1908 / 137 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Erste Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußishen Staatsanzeiger.

M 137,

Berlin, Freitag, den 12. Juni

Berichte von deutschen Fruchtmärkten,

1908,

I E EEEEC E R E T I A A ——————_— i

Qualität 1908 : Am vorigen Außerdem wurden gering A gut Verkaufte | Verkaufs. | “pres | Markttage “(Spalte 1 S E ; ür Juni Marktort Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner Menge wert 1 Doppel: E R Tag niedrigster | höchster | niedrigster | höhster | niedrigster | höhster |9oppelzentner E preis dem AXE x nee ——- M T M t M M t t M Weizen. U 1 Lardob / Ls L = 21,00 | 21,00 : L: E Sil e E 18,60 | 20, 20,10 | 21,00 | 21,10 | 21,70 . e e R M6 28 4a | A8 8 . Es 91,00 | 21,00 ; / i E Seel S S 2 a 2 | 2180 | 2180 | 140 | 8322684 21,80 | 21,90 40 S} Göttingen S “E = 20,70 | 20,70 | 2L10 | 2110 : Geldern E 20,30 | 920,60 | 20,60 | 20,80 | 20,80 | 21,10 70 1430 20,43 21,06 | 4.86, 20 : A Ss Ls 19,80 | 19,80 | 2080 | 20,80 310 6 293 20,30 20,50 | 10.6, 40 l D E S i E 20,00 | 20,30 | 20,60 | 20,90 f E Dahgeiau Li fa Æ 22,40 | 22,40 E S 20 448 22,40 : cubraubenblta e E = S 21,50 | 21,80 500 10 8% 21,65 21,60 | 4.6 1000 » 1 Château-Salins „ooooo 20,00 20,40 L : 4 ; i: : Keruen (enthülfter Spelz, Dinkel, Fesen). Mel Langenau L Wrltbg ae v V 2200, 1 2200 1.2960 | 2280. [ 23,00 [7/2000] 73. 164 l 2250 [ 2306| 275.4 y i Roggen. 1: E S S 18,20 18,20 E veran e L 600 | 1800 1 00 | 1900 |/ 41980441930 10 191 1910 J 1906| 97/5. E l Wongrowh a A s 4630 16,50 16,60 16,80 -| 16,80 17,00 40 666 16/65 17,30 | 27.5, s B E "1670 | 1760 | 1770 | 1810 | 1820 | 18,80 è s ; i Sti L. 1200 1790 | 1810 | 1830 | 1850 | 1870 : ; Sid C E 1200| O O 17,70 | 18,80 | 18,80 i S] Mauitee E L pa t = = 18,80 | 19,00 1560 29 484 18,90 18,90 | 4.6. 30 E l Goltagea S E E 20,25 | 2025 | 20,50 | 20,50 i E 1: Geldern (eee N 1840| 1870| 1870 | 1900| 4900| 190 80 1515 18,94 19,560 | 4.6, 25 L E E S 2 18,30 | 1830 | 19,30 19,30 290 5 452" 18,80 18,80 | 10. 6. 30 E D E E E. 18,00 18,60 | 18,70 | 18,90 L : M MWinnendén o o ana iee o E, 17,00 17,00 S E Rastatt. s ets «f 1800 18,00 18,30 18,30 18,50 18,50 21 - 384 18,30 18,80 4.6 L N eubrandenbürg: a Les 7A E E A224 400 7 380 18,45 18,60 4.6 800 N Friedland i. Me>klenburg . « » + - -+ E ; j g 5 : 3 d Château-Salins . « «o 00 18,50 19,00 u 2A f Gerste : : E B00 1490 |: 1440 [1400] 71480" [15,00 30 435 14,50 14,00 | 27.5, S P 1000| 1430 1440 | 1470| 448047 1600 : : : ; E E Ee à . Braugerfte 15,50 16,40 16,59 17,00 : S e o a d I48C-| 16,00} 1580 | 1600 | +1680 17/00 : , E S a 21600.) 4500) 1060 f 1600 17,005,717,00 : 2 - S S N46 En 1550 | 15,50 = = 290 4 495 15,50 15,50 | 4.6. 20 ad ilinlen a uis E = 1610 | 1610 | 1875 | 18,75 - Neubrandenburg E a A a =— 15,60 15,00 200 3 000 15,00 15,00 4.6 400 7 GhütedwSalins A ie de -— 19,00 20,00 Î : A 3: ü : L ; : fe S “Safer. , : 1E eo I T G S E O0 24 | : ; U E e Sr , ; / , j; 16,60 j 392 16,33 16,50 | 27.5 y L 1400 | 1420 | 1440 | 1460 | 1480 | 15,00 20 ; h Í E eBlan S S T E 1470 | 1450 | 1460 | 1510 | 1520 | - 1270 es Es a e e R | : rs{berg i. Sl. . s ; j 5,00 15,00 17 252 14,80 1480 | 4.6. 1 Rätibor s E 14,00 15,40 450 6615 ; ‘6. e e | o N 08 | S BB A L eldern Ia E « j ; ; 1 1 90 60 1 020 17,00 L j Ne ; 16,00 | 17,00 150 2475 16,50 1650 | 10.6. 20 e E z aube en E L a _ : j j 199 18,13 / i D s E Ss 1400 | 1420 | 1430 | 1450 / P S 25. J-Winnenden 2 h 17,30 | 17,60 | 17,70 | 18,00 | 1820 | 1820 73 1293 17,80 17,60 | 27.5. 7 Langenau i. Writbg. « <. «» « « 17,20 17,40 9 156 17,30 17,21 27.9 4 7 E S Sis 18,00 18,00 - E so 506 Su 200 18,50 4.6. 2 eubrandenburg « “+ » o » o S E f j 9,60 - Ll -ChütchtiSalime e i L =— 1680 1 1720 s E P A N

Bemerkungen. Die verkaufte Men

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung,

Berlin, den 12. Juni 1908.

e wird. E volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. daß der betreffende Preis nit vorgekommen ift, ein Punkt (.) in den leßten se<s Spalten, daß entsprechender

Kaiserliches Statistishes Amt. van der Borght.

Der Dur@hschnittspreis wird aus den unab erundeten Zahlen bere<hnet.

eriht fehlt.

Wohlfahrtspflege.

Fortschritte in der Jugendfürsorge. Deut brend der leßten Monate hat in der Iugendfürsorge in So Yland mancher weiterer Fortschritt festgestellt werden | können. ürde in Hamburg eine auf das Stadtgebiet begrenzte : aide für private Jugendfürsorge“ ins Leben gerufen, sationes tigkeit unter Fühlungnahme mit den bestehenden Drgani- Su der Jugendfürsorge beginnt. Die neue „Zentrale“ will tôden s vie andere ihrer Art in Berlin, Frankfurt, größerer Ski: Arbeitskräfte und Mittel zwe>mäßig zur Erreichung ihre Haute konzentrieren; allein sie hält es zunächst für Falle männlz0be, mehr freiwillige Kräfte, also in ibrem eine intensiy! e und weibliche „Jugendpfleger“ zu gewinnen. Es ist Bevölkerun c ‘gitation dur Aufflärung und Belehrung der mittleren gibt es in gs ten in vorgedahtem Sinne geplant. In der Tat ae freiwilligen sozialen Arbeit zur Zeit kaum eine wichtigere die, einer na< vielfachen Beobachtungen drohenden 1eMtzeitig vorzubeugen. Die Hamburger Zentrale wird Bepzspe neinnühi e Verständnis der von ihr in Betracht gezoge- leine A; erungesc{ichten richtig einshäßen und bald über eine iur ene bon Jugendpflegern versügen, die ihren Plan tine «Ju cfübrung gelangen läßt: in jedem Stadtbezirk Jugendfrs ndpflege* einzurihten, die die gesamten Bestrebungen der R Uen orde innerhalb dieses Bezirks verkörpert, alien Hilfe- und sem ß ers en Beistand und Auskunft bietet und für neue als zeit- regun Geinénde Einrichtungen auf dem Gebiete der Jugendfür]orge (ation die uesitE: _Dié Zentrale hat na< Schaffun dieset Organt- Pfleg tung" und Erhaltung des Ganzen als Aufgabe, fie bietet Unterrichte Unterweisung und Beratung in der Jugendfürsorge und WspruGn sie über bestehende Hilfseinrihtungen und deren Fn- verbanzdme für geeignete Fälle. In Baden konnte der Lan des - uf eine für Jugends<ußz und Gefangenenfürforge am8. Mai Dieser Veczige und erfolgreiche 25 ]ährige Tätigkeit zurückbli>en. durchaus band umfaßt 60 Bezirksyercine, dénen statutengemäß ein

behufs planmäßiger Sicherung der Gesamtarbeit vereinigt sind. Der Landesverband verfügt über ein Vermögen von 160 000 4 und unter- stützt vielfa die Einzelaufgaben der Bezirksvereine. Einen {önen Vertrauensbeweis erhielten die Schußvereine gelegentli<h thres vor- erwähnten Jubiläums je des badischen Iustizministeriums, das ihnen die Aufsicht über die meist jugendlißen Sträflinge über- trug, denen nah $ 23 des R.-St.-G.-B. ein bedingter Strafauf- {ub zuteil wird. Dieser den Bezirksyereinen überwiesene neue Zweig des Helferdienstes ist als besonders wichtig in sozialer Beziehung an- zusehen. Die notwendige Kontrolle, ob vorzeitig entlafsene Sträf- linge fi< in ihrem Zivilverhältnis gut führen, fodaß thnen eventuell der Rest der Strafe erlassen werden kann, ist natürlih weit dezenter und unauffälliger dur< Privatpersonen als dur< uniformierte Poltzeibeamte durhzuführen, und daß die badishen Bezirksvereine über geeignete Hilfskräfte für solhe Schußaufsiht verfügen, geht aus der Tatsache hervor , ein großer Teil der Mit- glieder gleichzeitig mit dem Verbandsjubiläum au<h ihr persön- lihes 25 jähriges Mitgliederjubiläum zu feiern in der Lage war. Fn ähnliher Weise, wie in Baden, hatte bereits kurz vorher das Fustizministeriuum die Aufsicht über vorzeitig entlafsene Ingendliche den württembergischen analogen Bezirksvereinen übertragen. Hierbei is für Württemberg au< der Hinweis an- ebra(t, daß auf Veranlassung her Zentralleitung des württem- bergischen Wohltätigkeitsvereins si< unter besonderer Förderung der Königin Mitte Februar d. I. ein Landes- verband für Jugendfürsorge gebildet hat, der dur< Beitritt der obersten Landesbehörden, vieler Verwalturgs- und Gemeinde- behörden fowie von Vereinen, Stiftungen, Anstalten und Einzelpersonen {hon Anfang Mat einen Umfang erlangt hatte, der zu den {önsten Hoff- nungen bere<tigt. Von weiteren Konzentrationsbestrebungen in der Jugendfürsorge ist -no< erwähnenswert, daß in der Provinz Ot- dreußen bervorgerufen dur das planmäßige Vorgehen des zuerst im Regierungébezirk Gumbinnen, dann im Regierungsbezirk Allenstein wirkenden Regierungspräsidenten Hegel nunmehr au< für - den Regierungsbezirk Königsberg ein „Verein zur Fürsorge für die

württembergis<e

er selbständiges Handeln zusteht, die aber in dem Landetverbande

\<ulentlassene Jugend * entstanden is, der mit den Schwester-

vereinen in Gumbinnen und Allenstein na< gemeinsamen Gesichts- Bunt gute m G8 wee 1 insen, Ha De ofpreule nisation für die übrige

DetiS Tele Et gen preußishen Provinzen vor Auch in den zeitgemäß erscheinenden Abänderungen öffentlicher Armenordnungen bildet eine bessere Gestaltung der Kinder- und Jugendfürsorge den Grundton. Für die jüngste Zeit kommen in dieser Beziehung insbesondere die Großstädte Hamburg und Kiel in Betracht. Die neue Hamburger Geschäftsordnung für die öffentliche Armenpflege (ausführli< mitgeteilt vom Direktor des öffentlihen Armenwesens Dr. Lohse in den „Blättern für das hamburgishe Armenwesen“, 1908, Nr. 3, und in der Münsterbergschen Mei, für das Armenwesen“, 1908, Maiheft) bildet etne erwünschte Einführung in das neue hamburgische Gesetz über das Armenwesen vom 11. September 1907, Dieses neue Geseß erstrebt die Verminderung der Arbeitslosigkeit dur< Verständigung mit der Baudeputation, die ältere, niht mehr voll arbeitsfähige männliche Pzrsonen als Wächter oder für ähnliche Funktionen gegen eine Tagesvergütung vön 2-16 an- stellt, wogegen die Armenanftalt in Krankheitsfällen für diese Personen die Fürsorge übernimmt. Hier wird also na< Möelteit das Prinzip „Arbett statt Almosen“ zur Dur(führung gebraht. Sie übernimmt ferner, indem sie Wohnungsbeibilfen oder Frei- wohnungen gewährt, die Fürsorge für obdahlose Frauen und Kinder, sofern_folhe bisher in Hamburg seßhaft waren, während die weitere Obdachlosenfürsorge wie bisher der Polizeibehörde verbleibt. Ferner bietet die neue Armenordnung den geeltern un- entgeltliche ärztliche Hilfe für ihre Kostkinder, erweitert den Umfang der Verabfolgung von Kleidungsstü>ken an Bedürftige, verabreicht dur< eine Reihe von Milchküchen an Kinder bis zum Alter von 14 Iahr sterilisierte Mil, gewährt Krankenkost und orthopädische Behandlung, vermittelt Pur abgeshlossene Verträge Hauspflege ür erkrankie Frauen und Wöchnerinnen und dehnt die Für- orge für Lungenkranke. au< auf Kinder von nicht unterstüßten amilien ays. Diese Beschränkung fällt au< weg hinsichtlich der ürsorge für \krophulöse und kränklihe Kinder, für welche Ausgaben ein besonderer Spezialfonds des Armenkollegiums aufkommt. Bes