1908 / 159 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Kunft und Wissenschaft.

A. F. Der leßte Sonnabend und Sonntag im Juni sahen die Miialieder der Berliner Gesells<haft für Anthropologie, Æthnologie und Urgeshihte mit ihren Damen zu einem A usflug über Stendal na<h Salzwedel pereinigk Ein zweistündiger Aufenthalt in Stenval am Sonnabendnahmittag wurde zu einem Rundgang dur< die Stadt, zur _ Besichtigung ihrer s<bnen mittelalterlißen Tore, des Rathaufes, Söhnen, Win>elmann und Nactigal, geseht hat, und nicht zuleßi zur Betrachtung des Altmärkshen Museums benußt.

der ;

beiden großen Kirchen, des Roland, der Denkmale, die Stendal seinen ß | 21a ‘aus ber Erde kufedgk Dies Muúseum }

Tiegt in einer bös yoectishen Umgebung, nämlih im prächtigen |

Kreuzgange des Doms. b : ret Interessantes aus geshihtli<er Zeit : Urväterhausrat die Menge, eine altmärkisGe Bauernstube und anderes einer genauen Kenntnis- rahme sehr Wertes. Gegen Abend langte die Gesellshaft in Salzwedel an. Der erste Besu galt dem im Gebäude der böheren Töchterschule untergebrahten Museum des Altmärkishen Vereins. D ift erst vor kurzem aus den bisherigen Räumen hierher übergesiedelt. Es ift Lo anzuerkennen, daß die Herren Gaedke und Zachlin sich der großen Mühe unterzogen haben, in wenig Wochen die außerordentlih reihhbaltige vorges<ihtliche Sammlung, eins{ließli< des bisher nit untergebraht gewesenen Zuwachses der leßten Jahre, so weit zu ordnen, daß: diese viele böhst terefsante und wichtige Funde enthaltende Sammlung einen sehr guten Eindru> machte und bei den Kennern uneingei<hränktes Lob te. Systematischer Drduung hauen no< die Geg:nstände aus bistorisher Vergangenheit: alles Vaterländische soll hier einen Plat finden, au< eine geologishe Abteilung ift in Vorbereitung. Der lange Juniabend gestaitete es, no< viel zu sehen, ebe man dem Ruhebedürfnis seia Re<t gönnte. Das jet nur 10 000 Ginwohner zählende, aber in neuem Aufshwung begriffene Salzwedel is ehrwürdizer Bodea. Um 550 v2n den sen ge- ründet, wurde es 780 {on von Karl dem Großen zum

iz der Markgrafen der Nordmark gemaht und mit einer Burg ausgerüftet, deren Ruinen (Turm und Wälle) no< inmitten der Stadt vorhanden sind, da wohl mit Recht angenommen wird, daß der alte Ba>steinturm von 1150, der den Mittelpurkt der Burgruine bezeichnet, auf der Stelle und dea Funda- menten der farolingis<en Burg errihtet worden ist. Aus seiner mittelalterliGen Glanzyeit, wo Salzwedel dem Hansabund angehörte, besißt es fünf Kirhzn und zahlreiche prächtige alte Häuser mittel- alterlihen Gepräges, deren \<öône alte Höfe mit Ret das Entzü>ken der Kenner erregen. Zu vielen dieser Erinnerungspläße an eine große ges<hiGili(e Vergangenheit lenkte die Gesellschaft ihre Striite, nahdem zunähst dem Rathaussaal im D ¡Ratnanis a kurzer

aus ist erft im nn 1 ( der traurigen Zeit errichtet worden, in der infolge des Dreißigjährigen Krieges Deutschland für Jahrhunderte vom reichsten Lande Mittel- europas, als das es im 16. Jahrhundert gelten durfte, zum ärmsten Herabgedrü>t worden war. Sehr bemerkenswert ist der gotische Bakjteinbau des altstädtishen Rathauses, beute Sitz des Amtsgerichts, in dessen Schöffengerihtsfaal Fresken aus dem ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts den Bli> fefleln. Ehrwürdig erscheint auch die 1474 erbaute Propstei Salzwedel, heute Siß des Landratsamts, ferner der märkis&e Ba>iteinbau des Steintores. Hohes Interesse aber erwe>ten vor allen die im ftimmungevollen Dämmerliht des bellen Sommer- abends besuchten, ausnahmélos aus dem Mittelalter stammenden Kirchen: Die Marienkirche, 1225 erbaut, deren an Kunstwerken reiches Innere bewundert wurde: ein Bronzetauftabernakel, ein prahtvoller

{ügelaltar mit rei<em Figurens<mu>, ein rei geshnißztes Nlierblatt, ebensolhe Chorstüble, ein Lesepult aus der Mitte des 12. Jahrhunderts alle diese -Holiskupturen -im

edelsten gotishen Stil. Etwas jünger in ihrer Gnistehung ift L Fbarinenkirche mit ihren berühmten Slasmalereien, einem funsivollen Taufkefsel von 1421, einem desgl. Taufgehege von 1467, ferner die kleincre Mönthkirche, die Lorenzkirhe -aus dem 13. Jahr- hundert. Der Abend vereinte die Berliner Säste mit ibren Salz- wedeler Freunden im Kaiserhofe. Zeitig am Sonntagmorgen ent- führte ein Extrazug der Salzwedeler Kleinbahn die 78 Teilnehmer nach Diesdorf, südwestlich von Salzwedel gelegen. Hier wurde zunächst der Kirche ein Besuch abgestattet, die als chens Zubehör des 1161 érrihteten ngfrauenklosters den - Vorzug hat, der älteste und Tihe Ba>steinbau der Altmark zu sein. An der S Em p iber Bf unter en die ehrw e, eine ge a Le uende Kirche a Fhrem bohen Alter entsprehend, besigt die Kirche einen Schaÿ wertvoller Grinnerungen an ibre e e Be- stimmung, u. a. alte. Meßgewänder, reih ges<hmüdte Altar- deden, zum Teil außerordentli< s<ön und gut erhalten, eine willkommene Augenweide besonders für ktie Damen der Gesellschaft. Der Rest des Tages gehörte ' dem Hauptzwe> des Autfluges, der Besichtigung von Hünen- oder genauer benannt „Stein- fammergräbern“ der jüngeren Steinzeit, an denen die Altmark so überreich ist, daß fih im Laufe des Tages mehr als einmal den Berliner Teilnehmera die Bemerkung auf die Lippen drängte, die Bewohner der Reihthauptftadt ahnten gar niht, welhe kostbaren Erinnerurigen an eine ferne Vergangenheit unseres Volkes und in welcher reizvoll landshaftlihen Umgebung, zuglei< von Berlin aus so \<ne

erreihbar, gewissermaßen vor seinen Toren zu finden seien. In Diezdorf wurden bereitgestellte Wagen bestiegen und zu- nächst zu einem an der ittinger Chauffee gelegenen Grabe gefahren. Es seien hier zunähst die allen Gräbern

der neolithif eit eigentümlichen, im wesentlichen übereinstimmenden Züge kurz inie efaßt: Steinkammergräber find aus großen Findlings- blôden, wie solche die Gigzeit in Massen über die norddeutshe Ebene versireut hat, angelegte Gräber der jüngeren Steinzeit, bestehend im gllgemeinen aus einer Kammer, die aus aufre<t hingeftellten Stein- Tôden gebildet und mit flahen, breiten Steinen bede>t ist. _ Die Es dieser Gräber, früher wohl alle, find von einem Stein- as E umgeben, viele von ihnen zeigen no< eine Aufshüitung innerhalb des Geingebeges. Man nimmt heute an, daß die Steinkammern selbst ewesen 8 vornehmer Leute (etwa unserer Gutshecrsaft vergleihbar) S find, während die geringen Leute in der Umbegung auf oder E V m von etwa kopfgroßen Feldsteinen beigeseßt ta déc E i denen ih ein übereinstimmendes Pflaster gewöhnlich a Chaufi i in befand. Das erftbesuhte Grab an der Wittinger E N Anm Steingehege 10 m lang und 8 m breit, von der Armes E Wandsteine und 4 Desteine vorhanden. rah von 246 axf NT N Mlle Weiter, 0” eIRCCTON? i + wurde, dessen am „s Eade_ befindliche Kommer no< 18 Wand- und 6 Dediteine zeit. Der Innenraum dieser ér mißt 10 auf 3 m; es ift daraus zu entnehmen, gegebenen Falles die Kammer nicht einen, sondern mebrere Leihname aufnahm, vermutlih also Familiengrab war. No wurden im nahen E S Molmke einige bier gelegene Gräber aufgesuht und dann ahrt na< Drebenstedt fortgeseßt, wo h das größte Steinkammergrab der Altmark befindet. Es is 47 m lang und 10 m breit ; die Stelinkammer, von bér no< 12 Wandsteine und 5 De>steine vorhanden find, mißt 81, auf 2 le E De bie M W Ée es Draa größten. Der die N -- ebenftedter Grabes Wähter ragt 24 m hoc über die Erde. Die ganje bera Ee noh 61 grceße Blôde, deren ungefährer, 514 cbm «etragende inhalt einem Gewicht. von 140 000 kg entspriht. Vom größten Srteinkämmergrab führte die Weiterfahrt bis Bornsen zum Zeinsten ber Altmark, das nahe der Borrsener Müble kiegt und _gur 5 auf 2 m mißt, Von seinem Baumaterial sind _no< * 12 Wanb-_und 3 Désteine vorhanden. Hierauf wurde im Walde bei Willnterfen, dessen hübsche alte Dorskirhe ihres malerischen Aussehens halber allseitige Beachtun d vorgenommen, zu der Gutsbesißer Schulz die Anregung gegeben batte, dem ihm im Walde seines Besißztums eine Anzabl regelmäßig

Es enthält auser präbiftorishen Dingen auch i

Das Museum |

fand, eine leine Auêgrabung *

sestalteter Hügel aufgefallen waren. Es wurde in dem geöffneten

Hügel tatsähli< eine kleine Steinkiste aufgede>t, an der jedo< betde De>steine fehlten und in der nur wenige Tonsherben und einige kalzinierte Knochen si< fanden. Allem Anschein nah war der Hügel s<on früher einmal aufgegraben worden. Nah im Gasthause zu _Molmke in dessen geräumigem Tanzsaal ein- genommenem Frübstü> wurde der prächtige, dem Landrat von der Schulenburg gebörige Forst bei Nieps und hier zunächst das besonders maleris< gelegene „Grab auf der Höbhe* aufgesu@t. Es besteht zur Zeit no< aus 55 Steinblö>en; besonders groß ist ein als „Wächter“ angesprohener E>stcin, der, 1,7 m breit, t. Die Kammer mißt 7 auf 2 m und zeigt 13 Wand- und 5 De>steine. Beide mittleren De>steine sind rage B weshalb von einigen Seiten angenommen worden ist, daß ¡wei Kammern vorhanden waren, eine Annahme, die na dem Befund aber niht gere<tfe1tigt ist. Mit großer Sorgfalt pflegt der Be- figer die Steinkammergräber auf seinem Grund und Boden. Nament- li das hier geschilderte große hat er mit Bäumen umpflanzt, aber Leider au< flanit; „leider“, der Zufammen- halt der Steine keinen s{limmeren Feind als langsam, aber fiher ihn lo>ernde Baumwurzeln kennt. Von diesem Grabe aus ging die Gesellschaft zu Fuß dur< den wundervollen Wald, dann durH eine Allee riesiger Fichten hinab ins Tal des luftig dahin- fließenden Hartaubahes, der si< weiterhin in die bei Salzwedel \<ifbar werdende Ieetze ergießt. Nicht allzuweit hatte man zu wandern, um zu einer mähtigen Eiche zu gelangen, die bei einem Umfange von 8 m in Brusthöhe wohl zu den stärksten lebenden ihrer Gattung gehört. Weiterhin führte der Weg nah Nieps zurü>, wo die Wagen wieder i ge wurden, unter Verziht wegen vorgerü>ter Stunde auf den Besuch von 5 bis 6 Steinkammergräbern, die auf dem Wege von Nieps na< Bornsen liegen. Denn vor allem galt es nun, bei Stôö>theim ein berühmtes Grab zu sehen, das als Typus eines „Hünengrabes“ aus zablreihen Abbildungen bekannt geworden ist, und wovon ein Oelgemälde si< au< im Müseum für Völker- kunde befindet. Leider bleibt der pen rie Anbli> -des Grabes nit unbeträhtli< hinter der Vorstellung zurü>, die man fi< aus Bildern davon gemacht hat; denn unter dem Einfluß des Baum- wuhses es haben fi Kiefern in der Nähe ausgesät lo>ert sich der Zusammenbalt der Steine, und es {eint die Zeit nit fern, wo das prächtige Grab gänz zerstört sein wird. Die Kammer besteht ¿. Z. aus 14 Wand- und 4 De>steinen, während im Jahre 1843, nah Daneels Beschreibung des Grabes, drei jet abgestürzt am Boden liegende Wandsteine no< aufre<t standen. Es scheint hiernah mögli und die Gefahr vorhanden, daß au< der besonders imposante, 5 m lange De>stein, dessen Gewicht auf 22 000 kg ges<häßt wird, si Je und die Sroßartigkeit des Eindru>es dieses mit den Pyramiden gleih- altrigen Menshenwerkes weiter vermindere. Hoffentlich schenkt der Alt- märkishe Geshichtsverein der Sache die ihr gebührende Aufmerksamkeit. Mit der Besichtigung dieses z. Z. no< imposantesten Steinkammer- grabes {loß die Gesellshaft den HauptzweX ihres Ausfluges ab. Nur auf eine merkwürdige Verwitterungsersheinung der Steine wurde noÿ aufmerksam gemacht, bei der se same die liebe Dorfes jugend den Eierungaenlaes fördersame Beihilfe leistet. Dur Verwitterung der in Gneis und Granit enthaltenen Feld- spatkristalle bilden \s{< nämli< an der Oberfläche kleine Vertiefungen, Näpfchen genannt, an deren weiterer Vertiefung die Dorfiugend mit, ihren Messern hilft, Früher waren diese Näpfchen vor solchen Gingriffen grwisscmales ges<üßt, weil fh an fie abergläubis<e Vorstellungen knüpften. Heute find diese ver- blaßt, nur in Stö>theim berrs&t no< der Glaube, daß in jeder Neujahtsnacht an den mit Näpschen versehenen Steinen drei Näpfchen versGwinden, dagegen drei neue entstehen. Man scheint zur Fest- stellung des Sachverhaltes no< nit daran gedacht zu haben, die vor- ä zu zeihnèn. No< wurde in Stöd>heim ein

in e gemahter Münzfund beirahtet, der aus der Zeit des 30jährigen Krieges zu stammen s{eint, und dann hier und in den verschiedenen Ortschaften, die man passierte, dem künst- [erishen Shmu> vieler alter Bauernhäuser Aufmerksamkeit geschenkt. Diese bestehen häufig aus au8gemauertem Fahwerk, und sehr häufig sind die Balken mehr oder weniger kunftreih ges<nigzt und bemalt, im leßteren Falle zumeist mit Blumen und Sprüchen. Au ein alter Pichbruzaen mit Haspel wurde als eine heute sehr seltene Wasser- bevorri@tung mit Interesse angesehen und daran erinnert, da vor wenig Jahrzehnten dergleichen no< in vielen Städten fogar vor-

den wär. ; Es “s Es war inzwischen Spätnahmittag und Zeit geworden, an die eide ju denken. Vorher aber würde der freundlihen Ein- ang 2es Grafen von der Shulenburg-Beehendorf nah dem Stamm- gut seiner Familie dorf L itioroein r e Le Sgloß-

herr empfing die Gefsellshaft und führte bur seinen berrl Park na< der hohgelegenen Ruine des mittel- alterlihen Stamms{hlosses, von wo aus man si< des An-

blides eines übtraus anmutigen, bügeligen Geländes mit Fern- fiht auf eine \{öôn angebaute, fruhibare egend freute. Hier fielen im besonderen die anerkennenden Bemerkungen der Berliner Teil- nehmer über die ungeahnten Reize der Altm Ein fröhli<es Mahl vereinte dann alle Teilnehmer auf dem Bahnhof Beeßendorf, von wo no< vor Sonnenuntergang die Rü>fahrt nah Saljwedel und Berlin

erfolgte. Bautwwesen.

Ein Wettbewerb um Entwürfe zu einem architekto- ishen Aufbau, verbunden mit einem Wasserbe>en im ilhelm Wunderlih-Park in Meerane î. Sa. wird unter den Mitgliedern des sähsishen Ingenieur- und Architektenvereins sowie den in Meerane geborenen oder dort wohnenden Architekten mit Frist bis zum 19. ber d. I. amarioT Drei Preise von 00, 450 und 300 4 find ausgeseßt. Für den Ankauf weiterer Gnt- würfe fteben no< 300 # zur Verfügung, Unterlagen find gegen postfreie Ginsendung von 2 #, die bei Ginlieferung eines Entwurfs jurüd>erftattet werden, von Fabrikant Karl Schmieder, Meerane i. Sa., Marienstraße 18, zu beziehen.

Land- und Forftwirtschaft.

Die landwirts<haftlihe Akademie Bonn-Poppelsdorf wird im laufenden Sommerhalbjahr (1908) na< vorläufiger Fest- stellung von in2gesamt 517 (478) Studierenden besu<t, und zwar von 492 (452) ordentlihen Hörern und 25 (26) Hospitanten.

Unter den ordentlichen Hörern befinden gs: Studierende ter Tari 338 (30 D (149), Studierende der odäâfie und Kultur- ten .

(Die entsprehenden Zahlen des leßten Winterhalbjahrs sind zum Vergleich in Klammern beigefügt.)

Sz

tand der Getreidesaaten in den Vereinigten Staate E von Amerika anfangs Juni 1908. f

Der neueste amtlihe Bericht über den Stand der Getreidesaaten in den Vereinigten Staaten von Amerika anfangs Juni 1908 meldet einen auêgezeihneten Stand der Weizen- und au der Hafer-, Roggen- und Gerstesaaten in Vergleich mit dem leßten Jahr, und bei größerem Anbau als damals éröffnen si Aussichten auf eine Getreideernte, die nur selten in früheren Jahren übertroffen worden ift. Im einzelnen find die Angaben des neuesten Regierungeberihts die folgenden :

Der Stand des Winterweizens hat fi< im lezten Monat um 2,4 Punkte vers{le<tert, denn bie Summenziffer des Dur<h- shuittéïtantes am 1. Juni ist 86,6 (bei Annahme von 100 als Normalstand) gegen 89,0 am 1. Mat d. I. und 82,9 am 1. Juni 1907. Da ferner die Schäßung des diesmal mit Winterwetien bepflanzten Gebiets auf 29 751 000 Aer lautet (gegen 28 132 009 A>er am L Juni 1907), während die Anzeichen auf einen Durhscnittsertrag von 14,9 Bushel vom A>er hinweisen, so darf man nah Bere<nung des Statistikers der Produktenbörse den Ertrag der diesjährigen Winterweizenernte auf 443 290 000 Bushel veranslagen in Vergleich mit 405 101 000 Busbel im Vorjahre.

ür die Frühjahrsweizensaat gibt der amtlihe Bericht den Durchschniligstand für den 1. Jani mit 95 an, welcher Ziffer die vorjähzige von 87,7 und die Dur(hschnittsziffer für den 1. Junt der leßten 10 Jahre von 93,2 gegenübersteht. Da die dicémal mit Sommet- weizen bestellte Flähe amtli<h auf 17 710000 Aer veranschlagt ift (gegen 16 464 000 A>er am 1. Juni 1907) und die Anzeichen bisher auf einen Ertrag von 16,6 Bushel vom Aker (gegen 15,5 im letzten JIahré) hinweisen, fo darf man auf einen Ertrag der heurigen Sommerwekzenernte von 293 980 000 Bushel renen. Das Ergebnis der legten Ernte wurde auf 255 192 000 Bushel ges<äßt, und die bisher größite Ernte war die des Jahres 1899 mit 293 185 000 Bushel.

Stellt man die Ziffern für die beiden Weizensorten zus sammen, so ist anscheinend ein Gesamtweizenareal von 47 461 000 A>kern vorhanden gegenüber der vorjährigen Anbauflähe von 44 596 000 A>ern. Es ist Aussicht vorhanden auf eine diesjährige Gesamtweizenernte von 737 270 000 Bushel, während die leßte Ernte S E Schäßung ein Erträgnis von 660 293 000 Bushel

ese atl.

Der Dur@hschnittsstand der Ee am 1. Juni 1908 kam 92,9 9% des Normalstandes glei< gegen 81,6 9% am gleihen vor- jährigen Datum; das mit Hafer bestellte Areal ift diesmal auf 31 644 000 Ader zu veranschlagen gegen 31491 000 Aer im gten ; Jahr. Bei einem vermutlihen Durhschnittserträgnis von 34,8 Bush vom Ader steht eine Ernte von 1101 000 000 Bushel in Aussicht, während die leßtjährige 979 370 000 Bushel einbrachte. j

Für Roggen meldet der amtlihe Bericht einen Durlhschnitts- stand von 91,3 für 1. Zuni d. J. gegen 84,5 am gleichen vorjährigen Datum, und bei einer Anbaufläche von 2015 000 Ader gegen 1 926 000 vor einem Jahre steht ein Ertrag von 33 449 000 Bushel R E im Vergleich mit der leßtjährigen Ernte von 31 566 000

Für Gerste meldet der Bericht einen Durchschnittsstand für 1. Juni von 89,7 gegen 88,1 vor einem Jahre, arvlos A Aci von 6 697 000 Aer gegen 6 448 000 wird der Ertrag auf 187 516 000 Bushel veranshlagt gegenüber dem leßtjährigen von 153 587 000 Bushel. (Nah der New Yorker Handelszeitung.)

Einführung neuer Kulturpflanzen in d ; Staaten von Amerika. Vereinigten

Während des Fiskaljahres 1906/07 haben, wie {on seit ver- verschiedenen Jahren, beauftragte Sachverständige des dts E departement der Regierung in Washington untergeordneten „Bureau of Plant Industry* Gécicbiebene fremde Länder nah Nußpflanzen durGforscht, die zum Anbau in den Vereinigten Staaten von Amerika geeignet erscheinen. :

China wurde als ein ergiebiges Land für solhe Pflanzen erkannt, und dort ist ein Forsher während des ganzen Jahres tätig gewesen. Er bereiste die wenig bekannten Gebiete von Südsibirien, die Grenze der Mandschurei, die außerordentli< tro>nen Gebirge westlich von Peking und das fruchtbare Land zwischen Peking und Hankow. Er s<i>te über tausend Samen- und Pflanzenproben“ na< den Vereinigten Staaten zur versu<sweisen Anpflanzung. Darunter waren Brombeeren und“ Johannisbeeren von Nordkorea, Aepfel aus der Nord-Mandschurei, eine Sammlung von 24 verschieden benannten Birnen aus Nordchina, verschiedene Strau(hkirshen, Pflaumen und Lirsixe aus Nordsibirien, der Tro>enheit widerstehende Luzernen alfalfa), Trodenlandreis, verschiedene Nahrungspflanzen aus solhen Teilen der Mändschurei, die im Klima den Staaten Nord- und Süd- dakota gleichen, eine Frühkirsche, die hon Mitte April in einem dem nordkalifornishen entsprehenden Klima zur Reife gelangt, außerdem Ce einabe ahl außerordentli< ausdauernder Zierpflanzen aus

rd(hina.

Ein anderer Forscher, der insbesondere mit der Auffindung neuer für die Union geeigneter Futterpflanzen beauftragt war, brate Samen einer sibiris<hen gelbblühenden Luzerne mit, die sh in dem rauhen Klima des Nordwestens zu vielversprehenden Pflanzen entwi>elten. „Toten“-Klee, der aus Norwegen eingeführt wurde, wird in Dakota probeweise au Zwei der interessantesten und ausfihtsreichften Dflamzeneinfu ren wurden dur< Mitwirkung des amerikanis<hen Bot- hafters in Peking ermögliht. Hierbei handelte es fi< um eine in der Mongolei auf tro>nem Boden wa<hsende Luzerne und um einén a Palee, “Man erwartet von der Anpflanzung dieser Gewächse a d:

F

W große Erfolge. Ns - ür die Reispflanzer im Süden der Union wi<htig is die Ein- führung von 46 vershiedenen Sorten Reis aus vielen Teilen der E lian aus E [2A T Sie d Iu die n thr en e dort a e 8 Ms e O Pee Ertrage il E A S edeihen der dur< das Bureau aus Ostindien et feins<me>enden Man gopflaumen hat in den oblen Beitr E der Union zur Anpflanzung dieser Fru<ht angeregt. Die Versuh3- ftationen in Hawali und Porto Rico haben diese Kultur aufge- nommen, aber au Privatpflanzer haben Gärten für die eingeführten Man R G beit völ e zunehmende Knapp von ern für \ dem Bureau Veranlassung gégében N uten E Í 4 Bambusanbaues in Japan ünd anderen Gegenden binsihtli< der ort seiner F in den Vereinigten Staaten. V

er- ene Sorten wurden eingeführt und Anordnungen zur P OTARE LA en

An in verschiedenen Teilen des Südens sind g

In dem Bestreben, die Mattenfabrikation in der Union zu ér- [eihtern, find shon seit Jahren für die Mattenflechterei geeignete Pflanzen von den Beauftragten des Bureau of Plant Industry auf- gesuht worden. Ein genligender Vorrat solher Pflanzen wurde aus dem Orient und Aegypten beschafft, und im Einvernehmen mit Industriellen, die ernstli< die Mattenfabrikation in die Hand zu nehmen gewillt find, sobald eine solhe in den Vereinigten Staaten

mit Vorteil ausführbar erscheint, ist man im Begriff, ebenfalls im Süben Pflanzungen für Fle<tstoffpflanzen anzulegen. ah Reportis of the Secretary of Agriculture.) E 0 - a

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Ftalien. Die italienische Regierung hat dur scesanitätspolizeili<ße Ver-

A vom 30. v. M. Alexandria (Aegypten) für pestverseu<t

Verdingungen im Aus]hande. Oefterreih-Ungarn. 15. i 1908, 12 Uhr Mittags. K. K. Wien :* Lieferung und Aufstellung bee äa Dien die neue Schmiedewerkstätte in der Station Gmünd der Unie Wien —Eger. Näheres bei der erwähnten Direktion und beim „Reichs-

ger“.

20. Juli 1908, 12 Uhr Mittags: |

1) K. K. Nordbahndirektion Wien: B ü an diversen Walzfabrikaten, Eisenwaren und ‘Werkteugtiahl, Nüheres bei der erwähnten Direktion und beim «Reichsanzeiger *. C itz Betriebsleitung in Czernowiß: Lieferung folgender Materi én für das Jahr 1909: 1) Diverse Walzfabrikate, als: 9 Di sen, Kommerzeisen, Bleche aller Art, Feder- und Werkzeugstahl. N S Eisenwaren, als: Gewebe, Geflehte, Ketten, Muttern, L Îge , Nieten, Schrauben, Seile, Splinten, Drahtstifte 2c. 8) haufeln aller Art. 4) Werkzeuge für den Bahnerhaltungsdtenst. ) Feilen aller Art. Näheres beim „Reichsanzeiger“.

K. K. Staatsbahn in Krakau: Lieferung nalhstehend N RETee Materialien für das Jahr 1909: 1) Stabeisen, ammereisen, Eisen ble<. 2) Flahe und spiralförmige - Stahlfedern. 3) Drahtnege, Ketten, Shrauben, Sraubenmuttern, Niete, Unterlagen, Splinte, Stifte usw., au< Messingstifte und rauben.