1908 / 274 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Sglage in Trauer, Not und Elend verseßt worden. mm dem Naub, das Haus werde seiner innigen Teilnahme Ausdru tselihen Unglü> dadurh am würdigsten und deutlichsten È geben, daß es sobald als mögli si< versammelt und in (aufte 'eratung über dieses beklagenswerte EGreignis eintritt wi (eilige Zustimmung). Damit die Kommissionen re<t bald Jh t freie Tage zur Arbeit bekommen, is es meine Absicht, Een spätestens morgen vorzuschlagen, daß wir die Plenarsißungen er auêfeßen, gleichgültig, wie weit wir in der heutigen Tages- erung gekommen sein werden. Diese Tagesordnung habe ih reih- es bemessen, weil ja im Parlament niemals mit Bestimmtheit : im Abs 3 wie {nell oder wie langsam die Verhandlungen E Tommen. Z À « von Pappenheim (kons.): Die Kommissionen müssen doh 5 Vert darauf legen, daß die L A stehenden Gesetzentwürfe erster Lesungerledigt werden, namentli< die Gesegze über den Wohnungs- uusuß und über das Kommunalsteuerprivilegium der Beamten. L ese Gesetze müssen unbedingt beraten werden, wenn das Haus au e damit nit fertig wird; denn die Beslüfse ter Kommissionen avon ab. die läsident von Kröger erwidert, daß er heute oder morgen no<

E ü ö d danach seine Vorschläge malen werde. es Hauses darüber hören un \

Auf der Ta esordnung steht zunächst die folgende Vnterpellation hen Abgg. Brust (Zentr.) und Genossen: s Ist die Königliche Staatsregierung in der Lage, über die Ur- afen des Grubenunglü>s auf der ZeGeRadbod bei Hamm der Nacht vom 11. zum 12. November Mitteilung zu machen ? elche Vorsriften und Einrichtungen gedenkt die Königliche Staats- I fran Hue Verhütung ähnlicher Unglücksfälle in der Zukunft i en für Auf die Frage des Präsidenten erklärt der Minister andel und Gewerbe Delbrü >: beut e, Königliche Staatsregierung ist bereit, die Interpellation dur< mi zu beantworten.

Zur Begründung der Interpellation nimmt das Wort fol; Abg. reiherr vo n Twidel (Zentr.): Die mit dem Namen des die ien Friefenbäuptlings Radbod belegte Zeche der Gewerkschaft Trier, ist im Kreise Lüdinghausen an den fru<tbaren Ufern der Lippe liegt, deni dem 12. November in Aller Mande. Ein Ungklü>, wie es dort preußischen und deutshen Bergbau bisher fremd war, hat ih beiter ¡um Entsezen des ganzen Vaterlandes ereignet; * von 380 Ars dea 15 Und 6 Beamten, die zur Nachtshicht vom 11. auf der 12. November eingefahren waren, befinden si heute no< 303 in

rube, dem Verderben überliefert. Nur 36 Tote sind geborgen, bon den. 47 lebend zu Tage Geförderten sind bislang 4 gestorben, Ünar wir im ganzen bis heute 343 Tote zu beklagen haben, Kein ufi, das den deutschen Bergbau bisher getroffen hat, kann in bezug wh Zahl der Verunglü>ten und die Schwere der begleitendenUmstände Vitteri annähernd dem vom 12. November an die Seite gestellt werden: bh erissen von dem entsezlichen Etndru> dieser Kata trophe, haben uhe Interpellation sofort eingebraht, wohl wissend, daß es heute j nit mögli ist, ein abs<ließendes Urteil zu bilden, weil amilihen Untersuhungen und die ricterlihe Feststellung 7 Tatbestandes no<h ni<t beendet werden konnten. Zu- went verdient es mit Dank und Anerkennung h:rvorgehoben zu leuten daß das traurige Schi>sal der braven westfälis<hen Berg- în den weitesten Kreisen des Ja- und Auslandes Teilnahme dtr qwerktätige Beihilfe gefunden hat. Jn erster Linie gebührt RayDank den tapfern und opferbereiten Hilfsmaonschaften der Zeche br bod und der bena<barten Zechen, die opfersreudig in die tende Grube eingefahren sind, um unter Mißachkung der eigenen D gefahr den bedrängten Kameraden Hilfe zu bringen. Warmer 1 gebührt Seiner Majestät dem Kaiser und Ihrer Majestät der ges erin, ‘die dur< . ihre Beileidskundgebungen und reich- unt endeten Gaben nit nur Ihre Teilnahme für die Verunglückten tâtig eren Hinterbliebene bekundeten, sondern Sich au<h werk- undo an der Tro>nung der Tränen der unglü@>lihen Waisen Fn Ditwen beteiligten. Besonderer Dank gebührt au< Seiner im Mien Hoheit dem Prinzen Eitel - Friedri von Preußen, der dem uftrage des Kaisers an die Unglüdestätte eilte, um fi< von intern ehenen zu überzeugen und den armen Verwundeten und den daß trbliebenen Trost zu spenden. Ferner ist es dankend anzuerkennen, um di u der Handelcininister mit seinen Räten fofort zur Stelle war, wah ie von der Bergpolizeibehörde getroffenen Maßnahmen zu über- in Dee Wer ist für all das Elend verantwortlich, war wirklich alles Jr nung, und haben wir es ledigli mit bôöherer Gewalt zu tun? Üngle „wahr, was die Presse behauptet, daß sie son 14 Tage vor dem Radp fall auf die großen Gefahren und Mißstände auf der Zehe Beg od hingewiesen habe, ohne daß dieser Hinweis irgend eine geg Ytung von seiten der Behörden gefunden habe ? Tro aller daß peiigen Behauptungen der Ze<henverwaltung will das Gerücht, ? zur Berieselung der Grube erforderlichen Wosffermergen nicht drohe verfügbar gewesen seien, ni<t verstummen, Es3 würde eine borlie Pfli verleßzung, ein Verbrechen ‘der Grubenverwaltung gen, wen G dieses Gerüht bewahrheiten sollte. A die Arbeiter mit Recht Klage über. die Tro>kenheit bildune „Grube und die dadur S G Sa 1 t a e Waffer z T bor andenen Ct N nalebinei verwendet wurden und deshalb Drah erieselung feblien? Sind die Grubenlampen mit doppelten Wenh törben versehen ? Weshalb werden keine elektrischen Lampen ver- fin eee: e es nit möglich, wenigsiens einen Teil, der Grube dur “e uchten i V Ï j a Ne it der Stadt Hamm wegen eferung in Verhandlung steht, ohne daß “diese Verhand berwat eber zu einem Abs<luß geführt haben, und daß die Zechen- F g \fi< vorläufig damit behilft, das erforderliche Wasser Uhbett der Lippe zu entnehmen? An der Ruhr versudt i Talsperren den Wassermangel zu heben, an der Lippe wir P mögli sein. Die Kraft und Größe der Explosion war ofsale. Sind bie Herren, die wenige Stunden vor rer ên Katastrophe in der Grube waren und dort alles x : zustanung gefunden haben, nämli< Bergassessor Andree N dez Beondige Revierbeamte, Bergmeister Kremer, in allen Teilen beriese[t werks gewesen? Beruhen die Gerüchte, ‘daß nur dan N tourde, wenn man eine Revision erwartete, auf Wahrhe es

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er ontag und Dienttag vor der Katastrophe kein Wasser zur idt ale: vorhanden? Die “Kölnische Volkszeitung“ behauptet, daß eam eamten .von der Behörde vernommen worden seien, und daß der gebe, welhe die Antwort, daß alles auf der Zeche hinsichtlich Ist dem M ng ia Ordnung gewesen sei, ni<t geben würden. im Nery, inister bekannt, daß die Strafzettel, die vor der Katastrophe LrsGwu altungagebäude auëhingen, unmittelbar na< der Katastrophe Diten eiden nd? Waren nicht zu viel Arbeiter an einzelnen fa rihäftigt ? Veber die Sonntagsarbeit in der Zee wird viel- 4 Age geführt. Waren an dem Tage der Katastrophe in Doppelsiht unter Tage? Geklagt wird au emperatur in der Grube, über die Mängel der Be- kennen die erregten Szenen, die {i< het Prinzen Eitel - Friedri abgespielt haben. verlangte Grubenkontrolleure auß aus ergarbeit rbeiter und elne reihsgeseßliße Negelung der Venteums erberhältnisse, Beide Wünsche {ind alte Forderungen des Le im R rubenkontrolleure haben wir versiedentlih im Landtage trag Zreihstage verlangt, leider ohne Erfolg. Wir haben den

d e run 2 Mthe0nfunft 4 Reihen vutation

diesex Wieder gestelli. Möge die Katastrophe dazu dienen, daß dure ingende Wunsch dec Arbeiter endli erfüllt werde. wird das gute Verhältnis zwis<Wen Arbeitgeber und

fie Berguntt pefestigt, und es entlastet au< den Arbeitgeber wie so renhet B Ba s: Es R a P r Die Arbeiter seten teh n genügend ge[<u.

baupte ih, daß jeder Arbeiter beurteilen kann, o

j f eine BerieselungseinriGtung in ordnung8mäßlgem Zustande 0

Berieselung tat\ähli< durchgeführt

det und de heute {hon im Berg-

e wurde. Da die Arbeiteraus\{üsse bau obligatoris< find, i|st es do< sehr leiht mögli<, Mit- glieder dieser Ausf üsse bei der Kontrolle heranzuziehen. Meine Freunde sind für eine reih8geseßlihße Regelung besonders des Ar- beitershußtes, die um so mehr erforderli ist, als die Sonntagsruhe und die Arbeitszeit der jugendlihen und der weibliten Personen son einheitli< dur< die Gewerbeordnung geregelt sind. Mit dieser SInterpellation tritt das Zentrum, seinem alten Grundsaße getreu, ohne Unterschied des Standes au für die Bergarbeiter ein und wird nicht ruhen, bis deren Wünsche erfüllt sind.

Hierauf nimmt der Minister für Handel und Gewerbe Delbrü das Wort, dessen Rede morgen im Wortlaute wiedergegeben werden wird,

(Schluß des Blattes.)

Technik.

A. F. Unter dem Ehrenvorsiß Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Oldenburg wurde am Donnerstag, 9 Uhr Vormittags, die 10. ordentliche Hauptversammlung der „Schiffbau- te<hnishen Gesells<aft* in der Aula der Königlichen Technischen Hochschule eröffnet. Der hohe Vorsißende \pra<_ zunächst das Bedauern aus, diesmal ni<t, wie in anderen Jahren, Seine Majestät den Kaiser, der dur< dringende Regierungsgeshäfte an dem Erscheinen behindert sei, in der Versammlung begrüßen zu können, und über- brachte zuglei die Grüße Seiner Maj-stät an die Versammlung. Hierauf erhielt das Wort der Geheimrat, Professor Busley zu der Mit- teilung, daß mit Genehmigung des hohen Protektors der Gefellshafts- vorstand beschlossen habe, dem Herrn Chrenvorsißenden in Anerkennung seiner unermüdlichen Förderung der Gesfellschafiszwe>de zur Feter des 10jährigen Bestehens der Gefells<aft deren goldene Medaille zu ver- leihen. Seine Königliche Hoheit dankte si<tli< erfreut - in warmen Worten für die ihm bereitete Chrung und bewunderte das ihm in vergoldetem Rahmen zuglei“ mit der Medaille überreichte, überaus funstvoll ausgeführte Diplom. Den ersten Vortrag hielt der Direktor des Stettiner „Vulkan“, Dr. Bauer über „moderne Turbinenanlage für Kriegsschiffe“. Die leßten Jahre haben vollkommene Klarheit über die no< kurz vorher viel umstrittene Frage des Ersatzes der Kolbendampfmaschine dur<h die Dampfturbine ge- bracht. Es unterliegt jeßt keinem Zweifel mehr, daß die Kolben- mascine als Antrieb8organ für Kriegsschiffe verdrängt wird dur die Dampfturbine. Das! Verdienst hierfür gebührt zunähst dem Erfinder der Parsors - Turbine, der scin System in verhältnismäßig kurzer

eit zu großer Vollkommenheit ausgebildet hat. Doch haben in den Phtes Jahren au< andere Turbinensyfleme für den Antrieb von Kriegsschiffen Verwendung gefunden, namentli<h das System Curtis und vor allem das au vom Vulkan aufgenommene System der Allgemeinen Elektricitäts - Gesellschaft. Es sind hiermit vorzüglihe Erfolge erzielt worden. Es wurden nun die ver- schiedenen Turbinensysteme unter den wichtigsten, für die Projektierung einer Kriegss<ifdampfmas<hinenanlage maßgebenden Gesichtspunkten miteinander verglichen, das Verhältnis von Kolben- mas@inen- zu Turbinen-Leistung, die Wahl der Umdrehungszahl der Turbine, das Gewicht der Turbinenanlage erörtert 2c. Von großem Einfluß auf den Sieg der Turbine sind die Einführung der Kon- densation, nämli die Scheidung der an der gleichen Welle sißenden Turbinen in eine Hohdru>- und eine Niederdru>kturbine, letztere er- mögliht dur< das Vakuum, ferner die Einrichtung einer besonderen Rücklaufturbine sowie die Ueberhißung des Dampfes gewesen. Eine längere Besprechung wurde der Manövriersähigkeit sowte der geeignetiten Anordnung der Maschinen im Schiff zuteil. Große Vorzüge sind dagegen Turbinensystemen eigen, bei welchen die auf den einzelnen Wellen angeordneten Turbinen voneinander völlig unabhängig sind. Dies ist der Fall bei dem System der A. E. G., nicht aber bei dem Parsons-System. Eine Kombination von Kolbenmaschinen und Turbinen is unter allen Umständen zu widerraten; man würde die Nachteile beider Systeme behalten, die Vorteile beider jedo een: Nach der Ueberzeugung des Vortragenden gehört die Zukunft demjenigen System von Dampfturbinen als Antrieb von Kriegsschiffen, bet dem die Turbinen auf boneinander unabhängigen Wellen montiert sind. Fn der fi< anschließenden Diskussion verwahrte ih der Ingenieur Boveri in Vertretung des keine Trennung ter Turbinen auf ver- schiedenen Wellen vornehmenden, an Hintereinanderschaltung der Betriebsorgane auf einer Welle festhaltenden Parsonss<hen Sysiems dagegen, daß die Entscheidung bereits zweifellos zu Gunsten des anderen Systems erfolgt sci; do< wurde ihm anscheinend sehr überzeugend dur< Dr. Bauer und Direktor Lasha von der A. E. G. begegnet. Admiral a. D, von Eit>stedt be- ftätigte, daß in Marinekreisen der Sieg der Turbine über die Kolbenmaschine als ein endgültiger angesehen werde, und ermahnte dazu, der billigeren Grzeugung von Dampf in Wasserrohrenkesseln vermehrte Aufmerksamkeit zu senken. Geheimrat Professor Dr. Flamm gab, im Anshluß an den Vortrag, Rechenschaft von inter- essanten und mit einem NRaffinement ohnegleilen zum Grfolg ge- führten und auf photographis<@em Wege festgehaltenen Versuchen, die zu beweisen s{heinen, daß man nicht ängstlich zu sein brauchte, die roßen Umdrehung?zahlen bder Turbinen und damit au der Schiffs- bralbei weiter zu steigern, wenn nur Sorge getragen werde, die S<hrauben immer tief genug im Wafser geben zu lassen und sie daran zu verhindern, Luft anzusaugen, wodurch sie erheblih am Effekt ein- büßen. h

in zweiter Vortrag wurdé von Dr. Ans<hüß-Kaempfe in Kiel Tiber das Thema „Der Kreisel als- Nichtungsweiser für Schiffe" gehalien. Der Vortragende is na< mehr- jähiigen Mühen der Erfinder eines Apparates, bestimmt, den Kompaß zu erseßen. Die Nordstellung wird bei diesem Apparat nicht dur< magnetishe Kräfte, sondern dur die Notation cines Schwung- körpers hervorgerufen, der infolge einer gonj besonderen Aufhängung seine A&se parallel zur Grdachse stellt. Die Erfindung basi:rt auf den Untersuchungen von Foucault, der vor 69 Jahren {hon zu der Erwägung gelangte, . daß ein Kreisel, unter bestimmten Be- dingungen auf der Erde aufgestellt, eine Richtung auf ihr einnehmen müsse, die mit dem örtliGen Meridian identis< ist, weil fi< nämli die von West nah Oft gerichtete Erdbewegung auf den Kreisel überträgt, der bis auf die vers<wtndend geringfügige Berührung mit seiner Unterlage beinahe einem im Raum frei \<webenden Körper gleicht. Der Vortragende bewies an der Hand von Dauerversuchen, daß tatsähli< ein „Kreiselkompaß“ an Bord von Schiffen als vollwertiger Ersaß des magnetischen Kompasses betrachtet werden kann. Das Instrument, das in bord- mäßiger Adjustieruvg während des Vortrags seine Einstellung in den gecgraphishen Norden ausführte, ftellt insofern eine bedeutende Verbesserung vor, als bet ihm die [<wierigen Kompensationsvorrich- tungen und sonstigen Maßnahmen zur Verringerung der s{ädlihen ungen Fen Cinflüsse des Schisfskörpers in Wegfall kommen. Es ift deshalb ín erster Linie wihtig für den Gebrau als Gefehts- kompaß unter Panzerschuß, ferner für die Eifen- und Eisenerz a pvortihife. An der über den hochinteressanten Gegen- Gris geführten Diskussion beteiligten \si< die Herren Professor Sgilling- Bremen, Dr. ing. Martienzen, Professor Abt

d Korvettenkapitän von Schönberg. Es wurde allseitig Erna tigt, daß die Erfindung von hohem Werte [8 wenn sie au< auf dee iss die man in ‘den 80er Jahren {hon in Holland, Frankreich I t Enaland praktis ju gestalten :verfuht habe. Neu ist an der Etfi Bin jedenfalls die glüdlihe Lösung der Aufgabe, einen Kreisel he! ft ln der seine Tourenzahl unbes<ränkt lange Zeit un- E t Beibehält. Die Lösung war erit dur< die Entslehung des L D hstrommotors mit Kurzshlußanker ermögliht, dem- e e er Kreisel nah dem System eines Dreiphasen-

entspre(end ist d

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motors hergestellt. Die Es des neuen Kompasses ift für Handelsschiffe niht in dem Grade wichtig wie für Kriegs|ciffe, weil man bei ersteren gelernt hat, namentli< unter Anwendung des nicht- magnetischen Nielsiahles, den Störungen der Richtkrast des aguel@Gen Kompasses zu begegnen ; als Kontrollinstrument ist der Kreiselkompaß aber au hier von Wert, namentlich bei neuen Schiffen, ehe sih deren magnetisher Charakter herautgebildet hat. Von größter Wichtigkeit aber ist die Erfindung für Kriegsschiffe, weil hier infolge des beständigen Ortswechsels vor Eisenmassen an Bord, heißen sie Geshügrohre, Munition oder bewegliche eiserne Maschinen und Geräte, sich eine Stetigkeit des magnetishen Kom- passes troy aller vorhandenen Kompensationen ni<t entwi>eln kann. Die Störungen sind hier fo erheblih, daß ein Ersaß des magnetis<hen Kompasses dur< ein zuverlässigeres Instrument als Wohliat empfunden werden würde. Es ist vorgekommen, daß der Kompaß bei der Vorbeifahrt eines Panzers um 180 ° ausgeschlagen ist; andere, häufig nit soglei in ihrer Ursache erkannte Störungen werden dur

die Kréuzung unterseeisher Kabel veranlaßt. Es wurde bestätigt, daß der Kreiselklompaß, der zu seiner Einstellung einer gewissen Zeit bedarf, die 12 Stunden nicht übersteigt, 3—4 Stunden lang an Bord eines Kriegsöschiffes tadellos funktioniert hat. Für Quitsbife ist die Er- findung als Richtungsweiser von geringerer Wichtigkeit, weil kaum ein Grund vorliegt, hier dem magnetischen Kompaß zu s Dagegen glaubt Prof. Schilling, daß fi die Erfindung weiter ent-

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wi>eln und daß es mögli sein werde, am Apparat die geographische

Breite abzulesen. Das wäre für die Orientierung der Luftshiffer natür- lich ein hoher Gewinn. Ein Anshüßscher Apparat kostet z. Z. 20 000 46. Einem Einwurf, daß starke Schiffsbewegungen den s{<wingenden Kreisel in Schwankungen verseßen könnten, begegnete der Erfinder dur den Hinweis, daß hierfür am Apparat eine Libelle angebracht set, an der die geringsten S<hwingungen irregulärer Art erkannt würden. Es müßten na< den bisherigen Erfahrungen aber sehr starke Stöße sein, um den Kreiselklompaß in Mitleidenschast zu ziehen.

Am Nachmittag des ersten Tages sprahen no< Professor Dr. Ahlborn- Hamburg, in Fortseßung von Vorträgen über den gleihen Gegenstand in der 8. und 9. Hauptversammlung, von weiteren Unter- suchungen über die Widerstandsvorgänge im Wasser, und Ingenieur Axel -Welin aus London über te<nis@e und sonstige Gesihtépunkte für die Ausstellung der Rettungsboote auf modernen Dampfern.

Literatur.

Die Kirchenbauten der deuts<en Jesuiten. Ein Beitrag zur Kultur- und Kunstgeshichte. des 17. und 18. Jahrhunderts von Joseph Braun. Erster Teil: Die: Kirchen der ungeteilten rheinis<hen und der niederrheinishen Ordensprovinz. Mit 13 Tafeln und 22 Abbildungen im Text. Freiburg i. Br., Herdershe Verlags- handlung, 1908. Der Verfasser hatte in seiner, an dieser Stelle besprochenen Arbeit über die belgis<hen Jesuitenkirhen den NaEweis

eführt, daß von einem eigentlihen Stil des Ordens nicht re<t ges [prochen werden könne und daß in Belgien die Jesuitenkenkirhen stets n demjenigen Stile erbaut worden find, der dort gerade für die Architektur tonangebend war. Diesen Nachweis su&t er in der neuen Schrift auch für die Jesuitenkirhen im Nordwesten und Westen Deutschlands zu erbringen. In gründlicher, durhaus objektiver Dar- legung führt Braun aus, wie die Baumeister in der alten rheinishen und in der niederrheinishen Ordensprovinz keineswegs dem Strom der Entwi@Xlung in der Kunst die Wege gewiesen haben, fondern rubig wie alle anderen in dem gleihen Strom weiterge\{<wommen sind. Bis in das 18. Jahrhundert hinein haben die Jesuiten wie die anderen KirWenbaumeister in jenen Gegenden an der Gotik festgehalten. Erst das 18. Jahrhundert bringt hierin eine Aenderung. Es waren die prachtliebenden Cölner Kurfürsten Josef Clewens und Clemens August, die mit ihrer Vorliebe für französis<e Architektur und D:korationsweise der Gotik im Nordweiten Deutschlands das Todesurteil gesprochen haben. Hätten die Jesuiten, so bemerkt der Verfasser, in der Tat gesu<ht den röômishen Baro>k nah dem Nordwesten und dem Westen Deutschlands zu verpflanzen, so hätten sie in jenem Stil bewanderte Baurneister für ihre Kirhenbauien herangezogen. Statt dessen haben sie s{<li<te deuts<he Meister beschäftigt, die den Ans<hauungen und Emvfindungen ihrer Zeitgenossen si<“ in weiser Klugheit angepaßt haben. Die Ergebnisse der Braunschen Arbeit, der zahlreihe gute Abbildungen beigegeben sind, haben für den Kunsthistoriker und den Kunstfreund besonderes Interesse.

Or. Theodor Koh-Grünberg, der in den Jahren 1903 bis 1905 eine Forshungsreise nah Nordwestbrasilien unternommen hatte und von dieser Expedition, die ihn in teils wenig bekannte, teils no< gänzli< unbekannte Gegenden führte, ein überaus -reihes ethnologishes Material heimbra<te, hat die Ergebnisse seiner Forschungsreise in einem zweibändigen, rei< illustrierten Werk zu- fammengefaßt, das in Lieferungen bei Ernst Wasmuth in Berlin er- scheint. Das Buch ist bestimmt, die von Dr. Koh gesammelten Erfahrungen weiteren Volkskreisen in populärer aber denno< wissen- s<aftli< dur<gearbeitcter Form zugänglich zu machen. Es betitelt ih „Zwei Jahre unter den ndianern“ und soll in 24 Lieferungen zu je 75 H zu Weihnachten vollständig vorliegen. Ueber man<hen bder interessanten Funde, die Dr. Koh auf seiner R gem hat und die jeßt die Sammlurgen des Königlichen

useums für Völkerkunde in Berlin zieren, in dissen Auftrag die Reise ausgeführt wurde, ist an anderer Stelle in diesem Blatt bereits berihtet worden. Das in Nede stehende Buch will eine Schilderung der gesamten Reise in der Weise bieten, daß der Lefer zuglei ein ansaulihes Bild vom Leben und Treiben der interessanten Fndtaner- stämme Nordwestbrasiliens erhält. < den bisher vorliegenden 5 Lieferungen des Werkes zu s{<ließen, i es dem Ver- fasser trefflih gelungen, diese Absicht durhzuführen. Seine Schilde- rungsweise He lar und lebendig, und das rei<lih mitgeteilte wissen- schastlide Material ist derart verarbeitet, daß der Laie das Buch ohne Grmüdung und mit stetem Interesse durhlesen dürste. Hohes Lob verdienen die ausgezei<hneten Bilder, Wiedergaben von an Ort und Stelle aufgenommenen Photographien. Das ganze Werk soll deren über 400 und außerdem no< zahlreide Lichtdru>blätter und mehrere vom Verfasser aufgenommene Karten enthalten. Der Name des Verlags bürgt für die Gedtegenheit der s Ausstattung.

Zu reiter Zeit zum Weihnachtsfe\t ersheint der 13. Band der von der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart herausgegebenen, rühmli{st bekannten Klassiker der Kunst in Gefamtausgaben. Er ist einem der populärsten Maler gewidmet, dessen Lebenswerk ex in Wort und Bild schildert: Van Dy> (15 4). Emil Schäffer hat si< mit Geschi> und vieler Sahhkenntnis der Aufgabe unterzogen das Leben des flämischen Meisters zu schildern und seine vielseitige Kunst in abwägender Analyse zu würdigen. Da Van Dyk außer seinen zahlreihen Bildnissen au eine Reibe historischer, religiöser und alle-

orisher Darstellungen geschaffen hat, bietet das Bu nit feinen 537 Nachbildungen von Werken des Meisters eine große Abwe<slung und vielseitige Anregung. Die Güte der Abbildungen ist auf der aaa LE s L e E N der Klassiker-Auegabe ausgezei<Gnet hat. ie in ionen auc in d i bei jedem Bilde die Entstehungezeit und der Or Poi egenden Bande

N S rt beigefügt es sih jeyt befindet. Ein sorgfältig gearbeitetes Register ist vi

wertvollen Bande beigegeben. Er i Veidnacdageser lein, E üsfte füc viele ein willkommenes nwettermärhen. Märchen, S Pee i T F P el A A S v . Pre b. L UN Ille Frapan wieder threm ei ensten P e arde Glü> bebauten Gebiet, „der Erzählung kleineren Umfanges, zu- deara, f Ÿ Hnwetiermärden nennt i é on eigentlihen Märchen nur drei in d . Miden e S ften e aber se Feapans- frihet ¿Die auf è n Gen Gebiet bewegend, alle Merkmale ein trafe j en Le Grenze des Sthonungslosen ftreifenden Realiêmus tragen,

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