1908 / 162 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

betreffend Kohlenmangel, an und genehmigte sodann in allen Lesungen die Regierungsvorlage, betreffend“ Er- höhung des Landwehrkontingents. Im Laufe der Debatte erörterte der Laud es Her E L minister die Nacteile, die \i< aus der geringen Friedensstärke der Landwehr ergeben, verwies auf die militärishen Zugeständnisse, wo- dur die dur die Erhöhung des Rekrutenkontingents der Bevölkerung auferlegten Lasten erleihtert werdèn sollen, und betonte besonders den Wegfall der Waffenübungen im elften und zwölften Dienftjahre. Die eng des Wehrsystems müsse erfolgen unter der Devise: öglihst vollständige Heranziehung aller Wehrfähigen mit Grleich- terungen der Dienslpflicht für die Allgemeinheit. __ Zur Vornahme der Delegationswahlen wurde auf den 15. d. M. eine Abendsißzung anberaumt. Die nächste Sizung findet am 14. d. M. statt.

Großbritannien und Jrland.

Der Premierminister Asqu ith erklärte gestern, „W. T. B.“ zufolge, im Unterhause, daß das Haus am 1. August vertagt werden würde. Die noch zur Verfügung stehenden drei Wochen sollen auf die Beratung des Finanzgeseßes und anderer not- wendiger Finanzmaßregeln, des irishen Universitätsgeseßes und einer Reihe minder wihtiger geseßgeberisher Maßnahmen verwendet werden. Die Einzelberatung des Schankkonzessions- geseßes soll au< no< begonnen werden. Die anderen wic- tigen, im Regierungsprogramm vorgesehenen Maßregeln sollen bis zur S stsession vershoben werden, die am 12. Oktober ihren Anfang nehmen soll.

Frankreich,

Die Deputiertenkammer hat, nah einer Meldung des „W. D. B.“, gestern die Vorlage, betreffend die vier direkten Steuern, und einen Antrag mit großer Mehrheit angenommen, nah dem die Beratung des Einkommen- steuergeseßes nah dem Wiederzusammentritt des Parla- ments ohne Unterbrehung fortgeseßt werden soll. Der A milie Caillaux hatte sh mit dem Antrage einverstanden erklärt.

Rußland. 5 n der gestrigen Abendsizung der Neihsduma verlas, wie Ba „VE. B“ meldet, der Präsident einen Brief von Lord Weardale, der die Abgeordneten auffordert, fi<h an dem bevorstehenden Kongreß des Fnternationalen Par- lamentarishen Verbandes zu beteiligen.

Türkei.

Nach einer Meldung des „K. K. Telegraphen-Korre- spondenzbureaus“, heben offizielle Berichte übereinstimmend den derzeitig ungünstigen Stand der bulgarischen Pro- paganda in azedonien hervor. Die geringen Geld- mittel, steigende Unbeliebiheit bei den eigenen Stammes- genossen, die Uneinigkeit "im eigenen Lager sowie Gle die zeitweise energische Sg dur die türkijhen Be- hörden und Truppen haben die Situation der bulgarishen Sache in Mazedonien jo untergraben, daß eine Wiedergewinnung des einitigen Einflusses Diferfolate d ist. Jn dem Maße, wie die bulgarishen Mißerfolge in der leßten Zeit zunehmen,

aben die griechische und die serbishe Propaganda gewonnen.

Die erstere ist gegenwärtig in Mazedonien dominierend. Die serbis<he Propaganda wendet sih in erster Linie gegen das Bulgarentum im Wilajet Uesküb. Jn dessen So sie ebenso Erfolge wie die griehishe zu verzeichnen. Einen ungünstigen Einfluß auf die Lage in Mazedonien üben die diesjährigen teils erzwungenen, teils freiwilligen rößeren militärishen- Beurlaubungen. Es wurden von März bis Mai rund A ¡Mang Ce und an deren Stelle sind bisher nur 18 ifs eingerü

De Marshall Osman Pascha, Mitglied der obersten

eftionsfommi Fo Milajets Monastir ernannt worden und vorgestern dorthin

abgercist. Amerika. é

Die Nominierung Bryans zum Präsidentshafts- Tandidaten dur< den demokratishen Nationalkonvent er- folgte unter ungeheurem Enthusiasmus nach einer Sißung, die die ganze Nacht hindur gedauert hatte. Wie das „W. T. B.“ meldet, erhielt Bryan 892 Stimmen, Grey 59, Johnson Fs. Zum Vigzepräsidentscha fis kandidaten wurde John W. Kern (Indianapolis) nominiert. B

Der Kongreß hat eine in entshiedenen Ausdrü>en ge- haltene Resolution angenommen, in der Bryans bekannte Ansichten über die Tarifreform, über Ersparnisse in der Ver- waltung, über die Zulassung gemischtstaatliher Korporationen und über die Sicherstellung von Bankeinlagen bei allen Banken, die unter der Aufsicht der Regierung stehen, kurz skizziert wurden. Hinsichtli<h der Tarifreform spriht si< die Resolution für eine sofortige Revision durh Ermäßigung der Einfuhrzölle aus und erklärt, die Artikel, die mit den Erzeug- nissen Dée unter Aufsicht stehenden Trusts konkurrieren, sollten auf die Freiliste geseßt werden. Die zum Lebens- unterhalt notwendigen Erzeugnisse sollten eine wesentliche

reisreduktion erfahren, o nders die Artikel, die mit den

pi aanischen Erzeugnissen konkurrieren und die im Auslande billiger als in den Vereinigten Staaten verkauft werden.

Afien.

Í ersien hat, „W. T. B.“ zufolge, vorgestern eine neue Verfügung erléfien, in der gere<hte Ver- waltung und die Einsezung von Gerichtshöfen zugesagt wird.

Der deutsche Gesandte in Schanghai hat, obiger Quelle zufolge, das G he Auswärtige Amt benachrichtigt, daß die in China lebenden Türken fünftighin unter deutschem Schuß stehen werden. j

Die japanische Regierung kündigt, nach einer Mel- dung des „W. T. B.*, an, daß auf der Halbinsel Liaotung alle Fremden zum Bergbaubetrieb zugelassen werden würden.

Afrika.

Na eldungen aus Rabat vom 6. d. M. ist Abdul Asis io Borriff, Rabat zu verlassen, um an der Spiße einer Sireitmacht von 3000 Reitern, 8000 Mann Infanterie und mehreren Geshüßen nah Marrakesh zu ziehen. Eine zweite

m ergebene Truppe soll von Mogador nah Marrakesh auf- bre<en, um gemeinsam mit ihm vorzugehen. Aus Tanger nd der Schaßkammer eine halbe Million Pesetas zugegangen, mit denen der Sultan den Truppen den Sold auszahlte, um

sih ihre ichern. 4E N Be e O B.“ meldet, ist die hafidishe Ma- halla, von Fes kommend, mit fangenen in Tetuan eingetroffen. Jn der Stadt sind 250 000 Pesetas zusammen- gebraht und unter starker Bewachung für Mulay Hafid nah

Der Schah von

n, ist zum außerordentlihen Kommandanten /

es geschi>t worden. Fe O gerichtet, daß das Gros der

Die Bewohner haben an die S die Stadt nicht betrete.

ahalla Mulay Hafids

Parlamentarische Nachrichten.

Das Mitglied des Hauses der Abgeordneten Land- gerihtsrat Feddersen in Göttingen (nl.), Vertreter des Kreises Tondern im Regierungsbezirk Schleswig, ist am 9. d. M. gestorben.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

n Essen fanden gestern erneute Verhandlungen über einen neuen AttoRah | fir das rheinis<-westfälis<e Plattengewerbe statt. Die Arbeitgeber waren, der „Köln. Ztg." zufolge, im Interesse eines friedlihen Ausgleihs bereit, einen einheitlihen Akkordtarif für das ganze Gebiet auf der Srunage abzuschließen, daß ein Durh- \{nittslohn für die Tariforte ermittelt werden und zu ihm, wo es an- gängig set, eine prozentuale Erhöhung der Akkordsäße hinzu- treten sollte. Der Vorsitzende des Zentralverbandes der Maurer Deutschlands gab aber die Erklärung ab, daß der Berechnung des Dur@schnitislohns überall der bestehende Höchstlohn zugrunde gelegt werden müsse und daß zu diesem Lohn dann no< ein entsprehender Aufschlag gezahlt werden solle. Die Arbeitgeber erklärten nunmehr einmütig, daß Se E Zumuitung ablehnen und weitere Ver- andlungen ¿wed>los seien. and Slge bes Ausstandes der Schlffsmannshaft der Ungaris@- Kroatishen Schiffsgesellshaft ist, wie „W. T. B.“ aus inie meldet, der Verkehr auf den Dalmatiner Linien und nah ncona und Venedig eingestellt worden.

In einer gestern nahmittag in Paris abgehaltenen Versamm-

Tung von Unternehmern öffentliher und privater Arbeiten wurde in Anbetra<t der teilweisen Streiks, der Boykottierung einer Anzahl von Arbeitspläßen und der auf den Arbeite pläßen bestehenden anarchischen

Zustände bes{lofsen, allmähli<h alle Arbeitsstätten für Erd- arbeiten zu s<ließen. Wohlfahrtspflege. Armenpflege.

Wenn das armenpflegli<e Prinzip in den deuts<hen Groß- städten au< dur<weg auf dem fogenannten Elberfelder System der Individualisierung beruht, so fehlt es do< niht an neuen Formen, die dieses System ergänzen und zum Teil umbauen. Die Erfahrun zeitigt eben notwendige Neuerungen, die meistens dem Streben na befserer Kontrolle der Armen oder nach tunlihster Einschränkung der finanziellen Belastung entspringen. Ohne das Charakteristikum des Elberfelder Systems, nämli<h die Ausübung der Armenpflege dur freiwillig si< anbieterde Bürger im Ehrenamt, preiszugeben, hat eine Reibe von Armendirektionen na< und nah besoldete Bezirksaufseher angestellt, die vermöge ihrer Beamteneigenshaft energisher unver- shâmte bezw. auf Betrug ausgehende Arme Stangen und au< binsichtlih der Buenos von Pfleglingen an die freiwilligen Armen- pfleger mehr die persönlichen Gigenschasten der leßteren, ob sie z. B. viel freie Zeit zur Das: haben, ob sie weihherzig oder streng veranlagt sind, in etra<ht ziehen können. Neben solchen prinzipiellen Regelungen ist die Gegenwart aber au<h rei< an neuen Cinrihtungen, die der Armenpflege einen als zeitgemäß er- s{einenden sozialen Stempel aufdrü>en. Es besteht ein reger, edler Wetteifer in dieser Beziehung zwischen der privaten Fürsorge und der amtlichen Armenpflege. Beide B gewinnen dabei. Es macht si< namentli< in der Fürsorge für das uns{uldige Kind ein so plan- mäßiges dinhandarbeiten der freien sozialen Fürsorge und der geselih gründeten Armenpflege geltend, daß tere in dieser Beziehung fast durhweg ihren starren, amtsmäßigen Charakter verloren bat, ja, wie z. B. in Charlottenburg Paas das Bild einer warmberzigen, fürsorglißen Mutter aller verlafsenen und hilfsbedürftigen Kinder ihres Amtsbezirks verkörpert. Aber es sind a {on jeihen vorbanden , daß diese teilnehmende amtliche Fürforge auf weitere Gebiete fi< ausdehnen will. Das Waisen- und Armenamt in Frankfurt a. M. hat am 18, Mai den gus gefaßt, im Interesse der Erhaltung des Familienlebens der heranwachsenden Mädchen der ärmeren Klafsen in dem Sinne an- zunehmen, daß solhen Mädchen, die nah der Schulentlafsung Dienste botenftellen annehmen, Prämien aus der Stadtkasse gewährt werden sollen. Man will dadur< das Uebertreten \olher \{ulentlafsenen Mädchen in die Fabrikarbeit zurü>khalten und den armenamtlih unterstüßten Familien die Bekleidung und Ausrüstung dieser Mädchen dadur erleichtern, daß ihnen im ersten Jahre 60 4, im zweiten 50 # und im dritten 40 46 ftädtishe Beihilfe

ewährt werden. Das Geld darf au< als Sparkafseneinlage für die

reffenden Mädchen eingezahlt werden. Die Abteilung der Arbeits- vermittlungsstelle für Dienstboten erbietet si, diesen Mädchen gute Dienststellen nahzuweisen. Für \{hulentlafsene Knaben, die Lehrftellen annehmen, anftatt als „ungelernte“ Arbeiter fofort in Tagelohn zu treten, wird in Frankfurt bereits seit einigen Jahren die gleihe Unter- stüßung an Familien, die der Armenpflege unterstellt sind, gewährt. n Côln if von der dortigen Armendeputation am 27. April ein ähnliher Beshluß gefaßt worden, na< wel<hem allerdinçs die Unter- stüßung für arme Mädchen, die in ein Dienst- oder Lehrverbältnis eintreten wollen, nit in ‘Geld, sondern in der notwendigen Kleider- ausftattung besteht.

Kunft und Wissenschaft.

Die Ener Königliche Gesells<haft der Wissen- \haften kat jeßt die Bedingungen bekannt gema<ht, unter denen die von dem verstorbenen Dr. Paul Wolfske hl in Darmstadt vermahten 100000 # vergeben werden an denjenigen, dem es zuerst gelingt, den Beweis des großen Fermatschen Satzes zu führen. Dr./ Wolfskehl bemerkt in seinem Testament, daß Fermat mutatis mutandis die Behauptung aufgestellt

A à abe, daß die Gleihung x“ + y* = 2“ dur< ganze Zahlen E ist für alle diejenigen Exponenten k E ES erade Primzahlen find. Dieser Fermatshe Say if entweder li Sinne Fermais allgemein oder in Ergänzung der Untersuchungen von Kämmer für alle die Exponenten 2 zu beweisen, in denen er überhaupt Geltung hat. Die Aussetzung des Preises erfolgt, wie die „Voss. Ztg.“ mitteilt, unter folgenden Bedingungen: Die Königliche Gesellshast der Wissenschaften in Göttingen entscheidet frei darüber, wem der Preis zuzuerkennen ist. Sie lehnt die Annahme jeder Manu- skriptsendung ab, die auf die Bewerbung um den Preis für den Fer- matshen Say Bezug hat; sie berü>ksihtigt für die Preiszuteilung ledigli solhe mathematishe Abhandlungen, die in periodischen Zeit- schriften, als Monograpbien oder in Buhform im Buchhandel käuflih E, find. Die Gesellschaft stellt dem Verfasser solher Abhandlungen anbeim, etwa fünf gedru>te Ae davon an fie einzusenden. Außer Betracht bleiben für die Verleihung des Preises solhe Arbeiten, die in einer Sprache gedru>t sind, welhe den fe eurteilung der Arbeit berufenen Fachgelehrten S ift. An die Stelle folher Arbeiten können vom Verfasser als richtig anerkannte Ueber- seßungen treten. Die Gesellschaft behält si für den Fall, daß an er sung der Aufgabe mehrere Personen beteiligt find, oder die Sun durch die Arbeiten mehrerer Gelehrter herbeigeführt worden ist, freieste Entscheidung, insbesondere auch die Teilung des Preises nah ihrem Ermefsen vor. Die Zuerkennung des Preises dur die Gesellschaft erfolgt frühestens iwei Jahre na< der Veröffentlihung der zu

krönenden Abhandlung. Es soll innerhalb dieses Zeitraumes deutschen und ausländishen Mathematikern Gelegenheit geboten werden, über die Richtigkeit der dur die Veröffentlihung bekannt ForeeIen sung si< zu äußern. der Preis dur die Gesellschaft zuerkannt, \o wird davon den Berechtigten dur< den vorsißenden Sekretär im Namen der Gesellshaft Mitteilung gema<t und solhes öffentli an allen den Orten bekannt gegeben werden, an denen der Preis im leßten Jahre ausges<hrieben war. Die Zuerkennung des Preises dur die Gefellshaft ist unanfehtbar. Falls der Preis bis zum 13. S tember 2007 ni@t zuerkannt ist, können Ansprüche auf ihn niht mehr erhoben werden. -

Verkehrsanstalten, )

Ueber die Beschlüsse der Jnternationalen Tele- graphenkonferenz, die im Mai und Juni in Lissabon tagte, erfahren wir, soweit jie für das Publikum von Jnteresse sind, folgendes:

Für die sogenannten Berichtigungstelegramme, die von den Empfängern im Falle von Telegrammentstellungen abgelassen werden, tritt eine Erleichterung ein, indem die Taxierung ni<ht mebr für das ganze Telegramm und die Antwort, sondern nur für jedes zu berihtigende Wort erfolgt. In den Handelsmarken wird die Zus fammenstellung von ütbftaben und Zahlen gestattet; die bisherige E Zählungsweise fällt weg, Zaßlen und Buchstaben werden ¡u- ammen zu je 5 auf ein Wort gere<net. Hausnummer und Sto>- werk können künftig in eine Zahlengruppe mit dazwischengeseßtem Bindestrih zusammengefaßt werden. Chiffrierte Adressen werden für post- oder telegraphenlagernde Telegramme na den Ländern zugelassen, die derartige Adressen au< im Postverkehr nit beanstanden.

Einen Hauptgegenstand der Beratungen bildeten ferner die Vor« \<riften über die verabredete ( ode-) Sprache, die im überseeishen Verkehr fast aus\{ließli< Anwendung findet. Bekanntlich hat die Londoner Telegraphenkonfereni im Fahre 1903 für die Code- [Prase auch künstlihe Wörter gn im Interesse der raschen

elegrammbeförderung ‘wurde ledigli vorgeschrieben, t die Wörter aus Silben bestehen sollen, die fi na< dem Gebrauche der aht

auptsprahen: deut|<, englis, spanisch, französis, holländis, talienis<, portugiesis< oder lateinis< aus\pre<en lafsew. Leider ist diese Grleichterung vielfah mißbrau<t worden, sodaß der Tele raphen- betrieb mit s<wer telegraphierbaren Wörtern belastet und die glatte R des allgemeinen Verkehrs beeinträhtigt wird. Da es s hierbei jedo< um Auswüchse handelt und es keineswegs in der

bsiht lag, die vorhandenen, mit S Kosten hergestellten ordnungsmäßigen Codes außer Gebrau zu seßen, so hat man die bestehenden Vorschriften im wesentlichen aufrehterhalten. Aus Betriebs rü>sihten find sie nur dahin ergänzt worden, daß die Aus\spre(barkeit nah dem gewöhnlihen Gebrauwe der aht Sprachen, d. h. niht na< dem Vorkommen einzelner abnormer Wörter, beurteilt werden soll, und daß in den künstlichen Wörtern die Bulstaben ü, á, à, s, k, ö, ü nit vorkommen dürfen. Zu der gegenwärtigen Vorschrift, daß die Wörter der verabredeten Sprache göbitent zehn Buchstaben na< dem Morsealpbabet enthalten dürfen, ist no< hinzugefügt worden, daß die Doppelvokale ae, aa, ao, 06 und us als je zwei Buchstaben gezählt werden, und daß das Gleiche für ch in den künstlihen Wörtern gilt. Diese Ergänzungen werden, soweit si< übersehen läßt, die vorhandenen Codes kaum berühren und follen rur einer weiteren Komplizierung der künftlihen Wörter vorbeugen. Für die wirklichen Wörter, die bei der Abfassung von Telegrammen in verabredeter Sprache benußt werden, bleibt alles beim alten. Wortbildungen, die dur sprahwidrige Zu- sammenziehung E oder mehrerer Wörter der offenen Sprache zu- sammengestellt sind, werden in der G esprawe nah wie vor nit zus gelaffen. Eine wihtige Neuerung ift ferner, ete die Code-Wörters- bücher einer aus den Telegraphenverwaltungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens bestehenden Kommisfivi zur Prüfung unterbreitet werden können; dadur soll den Telegrammabsendern die Gewißheit vershafft werden, daß die in den Code-Wörterbüchern enthaltenen Wörter den Vorschriften entsprehen und überall angenommen werden. Eine Verpflichtung zur Einreichung des Codes besteht nicht; wer einen nit gepriftes ode - verwendet, begibt si< nur der angegebenen Sicherheit. Es wird später bekanntgegeben werden, in welcher Weise und bon wann ab die Einreichung der Codes ftatifinden kann.

Sämtliche Beschlüsse werden, vorausge eht“

daß die noh erforderliche E dur die

Regierungen erfolgt, am 1. Juli nä<

ten Fahres in Kraft treten. Jah

Laut Telegramm aus Ratibor ift die Post aus Wien, di heute früh fällig war, infolge von Zugberspätung ausgeblieben. S

Theater und Musik.

Neues Königliches Operntheater. (Direktion Hermann Gura.)

Der gestrigen „Rigoletto“-Aufführung verlieh Herr rance co d’Andrade als Gast eine ganz besondere o iche eh ti voll- beseßte Haus und die si< immer „mehr und mehr steigernden Beifalls- kundgebungen bezeugten. Das künstlerishe Können dieses Vertreters der Titelpartie ist hinlänglich bekannt. Seine kraft- und temperament- volle Gesangsart sowie das lebendige, _ seelenvolle Spiel baben wohl {hon viele mehr als einmal begeistert und au< gestern erneut mit fortgerifsen. Frau Heymann-Engel (Gilda) war mit ihrer, wenn au< nur kleinen, so do< trefflih geshulten und G Prewenbeit Stimme eine tüchtige Partnerin, deren Koloratur- fertigkeit und fein empfundenes Spiel glei<falls Anerkennung ver- dienen. Herr Siewert sang die Partie des Herzogs mit sehr we<selndem Erfolge und ni<t immer besonders anregend. Diejenige des Grafen von Monterone wurde von Herrn Lordmann mit seiner ergiebigen, weihen Baßstimme re<t eindru>svoll rge Herr

erper vermohte als Graf von Ceprano nit uver

ervorzutreten, wia der „Bravo“ des Herrn Wittekopyf esangli< wie darstelleris< gut zur Geltung kam. räulein enker Cra Salierin) fiel dagegen etwas aus dem Rahmen

des Ensembles heraus. Die Inszenierung und ganze Art der uf- fobrung ey au diesmal die Einwirkung eines gewandten Regisseur (Heir Sattler) erkennen. Gbenso verdient die musikalische Leitung des Herrn Kapellmeisters Wolfram infofern no< besondere Er« wähnung, als man aus ihr das we<selseitige Verständnis zwischen R Darstellern Pans l Die Ausstattung war durchaus angemessen, wie überhaupt au eser á abend der Direktion Gura alle Ehre machte. ser Vorstellunge

Konzert.

In dex Philharmonie veranstaltete am D deuts<e Gesangverein Ari rookly n cin Kenrecs c

rion“ aus B allen Musik- und Vaterlandsliebenden glei interessevoll war. Jst

doch diese Gefangsvereinigung von etwa 170 Mit hier einige 70 Stimmen mitwirkten, eine der bédeutebilen i L

‘einigten Staaten Amerikas, die das deutsche Lied auc in der neuen

eimat sorgsam gepflegt, zu Ehren gebraht und B der Zugehörigkeit zum ctien Vater ents) ein weiseres Sowohl sein Präsident, Herr Dr. Führer, wie au der bereits seit

1890 an der Spiße der musikalisen Leitung stehende Herr Arthur Sei E E die Sängersahrt über den D S

erte mit Umsicht und Energie und der Chor fo mit anerkennenswerter Hingabe. Es ist üver ¡u saten, Le de der mmgruppen am glänzendsten war. Alle zeigten gute ulung und ohllaut und fügten si< der gemeinsamen Aufgabe selbstlos ein. Es wurde dadur eine Gesamtwirkung erzielt, die der unserer besten einheimis<hen - Gesangvereine S Non, Auch die mitwirkenden Solisten, die Damen Lans <ippers (Sopran), sowie die kleineren zwischendurh eingefügten Sonderhöre, das , anhattan-Damen-Quartett* und das „Arion-Quartett“ standen mit ihren Leistungen auf voller Höhe.

gte ihm