1908 / 163 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Amerika. : Nach einer Meldung des „W. T. B.“ hat der amerikanische Kreuzer „Albany“ Befehl erhalten, am Montag von Panama na< Amapala und Honduras zu fahren, um die dortigen amerikanischen Jnteressen zu schüßen. Die Revolutionäre sollen in der Nachbarschaft von ‘Amapala tätig sein.

Afffien. : Der persishe Minister des Aeußern hat dem diplo- matishen Vertreter Großbritanniens in Teheran vor- gestern formell das Bedauern des Schahs darüber aus- gesprochen, daß die englische Gesandishaft nah den Er- eignissen vom 23. Juni unter militärishe Bewachung gestellt worden war.

Afrika.

Wie das „W. T. B.“ meldet, hat nah Angaben des spanischen Konsuls in Ceuta die Hafidishe Mahalla vor der Stadt Tetuan ein Lager aufgeshlagen. Abd el Salen og in Begleitung von 60 Reitern in die Stadt ein begab f in die Moschee, wo er einen Brief Hafids verlesen Ließ, durhzog dieStraßen der Stadt und nahm von den Bewohnern Geschenke entgegen. Die Stadt 1st ruhig. Spanische Artillerie sichert die beständige Verbindung zwishen Ceuta und Tetuan.

Einer Nachricht aus Rabat zufolge ist Abdul Asis gestern mit dem Machsen nah Tmara, einem südlih von Nabat gelegenen Orte, abgereist. Sein Ziel ist Marrakesch.

Statistik und Volkswirtschaft. Bex une Ege e in der Anzahl der Stadtgemeinden, Landgemeinben und a TETE

auf

rund der Bestimmungen der Landgemeindeordnung vom 3. Juli 1

(Feststellungen der gemeindere<tlihen Eigenschaft von Ortschaften ($ 4 der L.-G.-O.) sind in dieser Na&weisung nit berüd>sihtigt.)

Die Bestimmungen der $8 1 und 2 der Landgemeindeordnung für die fieben östlichen Brobinzea des Königreihs Preußen vom 3. Iuli 1891 haben Veränderungen in der Anzahl der Stadtgemeinden, Land- gemeinden und Gutsbezirke herbeigeführt, die in den einzelnen Pro- vinzen bezw. Regierungsbezirken sehr vershieden waren. Die oben- stebende Uebersicht läßt erkennen, daß mit Ausnahme von a en, dessen Gemeindezahl keine Veränderung zeigt, sämtliche östlihen Pro- vinzen des Königreihs, in denen die Landgemeindeordnung Geltung hat, seit dem 1. April 1892 bis zum Jahress{hlufse 1907 dur< Ver- änderungen auf Grund der betreffenden Bestimmungen einen Rü>gang der Gemeindezahl zu verzeihnen haben. Am größten war dieser mit 403, 251 und 237 Gemeindeecinheiten in- den Provinzen S(hlesien, Posen und Ostpreußen, sodaß auf diese drei zujammen 73,58 v. H. des gesamten Verlustes entfielen. rend den fünf in Abgang gekommenen Stadtgemeinden in den Regierungsbezirken Marienwerder (1), Stettin (1), Pojen (2) und Bromberg (1) se<5 neu hinzu gekommene Städte in den Regierungsbezirken Danzig (1), Potsdam (4) und Liegniß (1) gegen- Ber standen, war bei den Landgemeinden und Gutsbezirken in der el der Zuwa®s kleiner als der Verlust. Bei den Landgemeinden K in dieser Beziehung die Regierungsbezirke Marienwerder und Gumbinnen cine r Gutöbezirken die Regierungsbezirke Königsberg und nahme. emcitter IERS war die Einbuße an der Zahl der Land» Lee Zunahme an Regierungsbezirken Königsberg und Gumbinnen; Verminderung um 158 emeinden von 10 bezw. 11 stand hier eine Lanbgemeikbe S ezw. 186 gegenüber, sodaß der Mehrabgang v. H. des Gelamiverlufies an Lenkgep teen, nt weniger als 441 f gemeinden în den fieben n pinzen auêmahte. Gle 3 a der Verlust in de Stau Dies höher als dic Zunahme

S d Regierungsbezirken, wo das Mehr der R E De

gemeinden ¡wischen 88 (Breslau) und 53 (Posen) wan ei den Regierungsbezirken Kötlin, Danzig und Allenstcia l ret der Verlust Tit Kandgemeinden den Zugang nur wenig, sodaß ein Mehrabgang von nur 5 bezw. 2 und 1 Landgemeinde ergab. Bezirke Erfurt kamen während der Berichtszeit solche en überhaupt nit vor, und bei den Regierungsbezirken Stralsund und Marienwerder die Zunahme der Landgemeinden den Verlust um 7 bezw. g Ie EzZirt en betrug die Abnahme der Gesamt: bl u a

in den sieben Provinzen no< nit ¡wei Drittel so viel wie ri bex Landgemeinden; während dort den 340 Zugängen 1083 Abgänge gegen- über standen, betrugen hier erftere 347, [eßtere nur 816. In den

elnen Regierungsbezirken s<wankte die Mebrab- als Zunahme der Zahl der Gutsbezirke zwishen nur je 2 in Allenstein sowie Danzig und 95 in Bromberg, während in den Regierungsbezirken Königsberg L ia Vie name er, ZAL der Men es SBA um 69 ; ü E E

A E fen haben die bezüglihen Bestimmungen der Landgemeindeordnung in dem Regierungsbezirke Erfurt hervor- usen. Dort hat si< der Bestand an Stadt- und Landgemeinden eit 2E gar nit geändert, und bié Jail fer E aaa nur en T8 ndeeinheiten, dem Bee E b8ang von. 18 Gem (Stat. Korr.)

Ea Le Landgemeinden Gutsbezirke ce gemeinden 1UTa innen = E S 25 = ZE = E S E l=|- E S S S É (E (E E E252 BES| TIEZE E ESE | S6 i E Bl E S SEZE S B 5E |=2 [58 =< Provinzen E (2E 2518 |e EIS/E Dres S Lz S E En E5 Z lew. (S E 22s E E [2E E Ee [E f 2ER ZEEH S Reai E * Baal (E555 EE S212 5 22 5E 8E [22 S ends (É) £ Saal E E52 S ZER S E E 5B RERS 2 R s bezie (E E LIESI E (E /F E E ÉEGSua [E EZ E E Res Em su+H f S E 2OSIE (S (E EE FERSZa [E122 E BE2O 2222) 2ER Es O22 B sa 2522| 2E [SS E S S Z “g S |=|S|S E I E16 S2/E - [58 = 10 zee E E 1 S Ä (20 E Eee Bg | S E 2/2) Eg | G0 s 2 = 2 D = E + S E E L e +4 +— 1 3D 6 74-8 1:94:10 [1 12 {53 1461415 116:/47- 1181491201214 224:23/ [24 : | As =—I——1— 13 255] 50| | 20| 9| 11/ 358|— 324 7| 12] 11|- 12] 2/111 eußen . | 1 1 S Dl D >1 1} 8| 35| 109/32 14 01-70. 2-90 Brandenburg .| | |— (4 —} 16 12 144 4 4 4} 54 43} 8/- 41-20: 31 11 15 ommern .. 1— 1i— 1 6 15 41 11M 7E Sa 1 2160/20/90 11519 oen .— 31 3|[— 3j 26 167| 50| 2} 10] 17] 272|— 115} 2! 67| 14 120| | 68 [efien |— |— 1 48 186} 151 11 | 11| 9 270|/— 251f 15} 74 63} 1/10} 10 Sachsen. —|—|—|—1 13 121 5 1| 5 86— 24 12/50 9 23 3 9 Regie- Ee e. E —(—[— [— 112) 96 35) —| 121 3j 5/ 163|— 1483 71 2 8| 5 1 80 Gumbinnen. .|— |— | | 1| 157} 14| 8 6 6] 192/— 175 10 l D 29 Allenstein. ..1— |— |— |— |— N I I S 2 2| 2 Danüg . |— |— [1 of 32| 1 1| 151 MA4— 2 161 8/221 2 41 Marienwerder | 11 1— 14 3 19 5 11 7| 20| 55134 1| 29} 2| 48| | 49 otsdam —|—|— 4 6 10| 11 4 2 Dl B D900 3 N L U D S8 Franc |— —1 102-3 |— N 49— 19901 0 81950 teitin 1| 1l— 1 4 7 19| 21 8] 40— 201 1| 15 4 4 9 Köslin . —-|—|— |— 1} 7 22 1} 91. 40— 9:43] +6]-:17|=-4}:.=9 Stralsund —_|— |— |— 1 1—-|—|—|— |— 217 7 161 9 4 Posen 5 N A196 0 S120 Bl 280715 Did Bromberg --|—| U 1— 1: 7106| 20 —| 11° 5/9148) 64 2 7 67) —| 24 Breslau .. .|— |— |— |— | 22| 56] 10] | 21 2| 92— 8] 14} 13] 1-1 A E: 1463 Il 4 1| 82|— 017 38 J 3 Opdi. 8/0 | D 5-6 96|— 83] . 3/431 17 1-68] 6 Magdeburg —_|— |— |— 6 4 4 1} 3j 18|— L 3) 121 4 2 6 bu A T h 8 N 2 18|— 14 9/200 1-43 is =—I—————-—|—|——-—|—|—-—|—— 1— | 183} 3| 2 Zusammen 11 4 S511 130] 698] 180| 6| 25] 44| 98/1181|— 743] 47] 354! 148] 238] 29! 322

Die Dar el tpeeile der wichtigsten Leben3- und uttermittel im Monat Juni 1908 betrugen in Preußen nah der „Stat. Korr.“ für 1000 kg: Weizen 208 (im Mai d. J. 211, im Juni 1907 206) 4, Roggen 184 (190 bezw. 200) 6, Gerfte 161 (164 bezw. 173) 4, afer 162 (163 bezw. 197) 46, gelbe Erbsen zum KoWhen 261 (262 bezw. 251), weiße Speisebohnen 296 (298 bezw. 314) 4, nsen 505 E bezw. 592) 4, Gßkartoffeln 61,5 (61,3 bezw. 79) A, Richt- troh 49,9 (51,6 bezw. 52,7) 4, Heu 68,8 (75,8 bezw. 59,6) H, Rindfleisch im Großhandel 1229 (1224 bew. 1280) ; im Kleinhandel für 1 kg: Rindfleish von der Keule 1,57 (1,58 bezw. 1,60) 4, vom Bauthe 1,34 (1,33 bezw. 1,36) 46, Schweinefleisch 1,48 (14 bezw. 1,39 46), Kalbfleis< 1,59 (1,58 bezw. 1,60) 46, Hammel- eis 1,61 (1,60 bezw. 1,62) 4, inländishen geräuherten Spe> 1,63 1,63 be¡w. 1,61) 4, Gßbutter 2,49 (2,57 bezw. 2,38) H, inländishes weines<malj 1,61 (1,64 bezw. 1,59) 46, Le zur Speise- bereitung 36 (36 bezw. 34), Roggenmehl 32 (32 bezw. 30) 4; für 1 o Eier 3,63 (3,48 bezw. 3,46) M.

Die Preise der vier Getreidearten zeigen im Juni d. J. eine rü>läufige B ng. Die Ermäßigungen gegen den Vormonat bes tragen beim Weizen: in Stettin, ß _ und Aachen 9, in Posen 6, in Berlin, Hannover und Koblenz 5, in Breslau, Görlitz, Osnabrü> Gleiwiß, Stralsund, Magdeburg,

Fi b G D e Rbld L De R E un ; nigsberg U) ankfur a. O. 2, in Danzig, Halle a. S. und Paderborn 1 #4; beim

Roggen: in Stettin 11, in Frankfurt a. O. 10, in Posen, Gleiwiß, Görliß und Stralsund 9, in Bromberg, Breslau und Berlin 8, in Danzig und Hannover 7, in Königsberg i. Pr., Halle a. S., Kiel und Aachen 6, in Magdeburg, Paderborn und Neuß 4, in Koblenz 3, in Osnabrü> 2, in Köslin, Hanau und Trier 1 6.

Iu es aae figen Bak eine Uebersicht der Ge- treid ewegung im enen ahre.

E Mark im DurGhscnitt der 23 bedeutendsten preußi-

Es lens inde Se: éa Mt 2 2d 000 E; anuar r i n ien S 216 28 26 208 B 208 Roggen . . . 201 194 188 185 190 184 Gertte-< «170 167 165 163 164 161 Hafer s >4060 162 159 159 163 162,

Die Krankenhausftatistik für Preußen 1906,

Die Naghrihten über die Morbiditätsstatistik in den Heilanstalten Preußens E vom Königlichen Statistishen Landesamt in der ¿Preußischen Statistik* seit 1877 veröffentliht. Die Zahl der an dieser Statistik beteiligten Anstalten betrug 888 im Jahre 1877, ftieg auf 1155 im Jahre 1884 und erreichte seitdem infolge der Durh- führung der segensreihen Krankenversiherungsgeseße im Jahre 1906 die Höhe von 2411; hierbei sind die Anstalten mit 10 und weniger Betten sowie die Abteilungen für allgemeine Krankheiten in den Entbindungs-, Augenheil- und Irrenanstalten mitgere<net. Demnah hat seit 1884 eine Vermehrung der allgemeinen Heilanstalten um 1256 = 108,74 vom Hundert efunden. In diesen Anstalten

standen im Jahre 1906 138 016 Beira = 36,96 auf 10 000 Ein- wohner den Kranken zur Verfügung; die Zahl der Verpflegten

betrug 1036 161 (636 149 männl., 400 012 weibl.) = 277,47 auf die [eiche Zahl ‘der Bewohner des Staates. Ueber diesem Durchschnitt Écnvon ie Zahlen für 13 rale 8bezirke. Die erste Stelle nahm der Regierungsbezirk Cöln mit einer Verhältniszahl von 548,45 ein; dann olgen der Stadtkreis Berlin mit 519,00, die Regierungsbezirke Piheter mit 419,00, Arnsberg mit 405,51, Düsseldorf mit 377,98, Breslau mit 377,92, Wiesbaden mit 368,14, Stralsund mit 356,62, ildesheim mit 336,79, Trier mit 291,53, Königsberg mit 289,68, snabrü> mit 281,49, Hannover mit 278,64. Von den übrigen 24 Regierungsbezirken betrug für 11 diese Dat 269,14 bis 215,21, für 12 nur 199,50 bis 108,95 und für den Regierungsbezirk Stade sogar unter 100, nämli 89,96. Das Verhältnis zwischen der Zahl der Verpflegten und der gan der Betten hat für die Verwaltung der Krankenhäuser eine ervorragende Bedeutung. Es ist daher die Berehnung, wieviel Verpflegte auf ein Bett kommen, von besonderem Interesse für die Frage, ob zu wenig Betten in einer Anstalt vorhanden sind, oder ob die Betten zu oft benußt ‘werden. Im Jahre 1906 wurden

für sämtlihe Anstalten im Staate auf 1 Bett 7,51 Verpflegte es net: Sas pee Jahren 1879 bis 1905 \{<wankte diese Zahl iwishen 5,7 un

7,6. Für 15 Regierungébezirke hat si< heraus- gestellt, daß ein Bett Fee als E deri ahreêdur<s{<nitt 1906 enußt worden ist. Im Regierungsbezirk Stralsund kamen 12,73, im Stadtkreise Berlin 10,43, in den Regierungsbezirken Merseburg 9,33, Königsberg 9,10, Hannover 9,01, Gumbinnen 8,42, Wiesbaden 8,31, Danzig 8,13, Lüneburg 7,99, Schleswig 7,95, Arnsberg 7,87, Düffeldorf 7,85, Cöln 7,69, Oppeln 7,58 und Cassel 7,56, in 22 Be- zirken hingegen weniger als 7,51 Verpflegte auf ein Bett. Im inneren Zusammenhange mit der Frage nah der Benußung der Betten steht die Frage nach der Verpflegungsdauer der Kranken t den allgemeinen

anstalten; fie betrug 30,84 Tage im Staatsdurs<nitt, im Jahre 905 dagegen etwas mehr, nämli< 31,15 Tage. Innerhalb der Ne- ierungsbezirke {wankte die Aufenthaltsdauer zwischen 23,96 in Stral- fas 25,63 in eln und 45,29 Tagen in Sigmaringen.

Gegen das Vorjahr ist die Zahl der behandelten Personen von 981 083 auf 1021 240, die der Krankheitsfälle von 1 021 140 auf 1059 134 gestiegen. Von je 1000 der leßteren waren Infektions- und parasitäre Krankheiten 194,07 (im Vorjahre 201,10), solche in- folge von Verleßungen 137,58 (132,48), die des Verdauungsapparates 115,19 (109,87), söl<he der äußeren Bede>ungen 99,94 (100,43), der Atmungsorgane 79,51 (80,13), sonstige allgemeine Krankheiten 76,27 O solhe der Bewegungsorgane 73,72 (79,16), der Harn- und

es<le<tsorgane 60,90 (59,56), des Nervensystems 55,79 (54,58), der Kreislauforgane 36,33 (36,34), ena 26,67 (25,47), Krankheiten der Augen 21,95 (22,97), des Ohres 10,92 (11,41), andere und nicht bestimmt angegebene Krankheiten 11,16 (11,00).

Eine andere Reihenfolge zeigt für die gleihen Krankheiten die Sterblichkeit. Von je 1000 der behandelten Fälle nahmen einen tôdlichen Audans überhaupt 61,98 (63,83), an Infektions- und para-

tären Krankheiten 19,64 (20,95), an sonstigen allgemeinen Krank- eiten 8,33 (8,17), an solchen der Verdauungsorgane 6,89 (6,90), der Atmungsorgane 6,69 (7,23), der Kreislauforgane 5,03 (4,92), des Nervensyftems 4,54 (4,42), infolge von Verleßungen 3,36 farm an

Q

Entwi>lungskrankheiten 3,16 (3,50), an Krankheiten der Harn- und Geschle<tsorgane 2,43 (2,56), der Bewegungsorgane 0,55 (0,58), der äußeren Bede>ungen 0,40 (0,43), des Ohres 0,13 (0,14), der Augen 0,01 (0,01), an anderen und unbestimmt angegebenen Krank- heiten 0,82 (0,85). Im ganzen starben 65 642 (65 184) oder 64,28 (66,44) von 1000 der Behandelten. Von 1000 Todesfällen innerhalb des Staatsgebietes entfielen auf die allgemeinen Heilanstalten 97,44 (89,70). Von je 10 000 der Zivilbevölkerung wurden 264,64 (258,13) in jene Anstalten aufgenommen; 17,76 Har find daselbst gestorben. In Klammern Fteben die Vergleibungszahlen aus dem Jahre 1905. (Stat. Korr.)

Zur Arbeiterbewegung.

In Stettin sind, wie die „Köln. Ztg. erfährt, die Erd- und Bauarbeiter in den Ausstand getreten. Besonders sind die städtischen- Arbeiten davon P beim Museumsbau, beim Regierungöbau und bei der Kanalisation ruhen die Arbeiten. Die Einigungsverhand- lungen hatten kein Ergebnis.

Der Ausstand bei der Firma Brinkhaus in Warendorf e Nr. 153 d. Bl.), der beinahe eine Terxtilarbeiteraus- perrung in ganz Westfalen herbeigeführt hätte, wurde, wie der „Frkf. Ztg.“ gemeldet wird, dadur beigelegt, - die Arbeiter die Bedingungen der Firma angenommen baben Die Arbeit sollte am. heutigen Montag wieder aufgenommen werden.

Sämtlie Bielefelder LIGETa Le ren verkürzten, der É Ernt: Ztg.“ zufolge, die täglihe Arbeitszeit von 9F auf

unden. i:

Eine Aussprache zwishen dem Vorstand des Industrie - verbandes und Deitelata des Deutschen D cte verbandes über die Möglichkeit der Beilegung des seit nunmehr 5 Wochen bestehenden Ausstandes bei der Fs Mw Boveri u. Co. in Mannheim hat, wie die „Köln. tg.“ meldet, kein end- gültiges Grgebnis gehabt. Von weiteren Verhandlungen erwartet. man die Es einer Einigung.

Sämtlihe Bedtenftete der Pariser Lokals<hiffahrts- esells<aft sind, wie dem ,W. T. B." telegraphiert wird, in den:

usftand getreten. >

Wohlfahrtspflege.

Kinderfürsorge.

Daß es no<h ganze Gebiete ohne eigentliche unterrihtlihe Kinder-- arlerae gibt, beweisen die Feststellungen der „Vereinigung zur Für- orge für die Fluß- und Kanalschiffer*, nah denen allein in dem einen Regierungsbezirk Potsdam 1364 oder 34% aller Schifferkinder die-

meiste Zeit des Jahres einer erziehlihen Einwirkung entbehren und

au< für die Sculentlafsenen so gut wie gar nihts geschieht. Die Vereinigung hat bea<htenswerte „Vorschläge“ zur Beseiti ung. dieses Uebelstandes herauêgegeben. Die Kommanditgesells<aft Ferd, Fuesers, Kaffeegroßrösterei usw.,, in Dülken stiftete anläßlich ihres 90jährigen Bestehens 20 000 4 als Fonds für Erziehungsbeihilfen an entierte Kinder von Argestenien und Arbeitern der Firma. Der Frankfurter Verein sür Kinderhorte unterhielt im Jahre 1907 21 Horte, von denen jeder einen Vorsißenden und einen e<nungs- führer hat. Zur Durhführung der Aufgaben stehen jedem Hort ein Damenaus\{uß und ein bis drei Erzieher bezw. Erzieherinnen zur Ver- fügung. Die Anzahl der Hortiöglinge betrug am 1, März 1907 1231. 460 dieser Zöglinge befißen Spareinlagen, die im Laufe des Jáhres 1907 um 1388 4 L Ei erhöht wurden und dadur<h zu einem Gesamtbetrag am Jahres|{lusse in Höhe von 3111 46 anwuchsen. Der Verein hat au< 5 Suppenanstalten im Betriebe, in denen im ver- flofsenen Jahre 131 155 Portionen zur Ausgabe gelangten. Die Be- riebsfoften der e beliefen sih 1907 auf 56 013 4, worunter ih 24 000 „#6 ftädtishe und 6000 Subvention der Polytehrisden Gésellschaft befinden. Die Gesamtausgaben des Vereins betrugen 1907 75 939 4, und zwar mußten hiervon 2806.46 dem Kapitalvermögen 13516 4) entnommen werden, Der Cölner Verein für crienkolonien konnte im Jahre 1907 1580 Kinder in 14 Kolonien von je 21 Tagen Dauer verpflegen. Die Kinderzahl stieg fast um 00 gegen das Vorjahr, in dem sie 1483 betrug; im Sommer 1907 waren 1404 Kinder beteiligt. Der Cölner Ferienverein wird aber au von den städtischen Einwohnern reihli< bedaht, denn es konnte das Defizit von 3000 4 im Voranschlag durh Spenden von Vereinsfreunden gede>t werden, und Frau Emil Oelbermann wendete dem Verein einen Betrag von 10000 4 zu. Für das laufende Jahr fab 14 Ferienkolonien und 15 Milcstationen vorgesehen, die einen ufwand von 20 266 /6 beanspruchen. Das Vereinsvermögen beläuft au h. Für die Kinderhorte des Frauenvereins in üsseldorf brate ein im Dezember v. I. veranstalter Puppen- sar einen Reingewinn von 43 000 #4. Die Stadt Dortmund errihtet mit einem Kostenaufwande von 19 700 (6 im städtischen Hoch-