stellte, d. \. 1,55 9% der beitragepflihtigen Verjicherungssumme.

Im Durchschnitt ergab si ein Reinerlös von 95,88 4 für ein notges<lachtetes, von. 6,54 4 für ein umgestandenes Tier. Im ganzen betrug dexr Grlôs 33,80 0%/0 der Entschädigung (34,68%/6 im Vorjahre). Unter den versicherten Tieren befanden fi 13 615 Ochsen, 171 138 Kühe, 86 431 Stück Jungvieh, 49 592 Ziegen. Entschädigt wurden 246 Ochsen (= 1,81% der Schadenfälle) mit einer Nettoentshädigung von 41 764 #46 = 0,70 9/0 der Versicherungssumme. 6290 Kühe (= 3,68 9/5)